Was Sie über Wechseljahre wissen sollten Das Klimakterium – auch bekannt als Wechseljahre oder „Wechsel“ – ist ein natürlicher Vorgang und gehört zum Leben jeder Frau dazu wie die Pubertät. Die Wechseljahre sind keine Krankheit und ebenso wenig bedeuten sie ein Einbüßen weiblicher Attraktivität oder Verlust von Lebensqualität. Im Gegenteil: Das Klimakterium ist ein neuer Lebensabschnitt, der neue Möglichkeiten eröffnen und Chancen bieten kann. Hurra endlich über 40!!! Buchempfehlung Kubelka Was ist aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht der „Wechsel“? Die sogenannten Wechseljahre sind unter dem Fachbegriff Klimakterium bekannt. Darunter versteht man die Zeit der ausklingenden Geschlechtsreife bei der Frau. Meist beginnen die Wechseljahre zwischen 45. und 55. Lebensjahr, wobei es durchaus Schwankungen gibt, betreffend Alter. Die Wechseljahre stellen die gesamte Übergangsphase vom Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum Senium (Alter) der Frau dar. Das Klimakterium endet mit der letzten Menstruation (Regelblutung). Im Laufe der Wechseljahre werden weniger Geschlechtshormone – Östrogen und Progesteron – gebildet. Das Klimakterium wird in mehrere Phasen unterteilt. Zu Beginn steht die Prämenopause, wobei es zu unregelmäßigen Zyklen kommt. Anschließend folgt die Menopause. Unter der Menopause versteht man die letzte Regelblutung. Die Perimenopause bezeichnet den Zeitraum zwischen Prämenopause und Postmenopause. Die Postmenopause bezeichnet den Zeitraum ein Jahr nach der letzten Regelblutung. Während des gesamten Klimakteriums kann es zu unregelmäßigen Regelblutungen kommen. Die Blutungen werden stärker oder schwächer, die Abstände dazwischen kleiner oder größer, es kann zu Abständen von einigen Monaten kommen, bis die Blutung dann aufhört. Damit ist die Fruchtbarkeit der Frau beendet. Die Wechseljahre können leicht diagnostiziert werden, wenn der Arzt die vorliegenden Beschwerden und das Alter der Frau berücksichtigt sowie eine gynäkologische Untersuchung
durchführt. So deuten vor allem ein Alter über 45 Jahren, Hitzewallungen, Zyklusunregelmäßigkeiten und Veränderungen der Scheide, Brust sowie Gebärmutter auf das Vorliegen des Klimakteriums hin. Oftmals wird zur Diagnosestellung auch eine Blutuntersuchung herangezogen. Dabei wird die Konzentration der Geschlechtshormone im Körper bestimmt. Durch die hormonellen Veränderungen bei der Frau kann es zu einer Reihe verschiedenster Beschwerden kommen. Diese Beschwerden werden unter dem Begriff klimakterisches Syndrom zusammengefasst. Etwa einem Drittel aller Frauen bereiten die Wechseljahre keinerlei Beschwerden, während bei einem weiteren Drittel der über 50­Jährigen leichte Probleme auftreten. Das letzte Drittel ist von sehr starken Beschwerden betroffen, die eine Therapie notwendig machen. Insbesondere nach der Menopause – also nach der letzten regelmäßigen Monatsblutung – machen sich bei vielen Frauen Wechseljahrsbeschwerden bemerkbar. Die Beschwerden können psychischer sowie physischer Natur sein. Betroffene Frauen berichten vor allem von Hitzewallungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtsveränderung und erhöhtem Blutdruck. Viele dieser genannten Symptome können nach dem Klimakterium wieder verschwinden. Anzumerken ist, dass es sich beim Klimakterium, trotz dieser möglichen Beschwerden, nicht um eine Erkrankung handelt! Sollte der Leidensdruck durch das klimakterische Syndrom allerdings zu belastend sein und der Alltag beeinträchtigt sein, stehen eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der betreuende Arzt/die betreuende Ärztin wird die jeweils adäquate Therapie vorschlagen. Diese kann von Hormonpräparaten über Pflanzenpräparate bis hin zu Antidepressiva bei psychischen Problemen reichen. In manchen Fällen ist auch eine Psychotherapie angeraten. Oftmals helfen aber schon ausgewogene Ernährung, Sport oder diverse Entspannungstechniken, den Alltag beschwerdefrei zu gestalten www.Aromaline.at Hormone im Wechsel Die Ursache des Klimakteriums ist die Umstellung der Produktion von Geschlechtshormonen im Körper der Frau.
Die wichtigsten Geschlechtshormone sind die Östrogene. Weitere sind Gestagene und Gonadotropine. Östrogene werden manchmal auch Follikelhormone genannt und haben zahlreiche Funktionen im Körper. Diese Hormongruppe ist vor allem für die Fortpflanzung wichtig. Östrogene beeinflussen den Klang der weiblichen Stimme, das Brustwachstum, das Unterhautfettgewebe, den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Zuge der Menstruation, die Öffnung des Muttermundes vor dem Eisprung sowie die Stabilität der Knochen. Gonadotropine sind eine Gruppe von Geschlechtshormonen, die im Gehirn gebildet und von dort ins Blut abgegeben werden. Das Zusammenspiel von Östrogenen und Gonadotropinen führt zur monatlichen Regelblutung. Gestagene werden auch Gelbkörperhormone genannt, da sie vom Gelbkörper (Drüse in den Eierstöcken) hergestellt werden. Gestagene beeinflussen die Gebärmutterschleimhaut und bereiten diese darauf vor, dass möglicherweise eine befruchtete Eizelle aufgenommen wird. Kann sich tatsächlich eine befruchtete Eizelle einnisten, liegt eine Schwangerschaft vor. Gestagene sorgen dann dafür, dass für den Zeitraum der Schwangerschaft keine weiteren Eibläschen heranreifen. Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron. Während des Klimakteriums stellen die Eierstöcke ihre Reifungsprozesse ein und die Bildung von Östrogen lässt nach. Dies kann zu typischen Wechselbeschwerden führen, was für manche Frauen eine Hormon­Ersatztherapie nötig macht. Eine solche Behandlung kann die Hormonumstellung erleichtern, wodurch etwaige körperliche Beschwerden verbessert werden können. Gerne können Sie aber auch unser Aromaline­Duschöl probieren, dass die Seele ins Gleichgewicht bringt und Hormone sowie Nervensystem positiv stimulieren kann. Im Zuge einer Hormon­Ersatztherapie werden dem Körper Östrogene bzw. eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen zugeführt. Für eine Hormontherapie gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Die Auswahl an Tabletten, Pflastern, Sprays, Gels, Salben, Cremen und Spritzen ist groß. Darum kann und soll die Hormontherapie auch ganz individuell durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin abgestimmt werden. Eine langfristige Hormonersatztherapie beugt einer Osteoporose vor, denn sie mindert bei Frauen in den Wechseljahren den Verlust von Knochenmasse und somit das Risiko für
Knochenbrüche. Hormonpräparate können ­ wie alle Medikamente ­ auch Nebenwirkungen mit sich führen. Oft hängen die Nebenwirkungen mit der Dosierung zusammen. Die individuell richtige Einstellung muss erst gefunden werden. Berichte über potentielle Nebenwirkungen und mögliche Langzeitschäden durch Hormonpräparate lassen diese oftmals ausschließlich negativ erscheinen. Dabei ist jedoch festzuhalten, dass viele Frauen die Wirkungen der Hormontherapie als große Erleichterung empfinden. Die Wechseljahrsbeschwerden lassen in der Regel nach. Die Zyklusunregelmäßigkeiten verschwinden durch die hormonelle Regulation. Die Hitzewallungen bessern sich. Die Konzentrationsfähigkeit wird erhöht und psychische Verstimmungen gehen zurück. Zudem bessert sich häufig das Hautbild und Scheidentrockenheit wird gelindert. Vor der Verordnung von Hormonpräparaten wird der Arzt/die Ärztin einen Hormonstatus erstellen. Dieser wird per Blutuntersuchung ermittelt. Dabei ist vor allem das Verhältnis von Östrogenen und Gestagenen zueinander wichtig.
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Östrogenhaltige Mittel werden während der Wechseljahre vor allem bei Hitzewallungen eingesetzt. Zudem werden sie zur Prophylaxe von Knochenschwund (Osteoporose) angewendet. Rein östrogenhaltige Präparate können in hoher Dosis und bei zu langer Einnahme das Risiko, an Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken, erhöhen. Außerdem sollten Östrogene nicht bei Fettstoffwechselstörungen, Lebererkrankungen oder Gefäßerkrankungen zum Einsatz kommen.
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Lokale Östrogentherapie: Bei leichten Wechselbeschwerden wie Scheidenjuckreiz, der auf ein Austrocknen der Schleimhaut zurückzuführen ist, werden Östrogenmittel lokal eingesetzt. Dafür stehen Scheidentabletten, Scheidenzäpfchen oder Vaginalring zur Verfügung. Die lokale Anwendung von Östrogenen behebt die örtlichen Beschwerden, hat aber nur eine sehr geringe Wirkung auf den Rest des Körpers.
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Östrogen­Gestagen­Kombination: Kombinationspräparate aus Gestagen und Östrogen halten einen Scheinzyklus aufrecht. Dies bedeutet, dass weiterhin eine Regelblutung erfolgt. Die Kombinationstherapie wird vor allem bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen eingesetzt. Für diese Präparate gelten dieselben Risiken wie für reine Östrogenmittel.
Eine Hormonersatztherapie wird vor allem angeraten, wenn die Wechselbeschwerden den Alltag beeinträchtigen, das Klimakterium verfrüht – vor dem 40. Lebensjahr – einsetzt, bei einer operativen Entfernung der Eierstöcke und bei einer Unterfunktion der Eierstöcke. In der Regel wird nach etwa drei bis fünf Jahren geprüft, ob noch eine Notwendigkeit für die Hormonersatztherapie besteht. Ab dieser Zeit steigen auch potentielle Risiken (wie etwa das Brustkrebsrisiko) an. Weiters hängt die Anwendungsdauer davon ab, welche Form der Hormontherapie gewählt wurde. Wichtig ist, eine Hormontherapie nicht abrupt zu beenden. Setzt man jahrelang eingenommene Hormonpräparate plötzlich ab, so kommt es fast immer zu Entzugserscheinungen in Form von Wechseljahrsbeschwerden. Diese Beschwerden lassen sich weitgehend vermeiden, indem man das Hormonpräparat langsam – unter ärztlicher Betreuung – ausschleicht. Neben der Hormonersatztherapie werden oft auch pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung (Phytoöstrogene z.B. aus der Traubensilberkerze oder dem Rotklee) für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden in Erwägung gezogen. Phytoöstrogene Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen Lignane und Isoflavone zählen. Phytoöstrogene sind zwar keine Östrogene im chemischen Sinn, besitzen jedoch Ähnlichkeiten in der Wirkung. Deshalb werden sie oft unterstützend bzw. alternativ zu einer Hormontherapie während des Klimakteriums eingesetzt. Der Vorteil von Phytoöstrogenen gegenüber Östrogen ist, dass sie kaum bis gar keine Nebenwirkungen auslösen. Die meisten klinischen Studien zu Phytoöstrogenen beziehen sich auf die Gruppe der Isoflavone, vorwiegend auf Soja­Isoflavone. Diese werden eingesetzt, um Hitzewallungen vorzubeugen oder bestehende abzuschwächen. Bekannt wurden die positiven Effekte der Isoflavone vor allem durch Beobachtungen, dass Frauen im asiatischen Raum während der Wechseljahre weniger Beschwerden äußern als Frauen in unseren westlichen Breiten. In Asien werden weitaus mehr Isoflavone durch die Nahrung aufgenommen als beispielsweise in Europa. Asiatische Frauen nehmen im Durchschnitt 20 bis 25 Mal mehr isoflavonhaltige Lebensmittel zu sich wie europäische Frauen. Aufzeichnungen sagen aus, dass etwa 80 Prozent der Frauen im Westen über Hitzewallungen im Klimakterium klagen, während in asiatischen Ländern nur 20 Prozent
darunter leiden. Ebenso sollen asiatische Frauen seltener depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen und Angstzustände während der Wechseljahre haben. In China gibt es nicht einmal einen Beleg für Wechseljahrsbeschwerden. Isoflavonhaltige Lebensmittel sind vor allem Sojaprodukte. Lignane sind in Leinsamen enthalten. Weitere gute Quellen für Phytoöstrogene sind Rotklee, Hülsenfrüchte, Getreidekleie und Getreide. In etwas geringerer Konzentration sind sie auch in vielen Gemüse­ und Obstsorten, Samen, Hopfen, Bier oder Salbei zu finden. Im Drogeriehandel und in Apotheken sind bereits eine Reihe von Präparaten käuflich, die Phytoöstrogene, in erster Linie Isoflavone, enthalten, und die als Mittel gegen Wechselbeschwerden beworben werden. Bei Fragen und Unsicherheiten bezüglich dieser Präparate ist eine Rücksprache vor der Anwendung mit einem Arzt/einer Ärztin bzw. einem Pharmazeuten/einer Pharmazeutin angeraten. Sie können die Wirkung oder etwaige Nebenwirkungen von Phytoöstrogenen am besten abschätzen. Knochendichteveränderung In den ersten 35 bis 40 Jahren baut sich die Knochenmasse auf. Mit 35 bis 40 Jahren jedoch fängt der Knochen an, sich stetig abzubauen. Dies ist bei jedem Menschen der Fall. Mit etwa 70 Jahren hat man rund ein Drittel seiner gesamten Knochenmasse eingebüßt. Das spielt allerdings nur eine Rolle, wenn der Knochen nicht mehr in der Lage ist, Belastungen standzuhalten. Die Diagnose Osteoporose wird durch eine genaue Krankengeschichte, eine Blutuntersuchung sowie durch eine Osteodensitometrie (Knochendichtemessung) gestellt. Die Symptome einer Osteoporose können nur schwer vereinheitlicht werden. Diese Erkrankung kann nämlich völlig verschieden verlaufen. Zumeist leidet man anfangs an leichten Rückenschmerzen, die im Laufe der Erkrankung stärker werden können. Mögliche Folgen der Osteoporose sind vor allem Wirbelbrüche und Schenkelhalsbrüche. Bricht ein Wirbel im Bereich der Brustwirbelsäule, kommt es zum so genannten Witwenbuckel, also einem Rundrücken. Wird die Osteoporose zu spät erkannt, kann es zu Schmerzen kommen, die den Alltag stark beeinträchtigen. Im Extremfall kann ein Mensch, der an Knochenschwund leidet, zum Pflegefall werden.
Verschiedene Faktoren beschleunigen den Knochenabbau bzw. verhindern einen Knochenaufbau, wodurch Knochenschwund begünstigt wird. Zu diesen Faktoren zählt neben Kalziummangel und langfristiger Einnahme von Kortisonpräparaten auch ein Mangel an Geschlechtshormonen, wobei auf das Klimakterium zu verweisen ist. Weil Frauen durch die Wechseljahre die knochenschützende Wirkung durch Östrogene verlieren, sind sie häufiger von Osteoporose betroffen als Männer. Dies bedeutet nicht, dass alle Frauen nach dem Wechsel an Knochenschwund leiden. Es kommt jedoch zu einem beschleunigten Abbau des Knochens, was Frauen beachten sollten. Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, erhöht sich besonders für jene Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Wechseljahre kamen, sich unzureichend bewegen, rauchen, sich kalziumarm ernähren, viel Alkohol trinken, osteoporosekranke Verwandte haben und die sehr schlank sind oder einmal an Magersucht erkrankt waren. Wie kann man dem Knochenschwund vorbeugen? Da in den ersten 35 bis 40 Lebensjahren die Knochenmasse stetig aufgebaut wird, sollte die Vorbeugung einer Osteoporose möglichst früh beginnen. Wird der Knochen in diesen Jahren nur unzureichend aufgebaut und setzt dann der unvermeidliche Knochenabbau ein, kommt es früher zu einer Osteoporose. Für den Knochenaufbau ist regelmäßige Bewegung wichtig. Vor allem eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauersport wirken sich positiv auf den Knochen aus. Schon regelmäßiges Spazierengehen und zwei Mal pro Woche eine halbe Stunde Rückenschwimmen oder Wassergymnastik fördern den Knochenaufbau. Besser noch sind zwei Mal pro Woche gezieltes Kraft­ und Koordinationstraining sowie ein Gehtraining, ein leichtes Lauftraining oder meine ganz persönliche Empfehlung S l e n d e r n – in einer Stunde schweißlosem Training J ­ für alle Alters­ und Bewegungsklassen geeignet ­ erreichen Sie sofortige Steigerung der Beweglichkeit, Stabilisierung des Herz­ Kreislaufsystems sowie Umfangverlust an Problemzonen; Rückbildung der Orangenhaut; Aktivierung von Gelenken und Muskeln; Haut­ und Gewebestraffung; Entlastung der Wirbelsäule, Entspannung der Bandscheiben; Stärkung der Längsmuskeln des Rückens, Linderung von Schmerzen, unterstützt die Muskelstraffung, hilft bei der Verteilung von Fetten, regt den Stoffwechsel an; steigert die Durchblutung; animiert die Zellenregeneration; fördert die Organfunktionen; stärkt den Beckenboden, vertreibt körperliche Erschöpfung, hilft
beim Stressabbau, wirkt belebend nach getaner Arbeit, hilft die Knochendichte zu stabilisieren sowie die Knorpelmasse in den Gelenken wieder aufzubauen. Außerdem sollte auf eine kalziumreiche Nahrung geachtet werden. Dabei darf nicht auf das Vitamin D vergessen werden, ohne das der Körper kein Kalzium verwerten kann. Nach den Wechseljahren werden 1.200 bis 1.500 mg Kalzium am Tag empfohlen. Kalzium kommt zum Beispiel in Milchprodukten, Sojaprodukten mit Kalziumzusatz, Sesam und Vollkorn vor. Die wichtigste Quelle, um Vitamin D zu tanken, ist die Sonne. Deshalb ist tägliche Bewegung an der frischen Luft (mindestens 30 Minuten) angezeigt. Weiters finden sich in Fisch sowie Milch und Eiern Vitamin D. Prinzipiell ist auch auf obst­ und gemüsereiche Ernährung zu achten, denn sowohl Obst als auch Gemüse verfügen über Vitamine und Mineralstoffe, die dem Skelett gut tun. Amerikanische Forscher stellten zudem fest, dass mehr als drei Portionen Obst und Gemüse täglich die Ausscheidung von Kalzium aus den Knochen verringern und so auch zur Osteoporosevorbeugung beitragen. Sollte man zur Risikogruppe gehören, kann der Arzt/die Ärztin östrogenhaltige Präparate verordnen. Sie beugen der Osteoporose vor. Ist die Krankheit allerdings einmal ausgebrochen, können auch diese Mittel nichts mehr ausrichten. Ein bereits abgebauter Knochen kann sich nicht wieder aufbauen. Was kann man tun, wenn man bereits an Osteoporose erkrankt ist? Osteoporosekranke Frauen sollten in erster Linie vorsichtig leben. Sie sollten rutschfeste und bequeme Schuhe tragen und glatte Flächen sowie rutschende Teppiche meiden. Weiters sollte jede mögliche Gefahr eines Absturzes (etwa beim Fensterputz) vermieden werden. Es sollte nichts Schweres getragen werden und es ist auf rückenschonende Bewegungen zu achten. Insbesondere beim Heben gilt, aus der Hocke zu heben und die Last mithilfe der Beinmuskulatur zu stemmen. Mit krankengymnastischen Übungen werden Muskelverspannungen durch Fehlbelastung gelindert und eine möglichst gesunde Sitzhaltung trainiert. Akute Schmerzen wird der Arzt/die Ärztin mit teils starken Schmerzmitteln, die mitunter morphiumhaltig sind, lindern. Wie verändert sich der Körper im Klimakterium? Die Wechseljahre gehören zum natürlichen Alterungsprozess der Frau.
Wie das Klimakterium körperlich erlebt wird, ist allerdings von Frau zu Frau verschieden. Dabei sind nicht nur die Dauer der Wechseljahre und das Ausmaß der Beschwerden unterschiedlich, sondern auch die gesamte Veränderung des weiblichen Körpers und die Veränderungen im Körper. Im Folgenden werden die wichtigsten und häufigsten Veränderungen angeführt. Zu den körperlichen Veränderungen zählen zu den nachstehenden die Knochendichteveränderung, auf die bereits eingegangen wurde, sowie Änderungen des Stoffwechsels, auf die später noch Bezug genommen wird.
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Haut und Haar: Östrogene sind an der Bildung von Collagen beteiligt. Collagen hat die Aufgabe, die Haut zu unterstützen, indem es Wasser speichert. Dadurch wirkt die Haut glatt und straff. Da im Klimakterium die Östrogenproduktion zurückgeht, wird auch weniger Collagen gebildet und folglich verändert sich das Hautbild. Die Hautzellen können die Feuchtigkeit nämlich nicht mehr so gut aufnehmen und speichern. Es bilden sich Falten, Haut und Haar verlieren an Elastizität und werden dünner und trockener. Dieser Prozess kann nicht aufgehalten werden, kann allerdings in seinem Verlauf mithilfe von Feuchtigkeitspflege verlangsamt werden. Haare können in den Wechseljahren nicht nur trocken und spröde werden, sondern auch vermehrt ausfallen. Dieses Problem tritt besonders bei Frauen auf, bei denen es familiär gehäuft zu Haarausfall kommt. Zumeist lichten sich die Haare besonders in den späteren Jahren des Klimakteriums im Scheitelbereich. Bei den meisten Frauen werden die Haare aber lediglich trockener und dünner. Die Trockenheit der Haare steht in Verbindung mit der trockenen Haut.
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Schleimhäute: Durch die abnehmende Produktion von Östrogen wird die Durchfeuchtung und Durchblutung der Schleimhäute im Allgemeinen vermindert. Dies trifft vor allem auf die Scheidenschleimhaut zu. Die Scheide wird trockener, wodurch viele Frauen während des Klimakteriums an Juckreiz im Scheidenbereich leiden. Zudem kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen, da es durch die mangelhafte Durchblutung zu einer verzögerten Befeuchtung der Scheide kommt. Die Austrocknung der Schleimhäute kann aber auch zu Entzündungen der Atemwege führen, da Nase, Mund, Rachen und Bronchien mit Schleimhäuten ausgekleidet sind. Daher kann es während der Wechseljahre gehäuft zu Erkältungskrankheiten kommen. Weiters sind Verdauungsorgane, Harnwege und Fortpflanzungsorgane mit Schleimhäuten ausgekleidet. Durch die zunehmende Austrocknung im Laufe des Klimakteriums werden diese Organe krankheitsanfälliger. Häufig ist auch das unter der Bezeichnung „trockene Auge“ ein Problem. Dieses hängt ebenso mit den
trockenen Schleimhäuten zusammen. Trockene Augen machen sich durch Brennen oder Jucken und einem eventuellen Fremdkörpergefühl bemerkbar. Oft lassen sich auch Augenrötungen erkennen.
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Juckreiz: Juckreiz ist oftmals eine Folge der trockenen Haut. Doch auch Hormonschwankungen spielen hierbei eine Rolle. Durch diese Schwankungen geraten die Nerven in ein Ungleichgewicht und senden Jucksignale ans Gehirn weiter.
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Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß: Durch hormonell bedingte Schwankungen während der Wechseljahre kommt es in vielen Fällen zu Fehlsteuerungen des Temperaturzentrums im Gehirn. Vor allem, wenn der Östrogenspiegel plötzlich absinkt, kommt es zu Hitzewallungen, Schweißausbrüchen sowie Nachtschweiß. Während einer Hitzewallung wird außerdem Adrenalin freigesetzt, wodurch es zu einer gereizten Stimmung kommt. Durch den erhöhten Adrenalinspiegel kann es auch zu Herzklopfen und einer schnelleren Atmung kommen. Herzklopfen, die sogenannte Tachykardie, tritt also oft in Zusammenhang mit einer Hitzewallung auf. Aber auch ohne eine spürbare Hitzewallung kann Herzklopfen einsetzen.
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Kopfschmerzen: Während der Wechseljahre kommt es gehäuft zu Spannungskopfschmerzen und Migräneattacken. Dies ist vor allem bei den Frauen der Fall, die bereits früher während, vor oder nach der Menstruation unter diesen Beschwerden litten. Zu Migräne und Spannungskopfschmerz kommt es aufgrund der Schwankungen im Hormonhaushalt. Dadurch wird das empfindliche Gleichgewicht im Gehirn in Durcheinander gebracht.
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Schwindelanfälle: Durch Hormonschwankungen kann es zu Schwankungen des Gleichgewichtssinns kommen. Die Folge sind Schwindelanfälle oder Ohnmachtsgefühle. Diese Schwindelanfälle können aber auch eine Folge eines durch die Wechseljahre bedingten Eisenmangels sein.
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Eisenmangel: Durch lange oder starke Regelblutungen kann ein Eisenmangel die Konsequenz sein. Anzeichen für einen vorliegenden Eisenmangel können rissige Mundwinkel, Blässe, Müdigkeit, Schwächegefühl, Schwindelattacken sowie Nervosität sein. Dies bedeutet zugleich, dass Eisenmangel etliche Wechseljahrsbeschwerden verstärkt.
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Wassereinlagerungen: Durch das Ungleichgewicht der Hormone kann es in den Wechseljahren verstärkt zur Wassereinlagerung, insbesondere in Beinen und Füßen kommen. Dieses Problem kann durch Übergewicht und Krampfadern noch verstärkt werden.
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Gelenkbeschwerden: In den Wechseljahren wird durch das schwindende Östrogen das Bindegewebe härter. Vor allem die schützenden Gelenkkapseln werden härter und weniger elastisch. Dadurch wird die Beweglichkeit der Gelenke eingeschränkt und die Gelenke neigen dazu zu schmerzen.
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Blasenprobleme: Rund 40 Prozent der Frauen über 60 Jahren klagen über Blasenschwäche. Der Hormonmangel in den Wechseljahren kann eine Blasenschwäche auslösen. Die ausbleibende Östrogenwirkung hat eine Rückbildung der Schleimhäute von Blase und Harnröhre zur Folge. Manche Frauen haben deshalb häufiger Harnwegsentzündungen, die zu Blasenschwäche führen können. Außerdem verliert der Beckenboden an Elastizität und wird nachgiebiger. Dadurch ist die Kontrolle des Blasenverschlusses erschwert. Viele Frauen in den Wechseljahren klagen über unbeabsichtigten Harnabgang, vor allem bei plötzlicher Belastung wie Husten, Lachen oder beim Anheben schwerer Gegenstände.
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Bartwuchs: Durch Nachlassen der Produktion weiblicher Geschlechtshormone kann es zu einem verstärkten Einfluss der männlichen Hormone kommen. Jede Frau stellt eine geringe Menge an männlichen Hormonen wie Testosteron her. Während der Wechseljahre kann ein Ungleichgewicht einsetzen. Verstärkt sich der Einfluss der männlichen Hormone während des Klimakteriums, so hat dies etwa eine Zunahme männlicher Behaarung zur Folge. Dies ist die Erklärung für die Entwicklung eines leichten Oberlippenbartes. Aber auch die Kinnbehaarung kann sich verstärken.
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Sonstige Veränderungen: Während des Klimakteriums neigen auch einige Frauen zur vermehrten Hämorrhoidenbildung. Bei manchen tritt wie in der Pubertät Akne auf. Gewichtszunahme und Stoffwechsel Der Begriff Stoffwechsel meint eine Reihe chemischer Reaktionen im Körper. Dabei werden fremde und körpereigene Stoffe aufgenommen, umgewandelt, abgebaut oder ausgeschieden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, was zu einem verringerten 0Grundumsatz führt. Dies bedeutet, dass der Grundbedarf an Kilokalorien sinkt. Zudem wird Fett schlechter verbrannt und schneller im Körper eingelagert. Weiters geht die Muskelmasse zurück. Pro Lebensjahr verliert der Körper etwa ein Prozent an Muskelmasse. Dadurch fehlt dem Körper immer mehr von diesem wichtigen
stoffwechselaktiven Gewebe. Somit wird auch weniger Fett in Muskelenergie umgewandelt. Stattdessen wird es als „Reserve“ im Körper gespeichert. Ein wichtiger Teil des Stoffwechsels ist der Wasserstoffwechsel. Der menschliche Körper besteht zu über 70 Prozent aus Wasser. Jeden Tag fließen bis zu 2000 !!! Liter Flüssigkeit durch unsere Nieren, wo sie gefiltert, von Schadstoffen aus der Nahrung geklärt und von Umweltgiften gereinigt wird. Zwei Drittel dieses Flüssigkeitsvolumens befindet sich in den menschlichen Zellen selbst, wo es den Stoffwechsel ermöglicht, als Lösungs­ und Transportmittel dient und hilft, die Wärme des Körpers zu regulieren. Ein Hauptanteil wird für die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Salzen über die Niere benötigt. Mit dem Fortschreiten der Wechseljahre werden diese Vorgänge verlangsamt. Das heißt, dass Säure­ und Giftstoffe schlechter ausgeschieden werden. Dies kann anfangs zu Unwohlsein führen und im späteren Verlauf zu Hitzewallungen, vermehrtem Schwitzen, Substanzverlust an Knochen, Gefäßen, Schleimhäuten und Haut führen. Es kann ebenso zu Ödemen (Wasseransammlungen) im Körper kommen. Der gesamte Stoffwechsel sollte in den Wechseljahren durch eine ausgewogene Ernährung und insbesondere durch genügend Flüssigkeitszufuhr unterstützt werden. Wasser sorgt dafür, dass der Stoffwechsel in Schwung kommt, denn es unterstützt die innere Reinigung. Durch eine optimale Nährstoffzufuhr können viele Beschwerden, die typisch für das klimakterische Syndrom sind, abgeschwächt oder vollkommen beseitigt werden. Sport spielt wie die richtige Ernährung eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel. Bewegung steigert die Durchblutung, was dazu führt, dass der Stoffwechsel besser funktioniert. Ebenso wie die Muskulatur wirken Hormone bei Stoffwechselvorgängen mit. Ein Mangel an Progesteron kann zu verstärktem Appetit auf süße Speisen führen. Östrogene etwa spielen eine Rolle bei Fett­ sowie Kohlehydratstoffwechsel. Hormonschwankungen während der Wechseljahre führen dazu, dass sich der Fettstoffwechsel derart ändert, dass sich Auswirkungen auf das Körpergewicht bemerkbar machen können. Östrogene werden nicht nur in den Eierstöcken gebildet, sondern auch im Unterhautfettgewebe. Durch einen Umbau des Körpers versucht nun während der Wechseljahre die Natur, den absinkenden Östrogenspiegel zumindest auf einem gewissen Level zu halten. Um das zu bewirken, nimmt das Unterhautfettgewebe in den Wechseljahren zu und in der Folge kommt es zu einem Ansteigen des Gewichts. Diese Zunahme bewirkt, dass ein notwendiges Maß an Östrogenen weiterhin gebildet wird und seine positiven und schützenden Wirkungen entfaltet. Eine leichte Zunahme der weiblichen Rundungen führt
deshalb eher zu gesundheitlicher Stabilität. Außerdem werden Bindegewebe und Fettgewebe besser gestützt und mildern so die Faltenbildung. Ist die Gewichtszunahme jedoch erheblich, kann das Wohlbefinden massiv beeinträchtigt werden und gesundheitliche Auswirkungen können die Konsequenz sein. Wissenswert ist, dass eine Frau im fortpflanzungsfähigen Alter zirka 300 Kilokalorien pro Tag benötigt, um einmal im Monat ein Ei in ihrem Eierstock heranreifen zu lassen. Diese 300 Kilokalorien werden nicht mehr benötigt, wenn die Frau keinen Eisprung mehr hat, was irgendwann im Verlauf der Wechseljahre der Fall ist. Allein durch diese 300 Kilokalorien, die dann Tag für Tag überflüssig sind, kommt es bei gleich bleibender Ernährungsweise zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme. Körperfett produziert übrigens Östrogene. Übergewichtige Frauen kommen daher meistens später in die Wechseljahre als schlanke Frauen. Die Wechseljahre verlaufen bei beleibteren Frauen auch meistens langsamer und dadurch schonender. Allerdings sind bei ihnen Schweißattacken und Hitzwallungen ausgeprägter. Verdauung An Verdauungsbeschwerden leiden generell mehr Frauen als Männer. Viele Frauen haben vor allem während des Klimakteriums Probleme mit der Verdauung. Die Beschwerden sind nicht immer eine Folge einer eventuell „falschen“ Ernährungsweise. Hormone und Psyche haben ebenso eine Bedeutung in diesem Zusammenhang. Bei Frauen spielen Hormone in allen Lebenslagen eine wichtige Rolle. Die weiblichen Hormone regeln nicht nur Regelblutung, Schwangerschaft und Wechseljahre, sondern auch viele andere Funktionen wie die Verdauung. Im Wechsel kann es durch die nachlassende Menge des Östrogens zu einer Verringerung der Serotoninwirkung im Darm kommen. Serotonin ist nämlich nicht nur ein im Gehirn wirkendes Glückshormon, sondern ist auch in großen Mengen im Darm enthalten, wo es die Darmbewegung beeinflusst. Ist nun die Wirkung des Serotonins in den Wechseljahren herabgesetzt, kann es zu einer trägeren Verdauung kommen. Oftmals ist Verstopfung eine Folge von Darmträgheit. Etwa die Hälfte aller Frauen, die sich im Wechsel befinden, leiden darunter. Ernährung kann in diesem Fall
unterstützend wirken. Ballaststoffe und genügend Flüssigkeitszufuhr fördern die Aktivität der Darmmuskulatur und unterstützen so die Verdauung und erleichtern den Stuhlgang. Zu vergessen ist jedoch nicht die psychische Komponente, denn das seelische Befinden und Verdauung stehen eng miteinander in Verbindung. Man kann von einem „Bauchhirn“ sprechen. Dieses fühlt mit und steuert autonom die Funktionen des Magen­Darm­Trakts. Dabei interagiert es zwar mit dem Kopfhirn, aber 90 Prozent der gesamten Informationen gehen in Form von Nervenimpulsen und Hormonen vom Bauch zum Gehirn. Das Bauchhirn verständigt sich mit vielen Millionen Nervenzellen sowie einer eigenen Hormonproduktion und ist dadurch in der Lage, selbstständig Gefühle wahrzunehmen. So hinterlassen Stimmungen, lang anhaltende Furcht oder Stress bleibende Spuren; nicht nur im Kopf, sondern auch im Bauchhirn und beeinflussen auf diese Art die Verdauung. Dies ist auf den Urinstinkt der Stressreaktion zurückzuführen, die den Körper auf Kampf bzw. Flucht vorbereitet, indem Kreislauf­ und Atemfunktion angeregt, die Verdauungstätigkeit dagegen gehemmt wird. Daher werden bei Stress der Weitertransport der Nahrung und ihre Aufspaltung vermindert. Es kommt dabei zu einer Verlangsamung der Verdauung, was unangenehme Begleiterscheinungen wie Blähungen, Völlegefühl oder Druckschmerzen zur Folge hat. Da viele Frauen in den Wechseljahren an Panikattacken, unter Ängsten, leichter Erregbarkeit oder an depressiven Verstimmungen leiden, wird das Bauchhirn in einen andauernden Stresszustand versetzt. Dies äußert sich dann in Verdauungsproblemen. Ernährung Der Ernährung sollte in den Wechseljahren verstärktes Augenmerk geschenkt werden. Im Klimakterium ändern sich oftmals die Bedürfnisse des Organismus an die Nahrung. Eine ausgewogene Ernährung stellt eine wichtige Unterstützung für den Stoffwechsel dar. Der weibliche Körper braucht in den Wechseljahren zwar weniger Nahrung, dafür aber vitalstoffreichere. Der Organismus ist mehr auf Vitalstoffe aus der Nahrung angewiesen, da wichtige Schutzhormone wie Östrogen mit den Jahren weniger werden. Man nimmt an, dass sowohl essentielle Fettsäuren als auch Vitamin E an der Produktion der Hormone beteiligt sind. Um die Hormonproduktion anzukurbeln, empfiehlt es sich daher, Weizenkeimöl, Walnussöl, Distelöl, Kürbiskernöl, Leinöl und Olivenöl zu verwenden. Vor allem Leinöl enthält höchste Anteile lebenswichtiger Omega­3­Fettsäuren. In Leinöl finden sich außerdem Isoflavone mit östrogenähnlicher Wirkung. Dieses Öl wirkt sich ebenso unterstützend auf die Knochen aus.
Die in Soja, Leinsamen oder Rhabarber enthaltenen Phytoöstrogene können Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche lindern. Zudem unterstützen Leinsamen die Verdauung. Die Ernährung kann sich auch positiv auf die Haut auswirken. Denn genügend Flüssigkeitszufuhr (optimal sind 2 Liter pro Tag) und ein geeignetes Maß an hochwertigen Fetten wie kaltgepresstes Olivenöl spenden Feuchtigkeit von innen. Auf dem Speiseplan sollte auch Seefisch nicht fehlen. Die in ihm enthaltenen Omega­3­Fettsäuren liefern gute Fette und wichtige Nährstoffe für Haut und Haar. Manche Nahrungsmittel sind wahre Glücklichmacher. Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken etwa erhöhen durch einen in ihnen enthaltenen Stoff namens Tryptophan die Serotoninbildung im Gehirn, was sich positiv auf die Psyche auswirkt. B­vitaminhaltige Speisen sind äußerst wichtig. Ein Vitamin­B­Mangel wirkt sich nämlich auf das seelische Befinden aus. Vitamin B findet sich in Geflügel, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Eiern. Gegen die im Klimakterium häufig auftretende Müdigkeit und Antriebslosigkeit kann man am besten vorgehen, indem man für ausreichend Vitamin C sorgt. Untersuchungen zeigen, dass Vitamin C der Muntermacher schlechthin ist. Pro Tag sollten mindestens 60 Milligramm an Vitamin C zugeführt werden. 100 Gramm Erdbeeren liefern etwa zwei Drittel davon. Mit einer Kiwi können sie den gesamten Tagesbedarf decken. Aber auch Brokkoli enthält viel von diesem energiereichen Vitamin. Zusätzlich ist es wichtig, auf die Eisenversorgung zu achten. Zu wenig Eisen macht müde. Besonders dunkles Fleisch wie Rind, Schwein und Wild enthalten viel Eisen. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Tomaten, Brokkoli und Hülsenfrüchte beugen Beschwerden vor. Vor allem Gewürze und Bohne besitzen einen sehr hohen Eisenanteil. Übermäßiger Alkoholgenuss, fette sowie zuckerreiche Speisen wirken sich schlecht auf die Gesundheit aus und beschleunigen den Alterungsprozess, was sich im äußeren Erscheinungsbild widerspiegelt. Auf keinen Fall sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr vergessen werden. Zwei Liter – vorzugsweise Wasser – sollte man pro Tag trinken. Flüssigkeit sorgt nicht nur für schöne
Haut, sondern ist generell essentiell für den Stoffwechsel. Die Trinkmenge beeinflusst das körperliche und seelische Wohlbefinden. Vitamine und Mineralstoffe Vitamine und Mineralstoffe sind essentiell für den menschlichen Körper. Besonders in gewissen Lebenslagen kommt ihnen noch größere Bedeutung zu. In den Wechseljahren ist eine gesunde Portion an Vitaminen und Mineralstoffen besonders wichtig, um das Wohlbefinden zu steigern und Wechselbeschwerden vorzubeugen, zu lindern oder gar zu beseitigen. So sind etwa Vitamin A, die Gruppe der B­Vitamine, Niacin und Vitamin E besonders wichtig für Haut, Schleimhäute, Haare und Augen. Für Knochen und Gelenke sind Vitamin D, Magnesium und Kalzium von großer Bedeutung. Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte im Allgemeinen und sorgt für eine optimale Aufnahme des Mineralstoffes Eisen, der in den Wechseljahren von äußerster Relevanz ist. Ein Mangel an gewissen Vitaminen und Mineralstoffen kann zu depressiver Verstimmung, Unruhe und leichter Erregbarkeit führen. Daher spielt eine ausreichende Versorgung für das seelische Gleichgewicht eine nicht unbedeutende Rolle.
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Vitamin A: Vitamin A ist auch unter der Bezeichnung Retinol bekannt. Es ist notwendig für Wachstum und Aufbau von Haut sowie Schleimhaut und ist wichtig für die Sehkraft. Vitamin A kommt in tierischen Nahrungsmitteln wie Ei, Milch und Fisch vor. Vitamin­A­Vorstufen, die im Körper in Vitamin A umgewandelt werden, finden sich auch in pflanzlichen Produkten wie Orangen, Karotten und Blattgemüse. Ein
Mangel an Vitamin A macht sich vor allem durch verminderte Sehkraft, trockene Haut sowie Appetitlosigkeit bemerkbar.
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Vitamin B1: Vitamin B1 bzw. Thiamin ist wichtig für den Abbau von Kohlenhydraten. Vitamin B1 ist etwa in Hefe, Sesam, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Schweinefleisch, Erdnüssen und Linsen enthalten. Vitamin­B1­Mangel führt zu Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Blutarmut, Herzrasen und Konzentrationsstörungen.
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Vitamin B2: Riboflavin ist eine andere Bezeichnung für Vitamin B2. Es ist für den Abbau von Fett und Eiweiß relevant. Vitamin B2 findet sich in Eiern, Fleisch und Milchprodukten. Ein Vitamin­B2­Mangel kommt vor allem bei Veganern vor, da sie keine tierischen Produkte zu sich nehmen. Anzeichen für einen Mangel an Riboflavin sind rissige Lippen, trockene Haut, Hautentzündungen und trockene Augen.
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Vitamin B6: Vitamin B6 bzw. Pyridoxin ist wichtig für den Eiweißstoffwechsel. Es ist vorwiegend in Fisch, Bananen, Avocado, Kohlgemüse und Vollkornprodukten enthalten. Ein Mangel an diesem Vitamin ist äußerst selten und macht sich durch Übelkeit, Brechreiz, Angstzustände, Krampfanfälle oder trockene, entzündete Schleimhäute und Haut bemerkbar.
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Vitamin B12: Ein anderer Name für Vitamin B12 ist Cyanocobalamin. Vitamin B12 ist essentiell für den Aufbau von roten Blutkörperchen. Es kommt ausschließlich in tierischen Produkten und milchsauer konserviertem Gemüse wie Sauerkraut vor. Ein Mangel an Vitamin B12 ist bei Menschen, die keine tierischen Produkte essen, deshalb nicht selten. Außerdem führen einige Darmerkrankungen zu einer verminderten Aufnahme von Vitamin B12. Anzeichen für einen Mangel sind Ekel vor Fleisch, eine brennende Zunge sowie Müdigkeit, Schwäche und Schwindelgefühl.
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Folsäure: Folsäure bildet gemeinsam mit Vitamin B12 rote Blutkörperchen. Folsäure findet sich in Spinat, Spargel, Brokkoli, Tomaten, Vollkornprodukten und Nüssen. Folsäuremangel tritt sehr selten auf. Bei einem Mangel zeigen sich dieselben Symptome wie bei einem Vitamin­B12­Mangel.
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Niacin: Niacin bzw. Nikotinsäure ist für den Energiehaushalt der Zellen wichtig. Niacin kommt in Erdnüssen, Pilzen, Kaffee, Geflügel und Fisch vor. Weiters findet sich Niacin in Vollkornbrot. Anzeichen für Niacinmangel sind unter anderem Kopf­ und Magenschmerzen, Depressionen sowie schuppende, gerötete Haut.
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Pantothensäure: Die Pantothensäure – oft auch als Vitamin B5 bezeichnet – ist für den gesamten Nährstoffwechsel von Relevanz. Ein Mangel tritt eigentlich nur in Zusammenhang mit einem Vitamin­B­Mangel auf. Pantothensäure findet sich vor allem in Innereien, Eiern, Reis, Milch, Obst, Gemüse und Bierhefe. Der Bedarf an Vitamin B5 ist in der Regel über die durchschnittliche Ernährung gedeckt.
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Vitamin C: Vitamin C ist ebenso unter der Bezeichnung Ascorbinsäure bekannt. Es ist für die Bildung von Bindegewebe zuständig. Ebenso kann der Körper Eisen und Folsäure nur aufnehmen, wenn Vitamin C vorhanden ist. Vor allem Kiwis, Paprika, schwarze Johannisbeeren, Zitronen und Kartoffeln enthalten eine große Menge an Vitamin C. Auch Rinderleber enthält Vitamin C. Ein Mangel zeigt sich durch Schwäche, Zahnfleischbluten, Blutarmut und Gewichtsverlust.
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Vitamin D: Calciferol bzw. Vitamin D ist für den Knochenaufbau zuständig. Vorstufen dieses Vitamins werden aus Sonnenlicht gewonnen, die der Körper anschließend in Vitamin D umwandelt. Vitamin D findet sich in Nahrungsmitteln wie Fisch, Eiern und Butter. Ein Mangel an Vitamin D führt dazu, dass die Knochen poröser werden. Die Knochenmasse nimmt ab oder es kommt zu Knochenerweichung.
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Vitamin E: Vitamin E ist unter dem Namen Tokopherol ein Begriff. Vitamin E hat eine Schutzfunktion für die Zellen. Dieses Vitamin findet sich etwa in Mais, pflanzlichen Ölen sowie in Butter und Margarine. Vitamin­E­Mangel macht sich durch Muskelschwäche, Müdigkeit, Hauttrockenheit und Reizbarkeit bemerkbar.
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Vitamin H: Vitamin H bzw. Biotin ist wichtig für den Nährstoffwechsel. Vitamin H wird im Darm selbst hergestellt. Ein Mangel an diesem Vitamin ist daher äußerst selten. Vitamin H ist in Sojabohnen, Eigelb sowie Nüssen enthalten.
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Vitamin K: Phyllochinon oder Vitamin K ist notwendig für die Blutgerinnung. Es wird wie Vitamin H vom Darm hergestellt. Daher ist auch ein Mangel an Vitamin K selten. Lebensmittel, die reich an Vitamin K sind, sind alle Arten von Kohl, grünes Gemüse, Milchprodukte sowie Eier und Fleisch.
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Kalium: Der Mineralstoff Kalium ist notwendig für die Reaktion von Muskel­ und Nervenzellen. Kalium findet sich insbesondere in getrockneten Früchten, Nüssen, Bananen, Pilzen, Erbsen und Vollkornprodukten. Ein Kaliummangel kann nicht nur aufgrund unzureichender Versorgung durch Nährstoffe auftreten, sondern auch wenn man regelmäßig Entwässerungskapseln oder Abführmittel nimmt. Anzeichen für einen Mangel sind Muskelschwäche, Antriebslosigkeit, Blähungen sowie Verstopfung.
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Kalzium: Kalzium ist besonders wichtig für Knochen sowie Zähne. Es beeinflusst zudem die Reaktion von Muskel­ und Nervenzellen und dient der Blutgerinnung sowie dem Immunsystem. Damit Kalzium aus dem Darm aufgenommen werden kann, ist Vitamin D notwendig. Kalzium kommt in Milchprodukten, Sesamkörnern, Mohn, Kohlgemüse, Petersilie sowie Ölsardinen vor. Ein Mangel an Kalzium äußert sich zum Beispiel durch Blässe, Unruhe, schmerzhafte Krämpfe, Übelkeit und Durchfall. Zudem führt Kalziummangel auf Dauer zu einer Abnahme der Knochenmasse.
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Phosphat: Phosphat ist ebenso wie Kalzium wichtig für die Knochen, aber auch für die Zellvermehrung. Auch der Mineralstoff Phosphat benötigt Vitamin D, um aus dem Darm aufgenommen zu werden. Phosphat ist in tierischen sowie pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Achtet man auf ausgewogene Kalzium­ und Eiweißzufuhr ist man in der Regel genügend mit Phosphat versorgt. In der heutigen Zeit neigt man eher zu einer Überversorgung mit Phosphat, da es in vielen Fertigprodukten sowie in diversen Limonaden enthalten ist. Ein Überschuss an Phosphat kann zu einer Ausdünnung der Knochenmasse führen.
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Magnesium: Magnesium ist notwendig für Knochen und Zellen, insbesondere für Muskelzellen. Dieses Mineral findet sich in Vollkornprodukten, Mineralwasser mit erhöhtem Magnesiumgehalt, Sesamkörnen, Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Geflügel, Fisch und vielem mehr. Ein Mangel zeigt sich in nervösen Störungen, Herzbeschwerden, Magen­ und Wadenkrämpfen.
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Fluorid: Für Knochen­ sowie Zahnaufbau ist Fluorid wichtig. Es kommt im Trinkwasser vor, ebenso in Fisch, Meersalz und Schwarztee. Zudem sind die meisten Zahnpasten heutzutage mit Fluorid versetzt, wodurch die Zähne vor Karies geschützt werden. Ein Mangel ist nicht bekannt.
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Eisen: Eisen ist von Bedeutung für das Hämoglobin (Blutfarbstoff) der roten Blutkörperchen. Viel Eisen findet sich in Hirse, Fleisch und Hülsenfrüchte. Die Aufnahme von Eisen wird durch Vitamin C begünstigt. Kaffee, Schwarztee und Milchprodukte hemmen die Aufnahme von Eisen. Während der Wechseljahre benötigt die Frau besonders viel Eisen; zumindest 15 Milligramm pro Tag. Anzeichen eines Eisenmangels sind Schwächegefühl, Müdigkeit, Blässe, brüchige Haare und Nägel, Verdauungsbeschwerden sowie kalte Hände und Füße.
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Spurenelemente: Spurenelemente sind im menschlichen Körper – wie der Name bereits andeutet – nur in Spuren, also in geringem Maße, enthalten. Dennoch spielen sie eine nicht unerhebliche Rolle für den Organismus. So wirken sie etwa beim Stoffwechsel mit oder sind Bestandteile von Enzymen oder Hormonen. Zu den Spurenelementen zählen unter anderem Kupfer, Zink, Nickel und Selen. Kupfer, welches in Gemüse, Kakao und Getreide enthalten ist, festigt Bindegewebe und Haut. Zink ist bei nahezu allen Lebensvorgängen beteiligt, so auch bei der Produktion von Collagen, welches wichtig für Haut und Bindegewebe ist. Zink findet sich vorwiegend in Muskelfleisch, Käse sowie einigen Fischsorten und Schalentieren.
Bewegung Bewegung und Sport stellen in jedem Fall eine gute und meist sehr wirksame Art dar, diverse Klimakteriumsbeschwerden zu lindern bzw. sogar ganz zu beseitigen. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung unterstützen den weiblichen Körper in den Wechseljahren. Sie lindern Hitzewallungen, Gereiztheit und Schlafstörungen. Durch regelmäßige aktive Bewegung kann man die Eierstöcke häufig wieder so weit aktivieren, dass die Hormonspiegel wieder ansteigen. Der Abfall der Hormonproduktion wird durch Sport auch langsamer und sanfter. Allein dadurch werden schon viele Wechseljahrsbeschwerden gelindert und das Befinden verbessert. Bewegung trägt aber auch auf direkte Weise zur Linderung der Wechseljahrsbeschwerden bei. Der Kreislauf und die Temperatursteuerung werden gestärkt, sodass Hitzewallungen weniger werden. Die zu Arthrose neigenden Gelenke werden durch die vermehrt gebildete Gelenkschmiere gestärkt und die steif gewordenen Gelenkkapseln werden durch Gymnastik und Stretching wieder elastischer. Sport wirkt sich zudem aufbauend auf die Knochen aus, beeinflusst die Durchblutung auf positive Weise und regt den Stoffwechsel an. Eine Kombination aus Ausdauersport und Kraftsport ist ideal, vor allem für die Knochen. Wird lediglich Ausdauersport ausgeübt, hat dies keine Auswirkung auf die Knochen. Nur wenn eine leichte Belastung in Form von Kraftsport erfolgt, unterstützt dies die Knochendichte. Des Weiteren hält Sport die Haut länger straff und festigt das Bindegewebe. Gewichtszunahme oder Übergewicht werden durch regelmäßige Bewegung verringert. Spezielle Übungen für den Beckenboden können die in den Wechseljahren möglicherweise auftretende Blasenschwäche vorbeugen oder bessern. Hier gibt es einfach Übungen, die in den Alltag eingebaut werden können. Im Handel gibt es bereits spezielle Beckenbodentrainer, die gezielt für die Beckenbodenmuskulatur eingesetzt werden.
Auch die Seele wird ausgeglichener, wenn man sich häufig bewegt, bevorzugt an der frischen Luft. Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen werden geringer. Ausdauersport ist eine wichtige Basis für Kreislauf, Stoffwechsel und Seele. Besonders gut sind Radfahren, Nordic Walking, Laufen, Wandern und Schwimmen. Mit Kraftsport kann man die Muskeln stärken und dadurch den Stoffumsatz steigern, was beim Abnehmen unterstützt. Außerdem helfen starke Muskeln gegen Rückenschmerzen, Knieschmerzen und andere Bewegungsbeschwerden. Für die Beweglichkeit sind auch Pilates, Yoga, Gymnastik und Stretching sehr hilfreich. Dadurch wird die durch die Wechseljahre bedingte Steifheit geringer und man kann sich wieder freier bewegen. Eine besondere Form von Yoga ist das von der brasilianische Psychologin und Yogalehrerin Dinah Rodrigues entwickelte Hormon­Yoga. Dabei werden gezielt Übungen eingesetzt, die Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren stimulieren, um die Hormonproduktion anzuregen. Hormon­Yoga soll bei Wechseljahrsbeschwerden helfen. Da die Regulationssysteme im Körper durch diese Bewegungsform trainiert werden, erleben viele Frauen im Klimakterium dadurch weniger Hitzewallungen. Auch können sich Schlafqualität und Vitalität deutlich bessern. Bei einer Studie an der Universität São Paulo stieg der Östrogenspiegel der Frauen nach vier Monaten Hormon­Yoga um bis zu 254 Prozent. Die Produktivität der Eierstöcke steigerte sich um 75 Prozent. Auch eine US­Studie bestätigte jüngst einen langfristigen Hormoneffekt von Yoga bei Frauen in den Wechseljahren. Zu dieser besonderen Yoga­Art gibt es bereits – wie auch zu Pilates, Gymnastik und anderen Formen von Yoga – Bücher und zahlreiche Kursbangebote in Österreich. Viel Bewegung sollte auch in den Alltag eingebaut werden. Alternativ zum Auto kann man das Fahrrad benützen oder zu Fuß gehen. Statt Lift und Rolltreppen sollten Stufen als Alternative gewählt werden. Welche Sportart ausgeübt wird, sollte individuell entschieden werden. Wichtig ist, dass die Art der Bewegung nicht nur effektiv ist, sondern auch Spaß bereitet.
Collagen und Elastin Collagen sowie Elastin zählen zu den Strukturproteinen. Als Strukturproteine bezeichnet man Eiweißmoleküle, die in erster Linie als Gerüststoffe in Geweben oder Zellen von Lebewesen verstanden werden. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, Zellen ihre Form und dem Gewebe seine Festigkeit und Elastizität zu geben. Collagen und Elastin ähneln sich in der chemischen Zusammensetzung. Im Gegensatz zu Collagen ist Elastin aber elastisch dehnbar. Elastin sorgt vor allem für die Dehnungsfähigkeit – Elastizität – von Blutgefäßen wie der Aorta. Die Elastinfasern in der Haut sind bedeutend für die Elastizität. Elastin zählt zu den Eiweißen, die der Körper selbst bildet. Der Elastinanteil im menschlichen Organismus ist allerdings bedeutend niedriger als der Collagengehalt. Gerade die Kombination aus Collagen und Elastin machen die Dehnbarkeit und Geschmeidigkeit der Haut aus. Beide sorgen dafür, dass die Haut elastisch bleibt und nicht reißt. Collagen ist das Protein, von dem der menschliche Körper am meisten besitzt, wobei 20 verschiedene Collagentypen unterschieden werden. Es ist vor allem in Knochen, Knorpeln, Sehnen sowie in der Haut enthalten. Collagen ist unverzichtbar für ein stabiles Binde­ und Stützgewebe. Der Collagenstoffwechsel bestimmt die Zusammensetzung und Struktur der Haut. Zudem trägt Collagen zur Hautbefeuchtung bei. Collagen speichert nämlich Wasser und schützt damit die Haut vor Austrocknung. Wie können Collagen und Elastin gefördert werden? Nimmt das Collagen im Alter ab, kommt es zu Faltenbildung. Bereits ab dem 25. Lebensjahr verlangsamt sich die Collagensynthese. Dies führt zu einem Ungleichgewicht in der Haut. Mögliche Hautirritationen und vor allem Faltenbildung sind die Folge. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass Collagen in der Schönheitsbehandlung eingesetzt wird. So wird zum Beispiel Collagen, das aus Rinderhäuten gewonnen wird, in Form von Injektionen zur Unterfütterung von Hautfalten verwendet. Die Wirkung dieser Collageninjektionen hält allerdings nur einige Monate an. Körperfremdes Elastin, in Form von Pflegecremes, lässt sich zwar auf die Haut auftragen, es dringt jedoch nicht in diese ein. Cremes und ähnliche Mittel, die eine hautstraffende Wirkung durch Elastin versprechen, sollten daher eher mit Misstrauen genossen werden.
Wichtig bei der Collagenproduktion sind Vitamin C und Kupfer. Vor allem Vitamin C ist essentiell, denn ohne Vitamin C läuft die Collagenproduktion nicht optimal ab. Aber auch Zink spielt eine Rolle in der Erzeugung von körpereigenem Collagen. Darüber hinaus trägt Zink zur Stabilität der Zellwände bei. Wissenschaftler sind sich daher einig: Stimmt die Collagensynthese und die Vitalstoffzufuhr, zeigt sich das in einem jugendlich, straffen Hautzustand. Daher ist es ratsam, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Vitamin C, Zink sowie Kupfer unterstützen die Collagenproduktion und fördern somit ein ebenmäßigeres Hautbild. Die Elastin­ sowie Collagenproduktion im Körper soll auch durch Kieselsäure angeregt werden können. Besonders viel von Kieselsäure findet sich in Haferflocken. Psyche und Wechseljahre
In den Wechseljahren kann es zu depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, leichter Erregbarkeit, Nervosität und Unruhe sowie Schlafstörungen kommen. Etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren berichten von solchen Beschwerden. Dies kann auf die Hormonschwankungen während dieser Zeit zurückgeführt werden. Vor allem der niedrige Östrogenspiegel und das Absinken von Progesteron im Klimakterium verursachen diese Beschwerden. Progesteron etwa gilt als „Hormon der Seele“. Es sorgt im Gehirn für Ruhe und Ausgeglichenheit. Ist das Progesteron erniedrigt, so fehlt es an diesem im Körper selbst produzierten „Beruhigungsmittel“. Da in den Wechseljahren nach und nach weniger von diesem Hormon erzeugt wird, kann auch die Stimmung an einen Tiefpunkt gelangen. Die im Klimakterium häufig beobachtete Unruhe steht in enger Verbindung mit Reizbarkeit und Schlafproblemen. Innere Unruhe kann dazu führen, dass man nachts nicht entspannen kann, was Schlafstörungen zur Folge hat. Durch den fehlenden Schlaf kommt es zu ständiger Müdigkeit und in der Folge zu erhöhter Reizbarkeit. Während des Wechsels leiden viele Frauen unter Antriebsschwäche. Diese ist einerseits hormonell bedingt, andererseits ist sie auf mögliche Schlafstörungen zurückzuführen. Aber auch Eisenmangel, der häufig während des Klimakteriums auftritt, kann Antriebsschwäche auslösen. Neben hormonellen Auslösern und Eisenmangel sind auch mentale Einstellung, das moderne Ideal und das soziale Umfeld oftmals Gründe für seelische Unausgeglichenheit. Vor allem der heutige Jugend­ und Schönheitswahn machen das Älterwerden und somit den natürlichen Prozess des Alterns – das Klimakterium – zu einer Herausforderung. Viele Frauen, die in den Wechsel kommen, denken zuerst: „Ich will keine alte Frau werden!“ Es besteht oft eine regelrechte Panik vor dem Älterwerden. Kritisch wird jede körperliche Veränderung beobachtet und als negativ gewertet. In diesem Fall ist es wichtig, das Altern als natürlichen Lebensvorgang zu akzeptieren. Jeder Mensch wird älter und eine Falte mehr oder weniger bedeutet nicht, dass man unattraktiver wird. Man kann die Wechseljahre als Aufgabe sehen; und zwar als Aufgabe, Veränderungen anzunehmen und sie als Ansatz für neue Möglichkeiten zu sehen. Ist die Psyche während der Wechseljahre negativ beeinträchtigt, ist es in jedem Fall angeraten, Unterstützung zu suchen und anzunehmen, sei es in Form von ärztlicher Hilfe,
Psychotherapie, Entspannungstechniken oder Johanniskrautpräparaten. Mit innerer Balance und guter Stimmung rücken die Wechseljahre nämlich in ein anderes, insbesondere positiveres Licht. Sexualleben in den Wechseljahren Die Wechseljahre gehen bei vielen Frauen mit einer abgeschwächten Libido einher. Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind die trockener werdenden Schleimhäute ein Grund. In den Wechseljahren wird die Scheidenhaut durch den Hormonmangel zunehmend dünner und trockener. Die Elastizität der Scheide lässt nach. Das kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Andererseits können andere Befindlichkeitsstörungen wie
Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Juckreiz die Lust an der Sexualität verderben. Außerdem fühlen sich viele Frauen durch das spürbare Älterwerden weniger attraktiv, was die Libido ebenso einschränken kann. Hinzu kommt aber noch eine direkte hormonelle Wirkung, denn das hormonelle Ungleichgewicht und der insgesamt niedrigere Pegel an weiblichen Geschlechtshormonen dämpfen die Freude am Geschlechtsverkehr. Das Nachlassen der sexuellen Lust während des Klimakteriums ist kein Zeichen von Krankheit, sondern ein Ergebnis verschiedener Faktoren. Eine Frau, die unter diesen eben genannten Beschwerden leidet, aber dennoch auf Sexualität nicht verzichten möchte (und auch nicht soll), muss sich nicht mit den Beschwerden abfinden. So können etwa Gleitcremes die Trockenheit der Scheide gut ausgleichen und zu einer rascheren Scheidenbefeuchtung während des Sexualaktes führen. Sollte dieses Hilfsmittel keinen Erfolg zeigen, so können etwa östrogenhaltige Salben, die lokal angewendet werden, Abhilfe schaffen. Diese Salben beeinflussen nur den Scheidenbereich und wirken sich somit nicht auf den restlichen Körper aus. Oftmals helfen aber auch schon offene Gespräche mit dem Sexualpartner oder mit einer Gynäkologin/einem Gynäkologen, Linderung zu verschaffen. Da das Nachlassen der Lust an der Sexualität während des Klimakteriums häufig mental bedingt ist, können Offenheit und Ehrlichkeit dem Partner gegenüber sowie Rücksichtnahme seinerseits das Vertrauen in den Sexualpartner und sich selbst stärken. Eine Änderung der Einstellung zum eigenen Körper und zum neuen Lebensabschnitt (denn nichts anderes ist das Klimakterium) bringen möglicherweise die Freude an der Sexualität zurück. Frauen sollten zudem die Vorteile der Wechseljahre in punkto Geschlechtsverkehr beachten: Sexualität kann freier und ungezwungener verlaufen, da ungewollte Schwangerschaften nicht zu erwarten sind. Selbsthilfemaßnahmen und Alternativbehandlungen Viele der genannten Veränderungen im weiblichen Körper stellen Belastungen dar. Verlaufen die Beschwerden relativ gemäßigt und beeinträchtigen sie nicht den Alltag und die Befindlichkeit, können oft einfache Maßnahmen Linderungen erzielen. Bei massiver Beeinträchtigung wird jedoch ein Arztbesuch dringend nahe gelegt.
Da Ernährung sowie Bewegung eine besondere Rolle spielen und äußerst viel zum Wohlbefinden der Frau im Wechsel beitragen können, wurden sie bereits gesondert behandelt. Entspannungstechniken können Ruhe und Gelassenheit sowie ein intensiveres Körpergefühl mit sich führen. Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Klangschalenmeditation, Tiefenentspannung, Ayurveda und vieles mehr lassen sich leicht erlernen und erzielen zumeist schnell eine Besserung des Wohlbefindens. Ebenso können Akupunktur und Akupressur Abhilfe bei körperlichen wie psychischen Beschwerden schaffen. Zahlreiche Einrichtungen in Österreich setzen sich mit diesen Alternativen auseinander und bieten Kurse bzw. Anwendungen an. Unterstützend werden im Falle von Wechselbeschwerden zunehmend homöopathische Mittel, Bachblüten und Heilsteine wie der Zitrin eingesetzt. Hierzu gibt es bereits eine Reihe von Fachbüchern, wobei eine Beratung durch einen Spezialisten optimal wäre. Viele Ärzte/Ärztinnen sind inzwischen von der Heilkraft der Alternativmedizin überzeugt und können hierzu Tipps geben oder zumindest Fachkräfte nennen. Mit zunehmendem Alter hat der Körper mehr Ruhebedürfnis. Deshalb sollte auf ausreichend Schlaf geachtet werden. Besonders in den Wechseljahren ist ausreichend Ruhe wichtig, um Nervosität und Gemütserregung zu vermeiden. Typische Hausmittelchen wie Hopfen oder Milch mit Honig können bei leichten Schlafstörungen wahre Wunder wirken. Hopfen in Form von Kapseln hat eine beruhigende Wirkung auf die Nerven und fördert somit einen entspannten Schlaf. Diverse Nerventees und Gute­Nacht­Tees können ebenso zur Unterstützung der Nachtruhe beitragen. Meist handelt es sich dabei um Mischungen aus Lavendel, Baldrian und Melisse. Gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche hilft oft Salbeitee, denn Salbei hemmt die Schweißproduktion. Um Hitzewallungen und Schweißausbrüchen vorzubeugen, sollte man auch luftdurchlässige, leichte Kleidung tragen, wobei auf Kunstfasern möglichst verzichtet werden sollte. Oft bewährt es sich ebenso, kaltes Wasser über die Innenseite der Unterarme fließen zu lassen, was den gesamten Körper erfrischt. Im Falle leichter Gemütsverstimmungen können Johanniskrautpräparate helfen. Hierbei wird aber von einer „Eigenverordnung“ abgeraten. Vor Beginn der Behandlung mit Johanniskraut sollte ein Arzt/eine Ärztin zu Rate gezogen werden, da Johanniskraut Auswirkungen auf
andere Arzneimittel haben kann. Zudem verstärken diverse Faktoren wie Sonnenlicht die Wirkung des Krauts. Neben Johanniskraut unterstützt auch Melisse das seelische Wohlbefinden. Melissentee etwa beruhigt die Nerven und kann ausgleichend wirken. Majoran, Lemongras, Vanille oder Ginseng werden ebenso positive Effekte für das psychische Gleichgewicht zugesprochen. Auf Haut und Haar sollte man während der Wechseljahre besonderen Wert legen. Mit vermehrter und regelmäßiger Pflege lässt sich der natürliche Alterungsprozess verlangsamen. Fetthaltige und feuchtigkeitsspendende Produkte können eine wahre Wohltat für Haut und Haar darstellen. Im Handel gibt es bereits eine große Auswahl an solchen Artikeln, die so individuell sind wie die Wechseljahre der Frau. Angefangen von speziellen Gesichts­ und Körperpflegemitteln über Feuchtigkeitsshampoos bis hin zu Produkten, die an den Alterungsprozess der weiblichen Haut angepasst sind, gibt es eine große Palette, die zur Verfügung steht. Dabei sollte jede Frau auf ihre besonderen Bedürfnisse Rücksicht nehmen und sich anschließend mit den diversen Pflegemitteln verwöhnen. Denn dies hat nicht nur einen positiven Effekt für Haut und Haar, sondern auch für die Seele und das eigene Körperbild. Weiters sollte der Körper von innen gepflegt werden, und zwar durch ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Wichtig ist zudem, die Haut speziell vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Ein Zuviel an UV­Licht, welches von der Sonne abgegeben wird, schadet nämlich der Haut und kann nicht nur zu schnellerer Faltenbildung und Austrocknung der Haut führen, sondern auch das Hautkrebsrisiko beträchtlich erhöhen. Deshalb ist vor allem in den Sommermonaten ein guter Sonnenschutz dringend zu empfehlen. Leidet man an trockenen Augen, sollte man in erster Linie darauf achten, die Augen nicht zu reiben, auch wenn sie noch so sehr jucken. Durch ständiges Reiben werden die Augen nämlich zusätzlich gereizt und das Jucken wird nur verstärkt. Um die Tränenflüssigkeit und somit die Feuchtigkeit des Auges zu fördern, sollte auf man öfters zwinkern. Augengymnastik sorgt zudem für eine Durchblutung des Auges. Dazu genügt es, wenn man die Augäpfel einige Male rollen lässt, ohne dabei den Kopf zu bewegen. In der Apotheke sind zur Förderung der Tränenflüssigkeit Augentropfen erhältlich. Ebenso fördern Fischölkapseln die Befeuchtung des Auges. Trockene Luft, Zugluft und zu langes Arbeiten am Computer sind schädlich und trocknen das Auge aus. Lässt sich die lange Arbeit am Computer jedoch nicht vermeiden, sollten Pausen gemacht werden, in denen man die Augen schließt und sie somit
ruhen lässt. Sollten die Augen sehr gereizt und gerötet sein, kann man Kompressen aus Kamillentee auf die geschlossenen Lider legen. Oberstes Ziel von Selbsthilfe, Medizin und Alternativmedizin ist es, die durch die Wechseljahre bedingten Symptome zu lindern, um der Frau den neuen Lebensabschnitt möglichst angenehm zu gestalten. Die Frau im Klimakterium muss nicht leiden, denn es gibt eine Reihe von Möglichkeiten diese Phase zu genießen und für sich erfolgreich zu nutzen. Die Wechseljahre können einen schönen weiteren Abschnitt des Lebens einleiten.