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"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
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Die Herren Roms:
von Monika Hinterhöller
Vorwort:
Welcher römische Imperator drohte damit sein Pferd zum Konsul zu
ernennen?
Hat nicht einer von ihnen über 700 Gladiatorenkämpfe bestritten?
War Kaiser Hadrian tatsächlich homosexuell?
Die Persönlichkeiten der Männer, die über das römische Weltreich
herrschten, haben spätere Generationen bis zum heutigen Tag fasziniert.
Von Augustus bis Konstantin folgten einander rund 54 "anerkannte"
Herrscher im Amt, dazu kommen eine Unzahl von Rivalen und Rebellen,
die den Kaisertitel ebenfalls beanspruchten, sowie ihre Nachfolger im
geteilten Reich.
Die zeitgenössischen Geschichtcschreiber haben genüßlich jede
Gelegenheit genutzt, skurrile und pikante Anekdoten festzuhalten:
wie z.B. Cailigula in Essig aufgelöste Perlen trank, oder wie Nero seine
eigene Mutter verführte......
Dagegen schildern christliche Historker in den gräßlichsten Farben, so
zusagen als Gottesstrafe, das Ende derjenigen Wüteriche, die sie
verfolgten.
So soll etwa Galerius von einer tückischen Krankheit zerfressen worden
sein, während Valerian von den Persern bei lebendigem Leib gehäutet
wurde.
Doch obwohl die Macken und Verfehlungen der einzelnen auch groß
waren, gelang es ihnen über 400 Jahre lang ein Imperium
zusammenzuhalten, das von den britischen Inseln im Norden, der Sahara
im Süden, dem Atlantik im Westen und den Euphrat im Osten reichte.
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Selbst der Begriff "Kaisar" stammt von einem Römer:Julius Caesar.
Doch die Völker der Antike sprachen von Imperatoren.
Als Imperator grüßten die Legionen einen siegreich heimkehrenden
General, und mit demselben Zuruf wurde er geehrt wenn er als neuer
Herrscher den Purpur anlegte.
Aber sie waren nicht nur bloße Militärführer, sondern zugleich auch
Politiker, Bauherren und Familienväter.
So schmücken kaiserliche Namen einige der berühmtesten Stätten des
antiken Rom.
Die Caracalla-Thermen,
der Konstantinsbogen,
die Trajanssäule,
die Hadriansvilla,
der Tempel des Mars-Ulator (von Augustus erbaut)
oder das Kolloseum (gebaut unter Vespasian und Titus)
aber auch Bauprojekte der römischen Kaiser, außerhalb Roms tragen den
imperialen Stempel:
die großen Bäder in Karthargo,
der Hadrians-und der Antonius Wall,
und Kaiser Konstantins neue Hauptstadt Konstantinopel das heutige
Istanbul.
Auch sind uns eine Vielzahl von Porträtbüsten erhalten, die uns die
Herren Roms als Individien vor Augen führen.
Auch ein faszinierender Aspekt ist die komplexe Rolle der Frauen im
Kaiserhaus als Mütter, Schwestern, Ehegattinen und Konkubien.Viele
von ihnen erlangten selbst historische Bedeutung:
Livia (Frau des Augustus, sie soll eine ganze Reihe von Nachfolgern, um
ihren Sohn Tiberius den Trohn zu sichern, ermordet haben).
Agrippina ( die Mutter Neros, sie wollte mittels ihres Sohnes über Rom
herrschen).
Und während des 3Jh. lenkten zwei syrische Prinzessinen die
Staatsgeschäfte während sich Kaiser Elagabal religiösen und sexuellen
Exzessen hingab.
In nahezu jeder Hinsicht haben Rom und seine Herren das Gesicht
Europas letztlich bis zum heutigen Rage geprägt und über die
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Renaissance auch der Welt von heute etwas von ihrer glanzvollen Ära
hinterlassen.
Die Anfänge des Imperiums:
Rom war schon lange ein Reich bevor es einen Kaiser bekam.Das Reich
mit seinen verschiedenen Territorien, einem Kerngebiet, das von den
eroberten Provinzen und Vasallenstaaten umgeben war, so gesehen
bestand das römische Imperium etwa seit dem 3Jh.v.Ch.
Noch im sechsten Jh.v. Chr. war Rom ein bloßer Stadtstaat unter der
Herrschaft von Etruskerkönigen gewesen.
Doch im Laufe der Zeit beherrschte Rom ganz Italien und hatte mit
Sizilien seine erste Überseeprovinz errungen.Bis zur Zeitenwende kamen
zahlreiche Eroberungen hinzu: Spanien, Syrien und Nah-Ost, Gallien,
Griechenland, u.s.w.
Und was die Überlieferung schon lange wußte wurde jetzt von
archäologischen Funden bestätigt:
Rom blickte schon auf eine 700 jährige Geschichte zurück, als der erste
Kaiser (Augustus) an die Macht kam.
In den ersten beiden Jh. wurde Rom von etruskischen Königen regiert,
deren letzterer Tarquinius Superbus um 510v.Chr. aus der Stadt
vertrieben wurde.
Rom wandelte sich zu Republik.
Doch die wechselnden Kräfte zwischen Volk(Populares) und
Senat(Optimares) hatten im letzten Jahrhundert der römischen Republik
zu ernsten Krisen geführt.
Während die führenden Köpfe, überwiegend Senatoren, teils die
aristokratische Klasse beführworteten, trachteten andere danach ihren
Einfluß mit Unterstützung der Volksmassen zu vergrößern.
Zur selben Zeit etwa waren die alten Verwaltungsformen für ein ständig
expandierenden Reich völlig überfordert und wirkungslos.
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Und die überwältigenden Erfolge des römischen Heeres verliehen einer
Reihe von Feldherrn bis dahin beispiellosen Einfluß:
erst Marius, dann Sullas, schließlich Pompeius und Julius Caesar.
Es schien als ließe sich der Frieden im Reich, erschüttert durch die
Privatfehden mächtiger Generäle, nur durch eine Zentralisierung der
Kräfte in einer Hand wiederherstellen.
Doch zuerst sollten andauernde Bürgerkriege folgen:
Um 50v. Ch. gipfelte die Rivalität zwischen Pompeius dem "Großen"
und Julius Caesar.Die sich vor wenigen Jahren zusammen mit Crassus
zum ersten Triumvirat zusammengeschloßen hatten.
Caesar hatte soeben die Eroberung Galliens siegreich abgeschlossen und
wußte eine mächtige Armee hinter sich.49.v.Chr. überquerte Caesar den
Rubikon und fiel in Italien ein.Pmopeius und seine Anhänger wurden bis
zum Balkan verfolgt, nachdem Pompeius bei der Schlacht von Pharsalus
nach Ägypten floh, ließ ihn Ptolemaios (XIII), der Bruder der Kleopatra
(VII) dort ermoden.
Caesar wurde Diktator, doch schaffte er es nicht ausreichenden Rückhalt
zu gewinnen.Am 15.März, den berühmten Iden des März fiel er einem
Attentat zum Opfer.
Draufhin entbrannte ein erneuter Bürgerkrieg, in dessen Verlauf die
Mörder, angeführt von Brutus und Cassius, vernichtend geschlagen
wurden.
Als Gewinner gingen Mark Anton und Octavian, Caesars Adoptievsohn
hervor.Sie schloßen sich zuammen mit Lepidus zum zweiten Trumvirat
zusammen.
Mark Anton erhielt die herrschaft über den Osten, Lepidus über Afrika,
Oktavian über den Westen.
Doch dieser hatte bereits die Vormachtstellung ins Auge gefaßt.Antonius
wußte sein Chancen nicht zu nutzen und unterlag ihm Jahre 31 v.Chr.,
trotz der Unterstützung seiner Geliebten Kleopatra, mit seiner Flotte bei
der Schlacht von Actium.
Caesars Ermordung jedoch hatte Okatvian vorsichtig gemacht vier Jahre
später erzielte er eine Einigung mit dem Senat, die ihm absolute Macht
verlieh.
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Unter dem neuen Namen "Augustus" wurde er der erste römische
Kaiser.Das Zeitalter der Imperatoren hatte für Rom begonnen.....
Die wichtigsten Quellen
von antiken Autoren:
Die meisten der antiken Autoren waren überwiegend Senatoren, die
Wächter der alten republikanischen Ordnung und Angehörige einer
Klasse, die unter den neuen kaiserlichen Verhältnissen schmerzhalft an
Bedeutung verloren hatte.
Als Historiker schwelgen sie in Schreckensbildern von
Dekadenz, Intrigen und Korruption und tun sich mitunter sichtlich
schwer auch einmal ein freundliches Wort für die Beschriebenen zu
finden.
Doch geht aus den Quellen auch hervor, daß zur Kaiserzeit, trotz
einzelner Exzentriker, das Reich in ruhiges Fahrwasser kam.
So darf man den manchmal übelgesinnten Berichterstattern nicht immer
wortwörtlich glauben schenken, denn in manchen Fällen schrieben sie
ihr Werke ohnehin lange nach den Ereignissen:
So ist der zeitliche Abstand eines Cassius Dio zu Augustus nicht
geringer als der eines modernen Biographen zu Napoleon.
Doch die wesentlichen Berichte von Kaiser Augsutus bis Konstantin
haben folgende römische Historiker überliefert:
TACITUS:
Der berühmteste Historiker der römischen Kaiserzeit ist Cornelius
Tacitus, er kam um 56n.Chr. in Norditalien oder Südgallien zu
Welt.Seine Karriere gipfelte im Konsulat des Jahres 97.Seine
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Hauptwerke sind die Annalen ( vom Tod des vergöttlichten Augustus an
und behandeln den Zeitraum von 14 bis 68) und die Historien (die den
Bericht bis zur Ermordung Domitians im Jahre 96 fortsetzten).Leider
sind nur die ersten Bücher der Historien erhalten und auch die Annalen
weisen große Lücken auf.
Tacitus betrachtet die Geschichte vom senatorialen Standpunkt, er
beklagt das Ende der Republik und den Aufstieg des Kaisertums.Siene
Schilderung ist lebhaft und detailliert, kann aber kaum als unparteiisch
gelten.Tacitus starb vermutlich in der Regierungszeit des Hadrian.
SUETON:
Gaius Suetonius Tranquillus, ein Freund des jüngeren Plinius (ebenfalls
ein antiker Schriftsteller), war Rechtsanwalt, bevor er zur Feder griff.Am
Hofe Trajans erhielt er einen hochrangigen Sekretärsposten, wurde
jedoch 122n Chr. von Hadrian entlassen, weil er der Kaiserin Sabina
gegenüber nicht die nötige Edikette gewahrt hatte.Suetons Hauptwerk:
Caesarenleben, ist eine Sammlung von zwölf Biographien die von Julius
Caesar bis Domitian reicht.Bei seiner priviligierten Stellung dürfte
Sueton Zugang zu den Staatsarchiven gehabt haben, und obwohl er
sichtlich Freude an Klatsch und Gerüchten hat, gelten seine Berichte im
allgemeinen als zuverlässig.
CASSIUS DIO:
Lucius Cassius Dio, war Bithynier und Sohn eines römischen Senators,
der als Statthalter von Kilikien und Dalamatien wirkte.Er ist um
160.n.Chr. geboren, wurde um 180 Mitglied des Senats und war in den
Jahren 205 und 229 als Konsul tätig.Seine umfassende Geschichte Roms,
von der nur wenige Kapitel erhalten sind, reicht von den Anfängen bis
Alexander Severus.
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Cassius Dio hielt die senatoren Würde hoch und tadelte unbarmherzig
jede kaiserliche Anmaßung.
HERODIAN:
Herodian wurde vermutlich um 175 in Kleinasien geboren und schrieb
eine Geschichte seiner Zeit vom Tod Mark Aurels bis zur
Thronbesteigung Grodians, die sich dadurch auszeichnet, daß die
Ereignisse in Rom während dieser Periode aus der Perspektieve des
Augenzeugen geschildert werden.Vieles, wenn nicht alles, könnte jedoch
anderen Berichten und Herodians Phantasie entstammen.Als kleiner
Beamter, der wohl in der Regionalverwaltung tätig war, ist Herodian frei
von der senatsfreundlichen Voreingenommenheit seines Zeitgenossen
Cassius Dio.
LAKTANZ:
Laktanz, eigentlich Lacantius, wurde um 250 n.Chr. in Afrika
geboren.Diokletian holte ihn als Rhetoriklehrer nach Nicomedia seiner
neuen Hauptstadt des Ostreiches.
Bald drauf bekehrte sich Laktnaz zum Christentum und während der
großen Christenverfolgung von 303 floh er in die Westprovinzen.
Dort schrieb er 314 sein Werk: Von den Todesarten der Verfolger.
Ein Abriß der Jahre 303 bis 313, der zeigen sollte, daß alle Kaiser, die
Christen verfolgen ließen, ein schlimmes Ende genommen hatten.
EUSEBIUS:
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Der christliche Historiker Eusebius war Bischof von Caesarea im
heutigen Israel und ein glühender Bewunderer des Kaisers
Kosntantin.Seine Kirchengeschichte ist die erste historische Darstellung
des Christentums, dessen Entwicklung er bis zum Sturz des Licinius im
Jahr 324 verfolgt.Der unversöhnliche Kritiker christenfeindlicher Kaiser
verfaßte eine schmeichelhafte Biographie Konstantins, nachdem dieser
337 verstorben war und starb selbst zwei Jahre später.
ZOSIMUS:
Zosimus war ein griechischer Höfling und Verwalter des
Staatsschatzes.Um das Jahr 500 schrieb er sein Werk, die Neuere
Geschichte, die im dritten Jahrhundert einsetzt.Da der Autor ein
überzeugter Heide war, bildet sein Bericht ein nützliches und
interressantes Gegengewicht zu den frühchristliches Historikern.Er sieht
die Ursache für den Fall des Westreiches in der Abkehr von den alten
Göttern und Traditionen.
Abriß einiger bedeutender Kaiser nach Augustus bis zur
zeit der Adoptivkaiser.
TIBERIUS:
Nach Sueton war Tiberius hellhäutig unt trug das Haar so lang daß es
sogar über den Nacken auf die Schultern fiel.
Tacitus hingegen schildert den Kaiser als vollkommen kahlköpfig, mit
Pickel und Furrunkel im Gesicht, die er meist mit Pflastern bedeckte.
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Natürlich wurde er weder mit Glatze noch Pickel porträtiert, wie diese
Büste aus dem Pariser Louvre zeigt.(Folie1)
Er war feist und kräftig gebaut und überragte den Durchschnitt.Mit
steifem, vorgebeugtem Nacken schwieg er die meiste Zeit, wechselte nie
oder nur selten ein Wort mit den Menschen seiner nächsten Umgebung.
All diese Sonderbarkeiten, die die Zeichen seiner unerträglichen
Arroganz waren, bemerkte Augustus sehr wohl und versuchte sie oft vor
dem Senat und dem Volk als angeborene Schwächen zu entschuldigen,
für die er nichts konnte.
Sueton:Leben des Tiberius.
Kaiser Tiberius ist eine rätselhafte Gestalt.Tacitus und Sueton haben ihn
als heimtückischen Diktator geschildert, der vor Blutvergießen nicht
zurückschreckte und ein abgesondertes, lichtscheues Leben auf Capri
führte, während Intrigen und Meuchelmorde Rom unsicher machten.
Doch statt als Erzschurke kann man in Tiberius genausogut einen
Menschen sehen der sich seinem Amt ganz einfach nicht gewachsen
fühlte.
Er ist ein Herrscher der das öffentliche Leben schon vor seiner
Thronbesteigung nach Kräften gemieden hat und seine besten Jahre nicht
als Politker in der Haupstadt sondern als Feldherr in Germanien und dem
Balkan verbrachte.Überdies war er schon 54 als er Kaiser wurde 67 als er
sich auf Capri zurückzog, 77 als er starb.
Sein Lebensweg verlief alles andere als glatt.
Tiberius wurde am 16 Nov. 42.v.Chr auf dem Palatin, damals ein nobles
Villenviertel geboren.Sein Vater war Tiberius Claudius Nero, ein
Mitglied der adligen Dynastie der Claudier, seine Mutter die berühmte
Livia Drusillis.Tiberius Vater hatte im Bürgerkrieg gegen Oktavian
gekämpft und mußte 40n.Chr nach Griechenland flüchten.Im folgenden
Jahr kehrte er nach Rom zurück und ließ sich von seiner Frau Livia
scheiden, damit Oktavian sie heiraten konnte.
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Binnen 12 Jahren war Oktavian Augustus geworden und Tiberius
plötzlich der Stiefsohn des Kaisers.
THRONFOLGE MIT HINDERNISSEN:
Obwohl Tiberius der Stiefsohn des Augustus war, war er damit nicht
automatisch der Erbe des Imperiums.
25.v.Chr bekam er sein erstes militärische Kommando als Offizier, dann
feierte er Erfolge im Partherfeldzug und wurde 16.v Chr als Statthalter
Galliens eingesetzt.
Zusammen mit seinem Bruder Drusus eroberte er neue Territorien im
Alpengebiet und Teilen Germaniens
.Seine militärischen Leistungen waren überragend, beim Partherfeldzug
des Jahres 30v. Chr gewann er die Feldzeichen zurück die 33 Jahre zuvor
die Legionen des Crassus bei Carrhae an den Fein verloren hatten.
Doch als er 13v.Chr sein erstes Konsulat erhielt währte die Freude nicht
lange.Augustus zwang ihn sich von seiner geliebten Gattin Vipsania
Agrippina (Tochter des Agrippa, 64-12 v.Chr, Staatsmann und Feldherr)
scheiden zu lassen, um des Kaisers verwitwete Tochter Julia zu heiraten.
Da auch Julia schon ein Auge auf Tiberius geworfen hatte schien alles
nach Plan zu laufen, doch die Zuneigung war einseitig, die Ehe ein
Katastrophe.
Tiberius war die meiste Zeit auf Feldzügen außer Landes, seine
exzentrische Frau war er endgültig leid.
Sueton berichtet:
er habe sich von seiner Frau abgestoßen gefühlt, doch konnte er sie
weder zurechtweisen noch wegjagen, obwohl er ihre Gegenwart nicht
ertrug.
Schließlich bat er Augustus und Livia sich aus der Öffentlichkeit
zurückzuziehen und ging ins freiwillige Exil.
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DER ERBE DES ZUFALLS:
Tiberius zog sich auf Rhodos zurück, wo er acht Jahre verbrachte, dann
wurde Julia wegen Ehebruchs verband, und Tiberius von ihr
geschieden.Schließlich wurde ihm gestattet nach Rom zurückzukehren.
Nun konnte Livia offen für die Interessen ihres Sohnes eintreten.Wie
Augustus über Tiberius dachte ist unklar.
Mit Sicherheit hielt er ihn für allzu streng und hölzern und als er ihn
schließlich adoptierte stellte er ausdrücklich fest:
"Dies tue ich aus Staatsnöten!" sein Stiefsohn schien ihn also nicht
gerade in Begeisterung zu versetzten.
Nach der Adoption kehrte er zu den Legionen am Rhein zurück.
Seine militärische Erfolge waren über jeden Zweifel erhaben, so gelang
es ihm weit ins germanische Gebiet vorzustoßen, einen Aufstand am
Balkan konnte er niederschlagen, doch in der Staatskunst fehlte es ihm
noch an Erfahrung.
Und da sich Augustus auch anscheinend nicht die Mühe machte ihn in
der Staatsführung untterichten zu lassen, war er auch schon wieder auf
dem Weg zum Balkan als er ans Sterbebett des Kaisers gerufen wurde...
DER NEUE KAISER:
Als Augustus am 19. August, 14n.Chr starb, war Tiberius der
unbestrittene Nachfolger.Obwohl frühere Herrscher wie Sulla, oder
Caesar die Macht nicht ererbt sondern mit Gewalt ansichgerissen hatten.
Durch die Adoption war Tiberius der Erbe des immensen
Privatvermögens des Kaisers, doch nun hatte der Senat zu entscheiden
welche Ehrentitel von Agustus auch Tiberius verliehen werden sollten,
da es mit der dynastischen Erbfolger verfassungsrechtliche Probleme
gab.
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Doch Tiberius griff nur zögernd nach der Macht, die Zurückhaltung
kränkte die Senatoren und Tiberius wollte jene Fiktion des Augustus
aufrechterhalten daß der Kaiser nur der erste Bürger des Staates war.
Und auch wenn die tatsächliche Machtverteilung nie zur Diskussion
stand unterstützte er somit die alte republikanische Traditon.
Als nächster mußter er sich mit den Legionen einigen, da diese einen
Treuschwur auf Augustus abgelegt hatten, und es erschien ihnen als
willkommene Gelegeheit für eine Solderhöhung.
Tiberius schickte seinen Sohn Drusus (aus erster Ehe mit Vipsania) um
die Anlegenheit zu klären, aber die Meuterei der Reihnarmee ließ sich
nur schwerlich niederschlagen.
TIBERIUS REGIERUNGSZEIT:
Während der ersten Regierungsjahre des Tiberius spielte dessen
Adoptievsohn Germanicus, und auch Drusus ein große Rolle.
Germanicus war nicht nur des Kaisers Adopitvsohn sondern auch der
Großneffe des Augustus, und stammte direkt von der julischen Linie
ab.Er heiratet schließlich Agrippina die ältere.
Hingegen war Tiberius Beziehung zu seiner Mutter Livia weit weniger
herzlich, und er bemühte sich ihren starken Einfluß auf die Politik zu
begrenzen.
Tiberius verweigerte ihr schließlich den Titel Augusta und das von ihr
erstrebte Liktorenamt.
Germanicus hingegen blieb bei der Reihnarmee und es gelangen ihm
einge erfolgreiche Feldzüge.
Doch der Gedanke die römische Grenze über den Reihn auszudehnen
war längst aufgegeben.
Und obwohl Sueton berichtet daß Tiberius neidisch auf die Erfolge des
Germanicus war, ist das wohl eher Propagande die zeigen soll daß
Germanicus einen besseren Kaiser abgegen hätte, da die unnützen
Expedition in germanisches Gebiet ohnehin nur kostspielig und zwecklos
waren.Tiberius beorderte seinen Adoptivsohn nach Rom zurück, im
folgenden Jahr wurde er Konsul.
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Damit galt Germanicus als vermeintlicher Nachfolger.
Als er schließlich auf dem Weg in die Ostprovinzen, in eine
Auseinandersetzung mit Gnaeus Piso, dem Statthalter Syriens geriet,
überschritt er bei einem ungenehmigten Besuch Ägyptens seine
Befugnisse.
Als Germanicus erkrankte und am 10.Okt. 19.n Chr. in Antiochia starb,
glaubte man, Piso habe ihn vergiftet.
Piso wurde verurteilt und zum Selbstmord gezwungen.
Doch man munkelte weiterhin daß Piso auf Befehl von Tiberius selbst
gehandelt habe.
Sueton preist Germanicus in den höchsten Tönen, sodaß er schon
übermenschlich erscheint.
"Man ist sich allgemein einig, daß Germanicus mit allen körperlichen
und geistigen Vorzügen so glücklich ausgestattet war, daß niemand an
ihn heranreichte.
Ein gutaussehender Mensch von unvergleichlicher Tapferkeit, in
griechischer und römischer Beredsamkeit hochgebildet und mit
einzigartiger Liebenswürdigkeit."
Sueton: Leben Caligulas.
In Wirklichkeit war Germanicus keineswegs so vollkommen.Er war der
Sohn von Drusus dem Bruder des Tiberius, von dem er 9.v Chr. adoptiert
wurde
Seine erste bedeutende Rolle spielte er, als er die Meuterei der
Reihnsarmee niederschlug. Im allgemeinen war seine militärische
Begabungn jedoch eher bescheiden.
Doch nach seinem Tod im Jahr 19. n.C. wurde er zum Volkshelden, auf
den sich alle beriefen, die mit Tiberius Regierung unzufrieden waren.
So wurde Tiberius eigener Sohn Drusus zum Kronprinz.
Er wurde Statthalter Pannoniens und ebenfalls hatte er das Konsulat
inne.Aber auch er fand ein vorzeitiges Ende und starb mit Ende 30, im
Jahr 23 in Rom.Es sollte sich später heraustellen daß er von seiner Frau
Livilla vergiftet worden war.Sie hatte zusammen mit ihrem Liebhaber,
Sejanus dem Päfekten der Prätorianergarde, ein Komplott geschmiedet.
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DIE INTRIEGEN DES SEJANUS:
Der Mord an Drusus ist nur eines der Verbechen die Sejanus angelastet
werden.Und nach dem Tod des Thronfolgers begann er sich mit der
Forderung, Livilla zur Frau haben zu wollen, ganz offen am Ränkespiel
zu beteiligen.Obwohl er seine Heiratspläne nicht verwirklichen konnte
wuchs sein Einfluß bei Hof beträchtlich, als Tiberius Rom verließ und
nach Campanien ging.27. n.Chr übersiedelte der Kaiser schließlich auf
seine Residenz in Capri und kehrte nie wieder in die Hauptstadt zurück.
Da nun Sejanus über den kaiserlichen Terminkalender bestimmte, und
Tiberius keinerlei Überblick über die Vorgänge im Senat hatte,
verschaffte er sich eine beispiellose Vormachtstellung.
Die Beziehung zwischen Tiberius und seiner Mutter Livia waren nach
wie vor frostig.Der Konflikt mit ihr war mitunter einer der Gründe
weshalb er Rom verließ.
Als sie schließlich im Jahr 29, im hohen Alter von 86 starb, blieb der
Sohn dem Begräbnis fern, verweigerte der Toten die Vergöttlichung und
ignorierte ihr Testament.
Inzwischen ging Sejanus daran alle möglichen Rivalen auszuschalten.So
wurde Agrippina, die Witwe des Germanicus verhaftet, auf das Eiland
Pandateria verbannt und so schrecklich verprügelt daß sie dabei ein Auge
verlor.
Auch ihr Sohn Drusus wurde im Palast eingekerrkert, wo man ihn
verhungern ließ, in seiner Not versuchte er sogar die Füllung seiner
Matratze zu essen.
Wahrscheinlich plante Sejanus tatsächlich die kaiserliche Macht an sich
zu reißen.Doch Tiberius, der von der Antonia, seiner Schwägerin,
gewarnt wurde, zögerte nicht Sejanus endgültig auszuschalten.
Tiberius schaffte sich einige Komplizen innerhalb der Prätorianergarde,
und ließ den völlig überaschten Sejanus mitten während einer
Senatssitzung aus dem Saal zerren.Sejanus wurde kurz darauf
umgebracht.
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Ebenfalls seine Familie, seine Anhänger wurden aufgestöbert und mit
einer selbst für die Zeitgenossen unfaßbaren Grausamkeit zur Strecke
gebracht.
DER KAISER GANZ PRIVAT:
Wie bei vielen seiner späteren Amtskollegen kam es auch bei Tiberius im
Laufe der Jahre zu einem Wandel im persönlichen Verhalten.Anfangs
war Augustus sein Vorbild gewesen und er hatte regelmäßig die
Senatssitzungen besucht, großzügige Stiftungen und Schenkungen
unterm Volk verteilt.
Doch es fehlte ihm an der Offenheit des Augustus, zur Geselligkeit hatte
er weder Neigung noch Talent, was ihm den Ruf einbracht, steif und
arrogant zu sein.
Die Abneigung gegen Tiberius verbreitete sich unterm Volk als er in
späteren Jahren nicht mehr gewillt war, verschwenderische und
blutrünstige Spiel auszurichten.So war er der einzige Kaiser dem es
gelang die Munera (Gladiatorenspiele) in Rom drastisch einzuschränken.
Tiberius wachsende Scheu vor der Öffentlichkeit gipfelte schließlich in
seiner Übersiedlung nach Capri, wo er sich mit Sterndeutern umgab und
seinen literarischen Neigungenfrönte, die schon immer eines seiner
liebsten Steckenpferde gewsen waren.
So schrieb ein Zeitzeuge, daß die Reden die er in den Anfangsjahren
seiner Regierung vor dem Senat hielt "durch schwülstige Manierismen
und Pedanterie" oft schwer verständlich waren, die latneische
Sprache/Schrift wollte er reformieren.Er beherrschte auch griechisch
flüssig und verfaßte Verse im Stil seiner griechischen Lieblingsdichter.
Doch Tiberius wurden auf seiner abgeschiedenen Insel noch ganz andere
Sachen nachgesagt.
Schon von Augustus wurde Capri als kaiserlicher Sommersitz genutzt.
Sueton beschreibt die Insel so:
Nachdem er Campanien durchquert hatte begab er sich auf die Insel
Capri, welche ihm besonders gefiel, weil sie nur einen einzigen,
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obendrein schmalen Anlegeplatz besaß und sonst ringsum steil
abfallende, hohe Felswände und von tiefem Meer umgben war.
Hier verbachte Tiberius seine letzten 10 Jahre, seinen Luxuriösen Palast,
der mit allen Komforts von heißen Thermen bis zu einem Speisesall mit
Meerblick ausgestattet war, ließ er an der zerklüftete Ostküste erbauen.
Doch dies alles ließ die Gerüchtekche erst so richtig prodeln.
Man sagte ihm allgemein sexuelle Perversionen nach, die er auf Capri
auslebte.Nach Sueton soll er selbst Kleinkinder nicht geschont haben und
"er ließ noch nicht entwöhnte Säuglinge an seinem Glied saugen wie an
der Mutterbrust, was ihm sowohl seiner Veranlagung wie seines Alters
wegen besonderes Vergnügen bereitete"
Die Abgeschiedenheit in der er lebte begünstigten solche Gerüchte, die
ihn als greisen Lustmolch erscheinen ließen, doch sind diese
Ausschweifungen sehr zweifelhaft und unglaubwürdig.
SENAT UND REICH:
Der Regierungsstil Tiberius zeichnete sich durch seine Lässigkeit aus, er
behielt die Fäden in der Hand, ohne sich wegen jeder pingeliegen
Kleinigkeit einzumischen.Die fermeintliche Freiheit die er den Senatoren
ließ, dann aber doch die egentliche Entscheidungsgewalt für sich
beansprucht brachte ihm oft dem Vorwurf der Heuchelei ein.
Doch er war auch zu entschlossenem Handeln fähig, wenn ein Statthalter
seine Befugnisse überschritt, oder ein Krisensituation ausbrach.So
bewilligte er den Römern eine großzügige Katastrophenhilfe, als die
Stadt von verheerenden Großbränden heimgesucht wurde.
In spätern Jahren sah er sich jedoch gezwungen die Steuern zu erhöhen.
Besonders problematische war seine Beziehung zum Senat.Doch obwohl
er die Kooperation des Senats suchte, kam es im Lauf der Zeit zu einem
immer größeren Zerwürfnis.
Das wachsende Mißtrauen des Kaiser gegenüber dem Senat führte in zu
einer Serie von Hochverratsprozessen, die seine letzten Regierungsjahren
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als Schreckensherrschaft erscheien lassen.So reichten die haltlosesten
Verleumdungen für ein Todesurteil.
So wurde ein angesehener Konsul hingerichtet der mit einer Münze (die
natürlich das kaiserliche Portrait trug) in der Tasche aufs Klo gegangen
war.
Tiberius beschuldigte ihn:
"Mit meiner Münze im Gewande, hast du dich auf den ekelhaften,
stinkenden, Abort begeben und dein Geschäft verreichtet!"
ALTER UND TOD
Während in Rom die Hochverratsprozesse Angst und Schrecken
verbreiteten, sonnte sich Tiberius in seinem Alterssitz auf Capri.Wilde
Gerüchte kursierten über seine homosexuellen Praktiken, die er
angeblich mit Scharen von halbwüchsigen, den sogenannten
Strichjungen, trieb.
Es hieß, die Schlafzimmer seien mit erotische Wandmalereien und
Skulpturen dekoriert um seine Bettgefährten anschaulich zu
demonstrieren, was von ihnen verlangt wurde.
Das meiste davon ist wohl nachträglich erfunden und dazugedichtet, man
bedenke daß Tiberius zu dieser Zeit schon weit über 70 war, doch es
zeigt wie sehr der alte Mann mittlerweile in Verruf gekommen war.
Die Thronfolge war noch immer ungeklärt.
Doch wurde schließlich der 20jährige
Gaius (Caligula), der Sohn des Germanicus
als Kronprinz auserkoren, da Tiberius den Sohn des Drusus verdächtigte
daß er womöglich nicht sein Enkel sondern Livillas Seitensprung mit
Sejanus entstammte.
Tiberius wurde zu Beginn des Jahre 37, auf einer Reise durch
Campanien krank.Typischerweise versuchte er die Krankheit mit
zusammengebissenen Zähnen zu ignorieren, doch streckte sie ihn
schließlich doch auf das Krankenlager.Am 16.März starb er im Alter von
77 Jahren.Tacitus erzählt einer abenteuerliche Geschichte, wie Tiberius
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schon für tot gehalten wurde und Caligula ihm den Siegelring abstreifte,
um als neuer Kaiser ausgerufen zu werden.
Dann aber soll sich der Kaiser noch einmal erholt und etwas zu essen
verlangt haben.Caligula war entsetzt, doch der Prätorianerführer Macro
eilte geflissentlich ans Sterbebett und erstickte den Alten mit einem
Kissen.
Die Todesnachricht wurde keinefalls mit Kummer aufgenommen.
Und Obwohl einige Verlangten den Leichnam wie den eines gemeinen
Verbrechers in den Tiber zu werfen, sorgte Caligula für die
standesgemäße Überführung nach Rom wo er eingeäschert und im
Mausoleum des Augustus beigesetzt wurde.
Doch kam es nacher werder zur Vergöttlichung des Toten, noch zur
Verdammung seines Andenkens.Das zweideutige Ende eines
wiedersprüchlichen Lebens.
CALIGULA:
Caligulas Eitelkeit kontrastierte mit seinem häßlichem Äußeren und dem
schütteren Haar.In den erhaltenen Protraits, wie dieses aus dem
Louvre(Folie2), wurden natürlich beide Schönheitsfehler sorgfältig
retuschiert.
Sueton, Leben des Caligulas:
Er war von hohem Wuchs, extrem blasser Gesichtsfarbe und unförmiger
Gestalt, sein Hals war dünn, Augen und Schläfen eingefallen, die Stirn
breit und finster, das Haar dünn und auf dem Scheitel gänzlich gelichtet,
der übrige Leib jedoch stark behaart.
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Deshalb galt es als Kapitalverbrechen von oben auf ihn herab zusehen,
wenn er vorüberging, oder in seiner Gegenwart aus irgendeinem Grund
das Wort "Ziege" auszusprechen.
Von Kaiser Gaius den man gemeinhin unter dem Namen Caligula kennt
hat uns die Geschichtsschreibung kein freundliches Bild überliefert, was
er auch kaum verdient hätte.
Er war ein launischer junger Mann, brutal, unsicher und hypernervös,
doch von wachem Verstand und seiner Familie treu ergeben, aber das ist
auch schoon das Beste was sich von ihm sagen läßt.
Ob er verrückt, oder ein übler Charakter war hängt davon ab wie weit
man den Überlieferungen vertraut.
Spiegeln die Ansichten Suetons und Cassius Dio tatsächlich nur die
Ansichten des Senats wieder?
Sicher ist daß Caligula zu grausamen Scherzen neigte, doch war vieles
davon leere Prahlerei und bloßes Theater.Dennoch gewinnt man den
Eindruck der dritte Kaiser Roms sei ein gefährliches, abstoßendes und
zum Größenwahn neigendes Individium gewesen.
KINDHEIT:
Gaius Germanicus kam am 31. Aug. 12.n.Chr. in Antium zur Welt, rund
40km südlich von Rom.Sein Vater war der berühmte Germanicus, Neffe
des Kaisers Tiberius.Caligulas Spitzname stammte von einem
Soldatenschuh und heißt übersetzte soviel wie "Stiefelchen!"Der kleine
Gaius war erst 2 Jahre, als er einer Anekdote zufolge im Lager der
Reihnarmee, wo er zusammen mit seiner Mutter kurzfriestig als Geisel
genommen wurde.Die feindlichen Soldaten sollen vom Anblick des
kleinen im Mini-Waffenrock und der Mini-Stiefel so begeistert gewesen
sein, daß sie sich anscheinend freiwillig ergaben.Die Geschichte wurde
später reichlich ausgeschmückt.
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Doch Caligula selbst verabscheute diesen Spitznamen und als Kaiser
bestrafte er jeden der ihn benutzte, aber seinen wirklichen Namen konnte
er freilich ebensowenig leiden.
Sein Vater Germanicus, genoß vor seinem geheimnisumwittertem Tod
im Jahre 19, beträchtliches Ansehen und galt als Volksheld, was sich
Caligula später zunutze machte.
Doch Caligula hatte 5 ältere Brüder und es sah nicht aus als würde er der
Kaisererbe werden, und drei Schwestern zu denen er ein inniges,
möglicherweise allzu inniges Verhältnis entwickelte.
Seine Kindheit war überschattet vom Schicksaal seiner Mutter Agrippina
und seinen beiden Brüdern, sie wurden die Opfer der Intrigen des
Sejanus, und ihr Tod muß Caligula schwer getroffen haben.Er sicherte
sich schließlich die Freundschaft mit Tiberius und so eine Chance zur
Nachfolge.Caligula war 18, als Tiberius nach Capri zog, und als der
greise Kaiser im Jahre 37 das zeitliche segnete sorgte der
Prätorianerprefekt Macro für den reibungslosen Machtwechsel.
EIN VIELVERSPRECHENDER ANFANG:
Caligulas Thronbesteigung wurde von allen Römern jubelnd begrüßt,
sogar vom Senat.Er wurde mit den üblichen Machtbefugnissen
ausgestattet und die Knauserei unter Tiberius schien vorbei, der
jungendliche Monarch sollt alle Hoffnungen erfüllen, die sein Vater
Germ. verkörperte.
Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin die Asche seiner
Mutter und des Bruders nach Rom bringen zu lassen und sie im
Mausoleum des Augustus beizusetzen.
Seinen Onkel Claudius machte er zum Konsul und seine Großmutter
genoß dieselben Privilegien wie Livia.
Doch damit war die Familienidylle auch schon zuende.
Doch die sonnigen Aussichten wurden nicht weiter getrübt, Calig. stellte
die Hochverratsprozesse ein unt teilte großzügige Geschenke unterm
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Volk und den Gardisten aus um sich einzuschmeicheln, nichts deutete
auf das Kommende hin.....
ENDE DER SCHONZEIT:
6 Monate nach seiner Thronbesteigung wurde Cal. schwer
krank.Womöglich erlitt er einen Nervenzusammenbruch, aber es könnte
auch ein körperliches Leiden gewesen sein, da er als Jugendlicher
epileptische Anfälle gehabt haben soll.
Später litt er dann unter Schwächezuständen, Panikattacken und
Schlaflosigkeit, dem zeitgenössischen Klatsch zufolge alles
Nachwirkungen eines allzu potenten Liebestranks.
Laut Sueton schlief er nachts nur 3 Stunden und wurde von gräßlichen
Alpträumen geplagt.Er sei stattdessen im Palast umhergewandelt und
habe wirres Zeug vor sich hingestammelt.
Mit seiner Genesung einige Wochen später, war die Schonfrist für die
Römer vorbei.
Manche glauben seine Krankhei habe zu geistiger Verwirrung und
Wahnvorstellungen geführt.
Caligula fürchtete an allen Enden und Ecken Intrigen gegen ihn und
glaubte man würde nach seinem Leben trachten.Er schien zur Einsicht
gekommen daß auch er ersetzlich sei und andere nur darauf warteten
seine Stellung einzunehemen, Gamellus, und auch der Prätorianer prefekt
Macro, der ihm eigentlich erst zur Macht verholfen hatte, wurden
gezwungen Selbstmord zu begehen.
EHEFRAUEN UND SCHWESTERN:
Das folgende Jahr brachte dem Kaiser einen schweren persönlichen
Verlust:Seine Schwester Drusilla starb.
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Es ist einer Ironie des Schicksals, daß Caligula mit eben dieser Schwester
des Inzests besschuldigt wurde.Sueton berichtet er sei als Teenager mit
Drusilla im Bett ertappt worden.Das mag eine Erfindung sein, aber
Drusilla war in der tat Caligulas Lieblings- Schwester, und als sie im
Jahr 38 starb, befahl er sofort ihre Vergöttlichung und es wurde eine
öffentlich Trauerperiode ausgerufen, während der Herrscher Rom verließ
und Trost auf einer Campanienreise suchte, um den schweren Schock zu
überwinden.
Neben den zwei weiteren Schwestern, die im folgenden Jahr verbannt
wurden, weil sie zusammen mit Drusillas Witwer eine Verschwörrung
angzettelt hatten, gab es weitere vier Ehefrauen:
Claudia die er 33n. geheiratet hatte, die aber bald darauf im Kindbett
starb.
Livia Orestilla, die schon verlobt war als Caligula mitten in die
Hochzeitsfeierlichkeiten platzte und um Livia für sich selbst zu
beanspruchen, doch zwei Monate später hatte sie ebenfalls ausgedient
und
Lollia Paulina trat an ihre Stelle, aber auch diese Ehe wurde bald
geschieden.
Mit seiner 4 Frau hatte Cal. mehr Glück. Milonia war zwar ein paar Jahr
älter als er, hatte aber schon eine Probezeit als seine Geliebte absolviert.
Sie schenkte schließlich einer Tochter daß Leben, die wie könnte es
anders sein, im Gedenken an Cal.s Schwester den Namen Drusilla
erhielt.
THEATER UND SPIELE:
Eine der berüchtigsten Geschichten über Cal. betrifft sein Lieblingspfer
Incitatus.Das Tier wurde in luxuriöser Umgebung gehalten:
ein Stall aus Marmor, Krippe aus Elfenbein, Purpurne Decken,
edelsteinbestztes Zaumzeug.Gäste wurden in seinem Namen zum Diner
eingeladen und dem Pferd selbst wurde an der kaiserlichen Tafel Hafer
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aus goldenen Schüssel kredenzt.Einmal äußerte er sogar er wolle
Incitatus zum Konsul machen.
Caligula soll sogar eine Brücke über die Bucht von Neapel errichtet
haben lassen, um prunckvolle, verschwenderische Wagenrennen
auszurichten.Natürlich war er selbst der Haupdarsteller und preschte mit
einem Streitwagen, unter dem Jubel der Menge dahin.Das extravagante
Schauspiel muß Unsummen gekostet haben, doch paßt es ins Bild wenn
man sie mit seiner Angewohnheit vergleicht, in Essig ausgelößte Perlen
zu trinken oder Spritztouren in juwelenbesetzten Purnkbooten zu
unternehmen.
DER WEG IN DIE TYRANNEI:
Bei so teuren Vergnügen war das immense Erbe das ihm Tiberius
hinterlassen hatte, bald aufgebraucht.Doch der Kaiser behalf sich dem
bewährtem Mittel der Erpressung: er erhob neue Steuern, darunter eine
für Prostitution, und er soll angeblich sogar selbst ein Bordell eröffnet
haben um sich zu bereichern.
Und zu allem Überfluß konfiszierte er unter fadenscheinigen Vorwänden
das Vermögen fremden Erbguts.
Auch die Beziehung zum Senat verschlechterte sich.
Schließlich gab es die ersten Schwierigkeiten als er beide Konsulen aus
dem Amt jagte, vermutlich waren sie and der Verschwörung der beiden
Schwestern Cal.s beteiligt.Ebenfalls beteiligt war der ehemalige Mann
der verstorben Drusilla, während er hingerichtet wurde, verbannte Cal,
die beiden Schwestern auf die Pnotischen Inseln.
FELDZUG NACH GERMANIEN:
Im Jahr 39, verließ Cal. Rom und zog nach Norden, er plante nichts
geringeres als dier Eroberung Britanniens, wofür er extra zwei neue
Legionen rekrutiert hatte.
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Doch lag das Scheitern seines Vorhaben nicht allein am Kaiser, obwohl
Cal., kein sonderlich talentierte Feldherr war.
Entscheident war die schlechte Disziplin der Reihnarmee, und die
Inkompetenz ihres Kommandanten, dieser wurde des Verrats angeklagt
und hingerichtet.Im Jahr darauf erreichte Cal selbst den Reihn, und
ernannte den späterne Kaiser Galba zum Befehlshaber
Obergermaniens.Es gelangem ihm zwar einige Vorstöße in germanisches
Gebiet, doch ein großer Sieg blieb aus.
Cal. marschierte mit seinen Truppen zur Kanalküste und befahl seinen
Männern Seemuscheln zu sammeln, doch die Invasion Britanniens blieb
aus, das Risiko schien ihm wohl zu groß.
Verbittert, entäuscht und zerknirscht kehrte der Kaiser im Jahr 40 nach
Rom zurück.Seine Laune war unerträglich und das verhieß vorallem für
die Senatoren nichts Gutes.
DER LEBENDE GOTT:
Während der letzten Monate seiner Regierung ließ sich Cal. als Gott
verehren.In den Ostprovinzen war der Kaiserkult schon längst an der
Tagesordnung, doch in der Hauptstadt wurde diese Frevelei nicht gerne
gesehen.
Er weihte sich selbst einen Tempel auf dem Palatin und verlangte
angesehenen Bürgern hohe Summen ab, für die Ehre ihm als Priester
dienen zu dürfen.
Nach Sueton soll er sich in " aller Öffentlichkeit, zuweilen mit
Frauenkleidern und weibischen Halbschuhen, manchmal mit
vergoldetem Bart, Blitz und Dreizack in den Händen, oder sogar nackt,
als Venus selbst kostümiert" gezeigt haben.
Tacitus berichtet daß er Zwiesprache mt den Göttern hielt "So pflegte er
des Nachts unablässig mit einem Standbilds Jupiters zu sprechen:
"Erhebe dich zu mir!" sprach er "oder sonst erhebe ich dich!"
Ob Cal. selbst all diesen Unsinn glaubte sei dahingestellt.So soll er
einmal seine Höflinge gefragt haben ob sie die Göttin Luna (Göttin des
Mondes) denn auch sehen könnten,
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doch diese wagten es nicht aufzublicken und entgegneten im
Flüsterton:"Nur ihr Götter vermögt einander zu erblicken!"
Dies klingt wie ein sorgsam inszinierte Witz.Weit weniger ironisch war
sein Befehl den Tempel Jerusalems zu einem römischen Heiligtum
umzuwandeln, doch bevor es dazu kam war Cal. schon tot.
DAS ATTENTAT:
Gegen Ende des Jahres 40 hatte Cal., durch seine Launen und
Grausamkeiten nahezu alle Anhänger verloren.
Noch vor Jahresende deckte er eine weitere vermeintliche Intrige auf und
ließ Senatoren hinrichten.
Doch der Anschlag auf ihn war schon längst in Vorbereitung....
Hauptbeteiligt waren zwei Offiziere der Prätorianergarde, hinter ihnen
standen noch mächtige Hofbeamte und einflußreiche Senatsmitglieder.
Das Attentat sollte am letzten Tag der palatinische Spiele stattfinden,
denn bei solchen Gelegenheiten, denen der Kaiser meist beiwohnte, war
es üblich daß er sich sich zum Mittagessen und einem Bad zurückzog,
bevor er dann wieder am Schauspiel teilnahm.
Der Plan sah vor, ihn zu überfallen, wenn er das Theater verließ, doch
Cal. zögerte an diesm Tag die Pause hinaus, weil er nach einer
ausschweifenden Nacht an einer Magenverstimmung litt.Schließlich
überredeten ihn die Senatoren, die in den Mordplan eingeweiht waren,
und in einem engen Korridor wurde er umgebracht.
Laut einem Bericht stieß ihm einer der Verschwörer ins Genick ein
anderer versetzte ihm einen Stoß in die Brust, er fiel zu Boden krümmte
sich vor Schmerz und starb unter unzähligen Hieben....
Seine Gattin und kleine Tochter wurden ebenfalls ermordet.Einem seiner
Sklaven gelang es den Leichnam zu bergen und die Überreste zu
verbrennen.Als Cals. Schwestern aus der Verbannung entlassen wurden
ordneten sie eine förmliche Bestattung an und ließen ihn im Augustus
Mausoleum beisetzten.Obwohl seine Statuen gestürzt und sein Name aus
den Chroniken gestrichen wurde, war die Erinnerung an Caligula nicht
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so leicht auszuradieren, und so wurde er zum verrückten Tyrannen, an
dessen üblen Ruf nur noch Nero heranreichte....
NERO:
Sueton beschreibt Nero als jemanden, "der seine Haare zu Locken legen
ließ" eine Beschreibung, die genau zu dieser Marmorbüste aus dem
britisch Museum paßt(Folie3).Diese Friusur war eine direkte Anleihe
von hellinistischen Königen, z.b den Ptolemäern, zu denen auch
Kleoptatra (VII) gehörte.Die individuellen Gesichtszüge sind ebenfalls
ein Bruch mit der Tradition der julisch-claudischen Dynastie und Nero
ist der erste Kaiser, den wir auf Portraits leicht wiedererkennen.
Er war von mittlerer Größe, sein Leib mit Flecken übersät und
übelrichend, sein Haar lichtblond.....
Seine Gesundheit war eisern, denn obwohl er sich den wüstesten
Ausschweifungen hingab, wurde er insgesamt nur dreimal krank in den
14 Jahren seiner Amtszeit.
Sueton: Leben des Nero
Denn Nero hat den Rest seiner Tage so schändlich zugebracht, daß es
peinlich und ekelhaft ist, die Exestenz eines solchen Menschen
überhaupt festzuhalten, ganz abgesehen davon daß er über den Erdkreis
herrschte...
Aurelius Viktor: Buch der Caesaren
Nero ist derjenige römische Kaiser, den jeder von uns kennt.Romane und
Hollywoodstreifen haben ihn als Scheusal dargestellt, als einen
zügellosen Tyrannen, der Rom niederbrennt, weil es an Platz für sein
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Landhaus fehlte, der seine Gegner foltern und töten ließ und ein
extravagantes Leben führte.Die historische Wahrheit hinter diesem
Zerrbild ist komplizierter.
Doch war Nero tatsächlich ein kaltblütiger Mensch, der zwei Gattinen,
einen Stiefbruder und die eigene Mutter auf dem Gewissen hatte und
zahllose andere ins Exil den Selbstmord oder den Tod in der Arena trieb.
Aber zugleich war er ein Förderer der Künste, und seine ersten 5
Amtsjahre erscheinen im Rückblick als goldene Ära einer aufgeklärten
und maßvollen Regierung.
Geboren wurde Nero am 15. Dez. 37.nChr. in einer kleinen italienischen
Küstenstadt namens Antium.
Sein Vater stammte von einer führenden Familie der alten Republik
ab.Doch es war seine Mutter auf die sich seine Machtansprüche beriefen.
Agrippina war die Tochter des Germanicus und die Schwester
Caligulas.Neros Vater starb als er noch ein Junge war, und seine Mutter
Agr. wurde von Caligula auf die Pontischen Inseln verbannt, doch als im
Jahre 41 Claudius den Thron bestieg wendete sich das Geschick der
Familie.Der Kaiser hohlte A. aus der Verbannung zurück und heiratete
sie schließlich, Nero wurde von Claudius adoptiert.Im Jahre 51 ernannte
er ihn zu seinem Thronerben und verheiratete ihn mit seiner leiblichen
Tochter Oktavia.Wahrscheinlich war die Adoption und die Einsetzung
als Thronerben eher auf Agr.s Bestreben hin geschehen, zumal Claudius
immerhin einen leiblichen Sohn hatte.
Als Claudius im Jahre 54 starb, oder besser gesagt von Agr. vergiftet
wurde, trat der 16jährige Nero ohne nennenswerten Widerstand die
Nachfolge an.
DIE FRÜHEN JAHRE:
Unter dem neuen Kaiser lief zunächst alles gut.Nero hielt schleimende
Reden vor dem Senat und stiftete enorme Geldsummen.Den Senatoren
sollten wieder mehr politischer Einfluß gewährt werden, und die Freiheit
ihre Meinungen zu äußern.Diese Regierungserklärung stammte aus der
Feder Senecas, einem renommierten Philosophen der stoischen Schule.
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
SENECA:
Lucius Annaeus Seneca, war einer der führenden Philosophen seiner
Zeit.Geboren im spanischen Cordoba 1v. Chr., kam er in seiner Jugend
nach Rom und wurde in Hofkreisen bald ein geschätzter Mann, bevor in
Claudius, wegen einer angeblichen Affaire mit einer Schwester Caligulas
verbannte.49. wurde er zurückgeholt und zum Lehrer Neros ernannt.Er
blieb einer seiner wichtigsten Ratgeber bis man ihn im Jahre 65 der
Teilnahme an einer Verschwörung bezichtigte und zum Selbstmord
zwang.Sen. schrieb eine Anzahl von moralischen Dramen und
philosophischen Essays.
Seneca:Über die Todesfurcht
Gleich von Geburt ab wirst du zum Tode geführt.Mit solchen Gedanken
möchten wir uns tragen, wenn wir in voller Seelenruhe jene letzte Stunde
erwarten wollen, deren gefürchteten Eintritt, alle übrigen Stunden
unruhig macht....
Senca: Über das Wesen der Philosophie
Die Philosophie lehrt handeln,nicht reden, sie fordert, daß jeder getreu
seinem inneren Gesetz lebe, daß das Leben mit der Wahrheit nicht im
Wiederspruch stehe....
Doch trotz Senacs Unterstützung gab es auch für Nero ein
Problem:Britannicus, er war der leibliche Sohn des Kaisers Claudius und
ein mächtiger Rivale, da viele ohnehin nicht begreifen konnte, wie es
Nero überhaupt gelungen war an die Macht zu gelangen.
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Es überascht daher nicht daß Br. wenige Monate nach seinem Vater
ebenfalls vergiftet wurde.Als Br. beim Essen zusammenbrach behauptete
Nero er habe einen epileptischen Anfall und ließ die Leiche wegschaffen
um sie zu verbrennen...
UNTATEN;VERGNÜGUNGEN;LEIDENSCHAFTEN:
Von allen Verbechen die aus Neros Amtszeit ist der Mord an seiner
Mutter Agr. der bekannteste:
Agr. hatte enoremen Einfluß auf ihren Sohn und versuchte über ihn
selbst zu regieren.Anfangs begegnete er ihr mit Ehrerbittung, und es gab
sogar Gerüchte wonach A. ihn verführt habe um Nero noch stärker in der
Hand zu haben.
Doch beschloß Nero, der seine machtgierige Mutter leid war, sie
endgültig zu beseitigen.Gift kam dafür nicht in Frage, denn Agr. ahnte
die Gefahr und traf entsprechnde Vorsichtsmaßnahmen. Daher verfiel
Nero darauf, einen "Unfall" auf See zu inszenieren.
Doch als die Todesfalle nicht ganz so wie geplant zuschnappte und das
Schiff kenterte, war Agr. noch am Leben, doch sie war eine gute
Schwimmerin und konnte sich ans Ufer retten, auch die Flucht in eine
Privatvilla gelang.Nero sandte Soldaten aus Um ein Ende mit ihr zu
machen.
Es wird berichtet ein Wahrsager habe ihr einst propjezeit, daß Nero
zuerst Kaiser werden und dann seine Mutter töten würde, worauf Agr.
geantwortet hat:
"Soll er mich doch töten wenn er nur regiert!"
Doch blieb diese Untat nicht Neros einzige.
Gerüchten zufolge machte der Kaiser nach Einbruch der Dunkelheit die
Straßen unsicher, zog mit seinen Spießgesellen durch die Tavernen,
raubte Passanten aus, belästigte Frauen und plünderte Läden und
Marktstände.Außerdem warf man ihm sexuelle Exzesse vor von denen
seine "Hochzeiten" mit
seinen homosexuellen Liebhabern Pythagoras und Sporus am
berühmtesten sind, letzterer war ein Knabe den er hatte kastrieren lassen.
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Man munkelte Nero habe dei Sporus den Ehemann bei Pyt. die Frau
gespielt.
Ebenso unerfreulich war in den Augen der Zeitgenossen, seine Liebe zur
Musik.Er angaierte einen der bedeutendsten Lyraspieler als Lehrmeister
und gab Privatvorstellungen für Freunde, bei denen er seine eigenen
Kompositionen sang und sich dazu auf der Lyra begleitete.
Sein Debüt vor öffentlichem Publikum wagte er erst einige Jahr später,
und auch nicht in Rom.
Doch das Konzert stand unter keinem günstigen Stern, daß Theater
wurde von einem Erdstoß erschüttert und stürzte kurz darauf ein, Nero
konnte in letzter Sekunde gerettet werden.
Im nachhinein sind seine künstlerischen Fähigkeiten schwer zu
schätzen.Sueton beschreibt seine Stimme als schwach und heiser,
Cassius Dio nennt sie schrill und monoton.Als Nero ein Jahr später in
Rom auf der Bühne stand, war das Volk nicht gerade begeistert ihren
Herrscher in Frauenkleidern zu sehen (er trug ein Lied aus der Rolle der
Niobe vor), wie er laut krächzend vor der Menge herumtänzelte, so
stellte man sich keinen Machthaber vor.....
OKTAVIA UND POPPAEA:
Im Jahre 58 verliebte sich Nero leidenschaftlich in eine Hofdame von
großer Schöhnheit:Poppaea Sabina.
Doch es gab ein Problem, nicht nur er sondern auch Poppaea war
verheiratet.Pop.s Mann war:
Marcus Otho, der später sogar kurzfristig Kaiser wurde, und einer der
engsten Freunde Neros war, wurde kurzerhand nach Lusitanien als
Statthalter geschickt.
Während Pop, mit dem Kaiser das Bett teilte.
Doch Nero war noch immer mit Okatvia der Tochter des Claudius
verheiratet.Schließlichj hielt er seine Position für gefestigt und ließ sich
von Okt. scheiden, diese wurde zuerst nach Campanien geschickt, dann
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unter fingiertem Vorwand auf die Insel Pandateria verbannt, wo sie einen
gewaltsamen Tod fand.
Der Gipfel war, daß ihr Kopf nach Rom gesandt und Pop.
zu Füßen gelgt wurde.
Doch Pop. hatte selbst nicht mehr lange zu leben,als sie schwanger war
erschlug Nero sie in einem Wutanfall.
Nero heiratete wieder doch zog er seiner Gattin seinen Lustknaben
Sporus vor, weil dieser Pop ähnelte.
WOLKEN AM HORIZONT:
Mit den Jahren wandelte sich die Politik des Kaisers grundlegend.Unter
den Einfluß von Seneca war sie zu anfangs von Rücksicht und Vernunft
geprägt.
Als Seneca schließlich zum Selbstmord gezwungen wurde, glaubten
einige daß der Kopf hinter dem, und dem was Nero später verbrach, sein
neuer Berater und Prefekt der Prätorianergarde:Tigellinus war.
Abermals wurden Hochverratsprozesse geführt, wieder wurden die
Steuern erhöht und wohlhabende Römer enteignet.
Und als im Jahr 64 der berüchtigte Großbrand Rom verwüstete,
schwächte dies Neros Stellung noch weiter.
Das Feuer brach am 19. Juli 64 in der Nachbarschaft des Circus
Maximus aus, und verbreitete sich so rasch daß nur 4 Stadtbezirke intakt
blieben.Das Forum und auch Teile des kaiserlichen Palast wurden
zerstört.
Nero hielt sich gerade in Antium auf als das Feuer ausbrach, eilte jedoch
sofort nach Rom, als sich das Ausmaß der Katastrophe abzeichnete.Er
organisierte Hilfsmaßnahmen, ließ öffentliche Gebäude als
Notunterkünfte herrichten und versorgte die Bevölkerung mit
Getreide.Weiters stellte der Kaiser Geld für den Wiederaufbau zur
Verfügung und erließ strenge Gesetze, um das Risiko eine neuerlichen
Brandes auszuschließen.
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Trotz alledem war das Volk überzeugt, daß Nero das
Feuer selbst gelegt hatte, um Gelände für sein geplantes goldenes Haus
zu gewinnen.Die Anekdote, daß er auf dem Höhepunkt der Katastrophe
vom Turm Maecenas aus die Schöhnheit des Flammenmeeres
bewunderte und in seinem geliebten Bühnenkostüm die gesammte
Eroberung Trojas(eine seiner eigenen Kompositionen) gesungen habe,
machte die Sache nur noch schlimmer.Kaum jemand glaubte ihm, als er
die Schuld an dem Großbrand den Christen in die Schuhe schob.
Die erste Christenverfolgung:
Tacitus Annalen:
"Nero suchte einen Sündenbock und bestrafte mit beispielloser
Grausamkeit eine wegen ihrer Sitten und Gebräuche verhaßte Gruppe
von Menschen, die im allgemeinen Christianer genannt werden.....
Zahllose von ihnen wurden verhaftet und wahrlos schuldig
gesprochen.Hohn und Spott begleiteten ihr Ende, man wickelte sie in
Tierhäute und ließ sie von den Hunden zerfleischen oder schlug sie ans
Kreuz und übergoß sie mit Pech, zündete sie in der Dämmerung an,
sodaß sie bei Nacht als Fackeln dienten."
Als Nero die Christen der Brandstiftung bezichtigte, führte dies zu
Maßenhaften Aburteilungen von Schnellgerichten, wobei einige der
Opfer als lebende Fackeln für Neros Circusspiele herhalten
mußten.Vielen war vielleicht noch die Hinrichtung des heiligen Paulus in
Erinnerung, als man nach einem Schuldigen suchte.
Der Tradition nach gehörte auch der Apostel Petrus zu denen, die bei
dieser ersten Christenverfolgung gekreuzigt wurden, doch ob er wirklich
in Rom starb ist sehr zweifelthaft.
BILDUNGSREIS NACH GRIECHENLAND:
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
In Rom war das Verhältnis zum Senat endgültig zerstört, und nachdem
führende Senatoren ein Atentat auf Nero planten, daß jedoch aufgedeckt
wurde, beschloß der Kaiser die Hauptstadt zu verlassen:
Sein Besuch in Griechland blieb seine einzige Auslandsreise während
seiner Regierungszeit, und macht seine Bewunderung für die griechische
Kultur deutlich.Unter anderem hatte er vor an den Olympische und den
delphischen Spielen teilzunehmen.Eigens ihm zu liebe wurden diese um
ein Jahr vorgezogen.Natürlich strich er sämtliche Preise ein, um
sicherzugehen waren zuvor alle Schiedsrichter und die besten Künstler
bestochen worden.
Dem Publikum wurde bei Strafe verboten, während seiner Auftritte die
Plätze zu verlassen, was bei bis zu 7 Stunden Dauer sicher kein
Vergnügen war.Der spätere Kaiser Vespasian schlief bei einer von Neros
Darbietungen ein und wurde aus seiner Umgebung entfernt.Frauen sollen
in der Arena Kinder zur Welt gebracht haben, und einige Zuschauer
stellten sich tot, um hinausgetragen zu werden.
Und obwohl das Schauspiel eines kostümierten Kaisers auf der Bühne
nicht zum Ansehen des Reiches beitrug, bewertete Nero seine
Griechenlandfahrt als vollen Erfolg.
Doch seine Siege im Wettkampf konnten die am Schlachtfeld nicht
ersetzten, eines der größten Defizite Neros war es daß ihm militärischer
Ruhm versagt blieb.
Aber es mangelte in seiner Amtszeit nicht an kriegerischen Erfolgen, wie
der Niederschlagung des Boudicca Aufstandes im Jahr 61.(Boudicca war
eine west-britannische Königin vom Stamm der Icener (Norfolk-Suffolk)
die einen Keltenaufstand anzettelte) oder die Siege gegen die Parther und
Armenier.Doch diese Triumphe hatte Nero allein seinen fähigen
Generälen zu verdanken, an seinem Image als Playboy änderte sich
wenig.
VERZWEIFLUNG UND TOD:
Nachdem Nero nach Rom zurückkekehrt war hatten die Beziehungen
zum Senat den Tiefpunkt erricht.Die wachsenden Steuerlasten sorgten
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
dafür, daß auch sein Rückhalt in den Povinzen schwand.Im Jahr 68 kam
es zu einem Aufstand der Reihnarmee die versuchten ihren eigenen
Kommandanten zu proklammieren.
Doch schließlich gelang es dem Statthalter von Spanien Sulspicius Galba
die Macht an sich zu reißen.Seine Mittelsmänner in Rom brachten den
Kaiser um seine letzte Anhängerschaft während, Galba noch in Spanien
abwartete.Nero plante nun offen seine Flucht, doch mittlerweile hatte
sich auch die Prätorianergarde auf die Seite Galbas geschlagen.
Nero hoffte sich in Ostia einschiffen zu können, um irgendwo in den
Ostprovinzen Zuflucht zu finden.Doch die Gardisten versagten ihm den
Dienst und er sah sich gezwungen Rom zu Fuß zu verlaßen.
Abermals wurde er verraten, und als er sich im Hinterzimmer einer
Landvilla versteckte, ertappten ihn die Soldaten und verhafteten ihn.
"Welch ein Künstler geht mit mir zugrunde" rief er voller Selbstmitleid,
bevor er sich den Dolch in die Kehle stieß, wobei sein Privatsekräter
etwas nachhelfen mußte.
So starb der berüchtigte Nero, mit nur 30 Jahren am 9 Juni 68.Er wurde
in der väterlichen Gruft beigesetzt, und mit einem Marmorsarg geehrt,
die Schändung, die so viele gestürzte Kaiser der Spätzeit treffen sollte,
blieb ihm erspahrt.Aber so verhaßt er auch beim Senat und der
konservativen Oberschichten, wegen seines unsittlichen Lebens, seiner
öffentlichen Auftritte und seiner Bewunderung für die griechische
Kultur, war, so populär blieb Nero beim Volk, und noch Jahre später
wurde sein Grab regelmäßig mit Blumen bekränzt.
Und vielleicht sind es gerade seine Extravaganz und seine
Verrücktheiten, die ihn auch heute noch so berühmt und berüchtigt
machen.
Nero der Kaiser, von dem jeder schon gehört hat.....
Nero ein unvergeßlicher Tyrann?
kurze Übersicht über:
WEITER WICHTIGE KAISER DES IMPERIUMS WÄHREND DES
1-2JAHRHUNDERTS:
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CAUDIUS:
Claudius wurde 10 v.Chr in Lugdunum in Gallien
(Lyon) geboren.Er war der Sohn des Drusus (Sohn der Livia, Burder des
Tiberius) und der Antonia (Tochter Mark Antons) sowie der Onkel
Caligulas.Er litt seit seiner Geburt unter einer körperlichen Behinderung
die sich jedoch nur äußerte wenn er sich bewegte.
Doch war er keineswegs scheu und weltfremd wie z.B Tiberius, in seiner
Jugend soll er sogar für seine Trinkexzesse berüchtigt gewesen sein.
Er begann seine politische Karriere als Konsul unter Caligula.
Claudius gelangte im Jahr 41 eher zufällig an die Macht.
Unter seiner Amtszeit wurde die Eroberung Britanniens begonnen, der
Norden, der von piktischen Stämmen besiedelt wurde, konnte von den
Römern nie erobert werden.
Claudius war viermal verheiratet, und es wurde ihm vorgeworfen daß er
unter dem Einfluß seiner Frauen stand.
Doch diese intrigierten gegen ihn und planten ihn zu stürzen, allen voran
Agrippina.
Claudius war ein großer Bauherr, so wurde z.b Ostia unter ihm neu
angelgt.
Er hatte zwei leibliche Kinder Antonia und Britannicus.
Claudius zählte wohl nicht zu den fähigsten Herrschern aber auch nicht
zu den schlechtersten.
Schließlich wurde er von seiner Frau Agr. vergiftet, die ihren Sohn Nero
an die Macht bringen wollte.
VESPASIAN:
Vesp. wurde im Jahre 9n. Chr in der Nähe Roms geboren:
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
Er wuchs bei seiner Großmutter an der italienischen Westküste auf und
stammte aus der bürgerlichen Mittelklasse.
Seine ploitische Laufbahn war bewegt und er kletterte die Karriereleiter
schnell nach oben.
Er war mit Flavia Domitia verheiratet und hatte drei Kinder:
Titus, Domitian und Flavia.Vesp. sollte die Dynastie der Flavier
begründen.
Er wurede im Jahre 69 zum Kaiser ausgerufen, seine Herrschaft war
durch kluge Reformen und eine verbesserte Verwaltung gekennzeichnet.
Tacitus und Sueton nennen ihn einen talentierten und energischen
Character und Staatsmann.
Auch in militärischer Sicht konnte er einige Siege erringen.
So gelang es ihm den jüdischen Aufstand niederzuschlagen und
Jerusalem einzunehmen.Ebenfalls eroberte er Teile Schottlands.
Er soll von fröhlichem und tolerantem Gemüt gewesen sein und antike
Antoren berichten über ihn er sei der einzige Herrscher gewesen der sich
durch sein Amt zum Besseren änderte.Er war einer der wenigen Kaiser
die eines natürlichen Todes starben.
TITUS:
Titus kam im Jahre 39. in Rom zur Welt.Er war der Sohn des späteren
Kaisers Vesp. und der Flavia Domitia.Seine Kindheit verbrachte er in
ärmlichen Verhältnissen erst unter der Herrschaft des Claudius
verbesserte sich der Status der Familie.
Er wurde Militärtribun in Germanien und Britannien und war bei der
Niederwerfung des jüdisch Aufstands maßgeblich.
Als ein Vater schließlich zum Kaiser ausgerufen wurde war Titus von
anfang an unbestrittener Thronerbe, da sein Bruder, und späterer Kaiser,
Domitian der jüngere war.Obwohl man ihm zu dieser Zeit mit Mißtrauen
begegnete (anscheinend sollte er ein ähnliches Leben wie Nero geführt
haben) sollte er sich als kein schlechter Kaiser entpuppen.
Er war mit Arrecina Tertulla verheiratet und hatte eine Tochter namens
Julia.
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Als sein Vater im Jahre 79 starb wurde Tit. unbestritten zum Imperator
ausgerufen.
In seiner kurzen Amtszeit von zwei Jahren erwarb er sich den Ruf einer
der besten Kaiser zu sein die Rom je regiert hatten.
Er wurde als mild und großzügig beschrieben und vorallem beim Volk
war er sehr beliebt.
In seiner Regierungszeit brach der Vesuv aus und legte Pompeji in
Schutt und Asche, doch der Kaiser sorgte für großangelgte
Hilfsprogramme für die Betroffenen.
Auch das Kolloseum ließ Titus einweihen und 100tägige Spiele
veranstalten.
Im Jahre 81 starb Titus eines pltötzlichen Todes und manche
verdächtigten seinen Bruder Domititan.
TRAJAN:
Er war unter den römischen Herrschern einer der berühmtesten und der
erste in der Reihe der Adoptievkaiser.
Er wurde im Jahre 53 in Sevilla geboren und sein Vater war ein begabter
Feldherr gewesen.
Auch Trajan schlug die militärische Laufbahn ein und er wurde
schließlich Statthalter von Obergermanien.
Trajan wurde vom Kaiser Nerva adoptiert und als dessen Nachfolger
bestimmt.Im Jahre 98 wurde er Kaiser und seine Herrschaft war von
einer Art aufgeklärtem Absolutismusgeprägt, er schuf gut
funktionierende Verwaltungssysteme, kümmerte sich um seine
Untertanen und unterhielt glänzende Beziehungen zum Senat, die antkien
Autoren loben ihn in allen Tönen.
Doch am bekanntesten ist Trajan sicher durch seine militärischen
Erfolge, er war ein glänzender Feldherr, so eroberte er Dakien (heutiges
Rumänien) und riesige Gebiete der Parther.Unter seiner 19jährigen
Herrschaft erreichte das römische Imperium seine größte Ausdehnung.
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
Verheiratet war er mit Pompeia Plotina, zu der er vermutlich große
Zuneigung empfand.
Er adoptierte Hadrian und wählte ihn zu seinen Nachfolger.Er starb im
Jahre 117 in Kilikien durch einen Schlaganfall.Sein berühmtes Grabmal
ist die Trajansäule in Rom.
Trajans Ruf als vorbildlicher Herrscher überdauerte die Jahrhunderte.Er
hatte Maßstäbe gesetzt die späteren Kaisern immer als Vorbild dienen
sollten.
HADRIAN:
Hadrian wurde im Jahre 76.v chr in Rom geboren.Sein Vater war ein
Cousin Trajans und stammte aus einer italienischen Provinz.Er erhielt
eine gute Ausbildung, dann wurde er Konsul und später Statthalter von
Syrien.Schließlich adoptierte ihn Tarjan, doch ist es bis heute unklar ob
Hadrian nicht durch ein Komplot an die Macht kam.
Hadrian war nicht wie Trajan ein großer Eroberer, er sah seine Aufgabe
daran die Grenzen zu sichern.Er ließ die nach ihm benannte Mauer an
der grenze zu Schottland errichten und gab Teile der neu errungen
Gebiete auf um das Reich besser unter Kontrolle zu haben.Gerade in
jüngerer Zeit genießt er eine gute Presse, er gilt als pragmatischer
Staatslenker, der Kriege nach Möglichkeit vermied und sich ganz auf die
Verbesserung der inneren Angelegenheiten, wie Verwaltung und
Wirtschaft konzentrierte.Rom beschehrte seine 20jährige Amtszeit eine
Epoche des Wohlstands und eine Stärkung, sowie Sicherung der
Grenzen.Antike Autoren charakterisieren ihn als eher kunst-und
kulturliebend denn kriegerischen Herrscher.
Er war mit Vibia Sabina verheiratet auch wenn die Historiker heute
überzeugt sind daß Had. homosexuell war.
Beweis hierfür wäre seine Liebe zu dem jungen Bethynier Antinous, der
bei einer Ägyptenreise des Kaisers starb.
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
Und auch für seine ausgedehnten Reisen war Hadrian bekannt, er war
einer der wenigen Caesaren der fast alle seine Provinzen bereist
hatte.Besonders die griechische Kultur faszinierte ihn, so trug er auch
nach griechischem Vorbild einen Bart und war der erste Kaiser der sich
so porträtieren ließ.
Ebenfalls stammen viele berühmte Bauten aus seiner Regeierungszeit: so
stammt das weltberühmte Pantheon von Hadrian und auch sein
Mausoleum steht heute noch, doch wurde es im Lauf der Jahr in die
Engelsburg umgewandelt.Doch
rein menschlich gesehen muß der brillante wenn auch egozentrische
Kaiser, kein so angenehmer Zeitgenosse gewesen sein wie es auf den
ersten Blick scheint.
MARK AUREL:
Marcus Aurelius wurde im Jahre 121 in Rom geboren, sein Vater der aus
einer adeligen Familie stammte, starb schon früh, doch zu seiner Mutter
Domitia Lucilla hatte er zeitlebens eine enge Bindung.Kaiser Antonius
Pius, heiratete seine Tante und der junge Mark war voller Bewunderung
für seinen Onkel, in seiner Selbstbetrachtung lobt er ihn über alle Maßen.
Er wurde einige male Konsul bevor ihn Antonius Pius
schließlich adoptierte und ihn zu seinem Thronerben, erklährte Mark. A.
heiratete die Tochter des Kaisers, Faustina, die für ihre Seitensprünge
bekannt war, sie hatten mehrere Kinder zusammen, von denen sein Sohn
Commodus die Nachfolge antreten sollte, als Faustina starb trauerte er
lange und heiratete nie wieder.
Mark A. war der letzte in einer Reihe von Adoptievkaisern.
Im Jahre 161 starb Antonius Pius und er wurde zum Kaiser ausgerufen.
Aber Mark Aurel machte seinen Bruder Lucius Verus zum
Mitregenten.Es handelte sich um eine Partnerschaft, doch blieb Lucius
Verus stets ihm Schatten seines Bruder und er starb bereits 8 Jahre
später.
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
Doch sollte sich die Institution der Doppelherrschaft vorallem in der
spätrömischen Phase als feste Einrichtung bewähren.
Die Regierungszeit des Mark Aurel war von schweren nahezu
andauernden Kämpfen geprägt, erst im Osten, gegen die Parther und
später an der Nordgrenze gegen die Germanen.Pest, Seuchen,Invasionen
und Meuterei machten alles noch schlimmer.Die Folge der Katastrophen
schlägt sich im nüchteren Stoizismus seiner Selbstbetrachtung
wieder.Dieses nachdenkliche Werk des Philosophen auf dem
Kaisertrhon, der sich vom Schicksal gezwungen sah, den größten Teil
seiner Kräfte auf Feldzüge im Donauraum zu verwenden, werden
beherrscht von dem Gedanken an den Tod und die Flüchtigkeit des
Lebens.Selten wird uns soviel in die wahre Persönlichkeit eines Kaisers
gewährt wie hier.
Seine Aufzeichnungen laßen nicht das Bild eines glücklichen Menschen
entstehen, doch sie zeugen von einer inneren Größe.
Antike Autoren wie Cassius Dio nennen ihn den besten regenten aller
Zeiten.Er starb im Jahre 180 bei Sirmium (nahe Vindobona, Wien)
vermutlich an Krebs.
Aus der Selbstbetrachtung:
Schau dich nicht um nach fremden Leitbildern,
sondern blicke geradeaus,
dorthin wohin dich das Leben lenkt,
und durch daß was dir begegnet wirst du erkennen was du tun mußt.
Riegierungszeiten der Kaiser zwischen 27 v. Chr und
dem Jahr 235n.Chr:
Augustus: 27v.Chr-14n.Chr.
Tiberius:14-37
Caligula:37-41
Claudius:41-54
"Monika Hinterhoeller" <[email protected]>
Nero:54-68
Galba:68-69
Otho:69
Vitellius69
Vespasian:69-79
Titus:78-81
Domitian:81-96
Nerva:96-98
Trajan:98-117
Hadrian:117-138
Antonius Pius:138-161
Mark Aurel (Lucius Verus):161-180
Commodus:180-192
Pertinax:192-193
Didius Julianus:193
Septimius Serverus:193-211
Caracalla:211-217
Geta:217
Macrinus:217-218
Elagabal:218-222
Alexander Severus:222-235
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