Thomas Heins berufliches Zuhause sind die Flüsse und

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Wissenschaftspreise 2007 verliehen
Land Niederösterreich würdigt WissenschaftlerInnen in der
Donau-Universität Krems
Krems (kpr). Die diesjährigen Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich wurden am 9. November 2007 im Rahmen eines Festaktes im Audimax der
Donau-Universität Krems durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überreicht.
Ausgezeichnet wurden heuer insgesamt neun WissenschaftlerInnen und
ErwachsenenbildnerInnen für Lebenswerke und herausragende wissenschaftliche Projekte aus den verschiedensten Disziplinen. Der Landeshauptmann
betonte die Bedeutung der Leistungen der PreisträgerInnen und deren
wertvollen Beitrag zur Bildungs- und Wissenschaftslandschaft
Niederösterreichs.
Das Land Niederösterreich ehrt und fördert jährlich herausragende ForscherInnen in
den Kategorien „Wissenschaft“ und „Erwachsenenbildung“, die durch ihre Arbeiten
einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes
leisten. 2007 wurden drei Würdigungspreise für das Lebenswerk und sechs
Anerkennungspreise für herausragende Projekte verliehen.
„In einer Zeit des sozialen und kulturellen Wandels sind Wissenschaft und Forschung
sowie Bildung und lebenslanges Lernen maßgebliche Faktoren für die Zukunft
unseres Landes“, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Rahmen der
Preisverleihung. „Mit dem Niederösterreichischen Wissenschaftspreis möchten wir
den hohen Stellenwert der Förderung von Bildung und Wissenschaft unterstreichen.
Am Standort Niederösterreich sind Forschung und Bildung der Schlüssel auf dem
Weg zu wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Wohlstand.“
Würdigungspreise für Geologen und Historiker
Die diesjährigen Würdigungspreise für Wissenschaft wurden Prof. Dr. Godfrid
Wessely und Univ.-Prof. Dr. Karl Brunner verliehen.
Mit Godfrid Wessely ehrt das Land Niederösterreich einen seiner profiliertesten
Geologen, der nicht nur mit der Oberflächengeologie des Landes vertraut ist, er kennt
aus seiner beruflichen Tätigkeit als Chefgeologe der Österreichischen
Mineralölverwaltung (OMV) auch den geologischen Tiefbau der bedeutenden
geologischen Strukturen Niederösterreichs wie dem Wiener Becken, der Waschbergund Molassezone und im Besonderen die kalkalpinen Bereiche. Durch die
Erkenntnisse seiner Tiefbohrprojekte um 4000 Meter wurde der moderne Grundstein
zur Aufschlüsselung des Baus der Alpen, der Molassezone und des Wiener Beckens
gelegt.
Der Historiker Karl Brunner widmete einen großen Teil seines Wirkens
Niederösterreich. Er absolvierte das Studium der Geschichte, Philosophie und
Germanistik an der Universität Wien. 1969 wurde er Universitätsassistent am Institut
für Österreichische Geschichtsforschung. Gemeinsam mit Heinrich Fichtenau
übernahm Brunner 1976 die überaus erfolgreiche Gestaltung der Landesausstellung
„Die Kuenringer“ im Stift Zwettl. Von 1990 bis 1995 leitete er das Projekt „Integrative
Geschichte“ und die Arbeitsgemeinschaft „Geschichte und Umwelt“ an der
Wissenschaftlichen Landesakademie Krems. Seit 1999 ist Brunner Gründungs- und
Vorstandsmitglied des Vereins „Netzwerk Geschichte“, einer
Unterstützungseinrichtung für Arbeitsuchende HistorikerInnen in Zusammenarbeit mit
der Niederösterreichischen Landesregierung und dem AMS Niederösterreich. Seit
2002 ist Brunner Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung.
Neben all seinen zahlreichen Aktivitäten erwarb sich Karl Brunner durch die
Veröffentlichung von mehr als hundert wissenschaftlichen Arbeiten, Büchern,
Katalogen und Aufsätzen, internationale Anerkennung.
Anerkennungspreise: Von Paläontologie bis Philosophie
Anerkennungspreise in der Kategorie Wissenschaft erhielten der Paläontologe Mag.
Dr. Andreas Kroh, der Ökologe Univ.-Doz. Mag. Dr. Thomas Hein, die Historikerin
Mag. Dr. Barbara Staudinger und die Philosophin Dr. Sophie Loidolt.
Andreas Kroh kann auf hervorragende Leistungen in seiner noch jungen
Wissenschaftslaufbahn verweisen. 30 Publikationen umfasst der derzeitige „Record“
neben zahlreichen „Abstracts“ und Kongressbeiträgen des 31-jährigen
Nachwuchswissenschaftlers. Aus diesem beeindruckenden Œuvre ist seine
Begeisterung für Seeigel ersichtlich, die er auch in launigen Vorträgen über die
kulinarischen Vorzüge dieser Tiergruppe vermittelt. Seit 2005 ist Kroh im
Naturhistorischen Museum tätig, wo er unter anderem die Paläozoische Sammlung
und die Sammlung der Echinodermaten (Stachelhäuter) sowie die Inventardatenbank
betreut.
Thomas Heins berufliches Zuhause sind die Flüsse und Augewässer. In den
vergangenen 15 Jahren konzentrierte er sich konsequent auf seine Karriere in der
Gewässerökologie und zählt heute zu den großen Hoffnungen der österreichischen
Limnologie. Seine Studien über die Ökosysteme von Gewässern tragen wesentlich
dazu bei, die Bedeutung von groß angelegten Gewässervernetzungsprogrammen,
wie sie in den letzten Jahren in den niederösterreichischen Donauauen durchgeführt
wurde, zu bewerten. Mit der Gründung des WasserClusters Lunz, des
Interuniversitären Zentrums für die Erforschung Aquatischer Ökosysteme, einer
Kooperation zwischen der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur und der
Donau-Universität Krems, fand Thomas Hein eine neue Wirkungsstätte. Seit 2006 ist
er Leiter von BioFrames, einer der drei Arbeitsgruppen in Lunz.
Die Historikerin und Judaistin Mag. Dr. Barbara Staudinger hat sich in ihrer
Laufbahn intensiv mit der Geschichte der Juden in Niederösterreich im 16. und 17.
Jahrhundert befasst. Wodurch sie in der bedeutenden Publikation „Österreichische
Geschichte“ einen maßgeblichen Beitrag über die Juden in Österreich geleistet hat.
Staudinger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Juden in
Österreich. Von 2005 bis 2007 war sie Kuratorin an dem im Aufbau befindlichen
Jüdischen Museum in München.
Ein Anerkennungspreis im Bereich Philosophie geht an Dr. Sophie Loidolt. Loidolt
setzt sich mit verschiedenen rechtsphänomenologischen Positionen auseinander und
liefert auf diese Weise eine bisher so noch nicht vorliegende systematische
Aufarbeitung rechtsphänomenologischer Ansätze. Dabei ging es ihr um eine
Vermittlerfunktion im Dialog von Rechtsphilosophie und Rechtswissenschaft. Die
gebürtige Neunkirchnerin stellt ihre philosophische Kompetenz auf äußerst
eindrucksvolle Weise unter Beweis. Ihre Leistung ist umso beachtenswerter als sie
neben ihrem Philosophiestudium an der Universität Wien auch praktisch tätig war und
u. a. bei der Organisation der Theaterfestspiele Reichenau mitwirkte, deren Leitung
sie nun inne hat.
Auszeichnungen für Erwachsenenbildner
Das Land Niederösterreich ehrt und fördert jährlich auch Engagement und Verdienste
im Bereich der Erwachsenenbildung. Der Würdigungspreis in dieser Kategorie geht
2007 an HR Hon. Prof. Dr. Hermann Steininger, der an der Universität Wien das
Studium der Geschichte, Germanistik und Volkskunde absolvierte. 1964 trat
Steininger in den niederösterreichischen Landesdienst ein, wo er mit dem Aufbau und
der Leitung der volkskundlichen Abteilung im Niederösterreichischen Landesmuseum
betraut wurde. 1973 wechselte er in die Niederösterreichische Landesbibliothek. Der
neue Arbeitsbereich umfasste die Betreuung von Burgenarchiv und
Ansichtensammlung sowie die Literaturdokumentation – vor allem zur
niederösterreichischen Landes- und Volkskunde. Mit seinen wissenschaftlichen
Arbeiten machte sich Hermann Steininger einen Namen in der Museumsszene und
wurde mit der Vertretung Niederösterreichs in der Kommission für den
österreichischen Volkskundeatlas betraut.
Die Anerkennungspreise in der Kategorie Erwachsenenbildung gehen 2007 an Mag.
Thomas Dostal vom Österreichischen Volkshochschularchiv und Dr. Peter Coreth,
dem Leiter des Museum Humanum.
Der Zeithistoriker Dostal hat innerhalb nur weniger Jahre verdienstvolle, da fachlich
auf hohem Niveau stehende und zugleich thematisches Neuland betretende, Studien
verfasst, die zu den Standardwerken der österreichischen
Erwachsenenbildungsgeschichte zählen. Seit 1998 arbeitet er bei zahlreichen
Forschungsprojekten im Rahmen des Österreichischen Volkshochschularchivs mit,
unter anderen zur Geschichte des Verbands Niederösterreichischer
Volkshochschulen.
Vor zehn Jahren eröffnete Peter Coreth das Museum Humanum im Gutshof von
Fratres an der Grenze zur Tschechischen Republik, wo seine anthropologische
Studiensammlung Heimat fand. Coreth präsentiert die Menschheitsgeschichte
anhand von Objekten verschiedenster Kulturkreise, die er nebeneinander stellt und
erschließt damit Zusammenhänge, die sich sonst dem Betrachter nicht eröffnen. Der
Werdegang von Peter Coreth ist das beste Beispiel für interkulturelle Metamorphose:
Coreth studierte Politikwissenschaft in Salzburg und Nairobi, war als Redakteur für
Außenpolitik bei den „Salzburger Nachrichten“ tätig. Über die äußeren „Codes“ der
Politik begann er sich für Bedeutungstransfer mythologischer, religiöser und
kultureller „Zeichen“ zu interessieren und daran zu forschen.
(12.11.2007)
Bilder:
PreistraegerInnen_Wissenschaft.jpg: v.li.: Godfrid Wessely, Karl Brunner, Andreas
Kroh, LH Erwin Pröll, Thomas Hein, Barbara Staudinger, Sophie Loidolt (Foto:
Donau-Universität Krems/Andrea Müller)
PreistraegerInnen_EB.jpg: v.li: Peter Coreth, Hermann Steininger, LH, Erwin Pröll,
Thomas Dostal (Foto: Donau-Universität Krems/Andrea Müller)
Die Bilder dürfen ausschließlich in redaktionellen Medienberichten über die Donau-Universität Krems verwendet
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Rückfragen und Fotos
Mag. Ingrid Ladner
Kommunikation, Marketing & PR
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2253
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www.donau-uni.ac.at
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