Kapitel 3 - Michael Euler

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Blut ist ein besonderer Saft
- über Blut, Verletzungen und Wunden Erste Hilfe Kurs DRK
Kapitel 3
Übersicht
• Blutspenden
• Allgemeines zur Wundversorgung
– Übersicht über häufige Verletzungen
• Spezielle Wundarten und Blutungen
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Starke Blutung, Nasenbluten
Amputationsverletzung
Verbrennung
Verätzung
• Schock
Blut ist ein besonderer Saft
“Aussage DRK“
• Blut als Lebenswichtiges Organ
– Kann nicht künstlich hergestellt werden
– Bei großen Verlusten ist Ersatz lebensnotwendig
– 80 % der Blutversorgung in Deutschland durch DRK
• Keine finanzielle Gegenleistung
– Akt der Menschlichkeit
– Minimierung des Infektionsrisikos
– Keine unnötige Verteuerung
• Vorteile für Spender
– Kostenlose Blutgruppenbestimmung, Notfallausweis
– Information bei auffälligen Befunden
– Gute Gefühl geholfen zu haben
Grundsätze der Wundversorgung
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Der Betroffene soll sitzen oder liegen, der Helfer steht oder kniet vor ihm
Einmalhandschuhe tragen
Blutkontakt vermeiden
Wunden unverzüglich keimfrei bedecken
Verband ausreichend befestigen
Beweglichkeit der Gelenke erhalten
Fremdkörper in Wunde belassen
Bei Fremdkörpern im Auge Augenarzt aufsuchen
Keine „Hausmittel“
Arztbesuch empfehlen
Verbandmaterialien
• Wundschnellverband (Pflaster), Heftpflaster, Mullbinde, Dreiecktuch, Wundauflagen,
Verbandtuch, Verbandtuch
Aufbau der Haut
• Oberhaut
– Keine Blutgefäße/Nerven
• Lederhaut
– Elastische Bindegewebsfasern
– Blut- und Lymphgefäße
– Nerven
• Unterhaut
– Lockeres Bindegewebe/Fettgewebe
Einteilung der Wunden
Schürfwunden
• Charakter
– Betreffen die Oberhaut
– Bluten wenig
• Verlauf
– Stark nässend
– Heilen mit Schorf ab
• Komplikation
– Infektion
• Therapie
– Keimfreie Wundabdeckung
– Tetanusschutz überprüfen
Schnittwunden
• Charakter
– Betreffen alle Hautschichten
– Bluten stark
– Glatte Wundränder, klaffend
• Verlauf
– Heilen meist problemlos
• Komplikation
– Funktionsverlust
• Therapie
– Keimfreie Wundabdeckung
– Tetanusschutz überprüfen
– Innerhalb von 6 Stunden einem Arzt vorstellen
Platzwunde
• Charakter
– Unregelmäßige Wundränder
– Bluten stark
• Verlauf
– Verzögerte Heilung
• Komplikation
– Infektion
• Therapie
– Keimfreie Wundabdeckung
– Tetanusschutz überprüfen, ggf. chirurgische Versorgung
Stichwunde
•Charakter
–Eher harmlose äußere Wunde
–Blutung nach innen
•Verlauf
–Verzögerte Wundheilung
•Komplikation
–Infektion, Verletzung innerer Organe
•Therapie
–Keimfreie Wundabdeckung
–Fremdkörper belassen, ggf. abpolstern, ärztlich vorstellen, Tetanusschutz überprüfen
Riss-, Quetschwunden
•Charakter
–Zusammengepresstes Gewebe
–Blutergüsse
•Verlauf
–Zögerliche Wundheilung
•Komplikation
–Infektion
•Therapie
–Keimfreie Wundabdeckung
–Hochlagern, kühlen
–Tetanusschutz überprüfen
Brandwunden
•Charakter
–Rötung, Blasen, Verkohlungen
–Schmerzen bis Schmerzfreiheit
•Verlauf
–Starker Flüssigkeitsverlust
•Komplikation
–Infektion
•Therapie
–Ausreichend kühlen,
–Keimfreie Wundabdeckung
–Tetanusschutz überprüfen
Beurteilung der Verbrennungen
Neuner-Regel:
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Kopf / Hals
Arme
Rumpf
Beine
Genital
= 9%
= 18 %
= 36 %
= 36 %
= 1%
--------100 %
2x 9%
2 x 18 %
je 18 %
Oder: Handfläche des Pat. = 1 %
Konsequenz:
20 % KOF 2-3 gradig = Lebensgefahr,
bei Kindern bereits bei 10 % KOF
Verbrennungen
•Brandwunde, evtl. Kleiderbrand
•Starke Schmerzen
•Kreislaufbeeinflussung
 Kleider löschen, Wunde kühlen
 Wunde keimfrei bedecken
 Überprüfung der Vitalparameter
 Schocklage, gegen Auskühlen schützen
Kühlung vs. Auskühlung !
Therapie
•Kleiderbrände löschen
–Betroffenen aufhalten, ggf. zu Boden werfen
––Mögliche Löschmethoden
 Wasser
 Einhüllen in Wolldecken
 Wälzen auf dem Boden
 Feuerlöscher (?)
Keep it simple !
•Kühlen von Verbrennungen
–Brandwunden mind. 15 Min. kühlen, möglichst fließendes, handwarmes Wasser
–Kühlung unterbrechen, wenn unangenehm
–Kühlen auf verbrannte Region beschränken, Auskühlung vermeiden
–Bei Wasseranwendung im Gesicht kein Wasser in die Atemwege gelangen lassen
–Bei Verbrühungen Kleidung nur entfernen, wenn dies rasch möglich ist, sonst erst kühlen
•Grundsätze zur Brandwundenversorgung
–Verbandtücher oder Metalline® Verbandtücher (Cave!)
–Verbandmaterial ohne Druck anbringen
–Brandblasen nicht öffnen um kein zusätzliches Infektionsrisiko zu schaffen
Übersicht
•Grundsätzlich
–Blutstillung, Wundreinigung, evtl. Desinfektion
–Keimfreie Wundabdeckung
Kompressen, Binden, Wundschnellverband (Pflaster)
–Tetanusschutz überprüfen
•Je nach Verletzungen
–Ruhigstellen, kühlen, hochlagern, Fremdkörper belassen
•Bei Unsicherheit
–Ärztliche Vorstellung zur weiteren Wundversorgung
Starke Blutung
•Heftiges Bluten aus der Wunde
•Starke Schmerzen
•Kreislaufbeeinflussung
 Druckverband, ggf. Abdrücken
(nicht abbinden)
 Überprüfung der Vitalparameter
 Schocklage, gegen Auskühlen schützen
Blutstillung geht vor Keimfreiheit !
Nasenbluten
•Heftiges Bluten aus des Nase
•Häufig in Verbindung mit Bluthochdruck
•Kreislaufbeeinflussung
 Kopf nach vorne beugen, im Nacken kühlen
 Überprüfung der Vitalparameter
Bei länger anhaltenden Blutungen Notruf absetzten !
Amputationsverletzung
•Blutende Wunde
•Starke Schmerzen, blasse Haut
•Kreislaufbeeinflussung
•Abgetrenntes Körperteil
 Wunde keimfrei abdecken, ggf. Druckverband
 Schocklage, gegen Auskühlung schützen
 Überprüfung der Vitalparameter
Amputat sichern – 1. Keimfrei verpacken, dann 2. Kühlen !
Verätzungen
(Besser: Säure/Laugenverletzungen)
•Äußerlich ähnlich Brandwunde
•Rötung, Blasenbildung, Nekrose
•Schmerzen, Kreislaufbeeinflussung
 Mit Wasser verdünnen (ausreichend)
 Wunde keimfrei bedecken
 Überprüfung der Vitalparameter
 Schocklage, gegen Auskühlen schützen
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Eigene Sicherheit beachten
Kontakt mit der Substanz vermeiden
Gesunde Haut/Augen vor Spülwasser schützen
Mind. 20 min spülen (fließendes Wasser)
Spülung unterbrechen, wenn unangenehm
Laugenverletzungen müssen trotz äußerlicher Harmlosigkeit ärztlich versorgt werden
Bei oraler Aufnahme kein Erbrechen !
Schock
• Schock ist ein Sauerstoffmangel im Organismus als Folge einer
Unterversorgung im Blut
• Ursachen
– Blut- und/oder Flüssigkeitsverlust
– Weitstellung der Blutgefäße
– Störung der Herzfunktion, Sepsis, allergischer Schock aber auch neurogen bedingt
Der Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand !
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