Raubmilben mit erhoben

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Raubmilben mit erhoben…
Aus den Ergebnissen früherer Untersuchungen, welche zwischen 2010 und 2015 zur
Biologie der Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali) sowie der Obstbaumspinnmilbe
(Panonychus ulmi) (siehe Abb. 1) durchgeführt wurden konnte abgeleitet werden, dass in
den Südtiroler Apfelanlagen (Anlagen mit häufigem Apfelrostmilbenbefall; siehe Abb. 2 )
einige wenige Raubmilbenarten vorkommen wobei jeweils Typhlodromus pyri oder
Amblyseius andersoni dominieren.
Abb. 1: Schadmilben: Individuen der Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi; adulte Weibchen
oben) und der Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali; Deutogyne präpariert 100 X);
Neben den beiden genannten Arten war auch Kampimodromus aberrans neben einigen
weiteren „selteneren“ Arten nachweisbar.
Abb. 2: Raubmilben Artenspektren, laut den in fünf Anlagen (2011 und 2013) wiederholten
Erhebungen.
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An dieser Stelle soll über die Vorgangsweisen für die Gewinnung, Extraktion und
Präparation Schad- und von Raubmilben berichtet werden.
Probengewinnung:
Die Extraktion der Tiere aus den Feld-Proben, es handelt sich um Blätter oder
Blütenbüschel, welche gesammelt worden waren erfolgte auf verschiedene Weise.
Ausgehend von früheren Untersuchungen wurde 2010 das Extraktionsverfahren nach
Boller (Waschproben; siehe unten), welches für die Beprobung von mobilen
Entwicklungsstadien von Raub- und Schadmilben gut geeignet ist, angewendet. Da sich
im Verlauf des Projekts auf Grund von Ergebnissen neue Fragestellungen ergeben hatten
wurden ab 2011 zusätzliche Methoden wie z.B. die Bürstmethode zur Beprobung an
Blättern eingesetzt.
Waschproben an Blättern und Blütenbüscheln:
Ab Vegetationsbeginn wurden Blütenbüschel in zwei- bis vierwöchigen Intervallen
entnommen und gewaschen. Büschel (Blüten samt Basalbläter) wurden für die Dauer von
24 h in eine Seifenlösung (30 – 40 pro Stichprobe; siehe unten) eingelegt. So gelöste
Rost- oder Spinnmilben, räuberische und indifferente Milben wurden durch einen 40 µm
Filter gewaschen und mittels Alkohol aus dem Filter in eine Zählschale gespült und dort
ausgezählt (Zählung siehe unten).
Abb. 3: Vorrichtung für die Zählung von Rost-, Spinn- und Raubmilben aus den Waschproben in
Filtern in einem Zählraster
Für die Zählung der Nassproben aus den Filtraten (in der Zählschale in Alkohol) wurden
„gradierte“ Zählschalen verwendet. Für die Zählung der Raubmilbenstadien und „größerer“
Schadmilben wurde die gesamte Schale durchsucht (25fache Vergrößerung).
Rostmilbenstadien wurden in ausgewählten Sektoren entweder bei 25facher oder bei 50
facher Vergrößerung ausgezählt und der Besatz auf die gesamte Schale „aufgerechnet“.
Laimburg
Entomomologie
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Abb. 4: Vorrichtung für die Filtration von Rost-, Spinn- und Raubmilben aus den Waschproben
Während der verschiedenen Untersuchungen wurden in Einzelfällen auch Raubmilben im
Winter vom Winterholz ausgetrieben. Dazu wurde Winterholz in 1000 ml Behälter für die
Dauer von drei Tagen auf einer Ablage oberhalb der Heizkörper „angewärmt“ um die Tiere
auszutreiben. Nach drei Tagen wurde die gesamte Holz-Probe im Behälter mit
Seifenlösung überschichtet und nach 24 h entsprechend den Blattproben ausgewaschen
(siehe oben) und die Raubmilben bestimmt.
Abb. 5: Aus den im Winter gesammelten Aststücken wurden die überwinternden Raubmilben mit
Hitze ausgetrieben und dann wie oben beschrieben gewaschen und filtriert
Ein Teil der Auswertungen an Blättern wurde mit Hilfe der Bürstmaschine durchgeführt.
Bei der Bürstmethode wird eine bestimmte Anzahl von Blättern (25-50) von ausgewählten
Pflanzenorganen (Fruchttrieben bzw. Schossen) entnommen und der Besatz an der
Blattober- und Unterseite mit Hilfe der Bürstmaschine auf eine mit Speiseöl beschichtete
Kunststoffplatte gebürstet. Die Scheibe wurde vollständig nach Eiern und mobilen Stadien
der Obstbaumspinnmilbe sowie nach Raubmilben (es wurden nur adulte Tiere
berücksichtig) durchsucht.
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Abb. 6: Bürstmaschine zum Abbürsten von Milbenstadien von Blättern (Detail: rotierende
Bürsten) auf mit Speiseöl beschichtete PE-Scheibe (liegt unterhalb der rotierenden Bürsten
und dreht sich)
Bei der Auswertung bei starkem Befall wurden ausgewählte Sektoren bei mindestens
25facher Vergrößerung auf einem Zählteller ausgezählt und die ermittelte Dichte auf die
Oberfläche der Scheibe aufgerechnet. Ein Teil der vorgefundenen Raubmilben wurde in
einem Alkohol/Milchsäure Gemisch aufbewahrt und anschließend präpariert und bestimmt.
Für die Art-Bestimmung der Raubmilben wurde pro Probe eine repräsentative Stichprobe
von mindestens 10-20 Tieren in Milchsäure gelegt, präpariert und bestimmt (siehe unten).
Präparation und Bestimmung der Raubmilben:
Die Präparation und Bestimmung der Raubmilbenarten (Gruppe der Gammasina) erfolgte
anhand von spezieller Bestimmungsliteratur. Für die Bestimmung der von 2010 bis 2015
beprobten Raubmilbenindividuen (es handelte sich vorwiegend um Weibchen) mussten
einige tausend Einzelpräparate angefertigt werden.
Zur Bestimmung der Raubmilben bzw. weiterer räuberischer Milben wurden ein Teil der
gezählten Exemplare in einem Alkohol/Milchsäure-Gemisch in 2 ml Eppendorf eingelegt
und bei 90°C. in einem Thermoblock aufgehellt. Es wurden Präparate angefertigt und bei
200facher und 400facher Vergrößerung mit Hilfe des Durchlichtmikroskopes bestimmt.
Abb. 7: Raubmilbenweibchen im Durchlicht nach Präparation, A. andersoni 200X links (mit Ei) und T.
pyri 400X rechts
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