Ausführlichere Informationen zum Vortrag

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Territorial - und Besitzverhalten
Revier und Revierverhalten bei Tieren:
 auch Territorium oder Eigenbezirk genannt, welches gegen best. od. alle Artgenossen verteidigt
wird;
 wie z.B. Dachse und Hamster, leben in best. Gebieten, aus denen sie alle Artgenossen vertreiben;
 welche Artgenossen vertrieben werden, hängt von vielen Umständen ab: manchmal alle
Artgenossen außer eigene Jungen vertrieben, häufig nur gleichgeschlechtl. Tiere (außer eigene
Jungen), oft alle außer den individuell bekannten Gruppenmitgliedern bzw. außer Tieren mit einem
best. Nestgeruch o. ä.;
 in manchen Fällen werden auch Angehörige anderer Arten vertrieben, z.B. bei vielen Ameisen 
interspezifische Reviere;
 finden dort alles, was sie zum Leben benötigen: Nahrung, Wasser, Schlafstellen u. Verstecke;
 Reviere gibt bei allen Wirbeltierklassen u. bei einigen wirbellosen Tieren (Insekten, Spinnen,
Krebse);
 als Revierbesitzer kann Einzeltier fungieren, ein Paar (bei Singvögeln häufig), eine Gruppe (häufig
bei Carnivoren) u. ein anonymer Verband od. Staat (z.B. Ameisenstaaten);
 Revierverhalten kann stark von Jahreszeit u. von anderen Umständen (z.B. Ernährungslage)
abhängen;
 in vielen Fällen wird Revier nur für Fortpflanzung besetzt, im Extrem nur kurzfristig bestehendes
Balzrevier;
 Brutrevier: (Folie Klett Verlag Nr. 17 - Mitte)
 während d. Brutzeit verteidigtes Revier, in dem auch das Nest od. d. Brutplatz liegt;
 oft wesentl. kleiner als Streifgebiet des übrigen Jahres, bei Zugvögeln liegt es davon
weit entfernt;
 werden auch von Gruppen besetzt, die auch gemeinsame Nester bauen (z.B. bei
manchen Webervögeln);
 bei Koloniebrütern ist Brutrevier oft winzig klein, wird aber trotzdem gegen die Nachbarn
verteidigt;
 zum Revierverhalten gehört Markieren d. Grenzen (Markierverhalten), Drohverhalten u. evtl. d.
Kampf (Kampfverhalten); (Folie 17 / Bilder Mitte, rechts u. unten, links (Markier)/ Bild unten, rechts
(Droh);
 Drohverhalten u. Kampfverhalten sind Mittel zur Verteidigung u. Eroberung eines Reviers;
 Drohverhalten:
 Handlungen, die einen Gegner einschüchtern od. zum Rückzug veranlassen sollen,
bevor es zum eigentl. Kampf kommt;
 optisches u. akustisches Drohverhalten;
 Kampfverhalten:
 innerartliche Kämpfe;
 meist um Revier od. um einen Sexualpartner;
 in soz. Verbänden auch Rangordnungskämpfe;
 gibt best. Regeln, durch die Verletzungsgefahr sinkt;
 bes. bei Tieren mit gefährlichen Waffen Kommentkampf, u. bei anderen ohne starke
Waffen Beschädigungskampf, weil gar keine Mittel zur Verletzung;
 Verteidigung d. Reviers kann zeitabhängig sein z.B. Hauskatzen verteidigen best. Bereiche ihres
Jagdreviers nur zu festen Tageszeiten, während sich zu anderen Zeiten Nachbartiere dort
aufhalten dürfen;
 2 Reviernachbarn kämpfen nach Reviergründung höchst selten gegeneinander;
 Revierbesitzer großes Überlegenheitsgefühl, sowie gute Ortskenntnis und Verteidigung d.
Nachwuchses  lassen ihn weit über seine eigentlichen Kräfte hinauswachsen  verliert fast nie;
 aber mit zunehmender Entfernung vom Inneren eines Reviers nimmt auch Handlungsbereitschaft
zur Verteidigung d. Reviers ab  starke Tiere können keine überdimensional großen Reviere
einnehmen  schwächere Tiere können so auch Reviere erhalten, aber meist mit schlechteren
Lebensbedingungen  bei Besetzung u. Verteidigung findet Auslese statt;
 wenn Grenzen einmal bekannt, werden sie von Nachbartieren meist respektiert  Aufwand für
Verteidigung wird reduziert;
 es läßt sich ein inneres Revier von einem weiteren Streifgebiet unterscheiden, welches regelmäßig
aufgesucht, aber nicht verteidigt wird;
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 manchmal besetzen die Männchen einer Art ein Revier, das von den Weibchen weiter aufgeteilt
wird, z.B. beim Buntbarsch halten sich meistens mehrere Weibchen im Revier des Männchen auf,
wobei dieses alle Weibchenreviere durchschwimmen darf, die Weibchen aber nicht ihre Reviere
untereinander;
 Reviere müssen grundsätzlich für die auszuschließenden Artgenossen kenntlich sein 
Markierverhalten (Kennzeichnung d. Reviergrenzen durch Duftmarken aus Kot, Harn od. dem
Sekret v. Duftdrüsen);
 Bsp. für Revierkennzeichnungen:
 Bären: Scheuern an Baumstämmen  Hautsekrete als Duftmarke,
optische Marken vom Wetzen d. Krallen;
 Vögel  Gesang u. Rufe von hohen Bäumen, optische Marken sind
Balzflüge (Grünfink od. Baumpieper), solche Flüge auch bei
Prachtlibellen;
 aber auch bei Fröschen u. Säugetieren: Brüllaffe  Markierung
durch gemeinsamen Gesang;
 laufendes Markieren u. Drohen gegen Nachbarn gehört aber zum unerläßlichen Aufwand;
 heftige Kämpfe nur beim Besetzen (z.B. Ankunft v. Zugvögeln im Brutgebiet) bzw. beim Eindringen
eines revierlosen Tieres (z.B. das Eindringen von Löwenmännchen in das Revier eines von
anderen Männchen beherrschten Rudels);
 Revierverhalten ist eigennütziges Verhalten, das Weitergabe d. eigenen Erbgutes fördert;
dient d. Ausbreitung d. einer Art u. d. schnellen Wiederbesiedlung v. unbesetzten Gebieten;
Tiere einer Art verteilen sich ziemlich gleichmäßig über den ihnen zur Verfügung stehenden
Lebensraum;
bei Tieren mit ausgeprägten Revierverhalten kommt es selten zur Überbevölkerung u. den damit
verbundenen neg. Auswirkungen wie soz. Streß;
Menschliches Territorialverhalten:
 kulturenvergleichende Untersuchungen haben ergeben, daß bei allen menschl. Völkern Territorien
eingenommen, gekennzeichnet u. verteidigt werden;
 gibt aber deutliche Unterschiede in der Art u. Weise, wie das geschieht;
 Unterschiede stehen in engen Beziehungen zu den ökolog. U. ökonom. Bedingungen d. Völker;
 bei ackerbauenden Völkern Grenzen viel genauer festgelegt u. Heftig verteidigt als bei Jägern u.
Sammlern, deren Gebiete sich manchmal überschneiden;
 Jäger u. Sammler besitzen Gruppenreviere, Ackerbauern meist Einzel- od. Familienbesitz;
 bei allen Stämmen wurden Traditionen u. Gesetze festgestellt, durch die territorialer Besitz
geschützt wird;
 Zäune u. Mauern bezeichnen Reviergrenzen u. werden respektiert;
 Revierverhalten beim Menschen äußert sich auch in Platzgewohnheiten u. Einhalten von
Individualdistanzen;
 menschl. Streben nach Besitz hat starke stammesgeschichtl. Grundlagen;
Funktion von Revieren:
 Sicherung einer hinreichenden Ernährung;
 Schutz der Jungtiere;
 Zugang zu Sexualpartnern;
 Zugang zu sicheren Unterschlupfen;
Aufgaben:
1. Nennen Sie wesentliche Funktionen eines Reviers!
2. Nennen Sie Beispiele für Kampf- , Droh- und Markierverhalten beim Menschen und bei Tieren !
(nach einem Kurzvortrag im Grundkurs Biologie am 12.3.1998 gehalten von Nicky Hoff, am F.Schiller-Gymnasium Bad Lausick
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