Biochemie. Blattzelle das Zytoplasma die beherrschende Kolle im

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Biochemie.
Blattzelle das Zytoplasma die beherrschende Kolle im Eiweißstoffwechsel
Spielt.
Arena
(Bonn).
Willstätter, R., U n t e r s u c h u n g e n ü b e r d i e E n z y m e . Berlin
(Jul. Springer) 1928. 2 Bde., 1775 S.; 183 Abb.
Dieses umfangreiche Werk ist ein zusammenfassender Bericht aller in
den letzten Jahren in der W i l l s t ä t t e r sehen Schule gemachten Unter­
suchungen über die organischen Katalysatoren. Der größte Teil dieser Ar­
beiten ist bereits an anderer Stelle veröffentlicht. Die noch unveröffent­
lichten werden wohl auch in Zeitschriften zum Abdruck kommen, so daß es
hier unnötig erscheint, die einzelnen Arbeiten zu besprechen, ganz abgesehen
davon, daß in den hier zum Abdruck kommenden 132 wissenschaftlichen
Aufsätzen ein kaum zusammenfaßbares Material geborgen liegt. Die un­
geheure Bedeutung der Arbeiten W.s kann kaum besser zum Ausdruck
kommen als in dieser monumentalen Zusammenstellung.
Der erste Abschnitt enthält meist kürzere Aufsätze in der Form von
Berichten über die Fortschritte der Fermentchemie. Unter den analytischen
Arbeiten findet man vor allem die wichtigen Studien über die alkalimetrische
Bestimmung der Aminosäuren und Peptide, auch Untersuchungen über die
Ermittlung kleiner Eisen-, Magnesium-, Calzium- und Phosphorsäuremengen.
— Der nächste Abschnitt bringt die physikalischen und chemischen Studien
über Hydrogele und Adsorbentien, auf denen W. sein Verfahren der Enzymreinigung aufgebaut hat. Anschließend an die älteren Arbeiten über die
Chlorophyllase kommt die Studie über die Kicinuslipase zum Abdruck, die
von W a l d s c h m i d t - L e i t z mitgeteilt wird. In dieser Arbeit ist eine
jener wichtigen Notizen über die synthetische Wirkung der Enzyme zu
finden. Besondere Wichtigkeit für den Botaniker haben die Studien über
die Peroxydase und Katalase, die in 10 Arbeiten niedergelegt sind, auf die
eine wichtige Auseinandersetzung mit der W a r b u r g sehen Theorie des
Eisens als Sauerstoff übertragenden Bestandteils des Atmungsfermentes folgt.
— Unter den zahlreichen vor allem auch methodisch wichtigen Saccharasestudien finden sich zwei, die für unsere Ansichten über den Zustand der
Fermente in der lebenden Zelle entscheidend sind. Bekanntlich gelingt es
in vielen Fällen noch nicht, ein Enzym aus den lebenden oder toten Zellen
herauszulösen. W. meint nun, daß die Saccharase durch einen örtlichen
Schutz an der Diffusion völlig gehindert wird und nicht etwa durch eine
starke Adsorption an Zellbestandteilen. Es gelang W. sowohl durch Polyoseabbau als auch durch die Einwirkung von Proteasen, das Ferment zu be­
freien.
Der zweite Band beginnt mit den Untersuchungen über die Maltase,
die Laktase, die Gärungsfermente und das Emulsin. Darauf folgen einige
Arbeiten allgemeinerer Bedeutung über die Spezifität der Fermente. Dem
umfangreichen Abschnitt über Enzyme des Tierkörpers werden die neuen
sehr bedeutsamen Untersuchungen über die pflanzlichen Proteasen angereiht.
Die neuesten Studien haben ergeben, daß die verschiedenen Aktivierungszustände der Proteasen in verschiedenen Teilen der gleichen Frucht oder zu
verschiedenen Keifezeiten auf die Anwesenheit einer Phytokinase zurück­
geführt werden müssen. Daraus kann die Vermutung eine Stütze erhalten, daß
alle die pflanzlichen Proteasen, die durch eine bestimmte Reaktionsfähigkeit
gegenüber HCN ausgezeichnet sind, einheitlicher Natur sind, bzw. sich auf
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