Buscopan® Ampullen/Injektionsflasche

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Fachinformation
Buscopan ® Ampullen/Injektionsflasche
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Buscopan ®
Ampullen
20 mg/1 ml, Injektionslösung
Buscopan ® Injektionsflasche
200 mg/10 ml, Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE
ZUSAMMENSETZUNG
Wirkstoff: Butylscopolaminiumbromid
Buscopan Ampullen
1 Ampulle mit 1 ml Injektionslösung enthält
20 mg Butylscopolaminiumbromid.
Buscopan Injektionsflasche
1 Injektionsflasche mit 10 ml Injektionslösung enthält 200 mg Butylscopolaminiumbromid.
Sonstige Bestandteile:
Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.)
1,8 mg/ml,
Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.)
0,2 mg/ml
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Spasmen im Bereich von Magen, Darm,
Gallenwegen und ableitenden Harnwegen
sowie des weiblichen Genitale. Zur Erleichterung von endoskopischen Untersuchungen und zur Funktionsdiagnostik bei Untersuchungen des Gastrointestinaltrakts.
4.2 Dosierung,
Art und Dauer der Anwendung
Erwachsene erhalten bei akuten spastischen Schmerzzuständen je nach Stärke
der Beschwerden 1 – 2 Ampullen Buscopan
(Einzeldosis: 20 – 40 mg; Tagesdosis: bis
100 mg).
Bei Verwendung der 10 ml-Injektionsflasche
beträgt die Einzeldosis 1 – 2 ml Injektionslösung (Tagesdosis: bis 5 ml).
Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche erhalten entsprechend 0,3 bis 0,6 mg/kg KG (Tagesdosis: bis 1,5 mg/kg KG).
Die Injektion kann i.m., s.c. oder langsam i.v.
erfolgen.
4.3 Gegenanzeigen
• Überempfindlichkeit gegenüber Butyl-
April 2008 5791/6
•
•
•
•
•
•
scopolaminiumbromid oder einem der
sonstigen Bestandteile
mechanische Stenosen des MagenDarm-Trakts
Megakolon
Harnverhaltung bei Prostataadenom
Engwinkelglaukom
tachykarde Herzrhythmusstörungen
Myasthenia gravis.
Die Injektionslösung aus der 10 ml-Injektionsflasche darf nicht bei Patienten mit
Überempfindlichkeit gegenüber Methyl-4hydroxybenzoat (Ph. Eur.) und Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.) angewendet werden.
004055-A936 – Buscopan Ampullen/Injektionsflasche – n
Bei Patienten, die Antikoagulantien nehmen,
darf die Injektionslösung nicht als intramuskuläre Injektion verabreicht werden, weil dies
zu intramuskulären Hämatomen führen
kann. Bei diesen Patienten sollte die Applikation s.c. oder langsam i.v. erfolgen.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Patienten mit bestehenden kardialen Risiken
(koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen) sollten zur Durchführung endoskopischer Untersuchungen am oberen Magen-Darm-Trakt Buscopan Ampullen bzw.
Buscopan Injektionsflasche nur mit erhöhter
Vorsicht erhalten.
Anticholinergika wie Buscopan können den
Augeninnendruck erhöhen. Wenn sich nach
Injektion von Buscopan eine schmerzhafte
Augenrötung mit Sehverlust entwickelt,
könnte ein bisher nicht erkanntes Glaukom
vorliegen. Deshalb sollte in diesem Fall umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.
Nach parenteraler Gabe von Buscopan sind
anaphylaktische Reaktionen bis hin zum
Schock aufgetreten. Wie bei allen Arzneimitteln, die solche Reaktionen hervorrufen
können, sollten Buscopan-Injektionen unter
entsprechender Beobachtung verabreicht
werden.
Buscopan Ampullen und Injektionsflasche
enthalten Natrium, aber weniger als 1 mmol
(23 mg) Natrium pro 1 ml.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln und sonstige
Wechselwirkungen
Die anticholinergen Wirkungen von anderen Anticholinergika (z. B. Tiotropium, Ipratropium), Amantadin, trizyklischen Antidepressiva, Chinidin, Antihistaminika, Disopyramid u. a. sowie die tachykarde Wirkung
von b-Sympathomimetika können durch
Buscopan verstärkt werden.
Die gleichzeitige Therapie mit Dopaminantagonisten, z. B. Metoclopramid, kann zu einer gegenseitigen Abschwächung der Wirkung auf die Motilität des Magen-DarmTrakts führen.
4.6 Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung in der Schwangerschaft
und Stillzeit sollte nur unter strenger Indikationsstellung erfolgen, da ausreichende Erfahrungen beim Menschen nicht vorliegen.
Eine diaplazentare Passage von Buscopan
ist nicht bekannt.
Untersuchungen an Ratten und Kaninchen
erbrachten keinen Hinweis auf eine fruchtschädigende Wirkung.
Der Übergang von Buscopan in die Muttermilch ist nicht untersucht. Nachteilige Folgen
für den Säugling sind bisher nicht bekannt
geworden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen
Nach parenteraler Gabe von Buscopan
Injektionslösung muss durch die vorübergehende Störung der Akkommodation mit
einer Beeinträchtigung der Fähigkeit zur
aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und
zur Bedienung von Maschinen gerechnet
werden.
4.8 Nebenwirkungen
Viele der bekannten unerwünschten Wirkungen sind auf die anticholinergen Eigenschaften von Buscopan zurückzuführen. Diese
anticholinergen Effekte sind im Allgemeinen
mild und selbstlimitierend.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis 51/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis 51/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis 51/1.000)
Sehr selten (51/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der
verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Immunsystem
Nicht bekannt: Hautreaktionen, z. B. Urtikaria; Überempfindlichkeitsreaktionen; anaphylaktische
Reaktionen; Dyspnoe, analphylaktischer Schock mit
u. U. Todesfolge.
Augen
Häufig:
Akkomodationsstörungen,
das gilt insbesondere bei
Patienten, die hyperop und
nicht ausreichend korrigiert
sind.
Herz-Kreislauf-System
Häufig:
Tachykardie
Gefäßsystem
Häufig:
Schwindel
Nicht bekannt: Blutdruckabfall, FlushSymptomatik
Magen-Darm-System
Häufig:
Hemmung der Speichelsekretion
Haut
Nicht bekannt: Hemmung der Schweißsekretion
Nieren- und Harnausscheidungssystem
Nicht bekannt: Miktionsstörungen wie z. B.
Urinretention, Dysurie
Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.) und Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.), die in der
Buscopan Injektionsflasche enthalten sind,
können
Überempfindlichkeitsreaktionen,
auch Spätreaktionen und selten Bronchospasmen (Bronchialkrampf) hervorrufen.
4.9 Überdosierung
Symptome
Vergiftungserscheinungen sind beim Menschen bisher nicht bekannt geworden.
Bei Überdosierung ist mit anticholinergen
Symptomen wie Sehstörungen, Tachykardie, Mundtrockenheit, Harnverhaltung und
Hautrötung zu rechnen.
Tierexperimentell zeigte sich nach extrem
hohen Dosen folgendes Vergiftungsbild:
Ataxie, Tremor, Krämpfe, Dyspnoe und anticholinerge Effekte (Mydriasis, trockene
Schleimhäute, Tachykardie sowie verminderte gastrointestinale Motilität mit Nahrungsanschoppung im Magen und Darm).
Der Tod trat durch Atemlähmung ein.
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Buscopan ® Ampullen/Injektionsflasche
Maßnahmen
Da Vergiftungsfälle mit Buscopan bisher
nicht bekannt geworden sind, beruhen die
genannten Maßnahmen auf theoretischen
Überlegungen:
Bei oraler Vergiftung primäre Giftelimination.
Bei Glaukomkranken Pilocarpin lokal; ein
Augenarzt ist umgehend zu konsultieren.
Bei Harnverhaltung katheterisieren.
Falls erforderlich Parasympathomimetika
(Neostigmin 0,5 – 2,5 mg i.m. oder i.v.).
Herz-Kreislauf-Komplikationen sind nach
den üblichen Therapiegrundsätzen zu behandeln. Bei Atemlähmung Intubation,
künstliche Beatmung.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Spasmolytika
ATC-Code: A03BB01
Butylscopolaminiumbromid, der Wirkstoff
von Buscopan, ist ein halbsynthetisches
Derivat des Pflanzeninhaltsstoffs Scopolamin.
Als quartäre Stickstoffverbindung besitzt Butylscopolaminiumbromid keine zentrale,
sondern eine periphere anticholinerge Wirkung. Diese beruht sowohl auf der Hemmung der ganglionären Übertragung als
auch auf einer parasympatholytischen Wirkung.
Buscopan wirkt spasmolytisch auf die glatte
Muskulatur des Gastrointestinaltrakts, der
Gallenwege und des Urogenitalsystems.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Verteilung nach intravenöser Gabe von
Butylscopolaminiumbromid erfolgt rasch
(tz = 4 min, tb = 0,5 Std.). Das Verteilungsvolumen im Steady state wurde mit 128 l
ermittelt (entsprechend etwa 1,7 l/kg). Höhere Substanzkonzentrationen finden sich vorwiegend im Gewebe des Magen-DarmTrakts und in den Ausscheidungsorganen
Leber und Niere. Aufgrund seiner Struktur
überschreitet Butylscopolaminiumbromid
die Blut-Hirn-Schranke nicht.
Nach parenteraler Gabe werden ca. 50 %
der applizierten Dosis unverändert mit dem
Urin ausgeschieden. Ein kleiner Teil wird
ebenfalls unverändert biliär sezerniert. Infolge der geringen enteralen Resorption ist ein
nennenswerter enterohepatischer Kreislauf
nicht zu erwarten.
Die im Urin gefundenen Hauptmetaboliten
zeigen nur eine geringe Affinität zu muscarinergen Rezeptoren.
Die totale Clearance liegt bei 1,2 l/min. Die
terminale Halbwertszeit (tc) beträgt ca.
5 Stunden.
Die Plasmaproteinbindung beträgt 3 – 11 %.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Akute Toxizität
Siehe Punkt 4.9 Überdosierung
Chronische Toxizität
Bei Untersuchungen zur chronischen Toxizität 26 Wochen an Ratten bei oraler Applikation wurde dosisabhängig eine Verminderung der motorischen Aktivität und der
gastrointestinalen Motilität festgestellt.
2
Mutagenes und Tumor erzeugendes
Potential
Butylscopolaminiumbromid zeigte keine
mutagenen Eigenschaften im Ames-Test
sowie in vitro im Genmutations-Test an
V79-Zellen und im Chromosomenaberrationstest an Humanlymphozyten.
Langzeituntersuchungen am Tier auf ein Tumor erzeugendes Potenzial liegen nicht vor.
Aus zwei chronischen Toxizitätsstudien an
Ratten über 26 Wochen bei Dosierungen bis
1.000 mg/kg, ergaben sich keine Hinweise
auf neoplastigene Eigenschaften von Butylscopolaminiumbromid.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Boehringer Ingelheim Pharma
GmbH & Co. KG
Binger Str. 173
55216 Ingelheim am Rhein
Telefon: 0 800/77 90 900
Telefax: 0 61 32/72 99 99
[email protected]
8. ZULASSUNGSNUMMER
Reproduktionstoxizität
Buscopan Ampullen
Untersuchungen zum Plazentatransfer und
Milchübertritt von Butylscopolaminiumbromid liegen nicht vor. Tierexperimentelle Untersuchungen zur embryotoxischen Wirkung
nach oraler Verabreichung von 200 mg/kg
oral und 50 mg/kg subkutan beim Kaninchen zeigten keine teratogenen Effekte. Die
Fetengewichte waren nach 200 mg/kg leicht
vermindert. Nach Verabreichung von 50 bzw.
200 mg/kg mit dem Futter an männlichen
und weiblichen Ratten vor der Verpaarung
und während 3 Reproduktionszyklen konnte
kein Einfluss auf die Fertilität beobachtet
werden. Die Fetengewichte waren nach
200 mg/kg leicht vermindert.
(Injektionslösung zu 1 ml)
6191661.00.00
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
Buscopan Injektionsflasche
(Injektionslösung zu 10 ml)
6190992.00.00
9. DATUM DER VERLÄNGERUNG
DER ZULASSUNG
12. Dezember 2006
10. STAND DER INFORMATION
April 2008
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Buscopan Ampullen
Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
Buscopan Injektionsflasche
Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.),
Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.
Haltbarkeit nach Öffnen einer Buscopan
Injektionsflasche:
Die chemische und physikalische Stabilität
nach Anbruch wurde für 6 Monate bei 25 °C
nachgewiesen.
Haltbarkeit nach Öffnen einer Buscopan
Ampulle:
Nach Anbruch Rest verwerfen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Buscopan Ampullen
(Injektionslösung zu 1 ml)
Originalpackungen zu 5 Ampullen N 1 und
50 (5× 10) Ampullen
Klinikpackung zu 100 (10× 10) Ampullen
Buscopan Injektionsflasche
(Injektionslösung zu 10 ml)
Originalpackung zu 5 Injektionsflaschen
N1
Klinikpackung zu 10 Injektionsflaschen
Zentrale Anforderung an:
Rote Liste Service GmbH
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FachInfo-Service
|
Postfach 11 01 71
10831 Berlin
004055-A936 – Buscopan Ampullen/Injektionsflasche – n
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