Selbstbestimmung und
Teilhabe Ethische Grundlagen
Was ist Ethik?
Ethik ist keine Spezialaufgabe für Experten,
sondern betrifft alltägliches Handeln und
alltägliche Entscheidungen eines jeden von
uns.
13.04.2015
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Was ist Ethik?
Ethik ist die Lehre von den Grundlagen und
Forderungen sittlichen Verhaltens der Menschen
untereinander und in der Gesellschaft.
Die ethische Gesamthaltung eines Menschen umfasst
dessen
• Lebensform
• Werteorientierung und
• Sinnhorizonte.
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Ethische Prinzipien
•Vergeltungsrecht: Ius talionis
(„Auge um Auge…“)
„Wie du mir, so ich dir.“, „Rache ist süß.“
dagegen:
„Man soll nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.“
•Prinzip der Gegenseitigkeit:
Do ut des (Geben und Nehmen)
„Eine Hand wäscht die andere.“
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Ethische Prinzipien
Goldene Regel:
Behandle andere so, wie du selbst von Ihnen behandelt
werden willst.
„Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch
keinem andern zu.“
Ethischer Minimalkonsens durch viele Kulturen
• Konfuzius (551-479 v.Chr.)
• Hinduismus (400 v.Chr.)
• Buddhismus (6. Jh v. Chr.)
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Christliche Ethik
Positiv und aktive Formulierung der goldenen Regel:
„Alles nun, was Ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen,
das tut Ihnen auch. (Mt 7, 12)“
„Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“
(3.Buch Mose 19,18); 1500 –1300 v.Chr.
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Beziehungsethik des Jesus von Nazareth
„Wer ist mein Nächster?“
Geschichte vom barmherzigen Samariter
Mt 22,35ff; MK 12, 38 ff; Lk 10, 25 ff
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Beziehungsethik des Jesus von Nazareth
1. Die Teilhabe der Ausgegrenzten
2. Nicht wertende Zuwendung
3. Die Selbstwirksamkeit der Kranken
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Teilhabe der Ausgegrenzten
Der Mensch soll nicht nur das Vertraute lieben und
achten, sondern auch das Fremde, Ausgegrenzte und
Unattraktive.
Diese
Haltung
eröffnet
die
Chance
auf
Grenzüberschreitung und beglückende Begegnung mit
dem Unerwarteten.
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Nicht wertende Zuwendung
Es ist gut, sich einer urteilenden, einschätzenden und
bewertenden Sichtweise zu enthalten. Im Bewusstsein
des eigenen möglichen Irrtums ist höchste Vorsicht
geboten.
Die Chance einer solchen Haltung ist Freiheit und
Offenheit in der Wahrnehmung und die Möglichkeit
einer wirklichen Begegnung.
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Die Selbstwirksamkeit der Kranken
Der andere ist Experte für sein Leben – so wie ich in
Anspruch für mich nehme, Experte für mich selbst zu
sein.
Deshalb ist es im ethischen Sinn gut, das Königreich
des anderen zu achten und auf dessen innere
Heilungskraft und Lebenskompetenz zu vertrauen.
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Ethik und Zeit
Selbstbestimmung kann nur der ermöglichen, der selbst
bestimmt, was er tut und für wesentlich hält. Teilhabe
können nur die vermitteln, die nicht allein kämpfen,
sondern in einer Gemeinschaft gegenseitiger
Unterstützung, Beratung und Anteilnahme arbeiten.
Selbstbestimmung und Teilhabe beginnen mit den
Gestaltungsmöglichkeiten der sozial tätigen
Akteure.
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Ethik als Qualität von Beziehung
Der Kern der Ethik des Jesus von Nazareth ist die
Begegnung mit dem Mitmenschen als dem Nächsten.
Das bedeutet: Ethisches Handeln ist getragen von einer
hohen Qualität von Beziehung. Personale Beziehung
bedingt gutes Handeln.
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Der Dreiklang einer guten Beziehung
Einfühlen – Achten – Wahrhaftigsein
Achten – Wahrhaftigsein – Einfühlen
Wahrhaftigsein – Einfühlen - Achten
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Der Dreiklang einer guten Beziehung
Einfühlen
Unser Einfühlungsvermögen ist die Brücke, auf der wir
zueinander gelangen können. Mit ihrer Hilfe ist es
möglich, die Fremdheit in der Begegnung mit einem
anderen zu überwinden.
Einfühlung ist eine menschliche Grundbegabung und
fordert sowohl unser Denken und Wissen als auch
unsere Intuition, unsere Erfahrungen und Gefühle.
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Der Dreiklang einer guten Beziehung
Achten
Anderen achtsam und mit positiver Wertschätzung zu
begegnen, ist eine Grundbedingung guter Beziehung.
Durch nichtwertendes Verstehen, das Zutrauen in die
Kompetenz und durch die Achtung vor seinen
Entscheidungen kommt mein Gegenüber mit eigenen
Stärken in Kontakt und kann tragfähige Lösungen
entwickeln.
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Der Dreiklang einer guten Beziehung
Wahrhaftigsein
Wahrhaftigsein bedeutet, dem anderen meine Wahrheit
zuzumuten und zuzutrauen, sowohl unterstützend und
bestärkend als auch im Widerspruch und in der
Abgrenzung.
Konstruktiver Streit öffnet die Chance auf wahrhaftige
Begegnung und gemeinsames Wachstum.
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Ethische Grundlagen
von Selbstbestimmung und Teilhabe
„…es gibt nichts Gutes - außer man tut es!“
Viele begückende Erfahrungen bei der Vermehrung des
Guten in Ihrer nächsten Umgebung!
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