robert schaus

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ROBERT SCHAUS
TU SAIS OÙ TU VAS
Neuerscheinung in der ek im Oktober 2015
Und du – diesem Augenblick ausgeliefert
der dich da stehen lässt
beladen mit dir selbst auf der Suche
nach einigen neuen Stunden
Du vertiefst die Leere
besichtigst ihre Schwindelgründe
Keine böse Überraschung droht dir
Du weißt wohin du gehst
Et toi à la merci de cet instant
qui te laisse là
chargé de toi-même en quête
de quelques heures nouvelles
tu approfondis le vide
visites ses vertiges
aucune surprise ne te menace
tu sais où tu vas
Tu brodes des souvenirs
tu es là à multiplier récits inachevés
cortèges de regrets
fleurs épines et racines
et tu offres les mains
qui se creusent patientes
pour y recevoir la journée
chemins battus
de mille pieds de mille mots
sans autre issue que celle
de toujours recommencer
Tu laisses là le jour à lui-même
te déplaces de ville en ville
de faubourg en campagne
à l’écoute de cet autre moi
qui te quitte à chacun de tes pas
tu sais les conditions les contradictions
de l’être du non être
taillés sur mesure sur usure
en tout bien tout honneur
la nuit vient à toi te parle
de l’intouchable de l’incontournable
de l’apparence et de son prix
de la duplicité du langage
d’autres affirment confirment
se disent non coupables
et par une porte entrebâillée tu vois
une main écrire en lettres de feu
sur le mur en face ta sentence
Du stickst deine Erinnerungen
du häufst unvollendete Erzählungen
Wandelzüge des Bedauerns
Blumen Dornen und Wurzeln
Und hältst deine Hände hin
die sich geduldig öffnen
den Tag aufzunehmen
Fest getretene Wege
von tausend Füßen von tausend Wörtern
ohne einen andern Ausweg
als stets neu zu beginnen
Du überlässt den Tag sich selber
reist von Stadt zu Stadt
von der Vorstadt aufs Land
horchend auf dieses andere Ich
das dich bei jedem Schritt verlässt
Du kennst die Bedingungen die Widersprüche
Des Seins des Nichtseins
maßgeschneidert abgenutzt
auf Gedeih und Vererb
Die Nacht kommt zu dir redet mit dir
vom Unberührbaren vom Unumgänglichen
vom Schein und seinem Preis
vom Doppelsinn der Sprache
Andere behaupten bestätigen
bekennen sich nicht schuldig
und durch eine angelehnte Tür
siehst du wie eine Hand
auf der gegenüberliegenden Wand
in Feuerlettern dein Urteil schreibt
Übersetzung: Bruno Kartheuser
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