Erstellt durch:
Dittmar Hackbusch
Reinhard Maier
Eric Schneider
Multiplikatorenfortbildung Hessen
Berufsfeld: Kfz
Lernfeld 9
Doppelkupplungsgetriebe PDK
Lernsituation: Der Fahrer bemängelt ein deutlich wahrnehmbares Ruckeln
beim Anfahren oder im Kriechbereich. Das Fahrzeug fährt beim Loslassen der
Bremse nicht an!
Um den Fehler eingrenzen zu können, müssen umfangreiche Kenntnisse über
Funktion und Wirkungsweise des PDK vorhanden sein. Diese sollen mit den
folgenden Aufgaben erarbeitet werden.
1. Erklären Sie den Aufbau und das Funktionsprinzip des
Doppelkupplungsgetriebes.
1
2
3
4
5
6
7
8
Kupplungsgehäuse
Lamellenpaket 1
Lamellenpaket 2
Zweimassenschwungrad
Getriebegehäuse
Abtriebswelle
Antriebswelle 1
Antriebswelle 2
9 Schaltschwinge
10Zylinderleiste
11Ölwanne mit Ölfilter
12HangOn Allradgehäuse
13Elektr. gest. Lamellenkupplung
14Beveloidverzahnung
15Parksperrenbetätigung
Funktionsprinzip Die zwei Teilgetriebe des Porsche Doppelkupplungsgetriebes (PDK)
bestehen aus je einer Lamellenkupplung und einer Antriebswelle. Jedes Teilgetriebe ist dabei
funktional wie ein Handschaltgetriebe aufgebaut und in seiner konstruktiven Ausführung äußerst
kompakt. Die Antriebswellen der Teilgetriebe wirken auf eine gemeinsame Vorgelegewelle und
von dort aus über eine Konstante auf die Abtriebswelle. Die Abtriebswelle ist über den
Abtriebsflansch mit der Kardanwelle verbunden, welche über das Hinterachsgetriebe die Räder
antreibt. Bei der Allradvariante erfolgt der Abtrieb über die HangOn-Allrad-Kupplung, dem
Beveloidrädersatz und der Verbindungswelle direkt auf das Vorderachsgetriebe und damit auf die
Antriebswellen der Räder. Die Steuerung sowohl der Kupplungen als auch die Schaltfunktionen
der einzelnen Teilgetriebe erfolgt über eine hydraulische Steuereinheit im unteren Teil des
Getriebes.
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Doppelkupplungsgetriebe PDK
2. Beschreiben Sie anhand der Abbildung das Getriebekonzept des
Panamera.
Das neue Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) überzeugt durch folgenden Kundennutzen:
• Deutlich schnellere Schaltvorgänge ohne spürbare Zugkraftunterbrechung durch schnelle
Überblendung der Aus- und Einkupplungsvorgänge, zügige Gangwechsel und kurze Reaktionszeiten.
• Sehr hoher Fahrkomfort durch sanfte, automatisierte Kupplungs- und Schaltvorgänge
• Direkte Anbindung an den Motor (ohne Gummibandeffekt eines Drehmomentwandlers)
• Hohe Anfahrdynamik durch einen kurz ausgelegten 1. Gang mit raschem Wechsel in den
vorgewählten 2. Gang
• Direkte und schnelle Mehrfachrückschaltungen bei spontaner Leistungsanforderung
• Deutlich erweiterte Funktionsumfänge wie z.B. die Launch Control (mit optionalem Sport Chrono
Paket Plus) und performanceorientierte Schaltvorgänge mit Momentenüberhöhung
• Kraftstoff- und Emissionseinsparungen durch zusätzlichen 7. Gang und einer Gesamtspreizung von
10,1 mit deutlich reduziertem Drehzahlniveau
• Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2 -Emissionen durch hohen Gesamtwirkungsgrad
und vereinfachte Start-Stop-Anbindung
• Reduzierung des Systemgewichts gegenüber einer konventionellen Allradautomatik um ca. 15 kg
• Neues Zweimassenschwungrad zur Vibrations- und Geräuschreduzierung
3. Beschreiben Sie die Schaltoptionen des PDK-Getriebes von Porsche.
P._Parken________________
R._Rückwärts_____________
N._Neutral_______________
D._Drive (auto. Schalten)
M._Manuelles Schalten____
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Doppelkupplungsgetriebe PDK
4. Welche Parameter werden zur Getriebeadaption im Getriebesteuergerät
verarbeitet?
1. Bedienelemente
6. Motormoment
2. Fahrpedal
7. Geschwindigkeit
3. Bremspedal
8. Quer.- und Längsbeschleunigung
4. Lenkwinkel
9. Höhe und Steigung
5. Motordrehzahl
10. Hydrauliköl-Temperatur
5. Nenne und beschreibe die 6 möglichen Anfahrvorgänge!
Beispiel:
Seiten 23-25 im Dokument
Anfahren mit Fahrpedalstellung< 10%
6. Warum verwendet man die Kupplung 1 (Pos.Nr. 2) im ersten Gang?
_Formel!_____Durch den größeren Radius und der größeren Fläche, kann ein höheres
Moment übertragen werden__________________________________________
7. Was ist beim Abschleppen zu beachten?
Ein Anschleppen des Fahrzeuges ist nicht möglich und sollte auch wegen der Gefahr eines
Getriebeschadens nicht versucht werden.
Bei stehendem Motor ist eine ausreichende Schmierung des Getriebes nicht gewährleistet.
Deshalb sind folgende Punkte zu beachten:
1. Wählhebelstellung „N“ einlegen
2. Höchstgeschwindigkeit 50 km/h
3. Maximale Schleppentfernung 50 km
4. Bei größeren Schleppentfernungen muss das Fahrzeug auf einem Anhänger transportiert
werden.
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Doppelkupplungsgetriebe PDK
8. Beschreiben Sie die Wirkungsweise des Anfahrassistenten!
Dies kann Ursache der beschriebenen Lernsituation sein!
Wird an einer Steigung über 5 % angehalten wird der Fahrer die Bremse betätigen und einen
bestimmten Bremsdruck einsteuern. Wird nun zum Anfahren vom Bremspedal auf das
Fahrpedal gewechselt wird der eingesteuerte Bremsdruck solange gehalten bis das Fahrzeug
anfährt. Damit wird verhindert, dass das Fahrzeug in der Zeit des Pedalwechsels zurückrollt.
Die Maximalzeit der Rückrollverhinderung liegt bei 2 Sekunden.
Wird an einer Steigung angehalten ohne die Bremse zu betätigen, wird über die Kupplung
Moment an das Getriebe geleitet, so dass ein Rückrollen verhindert wird, jedoch wird auch
diese Funktion nach 2 Sekunden abgeschaltet und die Kupplung geöffnet.
9. Beschreiben Sie Wechselintervalle der Ölsorten im PDK und worauf ist
bei der Befüllung zu beachten?
Dies kann Ursache der beschriebenen Lernsituation sein!

Um den Radsatz zu schmieren befinden sich 2,95 Liter Mobilube PTX Formula A (SAE 75W90) GL4.5 im Getriebe.

Als Hydrauliköl werden 5,2 Liter Pentosin Gear Oil FFL3 verwendet.
Der Wechselintervall beträgt beim Hydrauliköl 90.000 km und beim Radsatzöl 180.000 km.
Wichtig für einen problemlosen Betrieb des Getriebes ist ein richtiger Ölstand des
Hydrauliköles. Um diesen zu kontrollieren bzw. zu berichtigen müssen folgende
Voraussetzungen erfüllt sein:

Motor läuft im Leerlauf

Fahrzeug muss in Längs- und Querachse waagerecht stehen

Hydrauliköltemperatur zwischen 30 und 60°C

Wählhebelposition „P“

Der Kupplungskühlvolumenstrom muss abgeschaltet sein (mit PIWIS Tester im
Ölbefüllmodus)

Beschriebene Zustände ca. 1 Minute halten, damit sich das Öl beruhigen kann

Verschlussschraube der Ölüberlaufbohrung öffnen und auslaufendes Öl auffangen, bis
das auslaufende Öl nur noch Tropfen ergibt

Läuft kein Öl aus, Kupplungsöl nachfüllen, bis Öl an Ölüberlaufbohrung austritt

Um Schäden an den Kupplungen zu vermeiden, muss die Prozedur nach 5 Minuten
abgeschlossen sein (PIWIS Tester verlässt automatisch den Ölbefüllmodus)
Es müssen in jedem Falle die Vorgaben im Reparaturleitfaden eingehalten werden. Sollte das
hydraulische Steuergerät getauscht werden, muss darüber hinaus noch darauf geachtet
werden, dass die Schaltstangen und Kupplungen entlüftet werden und das hydraulische
Steuergerät selbst noch angelernt werden muss.
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Doppelkupplungsgetriebe PDK
10. Wann wird eine „Touchpoint“ Adaption durchgeführt und beschreiben
Sie die Vorgehensweise.
Fehlerspeicher auslesen und gegebenenfalls Fehler löschen
PDK Steuergerät auf neuesten Stand programmieren **)
Motor Leerlauf Adaption in „N“ oder „P“ **) ***)
a. erst Adaption ohne Klima: Motor ca. 3 Min. in Leerlauf (ECO - Taste)
b. dann Adaption mit Klima: Motor ca. 3 Min. in Leerlauf (Auto - Taste)
c.
Touchpoint Adaption mit Leerlaufadaption (Empfehlung 2 x
durchführen) **)
d. vorher mind. 20 Schaltungen ausführen (z.B. in „M“)
e. erst ohne Klima: Fahrzeug ca. 3 Min. in „D“ mit Fußbremse ohne Fahrpedal
festbremsen (ECO-Taste)
f. dann mit Klima: Fahrzeug ca. 3 Min. in „D“ mit Fußbremse ohne Fahrpedal
festbrensen (Auto - Taste)
11. In welchen Fahrzustand wird eine „Clutch fill“ Adaption durchgeführt
und beschreiben Sie die Vorgehensweise.
Clutch fill Adaption durchführen
a. ca. - 5 Kilometer Konstantfahrt im 6. Gang bei 1500 - 3000 1/min
b. ca. - 5 Kilometer Konstantfahrt im 5. Gang bei 1500 - 3000 1/min
c. mindestens 5 x Schubbetrieb im 7. Gang (ca. 2000 - 1100 1/min)
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Arbeitsblätter Lehrer Löser