U 1 aktuell 14Test1.indd - Zeitschrift POLITIK UND UNTERRICHT

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Sonderausgabe zur Reihe Politik & Unterricht
P & U aktuell 14
Landtagswahl 2006
in Baden-Württemberg
Materialien zur Wahl am 26. März 2006
www.landtagswahlbaden-wuerttemberg.de
die Ausbildungssituation vor Ort ist – dann reden sie über
Verkehrspolitik, Umweltschutz, Schulreform und Arbeitslosigkeit. Für mich bedeutet dies, dass Jugendliche sehr wohl
Anteil an den politischen Entwicklungen nehmen, auch wenn
ihnen dies zunächst vielleicht gar nicht bewusst ist.
Grußwort
LMZ
Peter Straub,
Präsident des Landtags von
Baden-Württemberg
Ist das Interesse von Jugendlichen an der Politik tatsächlich rückläufig? Laut der Shell-Studie aus dem Jahr 2002
bezeichnen sich nur noch 34 Prozent der jungen Menschen
als politisch interessiert. Dies ist eine Momentaufnahme.
Eine ganz andere Sicht ergibt sich aus dem Blickwinkel der
Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg. Sie
erleben im Rahmen der vom Parlament angebotenen Besuchsprogramme, dass viele Jugendliche Themen diskutieren, die durchaus politisch sind. Wenn sie die Parlamentarier
befragen, wann die Umgehungsstraße für ihren Ort kommt,
welchen Sinn das achtjährige Gymnasium und die Änderung
der Prüfungsordnung haben, wenn sie wissen wollen, wie
Im Jahr 2006 finden Landtagswahlen statt. Durch das vorliegende P&U-Sonderheft wollen der Landtag von BadenWürttemberg und die Landeszentrale für politische Bildung
junge Menschen ermuntern, sich mit dieser Thematik zu
befassen. Damit setzen wir eine Kooperation fort, die mit
dem Heft 4/04 »Der Landtag von Baden-Württemberg« begonnen hat. Aktuelle Unterrichtsmaterialien und Informationen zur Verfügung zu stellen, das gelingt auf diesem
Wege in bewährter Form. Das Thema »Wahlen« attraktiv zu
machen ist freilich kein ganz leichtes Unterfangen. Für viele
Jugendliche liegt der Zeitpunkt, an dem sie wählen dürfen,
noch in weiter Ferne. Wozu sich hiermit auseinandersetzen,
wenn man nicht wahlberechtigt ist? Aus Äußerungen unserer
Besucher wissen wir, dass viele Jugendliche Wahlkampagnen
kritisch sehen: Wozu das denn? Das kostet doch bloß Geld!
Was ändert sich denn schon? Mit Schülerinnen und Schülern
Antworten auf diese Fragen zu erarbeiten, dabei will dieses
Heft Lehrerinnen und Lehrer unterstützen. Wenn es darüber
hinaus gelingt, den Jugendlichen Lust darauf zu machen,
sich einzumischen, dann wären wir in unserem gemeinsamen Bemühen, die Entwicklung mündiger Bürger zu fördern,
besonders erfolgreich.
Editorial
Die Beschäftigung mit der Landespolitik ist eine der wichtigsten Aufgaben der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg. Mit diesem Sonderheft widmen wir uns
den bevorstehenden Landtagswahlen. Das Heft soll Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit geben, aus ganz aktuellem Anlass den Unterricht mit Materialien zu gestalten.
Viele der Arbeitsaufträge weisen über das Heft hinaus und
geben Anregungen, sich noch intensiver mit der Landespolitik und den Landtagswahlen auseinanderzusetzen. Das Heft
soll vor allem Jugendliche für die Landespolitik interessieren und Erstwählerinnen und Erstwähler zur Stimmabgabe
motivieren. Dabei wird deutlich: Im Landtag wird Politik für
Jugendliche gemacht und über politische Themen entschieden, die Schülerinnen und Schüler ganz zentral betreffen. In
vielerlei Hinsicht ist dieses Sonderheft komplementär zum
Heft 4/2004 »Der Landtag von Baden-Württemberg« zu benutzen, das für die Lehrenden des Landes noch verfügbar ist,
als bestellbares Heft oder als Download im Internet unter
www.lpb.bwue.de/aktuell/puu/4_04/landtag.htm.
Lothar Frick
Direktor der Landeszentrale für politische
Bildung
Dr. Reinhold Weber
Geschäftsführender Redakteur
DIE AUTOREN DIESES HEFTES
LMZ
v. l. n. r.: Elisabeth Krause, Kurt Schneider-Helling (beide
Besucherdienst des Landtags) und Dr. Reinhold Weber (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, geschäftsführender Redakteur von Politik & Unterricht).
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Landtagswahl 2006 in
Baden-Württemberg
Materialien 1 – 14
1
Zitate zum Thema Wahlkampf und Wahlen
In der Tabelle findest du Aussagen rund um das Thema
Wahlen. Kreuze deine Meinung an und begründe deine Entscheidung. Vergleiche deine Meinung mit derjenigen deiner
Mitschülerin oder deines Mitschülers, oder aber in der Klasse.
Welche Gründe geben deine Mitschülerinnen und Mitschüler
für ihre Entscheidung an? Was halten deine Eltern oder
Bekannten von den Zitaten? Befrage sie und notiere das
Ergebnis. Vergleicht die Ergebnisse in der Klasse.
stimme ich
zu
stimme ich
nicht zu
keine Meinung
– verstehe ich
nicht
Das Wahlalter muss von 18 auf 16 herabgesetzt werden, wenn man politisch
interessierte Jugendliche nicht unnötig entmündigen und frustrieren will.
(Ralph Lange, 1993, ehem. Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen)
Ich sehe die große Gefahr, dass die Politik ein Spiel wird. Wahlkämpfe
werden heute dadurch entschieden, welcher Kandidat seine Frau besser küsst.
(Norbert Blüm, 2001, ehem. Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, CDU)
Schlechte Kandidaten werden gewählt von guten Bürgern,
die nicht zur Wahl gehen.
(Thomas Jefferson, 1743–1826, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)
… Wahlkämpfe, die sind doch alle bescheuert.
(Daniel Cohn-Bendit, 1995, Europaparlamentarier der Grünen)
Die Wähler sind generell misstrauisch und daher unberechenbarer geworden.
(Bodo Hombach, 1998, ehem. Wahlkampfmanager und Kanzleramtsminister, SPD)
Wahlkämpfe müssen nun mal plakativ sein …
(Roman Herzog, 1996, ehem. Bundespräsident)
Versprechen von heute sind die Steuern von morgen.
(William Lyon Mackenzie King, 1874–1950, kanadischer Premierminister)
Ich glaube nicht, dass diejenigen Recht haben, die meinen, Politik besteht
darin, zwischen schwarz und weiß zu wählen. Man muss sich auch häufig
zwischen den verschiedenen Schattierungen des Grau hindurchfinden.
(Willy Brandt, 1913–1992, Bundeskanzler)
Ich halte das Wahlrecht für das eigentliche Kernrecht der Demokratie.
(Johannes Rau, 2002, ehem. Bundespräsident)
Quelle: Manfred Pauls Redaktion Z: Das politische Z. Die Zitaten-Datenbank, CD-ROM, Köln 2005.
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Politische Reife?
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Wählerverhalten
Barbara Henniger
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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Wahlalter absenken? Pro und Contra!
PRO:
... Die Interessen jüngerer Menschen, von denen schon
bisher ein großer Teil keinen direkten Einfluss durch Wahlbeteiligung hatte, könnten im politischen Geschehen völlig
ins Abseits geraten, wenn als entscheidende Wählerschaft
nur noch die Älteren im Blick sind. Dabei sind es die jungen
Menschen, die die Folgen heutiger Politik ausbaden müssen:
von der Verschuldung über die Umweltverschmutzung bis
zur Infrastrukturpolitik. Ob gut oder schlecht – die nachfolgenden Generationen müssen das Erbe antreten und haben
kaum eine Möglichkeit, die Politik zu beeinflussen, die die
Weichen stellt. ...
Deshalb müssen junge Menschen mehr beteiligt werden
– dafür sind geeignete Formen (weiter) zu entwickeln. Eine
Möglichkeit ist die Absenkung des Wahlalters. Heute ist es
so, dass bei einem Wahlrhythmus von fünf Jahren manche
erst im Alter von 23 Jahren zum ersten Mal an Landtagswahlen teilnehmen können. Dadurch wird es versäumt, junge
Menschen ins demokratische System einzubinden.
CONTRA:
Jugendliche müssen stärker politisch beteiligt werden. Die
Forderungen werden lauter, der Gedanke stimmt. Aber muss
man dafür beim Wahlrecht anfangen? Im Gespräch ist nur
das aktive Wahlrecht – das »wählen dürfen«, nicht aber das
»gewählt werden können«. Ein »halbes« Wahlrecht für unter
18-Jährige also? Dann lieber gar nicht! Außerdem: Im Land
mit 16 und im Bund mit 18 Jahren wählen, ist damit die
eine Wahl weniger »wert« als die andere?
Volljährig und geschäftsfähig ist man per Gesetz mit 18
Jahren. Politisch interessiert sollten Jugendliche aber schon
vorher sein! Allein dadurch, dass ich alle fünf Jahre zur Wahl
gehe, wird weder mein Interesse an der Politik noch mein
demokratisches Engagement gefördert. Zudem schafft eine
Absenkung des Wahlalters alleine keine höhere Wahlbeteiligung der Jungwähler. Das wurde schon deutlich, als das
Wahlalter von 21 auf 18 Jahre abgesenkt wurde. Politisches
Interesse lässt sich nicht verordnen!
Eine Absenkung des Wahlalters wäre auch eine gute Chance
für die politische Bildung innerhalb und außerhalb der
Schule, da Jugendliche dann über Politik und Wahlen reden
könnten, wenn sie von ihrem Wahlrecht auch tatsächlich
Gebrauch machen können. Politik muss sehr darauf achten,
dass die jungen Menschen an wichtigen Entscheidungen in
Schulen, in Kommunen, in den Bundesländern und auch im
Bund adäquat beteiligt sind. Das schließt die Teilnahme an
Wahlen ein, bedingt aber auch andere Formen der Partizipation. Es ist zu bedenken, dass vor allem die gut ausgebildeten jungen Menschen die flexibelsten sind und abwandern
können. Keine Kommune, kein Bundesland kann es sich
leisten, ihre Interessen nicht zu beachten.
Aus: Landesjugendring Baden-Württemberg (Hrsg.): Die
jungen Thesen zur Zukunft. Diskussionsanstoß des Landesjugendrings Baden-Württemberg zum demografischen Wandel,
Stuttgart, September 2005, S. 9 f. (www.ljrbw.de oder www.
bauplan-zukunft.de)
Wenn ich entscheide, will ich dies kompetent tun. In den
Lehrplänen tauchen Demokratie und Wahlen erst spät auf.
Vorbildlich praktiziert wird die politische Beteiligung z. B. in
den zahlreichen Jugendgemeinderäten im Land. Doch es gibt
noch nicht genügend solcher Möglichkeiten, sich als junger
Mensch aktiv in das politische Geschehen einzubringen und
wirklich mitgestalten zu können.
Wie soll man ohne die grundlegenden Kenntnisse in der Lage
sein, wirklich zu wählen und nicht nur ein »Kreuzchen« zu
machen? Im Landtag sind Jugendliche ein wichtiges Thema,
auch wenn sie selbst nicht wählen dürfen: Schule, Ausbildungsplätze, Nachhaltigkeit usw. Geht es bei den Vorschlägen zur Absenkung des Wahlalters also nicht vielmehr darum,
die jungen Wähler zu ködern und sie langfristig zu binden?
Susanne Krieg (22 Jahre alt, Stuttgart), ehemalige Sprecherin des
Dachverbandes der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg
ARBEITSAUFTRÄGE ZU 2 – 4
◗ Beschreibe zunächst möglichst genau die Karikatur 2.
Wer ist dargestellt? Was tun die Dargestellten? Wie wirken
die Personen auf dich (sympathisch/unsympathisch usw.)?
Kannst du dir erklären, wieso sie so wirken? Versuche, die
Aussage des Mannes mit eigenen Worten wiederzugeben.
◗ Beschreibe und analysiere das Schaubild 3. Bestätigt es,
was der Mann in der Karikatur 2 über junge Wähler sagt?
◗ Im ersten Text in Material 4 wird gefordert, das Wahlalter
abzusenken. Welche Argumente führt der Landesjugendring
an? Im zweiten Text in Material 4 äußert sich eine ehe-
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malige Jugendgemeinderätin mit Argumenten gegen eine
Absenkung des Wahlalters. Stelle die Pro- und Contra-Argumente in Tabellenform einander gegenüber.
◗ Diskutiert in der Klasse, ob die Parteien die Interessen von
Jugendlichen stärker vertreten würden, wenn 16-Jährige
wahlberechtigt wären.
◗ Würdest du wählen gehen? Begründe deine Entscheidung.
◗ Wie könnte man deiner Meinung nach Jungwähler dazu
bringen, sich stärker an Wahlen zu beteiligen?
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Die Landtagsabgeordneten machen Politik für junge Menschen!
picture-alliance/ZB
picture-alliance/dpa
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Beispiel: Schule, Bildung, Hochschule, Kultur
Ein Rauchverbot an Schulen? – Ein »heißes« Thema quer
durch die Fraktionen im Landtag. Der einzelnen Schule überlassen, ob es ein Rauchverbot gibt – oder lieber ein landesweit gültiges und generelles Verbot? Das ist das Streitthema,
denn dass Rauchen schädlich ist, darin sind sich alle einig.
Beispiel: Innenpolitik
Fußballweltmeisterschaft 2006: Fans aus aller Welt sind
in Baden-Württemberg zu Gast. Für deren Sicherheit sorgt
ein Teil der etwa 30.000 Polizistinnen und Polizisten des
Landes.
Innenpolitik und innere Sicherheit: Über die Stärke der
Polizei, deren Ausbildung und Ausstattung entscheidet der
Landtag. Dazu kommen Themen wie Terrorismusbekämpfung,
Schutz der Demokratie vor Extremisten (Verfassungsschutz),
die Unterstützung der Feuerwehren, Mitwirkungsmöglichkeiten von Jugendlichen auf kommunaler Ebene (z. B. Jugendgemeinderäte), Lebensmittelüberwachung, Verwaltungsreform und Datenschutz.
picture-alliance/OKAPIA KG
picture-alliance/Berliner Kurier
Schule, Bildung, Hochschule, Kultur: 35 Prozent der Ausgaben des Landes (etwa 11 Milliarden Euro pro Jahr!) entstehen in diesem Bereich. Diskutiert wird über Förderung
im Kindergarten, muslimischen Religionsunterricht, Lehrereinstellungen, Ganztagesschule, Studiengebühren, Studium
ohne Abitur usw.
Beispiel: Sport und Vereine
Was tut der Landtag für Jugendliche? Rund 1,5 Millionen
junge Menschen (bis 27 Jahre) sind in der baden-württembergischen Sportjugend organisiert. Sie wollen Sporthallen,
modernes Übungsgerät usw. Diese fallen nicht »vom Himmel«.
Das Parlament fördert den Breiten- und Spitzensport durch
den Bau von Sportstätten, gibt Aufwandsentschädigungen
für nebenberufliche Übungsleiter usw.
Vereine übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, die von
staatlicher Seite nicht geleistet werden könnten. Eine Förderung bürgerschaftlichen Engagements in verschiedensten
Bereichen ist daher wichtig.
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Beispiel: Umweltpolitik
Das Klima wandelt sich und die Erwärmung der Erdatmosphäre
schreitet fort. Ein Grund hierfür ist der CO2-Ausstoß, der mit
der Verbrennung fossiler Brennstoffe einhergeht. Was kann
das Land Baden-Württemberg zur Lösung globaler Probleme
beitragen? Es fördert den Ausbau erneuerbarer Energien wie
zum Beispiel der Wasserkraft, die Nutzung der Sonne mittels
Photovoltaik-Anlagen oder Solarkollektoren sowie der Erdwärme zur Warmwasser- bzw. Energiegewinnung.
Weitere Themen der Umweltpolitik: Naturschutz, Abwasserreinigung, Ausweisung von Naturschutzgebieten, Landschaftsschutz usw.
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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Die Qual der Wahl? Der Wahl-O-Mat kann weiterhelfen!
Was ist der Wahl-O-Mat?
Orange und viereckig, in Form eines Monitors, präsentiert
sich der Wahl-O-Mat. Der politische Computertest im Internet ist für Jugendliche von Jugendlichen gemacht. Mit der
interaktiven Wahlmaschine kann sich der Nutzer spielerisch
über die Standpunkte der großen Parteien zu politischen
Themen informieren. Die Thesen im Wahl-O-Mat sind zwischen der Redaktion und den Parteien abgestimmt.
Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?
Per Mausklick wird der Wahl-O-Mat ganz einfach gestartet
– und schon befindet man sich mitten in der Welt der Landespolitik. Etwa 30 Thesen, die Jugendliche betreffen, werden
nach und nach auf dem Bildschirm angezeigt. Der Wahl-OMat bietet nun die Möglichkeit, die persönliche Meinung zu
den Thesen in Form von »stimme zu«, »stimme nicht zu«,
»neutral» oder »These überspringen« zu äußern.
Am Ende vergleicht der Wahl-O-Mat die eigenen Stellungnahmen mit den Aussagen der Parteien und erstellt eine
Rangfolge der Übereinstimmung. Die Partei, die die angegebenen Standpunkte am ehesten vertritt, führt dann im
Ergebnis die Rangliste an. Zusätzlich ist es möglich, zu den
geäußerten Ansichten eine detailliertere Stellungnahme der
jeweiligen Partei abzurufen. Da für den einen oder anderen
Nutzer manche Thesen wichtiger sind als andere, kann er
diese auch unterschiedlich gewichten.
Wozu den Wahl-O-Mat benutzen?
Besonders für unentschlossene Wählerinnen und Wähler
kann der Wahl-O-Mat eine Orientierungshilfe, wohlgemerkt
aber keine Wahlempfehlung sein. Das Tool möchte vor allem
aber einen Diskussionsanlass bieten und Interesse für Politik
wecken. Außerdem soll der Computertest natürlich dazu anregen, sich näher über die Landespolitik zu informieren.
Wo steht der Wahl-O-Mat?
Für die Landtagswahl in Baden-Württemberg geht der WahlO-Mat am 16. Februar 2006 online und ist dann unter www.
lpb-bw.de aufrufbar. Detaillierte Unterrichtsmaterialien rund
um den Wahl-O-Mat stehen unter www.wahl-o-mat.de zur
Verfügung.
Sabina Inglese (25 Jahre alt, Eislingen/Fils)
ARBEITSAUFTRÄGE ZU 5
ARBEITSAUFTRÄGE ZU 6
◗ Die Abgeordneten entscheiden stellvertretend für die Bevölkerung, welche Gesetze gelten sollen. Dabei geht es auch
um viele Dinge, die ganz konkret junge Menschen betreffen.
Quelle 5 zeigt an vier Beispielen (Politikfeldern), wofür
das Landesparlament u. a. zuständig ist. Inwiefern betreffen
dich diese Themen? Wie sehen das deine Mitschüler?
◗ Sammle mit deinen Mitschülern weitere Beispiele, wo ihr
von Entscheidungen der Landespolitik betroffen seid. Anregungen findet ihr unter www.landtag-bw.de/dokumente/
initiativen/initiativen.asp. Sucht euch ein Thema aus, das
euch wichtig ist und in dem ihr »Experten« seid. Bildet
Arbeitsgruppen und findet heraus, was die Parteien im Wahlkampf zu diesem Thema sagen. Nutzt hierfür die Berichterstattung in den Medien, das Internet, Wahlprogramme
oder sprecht mit Vertretern der Parteien. Präsentiert eure
Ergebnisse in der Klasse.
◗ Im Internet findest du, welche Beschlüsse der Landtag gefasst hat (www.landtag-bw.de/aktuelles/beschluesse/index.
asp). Finde anhand der Liste heraus, welche Fraktionen ihre
Ideen bei der Gesetzgebung häufiger durchsetzen. Begründe,
weshalb dies so ist.
Der Wahl-O-Mat in der Klasse oder in der Gruppe
◗ Spielt den Wahl-O-Mat in der Klasse bzw. in 3er- oder
5er-Gruppen durch. Bestimmt zwei Personen, die durch das
Programm führen bzw. moderieren. Klärt eventuell offene
Fragen und holt zu jeder These ein Stimmungsbild ein.
◗ Welche Politikfelder werden im Wahl-O-Mat behandelt
(z. B. Wirtschaft, Soziales, Bildung, innere Sicherheit usw.)?
Welche davon sind euch besonders wichtig? Ihr könnt jetzt
die einzelnen Thesen gewichten.
◗ Welche Thesen waren in der Klasse bzw. in der Gruppe besonders umstritten? Welche Gründe könnte es dafür geben?
Haben euch manche Positionen der Parteien überrascht?
Gebt Gründe dafür an.
◗ Recherchiert, was die Parteien ausführlich zu diesen Thesen sagen.
Der Wahl-O-Mat im individuellen Durchgang
◗ Bevor du den Wahl-O-Mat durchspielst, überlege: Für
welche Partei würdest du dich entscheiden?
◗ Wenn du nun den Wahl-O-Mat durchgespielt hast und
dein Ergebnis vorliegt: Stimmt es mit dem überein, was du
erwartet hattest? Falls nein, woran könnte das liegen?
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Wahlkämpfe müssen nun mal plakativ sein ...
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Wähler mobilisieren – aber wie?
© CDU, SPD, FDP/DVP und Bündnis 90/Die Grünen, Baden-Württemberg
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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Vier Köpfe prägen den Wahlkampf: Die Spitzenkandidaten
picture-alliance/dpa
Günther H. Oettinger ist Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und Spitzenkandidat der CDU.
Günther H. Oettinger (geb. 1953 in Stuttgart) ist seit April
2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Landesvorsitzender der CDU. Der Rechtsanwalt war viele Jahre
Geschäftsführer einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgruppe.
Von 1983 bis 1989 war Günther H. Oettinger Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg. Seit 1984 ist
er für den Wahlkreis Vaihingen Mitglied des Landtags von
Baden-Württemberg. Von 1991 bis 2005 war er Vorsitzender
der CDU-Fraktion im Landtag.
Seine Freizeit verbringt der Ministerpräsident am liebsten
im Kreis seiner Familie. Zu seinen Hobbbys zählen Tennis,
Fußball, Wandern und Skat. Gerne geht er auch ins Kino.
(www.guenther-oettinger.de)
picture-alliance/dpa
Die Spitzenkandidatin der größten
Oppositionsfraktion: Ute Vogt von der
SPD.
Die Juristin Ute Vogt (geb. 1964 in Heidelberg) ist seit 1999
Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg. Wie schon
im Jahr 2001 ist sie auch 2006 wieder Spitzenkandidatin der
SPD Baden-Württemberg bei den Landtagswahlen.
Von 1994 bis 2005 war Ute Vogt Mitglied des Bundestages.
Von November 2002 bis November 2005 war sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern.
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Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD.
»Soziale Demokratie braucht aktive Demokraten«, ist ein
Motto der Spitzenkandidatin, die sich schon als junge Frau in
der Politik engagiert hat. In ihrer Freizeit erkundet Ute Vogt
am liebsten die Natur auf einem Mountainbike oder lässt sich
den Wind beim Motorradfahren um die Nase wehen.
(www.ute-vogt.de)
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
picture-alliance/dpa
Der Spitzenkandidat der FDP/DVP:
Prof. Dr. Ulrich Goll, Justizminister des
Landes Baden-Württemberg.
Der promovierte Jurist Prof. Dr. Ulrich Goll (geb. 1950 in
Überlingen) ist seit 2004 wieder Justizminister des Landes
Baden-Württemberg und Ausländerbeauftragter der Landesregierung. Diese Ämter hatte der Liberale bereits von 1996
bis 2002 inne. Außerdem ist er Professor an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten und Rechtsanwalt. Von 1988
bis 1992 war er Landtagsabgeordneter und stellvertretender
Vorsitzender seiner Fraktion. 2006 tritt er für die FDP/DVP
als Spitzenkandidat an. Ulrich Goll ist außerdem stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei.
Der Familienmensch und Vater von vier Kindern fährt in
seiner Freizeit leidenschaftlich gerne Motorrad. Er geht
jeden Morgen joggen und spielt, wenn es die knappe Freizeit
zulässt, gerne Klavier.
(www.ulrich-goll.de)
picture-alliance/dpa
Winfried Kretschmann ist Spitzenkandidat für Bündnis 90/Die Grünen.
Der Gymnasiallehrer Winfried Kretschmann (geb. 1948 in
Spaichingen) ist seit 2002 Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.
1979/80 war er Mitbegründer der Grünen in Baden-Württemberg, für die er seit 1980 – mit zwei Unterbrechungen
– Landtagsabgeordneter ist. Der Oberschwabe Winfried
Kretschmann tritt 2006 für seine Partei als Spitzenkandidat
zu den Landtagswahlen an.
10
Seit über zwanzig Jahren prägt der Grüne die Umweltpolitik
seiner Partei in Baden-Württemberg. Warmwasser und Strom
produziert er in seinem eigenen Haus mit einer thermischen
Solaranlage und einer Photovoltaikanlage. Winfried Kretschmann, der eigentlich Pfarrer werden wollte, beschäftigt sich
auch stark mit den Themen Kirche und Europa.
(www.winfried-kretschmann.de)
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
ARBEITSAUFTRÄGE ZU 7 – 9
◗ Teilt eure Klasse – je nach Größe – in fünf bis sieben Gruppen auf. Jede Gruppe entscheidet sich für die Beobachtung
einer Partei. Sammelt in den nächsten Wochen Wahlwerbung
entlang den in Material 8 aufgeführten Wahlaktivitäten.
Schaut regelmäßig in die Zeitung, fotografiert Plakate, Infostände usw. Haltet fest, wann und wo ihr die Materialien
gefunden habt.
Entwickelt eine Wandzeitung zur Partei eurer Wahl – Idealgröße: DIN A0. Teilt den Platz in neun gleich große Felder
ein (siehe Material 8). In diese Felder kommen die Wahlkampfaktivitäten. Macht die Einteilung der Wandzeitung für
alle Parteien einheitlich. So kann man sie gut vergleichen.
Vergleicht einmal pro Woche den Stand der Nachforschungen. Wo fehlen noch Materialien? Welches ist der originellste
»Fund der Woche«? Kommen im Verlauf des Wahlkampfs
Aktivitäten oder Materialien hinzu? Welche?
◗ Ob man wählen geht oder für welche Partei man sich
entscheidet, ist eine Frage des Verstandes und des Gefühls.
10
Betrachtet die Wandzeitung unter diesem Gesichtspunkt.
Was soll eher den »Kopf«, was den »Bauch«, und was soll
eher beides ansprechen? Haltet das Ergebnis in Tabellenform
(3 Spalten) fest. Vergleicht eure Zuordnung mit der eurer
Mitschülerinnen und Mitschüler.
◗ Welche Wahlwerbung kommt bei euch gut an, welche
nicht? Warum?
◗ Lassen sich anhand der gesammelten Materialien Phasen
des Wahlkampfs sowie eine Wahlkampfstrategie erkennen?
◗ Bildet Arbeitsgruppen und erstellt Präsentationen zu den
Spitzenkandidaten der Parteien (Material 9). Stellt diese
Porträts dann in der Klasse vor. Im Internet findet ihr Angaben zum beruflichen und politischen Werdegang der Politiker,
aber auch zu privaten Dingen wie Familie oder Hobbys.
◗ Warum präsentieren Parteien eine Spitzenkandidatin oder
einen Spitzenkandidaten?
Die Prinzipien des allgemeinen Wahlrechts
In Art. 26,4 der Landesverfassung von Baden-Württemberg sind die Wahlgrundsätze formuliert:
allgemein: Es können alle Bürgerinnen und Bürger wählen,
unabhängig von Religion, Geschlecht, Einkommen oder Bildungsstand.
frei: Jede und jeder kann ohne staatliche oder private Einflussnahme sein Stimmrecht ausüben.
gleich: Alle Wählerinnen und Wähler verfügen über die gleiche Zahl von Stimmen. Jede Stimme hat den gleichen ZählWenn …
und Erfolgswert. Jede Kandidatin und jeder Kandidat, jede
Partei hat die gleichen Chancen.
unmittelbar: Die Bürgerinnen und Bürger wählen die Volksvertreter direkt, indem sie bei der Wahl ihre Stimme für eine
Kandidatin oder einen Kandidaten abgeben.
geheim: Jede und jeder hat Anspruch auf absolute Vertraulichkeit bei der Stimmabgabe.
... dann ist die Wahl ...
(A) … Frauen nicht wahlberechtigt sind, …
(B) … nur ich weiß, wie ich abgestimmt habe, …
(C) … unter 18-Jährige nicht wählen dürfen, …
(D) … jede Stimme grundsätzlich den gleichen
Erfolgswert hat, …
(E) … ich mit meiner Stimme direkt eine Kandidatin
oder einen Kandidaten wählen kann, …
(F) … ich an der Stimmabgabe durch Soldaten
gehindert werde …
(G) … die Stimme von Familienoberhäuptern doppelt
gewertet wird, …
Vervollständige die Aussagen mit den richtigen Begriffen.
Die Lösungen stehen im Internet unter:
www.lpb-bw.de/puu/landtagswahl/2006
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Lösungsmöglichkeiten: 1. trotzdem allgemein; 2. nicht frei; 3. geheim;
4. nicht allgemein; 5. unmittelbar; 6. nicht gleich; 7. gleich
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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Kandidatinnen und Kandidaten werden gekürt
Klarer Sieg für Klaus Dieter Reichardt
Die Spannung im Mannheimer Stadthaus war kaum zu ertragen. Welches Bataillon würde das stärkere sein? Das des
amtierenden Landtagsabgeordneten Klaus Dieter Reichardt
(51) oder das von seiner Herausforderin Stefanie Schmidt
(35)? Kurz nach 22 Uhr stand fest: Klaus Dieter Reichardt
will für die CDU den Wahlkreis holen. Er erhielt 252 der 351
abgegebenen Stimmen. Stefanie Schmidt musste sich mit 99
Stimmmen begnügen.
Rhein-Neckar-Zeitung vom 25. Juni 2005 (Hans-Joachim
Heinz und Gaby Booth)
SPD-Mitglieder nominieren Rita Haller-Haid
Die Mitgliederversammlung [im SPD-Kreisverband Tübingen]
nominierte am Samstag in Tübingen-Weilheim die Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid mit 95 von 104 möglichen
Stimmen erneut als Kandidatin. Die 54-jährige Sozialpädagogin zeigte sich erfreut über das Ergebnis. ... Sie hofft,
dass kurz nach der Entscheidung im Bund das Interesse für
Landesangelegenheiten größer ist als gewöhnlich.
Reutlinger Generalanzeiger vom 6. Juni 2005 (Joachim Kreibich)
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Heiderose Berroth kandidiert wieder für den Landtag
Heiderose Berroth, FDP-Landtagsabgeordnete im Wahlkreis
6 Herrenberg/Leonberg, strebt eine dritte Wahlperiode an.
In der Wahlkreiskonferenz ... stimmten 18 der anwesenden
23 Stimmberechtigten für die einzige Bewerberin um das
Mandat, vier stimmten mit Nein, es gab eine Stimmenthaltung. ...
Leonberger Kreiszeitung vom 24. Juni 2005 (Sybille Schurr)
Grüne setzen bei Landtagswahl auf Frauen
Mit zwei Frauen ziehen die Karlsruher Grünen in den Landtagswahlkampf: Im etwas größeren Wahlkreis Karlsruhe-Ost
kandidiert die Sprecherin der Gemeinderatsfraktion, Dr.
Gisela Splett, im West-Wahlkreis tritt Renate Rastätter an,
die seit 1996 die Karlsruher Grünen im Landesparlament vertritt. 25 Mitglieder waren am Mittwoch zur Nominierungsversammlung gekommen. Gisela Splett erhielt nur Ja-Stimmen,
Renate Rastätter 23 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen.
Badische Neueste Nachrichten Karlsruhe vom 17. Juni 2005
(Günther Kopp)
70 Wahlkreise – 70 Stimmzettel
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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Repräsentative Demokratie
ARBEITSAUFTRÄGE ZU 11 – 13
◗ Abgeordnete werden in Wahlkreisen gewählt. Der amtliche
Stimmzettel listet auf, wer in einem Wahlkreis kandidiert.
Nur – wie kommt man auf diesen Stimmzettel? Beschreibe
das Verfahren mit Hilfe der Texte in Quelle 11.
◗ Stelle dir vor, du bist mit den Kandidaten in deinem Wahlkreis nicht zufrieden. Was könntest du tun, um mehr Einfluss
auf die Auswahl zu haben?
◗ Welche Abgeordnete oder welcher Abgeordnete hat deinen
Wahlkreis bisher vertreten? Kandidiert sie bzw. er wieder?
Welche weiteren Kandidaten treten an? Sammle Bilder der
Kandidaten (z. B. der vier im Landtag vertretenen Parteien)
und beschreibe sie mit einem kurzen »Steckbrief« (Alter,
Beruf usw.). Viele verfügen über eine eigene Homepage, die
dir bei der Lösung dieser Aufgabe hilft. Andere musst du
vielleicht direkt ansprechen und ein kurzes Interview mit
ihnen machen, um an die Informationen zu kommen.
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◗ Beschreibe, wie die Nominierung (= das Verfahren, wer
als Kandidat aufgestellt wird) bei den Kandidaten deines
Wahlkreises gelaufen ist.
◗ Erkläre den Begriff der repräsentativen Demokratie anhand
des Schaubilds 13.
Zusatzaufgabe:
Nicht alle Kandidaten zur Landtagswahl sind Parteibewerber
der vier großen Parteien. Welche besonderen Bedingungen
gelten für Einzelbewerber und für Parteibewerber, deren
Partei bislang nicht im Landtag vertreten war? Recherchiere z. B. unter http://www2.landtag-bw.de/dokumente/
gesetzliche_regelungen/Landtagswahlgesetz.pdf.
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Wie werden aus Wählerstimmen Parlamentssitze? (Beispiel: Landtagswahl 2001)
Wahlberechtigt ist …
18
jede Deutsche und
jeder Deutscher,
die oder der das
18. Lebensjahr vollendet hat
und
seit mindestens
drei Monaten den
Hauptwohnsitz in
Baden-Württemberg hat.
www.landtagswahl-badenwuerttemberg.de/wahlsystem
Jeder Wähler hat eine Stimme,
die er in der Gemeinde abgibt,
in der er wohnt.
Die Sitzverteilung erfolgt in einem
mehrstufigen Verfahren. Unter dieser
Adresse steht eine detaillierte
Anleitung, die Schritt für Schritt das
Wahlrecht und die Sitzverteilung zum
Landtag von Baden-Württemberg
erklärt (mit Excel-Rechenbeispielen
anhand der Ergebnisse der Landtagswahl von 2001).
Jede Gemeinde liegt in einem
der 70 Wahlkreise, in die BadenWürttemberg eingeteilt ist.
Jeder Wahlkreis hat einen eigenen
Stimmzettel mit eigenen Kandidaten (Bewerber).
Nicht berücksichtigt sind die Sonderbedingungen,
die dann gelten, wenn ein Erstmandat an einen
Einzelbewerber geht oder an einen Parteibewerber, dessen Partei landesweit weniger als
5 Prozent der gültigen Stimmen erreicht hat.
® 8421medien.de
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1. Schritt: Verteilung der Sitze auf
die Parteien
Das landesweite Ergebnis wird ermittelt. Dazu werden alle Stimmen
zusammengezählt, die alle Bewerber
einer Partei in ihren Wahlkreisen bekommen haben.
120 Sitze (Mandate) werden unter den
Parteien verteilt, die landesweit mehr
als 5 Prozent der gültigen Stimmen
erreicht haben. Beispiel 2001 (Sitze):
CDU:
57
SPD:
43
FDP/DVP: 10
GRÜNE: 10
2. Schritt: Regionale Verteilung
der Sitze innerhalb der Parteien
Die Sitze jeder Partei werden nun
innerhalb der Partei regional auf die
vier Regierungsbezirke des Landes
verteilt: Freiburg, Karlsruhe,
Stuttgart und Tübingen.
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Berechnungsmethode:
Höchstzahlverfahren nach d’Hondt
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Berechnungsmethode: sog. Höchstzahlverfahren nach d’Hondt (Mathematiker)
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P & U aktuell • 14-2006
3. Schritt: Zuteilung der Sitze an
Bewerber (Erstmandate)
Wer in einem der 70 Wahlkreise
die meisten Stimmen erhalten hat,
ist »direkt« gewählt. So werden die
ersten 70 Mandate vergeben. Beispiel
2001:
CDU: 63
SPD: 7
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5. Schritt: Zuteilung der Sitze an
Bewerber (»Ausgleichsmandate«)
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sechs Überhangmandate
Innerhalb der Regierungsbezirke
werden nun die noch freien Sitze
verteilt. Neben die Erstmandate
treten die Zweitmandate.
P & U aktuell • 14-2006
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Eine letzte Korrektur: Fallen in einem
Regierungsbezirk Überhangmandate
an, so muss dort geprüft werden, ob
die Verteilung der Sitze zwischen den
Parteien nach d’Hondt noch stimmt.
Falls nicht, muss »ausgeglichen«
werden. So erhielt die SPD 2001
im Regierungsbezirk Stuttgart zwei
weitere Sitze. Diese gingen an die
Bewerber mit den nächsthöchsten
Stimmenzahlen (vgl. Schritt 4).
Die Anzahl der Sitze erhöhte sich um
zwei »Ausgleichsmandate« auf 128.
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4. Schritt: Zuteilung der Sitze an
Bewerber (Zweitmandate)
Dabei ist die absolute Stimmenzahl
eines jeden Kandidaten wichtig.
Sie bestimmt die Reihenfolge, nach
der die Sitze innerhalb der jeweiligen Partei vergeben werden.
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Die CDU hat also 6 Mandate mehr
erreicht, als in Schritt 1 errechnet
(»Überhangmandate«).
Alle Erstmandate werden aber vergeben. Die Zahl der Sitze im Landtag
erhöht sich somit auf 126.
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
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zwei Ausgleichsmandate
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Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg
Unsere Frage – Ihr Tipp:
WIE LAUTET DAS ERGEBNIS DER LANDTAGSWAHL AM 26. MÄRZ 2006 IN BADEN-WÜRTTEMBERG?
Nehmen Sie teil am Wahlquiz von Politik & Unterricht zur
Landtagswahl in Baden-Württemberg am 26. März 2006.
Zu gewinnen gibt es attraktive Preise.
Bitte geben Sie unbedingt alle fünf geforderten Prognosen
– auf eine Stelle hinter dem Komma genau – ab. Das Ergebnis der letzten Landtagswahl von 2001 kann zum Vergleich
dienen. Eine gewisse Grundorientierung für Ihren Tipp bieten
natürlich auch die aktuellen Umfragen der demoskopischen
Forschungsinstitute.
Sie können auch über das Internet teilnehmen:
www.landtagswahl-baden-wuerttemberg.de/quiz
Schriftliche Einsendungen bitte an folgende Adresse:
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Wahlquiz 2006
Frau Sylvia Rösch
Stafflenbergstraße 38
70184 Stuttgart
Fax: 0711/164099-77
Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche bis einschließlich 25 Jahre.
Bei mehreren gleichen Tipps entscheidet das Los. Teilnahmeschluss
ist der 24. März 2006 (Datum des Poststempels). Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
UNSERE PREISE:
1. – 3. Preis: Besuch einer Plenarsitzung im Landtag von
Baden-Württemberg inkl. Mittagessen und Fahrtkostenerstattung (bei Gewinnern unter 16 Jahren mit einer erwachsenen Begleitperson)
4. – 6. Preis: Teilnahme an einem Besuch in der Villa Reitzenstein, dem Regierungssitz des Ministerpräsidenten von
Baden-Württemberg, organisiert von der Landeszentrale für
politische Bildung am 15. September 2006, 15.00–17.00 Uhr
inkl. Fahrtkostenerstattung (bei Gewinnern unter 16 Jahren
mit einer erwachsenen Begleitperson)
7. – 50. Preis: Ein Sachpreis aus dem Medienangebot der
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
WAHLTIPP VON:
MEINE PROGNOSE ZUR LANDTAGSWAHL 2006:
Mein Tipp:
Name
PLZ, Ort
CDU
SPD
FDP/DVP
GRÜNE
Sonstige
Telefon
zur Kontrolle
Straße
Zum Vergleich:
Ergebnis 2001
44,8 %
33,3 %
8,1 %
7,7 %
6,1 %
100,0 %
Sonderausgabe zur Reihe Politik & Unterricht
P & U aktuell
Nr. 14, Januar 2006
IMPRESSUM:
P&U aktuell wird von der Landeszentrale für politische Bildung BadenWürttemberg herausgegeben und erscheint in unregelmäßiger Folge
als Ergänzung zur Zeitschrift Politik & Unterricht.
Herausgeber und Chefredakteur: Lothar Frick,
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung
Geschäftsführender Redakteur: Dr. Reinhold Weber
Anschrift der Redaktion: Stafflenbergstraße 38, 70184 Stuttgart
Fax: 0711/164099-77; e-mail: [email protected]
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Gestaltung: Medienstudio Christoph Lang, Rottenburg a. N.,
www.8421medien.de
Verlag: Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1
78050 Villingen-Schwenningen
Druck: PFITZER DRUCK GMBH, 71272 Renningen
Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung
des Herausgebers und der Redaktion wieder.
Nachdruck oder Vervielfältigung auf elektronischen Datenträgern sowie
Einspeisung in Datennetze nur mit Genehmigung der Redaktion.
Auflage dieses Heftes: 20.000 Exemplare
Nachbestellungen dieses Heftes (auch in Klassensätzen):
e-mail: [email protected]
Webshop: www.lpb-bw.de/Shop
ISSN 0344-3531
P & U aktuell • 14-2006
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