Der Klimawandel und seine ökonomischen, ökologischen und

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University of Applied Sciences Eberswalde
Master Class Course Renewable Energies
Dr. Manfred Stock
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Der Klimawandel und seine ökonomischen,
ökologischen und sozialen Auswirkungen
1.
2.
3.
4.
Belege zum Klimawandel
Klimawandel und frühere Klimaänderungen
Vor- und Nachteile: Risiken und Chancen
Klimaschutz ist ökonomisch geboten
26.10.2006 - Klimawandel
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1
Al Gore: „Eine unbequeme Wahrheit”
Ergebnis einer repräsentativen Auswahl evaluierter (!) wissenschaftlicher Artikel
im Zeitraum 1993-2003 zum Klimawandel:
Wie viele sehen natürliche Ursachen als wesentlich an?
0%
Ergebnis einer repräsentativen Auswahl von Artikeln zum Klimawandel aus
renommierten amerikanischen Zeitungen im Zeitraum 1988-2002:
Wie viele sehen natürliche Ursachen als wesentlich an?
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53%
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1. Belege zum Klimawandel
SKEPTIKER
KLIMA(FOLGEN)FORSCHUNG
Es gibt keine Klimaveränderung!
Es gibt inzwischen tausende
Belege für die Klimaveränderung!
Die Erde erwärmt sich
S
1990s
wärmstes
Jahrzehnt
S
2005, 1998, 2002,
2003, 2001, 2004
wärmste Jahre
Anstieg der globalen Mitteltemperatur: ~0.8oC seit 1900
Ähnlicher Verlauf der Meerestemperaturen
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Zeichen der Klimaänderung
→ Quarks&Co 28.06.2005
„Kippt das Klima?“
Deutliche Temperaturzunahme
* z.T. mit anderen Einflüssen
Gletscherschwund in den Hochgebirgen
Seit 40 Jahren schneit es überall immer seltener
Forsythienblüte jetzt Anfang März, in den 50iger Jahren Anfang April
Mediterrane Insekten werden heimisch *:
Schwammspinner, Gottesanbeterin
Vögel aus Südeuropa siedeln sich an: Bienenfresser im Saaletal *
Zugvögel wie der Kiebitz überwintern in Süddeutschland
statt in Südeuropa *
Sardellen aus dem Mittelmeer laichen inzwischen in der Nordsee *
Erhöhung der Niederschläge im Winter und Verringerung im Sommer
Höhere Niederschlagsintensitäten (Starkregen)
Teilweise signifikanter Anstieg in der Häufigkeit und Intensität
extremer Hochwasserereignisse in den letzten 20 Jahren *
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Veränderung der Niederschlagswahrscheinlichkeit
Die
Diegeänderte
geänderteWahrscheinlichkeit
Wahrscheinlichkeitbeim
beimNiederschlag
Niederschlag
zeigt
zeigtsich
sichauch
auchininder
derVerteilungsfunktion
Verteilungsfunktion(1901:blau
(1901:blau––
2003:rot).
Die
Gumbelverteilung
wird
breiter,
2003:rot). Die Gumbelverteilung wird breiter,wodurch
wodurch
nicht
nur
Starkregentage,
sondern
auch
Tage
mit
wenig
nicht nur Starkregentage, sondern auch Tage mit wenig
oder
oderkeinem
keinemNiederschlag
Niederschlagwahrscheinlicher
wahrscheinlicherwerden.
werden.
Schönwiese et al. 2005 (INKLIM 2012)
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Veränderungen bei Großwetterlagen
Troglage Mitteleuropa (Vb-Lagen)
KLIMA
EXTREMWETTER
+STARKREGEN
- DAUERREGEN
Vb-Wetterlage
OderflutDonauflut
Juli 1997Aug. 2005
Dresden Aug. 2002
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Starkregentage im Juli/August für
verschiedene Großwetterlagen
Wolfgang Fricke, DWD
GAW Brief 12, Sept.02
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2. Klimawandel und frühere Änderungen
SKEPTIKER
KLIMA(FOLGEN)FORSCHUNG
keine Klimaveränderung!
Es gibt keinen
(anthropogenen)
Treibhauseffekt; das Klima ändert
sich durch natürliche Ursachen
und hat sich auch früher geändert.
Die
seit inzwischen
ca. 1970 beobachtete
Es gibt
tausende
Klimaänderung
ist ungewöhnlich
Belege für die Klimaveränderung!
und ohne die anthropogenen
Treibhausgase nicht zu erklären.
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Die CO2-Konzentration steigt
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8
Klimaveränderungen in Vergangenheit und Zukunft
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Über 400 000 Jahre Klimageschichte
2000
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10
Nach 400 000 Jahren Business As Usual (BAU)?
ppm
900
ppm
900
BAU 2100
800
800
700
700
600
600
BAU 2030
500
500
400
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CO2 2000
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400
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Wissenschaft und Propaganda
Der aktuelle Stand von Wissenschaft und Forschung zum Klimawandel
zeigt, dass die derzeit stattfindenden raschen Veränderungen von
Atmosphäre und Klima nicht nur im historischen Kontext, sondern auch im
erdgeschichtlichen Zusammenhang außergewöhnlich sind.
CO2-PROPAGANDA
"Die nennen es Verschmutzung,
wir nennen es Leben"
In Werbespots, die an Absurdität kaum zu
überbieten sind, fragt die US-Energielobby
die Amerikaner: "Was wäre die Welt ohne Kohlendioxid?"
Die Spots zielen auf die Klimawandel-Dokumentation von Al Gore.
Inhaltlich sind sie hart an der Grenze zur Volksverdummung.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,416843,00.html
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3. Vor- und Nachteile: Risiken und Chancen
SKEPTIKER
KLIMA(FOLGEN)FORSCHUNG
Es gibt keine Klimaveränderung!
Es gibt inzwischen tausende
Belege für die Klimaveränderung!
Es gibt keinen (anthropogenen)
Treibhauseffekt; das Klima ändert
sich durch natürliche Ursachen
und hat sich auch früher geändert.
Die seit ca. 1970 beobachtete
Klimaänderung ist ungewöhnlich
und ohne die anthropogenen
Treibhausgase nicht zu erklären.
Eine globale Erwärmung ist keine
Katastrophe, sondern von bringt
auch viele Vorteile!
Eventuelle Vorteile wiegen nur
einen Bruchteil der möglichen
Gefahren auf, wenn Klimaschutz
und Vorsorge unzureichend sind.
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Thomas
Loster, MünchenerRück 2003
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AUSWIRKUNGEN
Klimawandel und Auswirkungen
Gewinner und Verlierer
Betriebsstruktur S0
Regionalstruktur S0
KLIMAÄNDERUNG
Klima K0
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K1
K2
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AUSWIRKUNGEN
Klimawandel und Auswirkungen
Gewinner und Verlierer oder Vorsorger
Betriebsstruktur S0
Regionalstruktur S0 → S
+ (angepasst)
KLIMAÄNDERUNG
Klima K0
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K1
K2
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Weinanbau in Brandenburg
Messung der Photosyntheseleistung
im Weinberg auf dem Wachtelberg
in Werder a.d.Havel, 2002
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www.wachtelberg.de/
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Weinbau in Nordostdeutschland: Simulation 1951 - 2050
Hamburg
Hamburg
Berlin
Berlin
2000
HUGLIN INDEX
Cabernet sauvignon Merlot
Chenin blanc (Sancerre)
Cabernet franc
1800
1600
Pinot noir Chardonnay
Riesling Sylvaner Sauvignon blanc
Dresden
Gamay noir (Beaujolais nouveau)
Pinot blanc
Mueller-Thurgau
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Weinbauregion Nordostdeutschland 2000
2000
HUGLIN INDEX
Cabernet sauvignon Merlot
Chenin blanc (Sancerre)
Cabernet franc
1800
1600
Pinot noir
Chardonnay Riesling Sylvaner Sauvignon blanc
Gamay noir (Beaujolais nouveau)
Pinot blanc
Mueller-Thurgau
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Weinbauregion Nordostdeutschland 2030
2000
HUGLIN INDEX
Cabernet sauvignon Merlot
Chenin blanc (Sancerre)
Cabernet franc
1800
1600
Pinot noir
Chardonnay Riesling Sylvaner Sauvignon blanc
Gamay noir (Beaujolais nouveau)
Pinot blanc
Mueller-Thurgau
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Unwetterschäden heute insgesamt:
ca. 10% des BSP in Industrienationen
Häufung großer
Naturkatastrophen
(MüRück)
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Hurrikan Andrew 1992
Hurrikan
Hurrikan Andrew
Andrew
1992
1992
Münchener Rück, topics 2000
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South Atlantic (!) Hurricane Catarina 2004
Tropical cyclone Catarina off
Southern Brazil, 26 March 2004.
The first hurricane recorded in the
South Atlantic.
Image courtesy of MODIS Rapid
Response Project at NASA/GSFC.
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Hurricane Katrina
Aug. 2005
Garron Lenaz recovers an American
flag from the rubble in front of his
home in Gulfport, Miss., after
Hurricane Katrina struck the Gulf
Coast Monday, Aug. 29, 2005. (AP
Photo/John Bazemore)
© http://en.wikipedia.org/wiki/Hurricane_Katrina
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New Orleans Höhenmodell
Lake Pontchartrain
Golf-Küste
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Originalartikel:
Oktober 2001
Scientific American
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Hurrikan-Energiepotenzial (PDI) und Temperatur
Kerry Emanuel, nature 436, 4 August 2005
Emanuel, K.: Nature 31.July 2005
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27
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28
Welche Globale Erwärmung
wird gefährlich?
+2°C
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29
Gefühlte Temperatur in Europa
am 8. August 2003
Wärmebilanzmodell des
menschlichen Körpers:
•Wärmeaufnahme
(Temperatur)
•Verdunstung
(Temp., Luftfeuchte)
Bilanz an zusätzlichen Hitzetoten:
Frankreich; ca. 15.000
Italien (?) ca.
20.000
Deutschland, ca. 7.000
Insgesamt:
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ca. 50.000 in Europa
30
0467
Draught in Southern
Africa 1996
German Competence Network for
Research to Combat Desertification, 2000
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Mozambique Floods and Droughts
2000: Half a million
people were made
homeless and 700 lost
their lives.
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4. Klimaschutz ist ökonomisch geboten
SKEPTIKER
KLIMA(FOLGEN)FORSCHUNG
Es gibt keine Klimaveränderung!
Es gibt inzwischen tausende
Belege für die Klimaveränderung!
Es gibt keinen (anthropogenen)
Treibhauseffekt; das Klima ändert
sich durch natürliche Ursachen
und hat sich auch früher geändert.
Die seit ca. 1970 beobachtete
Klimaänderung ist ungewöhnlich
und ohne die anthropogenen
Treibhausgase nicht zu erklären.
Eine globale Erwärmung ist keine
Katastrophe, sondern von bringt
auch viele Vorteile!
Eventuelle Vorteile wiegen nur
einen Bruchteil der möglichen
Gefahren auf, Klimaschutz und
Vorsorge unzureichend sind.
Ökonomische Modelle zeigen:
Klimaschutz ist zu teuer – es ist
viel billiger, die Kosten eventueller
Schäden zu begleichen.
Neue Modelle zeigen: die Kosten
für den Klimaschutz wurden
massiv überschätzt, die für die
Schäden massiv unterschätzt.
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33
Kosten eines ambitionierten
Klimaschutzes: ca. 0,5% BSP
Modellvergleich zur Einschätzung der differierenden
Kostenabschätzungen für einen ambitionierten Klimaschutz
aktuelles
Forschungsergebnis
O. Edenhofer, C. Kemfert, K. Lessmann, M. Grubb, J. Koehler J. (in press):
Special Issue The Energy Journal, 2006
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34
Strom vom Acker
1. Anbau von stärke- bzw.
zuckerhaltigen Energiepflanzen
(Raps, Pappel)
2. Biogasgewinnung und
Gasreinigung
2.
3. Stromerzeugung aus Biogas
über einer Brennstoffzelle
1.
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3.
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35
Hochwasserschutz: Praxisbeispiel
Lastfall
Klimaänderung
BHQ = HQ100,ist
BHQ +20%
= +0,29 m
BHQ +30%
= +0,44 m
Kosten bei
nachträglicher
Anpassung
100 %
155 %
257 %
Kosten bei
Berücksichtigung
in der Planung
100 %
110 %
113 %
HochwasserSchutzmaßnahme:
Ufermauer
Joachim Wald: „Auswirkungen der Klimaveränderungen auf Planungen – Praxisbeispiele“;
2. KLIWA-Symposium, Würzburg, Mai 2004, KLIWA-Berichte, Heft 4, S.169-186
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Grenzen der Anpassung?
Dutch cow ready
for sea level rise:
Waddensee,
Year 20XX
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Hauptbotschaften
1. Das Klimaproblem ist dramatischer
als lange Zeit angenommen
2. Die Lösungsmöglichkeiten sind größer
und preiswerter als bis vor kurzem vermutet
3. Das Zeitfenster für gesellschaftliches
Handeln schließt sich rasch
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Buchempfehlung
Erforderlich ist eine Doppelstrategie:
1. Anpassung an den Klimawandel,
um das Unvermeidbare
zu beherrschen
und
2. Verminderung der Emissionen,
um das Unbeherrschbare
zu vermeiden.
Hans Joachim Schellnhuber
DER KLIMAWANDEL
Diagnose, Prognose, Therapie
Beck Verlag, 2006
€ 7,90
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Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit !
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