Plakat zur Ausstellung; gestaltet durch Christina Luzzi, Ilanz
Didaktische Unterlagen zur Sonderausstellung:
Inhaltsverzeichnis
Einleitung, Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch, Impressum ................................. 3
Allgemeine Information zur Sonderausstellung ........................................................................... 4
Rahmenprogramm Sonderausstellung «Wunderwelt der Bienen» .............................................. 5
Ausstellungstexte «Wunderwelt der Bienen».............................................................................. 6
Themenkreis: Bienenvielfalt?...................................................................................................... 6
Fortpflanzung der Bienen ................................................................................. 6
Einsiedlerinnen – solitär lebende Bienen ......................................................... 9
Bilderwiesen ..................................................................................................... 12
Themenkreis: Lockmittel Blüten ................................................................................................. 13
Bau und Funktion einer Blüte .......................................................................... 13
Warum besuchen Bienen Blüten?.................................................................... 13
Bestäubung ...................................................................................................... 14
Bienen sind die wichtigsten Bestäuber ............................................................ 15
Bedeutung der Bestäubung für den Menschen ............................................... 15
Themenkreis: Nester und Lebensräume ..................................................................................... 16
Neststandorte & -typen: Dioramen/Vitrinen ................................................... 17
Wo leben Bienen? ............................................................................................ 18
Themenkreis: Die Honigbiene - gemeinsam zum Erfolg ........................................................... 19
Produkte der Honigbiene ................................................................................ 19
Imkerei – Für Ökologie und Ökonomie ............................................................ 20
Die Wabe – Das Zuhause der Honigbiene ........................................................ 22
Bienen mit Problemen ..................................................................................... 22
Das Bienenvolk – Gemeinsam zum Erfolg ........................................................ 23
2. Die Museumskiste zur Ausstellung «Wunderwelt der Bienen» .............................................. 25
3. Infoblatt: Tanzende Informationen – Wie Honigbienen sich unterhalten ............................... 26
3.1. Folie: Schwänzeltanz der Honigbienen ............................................................................... 27
4. Auftragsblätter........................................................................................................................... 28
4.1. Suchspiel: Was siehst du da? .............................................................................................. 28
4.2. Bauplan einer Biene ............................................................................................................ 29
4.2.1 Bauplan einer Biene (Lösung) ......................................................................................... 30
4.3. Unterschied Honigbiene / Wildbiene .................................................................................. 31
4.3.1. Arbeitsblatt zu Unterschied Honigbiene / Wildbiene ................................................... 32
4.4. Lesetext zur Entwicklung der Hummel ............................................................................... 33
4.5. Hummeluhr. ......................................................................................................................... 35
4.5.1. Hummeluhr (Lösung). ..................................................................................................... 36
4.6. Von Blüten und Honigbienen ............................................................................................. 37
4.6.1. Von Blüten und Honigbienen (Lösungen) ...................................................................... 40
4.7. Bienenfreunde –Bienenfeinde ............................................................................................ 41
4.8. Bienen und andere Tiere ..................................................................................................... 42
4.8.1. Lösung: Bienen und andere Tiere .................................................................................. 43
5. Bau eines einfachen Bienenhotels ........................................................................................... 44
6. Malvorlage Honigbiene an Blüte sowie Hummel ...................................................................... 45
7. Leporello: Fragen zur Ausstellung (ab Mittelstufe) ................................................................... 46
7.1. Lösung Fragen Leporello ...................................................................................................... 49
8. Allgemeine Fragen zur Sonderausstellung................................................................................ 50
8.1. Allgemeine Fragen zur Sonderausstellung (Lösungen) ....................................................... 54
9. Tipps für Schulbesuch (KG/Unterstufe, Mittelstufe, Primar Oberstufe/Sek/Real) ................... 57
10. Medienliste .............................................................................................................................. 60
Hinweis:
Diese Unterlagen stehen auf unserer Webseite www.naturmuseum.gr.ch unter
Museumspädagogik/ Didaktisches zum kostenlosen Downloaden als pdf-Datei zur
Verfügung. Preis beim Kauf der Druckversion an der Museumskasse: Fr. 7.-2
Einleitung
Allgemeine Informationen
Öffnungszeiten des Bündner Naturmuseums:
Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

Bitte melden Sie Ihren Museumsbesuch telefonisch an. Wir versuchen damit,
'Überbelegungen' der Ausstellungen zu verhindern. Besten Dank.

Schulklassen und Lehrpersonen, die den Ausstellungsbesuch im Museum vorbereiten,
haben freien Eintritt!

Besuchen Sie uns auch unter www.naturmuseum.gr.ch.

Bitte beachten:
- Falls Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zeichnen lassen möchten, verlangen Sie bitte
Unterlagen und Klappstühle bei der Kasse. Dort erhalten Sie auch Papier und Farbstifte.
- Bitte die Schülerinnen und Schüler nie direkt auf den Ausstellungsmöbeln schreiben
lassen!
- Bei der Anmeldung Ihres Besuches angeben, ob Sie die Museumskiste (S. 25) während
Ihres Besuches nutzen möchten!
Museumspädagogischer Dienst:
Von Montag - Donnerstag steht Ihnen der Museumspädagoge Flurin Camenisch für Fragen,
Anregungen, Beratungen etc. gerne zur Verfügung.
Telefon: 081/ 257 28 41
E-Mail: [email protected]
Impressum:
Die vorliegenden didaktischen Unterlagen wurden von Flurin Camenisch,
Museumspädagoge, unter Mithilfe von Silvia Kieni, Reallehrerin in Sargans, Sabrina
Schnurrenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Christian Sprecher,
wissenschaftlicher Mitarbeiter, konzipiert.
Vorlagen aus vorhandenen Unterlagen sind erwähnt.
Es ist ausdrücklich erlaubt, die Unterlagen für Schulzwecke zu kopieren!
Viel spannende Einblicke beim Museumsbesuch!
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Allgemeine Informationen zur Sonderausstellung
Das Summen der Bienen gehört zum Sommer wie die Farbenpracht blühender Wiesen und
Felder. Kein Wunder, denn Bienen tragen als Bestäuber entscheidend zur Vielfalt der Wildund Nutzpflanzen bei. Über 600 Bienenarten leben in der Schweiz. Die Sonderausstellung
«Wunderwelt der Bienen», eine Eigenproduktion des Bündner Naturmuseums, gibt Einblick
in die faszinierende Welt dieser sympathischen Insekten, von denen wir Menschen immens
profitieren und ohne die unsere Welt anders aussehen würde.
Es gibt vermutlich kaum ein anderes Tier ausser der Honigbiene, das uns schmerzhaft
stechen kann und dennoch unsere Sympathie geniesst. Das liegt wohl daran, dass die
Honigbiene als Inbegriff eines "nützlichen" Tiers gilt, da sie Blüten bestäubt und den
kostbaren Honig liefert. Doch die Honigbiene ist bei weitem nicht die einzige Biene – über
600 Wildbienenarten kommen in der Schweiz vor, weltweit sind es mehr als 20'000. Und
wichtig sind sie alle. Denn als Bestäuberinnen tragen sie allesamt zur Vielfalt und zum
Gedeihen von Wild- und Kulturpflanzen bei. Doch wer kennt sie, diese "anderen" Bienen?
Obwohl viele von ihnen mitten unter uns leben, sind es unbekannte Nachbarn. Sie besiedeln
Gärten und Wiesen, Kultur- und Brachland, von Tieflagen bis in die alpine Zone. Viele Arten
leben einzeln, andere wie Hummeln und Honigbiene bilden Völker mit Arbeitsteilung und
Kommunikation – und etwa ein Viertel legt als "Kuckucksbienen" die Eier anderen Bienen ins
Nest. Einzigartig ist die Beziehung zwischen Bienen und Blütenpflanzen – sie sind
aufeinander angewiesen, doch die Interessen von Insekt und Blume sind keineswegs die
gleichen.
Die Sonderausstellung «Wunderwelt der Bienen», eine Eigenproduktion des Bündner
Naturmuseums, stellt die faszinierende Lebensweise der einheimischen Bienen vor. Bilder
und originale Bienen aus den Sammlungen des Bündner Naturmuseums geben einen Einblick
in die eindrückliche Vielfalt der Arten, Farben und Formen. Das Zusammenspiel zwischen
Blüten und Bienen wird in seiner ganzen Tiefe beleuchtet. Realitätsgetreue Dioramen zeigen,
wo Bienen ihre Nester bauen und ermöglichen einen Blick in ihre Kinderstuben. Anhand der
Lebensräume lässt sich erfahren, wie man Bienen beobachten und fördern kann. Warum die
Honigbiene als einziges Insekt zum Nutztier geworden ist, wird ebenfalls erläutert. Im
Aussenbereich sorgen Bienenbehausung und Blütenpflanzen für spannende Eindrücke.
Ein attraktives Programm mit öffentlichen Führungen, Vorträgen und Exkursionen umrahmt
die neue Sonderausstellung.
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Rahmenprogramm Sonderausstellung «Wunderwelt der Bienen»
Samstag, 2. Mai, 10.15–14.00 Uhr
Ausweichdatum: Samstag, 9. Mai
Wildbienenexkursion im Raum Igis – Landquart
Mit Erwin Steinmann, Chur und Hansueli Tinner, Landquart (Anmeldung erforderlich!)
Mittwoch, 6. Mai, 18.00–19.00 Uhr
Vortrag und Führung
Fleissig wie die Bienen: Jean Carl und Jacques de Beaumont – Bienenforscher und Sammler
im Schweizerischen Nationalpark
mit Sabrina Schnurrenberger, Bündner Naturmuseum
Mittwoch, 13. Mai 2015, 17.00–17.45 Uhr
NATUR(s)PUR – Naturkundliche Vorträge für Menschen ab 9 Jahren
Die nützlichen ‚Wilden‘ – Wildbienen auf der Spur mit Flurin Camenisch
Mittwoch, 27. Mai, 18.00–18.45 Uhr
Abendführung durch die Sonderausstellung ‚Wunderwelt der Bienen‘
Mittwoch, 17. Juni 2015, 12.30–13.30 Uhr
Rendez-vous am Mittag im Bündner Naturmuseum
Wie entsteht die Vielfalt der Blüten? – Die erstaunlichen Anpassungen der Pflanzen
an ihre Bestäuber
mit Florian Schiestl, Institut für Systematische Botanik Universität Zürich
Freitag, 19. Juni 2015, 19.30 Uhr
Abendvortrag
Honigbienen, die Bestäuber der Welt
mit Jürgen Tautz, HOBOS, Universität Würzburg
Mittwoch, 15. Juli 2015, 12.30–13.30 Uhr
Rendez-vous am Mittag im Bündner Naturmuseum
Wunderwelt der Bienen - Führung durch die Sonderausstellung
Mittwoch, 12. August, 18.00–18.45 Uhr
Abendführung durch die Sonderausstellung ‚Wunderwelt der Bienen‘
Sonntag, 30. August, 12.00–16.00 Uhr
Familiensonntag zur Sonderausstellung - Spezialprogramm für Kinder und Eltern
Mittwoch, 2. September, 18.00–18.45 Uhr
Abendführung durch die Sonderausstellung ‚Wunderwelt der Bienen‘
Sonntag, 20. September, 11.00 und 15.00 Uhr
Letzter Tag mit Führungen durch die Sonderausstellung ‚Wunderwelt der Bienen‘
Weitere Informationen zu den Anlässen werden unter www.naturmuseum.gr.ch und in der
Tagespresse bekannt gegeben.
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Ausstellungstexte ‚Wunderwelt der Bienen‘
Themenkreis: Bienenvielfalt (violett)
Gesprochener Einleitungstext von Felix Amiet, Biologe und Bienenspezialist, Solothurn:
„Wenn man von Bienen spricht, denkt fast jedermann an die Honigbiene. Die 620 anderen
Bienenarten, die in der Schweiz vorkommen und auch gute Bestäuber sind, sind den meisten
unbekannt. Die kleinsten sind nur etwa 4 mm gross, die grössten fast 3 cm, einige leben wie die
Honigbiene in Völkern, andere leben einzeln, einige sind ähnlich wie Fliegen, andere sind gelb schwarz
wie Wespen. Warum sind das eine Bienen und das andere Wespen oder Fliegen?
Alle Blütenbesucher brauchen Nektar als Energielieferant. Einige fressen auch noch dazu etwas
Blütenstaub. Die Larven der Wespen und Fliegen fressen je nach Art Fleisch, Aas, Pflanzenteile oder
Mist. Bei den Bienen fressen die Larven ausschliesslich Blütenstaub und Nektar. Daher besuchen
Bienen viel mehr Blüten als andere Insekten. Für den Transport des Blütenstaubes zum Nest brauchen
die Bienen besondere Einrichtungen. Sie sind meist stark behaart und haben besondere Haarbürsten
an den Beinen oder am Hinterleib. Bei einigen Bienenarten fehlen jedoch solche Haare, da sie wie der
Kuckuck ihre Eier in fremde Bienennester legen. Besonders diese Arten kann man oft nur unter einem
Binokular von anderen Insekten unterscheiden.
Durch die grosse Artenzahl, ihre teilweise sehr engen Bindungen an gewisse Pflanzen und ihre
Ansprüche an Nistplätze sind Wildbienen wichtig für das Verständnis und die Erforschung von
Landschaftsstrukturen und Veränderungen in der Umwelt geworden. Wildbienen stehen für vielfältige
Beziehungen und Vernetzungen zwischen Insekt, Blüten und Landschaft und sind somit wichtige
Symbolfiguren zum Erhalt und Schutz unserer natürlichen Umgebung.“
Bauplan einer Biene
Kopf, Brust, Hinterleib, 6 Beine, 4 Flügel – das Aussehen einer Biene ist schnell beschrieben, könnte
man meinen. In der Schweiz gibt es nebst der Honigbiene etwa 600 Arten „anderer“ Bienen. Es sind
Wildbienen, bei denen man Unterschiede in Grösse, Form und Farbe, Behaarung sowie Strukturen
zum Sammeln und Transportieren von Blütenpollen erkennen kann. Den Bauplan „einer“ Biene gibt
es daher eigentlich gar nicht.
Ohne Bienen keine Blüten – Ohne Blüten keine Bienen
Bienen entwickelten sich vor rund 120 Mio. Jahren aus wespenähnlichen Vorfahren, die zum Teil
fleischfressend waren. Bienen ernährten sich und ihren Nachwuchs nur noch von
Blütenbestandteilen, insbesondere Pollen und Nektar. Dies bewirkte die Bildung einer enormen
Vielfalt bei den Blütenpflanzen – und diese wiederum führte zur Bildung vieler Bienenarten.
Unentbehrliche Bestäuber
Hummeln, Seiden-, Sand-, Mauer-, Masken-, Woll- und Pelzbienen sind wie die Honigbiene als
Bestäuberinnen unglaublich wichtig für Wild- und Nutzpflanzen und unverzichtbare Helferinnen bei
der Produktion unserer Nahrungsmittel. Bei jedem Blütenbesuch trägt eine Biene Pollen von einer
Pflanze zur nächsten – sie bestäubt. Durch die Bestäubung trägt sie entscheidend zur erfolgreichen
Fortpflanzung der Pflanzen bei. Auch Nutzpflanzen wie Obstbäume und Gemüsekulturen profitieren
von den Blütenbesuchen der Wildbienen. In Gewächshäusern und Plantagen werden Wildbienen
gezielt als Bestäuberinnen eingesetzt.
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Fortpflanzung der Bienen
Einsiedlerinnen – solitär lebende Bienen
Lebenszyklus der Mauerbiene
Nach der Paarung im Juni legt das Weibchen der NatternkopfMauerbiene Osmia adunca allein ein Nest an, das mehrere Brutzellen
enthält. In jeder Brutzelle deponiert es Pollen und Nektar als
Nahrung für die Larve sowie ein einzelnes Ei. Dies dauert vier bis
sechs Wochen. Danach stirbt das Weibchen.
Wenige Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Sie fressen den Nahrungsvorrat innerhalb eines
Monats. Die Larven spinnen danach aus selbst produzierter Seide einen Kokon, in dem sie
überwintern. Erst im kommenden Juni, genau ein Jahr nach der Eiablage, schlüpfen neue Bienen aus
den Brutzellen. Ein neuer Zyklus beginnt.
Männchen und Weibchen bei den Mauerbienen – oder: Wer zu spät kommt, den bestraft das
Leben
Bei den meisten solitär lebenden Wildbienen verlassen zuerst die Männchen, danach die Weibchen
ihr Nest. Diese Reihenfolge macht Sinn: Da sich die Weibchen nur ein einziges Mal verpaaren,
müssen die Männchen bereit sein, wenn die ersten Weibchen schlüpfen.
In den hinteren Brutzellen entwickeln sich Weibchen. In den Brutzellen nahe beim Eingang
entwickeln sich stets Männchen.
Weibchen
Männchen
Nesteingang
Die gezielte Anordnung der Geschlechter im Innern der Nester ist dank der Fähigkeit der Mütter
möglich, das Geschlecht der Nachkommen bei der Eiablage zu bestimmen.
Die in der Samenblase der Weibchen über Wochen hinweg gespeicherten Spermien werden bei der
Eiablage entweder gezielt abgegeben oder zurückgehalten. Aus befruchteten Eiern entwickeln sich
Töchter, aus unbefruchteten Söhne.
Hummeln und Furchenbienen – primitiv eusoziale Bienen
Lebenszyklus der Ackerhummel
Der Lebenszyklus der Ackerhummel Bombus pascuorum beginnt Ende März, wenn ein überwintertes
Weibchen – die spätere Königin – in langsamem Flug nach einem geeigneten Nistplatz, z.B. in einem
verlassenen Mäusenest, sucht.
Diese Larven entwickeln sich alle zu Weibchen, die fortan als Arbeiterinnen Pollen und Nektar
sammeln, neue Brutkammern bauen und das Nest verteidigen. Einzig die Eiablage bleibt weiterhin
Sache der Königin, die von nun an das Nest nicht mehr verlässt.
Während der kommenden Wochen werden laufend neue Arbeiterinnen erzeugt. Auf dem Höhepunkt
der Kolonieentwicklung, der im Sommer mit 60 bis 150 Arbeiterinnen erreicht ist, werden Männchen
und Jungköniginnen produziert, die das Nest zur Paarung verlassen.
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Die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Männchen sterben vor Wintereinbruch. Die begatteten
Königinnen überwintern einzeln an einem geschützten Ort.
Lebenszyklus der Schmarotzerhummeln
Neun der 40 einheimischen Hummelarten sind Sozialparasiten. Diese «Schmarotzerhummeln»
besitzen keine Arbeiterinnenkaste. Sie sammeln keinen Pollen und bilden kein Wachs.
Schmarotzerhummeln dringen – gut geschützt durch ihr hartes Aussenskelett und den kräftigen
Stachel – in ein Hummelnest ein und töten, vertreiben oder unterwerfen die Hummelkönigin. Die
Schmarotzerhummel zerstört Zellen und Brut des Wirtes und baut aus dem Wachs eigene Brutzellen,
die mit Eiern belegt werden. Die Larven der Schmarotzerhummeln werden in der Folge von den
Hummelarbeiterinnen aufgezogen.
Lebenszyklus der Furchenbienen
Ein Weibchen der Pförtner-Furchenbiene Lasioglossum malachurum, die spätere Königin, bildet im
Frühling mehrere Brutzellen. In diese trägt sie Futter ein, legt Eier ab, verschliesst die Zellen und
wartet das Schlüpfen ihrer Töchter ab. Diese graben nach ihrem Schlüpfen gemeinsam neue Zellen
für die zweite Brut, sammeln Pollen und Nektar und bewachen den Nesteingang. Die Königin legt
ausschliesslich Eier. Sie verlässt das Nest nicht mehr.
Danach wird das Nest erneut verschlossen und erst nach dem Schlüpfen der zweiten
Arbeiterinnengeneration wieder geöffnet. Die Arbeiterinnen der zweiten Generation
verproviantieren neue Brutzellen für eine dritte Generation, die nun erstmals aus beiden
Geschlechtern besteht. Die Königin stirbt.
Im Spätsommer schlüpfen über 100 Geschlechtstiere aus den Nestern. Sie paaren sich mit den
Nachkommen aus anderen Nestern. Nach der Paarung sterben die Männchen, während die
begatteten Weibchen überwintern und im kommenden Frühling allein eine neue Kolonie gründen.
Ein Weibchen der Fransen-Furchenbiene reproduziert während sechs
Jahren. In den ersten fünf erzeugt sie jeweils Arbeiterinnenbruten.
Dazwischen sind fast ein Jahr dauernde Ruhephasen eingeschaltet,
während denen das Nest verschlossen bleibt. Im Sommer des
sechsten Jahres stirbt die Königin im Alter von fünfeinhalb Jahren. Im
darauffolgenden Herbst verlassen 500 bis 1500 Geschlechtstiere das
Nest zur Paarung. Die begatteten Weibchen überwintern und gründen
im kommenden Frühjahr einen neuen Bienenstaat.
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Einen weiteren Spezialfall stellt die Rotbeinige Furchenbiene Halictus rubicundus dar. Sie ist in ihrem
Fortpflanzungs- und Sozialverhalten flexibel. Normalerweise lebt sie sozial in Staaten. In höheren
oder nördlicher gelegenen Gebieten lebt die Art dagegen solitär, so zum Beispiel auch in den
Schweizer Alpen. Hier ist der Sommer zu kurz, um eine Arbeiterinnengeneration zwischen
Nestgründung und der Erzeugung von Geschlechtstieren einzuschalten.
Staatsgründerinnen – die hoch eusozialen Honigbiene
Eusozialität ist die am höchsten organisierte Stufe des Sozialverhaltens bei staatenbildenden
Insekten. Sie kommt bei Bienen, Ameisen, Faltenwespen und Termiten vor.
Eusoziale Arten sind durch drei Eigenschaften charakterisiert:
- Kooperation mehrerer Individuen bei der Brutpflege
- Arbeitsteilung zwischen eierlegenden Königinnen und sterilen Arbeiterinnen
- Zusammenarbeit von 2 Generationen: Mutter (Königin) und Töchter (Arbeiterinnen)
Man unterscheidet zwischen hoch eusozialen und primitiv eusozialen Bienen:
 hoch eusozial (Honigbiene)
- mehrjährige Staaten, langlebige Königin
- starke Kastenunterschiede
- Futteraustausch zwischen Erwachsenen
- Staatsgründung durch Schwärmen
 primitiv eusozial (Hummeln, Furchenbienen)
- meist einjährige Staaten, kurzlebige Königin
- schwache Kastenunterschiede
- kein Futteraustausch zwischen Erwachsenen
- Staatsgründung durch solitäres Weibchen
Lebenszyklus der Honigbiene
Bei der Honigbiene Apis mellifera entstehen neue Kolonien durch Schwärmen, d.h. der Abspaltung
eines Teils des Volkes. Im Frühsommer bauen die Arbeiterinnen mehrere speziell geformte Weiselzellen, in denen sich je eine Jungkönigin entwickelt.
Einige Tage vor dem Schlüpfen der Jungköniginnen verlässt die alte Königin zusammen mit rund der
Hälfte der Arbeiterinnen die Nisthöhle. Sie lassen sich als Traube offen an einem Zweig nieder und
ziehen, nachdem spezialisierte Arbeiterinnen eine neue geeignete Behausung gefunden haben, in die
neue Nisthöhle um.
Im alten Stock tötet die erste geschlüpfte Jungkönigin alle ihre Schwestern, verlässt darauf die
Nisthöhle zur Paarung und wird nach ihrer Rückkehr zur neuen Königin des alten Bienenvolkes.
Staatsstruktur: Königin, Arbeiterinnen und Drohnen
Jedes Bienenvolk besteht aus drei Kasten:
- eine Königin
- mehrere Zehntausend Arbeiterinnen
- zeitweise einige Hundert Männchen (Drohnen)
Die Königin ist die einzige Biene, die sich fortpflanzt und Eier legt.
Sie lebt vier bis fünf Jahre lang, legt pro Tag bis zu 1500 Eier und wird von den Arbeiterinnen
gefüttert.
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Die Arbeiterinnen sind die sterilen Töchter der Königin. Sie entstehen aus befruchteten Eiern der
Königin und leben vier bis sechs Wochen lang.
Arbeiterinnen produzieren in speziellen Drüsen nach Aufnahme von Pollen Futtersaft («Bienenmilch»), mit dem Larven, Königin, Drohnen und Stockgenossinnen gefüttert werden. Sie reinigen
nacheinander nach dem Schlüpfen das Nest, füttern die Larven, bauen Brutzellen, verteidigen das
Nest und sammeln in den letzten Lebenswochen Pollen und Nektar
Die Drohnen sind die männlichen Bienen im Bienenstock. Sie sind meist die Söhne der Königin und
sind aus unbefruchteten Eiern der Königin entstanden. Drohnen versammeln sich zu Hunderten an
traditionellen Sammelplätzen, wo sie sich in der Luft mit Jungköniginnen verpaaren und unmittelbar
danach sterben.
Nistplatz und Nestbau der Honigbienen
Honigbienen nisten bevorzugt in Hohlräumen. Dies können Bienenstöcke, hohle Bäume oder
Felsspalten sein.
Das Nest der Honigbienen besteht aus mehreren scheibenförmigen Waben, die von der Decke der
Nisthöhle hängen. Waben sind zweischichtig und bestehen aus sechseckigen, horizontalen Brutzellen
aus Wachs, das die Bienen selbst produzieren.
Die Zellen dienen der Aufzucht der Brut, aber auch der Speicherung von Pollen und Honig. Honig wird
von den Bienen zur Speicherung von Nektar als Nahrungsreserve hergestellt.
Kommunikation
Als einzige Bienen besitzen Honigbienen eine Tanzsprache, mit der sie ihren Stockgenossinnen
exakte Informationen zu Duft, Distanz und Richtung ergiebiger Nahrungsquellen weitergeben
können.
Kuckucksbienen
Lebenszyklus der Schmuckbiene
Die schwarz-weiss-rot gefärbte Schmuckbiene Epeoloides coecutiens baut kein eigenes Nest. Sie
dringt stattdessen in das Bodennest einer Schenkelbiene ein und versteckt ein Ei in einer noch nicht
fertig verproviantierten Brutzelle.
Die frisch geschlüpfte Larve der Schmuckbiene tötet mit ihren
Mundwerkzeugen das Ei oder die Larve der Schenkelbiene.
Danach häutet sie sich zu einem Stadium, das über normale Mundwerkzeuge
verfügt. Sie frisst den fremden Nahrungsvorrat innert weniger Wochen auf.
Ein Jahr später schlüpft der Kuckuck aus dem Nest der Schenkelbiene aus.
Verschiedene Kuckucks-Strategien
Ein Viertel aller einheimischen Wild-bienen gehört wie die Schmuckbiene zu den Kuckucksbienen,
welche ihre Eier in fremde Nester schmuggeln.
Dieses Verhalten ist zwar raffiniert, aber auch riskant. Denn Kuckucksbienen können in der Regel nur
eine einzige oder wenige nah verwandte Arten parasitieren. Finden sie die Nester ihrer spezifischen
Wirte nicht, können sie sich nicht fortpflanzen.
Bei den einheimischen Kuckucksbienen können drei verschiedene Arten der Nestparasitierung
beobachtet werden:
- Bei den Blutbienen bricht das Weibchen eine verschlossene Brutzelle des Wirtes auf, tötet das Ei
oder die Wirtslarve, legt ein eigenes Ei und verschliesst die Brutzelle wieder.
- Bei den Trauer- und Fleckenbienen legt das Weibchen durch ein kleines Loch in der Brutzelle ein Ei
in das Wirtsnest und verschliesst das Loch wieder. Ihre Larven töten dann Ei oder Larve des Wirts.
- Bei den meisten anderen Kuckucksbienen versteckt ein Weibchen ihr Ei in einer offenen, noch nicht
fertig verproviantierten Brutzelle. Die Larven töten dann ihre Wirtsgeschwister und ernähren sich
von deren Vorräten.
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Abenteuerliche Schlafpositionen bei den Kuckucksbienen
Kuckucksbienen können nicht wie die anderen Wildbienen
in den eigenen Nestern schlafen. Häufig beissen sie sich deshalb
am Abend oder bei schlechtem Wetter an Halmen oder Blättern
fest, fallen in einen Tiefschlaf und verbringen die Nacht
in teilweise abenteuerlichen Schlafpositionen.
Hast du gewusst, dass …
… Hummeln auch bei tiefen Temperaturen, schlechtem Wetter und über der Waldgrenze fliegen?
Eine isolierende Behaarung und die Erzeugung von Wärme erlauben einigen Hummelarten, auch bei
Kälte aktiv zu sein. Sie erhöhen mittels Zittern der Flugmuskulatur ihre Körpertemperatur auf 30 bis
40 °C. Dies ermöglicht ihnen, ab einer Aussentemperatur von 3 °C zu fliegen und Gebiete bis
3000 M.ü.M. zu besiedeln!
Forscherlabor: Entdecke die Vielfalt der Wildbienenarten
In der Schweiz gibt es etwa 600 Wildbienenarten. Sie unterscheiden sich in Grösse, Form, Farbe und
Lebensweise. Auch für Experten ist es oft schwierig, die einzelnen Arten zu unterscheiden. Neben viel
Geduld, Übung und Erfahrung braucht es für die Bestimmung Fachliteratur und eine
Vergleichssammlung. Einwandfreie Bestimmungen sind wichtig für die Beschreibung der arttypischen
Vorkommen und den Artenschutz. Versuche, die Tiere eines kleinen Teils der Sammlung des
Bündner Naturmuseums selber zu bestimmen!
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Bilderwiesen
Honigbiene
Die Westliche Honigbiene Apis mellifera ist die bekannteste und bestuntersuchte Bienenart der Welt.
Sie lebt in Staaten von bis zu 50’000 Tieren und baut ihre Waben natürlicherweise in hohlen Bäumen
oder Felshöhlen. Imker halten sie in Bienenkästen oder -häuschen. Honigbienen ernähren sich wie
alle Bienen von Nektar und Pollen. Vor allem in neuerer Zeit werden sie von verschiedenen
Krankheiten bedroht.
Weidensandbiene
Die Weidensandbiene Andrena vaga ist auf die Blüten von Weiden Salix spezialisiert. Sie lebt
einzelgängerisch und gräbt ihre Nester bis 60 cm tief in sandigen und nur lückig bewachsenen Boden
in Flussauen, Sand- oder Kiesgruben. Meist werden auf kleiner Fläche Ansammlungen von mehreren
Hundert Nestern beobachtet. Die Weidensandbiene scharrt ihren Nesteingang vor jedem Flug zu und
gräbt ihn bei der Rückkehr wieder aus. In der Schweiz gilt sie nicht als gefährdet.
Ackerhummel
Die Ackerhummel Bombus pascuorum sucht ihre Nahrung auf ganz verschiedenen Pflanzen. Sie lebt
in Völkern von bis zu 200 Tieren. Nur die frisch begatteten Weibchen und späteren Königinnen
überwintern und gründen im Frühjahr ein neues Volk. Als Nistplatz dienen Erdlöcher, Mäusegänge
oder sogar Nistkästen. Die Ackerhummel ist in der Schweiz sehr häufig anzutreffen.
Zweifarbige Mauerbiene
Die Zweifarbige Mauerbiene Osmia bicolor ernährt sich von Pollen vieler Pflanzen, darunter auch
windbestäubte wie Wegerich und Seggen. Sie nistet in leeren Schneckenhäuschen, die sie mit kleinen
Steinchen oder Erdklümpchen und Wänden aus zerkauten Blättern verschliesst. Zusätzlich deckt sie
das Schneckenhäuschen mit Nadeln oder dürren Halmen ab. Die Zweifarbige Mauerbiene ist in der
Schweiz in Gebieten mit Kalkuntergrund weit verbreitet und gilt nicht als gefährdet.
Maskenbiene
Die Maskenbiene Hylaeus punctulatissima lebt einzeln. Auf ihrem Speisezettel steht ausschliesslich
Lauch Allium. Diesen findet sie wild wachsend oder in Gemüsegärten. Ihre Nester legt sie in
bestehenden Käferfrassgängen in Totholz an oder nagt sie selber ins Mark dürrer Pflanzenstängel.
Weiteres Baumaterial benötigt sie nicht, die Brutzellen schliesst sie mit einem körpereigenen Sekret.
Die Maskenbiene gilt in der Schweiz als gefährdet.
Schmuckbiene
Die Schmuckbiene Epeoploides coecutiens saugt Nektar auf den unterschiedlichsten Blüten. Sie lebt
parasitisch und legt ihre Eier ausschliesslich in die Erdnester von Schenkelbienen Macropis.
Schmuckbienen sind sehr auffällig gefärbt. Zum Schlafen beissen sie sich mit dem Oberkiefer an
senkrechten Halmen fest. In der Schweiz gilt die Schmuckbiene nicht als bedroht. Als Kuckucksbiene
ist sie aber stark vom Vorkommen ihres Wirts abhängig.
Sammlung Carl & de Beaumont
Die hier gezeigten Sammlungskästen stammen aus dem Schweizerischen Nationalpark. Hier verfolgte
man ab 1918 das Ziel, die Wildbienen des Parks zu erfassen. Dr. Jean Carl aus Scuol begann mit
systematischen Erhebungen von Bienen und Wespen im Engadin und legte dazu erste Sammlungen
an. Nach seinem Tod wurde diese Arbeit von 1942 bis 1958 durch Jacques de Beaumont aus
Lausanne weitergeführt. Wenige Jahre später wurde die Sammlung durch Robert B. Benson mit nahe
verwandten Pflanzenwespen aus dem Nationalpark ergänzt. Die ganze Sammlung mit 19
Insektenkästen kam 1961 ans Bündner Naturmuseum.
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Themenkreis: Lockmittel Blüten (blau)
Blüten – wozu? (gesprochener Einleitungstext von Andreas Müller)
„Blüten dienen der geschlechtlichen Fortpflanzung einer Pflanze. Sie enthält die
Fortpflanzungsorgane: Staubblätter und Fruchtblätter. Die Blütenhülle schützt diese und lockt
bestäubende Insekten an. Durch die Bestäubung wird Erbmaterial neu gemischt und es entstehen
Früchte mit Samen. Diese können vom Wind oder von Tieren verstreut werden.“
„My Sohn nimm Platz …“ (Projektion)
Die Nummer «My Sohn, nimm Platz!» war ein Klassiker im Programm von César Keiser. Ein Vater hat
sich vorgenommen, seinen Sohn aufzuklären. Doch, wie sag ich's meinem Kinde? Am besten anhand
des Beispiels von Bienchen und Blümchen!
«My Sohn, nimm Platz!» war Teil des Programms «Opus 5» von César Keiser und Margrit Läubli. Die
Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972.
Bau und Funktion einer Blüte
Die Blüten der Blütenpflanzen bestehen aus Kelch- und Kronblättern. Diese umhüllen die
Staubblätter (männliche Geschlechtsteile) sowie die Fruchtblätter, den weiblichen Teil der Blüte. Der
Pollen sitzt in den Staubbeuteln an der Spitze der Staubblätter.
Blütentypen
Die Vielfalt der Blüten im Pflanzenreich ist riesig. Die Pflanzenarten „buhlen“ daher um die
Aufmerksamkeit der Insekten. Nur wer sie anlocken kann, sichert sich Bestäubung und damit
Fortpflanzung. Um sicherzustellen, dass Blütenbesucher auch tatsächlich Pollen mitnehmen, aber
auch, um sich vor unliebsamen, hungrigen Gästen zu schützen, haben Blüten die verschiedensten
Formen entwickelt.
Nachbildungen von:
1: Apfelblüte Malus domestica (Rosengewächs)
2: Blüte des Wiesensalbeis Salvia pratensis (Lippenblütler)
3: Blüte des Hauhechels Ononis spinosa (Hülsenfrüchtler)
Blüte im Querschnitt
1. Blütenboden
2. Kelchblätter
3. Kronblätter
4. Staubblätter, mit pollengefüllten Staubbeuteln an der Spitze
5. Fruchtblatt, mit verdickter Narbe (oben)
Warum besuchen Bienen Blüten?
Pollen und Nektar in Blüten sind für Bienen die wichtigste Nahrungsquelle für ihre Brut und sich
selber. Bienenmännchen suchen auf ihnen aber auch nach Weibchen. Verschiedene Bienenarten
benutzen Blütenmaterial für den Nestbau. Und auch nektarsüsse Träume kommen vor – manche
Bienen schlafen in Blüten.
Hast du gewusst …?
… dass die Männchen bestimmter Wildbienen Blüten gewisser Pflanzen gegen andere Männchen und
artfremde Eindringlinge wie Hummeln oder Honigbienen verteidigen?
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Weibchen einer Wollbienenart von Männchen bewachte
Blüten lieber aufsuchen, da sie ‚wissen‘, dass dort das Nahrungsangebot grösser ist als bei
unbewachten Blüten.
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Nektar – Energydrink der Bienen
Nektar besteht aus Wasser, verschiedenen Zuckerarten sowie geringen Mengen an Aminosäuren,
Fetten oder Vitaminen. Je nach Pflanzenart liegt die Zuckerkonzentration zwischen 8 und 75 Prozent.
Nektar wird in Blüten abgesondert. Viele Pflanzen entwickeln eigens dafür Nektar- oder Honigblätter.
Typische Nektarbehälter sind auch die Sporne: das sind hohle, sackartige Fortsätze.
Nektar ist die Hauptnahrung erwachsener Bienen. Honigbienen und Hummeln machen daraus den
Honig.
Was ist Pollen?
Pollen, den wir auch Blütenstaub nennen, ist für Bienen hochwertige Nahrung. Er weist mit 16 bis 30
Prozent einen hohen Gehalt an Eiweiss auf. Zudem enthält Pollen Fette, Stärke, Mineralien, Zucker
oder Vitamine. Dies macht ihn zum wichtigsten Bestandteil der Larvennahrung der Bienen.
Elektronenmikroskop-Aufnahmen eines Pollenkorns des Alpen-Löwenzahns Taraxacum alpinum und
des Feld-Ahorns Acer campestre
Heisshunger auf Pollen
Bienen benötigen für ihre Fortpflanzung enorme Pollenmengen. Sie entfernen bei einem einzigen
Blütenbesuch oftmals 70 bis 90 Prozent des vorhandenen Pollens. Für die Produktion eines einzelnen
Nachkommens braucht beispielsweise die Schwarze Mörtelbiene Megachile parietina den gesamten
Pollengehalt von etwa 1140 Blüten der Saat-Esparsette Onobrychis viciifolia, die Schlürfbiene
Rophites algirus 350 Blüten des Aufrechten Ziest Stachys recta.
Die Nadeln entsprechen der Anzahl Blüten, deren Pollen eine Biene braucht, um einen Nachkommen
zu produzieren.
Unterschiedliche Vorlieben (Spezialisten/Generalisten)
Die einzelnen Bienenarten nutzen beim Sammeln von Pollen entweder ein breites Spektrum von
Pflanzen oder sie sind auf ganz bestimmte Pollenquellen spezialisiert. Fehlen diese, können sie keine
Nachkommen produzieren.
- Typischer Spezialist: Die Mauerbiene Osmia cerinthidis besucht nur Blüten von Wachsblumen
Cerinthe  grüner Faden
- Typischer Generalist: Die Rote Mauerbiene Osmia bicornis sammelt den Pollen auf ganz
unterschiedlichen Pflanzen  oranger Faden
Bestäubung
Insekten sind die wichtigsten Bestäuber der Blütenpflanzen und erbringen damit einen enormen
ökologischen und ökonomischen Nutzen für Mensch und Natur.
Was passiert bei der Bestäubung?
Die Staubblätter bilden den Pollen. Bei der Bestäubung gelangt er auf die Fruchtblätter einer Blüte,
die die Samenanlagen mit den Eizellen enthalten. Der Pollen keimt und wächst durch das Fruchtblatt
zur Eizelle. Wenn der Pollen zur Eizelle vorstösst, findet die Befruchtung statt. Es bildet sich ein
Embryo, der im Samen eingeschlossen und geschützt ist. Wenn er keimt, ist eine neue Pflanze
geboren.
Die Bestäubung des Wiesensalbeis Salvia pratensis erfolgt hauptsächlich durch Wildbienen über den
Salbei-Mechanismus: Die Biene steckt ihren Rüssel in die Blüte, um Nektar zu sammeln. Dabei senken
sich die Staubblätter, so dass der Blütenstaub am haarigen Körper der Biene abgestreift wird. Die
Biene trägt dann den Pollen weiter auf andere Blüten.
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Wie nehmen Bienen Blüten wahr?
Bienen haben wie alle Insekten sogenannte Komplexaugen. Diese sind aus hunderten von
Einzelaugen zusammengesetzt. Jedes Einzelauge fügt einen kleinen Bildausschnitt zum Gesamtbild
ein. Bienen erkennen Blüten anhand von Farben, Formen und Düften. Diese Merkmale machen die
Blüten einer Pflanzenart unverwechselbar. Dies ist die Voraussetzung, dass Bienen dieselbe
Pflanzenart wiederholt anfliegen, was eine hohe Bestäubungswahrscheinlichkeit garantiert.
Bienen sehen anders als wir
Bienen können UV-Licht wahrnehmen. Die Sonne erscheint grün, grüne Wiesen sind grau, Gelb ist
purpur und Rot wird gar nicht wahrgenommen. Dafür sehen Bienen für uns einfarbige Blüten oft
vielfältig, denn diese weisen Flecken und Linien auf, die nur im UV-Bereich sichtbar sind und auf
Nektardrüsen hinweisen.
UV-Box
Drücken Sie den Knopf: Dank des zugeschalteten UV-Lichtes können nun die Orte erkannt werden,
die Nektardrüsen besitzen. Bsp.: Scharfer Hahnenfuss Ranunculus acris und Wegwarte Cichorium
intybus.
Pollen sammeln und transportieren
Die meisten Bienen sammeln Pollen mit Hilfe kammartiger Behaarung an den Vorderbeinen. Einige
Arten befördern ihn mit wippenden Bewegungen des Hinterleibs direkt von der Blüte in die
Bauchbürste. Andere setzen Haare und Borsten an Gesicht, Rüssel und Vorderbeinen ein, um Pollen
zu sammeln, der beispielsweise in langen Kronröhren verborgen ist. Einige Arten schütteln den Pollen
auf ihren Körper, indem sie die Blüte mit ihrer Flugmuskulatur in Schwingung versetzen. Manche
Bienen schlucken den Pollen für den Transport.
Der Transport der Pollen erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Körperteile in die Brutzellen:
- Beinsammler
- Bauchsammler
- Schlucksammler (Pollentransport im Kropf)
Bienen sind die wichtigsten Bestäuber
Etwa 80 Prozent der Blütenpflanzen werden bei uns von Insekten bestäubt. Bienen sind neben der
kleinen Gruppe der Pollenwespen die einzigen Blütenbesucher, die nicht nur für die eigene
Ernährung, sondern auch für die Fortpflanzung gänzlich von Blütenprodukten abhängig sind. Diese
Abhängigkeit hat dazu geführt, dass Bienen alle Register ziehen, um an Pollen und Nektar zu
gelangen. Bienen besammeln auch kompliziert gebaute Blüten. Sie bestäuben vielfach derart
effizient, dass wenige Blütenbesuche zu grosser Samen- und Fruchtproduktion führen.
 Honigbienen und die Wildbienen ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und garantieren so die
langfristige Sicherung der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen!
Bedeutung der Bestäubung für den Menschen
Die Bedeutung von Bienen für die Artenvielfalt in der Natur ist nicht zu beziffern. Dies gilt auch für
den Nutzen für uns Menschen. Denn ohne Pflanzenvielfalt gibt es keine Rinder und Schafe und ohne
diese weder Fleisch, Käse, Butter noch Joghurt… Ohne Nutzpflanzen kein Obst, Gemüse, Speiseöl,
aber auch weniger Medikamente und Kosmetika. Zudem sind all die positiven Effekte zu erwähnen,
die farbenfrohe Wiesen und duftende Blüten auf unser Wohlbefinden ausüben!
Ohne Bestäuber blieben unsere Teller leer!
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„Hast du gewusst…“
… dass es neben den Bienen noch andere Insekten gibt, die für die Bestäubung von Pflanzen wichtig
sind? - Kennst du sie?
Auch sie sind neben den Bienen wichtige Bestäuber: Fliegen (Tanzfliege Empididae); Käfer (Gefleckter
Schmalbock Rutpela maculata); Schmetterlinge (Landkärtchen Araschnia levana)
Erfolg durch Sexualtäuschung (Erklärung zum Film)
Orchideen der Gattung Ophrys sind bekannt für ihren besonderen Bestäubungsmechanismus. Die
Lippe einer Blüte stellt bei diesen Pflanzen eine Nachahmung eines weiblichen Insekts dar. Männliche
Insekten (im Film eine Sandbiene) lassen sich täuschen und übertragen den Pollen während einer
sogenannten Pseudo-Kopulation. Dieses Phänomen wird Sexualtäuschung (englisch: sexual
deception) genannt. Die Pollenpakete werden mit dem Hinterkörper (Abdomen) entnommen und auf
die nächste Ophrys-Blüte transportiert.
Themenkreis: Nester und Lebensräume der Bienen (weinrot)
Gesprochener Einleitungstext von Antonia Zurbuchen
„Dass Honigbienen Waben bauen und darin ihren Nachwuchs aufziehen, ist weit herum bekannt. Aber
auch die Mehrheit der anderen Bienen baut Nester. Diese sind meist unauffällig, enthalten nur selten
mehr als 10 Eier und liegen gut versteckt in totem Holz, dürren Pflanzenstengeln oder im Boden.
Die Nester bieten den Bienenlarven Nahrung sowie Schutz vor Wetter und Fressfeinden und
ermöglichen ihnen einen optimalen Start ins Leben. Vorausgesetzt allerdings, Bienenweibchen finden
geeignete Standorte und Materialien für den Nestbau.
Damit Bienenmütter genügend Pollen und Nektar für die Larven sammeln können, müssen sie Blumen
möglichst nahe beim Neststandort besuchen können. Lebensräume mit einem vielfältigen und reichen
Angebot an Blütenpflanzen für die Nahrungssuche und Kleinstrukturen für den Nestbau erfüllen die
Ansprüche von Bienen am besten.“
Nester – Die Kinderstuben der Bienen
Vielfalt der Nester - Vielfältige Ansprüche
Drei Viertel aller Bienen Mitteleuropas bauen Nester, in denen ihre Jungen heranwachsen. Die
restlichen legen ihre Eier anderen Bienenarten ins Nest. Es sind Brutparasiten, die man daher auch
„Kuckucksbienen“ nennt.
Nestarchitektur, Baumaterialien und Nistplätze sind bei den über 600 Bienenarten Mitteleuropas
sehr vielfältig. Viele benötigen spezifische Kleinstrukturen für ihre Nestanlage. Dies können totes
Holz, Boden ohne Vegetation, dürre Pflanzenstängel, Schneckenhäuschen oder Steine sein.
Nicht egal: Das richtige Nestmaterial
Für den Bau der Nester verwenden Bienen verschiedene Materialien. Dazu gehören Erde, Steinchen,
zerkautes Blattmaterial, Laub- oder Blütenblätter, Pflanzenwolle, Harz oder selbst produziertes
Wachs. Die meisten Bienen kleiden ihre Brutzellen mit wasserabstossenden Sekreten aus, die sie
selbst produzieren oder von Pflanzen gewinnen. Die Sekrete schützen vor eindringendem Wasser,
Pilzen und Bakterien und sie halten Nesträuber ab.
Wie finden Bienen ihre Nester?
Bienenweibchen, die Pollen und Nektar eintragen, finden ihr Nest optisch anhand von
Geländemarken wie Steinen oder Ästen. Der Nesteingang wird geruchlich anhand von Duftsekreten
erkannt. So kann das Nest sogar dann gefunden werden, wenn es in einer grossen Kolonie liegt oder
der Nesteingang beispielsweise nach Regen verschüttet ist.
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Neststandorte & -typen: Dioramen/Vitrinen
Nester in bestehenden Hohlräumen
Etwa ein Fünftel der einheimischen Bienen baut seine Nester in bestehenden Hohlräumen.
Die Gehörnte Mauerbiene Osmia cornuta nutzt unter anderem leere Schneckenhäuschen. Eine
andere Mauerbienenart Osmia mustelina baut ein Nest aus Pflanzenmörtel. Sie verwendet dafür
Laubblätter von Sonnenröschen. Die Garten-Wollbiene Anthidium manicatum sammelt
Pflanzenhaare, die sie mit pflanzlichen Sekreten imprägniert und verklebt. Die Pflanzenwolle stammt
meist von Disteln, Ziest oder Königskerze.
Die Düsterbiene Stelis punctulatissima legt ihre Eier als Brutparasit in die Nester der GartenWollbiene Anthidium manicatum. Die Larven des Gemeinen Bienenkäfers Trichodes apiarius leben
räuberisch in den Nestern von Bienen.
Ausgestellt sind:
- Nest der Gehörnten Mauerbiene Osmia cornuta
- Nest der Mauerbiene Osmia mustelina
- Nest der Garten-Wollbiene Anthidium manicatum
- Gemeiner Bienenkäfer Trichodes apiarius auf Pflanzenstengel mit Bienennestern
Eigenbau in totem Pflanzenmaterial
Einige Bienenarten nagen die Hohlräume für die Nestanlage selber. Die auffällige, grosse Holzbiene
Xylocopa valga gräbt in totes Holz. Die Mauerbiene Osmia leucomelana nutzt markhaltige, dürre
Stängel von Kräutern und Sträuchern. Blattschneiderbienen Megachile spec. verwenden für ihre
Brutzellen Blattstücke, die sie aus Blättern von Bäumen, Sträuchern und Kräutern ausschneiden.
Ausgestellt sind:
- Nest der Mauerbiene Osmia leucomelana
- Nest einer Blattschneiderbiene Megachile spec.
Ein Meer von Nestern
Etwa die Hälfte der Bienen Mitteleuropas gräbt die Nester selber im Boden. Die Brutzellen liegen
wenige Zentimeter bis zu einem Meter tief. Bei der Sandbiene Andrena nitida bildet der Aushub
kleine Erdhügel. Die Bauten vieler Weibchen können nahe beieinander liegen. Auch die FrühlingsPelzbiene Anthophora plumipes nistet meist kolonieweise an Erdwänden, lehmverfugten Mauern
oder ebenen Erdflächen. Solche Konzentrationen bieten Schutz vor Parasitierung, da die
Wahrscheinlichkeit eines Befalls einer Brutzelle mit steigender Anzahl Nachbarnester sinkt.
Der Bienenwolf Philanthus triangulum, eine Grabwespe, erbeutet und vergräbt Bienen als Nahrung
für seine Larven.
Ausgestellt sind:
- Nest der Sandbiene Andrena nitida
- Nest der Gemeinen Pelzbiene Anthophora plumipes
Nester an der frischen Luft
Sieben einheimische Arten bauen freistehende Nester. Bei der Kleinen Harzbiene Anthidium
strigatum bestehen sie aus Pflanzenharz. Die Mörtelbiene Megachile parietina und die Mauerbiene
Osmia xanthomelana benutzen Erde und Steinchen. Die Nester der Mörtelbiene Megachile parietina
befinden sich an Steinen, jene der Mauerbiene Osmia xanthomelana an Pflanzen.
Ausgestellt sind:
- Nest der Kleinen Harzbiene Anthidium strigatum
- Nest einer Mörtelbiene Megachile spec.
- Nest einer Mauerbiene Osmia xanthomelana
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Hummeln legen sich in fremde Nester
Hummeln legen ihre Nester in Hohlräumen an. Die Dunkle Erdhummel Bombus terrestris nutzt mit
Vorliebe Mäusenester. Die Zellen bestehen aus Wachs, das die Tiere in Drüsen im Hinterleib
produzieren. Sie sind haufenartig angeordnet. Pro Brutzelle können sich mehrere Larven entwickeln
– eine Ausnahme unter den Bienen. Nebst Brutzellen legen Hummeln auch Vorratszellen an, in denen
Nektar und Pollen eingelagert werden.
Ausgestellt ist:
- Nest der Baumhummel Bombus hypnorum in einem Vogelnest
Nester aus Waben
Die Zellen der Honigbiene Apis mellifera sind sechseckig. Im Verband bilden sie die Waben. Jede
Wabe ist beidseits mit Zellen bestückt. In den Zellen werden die Arbeiterinnen und Drohnen
(Männchen) aufgezogen sowie Honig und Pollen eingelagert.
Wespen bauen aus Papier
Anders als bei Bienen besteht das Nest eines Wespenvolks wie das der Gallischen Feldwespe Polistes
dominula stets aus Papier. Die Wespen stellen dieses selbst aus den Fasern von totem Holz her, das
sie abnagen und mit Speichel vermischen. Die Waben sind sechseckig wie bei der Honigbiene Apis
mellifera.
Nest der Honigbiene (Vitrine)
Honigbienen Apis mellifera können in seltenen Fällen frei hängende Nester an Ästen bauen. Dieses
Exponat wurde 1987 in Haldenstein (Graubünden) gefunden.
Einsamkeit in der Kinderstube
Ein Bienennest besteht stets aus Brutzellen. Diese sind meist aneinandergereiht, unregelmässig
gruppiert oder einzeln. In jede Brutzelle legt das Bienenweibchen ein Ei, dazu trägt es Pollen und
Nektar als Nahrung für die Larve ein. Dann verschliesst es die Brutzelle und beginnt mit dem Bau der
nächsten.
Solitäre Bienenarten bauen selten mehr als 10 Brutzellen während ihres meist nur wenige Wochen
dauernden Lebens als erwachsene Insekten.
Filmlegende
Die Filme zeigen Rostrote Mauerbiene Osmia bicornis und Scherenbiene Osmia florisomnis bei
Eiablage, Polleneintrag und Bau von Brutzellen. Alle Aufnahmen: Werner Töpfl, Dornach
Wo leben Bienen
Bienen findet man vom Meer bis ins Gebirge und vom Äquator bis zum Polarkreis. Die einzelnen
Arten unterscheiden sich jedoch in ihren Ansprüchen an Nistplätze und Nahrungspflanzen. Daher
findet man nicht überall dieselben Bienenarten.
Vielfältige Landschaften – Viele Bienen
Bienen können nur dort vorkommen, wo Blütenvielfalt und Nistplätze nahe beieinander vorkommen.
Naturnahe Landschaften mit vielen Kleinstrukturen und einem grossen Blütenangebot sind ideal.
Besonders wichtig für Bienen sind Trockenwiesen und -weiden, Wald- und Heckensäume,
Waldlichtungen, Flussauen, Sand-, Kies- und Lehmgruben, Brachflächen, Rebberge, Trockenmauern,
Obstgärten, Felswände, Erosionshalden, blütenreiche Wegränder oder Naturgärten.
Wie helfen wir Bienen?
Die intensive Bewirtschaftung des Kulturlands mit Maschinen und Pestiziden, die Aufgabe
landwirtschaftlicher Nutzung und die Ausdehnung des Siedlungsraums haben in den letzten
Jahrzehnten die Lebensräume von Bienen vielerorts zerstört.
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Wer Bienen helfen will, erhält und fördert Blütenpflanzen und Kleinstrukturen. Dies kann im eigenen
Garten, im Kulturland oder an Waldrändern sein. Bereits auf relativ kleinen Flächen können sich viele
Bienen ansiedeln. Eine reich strukturierte, naturnahe Landschaft ist der beste Weg zur Erhaltung und
Förderung einer grossen Bienenvielfalt.
Themenkreis: Die Honigbiene – gemeinsam zum Erfolg (orange)
Gesprochener Einleitungstext von Mathias Götti: Spezialfall Honigbiene
„Die Honigbiene ist das einzige „Nutztier“ unter den Insekten. Keine andere Bienenart ist daher so gut
erforscht wie sie. Sie trägt zur Bestäubung bei und liefert mit Honig, Wachs, Propolis und Gelée
Royale zahlreiche für uns wichtige Produkte. Die alten Ägypter nutzten bereits vor etwa 4500 Jahren
ihre Dienste, Felsmalereien dokumentieren die Gewinnung von Honig wildlebender Honigbienen vor
mehr als 15’000 Jahren. Das Sozialverhalten der Honigbiene mit Königin, Drohnen (den männlichen
Bienen) und Arbeiterinnen, unter denen eine ausgeklügelte Arbeitsteilung herrscht, fasziniert die
Menschen seit Jahrhunderten und hat Forschern auch schon Nobelpreise beschert. Die Honigbiene hat
ein äusserst positives und sympathisches Image – daran ändern nicht einmal ihre schmerzhaften
Stiche etwas. Seit einigen Jahren kämpft die Honigbiene jedoch mit Problemen, vermehrt werden
Bienenverluste festgestellt, was die Öffentlichkeit bewegt. Von diesen Problemen sind die aus
Ostasien eingeschleppte Varroamilbe und der Rückgang der Pflanzenvielfalt und der Einsatz von
Pestiziden die gravierendsten.“
Einziges Nutztier unter den Insekten
Der Mensch erntet Honig seit mehr als 15’000 Jahren. Zunächst bediente er sich bei wildlebenden
Bienenvölkern. Im Mittelalter sammelten Waldimker, die sogenannten Zeidler, diesen Honig
gewerbsmässig. Seit ca. 5000 Jahren wird die Honigbiene als Nutztier gehalten. Sie ist das einzige
Nutztier unter unseren Insekten. Warum ist die Honigbiene so attraktiv für uns Menschen?
Die Honigbiene weist mehrere Merkmale auf, die sie als Nutztier attraktiv machen:
•
Grosses Bienenvolk: Mit bis zu 50’000 Individuen, von denen bis zu einem Drittel
Sammelbienen sind, lässt sich mit Honigbienenvölkern die Bestäubungsleistung an einem Ort massiv
erhöhen.
•
Lange Aktivitätszeit: Da Honigbienen als Volk überwintern, fliegen sie vom frühen Frühjahr
bis Herbst in grosser Zahl. Die lange Flugzeit ermöglicht Bestäubung während der gesamten
Vegetationsperiode.
•
Blütenstetigkeit: Eine Honigbiene besucht pro Tag bevorzugt stets Blüten der gleichen
Pflanzenart. Dies garantiert eine hohe Bestäubungsrate.
•
Blüten-Generalisten: Honigbienen nutzen die verschiedensten Blütentypen. Sie sind daher
für die Bestäubung ganz unterschiedlicher Kulturpflanzen einsetzbar.
•
Nicht ortsgebunden: Ein Bienenvolk kann beliebig versetzt werden. Dies ermöglicht dem
Imker, Honigbienen dort zu platzieren, wo Bestäubung nötig ist oder ein hoher Honigertrag zu
erwarten ist.
•
Wertvolle Produkte: Die Honigbiene liefert vom Honig bis zum Wachs zahlreiche, für den
Menschen wertvolle Produkte.
•
Zucht: Durch gezielte Auswahl der Königinnen lassen sich bei Honigbienenvölkern bestimmte
Eigenschaften wie Arbeitsleistung oder Krankheitsresistenz heranzüchten.
Produkte der Honigbiene
Der Nutzen der Honigbienen geht weit über die Bestäubung hinaus. Sie liefern zahlreiche Produkte,
die wir Menschen nutzen.
19
Honig – Das Heizöl der Honigbiene
Honig entsteht aus Nektar oder Honigtau. Honigtau ist ein Ausscheidungsprodukt verschiedener
Insekten, die Pflanzensäfte saugen. Ein Bienenvolk kann in einem Sommer bis zu 300 Kilogramm
Honig produzieren. Dafür sind mehrere Millionen Ausflüge nötig, bei denen 20 Millionen Kilometer
zurückgelegt werden.
Flüssiger Nektar, fester Honig
Bienen dicken Nektar ein, indem sie ihm Wasser entziehen. Der Honig wird in den Waben gelagert. Er
dient den Bienen als Nahrungsvorrat, auch im Winter. Der grösste Teil wird für die Wärmeproduktion
verwendet, die Honigbienen mittels Muskelzittern erzeugen.
Der Mensch nutzt Honig als Süssmittel und Speise, aber auch als Heilmittel.
Pollen – Für Gesundheit und Kosmetik
Ein Honigbienenvolk kann pro Jahr 20 bis 30 Kilogramm reinen Pollenstaub ins Nest tragen. Er wird in
den Zellen der Waben gelagert. Ammenbienen verfüttern ihn in Form eines Futtersaftes an die
Larven.
Der Imker sammelt Pollen als wertvolles, das Immunsystem stärkende Nahrungsmittel, aber auch für
Kosmetikprodukte.
Bienenwachs – Für Waben und Kerzen
Das Wachs der Bienenwaben produzieren Honigbienen mittels Wachsdrüsen im Hinterleib. Beim Bau
wird es auf 37 bis 40 °C erwärmt. Erst beim Erkalten bilden sich die perfekten Sechsecke.
Bienenwachs findet bei der Herstellung von Kerzen, Kosmetikartikeln, Farben, Imprägniermitteln,
Süssigkeiten sowie in der Medizin Verwendung.
Propolis – Fensterkitt der Bienen
Propolis besteht aus Pflanzenharz. Honigbienen verschliessen damit Ritzen und Spalten und
versteifen mit ihm das Wachs der Waben. Propolis schützt auch gegen Bakterien und Pilze.
Honigbienen überziehen daher das Innere ihrer Behausung mit einer hauchdünnen Schicht aus
Propolis. Propolis wird als Heilmittel bei Entzündungen und Verletzungen eingesetzt.
Gelée Royale – Futter der Königin
Ammenbienen bilden aus Pollen Gelée Royale. Sie füttern damit Larven und – wie der Name besagt –
die Königinnenlarven. Nur wenn eine Larve bis zum letzten Stadium Gelée Royale erhält, wird sie zur
Königin. Diese wird zeitlebens mit Gelée Royale gefüttert.
Zur Gewinnung wird Gelée Royale aus künstlich eingesetzten Weiselzellen abgeschöpft. Es wird in
Nahrungsmitteln und Kosmetikprodukten verwendet.
Bienengift – Gegen Feinde und Rheuma
Bienengift dient den Bienen zur Abwehr von Feinden. In der Medizin wird es zur Behandlung von
rheumatischen Beschwerden, aber auch bei Hexenschuss, Sportverletzungen oder gegen Hautfalten
verwendet. Seine Wirkung scheint wissenschaftlich allerdings umstritten.
Imkerei – Für Ökologie und Ökonomie
Der Mensch hält Honigbienen für die Gewinnung von Nahrungsmitteln und weiterer Produkte. Die
Motivation, sich als Imker zu betätigen, reicht vom Zusatzerwerb über familiäre Tradition bis hin zur
Faszination des Naturerlebnisses. Wirtschaftlich betrachtet gilt die Honigbiene in Europa als das
drittwichtigste Nutztier.
Fundierte Kenntnisse unerlässlich
Zum Handwerk des Imkers gehören genaue Kenntnisse der Biologie der Honigbiene, aber auch der
Gebrauch von künstlichen Waben, die Bekämpfung von Krankheiten, die Auswahl sinnvoller
Standorte für ein Bienenvolk oder die Gewinnung von Honig. Interessenten sollten sich auch über
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finanzielle Aspekte, Zeitaufwand oder Versicherungsfragen informieren. Im Jahr 2014 liessen sich in
der Schweiz etwa 1000 Personen zu Imkerinnen und Imkern ausbilden.
Imkerei in der Schweiz
Rund 13’000 Imkerinnen und Imker sind im „Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer
Bienenfreunde“ (VDRB), der „Société Romande d’apiculture“ (SAR) und der „Società Ticinese di
Apicoltura“ (STA) zusammengeschlossen. Mit dem Zentrum für Bienenforschung in Bern-Liebefeld
betreibt der Bund eine nationale Forschungsanstalt für die Honigbiene.
Imkereiverbände regional und kantonal
Die meisten Imkerinnen und Imker sind Mitglied in einer Sektion, die ihrerseits dem Kantonalverband
angehört. . In Graubünden existieren 14 Imkersektionen.
Bienenkorb
Der Mensch entdeckte schon vor Jahrhunderten, dass sich Bienen in geeigneten Behausungen halten
und nutzen lassen. Die Behausungen wurden im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Zunächst waren es
ausgehöhlte Baumstämme. Bienenkörbe ermöglichten den Transport von Bienenvölkern. Die
ältesten bekannten Bienenkörbe sind etwa 2000 Jahre alt. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Wechsel
von der Korbimkerei zur Kastenimkerei.
Moderner Bienenkasten (Magazinbeute)
Heutige Bienenkästen ermöglichten ganzjährigen Zugriff auf ein Honigbienenvolk und seine Produkte
und damit auch gezielte Zucht. Die Bienen bauen ihre Zellen auf vorgefertigte Waben aus Wachs.
Bienenwaben sehen je nach Jahreszeit und Aktivität eines Volkes anders aus. Sie vermitteln dem
Imker Informationen über Vitalität und Produktivität eines Volkes.
Die Waben dieses Kastens sind herausnehmbar und zeigen verschiedene Erscheinungsbilder.
Schauen Sie sie genau an und imkern Sie selbst!
Wie Bienen kommunizieren
Honigbienen eines Volkes stehen in ständigem Austausch miteinander. So können die Bedürfnisse
von vielen Tausend Tieren aufeinander abgestimmt werden.
Tanzend zum gedeckten Tisch
Sammelbienen teilen ihren Artgenossen mit, wo sich Nahrungsquellen befinden. Sie machen dies
tanzend und mittels Duftspuren. Tänze finden auf den Waben statt. Der Rundtanz signalisiert eine
Futterquelle, die ganz in der Nähe liegt. Der Schwänzeltanz zeigt weiter entfernte Nahrung an. Je
länger das Schwänzeln dauert, desto weiter ist eine Nahrungsquelle entfernt.
Beim Rundtanz läuft die Biene einen Kreis und ändert nach einer Umdrehung ihre Drehrichtung.
Beim Schwänzeltanz läuft eine Biene zwei Kreise, die sich berühren. An der Berührungsstelle führt sie
rasche seitliche Bewegungen aus – sie schwänzelt. Der Winkel zwischen der Tanzrichtung und der
Sonne entspricht nämlich genau jenem zwischen Futterquelle und Sonne.
Düfte für die Naherkennung
Sammelbienen versprühen bei attraktiven Blüten einen Duft. Dieser teilt den Kolleginnen mit, dass
hier eine ergiebige Nektar- und Pollenquelle liegt. Wenn eine Blüte keine Nahrung mehr liefert,
hinterlässt eine Biene chemische „Derzeit leer“-Signale.
Landmarken für die Orientierung
Sammelbienen orientieren sich anhand von Strukturen wie Bäume, Sträucher oder Hecken in der
Landschaft. Ein Bienenvolk „kartiert“ an einem neuen Standort zunächst die ganze Umgebung. Eine
strukturreiche Landschaft erleichtert den Bienen ihre Arbeit.
21
Waben als Telefonnetz
Honigbienen können sie die Waben gezielt in Schwingungen versetzen, um Mitteilungen an andere
Bienen zu versenden.
Die Wabe – Das Zuhause der Honigbiene
Bau aus Wachs
Kinderstube und Vorratslager
In einer Wabe werden zuinnerst die Larven aufgezogen. Daran anschliessend wird Pollen eingelagert,
mit dem die Brut gefüttert wird. Zuäusserst wird Honig gespeichert. Im Frühjahr findet man
zusätzlich Drohnenzellen. 5 bis 10 Prozent der Zellen im Brutbereich bleiben stets leer.
Zellengrösse bestimmt Geschlecht
Drohnen sind grösser als Arbeiterinnen. Eier, aus denen Drohnen entstehen, werden daher in Zellen
mit einem Durchmesser von 6 bis 7 Millimetern gelegt. Brutzellen für Arbeiterinnen sind nur 5
Millimeter breit. Die Grösse der Zelle entscheidet somit, ob die Königin ein befruchtetes oder
unbefruchtetes Ei ablegt – und bestimmt so das Geschlecht einer Biene.
Konstante Temperatur dank Heizerbienen
Im Nestinnern herrschen 35 °C. Diese Temperatur ist optimal für die Aufzucht der Brut. Wenn die
Temperatur sinkt, erzeugen Honigbienen Wärme, indem sie in den leeren Zellen mit den Flugmuskeln
zittern. Wird es im Sommer zu warm, tragen Honigbienen Wasser ins Nest. Sie benetzen die Waben
und sorgen mit ihren Flügeln wie ein Ventilator für Verdunstungskälte.
Heizen mit Honig
Honig ist der zentrale Energielieferant für das Heizen des Brutbereichs. Etwa zwei Drittel des Honigs
dient diesem Zweck. Im Winter ist Honig die einzige Nahrung der Honigbienen. Ohne ihn wäre eine
Überwinterung als Volk nicht möglich.
Wabenmodell
Die Waben eines Nests der Honigbiene bestehen aus Wachs. Sie sind stets exakt senkrecht
angeordnet. Auf beiden Seiten liegen Zellen, insgesamt 100’000 bis 200’000 pro Nest. Der Abstand
zwischen zwei Waben entspricht der Körperhöhe von zwei Bienen. Jede Zelle weist an ihrem offenen
Ende eine Verdickung auf.
Das Wachs für den Wabenbau wird aus Wachsdrüsen ausgeschieden. Zellen mit Brut, Pollen und
Honig bilden ein festes Muster
Bienen mit Problemen
Seit einigen Jahren sorgen Meldungen über „Bienensterben“ für Schlagzeilen. In Europa und den USA
treten deutlich erhöhte Verluste von Bienenvölkern auf. Zwei Ursachen stehen im Vordergrund.
Weniger Blumen, weniger Biene
Viele Bienenarten leiden unter der intensiven Landwirtschaft und der Verbauung der Landschaft.
Die Erhaltung und Förderung einer naturnahen Landschaft mit vielen Blütenpflanzen und Verzicht auf
Dünger und Gifte hilft ihnen.
Die Honigbiene leidet wie alle Bienen unter dem Rückgang von blumenreichen Wiesen.
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Die Varroamilbe in Asien – Parasit ohne Folgen
Die Varroamilbe Varroa destructor lebt in Ostasien seit Urzeiten auf den Larven der Östlichen
Honigbiene, ohne dass diese dadurch Schaden nimmt. Biene und Milbe haben sich im Laufe der
gemeinsamen Evolution aneinander angepasst.
Die Varroamilbe in Europa – Bienen-Staatsfeind Nr. 1
Seit den 1960er-Jahren wurde die Varroamilbe durch die Verfrachtung von Bienenvölkern
unbeabsichtigt nach Europa und in die USA verschleppt. Hier befällt sie die Westliche Honigbiene, die
fast alle Imker halten. Die Milben saugen Blut und übertragen Viren. Beides schädigt oder tötet die
Bienen und ihre Larven. Trotz Bekämpfung ist es bisher nicht gelungen, die Varroamilbe nachhaltig zu
dezimieren.
„Hast-du-gewusst…“
… dass eine Biene stets stirbt, wenn sie uns sticht?
Im Unterschied zum Stachel von Wespen weist jener von Bienen wie eine Harpune Widerhaken auf.
Bei einem Stich in ein Säugetier oder einen Vogel kann eine Biene ihn nicht mehr herausziehen und
der Stachel samt Giftblase wird ihr aus dem Leib gerissen. Sticht eine Biene hingegen ein anderes
Insekt, kann sie den Stachel wieder entfernen und lebt weiter.
Das Bienenvolk – Gemeinsam zum Erfolg
Arbeitsteilung im Bienenstaat
In einem Bienenstaat machen nicht alle dasselbe. Die Aufgaben des Einzelnen richten sich nach dem
Bedarf des ganzen Volkes.
Von Putz- und Heizbienen
Die Aufgabe einer Honigbienen-Königin besteht im Eierlegen, jene der Männchen in der Begattung
der Königinnen. Die Hauptmasse eines Honigbienenvolkes besteht aus Arbeiterinnen. Man unterscheidet Putz-, Bau-, Brutpflege-, Wächter-, Heiz- und Kühlbienen. Im Laufe des meist nur wenige
Wochen dauernden Lebens übernimmt jedes Tier mehrere Aufgaben. Sammelbienen, die Nektar,
Pollen und Honigtau eintragen, werden sie erst zuletzt.
Flexibilität beim Pflichtenheft
Bei Bedarf können Arbeiterinnen beliebige Funktionen übernehmen. Diese Flexibilität ermöglicht,
rasch auf sich ändernde Bedingungen wie ein sich ändernder Nahrungsbedarf zu reagieren.
Die Königin ist deutlich grösser als Arbeiterinnen und Drohnen. Letztere sind an den grossen Augen
zu erkennen.
Die thermografische Aufnahme zeigt, dass Honigbienen die Zellen der Waben aufheizen können.
23
Text zum Hummelnest im Aussenbereich des Museums:
Auch Hummeln sind Bienen
Ausserhalb des Naturmuseums wurden drei Kästen für Hummeln installiert. Bei Hummeln
gründet ein einzelnes Weibchen, die Königin, ein Volk. Sie zieht in Wachskammern mehrere
Arbeiterinnen auf, die sie mit Nektar und Pollen aus Vorratstöpfen füttert. Diese helfen bei
der Aufzucht weiterer Tiere, bis das Hummelvolk auf dem Höhepunkt der
Kolonieentwicklung aus etwa 50 bis mehreren Hundert Tieren besteht. Danach werden
Geschlechtstiere produziert. Den Winter überleben nur die frisch begatteten Weibchen, die
späteren Königinnen.
Entwicklung eines Hummelvolks in einem Zeitraum von zwei Monaten
Die Königin wärmt ihre ersten Eier in der hellbraunen Wachszelle.
Davor steht das nektargefüllte Wachstöpfchen, das während
Schlechtwetterperioden als Nahrungsreserve dient.
Die ersten Arbeiterinnen sind geschlüpft. Im Vordergrund stehen
drei Wachszellen, in denen Nektar gespeichert ist. Dahinter sind
die hellbraunen Kokons zu sehen, aus denen weiterer
Arbeiterinnen schlüpfen werden. Auf den Kokons befinden sich
dunkelbraune Wachszellen mit Eiern oder noch jungen Larven.
Einen Monat nach der Nestgründung ist das Volk deutlich
gewachsen.
Im Sommer enthält das Nest viele Arbeiterinnen. Auf dem
Höhepunkt der Volksentwicklung werden neue Königinnen und
Männchen herangezogen.
24
2.
Museumskoffer «Wunderwelt der Bienen»
Der Museumskoffer kann im Museum während des Besuchs benutzt, aber nicht in die Schule
oder in den Kindergarten ausgeliehen werden. Reservieren Sie den Museumskoffer gleich
bei Ihrer Besuchs-Anmeldung.
Kofferinhalt:
- Foto-OL mit Suchkärtchen mit Ausschnitten der Ausstellung
- Wahr oder Falsch? Verschiedene Aussagen über Honig- und Wildbienen auf laminierten
Zettelchen (inkl. Lösung)
- 3 Kinderbücher:
- «Nester bauen, Höhlen knabbern» – wie Insekten für ihre Kinder sorgen» von Anne
Möller und «Bienen – fleissige Honigmacher» Benny Blu-Reihe und «Die Biene» Meyers
kleine Kinderbibliothek.
- 2 Sachbücher:
- «Die Biene – meine grosse Tierbibliothek» von Paul Starosta und «Bienen und
Wespen» Was ist Was, Band 19
- 8 Tastsäcke mit Anleitung
- Wildbienen Memory mit 20 versch. Bienenbildern
- Malvorlagen
- Handpuppe von Folkmanis
- Salbei-Blüten-Modell mit Hebelmechanismus inkl. Anleitung
Gruppenaufträge (alle mit Aufgaben und Lösungen):
- Quartett – Einteilung der Insekten
- Der Körperbau der Biene
- Nestbau
- Entwicklung am Beispiel der Honigbiene
- Blüten und Bienen
- Wer ist wer im Bienenstock?
- Bestäubung und Lebensmittel
- Bienen und andere Tiere (Auftrag in den permanenten Ausstellungen des Museums)
 Gehen Sie bitte behutsam mit den Materialien um! Nach Gebrauch gesamtes Material
sorgfältig in den Koffer versorgen und allfällige Schäden oder Verluste an der Kasse melden.
Melden Sie auch, wenn Kopien ausgegangen sind oder fehlen. Besten Dank!
25
3.
Infoblatt: Tanzende Informationen – Wie Honigbienen sich
unterhalten (für Primarstufe: zusammengestellt von Myriam Sciamanna, Chur)
Der Rundtanz
Findet eine Sammlerin eine neue Futterstelle, dann dauert es nicht lange, bis sich dort
mehrere hundert Bienen einfinden. Es scheint fast so, als würde sie den anderen Bienen
davon „erzählen“. Doch wie macht sie das? Der berühmte Forscher Karl von Frisch hat
herausgefunden, dass sich die Bienen durch Tänze verständigen, wie durch den Rundtanz:
Wenn die Biene zum Stock zurückgekehrt ist, läuft sie auf der Wabe im Kreis herum. Dabei
ändert sie häufig die Richtung. Mal läuft sie rechts herum, mal links.
Im dunklen Stock folgen die anderen Bienen der Tänzerin, beriechen und betasten sie mit
ihren Fühlern. Durch den Duft, der in den Haaren haftet, und durch eine mitgebrachte
Kostprobe erfahren sie, um welche Blüte es sich handelt.
Je schneller getanzt wird, desto ergiebiger die Futterstelle. Dieser Rundtanz zeigt den Bienen
an, dass sie die Nahrung rund um den Stock suchen müssen – bis etwa 100 Meter
Entfernung.
Der Schwänzeltanz
Findet die Sammlerin eine Futterstelle, die mehr als 100 Meter vom Stock
entfernt ist, teilt sie dies den anderen Bienen durch den Schwänzeltanz mit.
Dabei läuft sie zwei Kreise, die genau in der Mitte eine gemeinsame Linie
haben. Es sieht ungefähr so aus, als ob die Biene der Form einer 8 folgt.
Zunächst läuft sie nach rechts und dann nach links.
Der Schwänzeltanz hat seinen Namen daher, weil die Biene auf der
Mittellinie ihren Hinterleib heftig hin und her bewegt: Sie schwänzelt. Die
Mittellinie ist sehr wichtig, weil sie anzeigt in welcher Richtung sich die
Futterstelle befindet. Läuft die Biene auf dieser Linie von unten nach oben,
liegt die Futterstelle genau in Richtung Sonne. Die mittanzenden Bienen
müssen also auf die Sonne zufliegen, um nach der Nahrung zu suchen.
Läuft die Tänzerin auf der Mittellinie von oben nach unten, liegt das Futter
entgegengesetzt von der Sonne. Auch Abweichungen nach links und rechts
kann die Biene durch den Schwänzeltanz anzeigen. Je schneller sie tanzt,
desto näher liegt die Futterquelle. Bienen entfernen sich bis zu drei
Kilometer vom Stock.
26
3.1. Folie: Schwänzeltanz der Honigbienen
Aus: Wenn die Bienen tanzen, Einblicke in die Welt der Honigbienen vonTanja Wobig
27
4.
Auftragsblätter
4.1. Suchspiel: Was siehst du da?
 Findest du die abgebildeten Objekte in der Sonderausstellung? Was ist hier abgebildet?
____________________________ ____________________________ ________________________
____________________________ ____________________________ ________________________
____________________________ ____________________________ ________________________
Lösung:
Nest der Schwarzen Mörtelbiene
Pollen in Glas
Querschnitt Kirschblüte
Hummelnest
Bauchsammler
Waben des freien Honigbienennestes
28
Bienenkorb
Mauerbiene typischer Spezialist
Königin, Drohne, Arbeiterin
4.2. Bauplan einer Biene
aus: Arbeitsblätter für Schulen VDRB
Auf der Zeichnung unten ist der Körperbau einer Honigbiene abgebildet.
Auftrag: Schreibe alle Körperteile an, die markiert sind.
Der Körper der Bienen ist gegliedert. Nenne die 3 Körperabschnitte:
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Versuche, die Lücken mit den richtigen Worten zu füllen:
Bienen haben ……. Beine und ….... Flügel.
Mit den ……..…….. können sie sehen, mit den …………………können sie riechen, mit der ………
nehmen sie Flüssigkeit auf.
29
4.2.1.
Bauplan einer Biene (Lösung)
Auf der Zeichnung unten ist der Körperbau einer Honigbiene abgebildet.
Auftrag: Schreibe alle Körperteile an, die markiert sind.
Der Körper der Bienen ist gegliedert. Nenne die 3 Körperabschnitte:
Kopf
Brust
Hinterleib
Lückentext:
Bienen haben 6 Beine und 4 Flügel.
Mit den Augen können sie sehen, mit den Fühlern können sie riechen, mit der Zunge
nehmen sie Flüssigkeit auf.
30
4.3. Unterschied Honigbiene / Wildbiene aus: Bienenkoffer.de
Artenvielfalt
Sozialwesen
Nutzung
Fortpflanzung
Honigbienen
Wildbienen
9 Arten weltweit
1 Art in Europa inkl. Schweiz: Westliche
Honigbiene
Leben in einem grossen Bienenstaat.
30.000 Arten weltweit
2.500 Arten in Europa
620 Arten in der Schweiz
Leben meist als Einzelgänger
(Einsiedlerbienen). Wenige Arten haben
eine soziale Lebensweise (z.B.:
Hummeln).
Als Wildtier frei lebend, Nutzen für
Menschen: Bestäubung der Pflanzen,
(Bsp.: Hummeln in Gewächshäusern,
Mauerbienen in Obstplantagen)
Paarung meist am Boden oder auf
Pflanzen. Ein Männchen begattet ein
Weibchen. Männchen überleben die
Paarung.
Eine Wildbiene legt während ihres
gesamten Lebens etwa 10 bis 30 Eier. Nur
die Weibchen sorgen für die Brut.
Hummeln leben allerdings sozial- erst
kümmert sich die Königin allein um die
Brut, dann helfen ihr die neu
geschlüpften Bienen.
Die allermeisten Wildbienen leben nur 46 Wochen Ausnahme: Hummel- Königin:
sie hält 8 Monate Winterschlaf und lebt
ca. 1 Jahr.
Wird als Nutztier von Imkern gehalten;
Nutzen für Menschen: Bestäubung der
Pflanzen, Honig, Wachs, Propolis, Pollen,
Gelee Royale
Paarung in der Luft beim Hochzeitsflug Eine
Königin wird von 10-20 Drohnen begattet.
Der Drohn stirbt sofort nach der Begattung
Königin legt in einem Sommer bis zu 200.000
Eier (1500 bis 2.000 pro Tag). Die Brut wird
durch die vielen Arbeiterinnen versorgt.
Lebensdauer
Nestbau
Aktionsradius
Spezialisierung
Stachel
Lebensdauer je nach "Bienenwesen":
Königin: bis 7 Jahre; Sommerbiene
(Arbeiterin): ca. 4-6 Wochen; Winterbiene
(Arbeiterin): bis zu 6 Monate; Drohne:
maximal einen Sommer.
Bauen sich Nester aus Wachs, den sie selbst
mithilfe von speziellen Hautdrüsen
produzieren.
Bauen Nester aus verschiedensten
Naturmaterialien. Ihre Brut legen sie in
Nistgänge, die sie in Holz,
Pflanzenstängel, Erde oder Sand anlegen.
Hummeln formen für die Brut kleine
Wachstöpfchen.
Suchen ihre Nahrung in einer Entfernung von Suchen ihre Nahrung innerhalb von 70 bis
3-maximal 7 Kilometern
500 Metern. Hummeln fliegen weiter.
Können den Nektar und Pollen vieler
Viele Wildbienenarten sind auf einige
unterschiedlicher Pflanzenarten ernten.
wenige Pflanzenarten spezialisiert. Fehlt
Besuchen pro Tag möglichst viele
diese Pflanze, fehlt die Biene (die Mohngleichartige Blüten: Während der Apfelblüte Mauerbiene braucht z.B. unbedingt
fliegen sie hauptsächlich Apfelbäume an,
Klatschmohn für ihr Nest)
wenn Raps blüht, fliegen sie in Rapsfelder
usw.
Verfügt über einen Wehrstachel, der die
Die meisten Arten haben einen winzigen
menschliche Haut durchdringen kann. Er
Wehrstachel, der die menschliche Haut
dient zur Verteidigung des Brutnests und
nicht durchdringt. Hummeln haben ein
Honigvorräte.
größeres Brutnest zu verteidigen und
stechen, wenn sie bedroht oder
gequetscht werden.
31
4.3.1.
Arbeitsblatt zu Unterschied Honigbiene / Wildbiene
aus: Bienenkoffer.de
Weißt du, was in die Lücken gehört? Lies den Text und fülle ihn mit den Wörtern so weit aus,
wie du kannst!
Es gibt auf der ganzen Welt nur ______ verschiedene Honigbienenarten und etwa 20‘000
____________-Arten. Alle Bienen sind für Menschen wichtig, weil sie Pflanzen ___________.
Nur so können diese Pflanzen __________ und Samen bilden. Bienen und Blütenpflanzen
sind also ____________ voneinander. Honigbienen werden von Menschen geschätzt, weil
sie _________ herstellen. Neben dem Honig verwenden die Menschen aber auch das Wachs,
den Königinnenfuttersaft und den eingelagerten Blütenstaub. Allein lebende Wildbienen
verbrauchen den _________ direkt und machen keinen Honig daraus. _________________
bauen ihre Nester aus Wachs.
Wildbienen nisten an ganz unterschiedlichen Plätzen und benutzen dazu ganz
unterschiedliche Materialien, um ihre Nester und _______________ zu bauen. Viele
Wildbienenarten nisten unter der ______________.
Dass eine Wildbiene einen Menschen sticht, ist sehr __________. Der _________ der
meisten Wildbienenarten ist auch viel zu schwach, um unsere Haut zu durchbohren. Und:
Nur wenn sich eine weibliche Wildbiene bedroht fühlt, verteidigt sie sich. Das heißt, sie
sticht, wenn sie unter unsere Füße gerät oder mit den Fingern gedrückt wird. Nur in
__________________________ lebende Bienen, also Honigbienen und _____________,
stechen mitunter von sich aus, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Nest und ihre Brut in
Gefahr sind. Aber auch das ist sehr selten.
Hummeln / Früchte / Erde / Gemeinschaft / selten / Wildbienen / Honig /
abhängig / neun / Nektar / Honigbienen / bestäuben / Brutzellen / Stachel
32
4.4. Lesetext zur Entwicklung der Hummel aus Libellius.de
Hummeln brüten, zetteln Revolutionen an und gründen jedes Jahr einen
neuen Staat. Das Hummeljahr im Überblick.
Hummeln gründen jedes Jahr einen neuen Staat.
Wenn Anfang März die Temperaturen über den Gefrierpunkt steigen, wachen die
Hummelköniginnen auf und suchen Futter. Der Blütennektar versorgt sie mit Energie, der
Blütenstaub sorgt für die Entwicklung der Eierstöcke. Sind diese fertig ausgebildet, sucht die
Hummel einen Nistplatz. Eine suchende Königin ist einfach zu erkennen: Im Zick-zack-kurs
fliegt sie dicht über dem Boden, untersucht jedes Erdloch und interessiert sich nicht für
Blüten.
Ein Nest aus Moos und Mäusehaar ...
Hat die Königin ein passendes Domizil gefunden, beginnt sie mit dem Nestbau. Sofern ihr
gewählter Nistplatz frei ist. Wenn nicht, werden Konkurrentinnen oder bisherige Bewohner
vertrieben. Mit ihrem lauten, sonoren Brummen schlagen Hummeln oft sogar Mäuse in die
Flucht. Im Nest muss sich bereits geeignetes Material befinden, aus dem die Hummel ihre
Nestkugel fertigen kann. Das können Moos, Pflanzenfasern, Mäusehaare oder bei
künstlichen Nisthöhlen auch Polsterwolle sein (auf keinen Fall Watte; die Hummeln
erdrosseln sich in den dünnen Fäden!). Die Kugel wird mit Hummelwachs abgedichtet und so
verwoben, dass sie gegen kalte Nächte schützt.
Die Königin sammelt ausgiebig Vorräte und lagert diese dann in eigens angefertigten Wachstöpfchen. Anschließend legt sie maximal ein Dutzend Eier und hüllt diese mit Wachs ein.
Anders als Bienen formt die Hummel keine Waben. Ihr Gelege ist ein unförmiger Klumpen,
der nach und nach erweitert und vergrößert wird.
Hummeln brüten ihre Eier aus
Nun macht die Hummel etwas, das man sonst nur von Vögeln kennt: sie brütet ihre Eier aus.
Hummeln können ihre Flügel von der Flugmuskulatur abkoppeln und „im Leerlauf“ vibrieren.
Dieses Zittern der Flugmuskulatur verbraucht viel Energie, erzeugt aber zugleich genügend
Abwärme, um die Muskulatur auf eine Betriebstemperatur von über 30°C aufzuheizen.
Gerade an kühlen Tagen lässt sich die Hummel so warmlaufen, bevor sie abhebt. Obwohl
wechselwarm wie alle Insekten, hat sie gelernt, mit dieser Vibrationstechnik selbst Wärme
zu erzeugen. Diese Wärme nutzt die Hummel auch, um im Frühjahr ihre Eier auszubrüten.
Über den Hinterleib gibt sie Körperwärme ab und wärmt die Brut auf über dreißig Grad, auch
wenn die Aussentemperatur auf den Gefrierpunkt absinkt. Diese Leistung ist unter Insekten
einzigartig.
Nach wenigen Tagen schlüpfen kleine Larven, die von der Königin gefüttert werden. Da sie
diese Arbeit alleine bewältigen muss, sind erstgeschlüpfte Hummeln aufgrund des
geringeren Nahrungsangebots deutlich kleiner als nachfolgende Generationen oder gar die
Königin selbst.
33
Pubertieren die Arbeiterinnen, kommt es zur Revolution im Hummelstaat
Nach etwa einer Woche beginnen die Larven, sich zu verpuppen. Bis nach drei Wochen die
fertigen Hummeln schlüpfen, machen sie eine vollständige Metamorphose (Verwandlung)
durch. Die geschlüpften Hummeln sind Arbeiterinnen. Durch Pheromonabgaben der Königin
bleiben ihre Eierstöcke unterentwickelt, und sie sind nicht fortpflanzungsfähig.
Sind genügend Arbeiterinnen geschlüpft, bleibt die Königin im Nest und beschränkt sich auf
das Eier legen. Die Fütterung und Brutpflege wird nun von den Arbeiterinnen übernommen,
der Hummelstaat wächst kontinuierlich. Wenn die Population im Sommer ihren Höhepunkt
erreicht, legt die Königin unbefruchtete Eier, aus denen sich Drohnen entwickeln. Kurz nach
ihnen schlüpfen die Jungköniginnen, die im Gegensatz zu den Arbeiterinnen über
entwickelte Eierstöcke verfügen.
Etwa zu dieser Zeit kippt die Stimmung in vielen Hummelnestern. Die Pheromonproduktion
der Königin lässt nach, die Arbeiterinnen entdecken ihren Geschlechtstrieb und werden
rebellisch. Mitunter wird die Königin rabiat aus dem Nest vertrieben. Die Arbeiterinnen
legen dann eigene Eier und fressen fremde. Das kann, muss aber nicht zwangsläufig
geschehen.
Die kleineren und oft auffällig gefärbten Drohnen begatten nun die Jungköniginnen. Danach
neigt sich das Hummeljahr dem Ende zu. Das Hummelvolk stirbt im Herbst, übrig bleiben nur
die befruchteten Jungköniginnen. Diese suchen sich einen Überwinterungsplatz und graben
sich bis zu zwanzig Zentimeter tief im Boden ein. Im Zustand der Winterstarre verschlafen
die Jungköniginnen die kalte Jahreszeit. Nur ein Bruchteil von ihnen gründet im Frühjahr
einen neuen Staat, sofern sie trotz schwindender Lebensräume einen geeigneten Platz für
ihr Nest findet. Um der Hummel zu helfen und einen wichtigen Bestäuber für Obst- und
Gemüsepflanzen nachhaltig zu unterstützen, können Gartenbesitzer einiges zum Schutz der
Hummel tun.
Foto: libellus.de
34
4.5. Hummeluhr
aus: lebens.mittel.punkt Primarschule 2-2013.
Was macht die Hummel zu welcher Jahreszeit? Lese dazu die Information zur Entwicklung
der Hummel S. 33 gut durch. Mit Hilfe des Textes findest du einfach heraus, wohin die
einzelnen Sätze gehören. Vielleicht schaffst du es auch ohne den Text..
Aufgabe:
Schneide die Sätze aus und klebe sie wie Sonnenstrahlen an die Jahresuhr.
35
4.5.1.
Hummeluhr (Lösung).
36
4.6. Von Blüten und Honigbienen
(Auftragsblatt zusammengestellt von Myriam Sciamanna, Chur)
Von Blüte zu Blüte
Die Honigbiene findet ihre Nahrung in den Blüten, die für sich leuchten, wie
bunte Lichter und herrlich duften. So fliegt sie von Blüte zu Blüte, um Pollen
und Nektar für ihr Volk zu sammeln. Der Pollen liegt in den Staubbeuteln. Der
Nektar ist der Zuckersaft der Blüte, aus dem die Honigbienen den Honig
herstellen.
Meistens wird der Nektar auf dem Blütenboden abgesondert. Deshalb besitzt
die Biene einen Saugrüssel, mit dem sie den süssen Saft wie mit einem „Röhrli“
aufsaugt.
Durch den Mund und die Speiseröhre fliesst der Nektar dann in den
Honigmagen. Obwohl dieser Magen kaum grösser ist als ein Stecknadelkopf,
muss die Biene bis zu 1000 Blüten besuchen, um ihn zu füllen.
Wenn der Magen voll ist, kehrt sie zu ihrem Volk zurück und gibt den Nektar an
die Bienen im Stock ab. Nur ganz wenig davon behält sie als Nahrung für sich
selbst. Dann fliegt sie wieder von Blüte zu Blüte.
Saugrüssel – Nektar – Fruchtknoten – Staubbeutel – Narbe – Blütenblatt –
Kelchblatt
37
Die Höschen der Honigbienen
Bei Ihren Blütenbesuchen wird die Honigbiene mit Pollen, dem Blütenstaub,
berieselt. Weil er an ihren Haaren hängen bleibt, sieht die Biene so aus, als ob
sie in eine Puderdose gefallen wäre. Während die Biene zur nächsten Biene
fliegt, bürstet sie sich mit den Hinterbeinen. Den so zusammengefegten
Blütenstaub schiebt sie in die so genannten Körbchen, kleine Vertiefungen, die
sich an ihren Hinterbeinen befinden. Darin sammelt die Honigbiene den Pollen,
der mit etwas mitgebrachtem Honig zu Klümpchen zusammengeklebt wird.
Weil diese Pollenklumpen an beiden Beinen wie kleine Hosen aussehen,
werden sie Höschen genannt. Nach jedem Blütenbesuch werden die Höschen
dicker, bis schliesslich die Körbchen gefüllt sind. Dann fliegt sie zurück zum
Stock, streift die Höschen ab und macht sich auf zu neuen Blütenbesuchen. Der
eingetragene Pollen wird von den Honigbienen im Stock in den Vorratszellen
verstaut.
Fragen:
1. Was macht die Honigbiene, wenn der Pollen in ihren Haaren hängen
bleibt?
2. Worin sammelt sie den Pollen?
3. Wie nennt man die Pollenklümpchen an den Hinterbeinen?
38
Was haben die Pflanzen von den Bienen?
Die Bienen wollen sich nur Nahrung aus den Blüten holen. Dabei leisten sie
aber auf den Pflanzen einen wichtigen Dienst, denn durch die Bienen werden
sie bestäubt. Das geschieht so:
Bei den Blütenbesuchern wird die Biene mit Pollen bepudert. Die Honigbiene
klebt den Blütenstaub zwar an ihren Hinterbeinen fest, doch etwas Blütenstaub
bleibt immer in ihren Haaren hängen. Wenn sie in die nächste Blüte kriecht,
gelangen dabei einige Pollenkörner auf die klebrige Narbe der Blumen. Jetzt hat
die Biene unbewusst die Blüte bestäubt und trägt damit zur Fortpflanzung bei.
Entscheidend ist aber, dass die Bienen so lange zu den Blüten der gleichen
Pflanzenart fliegen, bis sie dort keine Nahrung mehr finden. Wenn sie also bei
den Apfelblüten angefangen haben, besuchen sie nur Apfelblüten und lassen
sich auch nicht von einer Löwenzahnwiese anlocken. Erst wenn sie in den
Apfelblüten keine Nahrung mehr finden, wechseln sie. So gelangt der richtige
Pollen auf die passende Pflanzenart. Die Bienen tragen also dazu bei, dass viele
Pflanzen erhalten bleiben und Obst und Feldfrüchte geerntet werden können.
 Zeichne die Bestäubung einer Blume.
39
4.6.1.
Von Blüten und Honigbienen (Lösungen)
Von Blüte zu Blüte (Lösung)
Die Höschen der Bienen
Antworten
1. Sie bürstet den Blütenstaub mit ihren Hinterbeinen aus ihren Haaren. Dann schiebt
sie ihn in kleine Vertiefungen an den Hinterbeinen.
2. Sie sammelt ihn im Körbchen.
3. Höschen
Was haben die Pflanzen von den Bienen?
 Zeichne die Bestäubung einer Blume.
40
4.7. Bienenfreunde –Bienenfeinde
Auftrag in den permanenten Ausstellungen des Bündner Naturmuseums
Aufgabe:
Im Bündner Naturmuseum sind verschiedenen Tiere ausgestellt, die einen Bezug zu den
Bienen haben. Die meisten haben Bienen gerne, weil sie für sie Nahrung sind oder sie den
Honig der Honigbiene lieben.
- Suche im Eingangsgeschoss und im 1. Obergeschoss nach Tieren oder Objekten, die etwas
mit den Bienen zu tun haben. Notiere ihren Namen und in Stichworten den Bezug zu Bienen:
Name
Bezug
Wo?
Bsp.: Dachs
gräbt Hummelnester aus
Eingangsgeschoss
41
4.8. Bienen und andere Tiere
Was haben die abgebildeten Tiere mit unseren Bienen zu tun? Findest du sie in den
Ausstellungen des Bündner Naturmuseums? Notiere deine Ideen.
Kohlmeise
________________________
Dachs
________________________
Gemeiner Bienenkäfer
________________________
Grünspecht
________________________
Wespenbussard
________________________
Braunbär
________________________
Mauersegler
________________________
Totenkopfschwärmer
________________________
42
4.8.1.
Lösung: Bienen und andere Tiere
Was haben diese Tiere mit unseren Bienen zu tun? Findest du sie in den Ausstellungen des
Bündner Naturmuseums? Notiere deine Ideen.
Kohlmeise: in der Vogelvitrine im 1. Obergeschoss
 frisst manchmal auch Bienen. Ist ein insektenfressender Vogel
Dachs: im Erdgeschoss bei den Mardern
 gräbt gerne nach Insektenlarven und Würmern im Boden. Dabei erwischt er auch einmal
ein Hummelnest.
Gemeine Bienenkäfer: im 1. Obergeschoss in der Käfervitrine (eher rechts)
 Die Larven des Bienenkäfers leben räuberisch in den Nestern verschiedener Wildbienen
und in den Bienenstöcken der Honigbiene. Der ausgewachsene Käfer jagt andere
Blütenbesucher oder frisst Blütenstaub.
Grünspecht: in der Vogelvitrine im 1. Obergeschoss
 Er liebt Ameisen und gräbt diese aus ihren Haufen im Wald. Kann aber auch mal ein
Bienennest ‚besuchen‘.
Wespenbussard: in der Vogelvitrine im 1. Obergeschoss
Der Wespenbussard (Pernis apivorus) frisst am liebsten Wespen, obwohl er die Biene im
wissenschaftlichen und englischen (honey buzzard) Namen trägt. Die Nasenlöcher sind als
Schutz gegen Stiche schlitzförmig, das Kopfgefieder ist sehr steif und mit den kaum gebogenen Krallen kann er gut nach Wespennestern graben.
Braunbär: im Erdgeschoss neben dem Luchs
 Bären lieben den Honig der Honigbiene. Deshalb muss jedes Bienenhäuschen in
Bärengebieten gut gesichert werden.
Mauersegler: in der Vogelvitrine im 1. Obergeschoss
 lebt nur von Fluginsekten. Da kann auch mal eine Biene in den Schnabel geraten…
Totenkopfschwärmer: in der Schmetterlingsvitrine im 1. Obergeschoss
 Die wichtigste Nahrungsquelle des Totenkopfschwärmers sind die Nester der Westlichen
Honigbiene (Apis mellifera), in die die Falter eindringen, um Honig und Nektar zu stehlen!
Auffällig ist, dass die Arbeiterinnen der Bienen den Faltern gegenüber keine Aggressivität
zeigen, da er den Bienengeruch der Bienen nachmachen kann. Auch macht ihnen das
Bienengift nur wenig aus. Einmal in das Nest eingedrungen, verharren die Falter zunächst
ruhig auf den Waben sitzend und werden von den Bienen ignoriert. Schließlich stechen sie
ihren starken Saugrüssel in gedeckelte wie ungedeckelte Zellen und saugen im Schnitt in
etwa 15 Minuten ungefähr fünf von ihnen leer, um den Stock danach wieder zu verlassen.
43
5.
Bau eines einfachen Bienenhotels aus: Wildbienenbroschüre NABU

Bambus-Stäbe
Schilfstängel
oder Strohhalm
Leere Dose
Knoten

Bambus-Stäbe in den
Knoten und in der Mitte
dazwischen durchsägen.
Halme passend schneiden

Die Dose mit den
geschnittenen Stäben und
Halmen vollstopfen
Die volle Dose mit Draht auf
einem Holzbrett festmachen.
Aufgehängt wird die Dose
an eine Mauer in der
Sonne.
Es ist auch möglich, die Büchse an einem erhöhten Ort (auf Mauer, Fensterbrett o.ä.) zwischen zwei Ziegeln
oder Holzblöcken einzuklemmen.
44
6.
Malvorlage Honigbiene an Blüte sowie Hummel aus schulbild.org
45
7.
Leporello: Fragen zur Ausstellung (ab Mittelstufe)
Nachfolgend sind einige Fragen aufgeführt, die mit Hilfe der Ausstellung und deren Exponate
beantwortet werden können. Dabei muss das fehlende Wort eingesetzt werden (Ä=AE,
Ö=OE, Ü=UE). Die eingerahmten Buchstaben müssen anschliessend in den Lösungsraster bei
der entsprechenden Nummer eingetragen werden. Der Lösungssatz sagt, was Bienen am
liebsten haben.
Anleitung Leporello:
- Drucken Sie die beiden Seiten auf weisses Papier aus oder nehmen Sie die
Vorlagen zur Hand.
- Kopieren Sie die Blätter doppelseitig so, dass die Rückseite Kopf steht.
- Schneiden Sie das A4-Blatt in der Mitte längs durch.
- Falten Sie jeden Papierstreifen in 4 Teile.
- Kleben Sie die entsprechenden Hälften mit Scotch-Band zusammen.
- Falten Sie nun das Leporello so, dass die Titelseite mit dem Bienen-Plakat die
Frontseite bildet.
46
47
48
7.1. Lösung Fragen Leporello
D E
N
1
3
2
P O L L E N
U N D
N E K T A R
4
10
13
5
6
7
8
9
11
12
14
15
16
17
18
Themenkreis: Bienenvielfalt (violett)
1. Wie heisst der mittlere Teil des Bienenkörpers? BRUST 10
2. Wie heisst der Mann, der unter anderem die vielen Bienen in den beiden Tischvitrinen
gesammelt hat?
Jacques de BEAUMONT 8
3. Wie nennt man den Vorgang, wenn eine Biene den Pollen von einer Blüte zur nächsten
trägt? BESTAEUBUNG 16
Themenkreis: Lockmittel Blüten (blau)
4. Wie nennt man die männlichen Geschlechtsteile einer Blüte? STAUBBLAETTER 2
5. Der Wiesensalbei gehört zu den LIPPENblütlern 4
6. Nektar ist für Bienen wie für uns ein ENERGYDRINK 12
7. Wie heisst die Wildbiene, die 1140 Blüten der Saat-Esparsette besuchen muss, um einen
einzelnen Nachkommen zu produzieren? Schwarze MOERTELBIENE 11
8. Welche Farbe können Bienen nicht sehen? Die Farbe ROT 5
Themenkreis: Nester und Lebensräume (weinrot)
9. Welches fremde Nest nutzt die Dunkle Erdhummel? MAEUSENEST 3
10. Aus welchem Material bauen die Wespen ihre Nester? WACHS 17
11. Welche geometrische Figur bilden die Zellen der Honigbiene? SECHSECK 14
12. Wo finden wir auf der Erde überall Bienen? Vom Meer bis ins Gebirge, vom Äquator bis
zum POLARKREIS 6
Themenkreis: Die Honigbiene (orange)
13. Die Honigbiene ist im Gegensatz zu den Wildbienen ein sogenanntes NUTZTIER 13
14. Womit produzieren die Honigbienen das Wachs für die Bienenwaben? Mit den
WACHSDRUESEN im Hinterleib 1
15. Um ihre Waben zu schützen und "zusammen zu kleben" produziert die Honigbiene ein
aus Pflanzenharz bestehendes Sekret. Wie heisst das genau? PROPOLIS 7
16. Wie heisst das Futter für die zukünftige Königin der Honigbienen? Gelée ROYALE 18
17. Der Mensch hielt sich schon vor Jahrhunderten Bienen in geeigneten Behausungen. Wie
nennt man die ausgestellte, geflochtene Behausung? BIENENKORB 15
18. Für konstante Temperatur im Bienenstock sorgen die sogenannten HEIZERBIENEN 9
49
8.
Allgemeine Fragen zur Sonderausstellung
Themenkreis: Bienenvielfalt (violett)
gesprochener Einleitungstext am Bildschirm von Felix Amiet:
1)
Wie viele Bienenarten sind in der Schweiz nebst der Honigbiene bekannt?
2)
Welchen "Stoff" brauchen die Blütenbesucher als Energielieferant?
Ohne Bienen keine Blüten – Ohne Blüten keine Bienen
3)
Vor wie vielen Jahren entwickelten sich etwa die Bienen?
4)
Beschreibt mit zwei Stichworten die "Vorfahren" der Bienen.
Unentbehrliche Bestäuber
5)
Wie nennt man das, wenn eine Biene Pollen von einer Blüte zur nächsten trägt?
Tischvitrinen mit Sammlungskästen
6)
Wo haben Jean Carl und Jaques de Beaumont vor allem die Wildbienen gesammelt?
7)
Wie heissen die in den Sammlungskästen gezeigten grossen, pelzigen Bienen mit dem
lateinischen Namen ‚Bombus‘ auf Deutsch?
Themenkreis: Lockmittel Blüten (blau)
Blüten – wozu? (gesprochener Einleitungstext am Bildschirm)
8)
Schreibt die fehlenden Wörter in die Lücken:
___________________ Pollen werden auf die _______________________ Fruchtblätter übertragen.
9)
Vervollständigt die beiden Sätze:
Pflanzen wollen ihre Pollen auf möglichst __________________________________.
Bienen wollen möglichst ________________________________________________.
Bau und Funktion einer Blüte
10)
Woraus bestehen die Blüten der Blütenpflanze?
11)
Welches sind die männlichen Geschlechtsteile der Blüte?
12)
Welches sind die weiblichen Teile der Blüte?
13)
Beschreibt so genau wie möglich, wo die Pollen sitzen.
Blütentypen
14)
Um Insekten anzulocken, haben Blüten die verschiedensten Formen entwickelt. Nenne die
drei Blütentypen der ausgestellten Apfelblüte, des Wiesensalbeis und des Hauhechels.
Warum besuchen Bienen Blüten?
15)
Welche "Produkte" aus der Blüte bieten den Bienen die wichtigste Nahrungsquelle für ihre
Brut und sich selber?
Nektar – Energydrink der Bienen
16)
Woraus besteht Nektar?
Was ist Pollen?
17)
Woraus besteht Pollen (Blütenstaub)?
Heisshunger auf Pollen
50
18)
Bienen benötigen für ihre Fortpflanzung enorme Pollenmengen. Sie entfernen bei einem
einzigen Blütenbesuch oft 70 – 90% des vorhandenen Pollens. Wie viele Blüten der Saat-Esparsette
muss zum Beispiel die Schwarze Mörtelbiene besuchen und deren Pollen sammeln, um einen
einzelnen Nachkommen zu produzieren?
Unterschiedliche Vorlieben (Spezialisten / Generalisten)
19)
Welche Aussagen stimmen?
A: Einzelne Bienenarten nutzen beim Sammeln von Pollen ein breites Spektrum von Pflanzen.
B: Einzelne Bienenarten sind auf ganz bestimmte Pollenquellen spezialisiert.
Was passiert bei der Bestäubung
20)
Ordnet folgende Sätze in die richtige Reihenfolge!
A: Der Pollen keimt und wächst durch das Fruchtblatt zur Eizelle.
B: Es bildet sich ein Embryo, der im Samen eingeschlossen und geschützt ist.
C: Die Staubblätter bilden den Pollen.
D: Wenn der Pollen zur Eizelle vorstösst, findet die Befruchtung statt.
E: Wenn er keimt, ist eine neue Pflanze geboren.
F: Bei der Bestäubung gelangt er auf die Fruchtblätter einer Blüte, die die Samenanlagen mit den
Eizellen enthalten.
Wie nehmen Bienen Blüten wahr?
21)
Beschreibt einfach den Aufbau eines "Komplexauges".
Bienen sehen anders als wir
22)
Bienen können UV-Licht wahrnehmen. Ergänzt folgende Sätze mit den Farben, wie sie die
Bienen sehen!
Die Sonne erscheint ______________________ .
Die Wiesen sind __________________________.
Die Farbe Gelb ist für die Bienen ___________________.
Können die Bienen die Farbe Rot sehen? ______________________.
Pollen sammeln und transportieren
23)
Der Transport der Pollen erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Körperteile in die Brutzellen.
Nenne die drei ausgestellten "Transportarten".
Bedeutung der Bestäubung für Menschen
24)
Zähle so viele Tiere und Lebensmittel wie möglich auf, welche für uns Menschen wichtig sind,
und welche es ohne die Bienen gar nicht gäbe.
"Hast du gewusst…"-Box
25)
Welche drei anderen genannten Insekten sind neben den Bienen wichtig für die Bestäubung
von Pflanzen?
51
Themenkreis: Nester und Lebensräume der Bienen (weinrot)
Nester – Die Kinderstuben der Bienen
26)
Erklärt den Begriff "Kuckucksbienen".
Nicht egal: Das richtige Nestmaterial
27)
Welche verschiedenen Materialien verwenden Bienen für ihren Nestbau?
Hummeln legen sich in fremde Nester
28)
Hummeln legen ihre Nester in Hohlräumen an. Welches fremde Nest nutzt die Dunkle
Erdhummel mit Vorliebe? Und die Baumhummel?
Nester aus Waben
29)
Die Honigbiene baut sich ihre Nester selbst. In den Zellen werden die Arbeiterinnen und
Drohnen (Männchen) aufgezogen. Im Verband bilden die Zellen die Waben. Welche geometrische
Figur bilden die Zellen?
Wespen bauen aus Papier
30)
Aus welchem Material bauen die Wespen ihre Nester?
Wo leben Bienen?
31)
Beschreibt, wo auf der Erde Bienen überall zu finden sind!
Vielfältige Landschaften – Viele Bienen
32)
Welche Bedingungen sind ideale Voraussetzungen zum Vorkommen der Bienen?
Wie helfen wir Bienen?
33)
Wie können wir helfen den Lebensraum der Bienen zu schützen?
Themenkreis: Die Honigbiene – gemeinsam zum Erfolg (orange)
Spezialfall Honigbiene (gesprochener Einleitungstext am Bildschirm)
34)
Die Honigbiene ist ein "spezielles" Insekt. Als was für ein "Tier" wird es deshalb bezeichnet?
Einziges Nutztier unter den Insekten
35)
Seit wie vielen Jahren erntet der Mensch Honig?
36)
Wie lange schon wir die Honigbiene als Nutztier gehalten?
Honig – Energielieferant der Honigbiene
37)
Woraus entsteht Honig?
38)
Wie viel Kilogramm Honig kann ein Bienenvolk in einem Sommer produzieren?
39)
Wie viele Kilometer werden dabei schätzungsweise zurückgelegt?
Flüssiger Nektar, fester Honig
40)
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Nektar und Honig?
Bienenwachs – Für Waben und Kerzen
41)
Womit produzieren die Honigbienen den Wachs der Bienenwaben?
Pollen – Für Gesundheit und Kosmetik
42)
Wie viele Kilogramm Pollenstaub kann ein Honigbienenvolk pro Jahr ins Nest tragen?
Nennt 4 Beispiele, wozu Bienenwachs verwendet werden kann!
43)
52
Propolis – Fensterkitt der Bienen
44)
Um ihre Waben zu schützen und "zusammen zu kleben" produziert benutzt die Honigbiene
ein aus Pflanzenharz bestehendes Sekret. Wie heisst das genau?
Gelée Royale – Futter der Königin
45)
Wie heisst das Futter für die zukünftige Königin der Honigbienen?
Imkerei – Für Ökologie und Ökonomie
46)
Die Honigbiene gilt in Europa als wichtiges Nutztier. Auf welchem "Rang" liegt sie?
Bienenkorb
47)
Der Mensch hielt sich schon vor Jahrhunderten Bienen in geeigneten Behausungen. Bringt
folgende Behausungen in die richtige Reihenfolge. Beginnt mit der ältesten!
____ Bienenkörbe
____ ausgehöhlte Baumstämme
____ Bienenkasten
Wie Bienen kommunizieren: Beamerprojektion
48)
Was tun die Honigbienen eines Volkes, damit die Bedürfnisse von vielen Tausend Tieren
aufeinander abgestimmt werden?
Tanzend zum gedeckten Tisch
49)
Die Sammelbienen teilen ihren Artgenossen mit, wo sich Nahrungsquellen befinden. Sie tun
dies auf zwei verschiedene Arten. Wie denn?
50)
Was signalisiert der sogenannte "Rundtanz"?
51)
Was signalisiert der "Schwänzeltanz" und was bedeutet die unterschiedliche Dauer des
"Schwänzeln"?
Landmarken für die Orientierung
52)
Wie können sich Sammelbienen in ihrer Umgebung orientieren?
Konstante Temperatur dank Heizerbienen
53)
Im Nestinnern herrscht eine ideale Temperatur für die Aufzucht der Brut. Wie warm ist es?
54)
Was tun die Honigbienen, wenn es im Nest "zu kalt" wird?
55)
Was tun sie wenn es im Sommer zu warm ist?
Weniger Blumen, weniger Bienen
56)
Welches sind die zwei Hauptursachen für das "Bienensterben"?
Hast du gewusst Box
57)
Was geschieht mit der Biene nachdem sie uns gestochen hat und weshalb?
58)
Geschieht dies alles auch, nachdem sie ein anderes Insekt gestochen hat?
Von Putz- und Heizbienen
59)
Beschreibt die "Aufgabe", welche die Honigbiene innerhalb des Honigbienenstaates hat!
Königin
______________________ Drohnen ________________________________
Arbeiterinnen _______________________________________________________________
Die Wabe, das Zuhause der Honigbiene
60)
Beschreibt anhand sichtbarer Unterschiede!
Königin
_______________________________________________________________
Arbeiterin
_______________________________________________________________
Drohne
_______________________________________________________________
61)
Wie nennt man die spezielle Brutzelle, in der die Königinnen grossgezogen werden?
53
8.1. Allgemeine Fragen zur Sonderausstellung (Lösungen)
Themenkreis: Bienenvielfalt (violett)
1)
Wie viele Bienenarten sind in der Schweiz nebst der Honigbiene bekannt? 620
2)
Welchen "Stoff" brauchen die Blütenbesucher als Energielieferant? Nektar
3)
Vor wie vielen Jahren entwickelten sich etwa die Bienen? Vor rund 120 Mio. Jahren
4)
Beschreibt mit zwei Stichworten die "Vorfahren" der Bienen. Wespenähnlich, zum Teil fleischfressend
5)
Wie nennt man das, wenn eine Biene Pollen von einer Blüte zur nächsten trägt? Sie bestäubt
6)
Wo haben Jean Carl und Jaques de Beaumont vor allem die Wildbienen gesammelt? Im Engadin /
Nationalpark
7)
Wie heissen die in den Sammlungskästen gezeigten grossen, pelzigen Bienen mit dem lateinischen
Namen ‚Bombus‘ auf Deutsch? Hummeln (steht nicht im Kasten)
Themenkreis: Lockmittel Blüten (blau)
8)
Schreibt die fehlenden Wörter in die Lücken:
Männliche Pollen werden auf die weiblichen Fruchtblätter übertragen.
9)
Vervollständigt die beiden Sätze:
Pflanzen wollen ihre Pollen auf möglichst viele Blüten verteilen.
Bienen wollen möglichst viel Pollen mitnehmen.
10)
Woraus bestehen die Blüten der Blütenpflanze? Aus Kelch- und Kronblättern
11)
Welches sind die männlichen Geschlechtsteile der Blüte? Die Staubblätter
12)
Welches sind die weiblichen Teile der Blüte? Die Fruchtblätter
13)
Beschreibt so genau wie möglich, wo die Pollen sitzen. In den Staubbeuteln der Staubblätter
14)
Um Insekten anzulocken, haben Blüten die verschiedensten Formen entwickelt. Nenne die drei
Blütentypen der ausgestellten Apfelblüte, des Wiesensalbeis und des Hauhechels. Rosengewächs,
Lippenblütler, Hülsenfrüchtler
15)
Welche "Produkte" aus der Blüte bieten den Bienen die wichtigste Nahrungsquelle für ihre Brut und
sich selber? Pollen und Nektar
16)
Woraus besteht Nektar? Wasser, verschiedenen Zuckerarten, geringen Mengen an Aminosäuren,
Fetten oder Vitaminen
17)
Woraus besteht Pollen (Blütenstaub)? Eiweiss, Fette, Stärke, Mineralien, Zucker oder Vitamine
Heisshunger auf Pollen
18)
Bienen benötigen für ihre Fortpflanzung enorme Pollenmengen. Sie entfernen bei einem einzigen
Blütenbesuch oft 70 – 90% des vorhandenen Pollens. Wie viele Blüten der Saat-Esparsette muss zum Beispiel
die Schwarze Mörtelbiene besuchen und deren Pollen sammeln, um einen einzelnen Nachkommen zu
produzieren? 1140
19)
Welche Aussagen stimmen?
A: Einzelne Bienenarten nutzen beim Sammeln von Pollen ein breites Spektrum von Pflanzen.
B: Einzelne Bienenarten sind auf ganz bestimmte Pollenquellen spezialisiert. A und B
20)
Ordnet folgende Sätze in die richtige Reihenfolge!
A: Der Pollen keimt und wächst durch das Fruchtblatt zur Eizelle.
B: Es bildet sich ein Embryo, der im Samen eingeschlossen und geschützt ist.
C: Die Staubblätter bilden den Pollen.
D: Wenn der Pollen zur Eizelle vorstösst, findet die Befruchtung statt.
E: Wenn er keimt, ist eine neue Pflanze geboren.
F: Bei der Bestäubung gelangt er auf die Fruchtblätter einer Blüte, die die Samenanlagen mit den Eizellen
enthalten. C / F / A / D / B / E
21)
Beschreibt einfach den Aufbau eines "Komplexauges".
Das Komplexauge ist aus hunderten von Einzelaugen zusammengesetzt.
22)
Bienen können UV-Licht wahrnehmen. Ergänzt folgende Sätze mit den Farben, wie sie die Bienen
sehen!
Die Sonne erscheint grün / Die Wiesen sind grau. / Die Farbe Gelb ist für die Bienen purpur. / Können die
Bienen die Farbe Rot sehen? nein
23)
Der Transport der Pollen erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Körperteile in die Brutzellen. Nenne die
drei ausgestellten "Transportarten". Beinsammler / Bauchsammler / Schlucksammler (Pollen im Kropf)
54
24)
Zähle so viele Tiere und Lebensmittel wie möglich auf, welche für uns Menschen wichtig sind, und
welche es ohne die Bienen gar nicht gäbe.
Rinder, Schafe, Schweine, … , Fleisch, Käse, Butter, Joghurt, … , Obst, Gemüse, Speiseöl, …, (Medikamente,
Kosmetika), …
25)
Welche drei anderen genannten Insekten sind neben den Bienen wichtig für die Bestäubung von
Pflanzen? Fliegen / Käfer / Schmetterlinge
Themenkreis: Nester und Lebensräume der Bienen (weinrot)
26)
Erklärt den Begriff "Kuckucksbienen"! Das sind Bienen, welche ihre Eier anderen Bienenarten ins Nest
legen.
27)
Welche verschiedenen Materialien verwenden Bienen für ihren Nestbau? Erde / Steinchen /
Blattmaterial / Laub- oder Blütenblätter / Pflanzenwolle / Harz / Wachs
28)
Hummeln legen ihre Nester in Hohlräumen an. Welches fremde Nest nutzt die Dunkle Erdhummel mit
Vorliebe? Und die Baumhummel? Mäusenester / Vogelnester
29)
Die Honigbiene baut sich ihre Nester selbst. In den Zellen werden die Arbeiterinnen und Drohnen
(Männchen) aufgezogen. Im Verband bilden die Zellen die Waben. Welche geometrische Figur bilden die
Zellen? Sechseck
30)
Aus welchem Material bauen die Wespen ihre Nester? Papier
31)
Beschreibt, wo auf der Erde Bienen überall zu finden sind! Vom Meer bis ins Gebirge, vom Äquator bis
zum Polarkreis
32)
Welche Bedingungen sind ideale Voraussetzungen zum Vorkommen der Bienen?
Blütenvielfalt und Nistplätze müssen nahe beieinander vorkommen.
33)
Wie können wir helfen den Lebensraum der Bienen zu schützen?
Erhalten und Fördern von Blütenpflanzen und Kleinstrukturen (z.B. im eigenen Garten, im Kulturland oder an
Waldländern)
Themenkreis: Die Honigbiene – gemeinsam zum Erfolg (orange)
34)
Die Honigbiene ist ein "spezielles" Insekt. Als was für ein "Tier" wird es deshalb bezeichnet? Nutztier
35)
Seit wie vielen Jahren erntet der Mensch Honig? Seit mehr als 15'000 Jahren
36)
Wie lange schon wir die Honigbiene als Nutztier gehalten? Seit ca. 5000 Jahren
37)
Woraus entsteht Honig? Aus Nektar oder Honigtau
38)
Wie viel Kilogramm Honig kann ein Bienenvolk in einem Sommer produzieren? Bis zu 300 kg
39)
Wie viele Kilometer werden dabei schätzungsweise zurückgelegt? Ca. 20 Millionen km
40)
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Nektar und Honig? Nektar ist "flüssig", Honig "fest" (Die
Bienen entziehen dem Nektar Wasser)
41)
Womit produzieren die Honigbienen das Wachs der Bienenwaben? Mit den Wachsdrüsen im Hinterleib
42)
Wie viele Kilogramm Pollenstaub kann ein Honigbienenvolk pro Jahr ins Nest tragen? 20 – 30 kg
43)
Nennt 4 Beispiele, wozu Bienenwachs verwendet werden kann! Kerzen, Kosmetikartikel, Farben,
Imprägniermittel, Süssigkeiten, Medizin
44)
Um ihre Waben zu schützen und "zusammen zu kleben" produziert benutzt die Honigbiene ein aus
Pflanzenharz bestehendes Sekret. Wie heisst das genau? Propolis
45)
Wie heisst das Futter für die zukünftige Königin der Honigbienen? Gelée Royale
46)
Die Honigbiene gilt in Europa als wichtiges Nutztier. Auf welchem "Rang" liegt sie? Auf dem dritten
47)
Der Mensch hielt sich schon vor Jahrhunderten Bienen in geeigneten Behausungen. Bringt folgende
Behausungen in die richtige Reihenfolge. Beginnt mit der ältesten!
____ Bienenkörbe
____ ausgehöhlte Baumstämme ____ Bienenkasten 2 / 3 / 1
48)
Was tun die Honigbienen eines Volkes, damit die Bedürfnisse von vielen Tausend Tieren aufeinander
abgestimmt werden? Sie "kommunizieren" mit einander
49)
Die Sammelbienen teilen ihren Artgenossen mit, wo sich Nahrungsquellen befinden. Sie tun dies auf
zwei verschiedene Arten. Wie denn? Tanzend und mittels Duftspuren
50)
Was signalisiert der sogenannte "Rundtanz"? Eine Futterquelle ganz in der Nähe
51)
Was signalisiert der "Schwänzeltanz" und was bedeutet die unterschiedliche Dauer des "Schwänzeln"?
Eine weiter entfernte Nahrung; je länger das Schwänzeln dauert, desto weiter die Nahrungsquelle entfernt
52)
Wie können sich Sammelbienen in ihrer Umgebung orientieren? Anhand von Strukturen wie Bäume,
Sträucher, Hecken, etc… in der Landschaft
53)
Im Nestinnern herrscht eine ideale Temperatur für die Aufzucht der Brut. Wie warm ist es? 35°C
55
54)
Was tun die Honigbienen, wenn es im Nest "zu kalt" wird? Sie "zittern" in den leeren Zellen mit den
Flugmuskeln
55)
Was tun sie wenn es im Sommer zu warm ist? Sie kühlen mit Wasser und benutzen die Flügel wie
Ventilatoren
56)
Welches sind die zwei Hauptursachen für das "Bienensterben"? Intensive Landwirtschaft und
Verbauung der Landschaft - somit Rückgang von blumenreichen Wiesen, aber auch Befall von Milben
57)
Was geschieht mit der Biene nachdem sie uns gestochen hat und weshalb?
Ihr Stachel hat einen Widerhaken, somit kann sie den Stachel nicht mehr rückziehen und der Stachel mitsamt
der Giftblase wird ihr aus dem Leib gerissen.
58)
Geschieht dies alles auch, nachdem sie ein anderes Insekt gestochen hat?
Nein, da kann sie den Stachel zurückziehen und lebt weiter
59)
Beschreibt jeweils die "Aufgabe", welche die Honigbiene innerhalb des Honigbienenstaates hat!
Königin: Eierlegen
Drohnen: Begattung der Königinnen
Arbeiterinnen: Putzen / Bauen / Brutpflege / Wächteraufgaben / Heizen / Kühlen / Sammeln (Nektar, Pollen,
Honigtau einbringen)
60)
Beschreibt anhand sichtbarer Unterschiede!
Königin:
Grösser als die Arbeiterinnen
Arbeiterin:
Die kleinste der dreien
Drohne:
Grösser als die Arbeiterinnen und an den grossen Augen zu erkennen
61)
Wie nennt man die spezielle Brutzelle, in der die Königinnen grossgezogen werden? Weiselzelle
Foto: Ueli Rehsteiner
56
9.
Tipps für den Schulbesuch
Im Folgenden wird aufgezeigt, wie ein Schulbesuch in der Sonderausstellung «Wunderwelt
der Bienen» ablaufen könnte.
9.1. Kindergarten/Primar-Unterstufe
Einstieg (Dauer ca. 10‘)
Nach einem kurzen Überblick zur Ausstellung mit Hinweis, dass vieles in den Modulen zu
finden ist, lohnt sich ein Einstieg mit dem Foto-OL (Museumskoffer). Dabei können sich die
Kinder in Kleingruppen auf die Suche nach den abgebildeten Sujets machen. Wenn sie sie
gefunden haben, können weitere Karten bei der Lehrperson abgeholt werden.
‚Theorieblock‘ im Plenum
Zu Beginn der Ausstellung hat es genügend Platz, die Kinder auf Kissen oder Klappstühlen zu
besammeln.
 Die Lehrperson kann mit Hilfe der Fotos aus dem Auftrag ‚Insekten-Quartett‘
(Museumskoffer) Bilder versch. Insekten auswählen und so die Verwandtschaft der Bienen
erklären.
 In der Mitte der Kinder das laminierte Blatt mit der abgebildeten Biene platzieren und die
Begriffe zum Bauplan (im Museumskoffer) verteilen und zuordnen lassen.
 Mit Hilfe des Salbei-Modells (Museumskiste) kann die Bestäubung thematisiert werden.
(Bitte das Modell vorsichtig behandeln!!!)
 Ev. kann die Bienen- Handpuppe (im Museumskoffer) für die Erklärungen beigezogen
werden.
Gruppenarbeiten
In Gruppen können die Kinder einzelne Aufträge im Rotationsverfahren lösen. Dazu ist es
wichtig, sie zu den entsprechenden Modulen zu begleiten. Je nach Anzahl
Betreuungspersonen können mehrere Gruppen gebildet werden. Im Folgenden sind versch.
Posten aufgelistet:
- Wildbienen-Memory
- Entwicklung einer Biene
- Wer ist wer im Bienenstock?
- Tastsäcke (ortsunabhängig)
- Bestäubung – Wo Bienen am Werk sind
- Nestbau
alle Aufträge im Museumskoffer
Zeichnen
Zeichenauftrag in der Ausstellung oder die Vorlagen in den didaktischen Unterlagen S. 45
oder im Museumskoffer nutzen.
Freier Durchgang
Kurz Zeit lassen, die Ausstellung noch selbstständig zu erkunden. Es hat viele Gucklöcher,
Filmchen etc. die möglicherweise noch nicht betrachtet werden konnten.
Wenn genügend Zeit: Gemeinsamer Rundgang durch das Bündner Naturmuseum und
Besuch der Bienenfreunde und –feinde (Totenkopfschwärmer, Braunbär, Grünspecht, Dachs,
Bienenkäfer)  Infos zu den Tieren im Museumskoffer ‚Bienenfreunde – Bienenfeinde‘.
57
9.2. Tipps für Primar-Mittelstufe
Einstieg (Dauer ca. 10‘)
Nach einem kurzen Überblick zur Ausstellung mit Hinweis, dass vieles in den Modulen zu
finden ist, lohnt sich ein Einstieg mit dem Foto-OL (Museumskoffer). Dabei können in
Kleingruppen die Schülerinnen und Schüler (SuS) sich auf die Suche nach den abgebildeten
Sujets machen. Wenn sie sie gefunden haben, können weitere Karten bei der Lehrperson
abgeholt werden.
‚Theorieblock‘ im Plenum
Zu Beginn der Ausstellung hat es genügend Platz, die SuS auf Klappstühlen zu besammeln.
 Die Lehrperson kann mit Hilfe der Fotos aus dem Auftrag ‚Insekten-Quartett‘
(Museumskoffer) Bilder versch. Insekten auswählen und so die Verwandtschaft der Bienen
erklären.
 Ganz wichtig: Die SuS sollen sich bewusst werden, dass es neben der allbekannten
Honigbiene noch über 600 andere Bienenarten gibt, die genauso wichtig und nützlich sind.
Dazu können die SuS für kurze Zeit die ‚Bilderinseln‘ mit den aufgesteckten Bienenbildern
betrachten. Die Vielfalt an Formen ist enorm!
 Mit Hilfe des Salbei-Modells (Museumskiste) kann die Bestäubung thematisiert werden
(Bitte das Modell vorsichtig behandeln!!!)
Gruppenarbeiten
In Gruppen können die SuS einzelne Aufträge im Rotationsverfahren lösen. Dazu ist es
wichtig, sie zu den entsprechenden Modulen zu begleiten. Je nach Anzahl
Betreuungspersonen können mehrere Gruppen gebildet werden. Im Folgenden sind versch.
Posten für diese Stufe aufgelistet:
- Der Körperbau der Biene
- Entwicklung einer Biene
- Wer ist wer im Bienenstock?
- Tastsäcke (ortsunabhängig)
- Bestäubung – Wo Bienen am Werk sind?
- Bienenfreunde - Bienenfeinde
- Nestbau
alle Aufträge im Museumskoffer
Wahr oder Falsch
Im Plenum die Kärtchen mir den Behauptungen verteilen und zu ‚Wahr‘ oder ‚Falsch‘
zuordnen lassen.
Freier Durchgang
Kurz Zeit lassen, die Ausstellung noch selbstständig zu erkunden. Es hat viele Gucklöcher,
Filmchen etc. die möglicherweise noch nicht betrachtet werden konnten.
Wenn genügend Zeit: Gemeinsamer Rundgang durch das Bündner Naturmuseum und
Besuch der Bienenfreunde und –feinde (Totenkopfschwärmer, Braunbär, Grünspecht, Dachs,
Bienenkäfer)  Infos zu den Tieren auf S. 43.
58
9.3. Tipps für Primar-Oberstufe & Sekundar-/Realstufe
Einstieg – selbstständiger Rundgang
Kurz Zeit lassen, die Ausstellung selbstständig zu erkunden. So ist die erste Neugierde gestillt
und es können die einzelnen Filmchen und Beamer-Projektionen angeschaut werden.
Gruppenaufträge
Nach einem kurzen Input durch die Lehrperson z.B. über die Vielfalt der Bienen und deren
Nutzen für uns Menschen können 4-6 gleich grosse Schülergruppen gebildet und folgende
Gruppenaufträge vergeben werden (Blätter mit Oberthema vorbereiten und mitnehmen):
Im Teil: Vielfalt der Bienen (lila)
Eingangsmodul (mit Anschrift) und ‚Bilderinseln‘ mit 2x3 Bienenporträits
(2-3 davon auswählen)
Im Teil: Lockmittel Blüten (blau)
Möbel mit Tisch und grosser Rundvitrine ‚Heisshunger auf Pollen‘
Modul mit den drei Sammeltypen (Bienenmodelle)
Im Teil: Nester und Lebensräume der Bienen (weinrot)
Eingangsmodul (mit Anschrift) und bunte Kiste mit Gucklöchern (Nester von Bienen)
Im Teil: Die Honigbiene – gemeinsam zum Erfolg (orange)
Modul: Imkerei – Für Ökologie und Ökonomie
Möbel mit Binokular ‚Die Wabe – Das Zuhause der Honigbiene‘
Jede Gruppe hat ca. 20' Zeit, ihr Modul genauer zu erforschen, 3 – 4 Inhalte zu notieren und
im Anschluss der ganzen Klasse vorzustellen. Dabei kann der Fokus ruhig auf ein Teilthema
des Moduls gerichtet werden...
(Zeitaufwand total: ca. 45', je nach Anzahl Kleingruppen).
Variante zum Postenlauf:
Anstelle der Gruppenaufträge kann in den Unterlagen auf S. 50 der Fragenkatalog genutzt
werden.
Abschluss: Wahr oder Falsch oder Leoprello
Im Plenum die Kärtchen mir den Behauptungen verteilen und zu ‚Wahr‘ oder ‚Falsch‘
zuordnen lassen. Oder das Leporello in den Didaktischen Unterlagen auf S. 46 in der Schule
zusammenbauen und lösen lassen…
59
10. Medienliste
Bücher für Kinder
Bei den Bienen, Anne Möller, 2006; Patmos Verlag GmbH & Co. KG, Düsseldorf.
Nester bauen, Höhlen knabbern - Wie Insekten für ihre Kinder sorgen; Anne Möller 2005; Atlantis
thema, Zürich (Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2005)
Beides wunderschön gezeichnete Bilderbücher über die Honig- und Wildbienen. Auch fachlich sehr kompetent.
Für Unterstufe gut geeignet.
Bienen. Was Kinder erfahren und wissen wollen; Wissen mit Pfiff; 2010. Tandem Verlag GmbH.
Ein fundiertes, breit gefächertes Bilder-Sachbuch zum Thema. Viele Bilder und z.T schon recht schwierige Texte.
Steini «Die Wildbienen»; Pro Natura, 2010. Jugendmagazin
Zu bestellen unter www.pronatura.ch/umweltbildung
Die Biene; Meine grosse Tierbibliothek; Esslinger-Verlag2008
Schönes Sachbuch über die Honigbiene mit vielen Bildern und einfachen Texten
Bienen und Wespen – flüssiges Gold und spitzer Stachel; was ist was, Band 19; Tessloff-Verlag;
Sachbuch über Bienen und Wespen mit schönen Illustrationen und rel. viel Text
Sachliteratur
Phänomen Honigbiene; Jürgen Tautz, 2010. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg.
Das Buch des deutschen „Bienenforscherpapstes“ richtet sich an Leute, die bereits ein bisschen Vorwissen
haben. Neueste Erkenntnisse über die Honigbiene und ihr komplexes Verhalten sind extrem fundiert, spannend
und mit vielen tollen Bildern dargestellt.
«Die Welt der Wildbienen: ein gigantisches Puzzle»; Pro Natura, 2010. Magazin spezial
Eine Wildbiene war 2010 das Tier des Jahres bei Pro Natura. Dies ist ein Sonderheft zum Thema. Zu bestelle bei
pro natura.
Bienen, Wespen, Ameisen - Hautflügler Mitteleuropas; Heiko Bellmann; Verlag Franckh-Kosmos,
2010; ISBN 9783440123973
Bestimmungsbuch (umfassend) über die 130 wichtigsten Bienen, Wespen und Ameisen-Arten
Wildbienen – Die anderen Bienen; Paul Westrich; Verlag Pfeil, F.; 4. Auflage, 2014;
ISBN: 978-3-89937-136-9
Schöne Fotos; viele Informationen; einfach zu verstehen – 17 Arten sind genauer porträtiert
Bienen Mitteleuropas – Gattungen, Lebensweise, Beobachtung; Felix Amiet, Albert Krebs; Verlag
Paul Haupt; 2012; ISBN-10: 3258077134; ISBN-13: 978-3258077130
Ausführliche Einleitung über die Biologie der Wildbienen; 170 Arten werden beschrieben und bebildert
Die Wildbienen Baden-Württemberg, Band 1+2; Paul Westrich; 1989; Ulmer Verlag;
Umfassend, sehr wissenschaftlich
Welt ohne Bienen; Benjamin, McCallum, Alison Benjamin; Verlag Fackelträger; ISBN: 978-3-77164418-5
Buch über die Honigbiene - ähnlich wie More than Honey
60
Wildbienenschutz- Wildbienenschutz - von der Wissenschaft zur Praxis; Antonia Zurbuchen, Andreas
Müller; Paul Haupt Verlag; ISBN: 978-3-258-07722-2; 2012
Viele gute Ideen für den Schutz von Wildbienen, jedoch sehr wissenschaftlich gehalten
Didaktisches Material
Wildbienen beobachten und kennen lernen; Martin Hallmen; Ernst Klett Verlag; ISBN-10: 3-12043140-0; ISBN-13: 9783120431404; 1996
Für Kinder ab ca. 4. Klasse geeignet
Hummeln brauchen blühendes Land; Günter R. Witte, Juliane Seger; Westarp, 1999; ISBN 3-89432098-2 Arbeitsmappe
Zwar thematisch nur über Hummeln, jedoch z.T auch für Wildbienen anwendbar
Internetseiten
http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/index.html?lang=de
Seite des Zentrums für Bienenforschung der Forschungsanstalt Agroscope im Liebefeld BE. Mit vielen
detaillierten, in pdf-Form herunterladbaren Informationen zu den Bienen und der Imkerei in der Schweiz.
http://www.apis-grischun.ch/index.php?ConObj=442
Offizielle Seite des Bündner Bienenzüchterverbandes.
http://www.vdrb.ch/
Homepage des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (Dachorganisation der
Imkersektionen und ihrer Kantonalverbände)
http://www.eucera.de/bienen/index.php
Übersichtliche Internetseite mit allen wichtigen Informationen zu den diversen Wildbienen-Arten
http://www.wildbienen.info/
Umfassende Infos zu Wildbienen
http://www.wildbee.ch/
Allerlei zum Thema Wildbienen in der Schweiz
http://www.wwf-zg.ch/home/wwf-zug/unsere-themen/biodiversitaet/dossier-wildbienen/
Kurz zusammengefasste Inputs zur Thematik Lebensraumgestaltung und Wildbienenhotels
http://www.bienenkoffer.de
Themenkoffer der Stiftung für Mensch und Umwelt mit vielen Infos
http://www.ima-lehrermagazin.de
Ergänzendes Unterrichtsmaterial, Anleitung Insektenhotel, Thema Honigbiene, Anleitung Bienenweide etc.
Besuchen Sie unseren Museums-Shop! Viele Artikel über Bienen sind hier erhältlich.
Auch unsere Bibliothek bietet einige Artikel zu Thema ‚Bienen‘. Diese ist jeweils mittwochs bedient.
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Herunterladen

Didaktische Unterlagen zur Sonderausstellung: