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›› Lobby für das Kind‹‹ informiert:
Anamnese
Gendefekte erkennen - Lücken im Infektionsschutz schließen
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(dgk) Im Idealfall macht sich eine Frau über den eigenen und den Gesundheitszustand ihres Mannes kundig, lange
bevor eine Schwangerschaft eintritt. Schließlich könnte es durchaus sein, dass
❫ ❫ es in ihrer oder der Familie des werdenden Vaters vererbbare Krankheiten gibt, die auf das gemeinsame Kind
übergehen könnten (z. B. Diabetes, Bluterkrankheit)
❫ ❫ sie gegen Infektionskrankheiten nicht geschützt ist, die das Kind in der Schwangerschaft gefährden könnten
(z. B. Röteln, Toxoplamose) oder
❫ ❫ ihr Rhesusfaktor und der des Kindes ab der zweiten Schwangerschaft Probleme verursachen könnten.
Das Wissen um eine mögliche genetisch bedingte Erkrankung und die bewusste Entscheidung für das Kind, lassen
die Eltern später gelassener mit dem vielleicht kranken Sprössling umgehen. Oft findet die Auseinandersetzung
mit dem Thema aber erst durch eine Schwangerschaft statt. Gibt es Hinweise auf eine „positive Familienanamnese“, überweist der Geburtshelfer die Schwangere ggf. an eine genetische Beratungsstelle. Die Experten erstellen
einen Stammbaum, eine Prognose und informieren über vorgeburtliche diagnostische Methoden und Behandlungsmöglichkeiten. So lassen sich einige gesundheitliche Risiken bei der Schwangeren und ihrem Kind reduzieren.
Auch Infektionskrankheiten sind gesundheitliche Risiken, die eine Schwangere durch Vorsorge minimieren kann.
Gegen einige Infekte, die das Ungeborene gefährden, gibt es Impfungen, die planmäßig bereits im Kindesalter
verabreicht werden. Beispiele dafür sind Masern, Mumps und Röteln, Tetanus und Hepatitis B. Der Schutz kann
auch im späteren Lebensalter aufgebaut werden, etwa vor einer geplanten Schwangerschaft. Bei nicht vorhandener Immunität gegen so häufige Infektionserkrankungen wie Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken sollten
Kinderhorte, Gedränge und Massenveranstaltungen gemieden werden.
Gegen viele Infektionserkrankungen ist keine gezielte Immunisierung möglich. Beispielsweise sind Toxoplasmose
oder das Cytomegalievirus für Erwachsene unproblematische Infektionen, für das Baby im Bauch aber gefährlich.
Ein Bluttest gibt Aufschluss über die Immunität gegen Toxoplasmose. Die Erreger werden unter anderem von
Katzen übertragen. Auch rohe Eier, rohes Fleisch und Rohmilchprodukte können zu
einer Infektion führen. Deshalb raten Experten, darauf dann zu verzichten.
In den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft kann eine Ansteckung mit
Cytomegalieviren zu Missbildungen oder zum Abort führen. Derzeit wird
geprüft, inwieweit eine passive Immunisierung hier Schädigungen beim
Kind verhindern kann.
Funktioniert das Immunsystem einer Schwangeren gut, sind sie und
ihr Kind gegen viele andere Infektionen geschützt.
Auch ein unterschiedlicher Rhesusfaktor kann eine Schwangerschaft gefährden. Gelb- und Wassersucht, Krämpfe, Blutarmut
und Fehlbildungen sind möglich. Betroffen sind rhesus-positive
Kinder ab der zweiten Schwangerschaft von rhesus-negativen
Müttern und rhesus-positiven Vätern: Die Mutter entwickelt Antikörper auf das kindliche Blut. Erhält eine Schwangere unter der
Geburt ihres ersten Kindes aber Anti-D-Immunglobulin, wird diese
spätere Unverträglichkeitsreaktion vermieden.
›› www.lobby-fuer-das-kind.de
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