Die Luftfahrt ist nicht Hauptsünder. Zusammenarbeit

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Forum: Stadtblatt, Donnerstag, 22. November 2007.
22
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Z
um Einblick «Chronologie einer
Tragödie» im «Stadtblatt» vom
15. November:
Mit Interesse las ich Ihren sehr
beeindruckenden und sorgfältig verfassten Bericht über die TalidomidKatastrophe. Ich beglückwünsche
Sie zu diesem Akt des Nachdenkens
über eine grosse Tragödie, unter der
heute noch viele Opfer leiden. Die
Gratulation gilt auch der klaren Darstellung der Konsequenzen. Damals
beobachtete ich das Geschehen aus
mehreren Gesichtswinkeln: als Leiter einer Apotheke, als Aktiver im
Berufsverband, als Offizier unserer
Armee – Schutz gegen A- und CWaffen – und als junges und kritisches Mitglied der FDP. Die schweizerische Pharmazie pflegte nach
dem Zweiten Weltkrieg enge Kontakte mit den Berufsverbänden der
umliegenden Staaten und förderte
die globale Zusammenarbeit im
Testen Sie unverbindlich zu Hause!
Rahmen der FIP, der Féderation
Internationale Pharmaceutique. Die
Schweiz half mit, die Arzneimittelversorgung sowie die Ausbildung
der Pharmazeuten und Pharmazeutinnen wieder in Gang zu bringen.
Allerdings wurden wir schon nach
wenigen Jahren aus «Lehrmeistern»
in vielen Bereichen wieder zu
Schülern, zum Beispiel von unseren
westdeutschen Kollegen. Daher
setzten wir uns für bessere und international gültige Zulassungsverfahren für Medikamente ein, selbstverständlich auch für eine Ablösung
der Zuständigkeit der Kantone für
die Qualität der Medikamente, der
pharmazeutischen Beratung und
Versorgung der Bevölkerung. Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft,
wie in anderen Ländern, statt Brotneid und Konkurrenz, war die Maxime. Diese Kooperation von Ärzten
und Apothekern wurde durch den
Umstand begünstigt, dass viele von
ihnen sich im Militärdienst, in gleichen Schulen und Stäben, kennengelernt hatten. Als 1962 das Gesundheitswesen des Kantons Zürich
durch ein revidiertes Gesetz gestärkt
werden sollte, kämpfte plötzlich aus
dem Hinterhalt der Drogisten-Verband gegen die dem Volk unterbreitete Vorlage. Kennzeichnend für
jene Zeit war, dass Ärzte und Apotheker gemeinsam zur Presse und
auf die Strasse gingen, um die Gesetzesrevision gegen die Drogisten
zu unterstützen. Gegen das damals
vom Volk angenommene Gesetz
kämpft nun die Zürcher Ärztegesellschaft, um dem Arzt die Freiheit der
Wahl zu geben, was er selbst verkaufen will und was er dem Apotheker zur Abgabe mit staatlich geregelten Preisen verordnen kann. Tempora mutantur et nos mutamus in
illis … Erich Schneider, Winterthur.
Ohne Feinverteiler geht gar nichts.
O
hne S-Bahn und den öffentlichen Nahverkehr ist die Abwicklung des Pendlerverkehrs in einer Agglomeration wie Zürich nicht
mehr denkbar. Dringende Investitionen in den weiteren Ausbau des
öffentlichen Verkehrs machen vor
allem dann Sinn, wenn das System
als Ganzes funktioniert. Als Feinverteiler spielt das Tram in der Stadt
Zürich eine tragende Rolle. Es sorgt
dafür, dass Pendlerinnen und Pendler von den Bahnhöfen aus komfortabel und vor allem auch schnell
zu ihren Arbeitsplätzen und zurück
gelangen. Wenn nun wie in Zürich
West mit seiner enormen Dynamik
rechtzeitig die Weichen für ein
neues Tram gestellt werden, ist dies
ein absolut notwendiger Schritt und
hat mit Luxus nichts zu tun. Deshalb
sage ich am 25. November 2007 mit
Überzeugung Ja zum Tram Zürich
West. Werner Schurter, Winterthur.
Die Luftfahrt ist nicht Hauptsünder.
I
Bio Elektro Magnetische Energie Regulation.
Gesundheit schützen – Heilung unterstützen!
Repr.: Brigitte Haldimann, 9512 Rossrüti.
Telefon 071 911 43 09, Mobil 079 719 78 11
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www.haldimann.biz
Zusammenarbeit war die Maxime.
mmer wieder kursieren Artikel
und Leserbriefe rund um das
Thema Luftverkehr und Klimawirkungen, die den Luftverkehr als
grössten Klimasünder anprangern.
Ich arbeite selbst am Flughafen Zürich und bin mir sehr wohl bewusst,
dass auch der internationale Luftverkehr einen Beitrag zum Klimawandel leistet – genau wie jede andere Form der Mobilität, die von unserer Gesellschaft in zunehmendem
Mass gefordert und gelebt wird.
Doch schauen wir uns auch einmal
die wissenschaftlichen Tatsachen an.
Das Intergovernmental Panel on
Climate Change, IPCC, ist der
globale Ausschuss, der eben einen
neuen Zwischenbericht zum Klimawandel veröffentlich hat. Darin werden die neusten Entwicklungen und
Ursachen aufgezeigt. Der Teil Luftfahrt wurde vom deutschen Zentrum
für Luft- und Raumfahrt in den
Bericht eingebracht. Danach ist der
Anteil des Luftverkehrs mit 2,2 Prozent am gesamten CO2-Ausstoss
vergleichsweise gering, der Anteil
des Strassenverkehrs mit 14 Prozent
mehr als 6-mal höher und auch der
Anteil des globalen Schiffsverkehrs
mit 2,7 Prozent immer noch höher.
Die Klimawirkung des CO2 ist dabei
unabhängig von Zeit und Ort des
Ausstosses überall gleich. Daneben
wirken noch andere Emissionen und
im Fall des Luftverkehrs auch die
Kondensstreifen-Problematik mit.
Insgesamt wird der Beitrag des
Luftverkehrs zur derzeitigen globalen Erwärmung von 0,7 Grad auf
0,02 bis 0,03 Grad geschätzt. Unter
der Leitung der internationalen
Zivilluftfahrtbehörde ICAO arbeiten
verschiedene Gruppen an Programmen zur langfristigen Reduktion der
Auswirkungen, wie dem eben veröffentlichten Umweltbericht 2007 der
ICAO entnommen werden kann. So
gibt es bereits seit 1982 weltweit zur
Anwendung kommende Grenzwerte
für Lärm und Schadstoffe, die kontinuierlich verschärft worden sind.
Grundsätzlich ist das Thema Klimawandel wesentlich komplexer, als
es oft in oberflächlich und einfach
durchschaubaren politischen Schlagworten dargestellt wird. Unter diesem Aspekt ist es unverantwortlich,
das Thema auf den Luftverkehr zu
reduzieren und der Luftfahrt die
Rolle des Hauptsünders zuzuweisen.
Emanuel Fleuti, Lindau.
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Sportfeste feiern – wie Volksfest.
M
omentan spricht alles vom
Volksfest Euro 08, das bald –
mit allem Drum und Dran – Winterthur von innen und aussen beleuchten soll. Weniger spektakulär und
trotzdem nicht weniger denkwürdig
ist am vorletzten Wochenende in
Winterthur ein sportlicher Grossanlass über die Bühne beziehungsweise die Sportarenen der Eulachhallen
gegangen. Die Hallenradsport-Weltmeisterschaft 07 hat eine Fan-Gemeinschaft aus 22 Nationen in Bann
gehalten und friedlich verbunden.
International und national hat der
Anlass für Aufsehen gesorgt und
dabei die Stadt Winterthur als
Austragungsort im besten Licht präsentiert. Wohlverstanden – ohne
negative Schlagzeilen und grosses
Tamtam im Vorfeld und ohne gewalttätiges Nachspiel. Auch ohne
Reklamationen und ohne Polizeieinsätze. Die Organisatoren durften auf
über 500 freiwillige Helfer aus vie-
len Winterthurer Vereinen zählen.
Der Lohn aller war der reibungslose
Ablauf sowie die mit 3000 Besuchern voll besetzten und ausverkauften Hallen. Selbst das Schweizer
Fernsehen liess es sich nicht nehmen, stundenlang den Hallenradsport und die sensationelle Stimmung in den Winterthurer Hallen
einzufangen und dem interessierten
TV-Publikum live zu übertragen.
Insgesamt ein überwältigendes Ereignis und ein Erfolg, der seinesgleichen sucht. Herzlichen Dank an
alle, die mitgeholfen und das SportVolksfest unterstützt haben. An alle,
die gezeigt haben, wie Sportkultur
in Winterthur beispielhaft gefeiert
und vorgelebt werden kann. Ursula
Dolski, CVP-Gemeinderätin, Winterthur.
D
ie Euro 08 wird für die
Schweiz das grösste Ereignis
seit Jahrzehnten. Vor nicht allzu langer Zeit verlangten deshalb alle
Winterthurer Parteien vom Stadtrat,
für dieses Fest eine Public-ViewingArena nach Winterthur zu holen,
was dieser tat. Plötzlich meckern
nun viele dieser Parteien. Klar, die
perfekte Arena gibt es nicht. Dass
man aber lieber kein Fussballfest
will, verstehe ich nicht. Entweder
sagen wir Ja – oder der Euro-08-Zug
fährt an Winterthur vorbei. Wollen
wir die Miesepeter sein, wenn sie
in Zürich, Sankt Gallen und Kreuzlingen die Fussballbegeisterung
leben? Severin Toberer, Winterthur.
W
interthur hat lange gegen sein
biederes Image angekämpft.
Wer wurde nicht schon gefragt:
«Winterthur? Schliessen da die Beizen nicht um elf Uhr?» Das Image
hat sich gewandelt. Jetzt stimmen
wir über die Euro-08-Vorlagen ab.
Wenn sich die Nein-Sager durchsetzen, sind die überholten Klischees
wieder da. John Canciani, Winterthur.
Wissen Sie, was Sie wählen?
Intermezzo.
I
n einem Interview wurden Ueli
Maurer und Verena Diener gefragt, wie sie dem Ende des langen
Wahlkampfs entgegensehen. Maurer
findet es schade, dass es schon bald
vorbei ist. Er hat den Kontakt zu den
Leuten sehr geschätzt und hat die
Probleme der Bevölkerung mitbekommen und aufgenommen. Diener
meinte, dass es zum grossen Glück
bald vorbei ist. Das ist bezeichnend
für sie. Den ganzen Wahlkampf versprühte sie keine Freude und wirkte
verbissen. Ein grosser Teil der Bevölkerung fühlt sich
von ihr nicht vertreten. Als ehemalige Nationalrätin und langjährige
Regierungsrätin und mit ihrem
grossen Bekanntheitsgrad ist es ihr
nicht gelungen, ein besseres Resultat bei den Ständeratswahlen zu erzielen. Chantal Galladé hat ganze
10 000 Stimmen mehr gemacht als
sie. Und trotzdem war Diener der
Meinung, nur sie könne gegen Maurer antreten. Jugend- und Frauenförderung ist ja insbesondere bei
den Linken ein Dauerbrenner.
Wenn’s aber hart auf hart kommt,
bricht das eigene Ego durch und
man mag der jungen, sympathischen
Konkurrentin den Erfolg nicht gönnen. Gar nicht nachhaltig!
Jedenfalls weiss man bei Ueli Maurer, was man an ihm hat. Er sagt,
was er denkt, man weiss, wo er
steht. Er nimmt sich Zeit, die Sorgen
und Probleme der Bevölkerung anzuhören, und bietet Lösungen. Er
hat die SVP über die Jahre erfolgreich geführt und sie zur mit Abstand stärksten Partei gemacht. Er
steht ein für einen starken, lebendigen und wettbewerbsfähigen Kanton
Zürich. Er setzt sich für tiefe Steuern und gute Rahmenbedingungen
für die Wirtschaft ein. Und auch die
öffentliche Sicherheit ist ihm wichtig. Je nach Auftrittsort und Publikum spricht auch Verena Diener von
alldem, gespickt mit etwas Ökologie
und Nachhaltigkeit. Dass sie ein
Windfähnli ist, zeigt beispielsweise
auch ihre Kehrtwende zur Flughafen-Abstimmung vom Sonntag. Früher war sie gegen die PlafonierungsInitiative, jetzt im Wahlkampf, wo
sie auf die Stimmen der vereinigten
Mitte-Linken angewiesen ist, ist sie
auf einmal dafür. Gar nicht wirtschaftsfreundlich!
Auf die immer wiederkehrende Frage während des Wahlkampfs, ob die
Ständeratskandidaten Christoph
Blocher in den Bundesrat wählen
würden, konnte sie bis heute nichts
sagen. «No comment», war ihre
Antwort. Gar nicht greifbar für den
Wähler! «Mit dem Kopf durch die
Wand», scheint ihr Motto und «Alle
gegen Ueli Maurer» das der vereinigten Linken zu sein. Und dies,
obwohl man nicht weiss, wie Verena
Diener abstimmen wird, und sie sich
in Generationen-Fragen im Zweifel
lieber für sich entscheidet, statt den
Jungen den Vortritt zu lassen. Ich
wähle lieber Ueli Maurer, der mit
gesundem Menschenverstand politisiert, sich für mehr Freiheit einsetzt
und Junge unterstützt. Natalie Rickli.
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