Fresszellen: aufregende Vielfalt

Werbung
Fresszellen: aufregende Vielfalt
Johann Berger und Peter König
Institut für Anatomie
Hintergrund
Unterschiedliche Fresszellen verteidigen die Lunge gegen eingeatmete Pathogene.
Alveolarmakrophagen (AMфs) sitzen in den Lungenbläschen (Alveolen), fressen
eifrig, bewegen sich kaum und können nur schlecht Hilfe holen.
Sternförmige dendritische Zellen (cDCs)
sind räumlich durch
Bronchialepithelzellen von eingeatmeten Antigenen getrennt. Sie sind darauf
spezialisiert zu den Lymphknoten (Polizeistationen) zu wandern, um dort Hilfe zu
holen, indem sie T-Zellen Antigene präsentieren und so die Immunantwort
programmieren. Zwei verschiedene können unterschiedliche Marschbefehle geben.
In direkter Nachbarschaft befinden sich Interstitiellen Makrophagen ähnliche
Zellen (IMф-LCs) (siehe Poster Franziska Hoffmann), sie sind noch unbekannt und
ihre Eigenschaften unklar.
Fragestellung:
Welche dendritischen Zellpopulationen nehmen Antigene auf und
wo gelingt ihnen das? Was verändert sich nach zusätzlicher Gabe
von Hausstaubmilbenallergen (HDM)?
Klinischer Bezug:
Dem allergischen Asthma liegt eine chronische Entzündung der
Atemwege zugrunde. Ursächlich ist auch eine Fehlprogrammierung der Immunantwort durch dendritische Zellen.
•OVA DQ im grünen
•Kanal
Methoden
Arbeitsschritte
1. GewebeAutofluoreszenz
2. DQ OVA
Marker CD11c
Marker CD11b
Marker MHCII
+/-
Lungenpräparation
von C57/Bl6 Mäusen
Schneiden
von
300µm
dicken
Vibratomschnitten
Gabe von Modell
antigen DQ OVA
ex vivo/ in vivo
Ergebnisse
Immunhistochemische (IHC)
Färbung spezifischer Marker
zur Zelldifferenzierung
Auswertung
am
Konfokal Mikroskop
mit Laser-Anregung
Entstehung von 3DBildern aus vielen
Einzelbildern
Versuchsablauf
Auswertung der Antigenaufnahme über die Zeit
Repräsentative Aufsicht auf Atemweg mit subepithelialen
Fresszellen, begleitender Arterie und benachbarten Alveolen
OVA gelangt bei in vivo Applikation
unter die epitheliale Barriere. An den
Atemwegen
und
an
im
Lungenparenchym
verlaufenden
Gefäßen (hier nicht abgebildet) zeigte
sich:
In vivo: DQ OVA oder DQ OVA+HDM-Applikation transtracheal, Inkubation für 1h, 2h und 4h,
Ex vivo: Applikationen transtracheal/direkt auf Schnitte in Wellplatten, Inkubation 0,5h
 anschließende PFA-Fixierung + IHC + Auswertung.
Abbildungen: Daten für Atemwege
IMф-LCs sind die größte
Population unter Atemwegen
fressende
Die Aufnahmeeffektivität steigt besonders bei
CD11b+ cDCs im Laufe der Zeit und bei HDM Gabe
nehmen am häufigsten
+ effektivsten OVA auf
-
- sind die zweit
häufigsten/effektivsten
OVA-Aufnehmer
- nehmen am wenigsten
+ ineffektivsten OVA auf
Im Interstitium zwischen den Alveolen
nimmt keine Zelle Antigene auf. Jedoch:
Selbst
bei
unphysiologisch
guter
Antigenerreichbarkeit ex vivo nehmen
CD103+ cDCs nach 30 Minuten kein OVA auf
25% der cDCs haben direkten Kontakt zu OVA+
IMф-LCs
CD11b+cDC
Alveolarmakrophage
Ex vivo DQ OVA Applikation auf Vibratomschnitte, fixiert nach 30 Minuten
- nehmen sämtlich
in Alveolen OVA auf.
DQ OVA, Marker: CD11b, CD11c, MHCII
Zusammenfassung: Nicht cDCs, sondern IMф-LCs nehmen
subepithelial am meisten vom Modellantigen OVA auf. Sie stehen
jedoch in engem Kontakt zu den cDCs an den Atemwegen. Beides
lässt sich auch bei zusätzlicher Allergengabe beobachten.
Ausblick: Die Aufgaben der IMф-LCs sind noch unbekannt. Mittels
Untersuchungen an transgenen Mäusen, bei denen Farbstoffe an
bestimmte Gene gekoppelt werden, könnte ihre Abstammung/
mögliche immunoregulatorische Aufgaben weiter erforscht werden.
Herunterladen