70 Jahre nach Kriegsende – meine persönlichen Gedanken hierzu

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70 Jahre nach Kriegsende – meine persönlichen Gedanken hierzu
Mein leiblicher Vater (Karl Johannes Krömmelbein) ist bereits zwei Monate nach meiner Geburt und
nur drei Monate vor Kriegsende mit nur 25 Jahren auf dem Rückzug in Polen gefallen. Er hat mich daher
leider nur einmal im Rahmen eines Kurzurlaubs zu Gesicht bekommen.
Ob mein Vater ein Nazi mit Leib und Seele war, oder – wie viele junge Menschen damals – politisch
naiv war und vom Naziregime verführt wurde – kann ich abschließend nicht beurteilen.
Er war – als überdurchschnittlich guter Mittelstreckenläufer – vermutlich ein überzeugter Anhänger
des Naziregimes, welches ihm zahlreiche, sportliche Möglichkeiten bot, an überregionalen
Sportveranstaltungen teilzunehmen.
Ich habe für mich und meine drei Söhne jedenfalls die Lehre hieraus gezogen, denn wir alle sind der
Meinung, dass Kriege in aller Regel keine Probleme löst, weshalb wir auch keinen Dienst bei der
Bundeswehr abgeleistet haben (Hierzu gibt es ein an die Politiker gerichtetes, wunderschönes Lied von
Reinhard May: “Meine Söhne kriegt ihr nicht“).
In diesem Kontext möchte ich gerne mit dem unsäglichen Begriffswirrwarr einmal aufräumen:
Es stört mich ungemein, wenn Journalisten und Politiker – in verharmlosender Art und Weise –
Begriffe wie “Nazideutschland“ verwenden nach dem Motto, wir waren es eigentlich nicht, es war ja
ein anderes Deutschland.
Ich möchte daran erinnern, dass Adolf Hitler mit einer bis heute nie da gewesenen Zustimmung von
etwa 90 % der Bevölkerung an die Macht gekommen ist! Er hat hierbei hinsichtlich seiner politischen
Absichten niemanden im Unklaren gelassen.
Adolf Hitler hat hierbei – als mäßig gebildeter Zeitgenosse und als bereits gescheiterte Existenz– in
geschickter Art und Weise Emotionen geweckt und machtpolitisches Kalkül eingesetzt.
Mit der vorgenommenen Gründung der Nationalsozialistischen Partei hat er bereits innerhalb der
Namensgebung äußerst geschickt national-konservative Kräfte mit sozialistisch linken Kräften nach
dem Motto: “Wir sorgen für das gesamte Volk“ eingebunden.
Auf der einen Seite hat er an den Nationalstolz appelliert und auf das Militär und seine Führung gesetzt,
denen er zahlreiche Privilegien versprochen hat und im Gegenzug – nach guter preußischer Tradition
– den persönlichen Treueeid vom Militär verlangte.
Den Bürgern hat er auf der anderen Seite Arbeit und Brot- und eine glorreiche Zukunft innerhalb eines
wieder erstarkten Großdeutschen Reichs versprochen.
Die zerstrittenen Parteien und die schwache, politische Führungselite haben es Adolf Hitler und seiner
Gefolgschaft relativ leicht gemacht. Vor allem die damalige Zentrumspartei (die heutige CDU) hat sich
mit ihrer Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz zum Steigbügelhalter für Adolf Hitler und dessen
Machtansprüche erwiesen, während die Sozialdemokraten für ihre Ablehnung verfolgt- und viele
ermordet wurden.
Schließlich hat vor allem die militärische Führung total versagt. Sie hätte jedenfalls frühzeitig erkennen
müssen, dass Adolf Hitlers wahnsinnige Expansionspläne scheitern müssen. Insofern hätten die
Offiziere frühzeitig dem wahnsinnigen Treiben Adolf Hitlers ein Ende setzen müssen!
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Dies umso mehr, weil das ungeheure sowie weltgeschichtlich einmalige, systematische Morden von
Juden, Roma und Systemgegnern der militärischen Führung bekannt war!
In diesem Kontext hat die deutsche Ingenieurkunst mit über 2000 Patenten zur Vernichtung und
Beseitigung von Menschen und deren sterblichen Überresten einen traurigen Rekord aufgestellt.
Wir, als Nachkriegsgeneration, unsere Kinder und Enkelkinder und auch die kommenden Generationen
dürfen niemals diese schlimme, ungeheurere und katastrophale Epoche unserer Geschichte vergessen.
Dies sind wir jedenfalls den über 55 Millionen Toten schuldig!
Ja, es richtig und hierfür sollten wir außerordentlich dankbar sein, dass uns die Alliierten und auch die
Russen von der Nazidiktatur befreit haben.
Die Westmächte – vor allem die USA – haben dem westlichen Teil Deutschlands die parlamentarische
Demokratie gebracht- und mit dem Marshallplan die Grundlage für unseren wirtschaftlichen
Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg gelegt.
Westdeutschland wurde schrittweise wieder in die Völkergemeinschaft aufgenommen während im
östlichen Teil Deutschlands und im gesamten Ostblock eine kommunistische Diktatur zementiert
wurde, die sich leider und nachweislich zahlreicher “Methoden“ zum Leidwesen der Bürger bediente,
die bereits das Naziregime kennzeichnete.
Dies wird heute von einigen Linken leider häufig verharmlost oder gar ignoriert.
Zusammenfassend ist es – meines Erachtens – schon ein außerordentliches Privileg, dass wir – trotz
unserer geschichtlichen Vergangenheit – die deutsche Einheit bekommen haben und Deutschland
inzwischen wieder ein geachtetes Mitglied innerhalb der Völkergemeinschaft ist.
All jenen, die hierzu ihren Beitrag geleistet haben, sind wir stets zu großem Dank verpflichtet!
Klaus Horst Krömmelbein
Karl Johannes Krömmelbein
Gefallen im
Februar 1945
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im Mai 2015
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