Der chronische Schmerzpatient Erkennen und Aufklären

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Zentrale Physiotherapie -
Der chronische Schmerzpatient
Erkennen und Aufklären
9. Dezember 2013
Fakten zu Schmerz
• Jeder 3. Haushalt eine Person mit Schmerz
• Etwa 17% der Deutschen sind von lang anhaltenden
chronischen Schmerzen betroffen
• Durchschnittliche Dauer 7 Jahre, 20% mehr als 20 Jahre
• Häufigste Ursache: Erkrankungen Bewegungsapparat
(16%); am häufigsten: Rückenschmerzen (ca. 10 %)
• Chronischer Schmerz ist eine eigenständige Erkrankung
9. Dezember 2013
Zentrale Physiotherapie
Anna Isabell Große/Julia Schmidt
Somatische Merkmale
• Schmerzen halten an
• Schmerz weitet sich aus
• Schmerz wird schlimmer
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Somatische Merkmale
• Kleine Bewegungen/Berührungen tun weh
• Schmerzen können unberechenbar sein
• Der Schmerz springt
• Begleiterscheinungen
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Verhaltensaspekte
• Häufiger Arzt und Therapeutenwechsel
• Hilflosigkeit
• Passivität
• Übertriebene Aktivität
• Angst
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Verhaltensaspekte
• Strukturlosigkeit
• Katastrophisieren
• Fokussieren
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Yellow Flags
• Prognostische Indikatoren, die auf eine Chronifizierung
hinweisen können
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Yellow Flags
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Attitudes & beliefs about back pain
Behaviors, Family & Work
Compensation issues
Diagnostic and treatment issues
Emotions
(Kendall et al., 1997)
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Die Diagnosen: F45.41; F45.40
• F45.41: Chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren
• F.45.40: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
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F45.41
• Schmerzzustände seit mind. 6 Monaten bestehend
• Eine oder mehrere anatomischen Regionen
• Ausgangspunkt physiologischer Prozess oder körperlicher
Störung
• Psychologische Faktoren für Schweregrad, Exazerbation
oder Aufrechterhaltung
• Psychologische Faktoren nicht ursächlicher Beginn
• Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder
andern wichtigen Funktionsbereichen
• Nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht
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F45.40
• Andauernder, schwerer und quälender Schmerz
• Nicht hinreichend erklärbar durch physiologischen Prozess
oder körperliche Störung
• Auftreten in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder
psychosozialen Belastungen
• Emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen sind
Hauptgrund für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder
Aufrechterhaltung der Schmerzen
• Gesteigerte persönliche oder medizinische Hilfe und
Unterstützung
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„Das Wissen über Schmerzphysiologie reduziert das Ausmaß
des Gefühls von Bedrohung durch Schmerzen. Eine reduzierte
Bedrohung verringert die Aktivierung aller Schmerzsysteme
(symphatisch, endokrien, motorisch). „
(Butler/Moseley, Schmerzen verstehen, 2005)
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Zentrale Sensibilisierung
• Allodynie
• Übertragener Schmerz: sekundäre Hyperalgesie
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Zentrale Sensibilisierung chronischer Schmerz
• Gewebsheilung ist abgeschlossen, aber Zentrale
Sensibilisierung bleibt fortbestehen
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Maladaptiver Verarbeitungsprozess
• Zugunsten der
Schmerzweiterleitung
• Zum Nachteil der
Schmerzhemmung
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Schmerzerregungszustand im Hinterhorn
• Tod von hemmenden
Interneuronen
• Erhöhte Sensitivität
nozizeptiv spezifischer Zellen
• Zunahme Stoffe mit antiopiater Wirkung
• Entstehung Sensibilität nicht
nozizeptiver Rezeptoren und
Transport
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Die Schmerzmatrix
• Hirnareale verschalten
miteinander elektrisch und
chemisch
• Entstehung des
individuellen Schmerzbildes
• Primärer und
Somatosensorischer Kortex,
limbisches System,
Cyngulum, Inselkortex,
Thalamus, Basalganglien,
Kleinhirn
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Die Schmerzmatrix
• Ungenaue Vorstellung über
Gewebszustand
• Erhöhte Alarmbereitschaft
• Anpassung rezeptiver
Felder, Entzündung von
Schmerzknotenpunkten,
Hemmung der Ausschüttung
körpereigener Opiate
• Outputsysteme gestört
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Überforderer
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Machen zu viel in Bewegung und Gesamtleistung
Schmerzen werden in Ruhe bewusst
Schmerzverstärkung durch übertriebene Aktivität
Schmerzverstärkung führt zu Verunsicherung und
tagelanger Inaktivität
Hoher Muskeltonus, hohe Anspannung
Auch hohe Anforderungen an die Therapie: viele Übungen,
viele Therapieeinheiten
Unzufrieden mit der Therapie, häufiger Therapeutenwechsel
Unkoordiniertes Üben mit viel Kraft
Schwierigkeiten zu entspannen
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Aktivitäts-Inaktivitätsmuster
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Umgang Überforderer
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Eindruck mit Patienten besprechen
Verhalten z.B. Beim Üben spiegeln
Aktivitäts-Inaktivitätsmuster aufzeigen
Genau Anweisungen beim Üben geben in Steigerung,
Frequenz, Wiederholungszahl
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Vermeider
• Vermeiden von Aktivitäten und Bewegungen aus Angst
• Fear avoidance beliefs (FAB) :Überzeugungen, dass
körperliche Aktivität bei einer bestehenden
Schmerzsymptomatik zu einer Verstärkung der Schmerzen
und/oder einer erhöhten Verletzungsgefahr führt.
• Angst vor Aktivität gefolgt von Inaktivität und strukturellen
Abbau
• Patienten sind in der Behandlung unwillig zu übern gereizt
oder übertrieben humorvoll
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Inaktivitätsmuster
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Umgang Vermeider
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Genaue Informationen geben über Behandlung
Wortwahl achten nicht zu negativ
Schmerzphysiologie erklären
Sicherheit und Kompetenz ausstrahlen
Vorsicht mir Diagnosen
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Diskussionsfragen
• Woran merken sie, dass es sich, um einen chronischen
Schmerzpatienten handelt bzw. das etwas bei dem
Patienten anders läuft als erwartet?
• Wie ist der Wissensstand über Schmerzphysiologie?
• Erkennen sie Vermeider und Überforderter aus ihren
Berufsalltag?
• Wie viel Patienten werden zu ihnen überwiesen mit der
Diagnose chronische Schmerzen
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