Anamnese - Biochemie

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Anamnese
Anamnesedaten
Tipps zum Interview
Die Anamnese sollte in einer möglichst
angenehmen Athmosphäre erfolgen, ohne
Zeitdruck und Störungen. Dabei sollte ein
Blickkontakt möglich, aber auch vermeidbar sein.
Bevor man anfängt Informationen über den
Patienten zu erhalten, sollte man sich selbst dem
Patienten vorstellen, damit er weiß, wem er
eventuell persönliche Daten preisgibt. Es trägt zu
einer Minderung der Hemmung auf Seiten des
Patienten bei.
Name,
Nachname, Liegen meist in der vorbereiteten Krankenakte
Geburtsdatum und sonstige vor.
Daten
Aktuelle Anamnese
- Derzeitige Beschwerden
Möglichst in offener Fragestellung in Erfahrung
bringen
- zeitliches Auftreten
Hier bieten sich gezielte, geschlossene W –
Fragen an: Wann wie lange , welche Abstände
- Lokalisation
Wo, in welcher Ausdehnung; eventuell zeigen
lassen
- Qualität der Symptome
Der Patient sollte die Symptome beschreiben.
Wenn dies schwerfällt Hilfestellung geben mit
Katalogfragen: Ist der Schmerz stechend, dumpf,
brennend ziehend , brennend
- Intensität der Symptome
Auch hier zunächst beschreiben lassen,
eventuell Hilfe, z. B. auch ein Vergleich mit einer
Skala von 1 bis 10 oder von leicht bis
unerträglich
- Ausstrahlung
- Begleitsymptome
Haben sie außerdem noch etwas. Wenn der
Patient zögert eventuell Vorschläge machen.
Achtung: Auf keinen Fall Suggestivfragen
stellen ( das gilt für die gesamte Anamnese) ,
denn Patienten neigen eher dazu die „Götter in
weiß“ zu bestätigen als zu wiedersprechen
-Linderung,
Verschlechterung
Chronologische
Anamnese
Ähnliche Erkrankungen
Krankenhausaufenthalte
OP
Was tun sie damit sie sich besser fühlen, wann
wird es schlechter?
Bei einem Verdacht Vorschläge machen
/
Hinweise
Diagnose
zur
Auf
Allgemeinsymptome
achten:
Fieber,
Müdigkeit,
Schlafstörung,
Schwindel,
Durst,
Gewichtsveränderung,
Wichtig:
BSymptomatik:
Müdigkeit,
Nachtschweiß,
Gewichtsverlust
deutet auf maligne
Erkrankung hin.
Krankheiten in der Kindheit /
Jugend
Ähnliche Erkrankungen in Hier wirklich nach ähnlichen Erkrankungen
der Familie
fragen. Die Frage zielt auf eine eventuelle
genetische Disposition ab. Eine direkte Frage
nach dem Vorkommen von Erbkrankheiten in der
Familie hat jedoch für viele einen neg.
Beigeschmack.
Todesursache der Eltern
Allergien
Vorliegen
sog.
Volkskrankheiten:
- Diabetes mellitus
- Hypertonie
Sowie Anfallsleiden oder
Behinderungen
Medikamente
Risikofaktoren:
- Rauchen
- Alkohol
- Drogen
Vegetative Anamnese
-Eßgewohnheiten, Durst
Wenn der Patient hier nicht alles aufzählen kann,
zum nächsten mal mitbringen oder aufschreiben
lassen
Diese kritischen Fragen ergeben sich je nach
Verdachtsdiagnose. Der Grund, warum die
Frage gestellt wird sollte dem Patienten erklärt
werden.
Polydypsie
=
ständiges Durstgefühl,
z.B. bei Diabetes
Mellitus oder seltener
Diabetes Insipidus
- Stuhlgang: Menge, Farbe, Achtung. Hier, wie auch bei allen anderen
Konsistenz, Regelmäßigkeit, Fragen sich nicht mit allgemeinen Aussagen wie
„normal“ zufrieden geben
Geruch
- Urin: Menge, Farbe,
Geruch, Nachts
- Größe
Aus
Größe
und
Gewicht lässt sich der
BMI berechnen:
Steigerung ist nicht
unbedingt
auf
Überernährung
zurückzuführen.
Oft
handelt es sich um
Ödeme
- Gewicht: Verlust, Zunahme
Gewichtsverlust kann
auf
Psychologische
Erkrankung
zurückzuführensein
(anorexia
nervosa)
oder eine Kachexie
durch Tumor anzeigen
- Schlafstörungen:
Psychogen
bedingt
Einschlaf,
bei Depression,
Durchschlafstörung
Pharmaka,
Alkohol,
- Hypersomnie
nächlt. Wasserlassen
-Menstruation:
Regelmäßigkeit, Stärke
Familienanamnese
- Familienstand
- Kinder
- Eltern
- Kindheit
- Bildung
- Beruf: Arbeitszeiten
- Hobbie / Verein
- Haustiere
- Wohnsituation
- Finanzielle Situation
- Reisen
Soziale Anamnese
- Eheprobleme
- Probleme im Beruf
- Überlastung
- sonstige Krisen
Allgemeiner Überblick
-Kopf
- Hals
- Thorax: Herz
Lunge
- Abdomen: Magen
Darm
Leber
Galle
- Beine: Venenleiden
- Arme
An dieser Stelle kann noch einmal eine
Zusammenfassung seitens der Arztes erfolgen.
Das gibt dem Patienten das Gefühl das der Arzt
zuhört und interessiert ist, und gibt dem Arzt die
Sicherheit alles richtig verstanden zu haben
Diese wird nur soweit durchgeführt wie sie für
notwendig
empfunden
wird
und
das
Vertrauensverhältnis dies zulässt.
s. Familienanamnese
Hier wird die Funktion sämtlicher Organsysteme
noch einmal durch kurze Fragen grob überprüft
Funktion von Auge und Ohr, Geruch,
Geschmack
Halsschmerzen,
Schluckbeschwerden,
Heißerkeit
Brustschmerz
Atemnot, Beklemmung
Bauchschmerz, Blähungen, Sodbrennen,
Geschmack der speisen vom Vortag im Mund
Schmerz bei langem stehen, juckende Stellen
Muskelschmerz
Inspektion
Die Inspektion kann z.T. schon während der Anamnese durch den aufmerksamen
Untersucher erfolgen.
MERKMAL
Konstitution: Leptosom
Hinweis auf
Hypothonie, orthostatische Dysregulation,
Ulcus duodeni
Psychisch: nüchtern, distanziert
Pykniker
Hypertonie, KHK, Schlaganfall, Gicht
Psychisch: gesellig
Athlet
Keine besonderen Erkrankungen
Psychisch: bedächtig
Achtung: Dies Einteilung ist nicht generell zu
sehehn, sondern hat nur noch historischen
Stellenwert.!!!!!
Haltung / Gang:
Geben Auskunft über den Zustand des
(Beurteilung bei sitzendem und stehendem Skelettes insbesondere der Wirbelsäule, die
Patienten)
Muskeln und die Psyche
Opisthotonus:
Kopfgelenke
Nackensteifigkeit
überstreckt, Meningitis
Ataxie: stampfend, unharmonisch
Neurologische Krankheit, Kleinhirnläsion
Spastisch, ataktisch (wie betrunken)
Multiple Sklerose
Kleinschrittig,
Armmitbewegung
vorgebeugt,
ohne Morbus Parkinson
Wenn der Patient im Bett liegt:
Stilliegen mit angewinkelten Beinen
Peritonitis ( Schonhaltung)
Ständiger Lagewechsel
Koliken (Galle, Niere,...)
Seitenlage ( auf der erkrankten Seite)
Pleuraerguss
Gebückter Gang mit gesenktem Kopf
Vigilanz und Sprache
Aufmerksamkeits-und
Orientierungsstörungen
depressiv
Traumatische, entzündliche
metabolische Störung
Hirnprozesse;
Im Satz Luftholen
Dyspnoe; Achtung hierbei kann auch
unbemerkt auf die Atemfrequenz geachtet
werden
Heißerkeit
Rekurrensparese,
Kehlkopf
Ernährungszustand:
BMI erhöht, Gewichtszunahme
BMI vermindert, Gewichtsverlust
sonstige
Prozesse
Adipositas, Ödeme
Tumorkachexie, Schilddrüsenerkrankung
im
Gesicht:
Sklerenfarbe: gelb
Blau
Pupillenweite
Ikterus
Osteogenesis imperfecta (selten)
Drogenkonsum oder Mydriatica
Exophthalmus: eindeutig zu bestimmen durch Schilddrüsen Überfunktion
die Merseburger Trias:
-Graefe Zeichen: seltener Lidschlag
-Moebius
Zeichen:
fehlende
Konvergenzbewegung beim fixieren eines
sich nähernden Gegenstandes
-Stelweg Zeichen: die Lieder bedecken den
Bulbus nicht komplett
Die Beobachtungen können alle im Verlauf
der Anamnese gemacht werden, jedoch
sollte man den Patienten wenigstens bei
seinem ersten Arztbesuch einmal Nackt
gesehen haben. Hierbei sind zu beachten:
Hautveränderungen:
Gesichtsfarbe: blass
Anämie
Rot
Mitralstenose, Polycytämia vera, Alkohol,
Sonnenbrand...
Blau
Cyanose bei mehr als 1/3 reduzierten Hb
Zentrale Cyanose: Lungenerkrankung
Periphere Cyanose: Herzerkrankung
Hautveränderungen am Körper:
Effloreszenzen, wie Quaddeln, Pusteln
Allergische
Reaktionen,
Infektionen,
physikalische, chemische, bakterielle Noxen
Pigmentierungen: Spider naevi
Lebererkrankung
Striae
Hautanhangsgebilde:
- Uhrglasnägel, Trommelschlegelfinger
- Bauchglatze
Nach der gründlichen Inspektion muß
gegebenenfalls die Anamnese noch
erweitert werden!!!
Kortisoltherapie
Kortisoltherapie
Lebererkrankung
Die in dieser Spalte angegebenen
Diagnosen sind Verdachtsdiagnosen. Sie
sind keineswegs vollständig und müssen
durch gezielte Untersuchung bestätigt
oder erweitert werden!!!
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