Allgemeine Analytik – Selenstatus

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Allgemeine Analytik
Selenstatus
Die Bestimmung des Selenstatus (Seletest®) ist sowohl bei Verdacht auf eine
Unterversorgung, z. B. bei Schwermetallexpositionen Herz-Kreislauf- oder
Tumorerkrankungen, als auch zum Nachweis einer erfolgreichen Substitutionstherapie bei
den genannten Indikationen angezeigt.
Zur Messung der Selenversorgung hat sich die Bestimmung im Vollblut bewährt. Im
Vergleich zu dem Serumspiegel, der nur über die momentane Selenversorgung Auskunft
gibt, spiegelt der Vollblutwert die Langzeitversorgung wider. So kann die
Serumselenkonzentration bereits als „normal“ eingestuft werden, obwohl der Vollblutwert
noch einen Mangel signalisiert. Die Messung von Seien im Urin gibt ebenfalls Hinweise auf
die Selenversorgung. So werden niedrige Ausscheidungsraten mit einer
Selenunterversorgung in Verbindung gebracht.
Selen kommt hauptsächlich in proteinhaltigen Nahrungsmitteln vor. Fisch, Fleisch, Innereien
aber auch Nüsse sind reich an Selen. Der Selengehalt in der Nahrung hängt zum großen
Teil von ihrer geographischen Herkunft ab. In bestimmten selenarmen Gebieten mit hohem
Grad an regionaler Selbstversorgung kann es daher zu ausgeprägten Mangelerscheinungen
kommen, wie z. B. in der Region Keshan in China, in der das klinische Bild des
Selenmangels erstmalig beobachtet wurde (Keshan-Krankheit). Deutschland ist eine relativ
selenarme Region und die Versorgung der Bevölkerung nur marginal sichergestellt. Die
WHO empfiehlt eine Selenzufuhr von 0.1 g/kg Körpergewicht, eine Menge, die in vielen
Fällen nicht erreicht wird.
Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase. Dieses Enzym wirkt der Lipidoxidation in
Membranen von Zellen und Zellorganellen entgegen und verhindert somit die Bildung vieler
zellschädigender Produkte des oxidativen Stoffwechsels. Die Aktivität der
Glutathionperoxidase ist erhöht bei der Aufnahme von Ozon oder oxidierten (ranzigen)
Fetten sowie bei Vitamin-E-Mangel. Bei einem Selenmangel ist die Aktivität dieses Enzyms
und damit die antioxidative Schutzkapazität vermindert.
Vor kurzem wurde die Typ-l-Jodthyronin-5‘-Dejodase als selenabhängiges Enzym
identifiziert. Sie katalysiert die Umwandlung von T4 (Thyroxin) in die stoffwechselaktive Form
T3 (Trijodthyronin). Eine verminderte Aktivität dieses Enzyms kann zu Veränderungen im
Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone führen.
Bei einer Reihe weiterer Enzyme wird eine mögliche Beteiligung von Selen diskutiert.
Selen reagiert mit toxischen Spurenelementen wie Cadmium, Quecksilber. Thallium und
Silber und entgiftet diese durch Bildung unlöslicher Verbindungen. Dabei wird das Selen
allerdings ebenfalls inaktiviert und steht den selenabhängigen Enzymen nicht mehr zur
Verfügung. Das heißt, dass es durch Schwermetallaufnahme zu einem sekundären
Selenmangel kommen kann. Dies trifft in besonderem Maße für die Quecksilberbelastung
aus Amalgamfüllungen zu. Bei marginaler Bedarfsdeckung kann es daher, insbesondere in
Anwesenheit von Amalgamfüllungen, zu einer Verminderung der antioxidativen
Schutzkapazität kommen.
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