Dickdarm- und
Enddarmkrebs
Kolorektales Karzinom
Eine Information der Krebsliga
für Betroffene und Angehörige
Impressum
_Herausgeberin
Krebsliga Schweiz
Effingerstrasse 40, Postfach 8219
3001 Bern
Tel. 031 389 91 00, Fax 031 389 91 60
info@krebsliga.ch, www.krebsliga.ch
_Projektleitung und Redaktion
Ernst Schlumpf, Krebsliga Schweiz, Bern
_Fachberatung
Prof. Dr. med. Markus Weber, Chefarzt Klinik für Viszeral-,
Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Triemli, Zürich
Dr. Annelies Schnider Preisig, Leitende Ärztin Klinik
für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital
Triemli, Zürich
Dr. Donat Dürr, Leitender Arzt und stv. Chefarzt, Klinik
für Medizinische Onkologie und Hämatologie, Stadtspital
Triemli, Zürich
Sabine Jenny, lic. phil., Leiterin Krebsinformationsdienst,
Krebsliga Schweiz, Bern
Katrin Haldemann, Programmleiterin Prävention
Darmkrebs, Krebsliga Schweiz, Bern
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Urs Metzger, ehemaliger Chefarzt
Chirurgie, Stadtspital Triemli, Zürich
Ursula Zybach, Bereichsleiterin Prävention, Krebsliga
Schweiz, Bern
_Text
Susanne Lanz, Krebsliga Schweiz, Bern
Alexia Stantchev, Autavaux
_Titelbild
Nach Albrecht Dürer, Adam und Eva
_Illustrationen
S. 7, 9, 11, 32: Willi R. Hess, naturwissenschaftlicher
Zeichner, Bern
_Fotos
S. 4: ImagePoint AG, Zürich
S. 22: Huyangshu, Shutterstock
S. 30: Peter Schneider, Thun
S. 40: Denis Tabler, Stockfoto
_Design
Wassmer Graphic Design, Zäziwil
_Druck
Ast & Fischer AG, Wabern
Diese Information ist auch in französischer und
italienischer Sprache erhältlich.
© 2014, 2007
Krebsliga Schweiz, Bern
2., überarbeitete Auflage
KLS / 1.2014 / 9000 D / 1063
Inhalt
5 Editorial
6 Krebs – was ist das?
8 Krebs im Dickdarm und
im Enddarm
8 Der Darm und seine Funktion
10 Die Entstehung von
Darmkrebs
10 Mögliche Ursachen und
Risiken
12 Mögliche Beschwerden
und Symptome
13 Früherkennung
14 Untersuchungen und
Diagnose
14 Erste Abklärungen
14 Weitere Untersuchungen zur
Präzisierung der Diagnose
18 Krankheitsstadien
23
23
26
27
Allgemeines zur Therapie
Die Wahl der Behandlung
Therapieprinzipien
Umgang mit unerwünschten
Wirkungen
28 Auswirkungen auf die
Sexualität
9 Auswirkungen auf die Stuhl2
und Harnkontinenz
31 Behandlungsmöglichkeiten
bei kolorektalen Karzinomen
31 Operation
35 Künstlicher Darmausgang
(Stoma)
36 Strahlentherapie (Radiotherapie)
37 Medikamentöse Therapien
42 Welche Therapie bei
welchem Karzinom?
42 Therapie von Dickdarmkrebs
43 Therapie von Enddarmkrebs
44 Therapie bei Lebermetastasen
46 Therapie im Rahmen einer
klinischen Studie
47 Weiterführende
Behandlungen
47 Schmerztherapie
47 Komplementärmedizin
48 Nachsorge und Rehabilitation
50 Nach den Therapien
52 Beratung und Information
Dickdarm- und Enddarmkrebs
3
4
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Liebe Leserin, lieber Leser
Steht im Text nur
die weibliche oder
männliche Form,
gilt sie jeweils für
beide Geschlechter.
Für Betroffene und ihre Nächsten
ist eine Krebsdiagnose zunächst
ein Schock. Auf einmal verändern
sich Alltag und Lebensperspektiven, und in einem Wechselbad
zwischen Hoffnung und Angst
kreisen die Gedanken um unzählige offene Fragen.
Diese Broschüre beschreibt die
Entstehung, Diagnose und Therapie von Dickdarm- und Enddarmkrebs, den so genannten kolorektalen Karzinomen. Dieses Wissen
kann Sie dabei unterstützen, mit
Ihrer neuen Lebenssituation umzugehen.
«Darmkrebs» ist die übliche Bezeichnung für verschiedene Krankheiten des Darms, die sich unterschiedlich auswirken können. Ihr
Behandlungsteam wird auf Ihre
persönliche Situation eingehen
und Sie beraten.
Die Therapie der kolorektalen Karzinome ist in den letzten Jahren
dank medizinischer Fortschritte
wirksamer und auch verträglicher
geworden. Zwar dürfen nicht alle
Betroffenen mit einer dauerhaften
Genesung rechnen, doch lässt
sich der Krankheitsverlauf oft verlangsamen, und Symptome können gelindert werden. Dies trägt
wesentlich dazu bei, die Lebensqualität zu erhalten – auch dann,
wenn beispielsweise ein fortgeschrittener Tumor nicht mehr
operiert werden kann.
In den zahlreichen Broschüren der
Krebsliga (siehe S. 54 f.) finden Sie
weitere Hinweise und Informationen, die Ihnen das Leben mit
Krebs etwas erleichtern können.
Lassen Sie sich auch von Menschen, die Ihnen nahe stehen, unterstützen. Sie können sich zudem
jederzeit an Ihr Behandlungsteam
wenden und bei Bedarf auch weitere kompetente Beraterinnen und
Berater (siehe S. 52 ff.) beiziehen.
Ihre Krebsliga
Dickdarm- und Enddarmkrebs
5
Krebs – was ist das?
Krebs bezeichnet eine bösartige
Tumorerkrankung. Tumoren sind
Zellwucherungen ,  in ansonsten gesundem Gewebe , ; sie
können gutartig oder bösartig sein.
Bösartige Tumoren, die von Oberflächengewebe wie Haut, Schleimhaut oder von Drüsengewebe
ausgehen, werden auch als Karzinome bezeichnet. Zu diesen zählen auch der Dickdarm- und Enddarmkrebs.
Gutartig oder bösartig?
Gutartige Tumoren können durch
ihr Wachstum gesundes Gewebe
lediglich verdrängen . Bösartige
Tumoren hingegen  können in
das umliegende Gewebe einwachsen und dieses zerstören.
Über Lymph- und Blutgefässe
,  können Krebszellen zudem
abwandern , , in benachbarte
Lymphknoten und in andere Organe gelangen und dort Metastasen (Ableger) bilden. Dabei bleibt
meist erkennbar, von welchem
Organ bzw. Zelltyp diese Metastasen ausgegangen sind. Krebszellen eines kolorektalen Karzinoms
in der Leber zum Beispiel unterscheiden sich von den Zellen eines
Leberkrebses.
Tumoren bilden auch neue Blutgefässe, um sich mit Nahrung zu
versorgen .
6
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Es beginnt in der Zelle
Die Gewebe und Organe unseres
Körpers werden aus Billionen von
Zellen gebildet. Sie sind die Bausteine unseres Körpers. Im Kern
jeder Zelle befindet sich der Bauplan des jeweiligen Menschen:
das Erbgut (Genom) mit seinen
Chromosomen und Genen. Es ist
aus der Desoxyribonukleinsäure
(DNS, engl. DNA) aufgebaut, welche die Erbinformation enthält.
Durch Zellteilung entstehen immer
wieder neue Zellen und alte sterben ab. Normalerweise teilt sich
eine gesunde Zelle nur so oft wie
nötig. Das Erbgut einer Zelle kann
jedoch durch eine Störung geschädigt werden, sodass die Zellteilung nicht mehr normal abläuft.
In der Regel kann der Körper solche
Schäden reparieren. Gelingt dies
nicht, kann sich die fehlgesteuerte (mutierte) Zelle ungehindert
weiter teilen. Diese Zellen häufen sich an und bilden mit der Zeit
einen Knoten, einen Tumor , .
Erstaunliche Dimensionen
Ein Tumor mit einem Durchmesser von 1 cm enthält bereits Millionen von Zellen und hat möglicherweise eine Wachstumszeit
von mehreren Jahren hinter sich.
Das heisst: Der Tumor ist nicht
von gestern auf heute entstanden.
Die Entstehung eines Tumors
a
b
Die Wachstumsgeschwindigkeit
ist aber von Mensch zu Mensch
und von Krebsart zu Krebsart verschieden. Die Ursache der Krebsentstehung bleibt meistens unbekannt. Die krankhafte Veränderung
einer Zelle geschieht oft zufällig.
Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs spielen auch das
natürliche Altern, äussere Einflüsse
wie Viren, Schadstoffe und Umwelt,
die Ernährung, der Lebensstil sowie angeborene bzw. genetische
Faktoren.
a
b
c
e
Ob jemand an Krebs erkrankt oder
nicht, ist letztlich Schicksal. Optimisten können ebenso erkranken
wie Pessimisten, gesund Lebende
ebenso wie Menschen mit einem
riskanten Lebensstil. Niemand
kann sich hundertprozentig vor
Krebs schützen.
f
g
i
e
d
h
f
e
f
Erkrankungsrisiko
Das Risiko, an Krebs zu erkranken,
lässt sich bei einigen Krebsarten
mit einer gesunden Lebensweise
senken. Bei anderen Krebsarten
ist dies nicht möglich.
In einigen Familien treten gewisse
Krebskrankheiten, auch Dickdarmund Enddarmkrebs, überdurchschnittlich häufig auf. Mehr erfahren Sie im Kapitel «Mögliche
Ursachen und Risiken» sowie in
der Broschüre «Familiäre Krebsrisiken» (siehe S. 55).
Dickdarm- und Enddarmkrebs
7
Krebs im Dickdarm und im Enddarm
Unter «Darmkrebs» versteht man
in der Regel eine Krebserkrankung
im Dickdarm (Kolonkarzinom) und/
oder Enddarm (Rektumkarzinom).
Sie wird auch als kolorektales
Karzinom bezeichnet. Krebs im
Dünndarm ist sehr selten.
Zwei Drittel aller kolorektalen Karzinome liegen innerhalb des Colon
sigmoideum und des Rektums
(siehe Illustration), rund ein Drittel
ist ausschliesslich auf das Rektum
beschränkt.
Der Darm und
seine Funktion
Der Darm gehört zum gastrointestinalen Trakt (Magen-Darm-Trakt).
Er spielt bei der Verdauung und
der Nährstoffaufnahme eine zentrale Rolle.
Verdauung und Nährstoffaufnahme
Vom Mund gelangt die Nahrung
durch die Speiseröhre in den
Magen und anschliessend in den
drei bis fünf Meter langen Dünndarm. Auf dem Weg durch die
Verdauungsorgane wird die Nahrung nach und nach aufgespalten;
dabei werden ihr Nährstoffe und
Bestandteile (Fett, Eiweiss, Zucker
etc.) entzogen und dem Organismus als «Treibstoff» zugeführt.
8
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Im ca. 1,5 Meter langen Dickdarm
wird den verbleibenden Nahrungsresten vor allem Flüssigkeit entzogen. Der eingedickte Stuhl gelangt
am Ende des Dickdarms in das so
genannte Sigma, bevor er in den
ca. 15 Zentimeter langen Enddarm
übergeht und von dort durch den
After (Anus) ausgeschieden wird.
Der After ist von einem inneren und
einem äusseren Schliessmuskel
umgeben, die teilweise willentlich
beeinflussbar sind und sich bei
der Stuhlentleerung wie ein Ventil
öffnen.
> Der Dickdarm besteht aus verschiedenen Muskelschichten
(Ring- und Längsmuskulatur),
die den Darminhalt mischen
und vorwärtsbewegen (Darmperistaltik).
> Die Darminnenwand ist mit
einer drüsenhaltigen Schleimhaut überzogen, die unzählige
kleine Vertiefungen (Krypten)
aufweist. Zwischen Schleimhautund innerer Muskelschicht liegt
die Submukosa (lat. sub. =
unter; mucosa von lat. mucus
= Schleim), eine Verschiebeschicht aus lockerem Bindegewebe mit Nerven und Gefässen.
> Die untersten vier Zentimeter
des Enddarms bezeichnet man
als Analkanal; hier geht die
Darmschleimhaut allmählich
in die «normale» äussere Haut
über.
1
2
6
5
7
3
4
8
9
10
Die Verdauungsorgane
1 Speiseröhre (Oesophagus)
2Magen
3 Dünndarm (Jejunum und
Ileum)
4 Blinddarm (Caecum) mit
Wurmfortsatz (Appendix)
5 aufsteigender Dickdarm auf
rechter Körperseite (Colon
ascendens)
6 querliegender Dickdarm
(Colon transversum)
7 absteigender Dickdarm auf
linker Körperseite (Colon
descendens)
8 S-förmiger Teil des Dick
darms: Sigma (Colon
sigmoideum)
9 End- oder Mastdarm
(Rectum)
10 Schliessmuskel (After, Anus)
Dickdarm- und Enddarmkrebs
9
Die Entstehung
von Darmkrebs
Kolorektale
Krebserkrankungen
können sich aus verschiedenen
Zellen entwickeln. Mehr als 95%
entstehen jedoch in der Schleimhaut des Dick- und Enddarms.
Da sich die Schleimhautzellen im
Darm fortlaufend erneuern, kann
es zu einer Überproduktion von
Zellen kommen.
Insbesondere bei Personen über
40 Jahren können sich daraus gutartige Wucherungen (Schleimhautpolypen) entwickeln, die langsam
und kontinuierlich weiterwachsen;
sie werden auch als Adenome bezeichnet (von griech. aden = Drüse).
Meistens sind sie gutartig, gelten
aber doch als Krebsvorstufe, denn
mit der Zeit kann sich daraus ein
bösartiger Tumor, ein so genanntes
Adenokarzinom, entwickeln. Dieses wächst nach und nach durch
die verschiedenen Darmschichten
hindurch (siehe Abb. S. 20).
Lediglich gut 5% der Krebserkrankungen im Bereich des Darms entstehen aus anderen Zellen als solchen der Darmschleimhaut und
werden auch anders behandelt.
Auf diese Erkrankungen wird in
dieser Broschüre nicht eingegangen.
10
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Die Entstehung von Darmkrebs
wird von verschiedenen, noch unbekannten Faktoren beeinflusst.
Die medizinische Forschung beschäftigt sich deshalb intensiv mit
der Klärung bisher nicht verstandener Prozesse.
Mögliche Ursachen
und Risiken
Es gibt keine eindeutige Ursache
für Dickdarm- und Enddarmkrebs.
Grundsätzlich kann jede Person
daran erkranken. Mit steigendem
Alter nimmt allerdings das Erkrankungsrisiko zu.
Gewisse Faktoren und Lebensumstände können das Erkrankungsrisiko zwar erhöhen, müssen dies
aber nicht. Es gibt daher keinen
Grund, Schuld für die eigene Erkrankung zu empfinden.
Familiäres Krebsrisiko
Bei bestimmten – auch jüngeren –
Personen besteht ein familiär bedingtes, erhöhtes Risiko für Darmkrebs.
Besonders von Belang sind
> das so genannte «hereditäre
nichtpolypöse KolonkarzinomSyndrom» (HNPCC), zu
welchem das «familiäre
Kolorektalkarzinomsyndrom»
und das «hereditäre Adenokarzinomsyndrom» gehören,
15%
25%
20%
35%
5%
Häufigkeit der kolorektalen Karzinome
Diese Karzinome treten in den verschiedenen
Darmabschnitten (vgl. S. 9) unterschiedlich
häufig auf. Gut ein Drittel befindet sich im Enddarm (Rektum), d. h. in den letzten 15 Zentimetern
des Dickdarms.
und
> die «familiäre adenomatöse
Polyposis» (FAP), bei der sich
zahlreiche kleine Darmpolypen
bilden.
Andere Risikofaktoren
>Darmkrebserkrankungen
(oder Darmpolypen) bei Eltern
oder Geschwistern;
> früher entdeckte und entfernte
Darmpolypen;
> chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie die Colitis
ulcerosa und der Morbus
Crohn.
Für Personen, auf die eine dieser
Risikosituationen zutrifft, ist es
wichtig, mit ihrem Arzt, ihrer Ärztin über Massnahmen der Vorsorge bzw. der Früherkennung
zu sprechen und entsprechende
Abklärungen und Kontrollen zu
vereinbaren.
Mehr über Darmkrebsrisiken erfahren Sie und Ihre Angehörigen
in der Krebsliga-Broschüre «Familiäre Krebsrisiken» (siehe S. 55).
Dritthäufigster Krebs bei
Männern, zweithäufigster Krebs
bei Frauen
Jedes Jahr erkranken in der
Schweiz neu etwa 4100 Menschen
an Dickdarm- oder Enddarmkrebs,
am häufigsten in der Altersgruppe
der über 60-Jährigen. Männer
sind etwas häufiger betroffen als
Frauen. In den letzten Jahrzehnten
ist die Darmkrebs-Sterblichkeit
dank Früherkennung und verbesserter Therapiemöglichkeiten stetig zurückgegangen.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
11
Ein gesunder Lebensstil …
… verringert das Risiko einer Darmerkrankung.
Dazu gehören beispielsweise
> regelmässige Bewegung,
> hoher Konsum von Nahrungsfasern (vor allem Vollkornprodukte, ergänzend auch
Frucht-, Gemüse- und Hülsenfrüchtefasern),
> wenig rotes Fleisch,
> wenig Alkohol,
> kein Übergewicht.
Mögliche Beschwerden
und Symptome
Dickdarm- und Enddarmkrebs kann
sich ohne erkennbare Symptome
über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln, da er langsam
wächst.
Beschwerden treten oft schubweise auf, und sie können ebenso
auf harmlosere Darmstörungen
zurückzuführen sein. Dennoch soll-
ten sie unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Je früher ein allfälliger Krebs behandelt werden kann,
desto grösser sind die Heilungschancen.
Die häufigsten Symptome sind:
> Veränderung der bisherigen
Stuhlgewohnheiten (z. B.
plötzliches Auftreten von
Durchfall und/oder Verstopfung oder Wechsel zwischen
Durchfall und Verstopfung);
> Stuhldrang ohne Entleerung;
> unklarer Gewichtsverlust;
> Blut im Stuhl oder am Stuhl,
das ihn rot oder schwarz
färbt – schwarzer Stuhl kann
ein Zeichen von Blut aus dem
(rechtsseitigen) Dickdarm sein;
> schleimiger Stuhl, Blutungen
im Enddarm (rektale Blutung);
> neu aufgetretene, anhaltende
Bauchschmerzen – sie könnten
auf einen beginnenden Darmverschluss hindeuten;
>Blähungen;
> Appetit- und Energieverlust;
> auffälliger Leistungsabfall.
Wichtig
Blut im Stuhl oder Blässe und Blutarmut, die auf länger andauernde
Blutungen hinweisen, aber auch veränderte Stuhlgewohnheiten –
beispielsweise, wenn jemand plötzlich dünnen Stuhl hat und vorher
immer an Verstopfung litt – sollten von der Ärztin oder dem Arzt
abgeklärt werden.
12
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Früherkennung
Darmkrebs kann erfolgreich behandelt werden, wenn er früh
erkannt wird. Deshalb ist die Früherkennung von zentraler Bedeutung für die weitere Prognose und
den Krankheitsverlauf.
Ärztinnen und Ärzte wie auch
die Krebsliga empfehlen, sich ab
50 Jahren regelmässig einer
Früherkennungsuntersuchung –
meistens einer Darmspiegelung
(Koloskopie) oder einem «Blut-imStuhl-Test», mit welchem unsichtbares Blut entdeckt werden kann –
zu unterziehen.
Die Kosten einer Darmspiegelung
werden in der Regel von der
Grundversicherung übernommen,
wenn ein familiäres Risiko für
Darmkrebs besteht, beziehungsweise wenn bestimmte Symptome vorliegen oder Blut im Stuhl
nachweisbar ist.
Die Krebsliga setzt sich für eine
kostenlose, organisierte Darmkrebs-Früherkennung ein.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
13
Untersuchungen und Diagnose
Für eine genaue Diagnose und
für die Wahl der bestmöglichen
Therapie ist die Kombination verschiedener medizinischer Untersuchungsmethoden unerlässlich.
Bei der Früherkennung oder angesichts der erwähnten Symptome
werden – in der Regel von einem
Gastroenterologen (Facharzt für
Magen- und Darmkrankheiten) –
verschiedene medizinische Abklärungen vorgenommen.
Erste Abklärungen
Anamnese
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie
ausführlich zu den Beschwerden
und Symptomen, zu durchgemachten Krankheiten und Therapien,
zu familiär aufgetretenen (Krebs-)
Krankheiten (siehe auch S. 10 f.)
und zu Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand befragen.
Körperliche Untersuchung
Zur körperlichen Untersuchung
gehören das Abtasten des Bauchraumes und der Lymphknoten sowie die rektale Untersuchung (Tastbefund mit dem Finger).
Blutuntersuchung
Ist bereits sichtbares Blut im Stuhl
festgestellt worden, muss abge-
14
Dickdarm- und Enddarmkrebs
klärt werden, wo die Blutungsquelle liegt. Der Stuhl wird auch
auf okkultes (nicht sichtbares oder
verborgenes) Blut untersucht.
Blut im Stuhl kann ein Anzeichen
für eine Krebserkrankung sein,
aber auch andere, weniger schwerwiegende Gründe haben.
Bei über 50-jährigen Personen, bei
denen Hämorrhoiden als BlutungsUrsache gefunden wurden, braucht
es dennoch eine Darmspiegelung,
um ein kolorektales Karzinom auszuschliessen.
Weitere Untersuchungen
zur Präzisierung
der Diagnose
Mit bildgebenden Verfahren wie
der Dickdarmspiegelung, mit
welcher die Darmschleimhaut
beurteilt werden kann, sowie mit
Ultraschall, CT, Koloskopie, Rektoskopie, PET-CT etc. kann die
Diagnose präzisiert werden.
Darmspiegelung
Die Darmspiegelung verursacht
kaum Schmerzen, kann aber als
unangenehm empfunden werden.
Normalerweise wird dem Patienten deshalb ein Medikament verabreicht, das ihn für kurze Zeit
schlafen lässt.
Vorbereitung
Eine Darmspiegelung ist nur möglich, wenn der Darm vollständig
entleert ist und keine Stuhlreste
mehr vorhanden sind. Deshalb
müssen Sie am Tag vor der Untersuchung ein gut wirksames,
Durchfall auslösendes Abführmittel und viel Wasser trinken.
Vorsichtsmassnahmen
Falls Sie Blutverdünnungsmittel
und/oder aspirinhaltige Medikamente einnehmen oder Diabetiker
sind, braucht es möglicherweise
zusätzliche Massnahmen, die mit
der Hausärztin oder dem Hausarzt
vorgängig abgesprochen werden
müssen.
Wenn Sie regelmässig andere Medikamente einnehmen, sollten Sie
dies ebenfalls mit Ihren Ärzten
besprechen.
Die zuverlässige Wirkung der Antibabypille kann durch die starken
Abführmittel beeinträchtigt werde. Bitte klären Sie wenn nötig ab,
ob Sie ergänzende Verhütungsmassnahmen ergreifen müssen.
Koloskopie oder Rektoskopie
Wann immer möglich wird eine
Koloskopie gemacht; dabei wird
der ganze Dickdarm mittels Endoskop genau untersucht. Nur in
Ausnahmesituationen beschränkt
man sich auf eine Rektoskopie
(Enddarmspiegelung).
Beim Endoskop (von griech. éndon = innen, innerhalb) handelt
es sich um einen mit einer MiniKamera versehenen, biegsamen
Schlauch, durch den verschiedene Instrumente eingeführt werden können.
Das Endoskop wird durch den
After in den Darm eingeführt und
bis zum Caecum (Stelle, wo der
Dünndarm in den Dickdarm mündet) geschoben. Dann wird das
Endoskop langsam zurückgezogen.
Zur Erweiterung des Darms wird
Luft eingeblasen.
Die Bilder dieser «Reise» können
auf einem Bildschirm verfolgt
werden. Sie erlauben es, die Darmschleimhaut mehrfach vergrössert
auf verdächtige Gewebeveränderungen wie Polypen hin zu untersuchen. Gleichzeitig können Gewebeproben entnommen werden
(Biopsie).
Polypen
Polypen sind Wucherungen des
Drüsengewebes, die sich als Vorwölbungen der Schleimhaut (Adenome) zeigen. In den meisten
Fällen verursachen sie keine Beschwerden, sie können aber entarten, das heisst bösartig werden
(Adenokarzinome).
Dickdarm- und Enddarmkrebs
15
Entfernung von Polypen
Sind Polypen vorhanden, können
sie während der Untersuchung abgetragen werden (Polypektomie).
Grössere oder zahlreich vorhandene Polypen oder Adenome
müssen manchmal nachträglich
chirurgisch entfernt werden.
Das während der Endoskopie entnommene Gewebe wird mikroskopisch untersucht. Eine solche
Untersuchung bildet die einzige
Möglichkeit, Krebs mit Sicherheit
zu diagnostizieren oder auszuschliessen.
Die endoskopische Abtragung der
Polypen reduziert das Darmkrebsrisiko und damit die krankheitsbedingte Sterblichkeit.
Komplikationen (z. B. Verletzung
der Darmwand bei der Polypenabtragung, Blutung) sind sehr selten; treten sie auf, sind sie medizinisch oder chirurgisch gut zu
beheben.
Virtuelle Koloskopie
Bei der so genannten «virtuellen
Koloskopie» wird kein Gerät eingeführt, die Vorbereitungen (Abführmittel) sind aber dieselben.
Es handelt sich um eine spezielle
Computertomografie. Damit können Polypen ab einer Grösse von
fünf Millimetern entdeckt werden. Die Methode ist allerdings
mit einer Strahlenbelastung verbunden.
Nach der Diagnose «Polypen»
>Je nach Art, Anzahl und Grösse der entfernten (gutartigen)
Polypen wird eine erneute Koloskopie im Zeitraum von drei bis
fünf Jahren empfohlen, da Polypen wieder wachsen oder sich
Krebszellen bilden können.
>Ist der gesamte Dickdarm von Polypen befallen, wird eine jährliche
Koloskopie oder vereinzelt (z. B. bei FAP, siehe S. 11) auch die
Entfernung des gesamten Dickdarmes empfohlen.
>Finden sich im Polypengewebe bereits Krebszellen, sollte der
betroffene Darmabschnitt entfernt werden.
16
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Werden verdächtige Stellen entdeckt, müssen danach trotzdem
endoskopisch Gewebeproben entnommen und Polypen abgetragen
werden.
Zusätzliche bildgebende
Verfahren
Liegen gutartige Veränderungen
wie Polypen vor, sind vorerst keine
weiteren diagnostischen Schritte
nötig. Handelt es sich um eine
Krebserkrankung, muss zur Planung der Therapie die Diagnose
präzisiert werden.
Mit verschiedenen bildgebenden
Verfahren kann ermittelt werden,
ob der Tumor bereits umliegende
Lymphknoten befallen oder in
entfernteren Organen Metastasen
(Ableger) gebildet hat (siehe auch
S. 20, Stadienentwicklung).
Welche dieser zusätzlichen Techniken im Einzelfall eingesetzt werden, hängt vom Befund aufgrund
der vorhergehenden Untersuchungen ab. In Frage kommen:
> Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs.
> CT des Abdomens und des
Thorax, um das Ausmass der
Erkrankung zu bewerten (siehe
S. 18, Staging).
> Mittels Computertomografie
(CT), Magnetresonanztomografie (MRI) und PositronenEmissions-Tomografie (PET)
können Lage und Ausdehnung von Tumoren, befallenen
Lymphknoten und Ablegern
(Metastasen) dargestellt werden. Je nach Situation werden
die Verfahren kombiniert.
PET-CT
Dies ist ein kombiniertes Verfahren bzw. Gerät, bei welchem die
Positronen-Emissions-Tomografie
und die Computertomografie gemeinsam eingesetzt werden.
Bei diesem Verfahren wird über eine
Infusion in eine Armvene radioaktiv markierte Glukose (Zucker)
verabreicht. So lassen sich Lage,
Grösse, Beschaffenheit und Ausbreitung eines Tumors und möglicher Metastasen bestimmen und
die Entnahme von Gewebeproben,
Operationen und Bestrahlungen
präzise vorbereiten.
PET-CT hat beim kolorektalen Karzinom vor allem dann Bedeutung,
wenn schon Ableger in der Leber
vorhanden sind und eine zusätzliche Leberoperation geplant ist.
Mit dieser Untersuchung kann
auch die Wirkung einer Therapie
beurteilt werden, da sich bei
einem Ansprechen des Tumors
auf die Therapie (Chemo-, Radiooder Radiochemotherapie) dessen Aktivität (sichtbar durch die
Zuckeraufnahme) ändert.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
17
Bestimmung des Tumormarkers
Manche Tumoren geben bestimmte Stoffe ins Blut bzw. ins
Gewebe ab, so genannte Tumormarker. Anhand einer Blut- oder
Gewebeprobe kann ermittelt werden, ob solche Tumormarker
vorhanden sind oder nicht. Die
für Darmkrebs charakteristischen
Tumormarker heissen CEA (karzino-embryonales Antigen) und
CA 19–9 (Carbohydrat-Antigen).
Die Bestimmung dieser Tumormarker zur Diagnose eines
Krebsleidens (Screening) ist beim
Dickdarmkrebs (im Gegensatz bei-
T
spielsweise zum Prostatakarzinom)
allerdings zu ungenau.
Wenn die Werte sich bei einem Patienten im Laufe der Zeit ändern,
kann allenfalls eine Aussage zur
Wirkung der Therapie oder zum
Fortschreiten der Krankheit gemacht werden (sog. Verlaufskontrolle).
Krankheitsstadien
TNM-Klassifikation
Die verschiedenen Untersuchungen erlauben, das Ausmass der
steht für Tumor; seine Grösse und Ausdehnung wird mit
Zahlen von 0 bis 4 ausgedrückt.
Je höher die Zahl, desto weiter hat sich der Tumor ausgebreitet (siehe Illustration, S. 20).
Tis bedeutet Tumor in situ, auf die Oberfläche der Schleimhaut
begrenzt.
T1
Der Tumor wächst in die Submukosa (siehe S. 8) ein.
T2
Der Tumor wächst in die Muskelschicht des Darms ein.
T3
Der Tumor wächst durch alle Schichten des Darms hindurch.
T4
Der Tumor wächst in benachbartes Gewebe ein oder greift
auf Nachbarorgane über.
Mit zusätzlichen Kleinbuchstaben kann der Befund präzisiert
werden, zum Beispiel T4a = der Tumor durchstösst das innere
Bauchfell (Peritoneum), das den Darm umhüllt.
18
Dickdarm- und Enddarmkrebs
N
steht für Lymphknoten (von lat. nodus = Knoten).
N0 Lymphknoten sind tumorfrei.
N1 Bis zu drei benachbarte Lymphknoten sind befallen.
N2 Mehr als drei benachbarte Lymphknoten sind befallen.
Mit zusätzlichen Kleinbuchstaben kann der Befund präzisiert
werden, zum Beispiel N2a = vier bis sechs Lymphknoten sind
befallen.
M
steht für Fernmetastasen. Bei kolorektalen Karzinomen sind
Lebermetastasen am häufigsten. Auch Lungenmetastasen
kommen vor. Knochen- und Gehirnmetastasen sind eher selten.
M0 Keine Fernmetastasen nachweisbar.
M1 Der Tumor hat in anderen Organen Ableger gebildet.
Mit zusätzlichen Kleinbuchstaben kann der Befund präzisiert
werden, zum Beispiel M1b = Fernmetastasen finden sich in
mehr als einem Organ.
Erkrankung zu erkennen und zu
bewerten. Man nennt dies auch
Staging.
Bei Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) kann das genaue Staging oft
erst während oder nach der Operation bzw. aufgrund der Lymphknotenentnahme gemacht oder
präzisiert werden.
Beim Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) hingegen ist ein möglichst
genaues Staging vor der Operation (präoperativ) wichtig, um die
bestmögliche Therapie festlegen
zu können. Basis für das Staging
ist die internationale TNM-Klassifikation.
Verschiedene TNM-Kombinationen sind möglich. Die Diagnose
kann zum Beispiel lauten: T2 N1
M0 oder T3 N0 M0. Je nach Kombination ergibt sich ein anderes
Krankheitsstadium.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
19
Stadieneinteilung beim Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs)
Beim Kolonkarzinom wird die TNMEinteilung in vier Stadien (I–IV)
zusammengefasst. Je weiter sich
die Krankheit im Körper ausgedehnt hat, desto höher ist die Ziffer und desto fortgeschrittener das
Stadium.
Stadium I
Tumorausdehnung bis T2, keine
Lymphknoten befallen, keine Metastasen nachweisbar.
Stadium II
T3 oder T4, keine Lymphknoten
befallen, keine Metastasen nachweisbar.
Stadium III
T1 bis T4, Lymphknotenbefall bis
N2, keine Metastasen nachweisbar.
Stadium IV
T1 bis T4, Lymphknotenbefall bis N2,
Fernmetastasen vorhanden (M1).
Mit zusätzlichen Grossbuchstaben
(z. B. IIA oder IIB) kann die Stadieneinteilung präzisiert werden.
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen
die Details gerne erklären.
20
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Querschnitt durch den Darm mit
verschiedenen Tumorstadien.
Stadieneinteilung beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs)
Auch beim Rektumkarzinom, das
sich in wesentlichen Punkten vom
Kolonkarzinom
unterscheidet,
wird die TNM-Klassifikation mit
den vier Stadien verwendet.
Ergänzend dazu wird aber vor der
Operation eine MagnetresonanzTomografie (MRI/MRT) gemacht,
um die Lage des Tumors genauer
zu bestimmen und zu beurteilen,
ob eine neoadjuvante Therapie
(siehe S. 26) notwendig ist.
Differenzierung der Krebszellen:
Tumorgrading
Für die Wahl der bestmöglichen Therapie wird neben der
TNM-Klassifikation in der Regel
auch das Krebsgewebe beurteilt.
Anhand der Gewebeproben wird
untersucht, wie stark die Krebszellen von den gesunden Zellen
abweichen, aus denen der Tumor
entstanden ist.
Auf diese Weise lässt sich abschätzen, wie langsam oder wie aggressiv der Tumor vermutlich wächst.
Je mehr die Krebszellen sich von
den gesunden Zellen unterscheiden (d. h. je weniger differenziert
sie sind), desto «bösartiger» und
schneller wachsend ist der Tumor. Fachleute sprechen vom Differenzierungsgrad oder englisch
«Grading».
Die Abweichung wird mit dem
Buchstaben «G» und Zahlen von
1 bis 3 ausgedrückt.
G1 Die Krebszellen sind den
gesunden Zellen noch
ziemlich ähnlich (noch gut
differenziert).
G2 Die Krebszellen unterscheiden sich deutlicher von den
gesunden Zellen (mässig
differenziert).
G3 Die Krebszellen sind den
gesunden Zellen kaum noch
ähnlich (wenig differenziert)
und daher aggressiver wachsend als G1 und G2.
Wenn keine Biopsie gemacht wird,
kann das Tumorgewebe erst nach
der Operation untersucht werden.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
21
22
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Allgemeines zur Therapie
Ausschlaggebend für die Wahl der
Therapie sind vor allem:
> Art, Ausdehnung und Grösse
des Tumors.
> Lage des Tumors: In welchem
Teil des Dickdarms befindet
er sich? Liegt er im Enddarm
oder im Bereich des Schliessmuskels (Anus)?
> Das Krankheitsstadium (siehe
S. 20): Ist der Tumor lokal
begrenzt? Sind Lymphknoten
befallen? Haben sich Metastasen in anderen Organen
gebildet? Ist der Tumor operabel?
> Die Eigenschaften (z. B. Zelltyp) des bei der Biopsie oder
Operation entnommenen
Tumorgewebes.
> Der allgemeine Gesundheitszustand, die persönliche
Einstellung und das Alter des
Patienten, der Patientin.
Die Wahl
der Behandlung
Die Therapie muss interdisziplinär geplant und überwacht werden. Das heisst, dass Ärztinnen
und Ärzte verschiedener Fachdisziplinen in so genannten Tumorboards die Situation gemeinsam
beurteilen, um Ihnen die für Sie
am besten geeignete Behandlung
empfehlen zu können.
Bei kolorektalen Karzinomen
sind dies vor allem Ärztinnen
und Ärzte der folgenden Fachgebiete
> Gastroenterologie: Krankheiten
der Verdauungsorgane
> Pathologie: Gewebeuntersuchung
> Viszeralchirurgie: Chirurgie
der Bauchorgane
> Onkologie: Medikamentöse
Tumortherapie, unterstützende
Massnahmen, Behandlungskoordination, Nachsorge bei
Krebs
> Radioonkologie: Strahlentherapie
Manchmal beteiligen sich
auch Fachleute der
> Hepatologie: Leber- und
Gallenwegserkrankungen
> Urologie: Erkrankungen
der harnbildenden und harnableitenden Organe sowie
der männlichen Geschlechtsorgane
> Radiologie und Nuklearmedizin: Bildgebende Verfahren für Diagnose und Therapie
> Stomatherapie: Beratung
und Pflege vor und nach der
Anlage eines künstlichen
Darmausgangs
Dickdarm- und Enddarmkrebs
23
Sie entscheiden mit
Es ist sinnvoll, wenn Sie die
Behandlungsvorschläge mit den
jeweiligen Fachspezialisten besprechen. In einzelnen Spitälern
und Behandlungszentren werden
die Behandlungsschritte von einer
Fachperson koordiniert.
Sie können zu jedem Zeitpunkt
Fragen stellen, einen früheren
Entscheid hinterfragen oder eine
Bedenkzeit verlangen. Wichtig ist,
dass Sie einer Massnahme erst
dann zustimmen, wenn Sie über
das genaue Vorgehen sowie die
möglichen Konsequenzen und
Nebenwirkungen umfassend informiert worden sind.
Sie haben das Recht, eine Behandlung abzulehnen. Lassen Sie sich erklären, welchen Verlauf die Tumorerkrankung ohne diese Behandlung nehmen könnte.
Sie können auch den behandelnden Ärztinnen und Ärzten allein
die Therapiewahl überlassen. Für
eine Operation oder Therapie
braucht es allerdings immer Ihre
Einwilligung.
24
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Lassen Sie sich begleiten
und beraten
Nehmen Sie sich genügend Zeit
für die Besprechung der Therapie
und für Fragen, die Sie dazu haben.
Es ist empfehlenswert, sich zu Besprechungen mit der Ärztin oder
dem Arzt von einem Angehörigen
oder einer anderen Person Ihres
Vertrauens begleiten zu lassen.
Schreiben Sie sich die Fragen
zu Hause in Ruhe auf, damit Sie
während der Besprechung keine
vergessen.
Sie können auch Ihren Hausarzt
beiziehen oder eine fachärztliche
Zweitmeinung einholen. Ihr untersuchender oder behandelnder
Arzt wird dies nicht als Misstrauen
verstehen, sondern als Ihr Recht
anerkennen.
Vielleicht haben Sie auch das
Bedürfnis, über die psychische
Belastung der Krankheitssituation
zu sprechen. Dafür gibt es die
psychoonkologische Beratung. In
einer solchen Beratung kommen
Aspekte im Zusammenhang mit
der Krankheit zur Sprache, die über
medizinische Fragen hinausgehen,
zum Beispiel Ängste oder soziale
Probleme (siehe auch S. 52).
Getrauen Sie sich zu fragen
>Was kann ich von der vorgeschlagenen Behandlung erwarten? Kann sie meine
Lebenszeit verlängern? Verbessert sie meine Lebensqualität?
>Welche Vor- und Nachteile hat die Behandlung?
>Wie viel Erfahrung hat das Spital in der Behandlung von kolorektalen Karzinomen? Wie viele kolorektale Karzinome haben die behandelnden Chirurgen
oder Chirurginnen schon operiert? Diese Fragen sind wichtig, da die Erfahrung
der beteiligten Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonen den Krankheitsverlauf
beeinflussen und die Lebensqualität verbessern kann.
>Welche Komplikationen können bei der Operation auftreten?
>Mit welchen Risiken und Nebenwirkungen muss ich rechnen? Sind diese
vorübergehend oder dauerhaft? Was lässt sich dagegen tun?
>Werde ich normal essen und verdauen können? Worauf muss ich achten?
>Ist eine Operation möglich, ohne dass ein künstlicher Darmausgang angelegt
werden muss?
>Werde ich normal ausscheiden können, wenn kein künstlicher Darmausgang
angelegt werden muss?
>Wenn ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss: Wird eine Geruchsbelästigung entstehen, die für andere störend ist? Wer lehrt mich den Umgang
mit dem Stoma (siehe S. 35 f.)? Soll der künstliche Darmausgang nur vorübergehend oder dauerhaft angelegt werden?
>Welchen Einfluss hat die Behandlung auf meine Fruchtbarkeit und meine
Sexualität?
>Welche zusätzlichen Beschwerden können auftreten, wenn auch andere Organe
wie die Leber vom Tumor befallen sind oder bei der Operation verletzt werden?
>Wie wirken sich Krankheit und Behandlung voraussichtlich auf meinen Alltag,
auf mein Umfeld, meine Arbeitssituation, auf mein Wohlergehen aus?
>Was kann es für meine Lebenszeit und meine Lebensqualität bedeuten, wenn
ich auf gewisse Behandlungen verzichte?
>Gibt es Alternativen zur vorgeschlagenen Behandlung?
>Werden die Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen?
Dickdarm- und Enddarmkrebs
25
Therapieprinzipien
Je nach Tumor und Stadium der
Erkrankung ändern sich die Therapieprinzipien.
Kurativ
(von lat. curare = heilen, pflegen)
Das bedeutet, dass die Therapie
auf Heilung ausgerichtet werden
kann.
Eine kurative Therapie wird bei
kolorektalen Karzinomen in der
Regel dann angestrebt, wenn der
Tumor und allfällig vorhandene
Metastasen operativ vollständig
entfernt werden können.
Doch auch wenn das vom Tumor
befallene Gewebe vollständig entfernt werden kann, bedeutet das
im Falle von Krebs nicht unbedingt eine längerfristige Tumorfreiheit oder Heilung. Das Risiko
eines Rückfalls (Rezidivs) bleibt
bestehen.
Deshalb werden vor oder nach einer
Operation oft zusätzlich eine medikamentöse Tumortherapie und/
oder eine Bestrahlung erwogen.
Symptomlindernd, palliativ
(von lat. palliare = umhüllen, einen
Mantel anlegen)
Wenn eine Heilung eher unwahrscheinlich ist, kann die Progres-
26
Dickdarm- und Enddarmkrebs
sion, d. h. das Fortschreiten der
Krankheit, oft bis zu einem gewissen Grad hinausgezögert werden. Manchmal ist es möglich,
die Krankheit für längere Zeit in
Schach zu halten.
Im Vordergrund steht die Lebensqualität: Mittels medizinischer,
pflegerischer, psychologischer und
seelsorgerischer Massnahmen
können Krankheitssymptome und
Beschwerden wie Schmerzen,
Ängste, Müdigkeit, Probleme
mit der Ernährung etc. gelindert
werden.
Überlegen Sie sich in einer solchen Situation, vielleicht zusammen mit einer Psychoonkologin,
was Lebensqualität für Sie bedeutet, und sprechen Sie mit Ihrem
Behandlungsteam darüber. So
können die Massnahmen gezielt
auf Sie abgestimmt werden.
Neoadjuvant/präoperativ
(von griech. néos = neu und lat.
adiuvare = unterstützen, helfen)
Darunter versteht man Therapien
(Chemotherapie, Strahlentherapie,
Immuntherapie), die vor der Operation durchgeführt werden. Damit
kann der Tumor verkleinert werden, was seine vollständige Entfernung erleichtert oder erst ermöglicht.
Bei kolorektalen Karzinomen werden diese Verfahren vor allem
bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen im Enddarm (Rektum)
durchgeführt.
Adjuvant
(von lat. adiuvare = unterstützen,
helfen)
So werden zusätzliche Therapien
(Chemotherapie, Radiotherapie)
bezeichnet, die nach der Operation allfällige noch vorhandene
Krebszellen zerstören sollen.
Auch mikroskopisch kleine Metastasen (Mikrometastasen) können
dabei abgetötet werden. Dadurch
wird das Risiko eines Rezidivs, d. h.
eines erneuten Tumorwachstums,
verringert sowie das Fortschreiten
der Krankheit verzögert.
Umgang mit unerwünschten Wirkungen
Operation, Bestrahlung und medikamentöse Tumortherapien unterscheiden sich in ihrer Wirkung
und in ihren Nebenwirkungen.
Bei der Beschreibung der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten
ab Seite 31 gehen wir näher darauf ein.
Ob und in welcher Form Nebenwirkungen auftreten und wie stark
sie sind, ist individuell sehr verschieden. Es gibt unerwünschte
Wirkungen, die während der Therapie spürbar sind und später abklingen, andere machen sich erst
nach Abschluss der Behandlung
bemerkbar.
Einige unerwünschte Wirkungen,
zum Beispiel Entzündungen, Infektionen, Nervenstörungen oder
Hautreaktionen, treten nur bei ganz
bestimmten Therapien auf. Möglicherweise werden Sie also nie
davon betroffen sein. Ihr Behandlungsteam wird Sie entsprechend
informieren.
Viele Nebenwirkungen können
mit Medikamenten oder pflegerischen Massnahmen behandelt
werden (siehe S. 39, Begleitmedikamente) und lassen im Verlauf
von Tagen, Wochen oder Monaten
nach. Es ist wichtig, dass Sie Ihr
Behandlungsteam informieren,
wenn Sie Beschwerden haben,
damit die nötigen Massnahmen
eingeleitet werden können.
Besonders in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist es
ratsam, den zu erwartenden Behandlungserfolg und die damit
verbundenen, unerwünschten Wirkungen sorgfältig gegeneinander
abzuwägen.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
27
Wichtig
> Manche Beschwerden wie
Schmerzen oder Übelkeit sind
voraussehbar. Um sie zu
mildern, erhalten Sie –
abhängig von der gewählten Therapie – schon vor der
Behandlung Begleitmedikamente. Es ist wichtig, diese
nach Vorschrift einzunehmen.
> Sprechen Sie mit Ihrem
Behandlungsteam, bevor
Sie zu selbst gewählten Produkten greifen. Das gilt auch
für Salben, komplementärmedizinische Medikamente
und Ähnliches. Auch wenn
diese «natürlich» sind oder
harmlos erscheinen, könnten
sie die Wirkung der Tumortherapie beeinflussen.
> Ihr Behandlungsteam wird
Sie beraten, wenn Sie komplementäre Massnahmen
wünschen.
Zahlreiche Krebsliga-Broschüren
(siehe S. 54 f.) befassen sich mit
den gängigen Krebstherapien und
den Auswirkungen von Krankheit
und Therapie und geben Hinweise,
wie Sie mit unerwünschten Wirkungen umgehen können.
28
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Auswirkungen auf
die Sexualität
Sprechen Sie vor einer Operation
im Beckenbereich und vor einer
Radio- oder Chemotherapie unbedingt mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin
darüber, ob Sie mit einer Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit bzw. der Fruchtbarkeit rechnen müssen.
Auswirkungen auf den Mann
Dick- und Enddarm liegen in unmittelbarer Nähe der Harn- und
Geschlechtsorgane (Urogenitalorgane). Die Nerven, die entlang
von Blase und Prostata verlaufen
und für eine Erektion mitverantwortlich sind, können bei einer
Operation im Becken verletzt werden, was die Erektionsfähigkeit
einschränkt. Sollte dies nach der
Operation auftreten, scheuen Sie
sich nicht, den Arzt darauf anzusprechen, da mit Medikamenten
eventuell eine Verbesserung erzielt werden kann.
Nach einer Chemotherapie oder
nach einer Bestrahlung im Beckenbereich kann es zu einer vorübergehenden oder sogar einer bleibenden Zeugungsunfähigkeit kommen.
Falls Sie Ihre Familienplanung
noch nicht abgeschlossen haben,
ist es empfehlenswert, Spermien
vor Therapiebeginn einzufrieren
(Kryokonservierung), so dass später
eine Vaterschaft noch möglich ist.
Auswirkungen auf die Frau
Bei Frauen kann nach einer Bestrahlung des Beckens oder nach
einer Chemotherapie die Menopause vorzeitig eintreten und
(behandelbare) Wechseljahrbeschwerden auslösen. Abhängig
von Alter und Therapie erholen
sich die Eierstöcke allenfalls mit
der Zeit wieder und eine Schwangerschaft kann möglich werden.
Verhütung
Während einer Krebstherapie
und eine gewisse Zeit nach deren
Abschluss muss verhütet werden,
auch wenn Fruchtbarkeit oder
Zeugungsfähigkeit eingeschränkt
sind. Die Behandlungen (Chemotherapie und Radiotherapie) könnten das Risiko von Missbildungen
beim Fötus erhöhen. Ihr Arzt,
Ihre Ärztin wird Sie entsprechend
informieren.
Mehr über Krebs und
Sexualität …
… erfahren Sie in den entsprechenden Broschüren der Krebsliga
(siehe S. 54).
Auswirkungen
auf die Stuhl- und
Harnkontinenz
Operationen und zum Teil auch
Bestrahlungen im Beckenbereich
können dazu führen, dass der
Beckenboden oder Nerven, die
gewisse Reflexe beim Stuhl- und
Harndrang steuern, geschwächt
werden. Betroffene verlieren dann
zuweilen ungewollt Stuhl und/
oder Harn, d. h. sie sind teilweise
inkontinent.
Heute können solche Auswirkungen meistens vermieden werden;
sie sind aber nicht völlig auszuschliessen, vor allem dann nicht,
wenn der Tumor tief im Enddarm
sitzt und in den Sphinkter (Schliessmuskel) hineingewachsen ist.
Es ist wichtig, dass Sie sich
fachärztlich beraten lassen, falls
solche Schwierigkeiten bei Ihnen
auftreten, denn in vielen Fällen
sind sie beeinflussbar.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
29
30
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Behandlungsmöglichkeiten
bei kolorektalen Karzinomen
Die hauptsächlichen Behandlungsverfahren bei den kolorektalen
Karzinomen sind:
> die Chirurgie (Operation);
> die Strahlentherapie (Radiotherapie);
> medikamentöse Tumortherapien (Chemotherapie,
Antikörpertherapie);
> die Radiochemotherapie,
d. h. eine Kombination von
Chemotherapie und Strahlentherapie;
> physikalische Therapien
wie Kryo- (Kälte-), Thermo(Wärme-), Hochfrequenz- und
Laserverfahren bei Lebermetastasen.
Diese Behandlungen werden einzeln oder kombiniert angewandt,
jedoch oft nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Eine gleichzeitige Anwendung könnte zu stärkeren Nebenwirkungen führen.
Operation
Bei einem kolorektalen Karzinom
ist die chirurgische Entfernung
des Tumors und des befallenen
Gewebes die Therapie erster Wahl
und entscheidend für die Heilungschancen.
Das Ziel ist es, das Tumorgewebe
möglichst vollständig und mit
einem genügend grossen Sicherheitsrand aus gesundem Gewebe
zu entfernen (siehe auch Kasten
S. 34).
Wegen der unmittelbaren Nähe
zu den Sexualorganen, zur Blase,
zum Harnleiter und zur Harnröhre
erfordert dies vom Chirurgen grosses Können und breite Erfahrung.
Es ist anspruchsvoll, das Tumorgewebe vollständig (kurativ, siehe
S. 26) zu entfernen und trotzdem
die Funktion des Darms, des
Schliessmuskels und der erwähnten Nachbarorgane zu erhalten.
Die Viszeralchirurgie ist der darauf
spezialisierte Fachbereich.
Es ist daher empfehlenswert, ein
entsprechendes Behandlungszentrum zu wählen.
Chirurgisches Vorgehen
Aufgrund der diagnostischen Untersuchungen steht häufig schon
vor der Operation fest, ob die Kontinenz, d. h. die Fähigkeit, den Stuhl
eine gewisse Zeit zurückzuhalten,
erhalten werden kann und die normale Stuhlausscheidung danach
weiterhin möglich sein wird.
Bei einem Kolonkarzinom ist dies
heute meistens möglich. Hingegen muss jeder fünfte Patient mit
einem Rektumkarzinom damit
rechnen, dass ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt werden muss (siehe S. 35 f.).
Dickdarm- und Enddarmkrebs
31
Operation bei Dickdarmkrebs
Die Operation ist die Therapie
erster Wahl. In einem frühen
Krankheitsstadium ist die Operation ausschlaggebend für die Heilung. Der tumorbefallene Darmteil
wird zusammen mit den zugehörigen Blut- und Lymphbahnen
mit einem Sicherheitsabstand entfernt.
1
2
6
5
4
7
3
9
8
10
Die Verdauungsorgane
1 Speiseröhre (Oesophagus)
2Magen
3 Dünndarm (Jejunum und Ileum)
4 Blinddarm (Caecum) mit Wurmfortsatz
(Appendix)
5 aufsteigender Dickdarm auf rechter Körper
seite (Colon ascendens)
6 querliegender Dickdarm (Colon
transversum)
7 absteigender Dickdarm auf linker Körper
seite (Colon descendens)
8 S-förmiger Teil des Dickdarms:
Sigma (Colon sigmoideum)
9 End- oder Mastdarm (Rectum)
10 Schliessmuskel (After, Anus)
32
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Je nachdem, welcher Darmteil
entfernt werden muss, spricht
man von rechter Hemikolektomie
(aufsteigender Dickdarm), Transversumresektion (querliegender
Dickdarm), linker Hemikolektomie
(absteigender Dickdarm) oder Sigmaresektion (S-förmiger Teil des
Dickdarms.
Wird der Dickdarm vollständig
entfernt, wie es bei bestimmten
Fällen von familiärer Polypose
(FAP, siehe S. 11) nötig ist, spricht
man von «totaler Kolektomie».
Oft ist es möglich, den Tumor
vollständig zu entfernen (R0Resektion, siehe S. 34). Da eine
vollständige Resektion bei Kolonkarzinomen häufiger und einfacher
erreicht wird, ist das Risiko eines
Lokalrezidivs (Rückfall an der Stelle
des Ersttumors) beim Kolonkarzinom geringer als beim Rektumkarzinom.
Sind bereits Metastasen vorhanden, muss im Einzelfall abgewo-
gen werden, ob eine Operation
angebracht bzw. der Tumor im
Darm vollständig entfernbar ist.
Ein wichtiges Ziel ist es dann, die
Darmpassage aufrechtzuerhalten.
Operation bei Enddarmkrebs
Die Operation ist in frühen Krankheitsstadien die Therapie erster
Wahl. Die vollständige Entfernung
des Tumors (R0-Resektion, siehe
S. 34) ist jedoch nicht ganz so oft
möglich wie beim Kolonkarzinom.
Wann immer möglich wird versucht, den Schliessmuskel und die
Kontinenz zu erhalten und damit
die Anlage eines Stomas zu umgehen. Je näher der Tumor beim
Schliessmuskel lokalisiert ist, desto schwieriger ist dies.
In gewissen Fällen kann – unabhängig vom Krankheitsstadium –
der Tumor vor der Operation mittels einer Radiotherapie oder einer
kombinierten Radiochemotherapie verkleinert werden.
Dies ermöglicht eine schonendere Operation, sodass der Anus
(Schliessmuskel) erhalten werden
kann und kein Stoma angelegt
werden muss.
Bei einem nicht oder nicht vollständig operablen Tumor im Enddarm kann die Anlage eines Stomas (siehe S. 35 f.) nötig sein.
Falls ein Darmverschluss (Ileus)
droht, können so genannte Stents
(dehnbare Metallröhrchen) eingesetzt werden, die den Darm «offen» halten und die Stuhlpassage
ermöglichen.
Die im Kapitel über Lebermetastasen beschriebenen Verfahren
(siehe S. 44 f.) können auch Darmverschlüssen vorbeugen und Beschwerden lindern.
Je nach Situation wird mit einer
anderen Technik operiert: mittels
Bauchschnitt, vom Damm her,
durch den Anus (transanal) oder
laparaskopisch (videoüberwachte
«Schlüsselloch»-Chirurgie ohne
Eröffnung des ganzen Bauchraumes).
Je nach Ausgangslage wird ein
längerer oder kürzerer Darmteil
entfernt. Gleichzeitig wird in der
Regel angrenzendes Binde- bzw.
Fettgewebe mit den dazugehörigen Gefässen und Lymphknoten
(das so genannte Mesokolon bzw.
Mesorektum) entfernt.
Ihre Fachärzte und -ärztinnen werden mit Ihnen zusammen klären,
welcher Eingriff für Sie sinnvoll ist.
Während der Operation wird der
Bauchraum genau untersucht.
Vereinzelt vorhandene Lebermetastasen werden, sofern sie auf-
Dickdarm- und Enddarmkrebs
33
grund ihrer Zahl, Grösse und Lage
operabel sind, sogleich entfernt.
Die Leber ist ein anpassungsfähiges Organ; auch wenn Teile
fehlen, ist sie noch funktionstüch-
tig. Noch vorhandene oder später
auftretende Lebermetastasen können je nach Situation entweder
wieder chirurgisch oder mit andern Verfahren reduziert oder entfernt werden (siehe S. 44 f.).
Resektion
Das vollständige Entfernen eines Tumors ist ausschlaggebend für
die Heilungschancen.
Nach der Operation – man spricht auch von Resektion (von lat.
resectio = wegschneiden) – wird analysiert, ob der Tumor ganz
entfernt werden konnte. Mit dem Buchstaben R wird bezeichnet,
ob ein Resttumor (Residualtumor) vorhanden ist:
R0 Der Tumor konnte mit einem Sicherheitsabstand im gesunden
Gewebe entfernt (reseziert) werden und es ist kein Resttumor
nachweisbar.
R1 Der Tumor reicht bis an den Rand des entfernten Gewebes,
das heisst, es könnte mikroskopisch kleines restliches Tumorgewebe vorhanden sein.
R2 Resttumor ist vorhanden und von blossem Auge erkennbar.
Auch nach einer R0-Resektion besteht das Risiko, dass sich noch
vorhandene, aber nicht nachweisbare Tumorzellen weiter vermehren und mit der Zeit zu einem Rückfall (Lokalrezidiv) und/oder
zu Metastasen führen.
Um dieses Risiko zu vermindern, folgt auf die Operation je nach
Situation eine Chemotherapie, manchmal auch eine Strahlentherapie.
Insbesondere bei einem Rektumkarzinom kann der Tumor vor
der Operation (neoadjuvant) mittels einer Radiochemotherapie
verkleinert werden, damit er besser operierbar ist und der Schliessmuskel allenfalls erhalten werden kann.
34
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Die beiden Darmteile werden am
Ende der Operation wieder miteinander verbunden, sodass die
Darmpassage nach einer gewissen Zeit wieder normal funktionieren kann.
Manchmal wird jedoch vorübergehend ein Stoma (siehe Abschnitt
«Künstlicher Darmausgang») angelegt, damit der Darm sich erholen kann.
In diesem Fall werden die beiden
Darmteile nach einigen Wochen,
wenn der Heilungsprozess im
Darm abgeschlossen ist, wieder
zusammengenäht.
Das entnommene Gewebe wird
genau untersucht, um festzustellen, wie tief der Tumor in die
Darmwand eingedrungen ist und
ob Lymphknoten befallen sind.
Unter Umständen verändert sich
aufgrund der Ergebnisse die Ausgangslage und das Krankheitsstadium muss neu definiert werden.
Je nach Situation und Ergebnis
folgen auf die Operation weitere
Therapien.
Nach der Operation fehlt ein kleinerer oder grösserer Darmabschnitt.
Doch selbst nach Entfernung eines
grösseren Darmsegments sind
bleibende Verdauungsstörungen
selten.
Künstlicher
Darmausgang (Stoma)
Je nach Darmteil, der entfernt
werden musste – vor allem nach
der Entfernung eines nahe am
Darmausgang gelegenen Enddarmkrebses – kann der Stuhl
Stomaberatung
Wenn immer möglich, sollten Sie schon vor der Operation darüber
informiert werden, ob sich bei Ihnen die Anlage eines Stomas
abzeichnet. Erkundigen Sie sich danach, und fragen Sie auch nach
einem Stomatherapeuten, einer Stomatherapeutin. Diese Fachpersonen leiten Sie an, den Umgang mit dem Stoma mit der Zeit
selbstständig zu handhaben.
In den Krebsliga-Broschüren «Die Colostomie» und «Die Ileostomie»
(siehe S. 54) und bei der Selbsthilfeorganisation ilco (siehe S. 53)
erfahren Sie mehr darüber, dass und wie sich mit einem Stoma
leben lässt und wer Sie dabei unterstützen kann.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
35
nicht mehr auf natürlichem Weg
ausgeschieden werden. In solchen
Fällen wird durch die Bauchdecke
ein bleibender künstlicher Darmausgang, ein so genanntes Stoma
(griech. = Mund, Öffnung) angelegt.
Es ist auch möglich, dass der Chirurg Ihnen einen künstlichen Darmausgang vorschlägt, um die neue
Darmverbindung zu schützen. In
einer solchen Situation wird das
Stoma nach einigen Wochen wieder zurückverlegt, das heisst, das
Stoma bleibt nur für eine bestimmte Zeit.
Die Radiotherapie wird meistens
mit einer Chemotherapie kombiniert oder ergänzend zu einer Operation eingesetzt. Sie wird je nach
Situation neoadjuvant/präoperativ,
adjuvant oder palliativ angewendet
(siehe S. 26 f.) und kommt vor allem
beim Rektumkarzinom, seltener
beim Kolonkarzinom zum Einsatz.
Manchmal kann sie auch anstelle
einer Operation eingesetzt werden.
Ein Stoma kann sowohl vorübergehend als auch dauerhaft sein.
Dank verbesserter chirurgischer
Techniken sind bleibende Stomata
seltener geworden und nur noch
bei ca. 20% aller Patienten mit
Enddarmkrebs notwendig.
Bestrahlung von aussen
(perkutane Radiotherapie)
Die Strahlen werden in der Regel
von aussen (perkutan, d. h. durch
die Haut) und von verschiedenen
Seiten auf den Tumor und die umliegenden Lymphknoten gerichtet.
Es gibt unterschiedliche Techniken
zur Anlage eines Stomas. Mehr
darüber erfahren Sie in unseren
Broschüren (siehe Kasten S. 35).
Zuvor werden anhand einer Computertomografie meist mehrere
Bestrahlungsfelder exakt bezeichnet, damit umliegende gesunde
Organe (z. B. Dünndarm, Blase,
Geschlechtsorgane) möglichst optimal geschont werden können.
Die technischen Fortschritte der
letzten Jahre tragen viel dazu bei.
Strahlentherapie
(Radiotherapie)
Eine Strahlentherapie schädigt die
Krebszellen, sodass sich diese nicht
mehr teilen und vermehren können und in der Folge absterben.
Die Strahlen wirken aber auch auf
gesunde Zellen, was vorüberge36
hend zu unerwünschten Wirkungen führen kann. Im Gegensatz zu
den Krebszellen erholen sich die
gesunden Zellen meist wieder.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Der Patient oder die Patientin geht
während sechs bis acht Wochen
fünfmal pro Woche zur Radiotherapie. Die einzelnen Sitzungen
dauern nur wenige Minuten.
Intraoperative Radiotherapie IORT
Bei dieser Bestrahlungsart wird
Tumorgewebe beim geöffneten
Bauch (also nicht von aussen) bestrahlt und zerstört.
Bestrahlung von innen
(Brachytherapie)
In seltenen Fällen kann auch von
innen bestrahlt werden. Dabei
werden die Strahlenquellen direkt
im Tumorgewebe, in dessen unmittelbarer Nähe bzw. im betroffenen Organ platziert.
Diese Bestrahlungstechnik wird als
Brachytherapie (griech. brachys =
kurz) oder interstitielle Brachytherapie (lat. interstitium = Zwischenraum) bezeichnet.
Brachytherapien können nur in
ausgewählten Zentren und unter
ganz bestimmten Voraussetzungen auf Kosten der Grundversicherung durchgeführt werden.
Mögliche unerwünschte
Wirkungen
Es kann zu Durchfall, Blähungen,
Schmerzen beim Wasserlassen,
Hautveränderungen im Bereich
des Damms (zwischen Anus und
Penisansatz bzw. Vagina), Schleimhautproblemen (Darm) oder Vernarbungen kommen; Bestrahlungen im Beckenbereich können
Fruchtbarkeit oder Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen.
Ob und wie stark Nebenwirkungen
auftreten, hängt von der Lage und
Grösse des Tumors und von der
Strahlendosis ab. Ihr Radioonkologe oder Ihre Radioonkologin
wird Sie entsprechend beraten.
Medikamentöse
Therapien
Chemotherapie mit Zytostatika
Darunter versteht man eine Behandlung mit zellschädigenden
oder wachstumshemmenden Medikamenten, so genannten Zytostatika (griech. zyto = Zelle, statikós
= Stillstand).
Zytostatika bewirken, dass sich die
schnell wachsenden Krebszellen
nicht mehr teilen und sich somit
nicht weiter vermehren können.
Dabei werden allerdings auch gesunde, schnell wachsende Zellen
geschädigt, zum Beispiel Zellen
des blutbildenden Systems (Knochenmark), Haarzellen, Zellen der
Schleimhäute (auch jener in Magen
und Darm), Samen- und Eizellen.
Dies ist die Hauptursache für die
verschiedenen Nebenwirkungen
einer Chemotherapie. Während
die Krebszellen absterben, können
sich gesunde Zellen meistens
wieder erholen, sodass die unerwünschten Wirkungen nach der
Behandlung wieder zurückgehen
oder verschwinden.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
37
Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant. Im Gegensatz zur
Bestrahlung, die lokal wirkt, gelangen Zytostatika via Blut in den
ganzen Körper, d. h., sie wirken
systemisch.
Je nach Krebskrankheit werden
unterschiedliche Zytostatika eingesetzt; es gibt über hundert verschiedene. Bei Darmkrebs werden
häufig mehrere Zytostatika miteinander kombiniert. Sie werden
alle zwei bis drei Wochen verabreicht, teils als Infusion, teils oral,
d. h. in Tablettenform. Damit kann
die Einlage eines Port-a-Cath (d. h.
eines implantierbaren Kathetersystems) umgangen werden.
Mögliche unerwünschte
Wirkungen
Die Therapie mit Zytostatika kann
verschiedene Nebenwirkungen
haben:
> Veränderungen des Blutbildes,
was eventuell das Infektionsund Blutungsrisiko erhöhen
oder zu allgemeiner Erschöpfung führen kann;
> Störungen der Herztätigkeit;
>Schleimhautprobleme;
>Hautausschläge;
> Gefühlsstörungen in Händen
und Füssen;
> Appetitlosigkeit, Übelkeit,
Magen-/Darmbeschwerden;
> Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder der Zeugungsfähigkeit;
38
Dickdarm- und Enddarmkrebs
> stellenweiser oder grossflächiger Verlust von Haaren,
die allerdings nach Absetzen
der Therapie wieder nachwachsen.
Generell hängen die Nebenwirkungen eng mit dem Medikamententyp, der Dosierung und der
Verabreichungsform zusammen.
Ihr Onkologe oder Ihre Onkologin
wird Sie entsprechend informieren und beraten.
Antikörpertherapie
Antikörper sind natürliche Bestandteile des körpereigenen Immunsystems, die dazu dienen,
Krankheitserreger zu bekämpfen.
Gewisse Antikörper können heute auch im Labor hergestellt und
als Medikamente eingesetzt werden. Sie beeinflussen das Immunsystem und werden deshalb auch
als Immuntherapien bezeichnet.
An ihrer Oberfläche weist jede Zelle unterschiedliche Bindungsstellen auf, so genannte Rezeptoren,
die je ein bestimmtes lebensnotwendiges Signal empfangen können. Signal und Rezeptor passen
zueinander wie ein Schlüssel in
ein Schloss. Gelingt es, den Rezeptor zu beeinträchtigen, erhält
die Zelle das betreffende Signal
nicht mehr.
Begleitmedikamente und -massnahmen
Gegen krankheits- und therapiebedingte Symptome wie Übelkeit
und Erbrechen, Durchfall und Verstopfung, Fieber und Infektionen,
Atemnot, Schmerzen, schlechte Blutwerte kann der Arzt oder die
Ärztin verschiedene zusätzliche Medikamente oder Massnahmen –
auch vorbeugend – verschreiben:
>Antiemetika gegen Übelkeit und Erbrechen.
>Antibiotika gegen bakterielle Infektionen.
>Antimykotika gegen Pilzbefall.
>Analgetika gegen Schmerzen.
>Massnahmen gegen Schleimhautentzündungen im Mund- und
Halsbereich (z. B. Spülungen, Mundpflege).
>Bluttransfusionen oder Medikamente bei Blutmangel oder
Transfusionen mit Blutplättchen bei Blutungsgefahr.
>Massnahmen (Hygiene, Medikamente) zur Unterstützung des
Immunsystems bei starkem Abfall weisser Blutkörperchen
(Leukopenie, Neutropenie).
>Bisphosphonate gegen Knochenschwund (Osteoporose).
>Kortisonpräparate, u. a. zur Verhütung von allergischen
Reaktionen und gegen Übelkeit.
Bitte befolgen Sie diese Verordnungen und beachten Sie auch
den Abschnitt «Umgang mit unerwünschten Wirkungen» auf
Seite 27.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
39
40
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Auch eine Krebszelle braucht für
ihr Wachstum Sauerstoff, Nährstoffe und bestimmte Signalstoffe, damit sie sich entwickeln
kann. Wird dieser Mechanismus
gestört, kann die Zelle nicht mehr
wachsen oder sie stirbt ab.
Antikörpertherapien beruhen auf
Substanzen, die einen solchen
spezifischen, für das Wachstum
wesentlichen Rezeptor blockieren
und damit der Zelle eine Lebensgrundlage entziehen können.
Es gibt verschiedene Wirkstoffe
und Wirkungsweisen:
Tumor-Wachstums-Blocker
Ein ganz bestimmter Antikörper
blockiert einen Rezeptor, der sich
bei etwa 70% der Betroffenen auf
der Oberfläche der Dickdarmkrebszellen befindet. Über diesen
Rezeptor wird die Krebszelle üblicherweise zum Wachstum angeregt. Wird er blockiert, kann die
Zelle das Signal zum Wachstum
nicht mehr empfangen.
diffuse Schmerzen, Übelkeit und
allgemeine Schwäche auftreten.
Angiogenese-Hemmer
Ein bestimmter Antikörper, ein so
genannter Angiogenese-Hemmer,
unterdrückt die Neubildung von
Blutgefässen in gutartigem wie
auch bösartigem Gewebe (griech.
Angiogenese = Gefässentstehung).
Krebszellen geben normalerweise
Substanzen in die Blutbahn ab, um
Blutzellen dazu anzuregen, neue
Blutgefässe zum Tumor zu bilden.
Damit «sichern» sich die Krebszellen ihre Versorgung mit Blut. Der
Angiogenese-Hemmer kann diesen Prozess entscheidend stören.
Als Nebenwirkungen der Angiogenese-Hemmer können Blutungen
(z. B. Nasenbluten), Magen-DarmStörungen (vor allem Durchfall),
Blutdruckanstieg, Thrombosen/
Embolien, diffuse Schmerzen,
allgemeine Schwäche und Wundheilungsstörungen auftreten.
Am entnommenen Gewebe kann
untersucht werden, ob dieser Rezeptor bei Ihnen auf den Krebszellen vorhanden ist und ob diese
Therapie bei Ihnen sinnvoll ist.
Einige Antikörper sind in der
Schweiz auch für bestimmte Formen von Darmkrebs zugelassen;
sie werden in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie
eingesetzt und als Infusion verabreicht.
Als Nebenwirkungen der TumorWachstums-Blocker können Hautreaktionen (Akne), Konjunktivitis
(Bindehautentzündung), Durchfall,
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen
die Details gerne erklären.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
41
Welche Therapie bei welchem
Karzinom?
Therapie
von Dickdarmkrebs
• Näheres zur Stadieneinteilung
finden Sie auf Seite 19.
Die vollständige Entfernung (R0Resektion, siehe S. 34) des vom
Tumor befallenen Dickdarmteils
und des so genannten Mesokolons, d. h. des angrenzenden Binde-, Fett- und Lymphgewebes mit
den dazugehörigen Gefässen und
Lymphknoten, ist oberstes Therapieziel.
Abhängig davon, ob sich im Mesokolon bzw. in benachbarten
Lymphknoten Krebszellen finden,
folgen der Operation weitere Behandlungen.
Stadien I und II
In diesen beiden Stadien ist die
Behandlung mit der Operation in
der Regel abgeschlossen. Gelegentlich kann im Stadium II eine
unterstützende (adjuvante) medikamentöse Tumortherapie oder
eine Strahlentherapie erwogen
werden, um einem Wiederauftreten
des Tumors (Rezidiv) vorzubeugen.
Stadium III
Sind benachbarte Lymphknoten
befallen, ist auch das Risiko für die
spätere Bildung von Metastasen in
anderen Organen erhöht.
42
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Um dies zu verhindern oder hinauszuzögern, wird daher bei gutem
Allgemeinzustand des Patienten
bzw. der Patientin nach der Operation eine adjuvante medikamentöse Tumortherapie empfohlen.
Stadium IV
Haben sich in anderen Organen
bereits Metastasen gebildet, so
steht eine Operation als therapeutische Massnahme nicht im
Vordergrund.
Das Hauptaugenmerk liegt darauf,
die Körperfunktionen und die Lebensqualität möglichst zu erhalten
und Beschwerden zu lindern (palliative Behandlung).
Die Chemotherapie wird in dieser
Situation häufig mit einer Antikörpertherapie ergänzt, um das Tumorwachstum zu bremsen und die
Krankheit während einer gewissen Zeit in Schach zu halten.
Im Falle einer Blutung aus dem
Darm oder bei einer zunehmenden
Verengung des Darms durch den
Tumor kann auch im Stadium IV
eine Operation erwogen werden.
Nehmen die Schmerzen wegen
Metastasen zu, so bringt eine Radiotherapie häufig Linderung.
Nicht operierbare Lebermetastasen lassen sich durch andere Verfahren reduzieren oder entfernen
(siehe S. 44 f.).
Therapie
von Enddarmkrebs
• Näheres zur Stadieneinteilung
finden Sie auf Seite 19.
Stadium I
In der Regel ist nach erfolgter
R0-Resektion (siehe S. 34) die Behandlung abgeschlossen. Manchmal genügt eine Resektion, die
durch den After durchgeführt werden kann.
Stadium II und III
Die Therapie der Wahl ist eine
neoadjuvant/präoperative Radiochemotherapie zur Verkleinerung
des Tumors, sodass bei der Operation der Schliessmuskel und
die Kontinenz erhalten werden
können.
Die Resultate der verschiedenen
Untersuchungen bestimmen das
weitere therapeutische Vorgehen.
Je nachdem wird nach der Operation eine adjuvante Chemotherapie oder kombinierte Radiochemotherapie empfohlen, um allenfalls
noch vorhandene Tumorzellen zu
zerstören.
Stadium IV
Im Stadium IV, in welchem der Tumor schon Ableger (Metastasen)
gebildet hat, steht nicht die Operation, sondern eine Chemotherapie
als therapeutische Massnahme im
Vordergrund.
Die Chemotherapie wird in dieser
Situation häufig mit einer Antikörpertherapie ergänzt.
Ziel ist es, die Krankheit während
einer gewissen Zeit zum Stillstand
zu bringen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk darauf, die Körperfunktionen und die Lebensqualität
möglichst zu erhalten und Beschwerden zu lindern (palliative
Behandlung).
Eine Chemotherapie oder eine
kombinierte Radiochemotherapie
können zudem das Wachstum von
Tumorzellen bremsen und nicht
operable Tumoren verkleinern, sodass weniger Symptome wie zum
Beispiel Schmerzen auftreten (palliative Behandlung).
Nehmen die Schmerzen wegen
Metastasen zu, so bringt eine Radiotherapie häufig Linderung.
Nicht operierbare Lebermetastasen lassen sich mittels anderer Verfahren reduzieren oder entfernen.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
43
Therapie von
Lebermetastasen
Die kolorektalen Karzinome bilden sehr häufig Metastasen in der
Leber. Allerdings haben Betroffene oft keine Symptome und die
Metastasen werden erst im Rahmen der Nachsorge mittels CT
oder PET-CT entdeckt.
Je nach Ausmass der Lebermetastasierung besteht heute bei 20–30%
der Betroffenen eine Chance auf
eine erfolgreiche Behandlung.
Es gibt verschiedene Methoden,
um Lebermetastasen zu behandeln, die auch kombiniert angewendet werden:
> chirurgische Eingriffe;
> systemische, das heisst den
gesamten Körper betreffende,
medikamentöse Therapie;
> lokale Verfahren, die auf einen
begrenzten Raum beschränkt
sind;
>Bestrahlung.
Die
Behandlungsmöglichkeiten
werden von Fall zu Fall von den beteiligten Fachleuten in so genannten Tumorboards (siehe S. 23) diskutiert und das Vorgehen festgelegt.
Chirurgische Eingriffe
Wenn immer möglich werden Lebermetastasen operativ entfernt.
Voraussetzung dafür ist, dass die
Metastasen und alle Tumorzellen
44
Dickdarm- und Enddarmkrebs
im gesamten Körper vollständig
beseitigt werden können (R0-Resektion, siehe S. 34). Zudem muss
genügend funktionsfähige Restleber erhalten bleiben.
Manchmal kann aber nicht sofort
operiert werden, da die Metastasen zu gross sind. In solchen Fällen wird versucht, die Metastasen
vor der Operation mit einer neoadjuvanten Chemotherapie (siehe
S. 26) zu verkleinern, um einen chirurgischen Eingriff doch noch zu
ermöglichen.
Um sicherzustellen, dass die Leber
nach der Operation funktioniert, wird
zusätzlich die Pfortader (Portalvene)
verschlossen, was bewirkt, dass
sich ein Teil der Leber vergrössert.
Wird beispielsweise die Portalvene
der von Metastasen befallenen rechten Leberhälfte verschlossen, dann
vergrössert sich die linke Leberhälfte und wird funktionsfähiger.
Dies geschieht sogar dann, wenn in
dieser linken Leberhälfte vorher
auch schon Metastasen entfernt
wurden. Rund sechs bis zwölf Wochen nach dem Verschluss kann die
kranke Leberhälfte operiert werden.
Lebertransplantation
Sind Metastasen in der Leber vorhanden, ist eine Transplantation
nicht möglich. Eine Lebertransplantation erfordert eine Unterdrückung
der natürlichen Abwehrreaktionen
(Immunsuppression) gegen das
neue Organ. Dies würde zu einem
raschen Wachstum allenfalls noch
vorhandener Krebszellen führen.
Systemische Therapien
Nach einer Operation kommen
systemische Chemotherapien zum
Einsatz, um restliche Tumorzellen
zu zerstören und das Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) oder
von Metastasen zu verhindern
oder zu verzögern. In der Regel
werden die gleichen Medikamente
verabreicht wie beim Ausgangstumor (Primärtumor).
Die Chemotherapien können alleine
oder in Kombination mit einer Antikörpertherapie verabreicht werden.
Antikörpertherapien hemmen das
Wachstum der Tumorzellen (siehe
S. 38).
Lokale Therapien
Eine Operation von Lebermetastasen ist oft nicht möglich, vor allem
dann nicht, wenn es zu viele sind,
wenn sie sich medikamentös nicht
verkleinern lassen oder wenn sie
ungünstig liegen.
Dann können lokale Verfahren
zum Einsatz kommen:
> lokale Chemotherapien,
> abtragende Verfahren.
Sie haben zum Ziel, die Metastasen zu zerstören oder zumindest
ihr Volumen zu verringern. Manchmal kann danach sogar noch operiert werden.
Lokale Chemotherapie
Krebsmedikamente (Zytostatika)
werden über eine Infusionspumpe
direkt in die Leberarterie und damit in die Leber geleitet, wo sie auf
die Metastasen einwirken können.
Abtragende Verfahren
In bestimmten Fällen können die
Metastasen mit so genannten ablativen Verfahren (lat. ablatio =
Abtragung) behandelt werden.
Sie werden dabei nicht entfernt
(reseziert), sondern mit minimalen Eingriffen (minimal-invasiv)
im Körper zerstört.
Zur Verfügung stehen Wärmebehandlungen wie die Radiofrequenzablation (RFA), die Mikrowellenablation (MWA), die laserinduzierte
Thermotherapie (LITT) sowie die
Kryotherapie als Kältebehandlung.
Bei der RFA wird durch Radiofrequenzgeräte Hitze erzeugt.
Diese wird über Spezialsonden
mit feinen, fächerförmigen Drähten ins Gewebe geleitet und zerstört es.
Die MWA ist mit der RFA vergleichbar, allerdings werden hier Mikrowellen verwendet, um die Metastasen zu beseitigen
Bei der LITT wird Laserlicht über
eine Glasfaser zielgenau zur Metastase gesteuert, um sie zu zerstören.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
45
Bei der Kryotherapie werden Sonden in die Lebermetastasen eingeführt und das Gewebe wird «tiefgefroren». Es stirbt danach ab.
Bestrahlung
Die Bestrahlung spielt bei der Behandlung von Lebermetastasen
eine (noch) eher untergeordnete
Rolle. Mit den heutigen, immer
präziser werdenden Bestrahlungstechniken können allerdings hohe
Strahlendosen in eng begrenzten Bestrahlungsfeldern wirken.
Dadurch erhalten sie eine zunehmende Bedeutung in der Therapie.
Therapie im Rahmen
einer klinischen Studie
In der Medizin werden immer wieder neue Therapieansätze und
Therapieverfahren entwickelt. In
vielen Schritten wird im Rahmen
von klinischen Studien zusammen
mit Patientinnen und Patienten
untersucht, ob sich dank einer bestimmten Neuerung Wirkung und
Verträglichkeit bereits anerkannter
Therapien verbessern lassen.
Das Ziel ist, dass die behandelten
Personen einen Vorteil von der
neuen Therapieform haben, zum
Beispiel ein längeres Überleben,
ein langsameres Fortschreiten der
Krankheit oder weniger Schmerzen.
46
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Es kann sein, dass Ihnen ein Teil
der Behandlung im Rahmen einer solchen Studie vorgeschlagen
wird. Sie können sich auch selbst
nach aktuell laufenden Studien zu
Ihrem Krankheitsbild erkundigen.
Sie können sich für oder gegen
die Teilnahme an einer Studie entscheiden. Auch wenn Sie einer
Teilnahme zugestimmt haben,
können Sie jederzeit wieder davon
zurücktreten.
Wenn Sie sich nicht an einer Studie beteiligen möchten, hat dies
keine negativen Auswirkungen
auf Ihre Behandlung. Sie erhalten
auf alle Fälle die nach dem heutigen Stand des Wissens bestmögliche Therapie.
Welche Vorteile oder Nachteile
sich für Sie aus einer Studienteilnahme ergeben könnten, lässt sich
nur im persönlichen Gespräch mit
Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin klären.
Motivierend für eine Studienteilnahme ist oft auch der Gedanke,
dass unter Umständen künftige
Krebskranke davon profitieren
können.
Die Broschüre «Krebsbehandlung
im Rahmen einer klinischen Studie» (siehe S. 56) erläutert, worauf
es bei solchen Studien ankommt
und was eine Teilnahme für Sie
bedeuten kann.
Weiterführende Behandlungen
Schmerztherapie
Schmerzen bei Krebs können immer gelindert und in vielen Fällen ganz behoben werden, sei es
durch Medikamente, sei es durch
andere Massnahmen wie eine Bestrahlung oder eine Operation.
Bei kolorektalen Karzinomen können, vor allem in einem fortgeschrittenen Stadium und als Folge
von Metastasen, Schmerzen auftreten. Schmerzen schwächen und
belasten einen Menschen und sie
sind kräfteraubend.
Es ist daher wichtig, dass Sie
Ihre Schmerzen nicht einfach stillschweigend hinnehmen und unnötig leiden, sondern sich an Ihre
Ärztin wenden, zum Beispiel an
die Onkologin. Die vielfältigen
Möglichkeiten der Schmerztherapie sollten unbedingt ausgeschöpft werden.
Falls Sie oder Ihre Angehörigen
Bedenken gegenüber Morphin
oder anderen opioidhaltigen
Medikamenten haben, sollten Sie
dies im Gespräch mit Ihrer Ärztin,
Ihrem Arzt erwähnen.
Solche Bedenken beruhen meistens auf der Angst vor einer
Medikamentenabhängigkeit und
sind widerlegbar. Das ist wichtig
für Sie, denn je nach Schmerzart
ist eine Linderung nur mit einem
Opioid möglich.
In der Broschüre «Schmerzen bei
Krebs und ihre Behandlung» (siehe S. 54) finden Sie viele hilfreiche
Informationen.
Komplementärmedizin
Viele an Krebs erkrankte Menschen nutzen neben schulmedizinischen Therapien auch Methoden der Komplementärmedizin.
Komplementär bedeutet ergänzend, d. h., diese Methoden werden ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt.
Manche dieser Verfahren können
helfen, während und nach einer
Krebstherapie das allgemeine
Wohlbefinden und die Lebensqualität zu verbessern. Sie können zur
allgemeinen Stärkung beitragen
und helfen, Nebenwirkungen erträglicher zu machen. Gegen den
Tumor selbst sind sie in der Regel
wirkungslos.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
47
Einige dieser Methoden werden
manchmal auch alternativ, d. h.
anstelle der schulmedizinischen
Krebstherapie, angewandt. Davon
rät die Krebsliga ab. In der Broschüre «Alternativ? Komplementär?» (siehe S. 54) erfahren Sie
mehr darüber.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder
mit einer anderen Fachperson aus
Ihrem Behandlungsteam, wenn
Sie ein komplementärmedizinisches Verfahren in Anspruch nehmen möchten oder bereits anwenden. Im persönlichen Gespräch
lässt sich herausfinden, welche
Methode allenfalls für Sie hilfreich
sein kann, ohne dass sie die Wirkung der ärztlich empfohlenen
Krebstherapie gefährdet.
Nehmen Sie deshalb keine komplementärmedizinischen Präparate ein, ohne vorher Ihren Arzt
darüber zu informieren. Auch bei
scheinbar harmlosen Produkten
kann es vorkommen, dass sich
diese mit Ihrer Krebstherapie nicht
vertragen, d. h. aus bestimmten
Gründen nicht anwendbar bzw.
kontraindiziert sind.
48
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Nachsorge und
Rehabilitation
Nach abgeschlossener Therapie
werden Ihnen regelmässige Kontrolluntersuchungen empfohlen.
Diese Nachsorge dient unter anderem dazu, Begleit- und Folgebeschwerden der Krankheit oder
der Therapie frühzeitig zu erfassen und zu lindern.
Dies betrifft nicht nur körperliche
Beschwerden wie etwa Schmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit etc. Auch Ängste und
Schwierigkeiten psychischer, beruflicher oder sozialer Natur sind
belastend und sollen angesprochen werden.
Bei Bedarf können Sie eine psychoonkologische oder psychosoziale
Beratung in Anspruch nehmen
(siehe Beratung und Information,
S. 52). Auch Ihr Hausarzt oder Ihre
Hausärztin wird einbezogen.
Es ist wichtig, dass Sie Schwierigkeiten im Umgang mit der Krankheit besprechen und sich bei der
Suche nach Lösungen begleiten
lassen. Dies erleichtert Ihre Rehabilitation, d. h. die Rückkehr ins gewohnte Leben.
Anfänglich wird Ihnen der Arzt
oder die Ärztin medizinische Kontrollen in zunächst kurzen, später
in grösseren zeitlichen Abständen
vorschlagen.
Das Zeitintervall hängt u. a. auch
von der Tumorart, dem Stadium
der Erkrankung, den bisherigen
Therapien und Ihrem Gesundheitszustand ab.
Gewisse Beschwerden können mit
einem Rezidiv (Wiederauftreten
des Tumors) oder mit Metastasen zusammenhängen. Aufgrund
der Untersuchung können diese
frühzeitig erkannt und behandelt
werden.
Zögern Sie nicht, ärztliche und
therapeutische Hilfe in Anspruch
zu nehmen, wenn Symptome und
Beschwerden auftreten, unabhängig davon, ob ein Arzttermin fällig
ist oder nicht.
Um nach der Erkrankung und den
Therapien wieder zu Kräften zu
kommen, eignen sich verschiedene Rehabilitationsmassnahmen.
In der Broschüre «Neuland entdecken – Seminare zur Rehabilitation» finden Sie zwei- bis siebentägige Seminare der Krebsliga
(siehe S. 52). Bei Ihrer kantonalen
oder regionalen Krebsliga erfahren Sie auch, wo in Ihrer Nähe ein
Kurs stattfindet.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
49
Nach den Therapien
Viele Menschen mit einer Krebsdiagnose leben heute länger und
besser als früher. Die Behandlung
ist allerdings oft langwierig und
beschwerlich. Manche Menschen
können parallel zur Therapie ihren
gewohnten Alltag bewältigen, anderen ist das nicht möglich.
Nach Abschluss der Therapien
fällt die Rückkehr ins Alltagsleben
manchmal schwer. Während Wochen war Ihr Kalender ausgefüllt
mit ärztlichen Terminen. Mit der
Begleitung und Unterstützung
Ihres Behandlungsteams haben
Sie verschiedene Therapien durchgemacht. Ihre Mitmenschen waren
besorgt um Sie und versuchten,
Ihnen die eine oder andere Last
abzunehmen.
Manche teilten Ängste und Hoffnungen mit Ihnen und sprachen
Ihnen Mut zu, dies alles durchzustehen. Bis zu einem gewissen
Grad standen Sie während längerer Zeit im Mittelpunkt des Geschehens.
Nun sind Sie wieder mehr auf sich
allein gestellt. Es kann sein, dass
Sie sich etwas verloren fühlen
oder eine innere Leere empfinden.
50
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Zwar sind die Behandlungen abgeschlossen, und doch ist nichts
mehr wie zuvor. Sei es, dass Sie
sich den Anforderungen des Alltagslebens noch nicht wieder gewachsen fühlen, sei es, dass Sie
noch unter den körperlichen und
seelischen Folgen der Krankheit
und der Therapien leiden, etwa
unter anhaltender Müdigkeit, Lustlosigkeit oder grosser Traurigkeit.
Möglicherweise ist das für Ihre
Nächsten nicht restlos nachvollziehbar, und diese erwarten vielleicht von Ihnen, dass Sie nun zur
Tagesordnung zurückkehren. Umso wichtiger ist es für Sie, dass Sie
jetzt auf die eigenen Bedürfnisse
achten und sich nicht unter Druck
setzen lassen.
Nehmen Sie sich Zeit für die Gestaltung der veränderten Lebenssituation. Versuchen Sie herauszufinden, was am ehesten zu einer
besseren Lebensqualität beiträgt.
Eine einfache Selbstbefragung
kann manchmal der erste Schritt
zu mehr Klarheit sein:
>
>
>
>
Was ist mir jetzt wichtig?
Was brauche ich?
Wie könnte ich es erreichen?
Wer könnte mir dabei helfen?
Miteinander reden
So wie gesunde Menschen unterschiedlich mit Lebensfragen umgehen, verarbeitet auch jeder
Mensch eine Krankheit anders.
Der persönliche Umgang reicht
von «Das wird schon gehen» über
«Wenn das nur gut geht» bis hin
zu «Das geht sicher schief» oder
«Ich muss sterben».
Mit jeder Krebserkrankung sind
auch Angstgefühle verbunden, unabhängig davon, wie gut die Heilungschancen sind.
Gespräche können helfen, die
Krankheit zu verarbeiten. Manche
Menschen mögen jedoch nicht
über ihre Ängste und Sorgen reden
oder sie wagen es nicht. Anderen
ist es wichtig, sich jemandem anzuvertrauen. Wieder andere erwarten, dass ihr Umfeld sie auf
ihre Situation und ihr Befinden
anspricht.
Fachliche Unterstützung
beanspruchen
Gerade auch bei Therapieende
kann es sehr unterstützend sein,
wenn Sie sich an eine Beraterin
oder einen Berater der Krebsliga
oder an eine andere Fachperson
wenden (siehe «Beratung und Information»).
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder
Ihrer Ärztin nach Möglichkeit schon
vor dem Therapieende, wenn Sie
denken, dass Ihnen unterstützende
Massnahmen guttun könnten.
Gemeinsam kann in Erfahrung
gebracht werden, welche Massnahmen sinnvoll und empfohlen
sind und allenfalls von der Krankenkasse übernommen werden.
Es gibt keine allgemein gültigen
Rezepte für den Umgang mit der
Krankheit. Was der einen Person
weiterhilft, muss für eine andere
nicht unbedingt das Richtige sein.
Finden Sie heraus, was Sie brauchen, ob und mit wem Sie über das
Erlebte sprechen möchten.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
51
Beratung und Information
Lassen Sie sich beraten
Ihr Behandlungsteam
Es wird Sie gerne beraten, was Sie
gegen krankheits- und behandlungsbedingte Beschwerden tun können. Überlegen Sie sich allenfalls auch, welche
Massnahmen Sie zusätzlich stärken und
Ihre Rehabilitation erleichtern könnten.
Psychoonkologie
Fragen Sie bei Bedarf nach einer Beratung und Unterstützung durch eine
Psychoonkologin, bzw. einen Psychoonkologen. Das ist eine Fachperson
für Fragen im Zusammenhang mit der
Bewältigung und Verarbeitung einer
Krebserkrankung.
Eine psychoonkologische Beratung oder
Therapie kann von Fachpersonen verschiedener Disziplinen (z. B. Medizin,
Psychologie, Pflege, Sozialarbeit, Theologie etc.) angeboten werden. Wichtig
ist, dass diese Fachperson Erfahrung
im Umgang mit Krebsbetroffenen und
deren Angehörigen hat und über eine
Fortbildung in Psychoonkologie verfügt.
Ihre kantonale oder regionale
Krebsliga
Sie berät, begleitet und unterstützt Betroffene und Angehörige auf vielfältige Weise. Dazu gehören persönliche
Gespräche, das Klären von Versicherungsfragen, Kursangebote, die Unterstützung beim Ausfüllen von Patientenverfügungen und das Vermitteln von
Fachpersonen, zum Beispiel für eine
Ernährungsberatung, für komplementäre Therapien, für die Behandlung
eines Lymphödems, für Sexualberatung etc.
52
Dickdarm- und Enddarmkrebs
Das Krebstelefon 0800 11 88 11
Am Krebstelefon hört Ihnen eine Fachperson zu. Sie geht auf Ihre Fragen im
Zusammenhang mit der Krebskrankheit
und -therapie ein und informiert Sie
über mögliche weitere Schritte. Anruf
und Auskunft sind kostenlos.
Cancerline – der Chat zu Krebs
Kinder, Jugendliche und Erwachsene
können sich auf www.krebsliga.ch/cancerline zum Livechat einloggen, mit
einer Fachberaterin chatten, sich die
Krankheit erklären lassen, Fragen stellen
und sich über alles austauschen, was
sie gerade bewegt.
Montag bis Freitag 11–16 Uhr, mittwochs
ausschliesslich für Kinder und Jugendliche.
Wegweiser
Der «Wegweiser» der Krebsliga ist ein
Internetverzeichnis über psychosoziale
Angebote in der Schweiz: www.krebsliga.ch/wegweiser. Interessierte finden
darin Kurse, Beratungsangebote etc.,
die geeignet sind, die Lebensqualität zu
erhalten oder zu fördern und den Alltag
mit Krebs zu erleichtern.
Die Rauchstopplinie 0848 000 181
Professionelle Beraterinnen geben Ihnen Auskunft und helfen Ihnen beim
Rauchstopp.
Auf Wunsch können kostenlose Folgegespräche vereinbart werden.
Seminare zur Rehabilitation
Unter dem Motto «Neuland entdecken»
bietet die Krebsliga an verschiedenen
Orten in der Schweiz Rehabilitationsseminare und -wochen an:
www.krebsliga.ch/rehabilitation
Körperliche Aktivität
Sie verhilft vielen Krebskranken zu mehr
Lebensenergie. In einer Krebssportgruppe können Sie wieder Vertrauen
in den eigenen Körper gewinnen und
Müdigkeit und Erschöpfung reduzieren.
Erkundigen Sie sich bei Ihrer kantonalen oder regionalen Krebsliga und
beachten Sie auch die Rubrik «Broschüren» (siehe S. 54).
Andere Betroffene
Es kann Mut machen zu erfahren, wie
andere als Betroffene oder Angehörige
mit besonderen Situationen umgegangen sind. Vieles, was einem anderen
Menschen geholfen oder geschadet
hat, muss jedoch auf Sie nicht zutreffen.
Internetforen
Sie können Ihre Anliegen in einem
Internetforum diskutieren, zum Beispiel
unter www.krebsforum.ch – einem Angebot des Krebstelefons – oder unter
www.krebskompass.de
Selbsthilfeorganisation ilco
Falls bei Ihnen ein Stoma (künstlicher
Darmausgang) angelegt werden muss,
können Sie bei der ilco, der Vereinigung
von Menschen mit einem Stoma, vom
Wissen und von der Erfahrung anderer
Betroffener profitieren.
www.ilco.ch bzw. info@ilco.ch
Spitex-Dienste
In verschiedenen Kantonen können Sie
einen auf die Begleitung und Behandlung
von krebskranken Menschen spezialisierten Spitex-Dienst beiziehen (ambulante Onkologiepflege, Onkospitex, spitalexterne Onkologiepflege SEOP).
Diese Organisationen sind während des
gesamten Krankheitsverlaufs für Sie da.
Sie beraten Sie bei Ihnen zu Hause zwischen und nach den Therapiezyklen,
auch bezüglich der Nebenwirkungen.
Fragen Sie Ihre kantonale oder regionale Krebsliga nach Adressen.
Ernährungsberatung
In vielen Spitälern steht Ihnen eine
Ernährungsberatung zur Verfügung.
Ausserhalb von Spitälern gibt es freiberuflich tätige Ernährungsberaterinnen.
Diese arbeiten meist mit Ärzten zusammen und sind einem Verband angeschlossen:
SVDE/ASDD, Schweizerischer Verband
dipl. ErnährungsberaterInnen HF/FH
Altenbergstrasse 29
Postfach 686
3000 Bern 8
Tel. 031 313 88 70
service@svde-asdd.ch
www.svde-asdd.ch
Auf der Website des SVDE können Sie
unter «Suchen Sie eine/n Ernährungsberater/in» nach Adressen suchen.
palliative ch
Beim Sekretariat der Schweiz. Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und
Begleitung bzw. auf der Website finden
Sie die Adressen der kantonalen Sektionen und Netzwerke. Mit solchen
Netzwerken wird sichergestellt, dass
Betroffene eine optimale Begleitung und
Pflege erhalten, und zwar unabhängig
von ihrem Wohnort.
palliative ch
Bubenbergplatz 11
3011 Bern
Tel. 044 240 16 21
info@palliative.ch
www.palliative.ch
Dickdarm- und Enddarmkrebs
53
Versicherung
Die Behandlungskosten bei Krebs werden von der obligatorischen Grundversicherung bezahlt, sofern es sich um
zugelassene Behandlungsformen handelt bzw. das Produkt auf der so genannten Spezialitätenliste des Bundesamtes
für Gesundheit (BAG) aufgeführt ist.
Ihr Arzt, Ihre Ärztin muss Sie darüber
genau informieren.
Auch im Rahmen einer klinischen Studie (siehe S. 46) sind die Kosten für
Behandlungen mit zugelassenen Substanzen gedeckt. Die Kostenübernahme
für neue Therapieverfahren ist jedoch
nicht immer garantiert.
Bei zusätzlichen, nichtärztlichen Beratungen oder Therapien und bei Langzeitpflege sollten Sie vor Therapiebeginn abklären, ob die Kosten durch die
Grundversicherung bzw. durch Zusatzversicherungen gedeckt sind.
Beachten Sie auch die Broschüre «Krebs
– was leisten Sozialversicherungen?».
Broschüren
der Krebsliga
> Medikamentöse Tumortherapien
Chemotherapien, Antihormontherapien, Immuntherapien
> Die Colostomie
> Die Ileostomie
> Die Strahlentherapie
Radiotherapie
> Alternativ? Komplementär?
Informationen über Risiken und
Nutzen unbewiesener Methoden
bei Krebs
> Schmerzen bei Krebs und ihre
Behandlung
> Rundum müde
Ursachen erkennen, Lösungen
finden
> Ernährungsprobleme bei Krebs
> Das Lymphödem nach Krebs
> Weibliche Sexualität bei Krebs
> Männliche Sexualität bei Krebs
> Die Krebstherapie hat mein
Aussehen verändert
Tipps und Ideen für Haut und Haare
> Körperliche Aktivität bei Krebs
Dem Körper wieder vertrauen
> Neuland entdecken – Seminare
der Krebsliga zur Rehabilitation
Kursprogramm
54
Dickdarm- und Enddarmkrebs
> Krebs trifft auch die Nächsten
Ratgeber für Angehörige und
Freunde
> Wenn Eltern an Krebs erkranken
Mit Kindern darüber reden
> Familiäre Krebsrisiken
Orientierungshilfe für Familien mit
vielen Krebserkrankungen
> Krebs – was leisten Sozialversicherungen?
> Selbstbestimmung bis zuletzt –
aber wie?
Wegleitung zum Erstellen einer
Patientenverfügung
> Patientenverfügung der Krebsliga
Fr. 15.– oder kostenloser Download
auf www.krebsliga.ch/patientenverfuegung
> Krebs – wenn die Hoffnung auf
Heilung schwindet
Wegweiser durch das Angebot von
Palliative Care
Bestellmöglichkeiten
> Krebsliga Ihres Kantons
> Telefon 0844 85 00 00
>shop@krebsliga.ch
>www.krebsliga.ch/broschueren
Auf www.krebsliga.ch/broschueren finden Sie diese und weitere bei der Krebsliga erhältliche Broschüren. Die meisten
Publikationen sind kostenlos und stehen auch als Download zur Verfügung.
Sie werden Ihnen von der Krebsliga
Schweiz und Ihrer kantonalen oder regionalen Krebsliga offeriert. Dies ist
nur möglich dank unseren Spenderinnen und Spendern.
Ihre Meinung interessiert uns
Auf www.krebsforum.ch können Sie mit
einem kurzen Fragebogen Ihre Meinung
zu den Broschüren der Krebsliga äussern. Wir danken Ihnen, dass Sie sich
dafür ein paar Minuten Zeit nehmen.
Broschüren
anderer Anbieter
«Darmkrebs», Deutsche Krebshilfe, 2011,
online verfügbar: www.krebshilfe.de →
Material für Betroffene → Die blauen
Ratgeber.
«Diagnoseverfahren», Diagnose und
Verlaufskontrolle bei Krebs, Österreichische Krebshilfe, 2011, online verfügbar:
www.krebshilfe.net → Service → Broschüren/Downloads.
«Darmkrebserkrankungen – Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) – Enddarmkrebs
(Rektumkarzinom)», 2013, Falk Foundation, online verfügbar: drfalkpharma.de
→ Patienten → Patientenbroschüren →
Darmkrebs.
«Dickdarmkrebs – Vorbeugung – Behandlung – Nachsorge», 2009, Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, online
verfügbar: www.krebsgesellschaft-nrw.
de → Broschüren → Broschüren herunterladen → Dickdarmkrebs.
«Ernährungsleitfaden – Für Patienten
mit Darmkrebs», mit vielen Tipps und
Rezepten, 2010, Roche Grenzach, Text:
Elisabeth Gutzmann (Ernährungsberaterin), online verfügbar: www.roche.de →
pharma → Onkologie → Service → Infomaterial → Darmkrebs → Ernährungsleitfaden.
Dickdarm- und Enddarmkrebs
55
«Krebsbehandlung im Rahmen einer
klinischen Studie», 2009, Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische
Krebsforschung SAKK, Tel. 031 389 91 91,
sakkcc@sakk.ch, online verfügbar:
http://sakk.ch/de/news/year/2009. Scrollen bis 23.1.2009.
«Krebswörterbuch», 2011. Die deutsche
Krebshilfe erklärt Fachbegriffe von A
wie Ablatio bis Z wie Zytostatikum, online verfügbar: www.krebshilfe.de →
Wir informieren → Material für Betroffene.
«Komplementäre Verfahren», 2007,
Patientenratgeber des Tumorzentrums
Freiburg i. Br., online verfügbar: www.
tumorzentrum-freiburg.de → Patientenportal → Ganzheitliche Betreuung.
«Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen», 2012,
Broschüre der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V., online verfügbar:
www.krebsgesellschaft-nrw.de → Broschüren → Broschüren herunterladen.
Literatur
«Diagnose-Schock: Krebs», Hilfe für die
Seele, konkrete Unterstützung für Betroffene und Angehörige, Alfred Künzler, Stefan Mamié, Carmen Schürer,
Springer-Verlag, 2012, ca. Fr. 29.–.
Einige kantonale Krebsligen verfügen
über eine Bibliothek, wo dieses Buch
oder andere Bücher zum Thema kostenlos ausgeliehen werden können. Erkundigen Sie sich bei der Krebsliga in Ihrer
Region (siehe S. 58).
Die Krebsliga Schweiz, die Bernische
Krebsliga und die Krebsliga Zürich verfügen über einen Online-Katalog ihrer
Bibliothek mit direkten Bestell- oder
Reservierungsmöglichkeiten. Verleih
56
Dickdarm- und Enddarmkrebs
bzw. Versand sind in die ganze Schweiz
möglich.
www.krebsliga.ch → Zugang für Fachpersonen → Literatur → Fachbibliothek
www.bernischekrebsliga.ch → Information → Bibliothek
Mit der Stichwortsuche «Angehörige»,
«Partnerschaft», «Krankheitsbewältigung» zum Beispiel finden Sie entsprechende Bücher.
Internet
(alphabetisch)
Deutsch
Angebot der Krebsliga
www.5amtag.ch
Eine Kampagne der Krebsliga Schweiz
zur Förderung des Gemüse- und Früchtekonsums.
www.krebsliga.ch/darmkrebs
Website der Krebsliga Schweiz zur
Darmkrebs-Prävention mit vielen interessanten Informationen zu Zahlen und
Fakten, Risikofaktoren, Prävention, Früherkennung bzw. Screening und dem
begehbaren Darmmodell.
www.krebsforum.ch
Internetforum der Krebsliga.
www.krebsliga.ch
Das Angebot der Krebsliga Schweiz mit
Links zu allen kantonalen Krebsligen.
www.krebsliga.ch/cancerline
Die Krebsliga bietet Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen einen Livechat
mit Beratung an.
www.krebsliga.ch/migranten
Kurzinformationen zu einigen häufigen
Krebskrankheiten und zur Prävention
in Albanisch, Portugiesisch, Serbisch/
Kroatisch/Bosnisch, Spanisch, Türkisch
und teils auch in Englisch. Das Angebot
an Themen und Sprachversionen wird
laufend erweitert.
www.krebsliga.ch/rehabilitation
Seminare der Krebsliga für einen besseren Umgang mit Alltagsbelastungen
nach Krebs.
www.krebsliga.ch/wegweiser
Psychosoziale Angebote und Kurse,
zusammengestellt von der Krebsliga.
Andere Institutionen, Fachstellen etc.
www.cio-koeln-bonn.de → Patienten →
Die Diagnose Krebs → Darmkrebs
Informationen des Centrums für Integrierte Onkologie Köln Bonn.
www.komplementaermethoden.de
Informationen der Krebsgesellschaft
Nordrhein-Westfalen.
www.krebsgesellschaft.de → Krebsarten
A–Z → Darmkrebs
Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft.
www.krebshilfe.de
www.krebsinformationsdienst.de
Ein Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg.
www.krebsinformationsdienst.de →
Wegweiser → Lexikon → ABC der Fachbegriffe
www.krebs-kompass.de
Ein Krebs-Forum mit breitem Themenangebot.
www.krebs-webweiser.de
Eine Zusammenstellung von Websites
des Universitätsklinikums Freiburg i. Br.
www.lernen-mit-krebs-zu-leben.ch
Eine Vereinigung, die Kurse für Betroffene und Angehörige entwickelt und
durchführt.
www.palliative.ch
Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung.
www.patientenkompetenz.ch
Eine Stiftung zur Förderung der Selbstbestimmung im Krankheitsfall.
www.psycho-onkologie.ch
Schweizerische Gesellschaft für Psychoonkologie.
www.sge-ssn.ch
Website der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung mit Informationen
für einen gesunden und genussvollen
Lebensstil.
Englisch
www.cancer.org → learn about cancer
→ select a cancer type → colon/rectum
cancer
American Cancer Society.
www.cancer.gov → cancertopics →
types → colon and rectal cancer
National Cancer Institute USA.
www.cancer.net → cancer types → colorectal cancer
American Society of Clinical Oncology.
www.macmillan.org.uk → cancer information → cancer types → colon and
rectal cancer
A non-profit cancer information service.
Quellen
Die in dieser Broschüre erwähnten Publikationen und Websites dienen der
Krebsliga unter anderem auch als Quellen. Sie entsprechen im Wesentlichen
den Qualitätskriterien der Health On
the Net Foundation, dem so genannten
HonCode (siehe www.hon.ch/HONcode/
German).
Dickdarm- und Enddarmkrebs
57
Unterstützung und Beratung –
die Krebsliga in Ihrer Region
10
12
2
1
11
17
16
8
9
18
7
3
19
9
6
4
14
5
1
Krebsliga Aargau
Milchgasse 41
5000 Aarau
Tel. 062 834 75 75
Fax 062 834 75 76
admin@krebsliga-aargau.ch
www.krebsliga-aargau.ch
PK 50-12121-7
2
Krebsliga beider Basel
Mittlere Strasse 35
4056 Basel
Tel. 061 319 99 88
Fax 061 319 99 89
info@klbb.ch
www.klbb.ch
PK 40-28150-6
3
58
Bernische Krebsliga
Ligue bernoise contre le cancer
Marktgasse 55
Postfach 184
3000 Bern 7
Tel. 031 313 24 24
Fax 031 313 24 20
info@bernischekrebsliga.ch
www.bernischekrebsliga.ch
PK 30-22695-4
Dickdarm- und Enddarmkrebs
15
4
5
13
Ligue fribourgeoise
contre le cancer
Krebsliga Freiburg
route St-Nicolas-de-Flüe 2
case postale 96
1705 Fribourg
tél. 026 426 02 90
fax 026 426 02 88
info@liguecancer-fr.ch
www.liguecancer-fr.ch
CP 17-6131-3
Ligue genevoise
contre le cancer
11, rue Leschot
1205 Genève
tél. 022 322 13 33
fax 022 322 13 39
ligue.cancer@mediane.ch
www.lgc.ch
CP 12-380-8
6
Krebsliga Graubünden
Alexanderstrasse 38
Postfach 368
7000 Chur
Tel. 081 252 50 90
Fax 081 253 76 08
info@krebsliga-gr.ch
www.krebsliga-gr.ch
PK 70-1442-0
7
Ligue jurassienne contre le cancer
rue des Moulins 12
2800 Delémont
tél. 032 422 20 30
fax 032 422 26 10
ligue.ju.cancer@bluewin.ch
www.liguecancer-ju.ch
CP 25-7881-3
8
Ligue neuchâteloise
contre le cancer
faubourg du Lac 17
case postale
2001 Neuchâtel
tél. 032 721 23 25
LNCC@ne.ch
www.liguecancer-ne.ch
CP 20-6717-9
9
Krebsliga Ostschweiz
SG, AR, AI, GL
Flurhofstrasse 7
9000 St. Gallen
Tel. 071 242 70 00
Fax 071 242 70 30
info@krebsliga-ostschweiz.ch
www.krebsliga-ostschweiz.ch
PK 90-15390-1
10 Krebsliga Schaffhausen
Rheinstrasse 17
8200 Schaffhausen
Tel. 052 741 45 45
Fax 052 741 45 57
info@krebsliga-sh.ch
www.krebsliga-sh.ch
PK 82-3096-2
11 Krebsliga Solothurn
Hauptbahnhofstrasse 12
4500 Solothurn
Tel. 032 628 68 10
Fax 032 628 68 11
info@krebsliga-so.ch
www.krebsliga-so.ch
PK 45-1044-7
12 Thurgauische Krebsliga
Bahnhofstrasse 5
8570 Weinfelden
Tel. 071 626 70 00
Fax 071 626 70 01
info@tgkl.ch
www.tgkl.ch
PK 85-4796-4
13 Lega ticinese
contro il cancro
Piazza Nosetto 3
6500 Bellinzona
Tel. 091 820 64 20
Fax 091 820 64 60
info@legacancro-ti.ch
www.legacancro-ti.ch
CP 65-126-6
14 Ligue vaudoise
contre le cancer
place Pépinet 1
1003 Lausanne
tél. 021 623 11 11
fax 021 623 11 10
info@lvc.ch
www.lvc.ch
CP 10-22260-0
15 Ligue valaisanne
contre le cancer
Krebsliga Wallis
Siège central:
rue de la Dixence 19
1950 Sion
tél. 027 322 99 74
fax 027 322 99 75
info@lvcc.ch
www.lvcc.ch
Beratungsbüro:
Spitalzentrum Oberwallis
Überlandstrasse 14
3900 Brig
Tel. 027 970 35 41
Mobile 079 644 80 18
Fax 027 970 33 34
info@krebsliga-wallis.ch
www.krebsliga-wallis.ch
CP/PK 19-340-2
Krebsliga Schweiz
16 Krebsliga Zentralschweiz
LU, OW, NW, SZ, UR
Hirschmattstrasse 29
6003 Luzern
Tel. 041 210 25 50
Fax 041 210 26 50
info@krebsliga.info
www.krebsliga.info
PK 60-13232-5
Cancerline
17 Krebsliga Zug
Alpenstrasse 14
6300 Zug
Tel. 041 720 20 45
Fax 041 720 20 46
info@krebsliga-zug.ch
www.krebsliga-zug.ch
PK 80-56342-6
18 Krebsliga Zürich
Freiestrasse 71
8032 Zürich
Tel. 044 388 55 00
Fax 044 388 55 11
info@krebsligazuerich.ch
www.krebsligazuerich.ch
PK 80-868-5
19 Krebshilfe Liechtenstein
Im Malarsch 4
FL-9494 Schaan
Tel. 00423 233 18 45
Fax 00423 233 18 55
admin@krebshilfe.li
www.krebshilfe.li
PK 90-3253-1
Gemeinsam gegen Krebs
Effingerstrasse 40
Postfach 8219
3001 Bern
Tel. 031 389 91 00
Fax 031 389 91 60
info@krebsliga.ch
www.krebsliga.ch
PK 30-4843-9
Broschüren
Tel. 0844 85 00 00
shop@krebsliga.ch
www.krebsliga.ch/
broschueren
Krebsforum
www.krebsforum.ch,
das Internetforum der
Krebsliga
www.krebsliga.ch/
cancerline, der Chat für
Kinder, Jugendliche und
Erwachsene zu Krebs
Wegweiser
www.krebsliga.ch/
wegweiser, ein Internetverzeichnis der Krebsliga
zu psychosozialen
Angeboten (Kurse,
Beratungen etc.) in
der Schweiz
Rauchstopplinie
Tel. 0848 000 181
max. 8 Rappen pro Minute
(Festnetz)
Montag bis Freitag
11–19 Uhr
Ihre Spende freut uns.
Krebstelefon
0800 11 88 11
Montag bis Freitag
9–19 Uhr
Anruf kostenlos
helpline@krebsliga.ch
Dickdarm- und Enddarmkrebs
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Überreicht durch Ihre Krebsliga: