Zum Jubiläumsjahr 20.16
Salzburger Burgen und Schlösser erwecken Turmblasen
von der Festung Hohensalzburg zu neuem Leben
Die Geschichte des Turmblasens in Salzburg
An nahezu allen bedeutenden Höfen Europas lassen sich schon in früherer Zeit
Trompeten nachweisen. Auch in Salzburg bildeten die Hof- und Feldtrompeter seit
dem Mittelalter einen festen Bestandteil des Hofstaates. Auf der Festung wurde 1465
ein Trompeterturm errichtet, auf dem sogenannte Türmer ihren Dienst versahen. Ihre
Aufgabe war es, herannahende Gefahren oder andere Anlässe zu erkennen und
durch ihre Signale zu melden.
Zu den Aufgaben der Trompeter gehörten aber auch andere Verpflichtungen im
höflichen Zeremoniell, wie etwa Signaldienste oder die Begleitung des Fürsten bei
Auftritten in der Öffentlichkeit, bei Trauerfeiern und im Kriegsfall. Trompeter gehörten
so lange zum "Personenstaat" der Festung, so lange Hohensalzburg den Fürsten als
Wohnung und zur Repräsentation diente. Ab dem 17. Jahrhundert war die
inzwischen um- bzw. neugebaute Residenz den hohen Herren viel bequemer und
auch die Trompeter siedelten mit den Fürsterzbischöfen in die Residenz und wurden
zum fixen Bestandteil des höfischen Zeremoniells.
Turmblasen gewährt Blick in Salzburgs Musikgeschichte
Entsprechend ihrer Funktion war Musik für Trompeten und Pauken bis 1800 reine
Gebrauchsmusik und es gibt kaum überlieferte Kompositionen für diese Besetzung.
In Salzburg sind jedoch Musikstücke für festliche Aufmärsche – sogenannte Aufzüge
– im Archiv der Abtei Nonntal erhalten. Die Autoren dieser Aufzüge sind vorwiegend
Salzburger Hoftrompeter vom Ende des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts.
Diese werden beim Salzburger Turmblasen von der Festung aufgeführt.
Außerdem haben sich die Organisatoren auf die Suche nach weiteren Komponisten
gemacht, die am Salzburger Hofe tätig waren und ausgewählte Trompetenwerke von
Stefano Bernardi, Heinrich Ignaz Franz Biber, Georg Muffat, Leopold Mozart und
Romanus Weichlein für den Trompeterturm entstaubt und aufpoliert. Einen
besonderen Auftritt bekommt beim Turmblasen von der Festung auch der Salzburger
Komponist Sigismund von Neukomm. Lange Zeit wurde dem Werk des Musiklehrers
von Mozarts Sohn wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das soll sich nun ändern.