Cambiamento climatico nelle Alpi

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Cambiamento climatico nelle Alpi:
le conseguenze sui ghiacciai
Klimawandel in den Alpen:
Die Folgen für die Gletscher
Climate change in the Alps: consequences for glaciers
Michael Zemp, Zurich Universität
Riassunto
In alcune regioni montane densamente popolate, come le Alpi europee, i ghiacciai costituiscono
una componente costante della cultura, del paesaggio e dell’ambiente. I ghiacciai, inoltre, non
solo rappresentano una notevole riserva di acqua da utilizzare nell’agricoltura e nell’industria
(ad esempio come fonte per la produzione di energia idroelettrica), ma anche una importante
risorsa turistica. Allo stesso tempo, essi possono costituire un fattore di rischio naturale.
Nei sistemi di osservazione sul cambiamento climatico, i ghiacciai sono considerati tra i migliori
indicatori naturali relativi al clima tanto da farli diventare, nel dibattito scientifico interna­zionale,
delle vere e proprie icone.
Zu�������������
sammenfassung
Gletscher sind in dicht besiedelten Hochgebirgsregionen, wie den Europäischen Alpen, ein
fester Bestandteil der alpinen Kultur, Landschaft und Umwelt. Sie sind eine bedeutende
Süsswasserressource für die Landwirtschaft und die Industrie, eine wichtige wirtschaftliche
Kom­ponente für den Tourismus und die Produktion von Wasserkraftenergie und eine poten‑
tielle Ursache für Naturgefahren. Innerhalb der globalen Klimabeobachtungssysteme zählen
Gletscher, durch ihre physikalische Nähe zum Schmelzpunkt, zu den besten natürlichen Klima‑
indikatoren. Gebirgsgletscher wurden zum Leitsymbol der gegenwärtigen Diskussion zum
Klimawandel und zur Einzigartigkeit der aktuellen Veränderungen im Vergleich zur holozänen
Variabilität.
Dieser Vortrag gibt einen Überblick zu den Folgen des Klimawandels auf die Gletscher im
Alpenraum. Dabei wird die Entwicklung der Alpengletscher seit der letzten Eiszeit kurz
zusammengefasst, die Änderungen nach dem letzten Hochstand der Kleinen Eiszeit um 1850
an Hand der verfügbaren Messdaten detailiert analysiert und mittels einer numerischen Model‑
lierungen Szenarien für das 21. Jahrhundert aufgezeigt.
Der gesamte Flächenverlust seit 1850, berechnet mit verschiedenen Methoden, beläuft sich
auf etwa 35% bis in die 1970er Jahre, als ca. 5150 Alpengletscher eine Fläche von 2909
km2 bedeckten, und auf fast 50% bis im Jahre 2000. Rapide schwindende Gletscherflächen,
spektakuläre Rückzüge der Gletscherzungen und zunehmende Massenverluste sind klare
Zeichen der atmosphärischen Erwärmung in den Alpen während der vergangenen 150 Jahre
alpine space - man & environment, vol. 12: Le Alpi che cambiano tra rischi e opportunità
© 2011 iup • innsbruck university press, ISBN 978-3-902811-09-7
Le Alpi che cambiano tra rischi e opportunità
und deren Beschleunigung in den letzten zwei Jahrzehnten, die in einem Verlust von weiteren
5‑10% des verbleibenden Eisvolumens im ausserordentlich warmen Jahr 2003 gipfelte. Aus dem
Modellierungsexperiment wurde ersichtlich, dass es für die Kompensation einer Änderung der
6-Monats-Sommertemperatur um ±1 °C eine Zu-/Abnahme des jährlichen Niederschlages von
etwa 25% benötigt. Ein Anstieg der Sommertemperatur um 3 °C würde die alpine Gletscher‑
bedeckung der Referenzperiode (1971-1990) um ungefähr 80% reduzieren, oder auf ca. 10%
der Gletscherausdehnung um 1850. Im Falle eines Anstieges der Sommertemperatur um 5 °C
können sich die Gletscher nur noch auf den höchsten Alpengipfeln halten.
Abstract
In densely populated high mountain regions, such as the European Alps, glaciers are a constant
component of culture, landscape and environment. Glaciers are a considerable fresh water
reservoir for agriculture and industry, an important economic factor of tourism and the
production of hydropower and a potential cause for natural risks. In global climate obser‑
vations systems, glaciers are – for their physical vicinity to the melting point – among the
best natural clima indicators. Mountain glaciers have become the leading icon of the actual
discussion about climate change and for the singularity of current changes in comparison to
the variabilty during the Holocene.
L iteratur
Zemp M., Paul F., Hoelzle M. & Haeberli W., “Glacier fluctuations in the European Alps 18502000: an overview and spatio-temporal analysis of available data”, in Orlove B, Wiegandt E. &
Luckman B. (a cura di), The darkening peaks: Glacial retreat in scientific and social context, University of
California Press, 2008. pp. 152-167
Zemp M., Hoelzle M. & Haeberli W., “Distributed modelling of the regional climatic equilibrium
line altitude of glaciers in the European Alps”, Global and Planetary Change, 56, 2007, pp. 83-100
Zemp M., Haeberli W., Hoelzle M .& Paul F., “Alpine glaciers to disappear within decades?”, Geophysical Research Letters, 33, L13504, 2006, doi:10.1029/2006GL026319
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