Der amerikanische Sezessionskrieg

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Der amerikanische Sezessionskrieg
Vorwort des Verfassers
Am Ende waren 620,000 Opfer zu beklagen, hunderttausende auf beiden Seiten, Milliarden
von Dollars waren in die Rüstungsproduktion geflossen, anstatt den Bürgern der USA zu
helfen .Viele Menschen waren obdachlos geworden, hatten alles bei dem Vernichtungsfeldzug
der Union verloren Das Verhältnis zwischen Nord- und Südstaaten war zerrüttet, ja sogar trotz
eines offiziellen Friedens feindlich. Die Sklaverei war abgeschafft worden, der Süden
existentiell am Ende, Abraham Lincoln, dem die Abschaffung der Sklaverei zu einem grossen
Teil zu verdanken war tot, ermordet von einem südstaatlichen Fanatiker Namens Wilkes
Booth.
Die Nation war wieder geeint, doch gespalten wie nie zuvor.
Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen ? Wie durfte es zu dieser Katastrophe
kommen?
Dieses Referat soll helfen zu verstehen, wie es zu diesem Desaster kam, was nötig war um
eine Nation zu teilen, und warum es so schwierig ist sie wieder zu vereinen, was politisch
schon vor 150 Jahren geschah, gesellschaftlich aber bis heute andauert.
Die USA am Vorabend des Sezzessionskrieg - Ein schwelender Konflikt
Nachdem die USA den Wirren des Unabhängikeitskrieges entflohen waren, stieg die
Bevölkerung steil an. Aus 13 Staaten waren anno 1860 34 geworden, aus 3 Mio. Bürgern 30
Mio. geworden. Die Siedler expandierten weiter nach Westen, da immer mehr Einwanderer
aus Europa nachströmten.
Die klimatischen Verhältnisse teilten aber das Land. Während sich im Norden eine junge
Industrie entwickelte, die Menschen in die Städte zogen, und die Farmer eigenständige
Familienbetriebe aufbauten, entwickelte sich im Süden aufgrund des milden subtropischen
Klimas eine grosse Plantagenwirtschaft die von einer grossen, sehr reichen Oberschicht, den
Plantagenbesitzern geführt wurde. Diese Elite mit ihrer aristokratischen Lebensweise war auf
billige,gute Arbeitskräfte angewiesen, die sich in Form von Leibeigenen offenbarten. Das
System war ganz einfach: Die Sklaven gehörten ihren Besitzern, hatten keine Freiheit, sie
erhielten Kost und Logis und mussten dafür auf den Plantagen arbeiten. Diese Sklaven waren
die Nachkommen, der im 18 Jh. in die USA verschleppten Afrikaner, da sich die Indianer
nicht als effiziente Arbeitskräfte zeigten. Der Süden war völlig auf den Export von
Baumwolle und anderen Naturalien nach Frankreich und England angewiesen, um die
Industriegüter, die aufgrund mangelnder Industrie und Infrastruktur nicht vorhanden waren,
einzuführen. Die Plantagenbesitzer erreichten beträchtlichen Reichtum, da sie über die
Sklaven als billige Arbeitskräfte verfügten und so grosse Mengen zu niedrigen Kosten
produzieren konnten.
In den Nordstaaten hingegen existierte die Sklaverei nicht, sie war sogar untersagt. Den
Arbeitsbedarf deckten die europäischen Einwanderer . Der Konflikt war immer da, jedoch
wurde er immer wieder heruntergespielt, doch durch das enorm starke Bevölkerungswachstum
und die damit verbundene Ausdehnung der Territorien wurde das Gleichgewicht der Industrieund Sklavenhalterstaaten empfindlich gestört. ( bis dahin 15:15). Im Jahre 1820 sah man sich
erstmals gezwungen Maßnahmen zu ergreifen. Durch den Missouri-Kompromiss, der durch
2
die Frage des Eintritts Missouris in die Union erfolgte, wurde erstmals eine Westost Grenze
gezogen ( 36°,30”) nördlich derer die Sklaverei verboten wurde. Dieser Kompromiss wurde
ein Musterbeispiel zur Beilegung von Nordsüd-Konflikten in den nächsten Jahrzehnten. Erst
als in den nächsten Jahrzehnten, nach dem amerikanisch-mexikanischen Krieg die Grenze des
Landes bis zum Pazifik verlegt wurde, brach der Konflikt in verschärfter Form wieder auf. So
schlug der damalige Präsident Taylor vor, das sklavenfreie Kalifornien mit in die Union zu
übernehmen, was viel Verwirrung und Diskussion auslöste. Nach vielen, teils sehr heftigen
Diskussionen, fand sich eine Mehrheit für Taylors Vorschlag, die sich im “ Kompromiss von
1850” niederschlug. Das bis dahin ungebundene Kalifornien wurde als sklavenfreier Staat in
die Union aufgenommen, während das übrige Gebiet in die Territorien New Mexiko und Utah
aufgeteilt wurde. Über den Status dieser Gebiete sollten die Siedler nach dem Grundsatz der
Volkssouveränität selber bestimmen. Auch für den Columbia-Distrikt wurde die Sklaverei
verboten. In beiden Lagern wurde der Kompromiss begrüsst und sogar als endgültige Lösung
angesehen.
Doch trotz dieser Kompromisse hatte sich die Union verändert, der Süden beherrschte den US
Kongress nicht mehr, sah dessen Maßnahmen mit wachsender Sorge. Der industriereiche
Norden verlangte zur Sicherung der Wirtschaft die Einführung eines Schutzzolles, der die
Wirtschaft vor Dumpingpreisen aus Europa schützen sollte. Ausserdem verlangte dieser auch
zahlreiche Subventionen für die Infrastruktur, sowie Land für neue Siedler. Doch der Süden
lehnte dies mit der Begründung, dies wären Begünstigungen für den Norden, ab. Das so
entstandene Spannungsverhältnis zwischen den Regionen förderte die immer mehr
anschwellende Kritik der Nordstaaten an der Sklaverei der Südstaaten. Mehrere der
Nordstaaten setzten sich über den sogenannten “ Fugitiv Slave Act” hinweg, der die
Wiederergreifung entflohener Sklaven regelte. Doch als 1854 das Territorium KansasNebraska in die Union eingefügt werden sollte, wurde durch die Anerkennung der
Volkssouveränität
der Missouri-Kompromiss “expressis verbis”1 aufgehoben. Diese
Veränderung löste in den Nordstaaten eine Protestwelle aus, die zur Entstehung der
Republikanischen Partei führte. 1857 wurde dann durch ein Urteil des Obersten Gerichts im
Falle des entflohenen Sklaven Dred Scott der Missouri-Kompromiss zwar nicht Wortwörtlich
aber doch sinngemäß für verfassungswidrig erklärt. Somit verlor der Kongress das Recht in
den Territorien über Eigentum und Besitz der amerikanischen Bürger zu bestimmen.
Erst durch Harriet Beecher Stowes Roman “ Uncle Tom`s Cabin”, in dem die Zustände in den
Südstaaten dargestellt wurden, war die Bereitschaft für eine Auseinandersetzung mit dem
Thema sprunghaft gestiegen. Nachdem der fanatische Prediger John Brown nach einem
Putschversuch hingerichtet wurde und so im Norden die Rolle eines Märtyrers einnahm, war
die kritische Haltung der Industriestaaten gegenüber der Sklaverei abermals gesteigert, so
dass die Republikanische Partei Abraham Licoln, einen entscheidenden Gegner der Sklaverei
als Präsidentschaftskandidaten aufstellte. Die Demokraten zerbrachen bei dem Versuch, ein
für die ganzen Staaten wirksames Programm zu schaffen, in zwei selbständige Teile.
So gewann am 6.11.1860 Abraham Licoln als erster Republikaner die Wahl zum Präsidenten
Dieser vertrat nach dem Wahlergebnis nicht die Mehrheit des Volkes, war aber nach der
Verfassung zufolge legitimer Präsident.
Im Süden hingegen erkannte man die Wahl Lincolns nicht an. Man sagte sich, dass eine
Trennung von der Union besser sei als ein Konflikt innerhalb der Union. Das Wahlergebnis
festigte, die Überzeugung die Unabhängigkeit anzustreben nur noch, so daß am 20.12.1860
South Carolina sich als erster Staat von der Union lossagte und die Unabhängigkeit erklärte.
Zu Beginn des neuen Jahres traten auch die Staaten Mississippi, Florida, Alabama, Georgia
1
Dahms, Hellmuth Günther / Grundzüge der Geschichte der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter der
“Wissenschaftlichen Buchgesellschaft”/ S.95 Z.6
3
und Lousiana aus der Union aus. Sie gründeten im Februar 1861 in Montgomery, Alabama die
“ Konföderierten Staaten von Amerika”, deren Verfassung teile der US-Konstitution enthielt,
aber die Sklaverei beschützten, lediglich ein Import von Sklaven wurde untersagt. Man hoffte
im Süden, dass andere Staaten bald nachziehen würden, und schätzten das Risiko , das der
Norden für die Nationale Einheit kämpfen werde als sehr klein ein. Auch schien die
Unterstützung durch Frankreich und England, als Baumwollabnehmer gesichert, so dass die
Lage am 4.3.1861 als Licoln in sein Amt eingeführt wurde, für die Konföderation sehr günstig
war. In seiner Antrittsrede machte Lincoln klar, dass die Union die Sklavenhaltung in den
Südstaaten anerkennen würde, das aber eine Trennung von der Union auch durch
Waffengewalt verhindert würde. Die Rede schuf Platz für Verhandlungen - doch bevor die
Unterhändler einen Kompromiss fanden, eskalierte die Lage.
Die Union hatte schon zahlreiche militärische Stützpunkte im Süden geräumt und wollte auch
das im Hafenbecken von Charlestown gelegene Fort Summer räumen, doch am 12.4.1861
nahmen Küstenbatterien des Staates South Carolina das Fort unter Beschuss. Dieser
Gewaltakt wurde im Norden als tiefe Kränkung empfunden und so berief Präsident Lincoln
75000 Freiwillige zu den Waffen, nachdem Tausende auf den Strassen, des Nordens
Gegenmaßnahmen forderten. Die Union wollte die Rebellion gewaltsam beenden. Daraufhin
mussten sich die Grenzstaaten entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollten. Virginia,
Arkansas, Tennesee und Norh Carolina zogen auf Seiten der Konföderierten in den Krieg,
Maryland, Kentucky, Delaware und Missouri wären ebenfalls von der Union abgefallen,
wurden aber unter Waffengewalt daran gehindert. Kansas schloss sich hingegen der Union an.
Der ideologische Konflikt war zu einem Krieg geworden.
Die Kriegsparteien - oder “Yankees” vs. “Reds”
Wie im ersten Teil beschrieben, bildeten die Nord-und Südstaaten zwei Blöcke in den
heutigen USA. Die Nordstaaten bildeten weiterhin die Union, waren also der Rest der
Vereinigten Staaten von Amerika. Sie forderten die sofortige Beendigung der Rebellion sowie
die Abschaffung der Sklaverei. Die Südstaaten hatten, wie beschrieben die Konföderierten
Staaten von Amerika gebildet, mit eigener Verfassung und Gesetzen. Sie forderten die
Anerkennung der Konföderation und somit die Errichtung eines zweiten Staates.
Auf Seiten der Union waren zu Kriegsbeginn 23 Staaten vertreten, darunter auch zahlreiche
sklavenhaltende Staaten, die mit Waffengewalt an der Union festgehalten wurden. Zusammen
beheimatete die Union fast 22 Millionen, überwiegend freie Bürger. Lincoln, als Präsident
mobilisierte 1,556,678 Soldaten für den Krieg. Die Südstaaten, die aus gerade einmal 11
Staaten bestanden, mobilisierten trotz ihrer nur neun Millionen Einwohner ( davon 3
Millionen Sklaven) beachtliche 1,082,119 Soldaten für den Krieg. Damit war das
Kräfteverhältnis ausgewogener als auf den ersten Blick offenbart wurde.
Die Unionisten, von den Konföderierten spöttisch “Yankees” genannt, behielten natürlich den,
im März offiziell eingeführten Abraham Lincoln als Präsidenten. Oberbefehlshaber der USArmy war Henry Wager Halleck. Der Norden hatte zahlreich Vorteile, die wohl auch
kriegsentscheident waren. So hatte er die weitaus bessere Infrastruktur, konnte also Einheiten
schneller transportieren, zum anderen konnte er sich auf eine starke Wirtschaft, mit guten
Finanzen, fortgeschrittener Industrie und reicher Lebensmittelproduktion verlassen. Dies gab
ihm die Fähigkeit seine Waffen selbst zu produzieren und war so nicht auf teuren Import
angewiesen. Zu dem kontrollierte die, überwiegend loyal gebliebene US-Navy die Küste
Nordamerikas. Zu guter letzt hatte der Norden die doppelte Bevölkerung, was die
Rekrutierung von neuen Soldaten erheblich vereinfacht haben muss. Also war der Norden auf
Dauer hingesehen, die stärkere Kriegspartei.
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Die Konföderierten hatten Jefferson Davis zu ihrem Präsidenten ernannt, zeigten so den
Nordstaaten, dass sie vollkommen unabhängig sind. Davis Berater und zugleich
Oberkommandant des konföderierten Heeres, war General Robert Edward Lee, einer der
bekanntesten Strategen aller Zeiten, von dem viele Historiker behaupten er sei es gewesen, der
dem Süden die ersten Erfolge ermöglichte. Der Süden hatte trotz beträchtlichem Reichtum,
das Problem eine Agrarstaat zu sein, der zudem noch überaus empfindliche Güter wie
Baumwolle und Tabak produzierte. Industrie war praktisch nicht vorhanden und so war der
Süden auf den Export seiner Güter angewiesen um Waffen zu importieren. Genau diese
Schwachstelle kannten beide Seiten, und deshalb versuchte Lee möglichst schnell Washington
einzunehmen und so den Norden unter Druck zu setzen. Den Nordstaaten war natürlich daran
gelegen eine Seeblockade gegen den Süden zu errichten, um den Nachschub zu unterbrechen.
Der Süden wusste, je länger der Krieg andauert, desto stärker wird die Union.
Der Kriegsverlauf - Teil 1 “Lees Marsch nach Washington”
2
Dieser Abschnitt soll den Verlauf des Krieges zeigen und vor allem erklären, wieso die
Nordstaaten im Endeffekt gewannen.
Die Kriegsschauplätze, (siehe Karte) waren die Gebiete Tennessee/Mississippi und Virginia
im Norden. Die Union erkannte erst nachdem die Offensive am Bullrun ( Virginia) gescheitert
war die Bedeutsamkeit des westlichen Teils, des Mississippis. Dank Lee konnten die
Unionisten mehrere Male zu Anfang bedeutend geschlagen werden, auch hatten die
Konföderierten einen weiteren Vorteil: Jemand der um seine Heimat kämpft, kämpft stärker
als jemand der in ein Land einmarschiert. Doch im Westen zeichnete sich bald eine Wende ab.
Nach der hart umkämpften und extrem blutigen Schlacht um Shiloh waren Kentucky und
Tennessee für die Union zurückerobert und die Nordstaaten waren sich der Unterstützung
durch ihre Kanonenboote auf Teilabschnitten des Mississippi sicher. Nur vereinzelte Städte,
darunter Vicksburg leistete heftigen Widerstand. Doch Halleck konnte dem Schlachtfeld im
Westen jetzt nicht den , trotz der Erfolge benötigten Nachschub geben, da Lee sein Auge
2
“Bürgerkrieg,amerikanischer” Microsoft® Encarta® 97 Enzyklopädie. © 1993-1996
Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. ( betr. Zeichnung)
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weiterhin auf Washington richtete und bereits in Maryland einbrach. Doch die Union brachte
Lees Offensive, unter heftigen Verlusten zum Stehen ( Scheinsieg bei Antietam).
Zu diesem Punkt wurde die Sklavenfrage wieder sehr akut, da Präsident Lincoln die
Freilassung aller Sklaven proklamierte und Präsident Davis, den für den Süden kämpfenden
Sklaven die Freiheit versprach.
Der Krieg erhielt dann 1863 die lang erwartete Wende, nachdem Lee im Frühjahr wieder in
die Offensive gegangen war. Doch sein Marsch nach Washington wurde in der 3-tägigen
Schlacht um Gettysburg gestoppt.
Der Kriegsverlauf - Teil 2 “ Die Wende in Gettysburg”
Die Schlacht von Gettysburg ist die wohl bekannteste Schlacht auf dem amerikanischen
Kontinent. 90,000 Soldaten der US-Army trafen auf 75,000 Konföderierte, die unter General
Lee zuvor in der “Schlacht von Chancellorsville ”3 siegreich waren. Lee plante eine Invasion
in Pennsylvania um die Union zur Anerkennung der Konföderation zu zwingen. Hier nun
trafen sich die Armeen zur Entscheidungsschlacht. Am ersten Tag war Lee erfolgreich, jedoch
dafür am zweiten unterlegen. Am letzten Tag konnte die Union die Konföderierten endgültig
zurückdrängen, so dass Lee zum Rückzug nach Virginia gezwungen war.
Nun bereitete die Union ihren Vormarsch vor und versuchte einen Keil in die Südstaaten zu
treiben, um die Armeen Lees zu trennen. Dies gelang jedoch sehr mühsam, doch trotzdem
konnte die US-Army das gesamte Mississippi-Gebiet unter ihre Kontrolle bringen. Und auch
General Shermans Offensive, die in Atlanta ins Stocken gebracht wurde, hinderte nach dessen
Fall nichts mehr am Erreichen des Meeres, wo sein Heer mit genügend Ausrüstung versorgt
wurde. So konnte Sherman nur 3 Wochen später seinen Plünderzug durch South und North
Carolina fortsetzen und so die konföderierte Armee endgültig zerschlagen.
Die Moral der Südstaaten war gebrochen, hilflos mussten sie zusehen, wie die US-Army den
Süden verwüstete. Ein Drittel des konföderierten Heeres desertierte nachdem die
Versorgungslage immer katastrophaler wurde und Petersburg sowie Richmound, die
Hauptstadt der Konföderierten, verloren waren.
General Robert E. Lee, und mit ihm die Konföderierten Staaten von Amerika kapitulierten
am 9.4.1865 in Appomattoc Courthouse. Der Krieg war beendet, doch die Folgen wurden jetzt
erst richtig spürbar.
Die Folgen des Krieges
3"Gettysburg, Schlacht von," Microsoft® Encarta® 97 Enzyklopädie. © 1993-1996 Microsoft
Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Auswirkungen des Krieges waren enorm, und sehr vielfältig. Die akutesten Folgen hatte
natürlich der Süden zu spüren, da General Sherman auf seinem Vernichtungsfeldzug durch die
Südstaaten alles zerstört hatte. Hier war es erst die Überlebensproblematik, die die Menschen
in Bedrängnis brachten. In einem Agrarstaat, wo nichts mehr wächst bricht natürlich alles
zusammen, so dass schon bald Hungersnöte ausbrachen. Lincoln sah es als seine Aufgabe an,
die beiden Blöcke so schnell wie möglich wieder zu einen, um die Einheit des Landes
wiederherzustellen. Im Gegensatz zum republikanischen Kongress, der um seine Entmachtung
durch die Demokraten fürchtete. Diese würden nach Lincolns Plan wieder zurückkehren,
sobald, 10% der Wahlberechtigten einen Loyalitätseid geschworen hatten. Ausserdem sollten
alle, die diesen Eid schwören amnestiert werden. Doch Lincoln konnte sein Vorhaben nicht
umsetzen. Fünf Tage nach Lees Kapitulation wurde er von einem fanatischen Südstaatler
namens Wilkes Booth erschossen. Sein Nachfolger Andrew Johnson vervollständigte dann
die Rekonstruktion. Die Südstaaten wurden erst, unter dem Einfluss des republikanischen
Kongresses, von Militärs regiert dann, nachdem sie allen Punkten , die im Wesentlichen aus
der Anerkennung der Rechte der Schwarzen bestand, durch eigene Politiker.
Doch die Demokraten hatten an Einfluss verloren und somit bestimmte die Republikanische
Partei, als Interessenvertreter der Hochfinanz und Industrie die Politik der USA. Die
Wiedervereinigung war nach der Generalamnestie politisch abgeschlossen .
Der Norden der USA hingegen spürte nach dem Krieg sofort den wirtschaftlichen Aufwind.
Während der Süden in Trümmern lag, war es den Politikern der Nordstaaten ein Leichtes ihre
Vorstellungen umzusetzen. Dazu gehörten z.B. die Einfuhrzölle. Die Industrie, durch die
Politik gestärkt, erlebte so ihren Boom, der auch durch den Bau der ersten transkontinentalen
Eisenbahn weiter gesteigert wurde.
Doch die wirtschaftlich-politische Ebene war nicht der einzige Faktor, der das Leben nach
dem Krieg bestimmte. Die nun freien Farbigen waren in vielen Südstaaten in der Überzahl.
Aber trotz der Tatsache, dass nach der Verfassung alle Menschen gleich sind, entwickelte sich
im Süden die Emanzipation der ehemaligen Sklaven nur sehr langsam. Zahlreiche
Geheimbünde entstanden, die versuchten den politisch verlorenen Kampf, nun mit Gewalt zu
vollenden
( KuKluxKlan). Zwar wurden diese rasch verboten, doch die Farbigen
wurden bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und teilweise auch heute noch diskriminiert.
Das grösste Problem war die breite Kluft, die sich zwischen den beiden ehemaligen
Kriegsparteien aufgetan hatte. Vorurteile bestimmten auf beiden Seiten die Ansichten. Beide
Teile machten sich gegenseitig für ihre 300,000 Toten verantwortlich. Die Nordstaaten sagten,
dass die Südstaaten, mit ihrer Rebellion an dem Krieg schuld sind. Der Süden hingegen
behauptete, dass der Norden den Krieg durch seine aggressive Politik angefangen hätte. So
setzte sich vielerorts, vor allem im Süden, der Hass durch. Die Nordstaaten hatten ja so gut
wie keine Zerstörung durch den Krieg, ja sogar die Wirtschaft wurde angekurbelt. Ihnen ging
es nachdem Krieg wieder gut, die überlebenden Soldaten kehrten in eine intakte Heimat
zurück, doch im Süden stand kein Stein mehr auf dem anderen. Die Soldaten kehrten in die
Ruinen, Geisterstädte zurück. Viele hatten zivilistische Familienmitglieder verloren, die
Shermans Vernichtungsfeldzug, der das Ziel hatte, den Süden zu demoralisieren, nicht
überlebten. Sie fanden ihre Heimat total verändert vor, nichts war wie es einmal war, die
Offiziere, oftmals Söhne der aristokratisch lebenden Grossgrundbesitzer, kamen in ein Land
das nun von den Militärs regiert wurde, die alles zerstört hatten. Der Süden hatte zunächst
seinen Einfluss verloren, doch auch nachdem er ihn wiederhatte, wurde die Nord-Süd-Kluft
nicht enger. Nur ganz langsam gelang es mit der Zeit die gesellschaftliche Rekonstruktion zu
vollenden, was aber bis heute noch andauert.
Fazit des Verfassers
7
Die wohl am meisten gestellten Frage der Leser dieses Referats, ist wahrscheinlich: “Wer
trägt die schuld ” ? Die Schuldfrage ist also noch das, was nach Klärung der Fakten
übrigbleibt. Natürlich sind die Ursachen des Krieges bekannt, genau wie seine Folgen, doch
um die Schuldfrage zu klären, müsste man eigentlich die rationale Ebene verlassen und sich
mit den Wirren der menschlichen Gefühle vertraut machen. Denn Antworten wie : “ Die
Südstaaten sind schuld, weil sie Fort Summer angegriffen haben !”oder: “Die Nordstaaten mit
ihrer aggressiven Sklavenpolitik haben schuld! ” sind zwar teilweise korrekt, doch eigentlich
viel zu banal um diese grundlegende Frage zu klären. Würde man solche Gedanken aber
weiterspinnen gäbe es auch einige die behaupten die Sklaven seien schuld, weil ohne sie der
Krieg nie stattgefunden hätte, doch soweit sollte man es dann doch nicht treiben.
“Die Kriegskosten betrugen nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 10 Milliarden Dollar.
Knapp 50 Prozent dieser Summe hätten genügt, um das Sklavereisystem, die Ursache des
Konfliktes, gegen angemessene Entschädigung der Pflanzer rechtzeitig zu beseitigen.”4
Man sollte also überlegen, wieso die Politiker sich diese Überlegung nicht schon vorher
gestellt haben, denn des Rechnens waren sie sicher mächtig. Sie haben es nicht getan, was
mich zu zwei verschiedenen Schlüssen führt. 1. Sie dachten, der Krieg wäre viel schneller
vorbei und somit auch billiger. Aber da Bürgerkriege bekanntlich sehr intensiv, brutal und
anhaltend sind, wäre diese Überlegung ein Fehlschluss der wohl keinem Politiker dieser Zeit
passiert wäre. Schluss Nummer 2 besagt, so traurig wie es auch ist, das die verschiedenen
(Teil)Nationen einfach ihre aufgestauten Aggressionen abbauen mussten. Das
Sklavereisystem war sicherlich der Auslöser des Konflikts, aber sollte man als Ursache nicht
vielmehr das Auseinanderleben zweier, seit der Gründung der Vereinigten Staaten
existierender, Staatenblöcke ansehen ? Dieses Auseinanderleben, das Vorurteile beider Seiten
mit sich führte, wurde unterstützt und beschleunigt durch die rasende Besiedelung
Nordamerikas.
Meiner Meinung nach war der Konflikt unausweichlich, es gab keine Chance ihn
abzuwenden. Wenn nicht 1860, dann 10, 20 oder 100 Jahre später, aber der Konflikt war
immer da, und wird, leider Gottes auch immer, wenn auch in abgemilderter Form bestehen.
Die Grundproblematik ist: Zwei völlig unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen
ethischen Ansichten und völlig verschiedener Struktur können nur sehr, sehr schwer
koexistieren , und es wird die Aufgabe der Menschen in den nächsten Jahrhunderten sein,
dieses Problem zu lösen. Miteinander statt Gegeneinander.
Schlusswort des Verfassers
Der amerikanische Sezessionskrieg ist, historisch gesehen ein hochinteressantes Thema, das
leider nur selten im Schuluntericht behandelt wird. Er sollte auch an deutschen Schulen mit
einer Unterrichtsreihe bedacht werden, anstatt andere Themen zu wiederholen. Der
amerikanische Bürgerkrieg ist ein hervorragendes Beispiel dafür, das nicht immer
Gebietsansprüche oder Revolutionen für einen Krieg sorgen, sondern auch Differenzen in der
Ideologie, die aufgrund von physiologischen Geofaktoren entstanden sind, ein Volk spalten
können, so dass sich ehemalige Freunde auf den gegenüberliegenden Seiten des
Schlachtfeldes gegenüberstehen. Meiner Meinung nach hat sich das Thema als sehr
interessant erwiesen und wird von mir auch im ausserschulischen Bereich einen Platz finden,
wie zum Beispiel in Romanen oder Filmen.
4
Dahms, Hellmuth Günther / Grundzüge der Geschichte der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter der
“Wissenschaftlichen Buchgesellschaft”/ 1991 S.102 Z.18ff
8
Literaturverzeichnis
Dahms, Hellmuth Günther / Grundzüge der Geschichte
der Vereinigten Staaten/ 3. Auflage erschienen unter
der “Wissenschaftlichen Buchgesellschaft”/ 1991
Das Buch war eine der
Hauptinformationquellen für die
beschreibenden Teile, da sehr genau
S.91ff - 107
Lehrbuch der Geschichte für berufsbildene Schulen,
Handwerk und Technik-Verlag/ 8. Auflage/1976
S.157
benötigt für generelle Übersicht des Themas
Die Vereinigten Staaten von Amerika / Verlag Ploetz
KG Würzburg
S.62-66
benötigt für generelle Übersicht des Themas
Zeiten und Menschen ( Politik, Gesellschaft,
Wirtschaft) 1776-1918/ Schroedel Verlag/ Ausgabe K
Band 3
S.189-192
benötigt für generelle Übersicht des Themas,
einfache Erläuterungen da Schulbuch
Microsoft Encarta Lexikon CD-ROM `97
Information zu historischen Personen und zu
dem Thema, da sehr ausführlich
Der in Teilaufgabe 1-4 geschriebene Text beruht teilweise auf den hier vorliegenden Quellen.
Das Fazit und das Schlusswort sind eigenständige Produktionen, und beruhen auf den bis
dahin gesammelten Gesamtinformationen des Verfassers.
Dieses Referat wurde von Florian Wittke, aus Burscheid verfaßt und auf dem Landrat Lucas
Gymnasium mit der Note : SEHR GUT minus bewertet.
Fragen an : [email protected]
9
Inhaltsverzeichnis
Gliederung
S.1
Vorwort des Verfassers
S.2
Die USA am Vorabend des
Sezessionskrieges
S.2 - 4
Die Kriegsparteien
S.4- 5
Der Kriegsverlauf Teil 1
S.5-6
Die Folgen des Krieges
S.7
Fazit des Verfassers
S.8
Schlusswort des Verfassers
S.8
Literaturverzeichnis
S.9
10
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