Wem oder wozu nützt Glaube - Katholische Kirche in Oberösterreich

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Wem oder wozu nützt Glaube
Früher glaubten die Menschen, irrationale Vorgänge würden durch eine Übermacht
herbeigeführt und es entstand der Glaube an Götter, die mächtiger als jedes Lebewesen waren.
Sie entschieden über Leben und Tod und so wurde Jahrhunderte lang geopfert und verbrannt nur um die Götter wohlgesinnt zu stimmen.
Gottseidank ist diese Zeit lange vorbei. Aber in der heutigen Gesellschaft hat Glaube nur am
Rande eine Daseinsberechtigung. In einem Lied der Popgruppe “Die Toten Hosen“ heißt es:
“und da ist ja noch Gott, wenn man sonst niemanden mehr hat“. Dieser Satz trifft heute leider
immer mehr zu. In der immer schneller werdenden Informationsgesellschaft hat man kaum
noch Zeit, sich eine Stunde für die Familie Zeit zu nehmen, geschweige denn um in die Kirche
zu gehen. „Lieber noch eine Stunde schlafen als sich da rein zu setzen“ ist ein oft gebrauchter
Gedanke - auch von mir selbst.
Also wem oder wozu nützt eigentlich heute noch der Glaube an Gott? “Da kann man sich ja
nichts drum kaufen“. Ich bin selber ohne eigenes Zutun in die Gemeinschaft der Kirche
aufgenommen worden- durch den Wunsch meiner Eltern mich zu taufen. So ging ich in die
Jungschar und in die Ministrantenstunde. Unterstützt wurde von meiner Mutter, die viel Wert
darauf legte, mich in einer guten Gemeinschaft zu wissen. Später freute ich mich auf die
Jugendgruppe und werde nun schließlich im Herbst selbst eine Gruppe übernehmen. Für mich
ist die katholische Kirche mehr als nur Religion. Wir sind eine Gemeinschaft, die sich immer
wieder trifft. Es gibt für jede Altersstufe etwas, wie zum Beispiel für die Älteren “Wir über
50“ oder die Seniorenrunde sowie für die ganz Jungen den Kinder- Wortgottesdienst.
Den Großteil meines Freundeskreises lernte ich in der Pfarre kennen. Viele Klassenkollegen
fragten mich noch in der Maturaklasse wie ich denn Ministrantenleiter sein könnte heutzutage! Sie wußten nichts von pfarrlicher Kinderarbeit, kannten nur die Nachteile und
Gerüchte, wie fad und arbeitsaufwendig denn das sei. Für mich waren die Mini- Stunden
allerdings alles andere als fad. Ich freute mich oft auf diese, auch wenn mir es die “kleinen
Teufeln“ nicht immer leicht machten.
Religion wurde in unserer Klasse, so wie in anderen auch, meistens nur als NotenDurschnittsverbesserung genutzt und interessant waren nur Diskussionen und Filme über
Randgruppen und Sekten.
„Kirche ist doch nur was für alte Frauen, die viel Zeit haben! Mir ist das zu fad!“ (Zitat eines
sechzehn- jährigen Schülers)
Mir stellt sich die Frage, wie man ohne Glauben durchs Leben gehen kann. An irgend etwas
muß jeder glauben auch wenn leider das Geld und die Bequemlichkeit immer mehr in den
Mittelpunkt rücken. Ob Glaube an Gott in der Kirche anfängt, muß jeder für sich selber
entscheiden. Jedoch unantastbar ist, dass jeder schon einmal verzweifelt in den Himmel
blickend: „Lieber Gott lass mich die Prüfung bestehen“ betete oder „Lieber Gott bitte lass
mich, ihn oder sie wieder gesund werden“- das ist unbestreitbar!
Abschließend möchte ich noch ein bekanntes und faszinierendes Beispiel erwähnen: Wer half
Mutter Theresia? Von wem bekam sie die Kraft bis ins hohe Alter so tatkräftig in der Pflege
von kranken Menschen mitzuhelfen?
Michael Rothmann (19 Jahre)
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