Erasmusbericht Salamanca 2012

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Vorbereitung (Planung,
Gasthochschule)
Organisation
&
Bewerbung
bei
der
Ich bin eines Abends nach meinen Lehrveranstaltungen zu einem
Infoabend über einen Erasmusaufenthalt gegangen und war von den
positiven Erfahrungen der Studenten, die die Koordinatorin eingeladen
hatte, sehr begeistert. Für mich war gleich klar, dass ich nach Spanien
gehen wollte, weil die Familie meiner Mutter aus Spanien stammt und ich
das spanische Leben gerne kennen lernen wollte. Da ich am Anfang des 4.
Semesters war als ich mir den Vortrag anhörte ging alles relativ schnell.
Ich musste ein Motivationsschreiben bei meiner Erasmuskoordinatorin
einreichen und darin auch angeben welche meine Rangordnung der
Gasthochschulen sei. Als dies geklärt war hat sich meine Universität mit
der Gasthochschule von jedem ausgewählten Studenten in Kontakt gesetzt.
Ich habe dann darauf gewartet, dass ich Post von der Universidad de
Salamanca bekomme, um zu wissen wie ich weiter vorgehen muss. Von
denen bekam ich dann im Laufe der Zeit einen Brief, der genaustes
beschrieb, von wann bis wann die Fristen für die kommenden
Organisationsschritte seien. Ich musste mich nämlich in einer bestimmten
Frist online in der Gasthochschule einschreiben und bestimmte Dokumente
nach Spanien schicken.
Um eine Unterkunft musste man sich alleine kümmern hieß es. Man hatte
aber die Möglichkeit ins Erasmusbüro in Salamanca zu gehen um dort
weitere Informationen zu Wohnheimen etc. zu bekommen. Ich musste
online auch ankreuzen in welchem Semester ich an der Universidad de
Salamanca studieren würde und von daher wusste ich auch wann ungefähr
die Kurse begannen und somit auch wann ich dort hinfliegen würde.
Unterkunft
Ich wollte vermeiden mit Erasmusstudenten zusammen eine Wohnung zu
mieten, weil ich schließlich nach Spanien gereist bin um so viel Spanisch
wie möglich zu sprechen und zu lernen. Von daher habe ich mich sehr
zeitig (im Juni) um eine Wohnung bemüht. Ich fand auch relativ schnell
eine tolle Wohnung. Zu Fuß war sie sehr nah von der psychologischen
Fakultät gelegen und mit drei spanischen Mitbewohnerinnen in meinem
Alter, mit denen ich mich per Skype in Verbindung gesetzt hatte. Der
Preis für die Unterkunft war auch sehr gut und ließ sich komplett von
meinem Erasmusstipendium bezahlen. Man sollte generell darauf achten,
dass die Wohnungen, die nicht direkt im Zentrum liegen vom PreisLeistungsverhältnis viel lukrativer sind.
Studium an der Gasthochschule
Ich bin schriftlich zu einer Erasmusinfoveranstaltung für alle
Erasmusstudenten der psychologischen Fakultät eingeladen worden.
Gesagt wurde in diesem Brief auch, dass bei dieser Versammlung alles
wichtige gesagt werden würde. So wurde uns dort beispielsweise erklärt
wann und wie wir uns für die Kurse einschreiben können und wie wir den
Studentenausweis bekommen.
Ich habe im Ausland die Chance wahrgenommen neben psychologischen
Fächern auch fakultätsfremde Kurse zu besuchen, um meinen
persönlichen Interessen nachgehen zu können. In meinem Fall sind das
die Philosophie und die Kunst gewesen.
Ich kann mich über meine Professoren in keiner Weise beschweren. Ich
habe mich am Anfang des Semesters bei ihnen vorgestellt und habe ihnen
gesagt, dass ich eine Erasmusstudentin bin, die ein Semester ihren Kurs
besuchen wird und somit war ich dann auch ein bekanntes Gesicht. Wenn
ich in den Vorlesungen zu Fragen Stellung nahm oder selbst eine Frage
stellte, wurde ich stets ernst genommen auch wenn ich den einen oder
anderen grammatikalischen Fehler machte und meine Beiträge wurde in
der Vorlesung ausdiskutiert wie von jedem anderen Studenten auch.
Alltag und Freizeit
Da meine Mitbewohnerinnen alle schon Salamanca kannten und mir gerne
die Stadt zeigen wollten und mir ihre Freunde vorstellten war es für mich
sehr einfach Anschluss zu finden und in einen sehr angenehmen
Freundeskreis aufgenommen zu werden. Ich habe während meines
ganzen Aufenthalts auch die meiste Zeit mit meinen Mitbewohnerinnen
und ihren Freunden verbracht, da wir sofort einen Draht zueinander
gefunden haben. Dies lag mitunter daran, dass ich bereits bei meiner
Ankunft in Spanien sehr gut die Sprache beherrschte und daher auch die
Möglichkeit hatte Freundschaften zu beginnen. Wir haben zusammen ganz
verschiedene Dinge unternommen. Regelmäßig bin ich mit einer Freundin
zum Sport gegangen, mit einer anderen habe ich ab und zu einen
Wochenendtrip gemacht und mit vielen anderen habe ich die
anstrengenden Unitage gemütlich in einer Bar abklingen lassen. Das
Angebot vom Poetryslam bis hin zum Kino oder zu Konzerten ist in
Salamanca wirklich sehr abwechslungsreich und stark von dem
studentischen Einfluss geprägt. Wenn man sich für Kultur interessiert
kann man in Salamanca gar nicht genug davon bekommen, da der alte
Stadtkern sehr vom Kloster- und alten Universitätsleben geprägt ist und
mit einer Menge Mythen und historischen Informationen förmlich
überwachsen ist. Da die Universität auch eine Fakultät der Freien Kunst
besitzt ist auch die Auswahl an kontemporären Kunstgalerien sehr
vielseitig vertreten.
Fazit (beste und schlechteste Erfahrung)
Es gibt eigentlich nicht ein „das Beste“ für mich, da ich wirklich
ununterbrochen meine Zeit genossen habe.
Ich habe akademisch gute Noten erreicht, was ein großes Ziel von mir
war und ich habe Freunde fürs Leben gefunden, mit denen ich unendlich
schöne Momente erleben durfte. Selbst die Prüfungszeit habe ich
genießen könne, weil Salamanca wunderschöne Bibliotheken hat in denen
man angenehm lernen kann. „Das Schlechteste“ was mir passiert ist war,
dass mir eines Tages bewusst wurde, dass ich nur noch einen Monat in
Salamanca sein werde. Es ging mir wirklich sehr nah und meine
spanischen Freunde haben es mir auch nicht leicht gemacht sie dort
zurück zu lassen.
Mein persönliches Fazit ist, dass ich eine wunderbare und richtige
Entscheidung getroffen habe, als ich mich entschieden habe auf die Suche
meiner Wurzeln zu gehen. Ich würde jedem Studenten ans Herz legen
eines Tages eine ähnliche Erfahrung zu machen, da man in jedem
Momenten lernt. Beispielsweise habe ich nicht-psychologische Fächer
gewählt um so meinen persönlichen Horizont erweitern zu können und
Inhalte zu lernen die mein Studium nicht beinhaltet. Aber ich meine auch
noch eine andere Art von Lernen: Man lernt, dass es irgendwie immer
weitergeht im Leben, dass man für alles eine Lösung findet, auch wenn
man sich in dem einen oder anderen Moment schrecklich allein fühlt. Dies
hilft einen an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben und selbstbewusst zu
werden.
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