2006 02 Lightlive

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Lichtstudie | SOL 4, Mödling/A
Durch und durch
nachhaltig
Fotos: Bruno Klomfar
In Teamwork plante die Solar 4 you-Consulting Ges. m.b.H. das innovative Kompetenzzentrum SOL4 in Mödling. Mit Photovoltaikfassade
und Solarzellen am Dach exerziert es nachhaltiges Bauen im größten
Passivhaus Österreichs vor. Innenatrium, Terrassen und die vielseitige
Luxmate Professional-Lichtsteuerung von Zumtobel bieten höchsten
Arbeitskomfort bei minimalem Energieverbrauch.
Bauherr | Baumeister Ing. Klaus Kiessler Ges.m.b.H., Mödling/A www.mdk.at
Architekten | Dipl.-Ing. Ruth König, Solar 4 You Consulting Ges.m.b.H., Wien/A www.arko.at
Lichtplanung | Beratungszentrum Wien
Lichttechnik | Beratungszentrum Wien
Elektroplanung | TechnischesBüro Bartmann, Baden/A
Elektroinstallation | Klenk und Meder GesmbH sowie Elektro Kargl, St. Pölten/A
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Lichtstudie | SOL 4, Mödling/A
links: Aktivitäten mit Kindern finden im
Gymnastikraum statt dessen Beleuchtung
über Luxmate tageslichtabhängig
Beleuchtet wird
Für Fitness und Sport sind im Gebäude
Räume geschaffen, die über das Luxmate
Professional System tageslicht-abhängig
belichtet werden
Baumeister Klaus Kiessler ist passionierter Läufer, sein unternehmerisches Lebensmotto lautet: „Nachhaltig und ethisch
in die Zukunft unserer Kinder investierten“. Konsequent
setzte er es im ökologischen Kompetenzzentrum SOL4, in
dem eine Verbindung zwischen Arbeit und Erholung stattfindet, um. Das Gebäude wird als „Bürohaus der Zukunft“
bezeichnet und ist mit dem Solarpreis 2005 ausgezeichnet
worden. Es liegt im Gewerbegebiet bei Mödling am Fuß
des Eichkogels, wo man gut joggen kann. Westnachbar
WIFI bringt Know-how und Synergieeffekte, im Süden an
der Straße ist der Eingang, im Norden die hochfrequentierte Südbahntrasse, wo Solarkollektoren am begrünten
Flachdach und Photovoltaik-Platten an den Obergeschossen
ein nachhaltig breites Signal setzen. Die blauschillernde
„Clip-On“-Fassade aus vorgefertigten, strohgedämmten
Holzleichtbauteilen ist ein Prototyp.
Vierseitig umfließt eine Lärchenholzterrasse mit Ausblick
und Cafeteria die zurückspringende Dachzone, vor der
Attika wachsen Oregano, Lavendel u.a., das solarzellengekrönte Flachdach ist extensiv mit Moosen und Flechten
begrünt, Schotterwege umgeben das Büro, damit das
Wasser versickern kann. Pylonleuchten betonen die Zufahrt
an der Grasböschung im Süden, geparkt wird auf Ziegeln
und Betonsteinen, der Eingang liegt unterm auskragenden Obergeschoss im offenen Südosteck. DeckenBodenfluter und Wandleuchten betonen die aus roten
Ziegeln gemauerte Vorzone, Glas-Platten die Portiersloge,
zwei Glastüren führen ins zentrale Innenatrium. Als kommunikatives Herz durchzieht der glasgedeckte Luftraum
mit umlaufenden Bürogalerien und Treppe alle Geschosse.
Eine Öffnungsklappe sorgt für Frischluftspülung, über die
schlanke Nirostascheibe am Lift flutet Wasser in ein Becken
mit Steinen, das kontemplative Ruhe verströmt.
Energiekonzept Das erste „Null-Heizenergie“-Büro
Österreichs wurde von Solar 4 you und Dipl.-Ing. Ruth König
in intensivem Teamwork mit 24 Projektpartnern geplant, u.a.
die Donauuniversität Krems, der Ökobau-Cluster, Zumtobel.
Handwerker wurden geschult, Nutzer und Fachplaner
feinabgestimmt. So können z.B. die strikt getrennten
Heizungs-, Klima-, Lüftung-, Sanitär- und Lichtsysteme aufeinander reagieren. Energiekomponenten fordern effiziente
Wärmenutzung, Jalousien schonen Menschenaugen und verhindern Überhitzung. Ihre Lamellen sind im unteren Bereich
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Erdgeschoss M 1:750
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Lichtstudie | SOL 4, Mödling/A
Über Glasbereiche
in den Wänden wird
Tageslicht bis in die
Flure und rückwärtigen
Konferenzzimmer
geholt
In den Seminarräumen
sorgt die Leuchte
Claris für optimale
Lichtverhältnisse
blendschützend belegt, die reflektierende Oberseite mehrt
das Licht im Raum. Sie werden vom vielseitigen Zumtobel
Luxmate Professional Lichtmanagement-System gesteuert,
das mit 150 Modulen und wenig Energieverbrauch für die
richtige Beleuchtung sorgt.
Die Kombination aus Wetterstation, Regen- und acht
Tageslichtsensoren, die je nach Himmelsrichtung Energieeinstrahlung und Lichtintensität messen, schaffen auf
jedem Platz Tageslichtqualität. Über ein Steuerungsdisplay
kann jeder sie so dimmen, wie er sie braucht. Gleichmäßig
oder gezielt belichten verschiebbare Leuchtkörper an RTXDeckenschienen die transparenten, lehmverputzten, flexibel
teilbaren Büros. Reflektorlos pur harmonieren sie mit der
unverputzten Atriumdecke und den schönen, großformatigen Lehmziegeln, mit denen das Sichtbetonskelett
ausgefacht ist. Alle Materialien sprechen für sich: Erstmals
wurde hier im Hochbau zementfreier Beton mit 75% geringerem CO2-Ausstoß verwendet, der mit tragenden Mauern
aus speicheroptimierten Ziegeln und wärmedämmenden
Mineralschaumplatten an Fassaden minimiert wurde und
die Öko-Bilanz stark besserte.
Die Primärenergie für die Betonkernaktivierung der
Wände und Decken, die saisonal kühlend oder heizend luftumspült werden, liefern sieben 80 m tiefe
Erdwärmesonden, den geringen Restbedarf decken zwei
Wasser/Wärmepumpen. Keller gibt es keinen, nah an WIFI
und Natur sind im Erdgeschoss Fitness-und Seminarräume,
wo geöltes Eichenparkett auf den Eichenwald verweist, der
durch das 3-fach Isolierglas winkt. Sie sind abdunkelbar,
Einzelleuchten bieten ein größeres Lichtspektrum, innen
zeigt der Alu-Holz-Fensterrahmen seine weiche Fichtenseite.
Das Luxmate-System ist ans Notlicht Onlite gekoppelt und
im Notbetrieb gespeichert, falls BUS- und DALI-Steuerung
streiken: Nachhaltig bis zum Notfall.
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1. Dachgeschoss M 1: 250
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2. Dachgeschoss M 1:250
Autor | Isabella Marboe
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Lichtstudie | SOL 4, Mödling/A
Ruth König, Architektin
Der schlichte Baukörper des SOL4 Büro und
Seminarzentrums ist mit innovativster Haustechnik
und intelligenten Lichtlösungen ausgestattet.
Dazu gehören zum Beispiel verschiebbare
Leuchtkörper an RTX-Deckenschienen in den Büros
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Claris
Oberlicht im Atrium
Kunst und Tageslichtmanagement mittels Lichtlenkjalousien an der Fassade,
die tagesabhängig, bedarfsgerecht und
energieeffizient über Bussystem mit
Kunstlicht gekoppelt gesteuert werden
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„SOL4 ist unsere Antwort auf das Bürohaus der Zukunft.
Das ökologisch errichtete Passivhaus ermöglicht durch
sein innovatives Konzept die Verbindung von Arbeit und
Erholung in außergewöhnlicher Weise.
Der Entwurf des schlichten Baukörpers, um ein zentrales
Atrium aufgebaut, spiegelt die Selbstverständlichkeit der
dahinter liegenden Idee wider: energieeffizientes Bauen – klar
und funktionell, ästhetisch und gleichzeitig menschlich. Sonne
und Licht spielen eine zentrale Rolle, ob als Energiequelle
für die fassadenintegrierte Photovoltaikanlage oder als
Wohlfühlfaktor mit tageslichtabhängigen Leuchtlinien in
Zusammenspiel mit der Beschattung der Räume.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist ein frühzeitiges Miteinander
des Bauherrn, der verschiedenen Planungsspezialisten, der
Ausführenden und der Nutzer. Heute freuen wir uns, dass
die Mieter die angenehme Atmosphäre des Gebäudes nicht
mehr missen wollen.“
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Schnitt M 1:333
ARCHITEKTUR
„Verbindung von Arbeit
und Erholung“
Lichtlösung | RTX2, Claris, Luxmate Professional
Ruth König
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