Europäische Städte zwischen staatlich vermittelter

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Europäische Städte zwischen staatlich vermittelter
Integration und neoliberaler Spaltung:
Wandel der Wohnungs- und Quartierspolitiken
Florian Wukovitsch
Die europäische Stadt steht seit Max Webers (2002 [1921]) Entwurf des Idealtyps der okzidentalen Stadt des Mittelalters für ein besonderes Modell einer
integrierten lokalen Gesellschaft. Wird heute eine „Krise der Europäischen
Stadt“ (Häußermann/Kapphan 2000: 2) festgestellt, ist vor allem die Aushöhlung
der im historischen Vergleich einzigartigen Integrationsvoraussetzungen während des kurzen goldenen Zeitalters nach dem Zweiten Weltkrieg gemeint, als
fordistische Akkumulation und keynesianisch orientierte Wohlfahrtstaaten breiten Bevölkerungsschichten zu mehr Wohlstand verhalfen. Gerade vor dem Hintergrund staatlicher Reskalierung, zunehmender ökonomischer Verflechtungen
und verschärfter Exklusionstendenzen wurde aber Webers Idealtyp in den letzten
Jahren als analytischer Gegenentwurf zu (polit-)ökonomischen Theorien, die
eine weltweite Durchsetzung fragmentierter Stadtentwicklungsmuster prophezeiten, wiederbelebt: Demnach zeigen europäische Städte durch die vermittelnde
Rolle des Staates weiterhin eine vergleichsweise hohe Integrationskraft.
In Abhängigkeit von institutionellen Pfaden, der Balance politischer Kräfte
und dem strukturellen Kontext bestehen jedoch lokalspezifische GovernanceFormen, die für konkrete Analysen eine differenzierte Binnensicht erforderlich
machen (Le Galès 2002). Die Neoliberalisierung (Peck/Tickell 2002) der letzten
Jahrzehnte – als wesentliche ‘Krisenvariable’ – weist entsprechend dieser Einflussfaktoren je nach Stadt und Staat spezifische Ausprägungen auf. In diesem
Artikel wird daher gefragt, ob die von Jessop (2002b) im Rahmen seines strategisch-relationalen Ansatzes entwickelten idealtypischen Strategien einer Staatlichkeit nach dem keynesianischen Wohlfahrtsnationalstaat zur Systematisierung
dieses Aspekts des Wandels europäischer Städte einen Beitrag leisten können.
Das soll anhand der Wohnungs- und Quartierspolitik exemplarisch geprüft werden, steht doch dieses Politikfeld seit Jahren im Zentrum der stadtsoziologischen
Diskussion zur – durch sozialräumliche Polarisierung verschärften – Spaltung
europäischer Stadtgesellschaften (siehe Häußermann/Kronauer/Siebel 2004).
O. Frey · F. Koch (Hrsg.), Die Zukunft der Europäischen Stadt,
DOI 10.1007/978-3-531-92653-7_6,
© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011
Wandel der Wohnungs- und Quartierspolitiken
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Die europäische Stadt als Idealtyp der urbanistischen Diskussion
Der Idealtyp der europäischen Stadt hat in den letzten Jahren als normatives
Konzept viel Beachtung erfahren. Als Leitbild für die kommunalpolitische und
städtebauliche Praxis soll er Qualitäten wie urbane Dichte, soziale Kohäsion und
nachhaltige Formen der Stadtentwicklung wiederbeleben, die mit dem städtebaulichen Funktionalismus und der Suburbanisierung verloren gegangen schienen
(Böhme 2000; Jessen 2004; Häußermann 2007). Demgegenüber steht in der
wissenschaftlichen Diskussion das Sozialmodell der (west-)europäischen Stadt
im Zentrum. Wird diese heute vorzugsweise der US-amerikanischen Stadt gegenübergestellt, steht die spezifische Organisation einer kapitalistischen Gesellschaft im Vordergrund. Die vergleichsweise ‘moderate Moderne’ (Kaelble 2001)
wird zuvorderst mit der Rolle der öffentlichen Hand erklärt; (sozial-)staatliches
Wirken gilt dabei als eines der zentralen Merkmale europäischer Städte (Siebel
2004b: 17): „Ihre Lebensbedingungen, ihre politischen Konflikte und ihre sozialen Verhältnisse sind nicht zu erklären ohne die öffentlichen technischen und
sozialen Infrastrukturen, den sozialen Wohnungsbau, die kommunale und staatliche Sozialpolitik sowie das differenzierte und zunehmend auf ‘Soziales’ ausgerichtete Instrumentarium der Stadtplanung.“ Die Diskussion über eine drohende
US-Amerikanisierung (Häußermann 2001) und die Auflehnung der Stadtgesellschaft dagegen (Marcuse 2004) sind von der Sorge um die Aushöhlung dieser
Merkmale getragen.
Insbesondere Le Galès (1998, 2002)4 bemühte sich um die Entwicklung eines Analyserahmen für europäische Städte als Gegenentwurf zu den deterministischen Prognosen der ökonomischen und neomarxistischen Stadtforschung der
1990er Jahre, die eine weltweite Annäherung der Städte an den Typ räumlich
und sozial fragmentierter Metropolen vermuteten. Auch Le Galès (1998) betont
die zentrale Rolle des Staates, der zwischen unterschiedlichen Gruppen, Interessen und Organisationen vermittelt, die sozialen Verwerfungen der Globalisierung
abfedert und europäische Städte als unvollständige lokale Gesellschaften prägt:
„Local societies are the result of interaction between multiple actors working at
different levels, some of whose actions are guided by local society and take on a
particular pattern over time. They are stabilized by a set of organizations linked
to the state. (…) In the tradition of Weber, the city as local society is analysed in
terms of aggregation, integration, and representation of groups and interests” (Le
Galès 2002: 12). Daneben erkennt er vor dem Hintergrund staatlicher Fragmentierung und Reskalierung eine wachsende Bedeutung der politischen Führung,
die sich um kollektive Handlungsfähigkeit bemüht, sowie in Ansätzen eine Re4
Siehe auch Bagnasco/Le Galès 2000a und 2000b; Häußermann/Haila 2005.
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naissance europäischer Städte als kollektive Akteure: „From my perspective,
collective actors within cities, and possibly cities as collective actors, do not
emerge solely from the interplay of individual actors. Cities are also to some
extent social structures and institutions that guide actors’ anticipations, structure
their interests, and influence their view of the world” (Le Galès 2002: 10).
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Jenseits des Idealtyps: Differenzierungen europäischer Städte
Der wiederbelebte Idealtyp der europäischen Stadt wird den universalistischen
sozialökologischen, ökonomischen und postmarxistischen Theorien entgegengesetzt (Häußermann 2001; Le Galès 2002), läuft dabei jedoch Gefahr, die gemeinsame kulturelle Essenz europäischer Urbanität zu stark zu gewichten (siehe De
Frantz 2008). Zur Analyse der konkreten Ausprägungen der neoweberianisch
gefassten europäischen Stadt beruft sich Le Galès (2002) daher auf den Governance-Ansatz: „Developed precisely to allow comparative research, this idea
may enable, for example, the development of ideal types of modes of governance. It is (…) a question of exploring an interesting avenue to help explain
changes, as well as permanent features, and, in particular, contemporary forms of
the state and of public policy” (Le Galès 2002: 18). Er schlägt auch ein Forschungsraster zur Untersuchung konkreter Governance-Modi vor, das strukturelle und institutionelle Unterschiede, Formen kollektiver Aktion, politische Orientierungen und politische Ergebnisse berücksichtigt (ebd.: 268-271), entwickelt
auf dieser Grundlage jedoch selbst keine idealtypischen Ausprägungen.
Insgesamt zeigt die politikwissenschaftliche Stadtforschung in den letzten
Jahren ein zunehmendes Interesse an komparativen Untersuchungsdesigns (Denters/Mossberger 2006; Pierre 2005; Sellers 2005). Pierre (1999) und DiGaetano/Strom (2003) entwickelten jeweils Idealtypen, die eine Einteilung und Erklärung dominanter Governance-Modi in europäischen und nordamerikanischen
Städten ermöglichen sollen. Hervorgehoben wird in beiden Fällen der herausragende Einfluss nationaler Faktoren auf städtische Handlungsspielräume, dominante Koalitionen und politische Ziele (siehe auch Sellers 2002). Für europäische
Städte wurden daher unterschiedliche Governance-Formen und Entwicklungspfade auch mit der Einbettung in bestimmte Wohlfahrtsregimes erklärt (Lehto
2000; Kazepov 2005a, 2005b). Deren Grundlage ist die breit rezipierte Typologie von Esping-Andersen (1990), mit der ausgewählte OECD-Staaten nach der
wohlfahrtsstaatlich vermittelten Dekommodifizierung der Arbeitskraft, deren
Auswirkungen auf die soziale Stratifikation und die zugrundeliegenden Klassenkoalitionen und Institutionen in zunächst drei Typen eingeteilt wurden. Diese
wurden später verschiedentlich erweitert oder in Frage gestellt (Schu-
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bert/Hegelich/Bazant 2008a, 2008b), wobei für Westeuropa die Differenzierung
zwischen dem liberalen (Archetyp Vereinigtes Königreich), dem sozialdemokratischen (Archetyp Schweden), dem konservativen/ korporatistischen (Archetyp
Deutschland) sowie dem rudimentären/ familialistischen Wohlfahrtsregime
(Archetyp Spanien) weiterhin verbreitet ist.5
Vor allem Bob Jessop betont jedoch seit langem, dass mit den gesellschaftlichen und politökonomischen Umbrüchen nach dem Fordismus der im
Keynesianischen Wohlfahrtsnationalstaat (KWNS) institutionalisierte Kompromiss insgesamt brüchig wurde: „The KWNS began to fail as a mode of governance when its coherence as an institutional ensemble became inconsistent with
the objects it was governing, the practices being deployed to govern them, and
the identities and interests of the active agents and/ or ‘passive’ subjects of the
KWNS regime” (Jessop 1999: 352). Jessop (1993) beschrieb früh Konturen des
Übergangs zu einer neuen innovationsorientierten Staatsform, aus der er sukzessive den Idealtyp des Schumpeterian Workfare Postnational Regime (SWPR)
(Jessop 2002b) entwickelte. Mit diesem relativ abstrakten Konzept sollen Tendenzen einer postkeynesianischen, reskalierten Staatlichkeit begrifflich verdichtet werden (siehe auch Brenner 2004, 2009).6 Das SWPR zeichnet sich durch die
Betonung angebotsseitiger Wettbewerbsförderung gegenüber nachfrageseitiger
Globalsteuerung sowie eine Aufwertung wirtschaftspolitischer Interessen gegenüber sozialpolitischen Rechten (from welfare into work) aus. Gleichzeitig
kommt es zu einer Verschiebung der Skalen staatlicher Aufgabenwahrnehmung
zwischen nationaler, subnationaler und supranationaler Ebene, und reflexive
Selbstorganisation gewinnt als soziale Koordinationsform gegenüber überlieferten Formen des Korporatismus und hoheitlicher Planung an Bedeutung.
Der Staat ist in dieser Perspektive weder eine neutrale Organisation noch
das Ergebnis von strukturellen Zwängen oder Klasseninteressen, sondern ein
institutionelles Ensemble, das Ort, Produkt und Erzeuger von Strategien ist, von
denen manche bessere Durchsetzungschancen haben als andere (siehe auch Werner 2009).7 Im Wechselspiel von Akkumulation und Regulation (Boyer 2002)
führt der Staat mithin ein gewisses Eigenleben, sein Wandel ist das Resultat
5
Das sozialdemokratische Regime ist am stärksten von staatlich vermittelter Integration geprägt, das
liberale hingegen von residualen Leistungen. Im konservativen Regime wird nach Klassenunterschieden differenziert, während das familialistische Regime am stärksten auf familiäre Unterstützung
setzt.
6
Das SWPR darf keinesfalls als empirisch klar ausgeprägter Staatstyp verstanden werden. Gerade die
globale Finanzkrise der letzten zwei Jahre zeigte, wie schnell keynesianische Ideen in starken Nationalstaaten eine Renaissance erleben können, wenn der Druck ausreichend groß ist.
7
Jessop bezeichnet seine Staatstheorie als strategisch-relationalen Ansatz. Grundlegend dafür sind
das Konzept des integralen Staates von Gramsci (1991) und das Konzept des Staates als materiell
verdichtetes soziales Verhältnis von Poulantzas (2002).
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konkurrierender Strategien im Wettstreit um Hegemonie. Dieser wird sowohl auf
unterschiedlichen Ebenen wie über unterschiedliche Skalen ausgetragen. Eine
derart gefasste Staatstheorie bietet den Vorteil, dass sie keine Analyseebene –
wie die städtische oder die nationale – privilegiert und die relative Kontingenz
politischer Prozesse berücksichtigt. Die Gleichzeitigkeit von Strategien auf unterschiedlichen Ebenen formt die Restrukturierung der Staatlichkeit und mithin
auch der Stadt, wobei Governance-Modi selbst zur Disposition stehen und durch
Metagovernance verändert werden (Jessop 2002c).
Der Wandel der Konturen der Staatlichkeit nimmt bei Jessop (2002a) vier
idealtypische Formen an. Neoliberalismus gilt als dominante Strategie des
SWPR, insbesondere auf internationaler Ebene: Mit ihm soll dem Markt als
primärem Koordinationsprinzip zum Durchbruch verholfen werden, der öffentliche Sektor und sozialpartnerschaftliche Arrangements werden zurückgedrängt, in
der Sozialpolitik steigt die Bedeutung von Disziplinierung. Neokorporatismus
bleibt demgegenüber Verhandlungslösungen treu, Vereinbarungen werden jedoch stärker räumlich und sozial ausdifferenziert, und durch PPP-Modelle wird
der private Sektor aufgewertet. Im Neoetatismus behält der Staat eine starke
Steuerungsfunktion und bemüht sich weiterhin aktiv um sozialen und regionalen
Ausgleich, der Stellenwert staatlich vermittelter Flexibilisierung und öffentlich
gesteuerter Partnerschaften steigt aber ebenfalls. Neokommunitarismus betont die
Bedeutung des dritten Sektors für soziale Kohäsion, Gebrauchswerte stehen
gegenüber der Tauschwertlogik des Marktes im Vordergrund. Durch Community
development und Empowerment sollen soziale Bewegungen bzw. die Zivilgesellschaft mobilisiert und zur Erbringung eigener Leistungen aktiviert werden. 8
Obwohl diese idealtypischen Strategien des SWPR als Fortschreibung der Wohlfahrtsregimes des KNWS interpretiert werden können (Kazepov 2004, 2005a,
2005b), sind sie prinzipiell umfassender angelegt. Die Gleichzeitigkeit von Strategien auf unterschiedlichen Ebenen und der räumlich und zeitlich spezifische
Wandel der Staatlichkeit machen Hybridformen aus einzelnen Typen wahrscheinlich.
Die Analyse des Wandels europäischer Städte könnte von Jessops Staatstheorie insofern profitieren, als jenseits der Betonung staatlich vermittelter gesellschaftlicher Integration (Le Galès 2002) oder ubiquitärer Neoliberalisierung
(Peck/Tickell 2002) der Blick auf konkrete Strategien und deren Auswirkungen
auf die Stadtgesellschaft gelenkt wird. Offensichtlich ist, dass neoliberale Strategien das im Idealtyp europäischer Städte angelegte Sozialmodell gefährden.
Dafür steht die Metapher der Amerikanisierung. Neokommunitaristische Strategien können, sofern sie selbstbestimmten sozialen Organisationsformen neue
8
Neokommunitarismus ist ambivalent: In seiner defensiven Form dient er zur Kompensation des
neoliberalen Staatsumbaus, als aktive Strategie der Förderung emanzipativer Projekte (Jessop 2007).
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Freiräume bieten, demgegenüber zwar einen Beitrag zur Emanzipation einzelner
Bevölkerungsgruppen leisten, enthalten aber durch die Konzentration auf räumlich oder sozial abgegrenzte Communities ebenfalls ein gesellschaftsauflösendes
Moment (Rose 2000).9 Neoetatistische und neokorporatistische Strategien sind
hingegen an die Sozialmodelle der sozialdemokratischen und konservativen
Wohlfahrtsstaaten angelehnt, die zum Inbegriff der auf sozialen Ausgleich und
Zusammenhalt bedachten europäischen (Stadt-)Gesellschaften des 20. Jahrhunderts wurden. Neokorporatische Strategien bringen aber dementsprechend auch
eine spezifische Form staatlich vermittelter sozialer Differenzierung hervor.
Durch die Bildung von Mischformen aus diesen Idealtypen lassen sich nach
Jessop (2002a) empirisch zu beobachtende Strategien und Projekte des SWPR
vergleichen. Im Folgenden wird nun der Versuch unternommen, dieses Potenzial
anhand der Wohnungs- und Quartierspolitiken in europäischen Städten in
Grundzügen zu erörtern.
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Wohnungs- und Quartierspolitik in europäischen Städten: Strategien
des Schumpeterian Workfare Post-National Regime?
In der stadtsoziologischen Begründung der „Krise der europäischen Stadt“ stehen die Veränderungen auf den Wohnungsmärkten – neben der strukturellen
Krise auf den Arbeitsmärkten sowie demographischen Faktoren – im Zentrum
(Krämer-Badoni 2001: 14).10 Damit wird vor allem der Zusammenhang von
sozialräumlicher Polarisierung und sozialer Exklusion hervorgehoben. Die Interventionen in den Wohnungsmarkt, mit denen die qualitativen und räumlichen
Wohnbedingungen von den Einkommensverhältnissen und Lebenslagen der
StadtbürgerInnen entkoppelt wurden, stehen geradezu paradigmatisch für die um
die soziale Lage ihrer BürgerInnen und um gesellschaftliche Integration besorgte
europäische (Groß-)Stadt des 20. Jahrhunderts (siehe schon Fisher/Ratcliff
1937). Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgten zumindest die ausgebauten nationalen Wohlfahrtsstaaten ähnliche Wege der Wohnungspolitik (Balchin 1996a, 1996b): Die erste Phase stand im Zeichen der Beseitigung der Engpässe auf dem Wohnungsmarkt, was bald in den fordistischen Sozialwohnungsbau mündete. Später kamen Subjekt- und Stadterneuerungsförderungen hinzu.
Die Ölkrisen der 1970er Jahre sorgten jedoch für einen schleichenden Abbau der
9
In der Terminologie von Peck und Tickell (2002) werden daher beide Strategien als Formen der
Neoliberalisierung verstanden: Roll-back neoliberalism bezeichnet die Deregulierung und Privatisierung in den Kernländern des Neoliberalismus unter Thatcher und Reagan, roll-out neoliberalism den
darauf folgenden Aufbau neuer Institutionen zur Kompensation der sozialen Verwerfungen.
10
Er bezieht sich dabei auf Häußermann (1998) und Häußermann/Kapphan (2000).
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Interventionen: Seither wurden Mietenregulierungen und Objektförderungen
eingeschränkt sowie Wohnungen des sozialen Sektors teilweise privatisiert oder
gar im globalisierten Finanzsystem verwertet.
Insgesamt wurde nach dem Fordismus also auch die Stadt- und Wohnungspolitik flexibler. In vielen westeuropäischen Staaten wurden die Instrumente der
Wohnungspolitik dezentralisiert (Whitehead/Scanlon 2007a, 2007b) und neue
Institutionen zur Absicherung stärker marktförmig gestalteter Städte geschaffen.
„Urban policy in Western Europe has moved from universalism to targeting, in
particular spatial targeting [… that includes] an ideological connotation: a strong
trust in market solutions, the ‘romantic’ feelings about the intimate local environment (…), local partnerships and the tradition of community work” (Andersen 2001: 240f.). Während sich die New Urban Policy zunehmend an investorengeleiteten Großprojekten (Swyngedouw/Moulaert/Rodriguez 2002) und den
Bedürfnissen einer neuen Dienstleistungselite orientiert (Ruffin 2009), werden
die mit sozialräumlicher Fragmentierung verbundenen sozialen Verwerfungen
durch integrierte Quartierspolitiken oder kleinräumige wohnungspolitische Strategien zur Förderung sozialer Mischung bearbeitet. Innerhalb dieser gemeinsamen Entwicklungen zeigt sich allerdings eine große Bandbreite an konkreten
Wohnungs- und Quartierspolitiken, deren Systematisierung eine enorme Herausforderung darstellt.
Eine Abgleichung der Wohlfahrtsregimes nach Esping-Andersen (1990) mit
Aspekten des Wohnungswesens wurde beginnend mit Barlow/Duncan (1994)
immer wieder angestrebt, lieferte jedoch kein eindeutiges Bild (Matznetter 2002;
Groves/Murie/Watson 2007a, 2007b). Im Vergleich zu den in der Diskussion
über Wohlfahrtsregimes betrachteten Feldern der Sozialpolitik reagiert Wohnungspolitik aber auch auf ein relativ komplexes Zielbündel der Sozial-, Stadtentwicklungs-, Konjunktur- und Vermögenspolitik und ist in hohem Maße pfadabhängig sowie regional ausdifferenziert. Europäische Ländervergleiche zeigen
grob eine Dominanz von selbst genutztem Eigentum in südeuropäischen und
angelsächsischen Ländern11 gegenüber relativ großen (Sozial-) Mietwohnungsbeständen im Westen und Norden des Kontinents (Priemus/Dieleman 2002;
Whitehead/Scanlon 2007a, 2007b). Kemeny (1995) differenziert in seiner vielbeachteten Studie nach der Struktur des Mietwohnungssektors unitary und dual
systems und ordnet erstere tendenziell dem sozialdemokratischen und konservativen, letztere dem liberalen Wohlfahrtsregime zu.12 Während im unitary system
der Sozialwohnungsbestand sozial durchlässig ist, qualitativ mit dem privaten
11
Bei näherer Betrachtung zeigt sich die starke Hypothekenbelastung im Vereinigten Königreich,
was auf eine größere (Kredit-)Marktabhängigkeit als in Südeuropa hinweist.
12
Tatsächlich unterscheidet Kemeny (1995) den germanischen und den angelsächsischen Kulturkreis.
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konkurriert und insgesamt zur Dekommodifizierung beiträgt, dient er im dual
system primär der Versorgung der einkommensschwächsten Bevölkerungsgruppen.
Diese Unterschiede der wohnungspolitischen Regimes spiegeln sich in den
Durchschnittseinkommen der BewohnerInnen im sozialen Sektor (Stephens/Burns/MacKay 2003) sowie ansatzweise in den Ausprägungen ethnischer
Segregation in europäischen Städten wider (Arbaci 2007). Die Form der Intervention in die Wohnungsmärkte prägt also auch die Ausprägungen der ‘Krise der
europäischen Stadt’. Allerdings scheint ein wohnungspolitischer Vergleich auf
nationaler Ebene angesichts strategischer Neuorientierungen, staatlicher Reskalierung und zunehmender regionaler Disparitäten nur begrenzt aussagekräftig. So
verdecken die Ähnlichkeiten zwischen Südeuropa und dem Vereinigten Königreich den vorangegangenen neoliberalen Staatsumbau unter der Regierung Thatcher, und auch die in den 1990er Jahren festgestellten Parallelen zwischen
Deutschland und seinen (westlichen) Nachbarländern täuschen darüber hinweg,
dass das unitary system der BRD zunehmend aufbricht. Tatsächlich werden
wohnungspolitische Strategien heute in einem komplexen Feld aus nationalen,
supranationalen13 und städtischen Politiken und Projekten bestimmt.
Das zeigt sich auch an den integrierten Quartierspolitiken, die zunächst vor
allem im Vereinigten Königreich, in Frankreich und in den Niederlanden auf
nationaler Ebene eingeführt und mit dem URBAN-Programm der EU in den
1990er Jahren in sämtliche EU-Mitgliedstaaten transferiert wurden (Atkinson
2000). Im Unterschied zu den klassischen Stadterneuerungspolitiken soll damit
direkt auf die sozioökonomische Lage in ausgewählten Stadtquartieren eingewirkt werden. In Experimenten mit neuen Governance-Formen werden daher
physische Investitionen in die Infrastruktur und Umweltqualität mit Bildungs-,
Integrations-, Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderungsprojekten verknüpft.
Die Gewichtung dieser Ziele, die Umsetzungspraktiken und die Zusammensetzung der Akteure aus Verwaltung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft unterscheiden sich jedoch zwischen Staaten und Städten. URBAN legte diese Kontextabhängigkeit der Quartierspolitiken, die von Experimenten mit integrierten
Planungsstrategien im Norden Europas bis zur Verfestigung neuer Städtepolitiken in Südeuropa reichten, offen (siehe Frank et al. 2006; Carpenter 2006). In
manchen Programmen sollen weiterhin eher räumliche und bauliche Defizite
kompensiert, in anderen primär die BewohnerInnen aktiviert werden. Im Westen
und Norden des Kontinents – insbesondere in den Niederlanden – werden diese
Maßnahmen durch gezielte wohnungspolitische Interventionen zur Förderung
13
So beeinflusst beispielsweise die europäische Wettbewerbspolitik die Fördermodalitäten, während
der Nationalstaat durch die Gestaltung der Steuerpolitik und des Mietrechts bedeutend bleibt.
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sozial gemischter Quartiere unterstützt (Musterd/Andersson 2005; Uitermark
2003).
Je nach Strategie und Kontext fördern daher manche Programme tendenziell
Gentrification (Lees 2008), andere den Wegzug der erfolgreich aktivierten Personengruppen. Gerade in den Ursprungsländern der integrierten Quartierspolitiken kam es aufgrund der hohen Flexibilität dieses Politikfelds jedoch zu häufigen strategischen Neuorientierungen (siehe Breitfuss et al. 2004). Standen beispielsweise im Vereinigten Königreich in der neoliberalen Ära Thatcher noch die
Förderung privater Investitionen und die Disziplinierung der Armen im Vordergrund, erforderte das offensichtliche Scheitern dieser Strategie ein Umdenken.
Beginnend mit der Regierung Major und verstärkt seit der Amtszeit von New
Labour rücken daher im Rahmen neokommunitaristischer Strategien zur Überwindung einer ‘Kultur der Armen’ die Verbesserung sozialer Dienste und die
Förderung sozialer Ökonomien ins Zentrum (Gough/Eisenschitz/McCullock
2006). In Deutschland, wo die in Kooperation zwischen Bund und Ländern umgesetzte soziale Stadtpolitik (Güntner 2007) ein relativ junges Politikfeld darstellt, fällt demgegenüber besonders die regionale Varianz der Programme auf.
Mayer (2003) versuchte, die Einbindung zivilgesellschaftlicher Drittsektororganisationen anhand der Idealtypen von Jessop (2002b) zu charakterisieren. Dabei
kam sie zu der Einschätzung, dass die Programme in NRW stärker neokommunitaristische, in Leipzig hingegen neoliberale und in Berlin wiederum neokorporatistische Konturen aufweisen.
Eine Weiterverfolgung dieses Versuchs scheint durchaus interessant, lassen
sich doch anhand der Wohnungs- und Quartierspolitiken prinzipiell die abstrakten Merkmale des SWPR konkretisieren: So wurde das Politikfeld insgesamt
flexibler, und der Anspruch einer universell dekommodifizierend wirkenden
nationalen Wohnungspolitik wurde tendenziell durch sozial und räumlich ausdifferenzierte innovative Maßnahmen ersetzt. Während die sozialen Verwerfungen
der marktförmigeren Organisation des Wohnungssektors kleinräumig bearbeitet
werden, dienen neue Wohnprojekte zunehmend einer städtischen Imagepolitik,
um Investorenkapital anzulocken oder die Stadt für eine international orientierte
Dienstleistungselite attraktiv zu halten. Insgesamt steigt durch die Aushöhlung
der wohlfahrtsstaatlich vermittelten Dekommodifizierung die Gefahr der Verdrängung aus der angestammten Wohnumgebung, vor allem für Transferbezieher. Dieser passive Druck from welfare to work wird mancherorts durch Aktivierungsstrategien im Rahmen der integrierten Quartierspolitiken erhöht. Deutlich
lässt sich die Verschiebung der Maßstäbe staatlicher Aufgabenwahrnehmung
beobachten, in der es zu einer neuen Rollenverteilung zwischen der nationalen,
der städtischen und der europäischen Ebene kommt. Staatliche Autorität tritt im
Zuge dessen weniger als hierarchisch organisierter und planender Souverän,
Wandel der Wohnungs- und Quartierspolitiken
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sondern eher in Form eines in unterschiedlichen Konstellationen netzwerkenden
und kooperierenden Akteurs in Erscheinung (Metagovernance).
Allerdings bringt dieser Befund gegenüber der Feststellung einer tendenziellen Neoliberalisierung von vergleichsweise integrierten europäischen Stadtgesellschaften keinen wesentlichen Erkenntnisgewinn. Um einen differenzierteren Blick zu ermöglichen, wäre eine weitergehende Ausformulierung der Idealtypen einer restrukturierten Staatlichkeit nötig. Gerade diese Umsetzung von
Jessops abstraktem Konzept ist allerdings nicht trivial, denn für die Entwicklung
von idealtypischen Strategien der Wohnungs- und Quartierspolitiken können hier
bestenfalls Hinweise gegeben werden. Neoliberale Strategien wären demnach
durch einen weitestgehend liberalisierten Wohnungsmarkt und ein stark stigmatisiertes residuales Segment des sozialen Wohnungsbaus gekennzeichnet, Quartierspolitiken dienen der Überwachung und Disziplinierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie deren Eingliederung in prekäre Arbeitsverhältnisse, in
bevorzugten Lagen auch der Förderung von Verwertungsinteressen durch Gentrification. In neoetatistischen Strategien würde hingegen weitestgehend an der
Entkopplung der Position auf dem Wohnungsmarkt von den Einkommensverhältnissen und der sozialen Lage sowie an der Durchlässigkeit zwischen den
Wohnungsmarktsegmenten festgehalten, Quartierspolitiken sollen einen Ausgleich der Lagequalitäten und sozialen Chancen sicherstellen. Verdrängung wird
– soweit sie nicht der Förderung sozial durchmischter Quartiere dient – durch
regulative oder monetäre Interventionen möglichst verhindert und jedenfalls
abgemildert.
Neokorporatistische Politiken sind von sozial differenzierender staatlicher
Intervention gekennzeichnet, wobei insbesondere die Lage der etablierten Mittelschichten auf dem Wohnungsmarkt weiterhin abgesichert wird, während die
Interessen benachteiligter Gruppen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle
spielen. Mit Quartierspolitiken soll primär ein bestimmter baulich-räumlicher
Standard aufrechterhalten und die Entwicklung unsicherer oder stark stigmatisierender Räume verhindert werden, Verdrängung wird tendenziell in Kauf genommen. Neokommunitaristische Strategien gewährleisten demgegenüber –
zumindest für einzelne soziale Gruppen – ein gewisses Maß an Unabhängigkeit
von der Logik des globalisierten Kapitalismus. Dies kann durch familiären Wohnungsbesitz und überlieferte Formen zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts oder
in stärker staatlich vermittelten Formen der Förderung von CommunityStrukturen, emanzipatorischen Projekten und sozialen Ökonomien geschehen.
Der Vorteil einer derart gefassten europäischen (Sozial-)Staatlichkeit ist, dass sie
theoretisch sowohl für Pfadabhängigkeit als auch strategischen Wandel sensibilisiert und diese durch die Bildung von Hybridformen auch benannt und zwischen
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Florian Wukovitsch
Städten verglichen werden können. Die forschungspraktische Eignung dieser
Methode müsste allerdings erst noch nachgewiesen werden.
4
Fazit
Die europäische Stadt steht für ein Sozialmodell, das sich durch einzigartige
Bedingungen staatlich vermittelter Integration auszeichnet. Dieses Modell ist in
den Augen prominenter Beobachter in der Krise. Hier wurde die Frage gestellt,
ob der mit dieser Krise assoziierte Wandel der Staatlichkeit und dessen Auswirkungen auf europäische Stadtgesellschaften mit Jessops (2002b) idealtypischen
Strategien des Schumpeterian Workfare Postnational Regime (SWPR) komparativ gefasst und systematisiert werden kann. Dies sollte anhand der im Rahmen
städtischer Sozialstaatlichkeit zentralen Wohnungs- und Quartierspolitiken erörtert werden. Durch die Anlehnung der Idealtypen des SWPR an die Typologie
der (westeuropäischen) Wohlfahrtsregimes bieten sich prinzipiell gute Anknüpfungspunkte an die Diskussion zur europäischen Stadt. Für die forschungspraktische Arbeit ist jedoch zu bedenken, dass die idealtypischen Strategien bisher nur
in hohem Abstraktionsgrad vorliegen und für komparative sozial- und wirtschaftspolitische Studien erst ausformuliert werden müssen. Zu diesem Prozess
könnte der vorliegende Beitrag einen kleinen Anstoß geben.
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