Unterrichtsausarbeitung Leistungskurs Produktion

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Unterrichtsausarbeitung
Leistungskurs Produktion
1. Arten der Produktion
 Primäre Produktion (Urerzeugung)
 Sekundäre Produktion (Weiterverarbeitung)
 Tertiäre Produktion (Dienstleistungen)
2. Produktionsfaktoren
Output
Produktionsfaktoren
2.1 Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren
 Arbeit
 Boden
 Kapital
2.2 Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren
Elementarfaktoren
Dispositiver Faktor
 Ausführende Arbeit
 Betriebsmittel
 Werkstoffe
 Rohstoffe
 Hilfsstoffe
 Betriebsstoffe
Definitionen und Beispiele geben und finden lassen!
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2.2 Effizienzkriterien des Einsatzes von Produktionsfaktoren
2.2.1. Ausführende Arbeit
2.2.1.1. Effizienzfaktoren bezogen auf die Person des Arbeiters
Leistungsfähigkeit
Leistungsbereitschaft
Ausbildung
Körperliche Konstitution
Motivation
Bestimmungsfaktoren für Motivation (angemessene Anforderungen,
Verantwortung, Entscheidungskompetenz, Betriebsklima, Entlohnung
erarbeiten!)
Möglichkeiten zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit (Fortbildung,
Bildungsurlaub, Sport, Kur) erarbeiten.
2.2.1.2. Effizienzfaktoren bezogen auf die Entlohnung des Arbeiters
Entlohnung ist ein wesentlicher Motivationsfaktor. Ungerechte Entlohnung führt
zu Demotivation  Objektive Arbeitsbewertungsverfahren
2.2.1.2.1. Arbeitswertstudien
Arbeitswertstudien bewerten bestimmte Arbeiten und setzen sie anschließend in
Lohnsätze objektiv (ohne Berücksichtung eines speziellen Arbeitnehmers) um
Man unterscheidet
 Summarische Methoden
Hier werden die Schwierigkeitsgrade im Ganzen geschätzt und
o konkret beschrieben (Rangfogeverfahren) oder
Lohngruppe 1: Zwischenfutter kleben
Lohngruppe 2: Futterleder spalten
o allgemein beschrieben (Lohngruppenverfahren)
Lohngruppe 1: Einfache Tätigkeiten mit kurzem Anlernen ohne Verantwortung
Lohngruppe 1: Koplexere Tätigkeiten mit längerer Anlernzeit ohne ...
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 Analytische Verfahren
Eine Arbeitsaufgabe wird in einzelne Anforderungsarten unterteilt und
bewertet.
Anforderungsarten sind (z.B. nach dem Genfer Schema (1950) oder
REFA Reichsausschuss für Arbeitsermittlung):
Anforderungsart
Können
Untergliederung
Ausbildung; Erfahrung, Geschicklichkeit
Was einer mitbringt
Verantwortung
Für Erzeugnisse und Betriebsmittel, für
Welchen Schaden kann einer Arbeitsablauf, Betriebsfrieden,Sicherheit
anrichten?
Arbeitsbelastung
Geistige und körperliche Anstrengung
Was einen mitnimmt
Arbeitsbedingungen
Was einen behindert
z.B. Temperatur, Nässe, Staub, Lärm,
Unfallgefahr
Verfahren der analytischen Methoden nach Arbeitsblatt analyt_1 erarbeiten
lassen:
Beim Rangreihenverfahren wird jede Arbeit auf die vier Anforderungsarten hin
untersucht und erhält für jede eine Rangziffer (Punkte). Die Summe der
Rangziffern ergeben den Arbeitswert der entsprechenden Arbeit
Beim Stufenwertzahlverfahren wird wie beim Rangreihenverfahren
vorgegangen, es werden aber die einzelnen Anforderungsarten entsprechend
ihrer Wichtigkeit für den Betrieb gewichtet.
Beispiel für Umwandlung der errechneten Gesamtarbeitswerte in Lohngruppen (siehe auch
Arbeitsblatt Analyt_2)
Übungsaufgabe zum Stufenwertzahlverfahren: Aufgabe 1 auf Analyt_2
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Die Lohngruppe VI wurde als Basis (=100%) ausgewählt und heißt Ecklohn
Die Steigerung des Grundlohnes von Arbeitswert zu Arbeitswert kann linear,
progressiv oder unregelmäßig erfolgen.
Bei linearem Anstieg
 ist der Steigerungsfaktor des Grundlohnes (Lohnzuwachs pro
Arbeitswertpunkt):
st = (Höchstlohn-Mindestlohn) / (Höchstarbeitswert-Mindestarbeitswert)
 ist damit der Grundlohn für einen beliebigen Arbeitswert (AW1):
Grundlohn = Mindestlohn + st (AW1 – Mindestarbeitswert)
Beispiele/Übungsaufgaben nächste Seite
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Beispiel 1:
Beispiel 2:
Ein Arbeitswertlohn soll proportional zu den Arbeitswerten verlaufen.
Folgende Werte sind bekannt:




Arbeitsöchstwert :
Arbeitsmindestwert:
Höchstlohn
Mindestlohn
60 Punkte
10 Punkte
9,50 €
5,-€
Berechnen Sie bitte den Steigerungsfaktor und den Arbeitswertlohn
(=Grundlohn) für einen Arbeitswert von 30.
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2.2.1.2.2. Lohnformen
Gruppenarbeit mit Arbeitsblatt „Lohnformen 1“ Gruppen sammeln die
entsprechenden Informationen und stellen diese vor. Evtl Herstellung von
Schülerpräsentationen
Ergebnisse:
Grüppchen 1: Zeitlohn
• Beim reinen Zeitlohn ist die im Betrieb zugebrachte Zeit, z. B. Stunde, Tag,
Woche oder Monat, Bemessungsgrundlage des Arbeitsentgelts.
Entsprechend lässt sich Stunden-, Tag-, Wochen- und Monatslohn bzw.
Monatsgehalt unterscheiden. Der reine Zeitlohn wird zwar Leistungsbezugs eine
leistungsunabhängige Lohnform.
Wenn beim reinen Zeitlohn auch kein unmittelbarer Bezug zwischen Lohnhöhe
und Leistung besteht, so wird doch durch die im Arbeitsvertrag verankerte
Leistungspflicht stets eine dem Lohn entsprechende Leistung der Arbeitskraft
vorausgesetzt.
Beim Zeitlohn ergibt sich der Bruttolohn nach folgender Formel:
Bruttolohn im Abrechnungszeitraum = Lohnsatz je Zeiteinheit* Zahl der
Zeiteinheiten
Wegen der fehlenden Leistungsabhängigkeit des reinen Zeitlohns geht von
dieser Lohnform im allgemeinen kein Atireiz für die Arbeitskraft aus, die
Leistungen zu steigern. Dieser entscheidende Nachteil läßt es zweckmäßig
erscheinen, den reinen Zeitlohn in seiner Anwendung zu begrenzen auf
Tätigkeiten
 deren Leistungsergebnisse sich nicht messen Lassen, z. B. wenn die
Arbeitskraft keinen Einfluß hat, weil ein Automat das Tempo bestimmt;
 deren Leistungsergebnisse sich nicht genau messen lassen, z. B. viele
Büroarbeiten;
 deren Ausführung besondere Sorgfalt erfordert, z. B. bei Arbeiten, die mit
Gefahren verbunden sind (hochwirksame Medikamente) oder bei hohem
Qualitätsanspruch (handgefertigter Schmuck).
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Grüppchen 2
Akkordlohn allgemein
Beim Akkordlohn ist die tatsächlich erbrachte Leistung Bemessungsgrundlage
des Arbeitsentgelts. Da eine unmittelbare Abhängigkeit der Lohnhöhe von dem
erzielten Mengenergebnis besteht, ist der Akkordlohn eine leistungsabhängige
Lohnform.
Als Verrechnungseinheit kann
 die Stückzahl (Mengenleistung) oder
 die Zeit
verwendet werden.
Akkordfähig sind nur bestimmte Arbeiten. Sie müssen folgende Erfordernisse
erfüllen:
 das Arbeitstempo muß vom Arbeitenden beeinflußt werden können;
 die Bearbeitungszeit des einzelnen Stücks oder eines Arbeitsvorganges muß
auf Grund von
Arbeitszeitstudien genau meßbar sein (Normalleistung);2
 die gleichen Arbeitsgänge müssen sich laufend wiederholen.
Grüppchen 3
Geldakkordlohn
Beim Geldakkord wird ein bestimmter Geldbetrag für das einzelne Stück
bezahlt. Dieser Geldbetrag heißt Geldsatz. Der Akkordrichtsatz (Tariflohn) ist
der Stundenverdienst bei Normalleistung. Dieser Satz muß für jeden
Arbeitsauftrag gezahlt werden; er entspricht dem anforderungsabhängigen
Arbeitswertlohn (Grundlohn).
Beträgt z. B. der Arbeitswertlohn (Grundlohn) in einer bestimmten Lohngruppe
7,20 DM bei einer Normalleistung von 4 Stück, so werden 1,80 DM je Stück als
Geldsatz bezahlt.
Werden mehr als 4 Stück je Stunde hergestellt, so steigt der Stundenverdienst.
Sind es weniger, so liegt der Stundenverdienst unter dem Normallohn. Werden
z. B. täglich 36 Stück bei 8 Stunden Arbeitszeit hergestellt, so beträgt der
Bruttolohn = Geldsatz* Stückzahl
=1,8* 36 == 64,80 DM
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Grüppchen 4
Zeitakkordlohn
Beim Zeitakkord dient als Grundlage die nach den Regeln der Arbeitszeitstudien
ermittelte Vorgabezeit je Auftrag bzw. je Stück.1
Der Zeitsatz je Stück ( Grundlohn bei Normalleistung von 4 Stück: 7,20 DM)
ist dann
Zeitsatz = 60 Minuten / Normalleistung je Std
= 60 / 4 = 15 Minuten
Minutenfaktor= Grundlohn /60
= 7,20 DM / 60 = 0,12 DM
Bei 36 Stück ergibt dies:
Bruttolohn = Zeitsatz*Stück*Minutenfaktor
= 15* 36* 0,12 = 64,80 DM
Grüppchen 5
Prämienlohn
Der Prämienlohn setzt sich zusammen aus einem anforderungsabhängigen
Grundlohn, dem Prämienausgangslohn, und einer leistungsabhängigen
Zusatzvergütung, der Prämie. Die Prämie wird stets für eine Mehrleistung
gewährt, die über dem Leistungsergebnis des Prämienausgangslohnes liegt.
Eine Voraussetzung für die Anwendung der Prämienentlohnung ist die
Meßbarkeit der Mehrleistung; eine Leistungsbeurteilung, welche die
Arbeitsergebnisse der Arbeitskräfte nur beschreibt, genügt nicht.
Für die Mehrleistungen gibt es grundsätzlich zwei verschiedene
Bemessungsgrundlagen:
Der Prämie wird eine qualitative Mehrleistung zugrundegelegt, z. B. wenn eine
Arbeitskraft weniger Ausschuss verursacht, oder die Mehrleistung wird
mengenmäßig bestimmt.
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Qualitative Kriterien
weniger Ausschuss, genauere Arbeit, weniger Nacharbeit, Stoffausbeute,
Ausnützung wertvoller Rohstoffe, weniger Abfall, Ersparnis
Verbrauchsenkung von Hilf s- und Betriebsstoffen,
Instandhaltung
von Maschinen, Einsparen von Energiekosten und Werkzeugen,
nutzungsoptimaler Maschineneinsatz, Termineinhaltung besonders bei
Eilaufträgcn und sonstigen Terminaufträgen, usw.
Bearbeitung von Übungsaufgaben nach Arbeitsblatt LoFoÜb
Lösung:
1. Analytische Arbeitsbewertung „Rangreihenverfahren“, da keine
Wertigkeiten angegeben! Sonst: Stufenwertzahlverfahren
2. Bei einem Arbeitswert von 30 ist er in Lohngruppe 2 und erhält 8,71 €
3. Bei einem Arbeitswert von 50 ist er in Lohngruppe V und erhält 11,28 €
4. AW 70  Lohngruppe VII Grundgehalt 13,33 zuzüglich
Akkordzuschlag 0,67 € = 14,- €; Also Geldsatz = 14/7=2€/Stück 
Tatsächliche Entlohnung= 2€ * 9 Stück = 18,-€
5. AW 70  Lohngruppe VII Grundgehalt 13,33 zuzüglich
Akkordzuschlag 1,67 € = 15,- €; Minutenfaktor=15,-€/60 = 0,25 €
Tatsächliche Entlohnung = 25 Stück * 5 Minuten* 0,25 € = 31,25 €
3. Produktions- und Kostenfunktionen
Die Produktionsfunktion soll Auskunft darüber geben, wie sich der Ertrag
verändert, wenn mehr oder weniger Produktionsfaktoren in die Produktion
eingebracht werden:
m = f (r1, r2, r3, ....., rn)
Die Kostenfunktion gibt an, wie sich die Kosten entwickeln, wenn der Output
verändert wird:
K = f (m)
3.1. Produktions- und Kostenfunktion vom Typ A (=Ertragsgesetz)
gilt, wenn bei den Produktionsfaktoren Substitutionalität (= ein
produktionsfaktor kann durch einen anderen ersetzt werden) vorliegt.
totale Substitutionalität
periphere Substitution
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totale Substitutionalität = Ein Produktionsfaktor kann völlig ersetzt werden
periphere Substitution = Ein Produktionsfaktor kann innerhalb gewisser
Bandbreiten ersetzt werden
OHP: Ertragsgebirge.
3.1.1. Indifferenzkurven (=Isoquanten)
Jede ( r1, r2 ) – Kombination erzeugt einen bestimmten Ertrag
Schneidet man das Ertragsgebirge in der Höhe BD = AC parallel zur
Grundfläche ab, so ergibt sich eine Schnittlinie AB . Alle Punkte auf dieser
Schnittlinie repräsentieren den gleichen Ertrag AC=BD. Fällt man von jedem
dieser Punkte das Lot auf die Grundfläche, so erhält man die Linie CD. CD ist
der geometrische Ort aller technisch möglichen r1 – r2 – Kombinationen, die
einen Ertrag in Höhe von AC bzw BD erzeugen.
CD ist damit eine Indifferenzkurve (=Isoquante)
Testfrage: Können sich Indifferenzkurven (=Isoquanten) schneiden?
Berechnung der Isoquantengleichung für einen bestimmten Ertrag
Hier: Produktionsfunktion
Y = 5*r1*r2 + 50
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Gesucht:
Isoquantengleichung für Y = 5.000 Stück
1. Einsetzen der Menge in die Produktionsfunktion:
5.000 = 5*r1*r2 + 50
2. Umformung nach r2 (oder r1):
r2 =
(5000  50)
=990 * 1/r1
5 * r1
3.1.2. Durchschnittsrate der Substitution
Indifferenzkurve
OHP : Indifferenzkurve
Die Indifferenzkurve gibt alle technisch möglichen r1 – r2 – Kombinationen an,
mit denen der durch die Indifferenzkurve repräsentierte Ertrag erzielt werden
kann. Beispielsweise kann dieser Ertrag durch den „Ertragszustand A“ (der
durch den Einsatz der Menge OF an r1 und OC an r2 erreicht wird) oder
alternativ durch den „Ertragszustand B“ “ (der durch den Einsatz der Menge OD
an r1 und OE an r2 erreicht wird) erzielt werden.
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Man kann also ohne den Ertrag zu verändern, FD (=Δ r1) Einheiten r1 durch EC
(=Δ r2) Einheiten r2 ersetzen. Im Durchschnitt sind also zwischen den
Ertragszuständen A und B Δ r1 / Δ r2 Einheiten an r1 erforderlich, um eine
Einheit r2 zu ersetzen.
Durchschnittrate der Substitution zwischen zwei Ertragszuständen = Δ r1 / Δ r2
Das Ergebnis entspricht dem tan α (tan = Gegenkathete /Ankathete)
3.1.3. Grenzrate der Substitution
Def: Die Menge eines Produktionsfaktors, die notwendig ist, um eine Einheit
des anderen Faktors zu ersetzen, nennt man „Grenzrate der Substitution“ oder
„Substitutionsverhältnis“
Indifferenzkurve
Lässt man die Ertragslage B auf A zulaufen, so wird bei völliger Annäherung
die Durchschnittsrate der Substitution zur Grenzrate der Substitution der
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Ertragslage A. Sie entspricht den tan β (=dr1 / dr2 ) der Tangente an diesem
Punkt
(tan = Gegenkathete /Ankathete)
Berechnung der Grenzrate der Substitution (für eine bestimmte Ertragsmenge):
Y= 5*r1*r2 + 50 ;
Produktionsmenge (Isoquante ; Ertragslage : 5000)
1. Einsetzen der Menge in die Produktionsfunktion:
2. Umformung nach r2 (oder r1):
Ergibt die Isoquantengleichung
r2 =
5.000 = 5*r1*r2 + 50
(5000  50)
=990 * 1/r1
5 * r1
3. Differenzieren (ableiten) nach der unabhängigen Variablen (hier: r1):
dr 2
= Grenzrate der Substitution von r1 durch r2= -990 / r12
dr1
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???
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3.1.4. Zusammenhang zwischen Grenzrate der Substitution und Grenzertrag
Wenn eine Einheit r1 durch eine Einheit r2 ersetzt wird (also Grenzrate der
Substitution =1), dann ist auch der Grenzertrag der beiden Produktionsfaktoren
gleich (beide bewirken den gleichen Ertragszuwachs)
Ist der Grenzertrag von r1 gleich 1 und der von r2 gleich 0,25, so sind
logischerweise vier Einheiten r2 erforderlich, um eine Einheit r1 auszugleichen
Damit ist die Grenzrate der Substitution = 1/4
Es gilt also: dr1 / dr2 = e2’ / e1’
1/4 = 0,25 /1
Die Grenzerträge erhält man, indem man (ausgehend von der
Produktionsfunktion, hier: Y= 5*r1*r2 + 50) zunächst nach r1 (Grenzertrag
von r1 = e1*) und dann nach r2 ( Grenzertrag von r2 = e2*) differenziert:
e1*= dY / dr1= 5*r2
e2*= dY / dr2= 5*r1
3.1.5. Minimalkostenkombination
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Bei der Berechnung der Minmalkostenkombination wird versucht, aus den
technisch möglichen Faktorkombinationen, die einen bestimmten Ertrag
erzielen, die kostengünstigste herauszufinden.
Vorgehen (graphische Lösung):
 Ausgangspunkt Indifferenzkurve (Isoquante).
 Aufstellen einer Isokostenlinie (Preise der Produktionsfaktoren sind
bekannt, Auswahl eines willkürlichen Budgets, Ermittlung der
Achsenschnittpunkte, verbinden)
 Paralellverschiebung bis zum Tangentialpunkt, der dann die
Minimalkombination darstellt
ARBEITSBLATT MMKK
Lösung Arbeitsblatt
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/Aus der graphischen Lösung ist ersichtlich, dass die MMKK da liegt, wo die
/Kostenisoquante (=Isokostenlinie, = Budgetgerade) zur Tangente an der
/Isoquante wird. Sie hat also in diesem Punkt den gleichen Wert wie die
/Grenzrate der Substitution. Es gilt also dort:
dr1 / dr2 = e2’ / e1’ = p2 / p1
Rechnerische Lösung bei Vorliegen einer Produktionsfunktion (über die
Kostenfunktion bei vorgegebenem Budget)
Bsp. Gegeben sei die Produktionsfunktion m = r1 * r2 . Der Preis für den
Produktionsfaktor 1 beträgt 4,-, der für Roduktionsfaktor 2 beträgt 6,- €.
Dem Betrieb stehen 72,- € zur Verfügung. Wieviele Einheiten der beiden
Produktionsfaktoren werden angeschafft?
Die Kostenfunktion ist bei Einsatz von zwei Produktionsfaktoren bei einem
Kostenaufwand von (willkürlich) 72,- :
K(m) = r1*p1 + r2*p2 , hier also 72 = 4*r1 + 6*r2
6*r2 = 72 – 4*r1 |/6
r2= 12 – 2/3 *r1
r2 kann jetzt in die Produktionsfunktion eingesetzt werden:
m = r1 * (12 – 2/3 * r1) = 12*r1 – 2/3* r12
(unter der Voraussetzung eines Budgets von 72,- €)
Die Minimalkostenkombination der Produktionsfaktoren liegt dort, wo bei
gegebenem Gesamtaufwand (hier 72,- €) der Ertrag maximal ist. Das ist der Fall
bei
dm/dr1 = 0
dm/dr1 = m’ = 12 – 4/3 * r1
4/3 * r1 =12;
r1 = 12*3/4 ;
r1 = 9;
=! 0 ;
Ableitung =Null gesetzt
Einsetzen in r2 = 12 – 2/3 * r1 :
r2 = 12 – 2/3 * 9 = 12 – 6 = 6 = r2;
Die produzierte Menge ist m = r1 *r2 = 9 * 6 = 54 bei einem Kostenaufwand von
72,- €
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Rechnerische Lösung bei Vorliegen einer Produktionsfunktion (über die
Grenzerträge bei vorgegebener Produktionsmenge
Bsp. Gegeben sei die Produktionsfunktion m = 50*r1 * r2 -5000. Der Preis für
den Produktionsfaktor 1 beträgt 4,-, der für Roduktionsfaktor 2 beträgt 6,- €.
Es sollen 2.995.000 Produkte hergestellt werden. Wieviele Einheiten der beiden
Produktionsfaktoren werden angeschafft? Wie hoch sind die (minimalen)
Gesamtkosten?
1. Berechnen der Grenzproduktivitäten
e1* = dm / dr1 = 50*r2
e2* = dm / dr2 = 50*r1
2. Aufstellen der MMK-Bedingung (Grenzproduktivitäten verhalten sich
wie die zugehörigen Preise)
e1* / e2* = p1 / p2 = 50*r2 / 50*r1 = 4 / 6;
Also: r2 = 2*r1 / 3;
So muss das Verhältnis der Produktionsfaktoren sein, um minimale Kosten zu
erzeugen.
3. Einsetzen der Produktionsmenge (2.995.000) und des Ergebnisses für r2
(aus 2.) in die Produktionsfunktion:
2.995.000 = 50 * r1 * (2r1/3) – 5.000;
2 2
r1 -5000;
3
2
3.000.000 = 50 * r12
3
2.995.000 = 50 *
60.000=
2 2
r1
3
r12 = 6000*3/2 = 90.000
r1 = 90000 = 300;
4. Einsetzen (in 2.)
r2 = 2*r1 / 3;
r2= 2 * 300 / 3 = 200;
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3.2. Produktions- und Kostenfunktion vom Typ B
gilt, wenn bei den eingesetzten Produktionsfaktoren Limitationalität vorliegt
Limitationalität = Das Verhältnis der eingesetzten Produktionsfaktoren ist
vorgegeben (1 Auto, 5Reifen: Jede andere Kombination ist unsinnig)
Die Gerade OA nennt man Expansionspfad. Sie umfasst die technisch
möglichen Faktorkombinationen, die dann die entsprechenden Erträge (am
Punkt A z.B. Ertrag = AB) erzeugt.
Man betrachtet nicht mehr den gesamten betrieblichen Bereich, sondern kleinere
und damit überschaubarere Einheiten (Einzelne Arbeitsplätze,
Maschinenaggregate). Man unterscheidet dabei
unmittelbare
mittelbare
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Faktorbeziehungen
3.2.1. Unmittelbare Faktorbeziehungen
Produktionsfaktoren, die direkt in das Produkt eingehen, z.B. Werkstoffe,
hängen direkt von der Ausbringungsmenge ab. Egal mit welcher
Geschwindigkeit (Intensität) gearbeitet wird, pro erzeugtem Auto werden immer
5 Räder gebraucht. Der Faktorgesamteinsatz ist also nur abhängig von der
produzierten Menge
s = f (m)
s = direkt eingehender Produktionsfaktor
m = Produzierte Menge
3.2.2. Mittelbare Faktorbeziehungen
bestehen z.B. bei Maschinen. Hier hängt der Verbrauch an Produktionsfaktoren
von der Intensität ab, mit der die Maschine läuft: (Beispiel Benzinmotor, d =
Drehzahl)
Liter/h
Verbrauch
d (=Intensität)
km/h
Leistung
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d (=Intensität)
Wählt man eine bestimmte Geschwindigkeit, so hat man bereits zweierlei
festgelegt:
1. den Verbrauch an Produktionsfaktoren (Benzin, Öl etc.)
2. den Ertrag in einer bestimmten Zeit
Also: Eine mittelbare Faktor – Ertrag – Beziehung sieht so aus:
r1
r2
r3
r4
r5
Intensität (d)
Ertrag
des
Aggregats
Diese mittelbare Beziehung gilt für alle Produktionsfaktoren, deren
Einsatzmenge pro Leistungseinheit (=Ertrag) von der Intensität (i.R. =
Geschwindigkeit) eines Aggregats abhängig ist.
Beispiel weiterentwickeln. Wovon hängt der Verbrauch pro 100 km ab?
 Geschwindigkeit (=Intensität ) =d
 Technische Eigenschaften des Autos = z1, z2, z3, ....,zn
Der Faktorverbrauch pro Leistungseinheit = ri / m = f (z1, z2, z3, ....,zn , d)
(ri = Einsatzmenge des Produktionsfaktors i)
ALSO: Die Einsatzmenge des Produktionsfaktors Benzin hängt nicht nur von
der zu erbringenden Leistung (1 km fahren), sondern auch von der Intensität
(Geschwindigkeit) und den technischen Eigenschaften des Aggregats ab.
Bleibt man am gleichen Aggregat, so sind die technischen Eigenschaften
konstant, so dass dann gilt:
ri / m = f (d)
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Unterschiedliche Intensitäten ergeben also unterschiedliche Expansionspfade
OHP
r21
r22
r11
r12
Im Schaubild ist die Menge m1 je nach gewählter Intensität mit der
Faktorkombination r11-r21 oder mit r12-r22 erreichbar!
Was ist untypisch an dem Beispiel? (Die Einsatzmenge von r2 geht bei
gestiegener Intensität zurück) Evtl. Ölverbrauch.
Insgesamt verbraucht der Motor mehrere Produktionsfaktoren, so dass gilt
n
(Wobei man Mengen unterschiedlicher Pro-
Σ ri
duktionsfktoren ja eigentlich nicht ad-
i=1
dieren kann!!)
= f (d)
m
oder auch
n
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Σ ri = f (d) * m
i=1
m ist die hergestellte Menge oder auch die „BESCHÄFTIGUNG“
Also:
 Weil Limitationalität vorliegt, ist die Kombination der eingesetzten
Produktionsfaktoren bei einer festen Intensität konstant. Veränderungen der
Beschäftigung (=Mengenveränderungen) verändern die Faktoreinsatzmengen
im festen Verhältnis
 Das Faktoreinsatzmengenverhältnis kann nur durch Veränderung der
Intensität beeinflusst werden, da die Produktionsfaktoren unterschiedlich auf
die Intensitätsveränderung reagieren können.
Faktorverbrauch pro Einheit
r1
r2
Leistung
(=Intensität)
Stellt sich die Frage, bei welcher Intensität die Kosten minimal sind:
Man bewertet die Faktorverbräuche pro Stück und addiert sie. Man erhält die
Stückkostenfunktion bei verschiedenen Intensitäten. Am Minimum liegt die
optimale Intensität:
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Bewerteter Faktorverbrauch
pro Einheit
Bewerteter
Gesamtverbrauch
r1* p1
r2 *p2
Optimaler
Leistungsgrad
Intensität
Beispiel:
Eine Maschine kann mit unterschiedlichen Drehzahlen laufen. Sie verbraucht
Benzin und Öl. Ein Liter Benzin kostet 1 €, ein Liter Öl ist für 2,- € zu haben.
Es gelten folgende Verbrauchsfunktionen:
VBenzin = 0,1d2 – 4d +45
VÖl = 0,1d2 –5d + 72,5
Lösung:
k=
=
=
VBenzin * pBenzin + VÖl * pÖl =
0,1d2 – 4d +45 + 0,2d2 –10d +145 =
0,3d2 – 14d +190
dk/dd = k’= 0,6d-14 =!0;
0,6 d =14;
d= 140/6 = 23,333
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Übungsaufgabe Verbrauchfunktion 1
Arbeitsblatt
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Seite 25
Lösungen zu den relevanten Aufgabenteilen vom Arbeitsblatt
„Verbrauchsfunktion 1“
(Vordiplomaufgabe der Uni Mannheim WS 1977/78)
Nach dem neuen Lehrplan für das Berufliche Gymnasium ist nur noch Aufgabe 4
relevant.
Lösung:
d  [m/min]
VEneergie  [KWh / m]
…………………………….. p[pro KWh]  0,04 €
VSchmier  [Gramm (!!) / Meter]  20,- ……………. p[pro g]
 0,02 €
Aufgabenteil a)
Minimaler Verbrauch an Energie liegt da, wo die erste Ableitung der
Verbrauchsfunktion für Energie = 0 ist:
v1’ = 2d – 8 = 0;
d= 4;
Minimaler Verbrauch an Schmierstoffen liegt da, wo die erste Ableitung der
Verbrauchsfunktion für Schmierstoffe = 0 ist:
V2’ = 2d – 6 =0;
d = 3;
Aufgabenteil b)
Der optimale Leistungsgrad eines Aggregats liegt da, wo die Ableitung der
Kostenfunktion = 0 ist (3). Die Kostenfunktion erhält man, indem man die
Verbrauchsfunktionen zunächst mit ihren Preisen bewertet (1a) und (1b) und sie
anschließend addiert (2)
(1a)
k1 = v1 * p1 = ( d2 – 8d +20 ) * 0,04 = 0,04 d2 – 0,32 d + 0,8;
(1b)
k2 = v2 * p2 = ( d2 – 6d +15 ) * 0,02 = 0,02 d2 – 0,12 d + 0,3;
(2)
k = k1 + k2 = 0,06 d2 – 0,44 d + 1,1;
(3)
k’ = 0,12 d – 0,44 = 0;
d = 0,44 / 0,12;
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d= 3,66… Meter / Minute
Aufgabenteil c)
Setzt man die optimale Intensität in die Verbrauchsfunktion für Schmiermittel ein, so
erhält man den Schmiermittelverbrauch pro Meter.
Dieser muss multipliziert werden mit der Anzahl der geschnittenen Meter, die man
erhält, wenn man die Intensität mit der zugehörigen Arbeitszeit (natürlich in Minuten!)
multipliziert.
v2 = 3,66 2 – 6 * 3,66 +15 = 6,44 g/Meter
Menge = 3,66 * 8 * 60 = 1756,8 Meter
Gesamtverbrauch V2 = 6,44 g/Meter * 1756,8 Meter = 11,3138 kg
3.3. Beschäftigungsänderungen bei Limitationalität
Die produzierte Menge heißt auch „Beschäftigung“
Bei Limitationalität kann sich as Unternehmen an veränderte
Beschäftigungslagen (=höhere oder niedrigere Produktionsmenge) auf drei
Arten anpassen:
Selektive
Anpassung
Quantitative
Anpassung
durch Veränderung
heterogener
Produktionspotential
e bei konstanter
Betriebszeit und
Intensität
durch Veränderung
der Intensität bei
konstanter
Betriebszeit
Beschäftigungsän
derung
durch Veränderung
der Intensität und der
Betriebszeit
durch Veränderung
von homogenen
Produktionspotential
en bei konstanter
Intensität und
Betriebszeit
durch Veränderung
der Betriebszeit bei
konstanter Intensität
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Seite 27
Intensitätsmäßige
Anpassung
Intensitätsmäßig-zeitliche
Anpassung
Zeitliche Anpassung
3.3.1. Kostenverlauf bei zeitlicher Anpassung
= Veränderung der Arbeitszeit (Wochen- oder Monatsarbeitszeit) bei
konstantem Potential an Produktionsfaktoren (keine Entlassungen) und bei
konstanter Intensität.
Es fallen Überstundenzuschläge an, bzw. es muss Kurzarbeit eingeführt werden
Wann ist diese Anpassung sinnvoll?  Wenn dopt erreicht ist
Man erhält die Kostenfunktion, indem man die Verbrauchsfunktionen eines
Aggregats mit den entsprechenden Faktorpreisen bewertet
Die Verbrauchsfunktionen geben den Faktorverbrauch pro Erzeugnisstück
(in Abhängigkeit von er Intensität an)
v = f (d);
Bewertet man diese Verbrauchsfunktionen mit den Faktorpreisen, so ergibt sich
folglich die Stückkostenfunktion
k = v*p = f(d) * p;
Sieht man Überstundenzuschlägen etc. ab, so ist bei konstanter Intensität der
output nur von der Betriebszeit abhängig. Die Grenzkosten sind konstant (=
jedes weitere Stück verursacht die gleichen Zusatzkosten), die Gesamtkosten
steigen proportional
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K
K’
k
K
K’ = k
m
Fallen Fixkosten an, so verschiebt sich die Kurve um die Fixkosten nach oben:
K
K
Kf
k
K’ = kv
m
Die Kosten steigen dann nicht mehr proportional sondern unterproportional,
weil sich die Fixkosten auf zunehmend mehr Erzeugnisse aufteilen. (= K’ bzw k
sinkt bei steigender Beschäftigung)
3.3.2. Kostenverlauf bei intensitätsmäßiger Anpassung
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Wann sinnvoll? Wenn die Betriebszeit nicht einfach variiert werden kann.
(Hüttenwerk, Hochofen, Ladenschlussgesetze)
Die intensitätsmäßige Anpassung ist nur in einem bestimmten Rahmen
(zwischen dmin und dmax möglich
k
dmin
dopt
dmax
d
Die jeweils erreichbare outputmenge errechnet sich aus
m=d*t
Bei Abweichung von dopt steigen die Stückkosten, die mit Hilfe der bewerteten
Verbrauchsfunktionen berechnet werden können
Wie wird man sich also an eine veränderte Beschäftigung anpassen? Durch
3.3.3. Kostenverlauf bei zeitlich-intensitätsmäßiger Anpassung
 zuerst wird für die optimale Intensität gesorgt
 dann wird zeitlich angepasst
Geht man über dopt hinaus, steigen die Kosten nicht mehr proportional, sondern
progressiv
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Seite 30
K
Kf
K
m1
m2
(dopt) (bei dmax)
Dies gibt folgenden Kostenverlauf:
k
K’
kv
K’
k
kv
m1 (bei dopt)
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Menge
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Bei konstanter Kapazität dopt verlaufen wegen der proportional steigenden
Gesamtkostenkurve Grenzkosten (Kosten des jeweils nächsten Produkts) und
variable Durchschnittskosten kv gleich. Bei m1 (bei dopt) steigen die
Grenzkosten durch den progressiven Verlauf der Gesamtkosten stärker an als die
variablen Stückkosten (Steigung der Tangente ist größer als die des Fahrstrahls!)
Die Stückkosten nähern sich kv an, da sich die Fixkosten auf immer mehr
Einheiten verteilen.
Übungsaufgaben Beschäftigungsanpassungen 1
AB und Lösung dazu im Internet
Aufgabe 1
Einer Unternehmung stehen zur Herstellung eines bestimmten Produkts zwei
Anlagen zur Verfügung, die einzeln oder gemeinsam bis zu acht Stunden pro tag
eingesetzt werden können. Entsprechend ihrer technischen Eigenschaften gelten
für die beiden Anlagen folgende Kostenfunktionen:
Anlage 1: k1 =0,3*d12 – 1,8 d + 4 [ €/Produktionseinheit]
Anlage 2: k2 = 0,5*d22 – 4 d2 +12 [ €/Produktionseinheit]
Die Intensitäten der beiden Anlagen haben die folgenden Variationsbereiche:
Anlage 1:
2< d < 5
[Produktionseinheiten pro Stunde]
Anlage 2:
3< d < 4,5
[Produktionseinheiten pro Stunde]
a) Welche Anlage(n) wird/werden eingesetzt, wenn 24 Produktionseinheiten pro Tag
hergestellt werden sollen?
b) Welche Kosten K [ € / Tag] entstehen unter diesen Bedingungen bei der Herstellung
der 24 Produktionseinheiten?
c) Welche Anlage(n) werden eingesetzt, wenn 32 Produktionseinheiten pro Tag
hergestellt werden sollen?
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Seite 32
d) Welche Kosten entstehen unter diesen Bedingungen?
Aufgabe 2
Lässt man eine Maschine mit unterschiedlichen Tourenzahlen laufen, so verbraucht diese
zwei Produktionsfaktoren gemäß folgender Funktionen:
v1= 0,1 x2 - 4x +45;
v2= 0,1 x2 - 5x +72,5;
x = Tourenzahl [Umdrehungen/Minute]
Die Faktorpreise betragen für v1 2,-€ und für v2 3,- € je Einheit
Bei welcher Umdrehungszahl erreichen die Gesamtkosten für die beiden Faktoren ein
Minimum (=optimaler Leistungsgrad) ?
Lösungen zum Arbeitsblatt Beschäftigungsanpassungen
Aufgabe 1
a) Es müssen zunächst die optimalen Leistungsgrade der Anlagen und die dazugehörigen
Stückkosten ermittelt werden:
Anlage 1, Optimaler Leistungsgrad:
k1’ =
0,6d -1,8 =! 0;
0,6d =1,8;
d = 3 Einheiten pro Stunde
Die variablen Stückkosten betragen dann: (Einsetzen der Kapazität in die
Stückkostenfunktion)
k1= 0,3 * 9 – 1,8 * 3 +4 = 2,7 – 5,4 + 4 = 1,3 €/Stück
Anlage 2:
k2’ = d -4 =! 0;
d = 4 Einheiten pro Stunde
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Seite 33
Die variablen Stückkosten betragen dann: (Einsetzen der Kapazität in die
Stückkostenfunktion)
k2 = 0,5 * 16 - 4 * 4 +12 = 8 – 16 +12 = 4 €/Stück
Es wird also zunächst die Anlage 1 aufgrund der niedrigeren Stückkosten benutzt. Maximale
Produktionsmenge pro Tag ist = d * t = 3 * 8 = 24;
Die teuerere Anlage 2 muss also nicht benutzt werden
b) Die Kosten betragen also m* k1 = 24 * 1,3 = 31,20 €
c) In diesem Fall kann die Produktionsmenge von 32 Einheiten nicht mehr bei dopt von
Anlage 1 hergestellt werden. Es muss überprüft werden, ob man besser eine
intensitätsmäßige Anpassung von Anlage 1 durchführt oder auf Anlage 2 übergeht.
Grundsätzlich könnte die kritische Intensität durch Gleichsetzen der beiden
kostenfunktionen erfolgen. Hier scheint es aber auch möglich zu sein, einfach durch
Einsetzen der erforderlichen Kapazität von 4 (32 / 8 =4 !) in die k1-Funktion
festzustellen, dass die Stückkosten auch bei dieser Kapazität niedriger sind als die von
Anlage 1:
k1 = 0,3*16 – 1,8*4 +4 = 4,8 – 7,2 +4 = 1,6 €/ Stück
Es wird also kapazitätsmäßig angepasst!
d) Die Kosten betragen dann = m * k1 = 32 * 1,6 € =51,20 €
Aufgabe 2
v1 * p1 = k1 = (0,1 x2 - 4x +45) * 2
v2 * p2 = k2 = (= 0,1 x2 - 5x +72,5) * 3
k = k1 + k2 = 0,5x2 -23x + 307,5
Der optimale Leistungsgrad befindet sich dort, wo die Stückkosten minimal sind. Dies ist dort
der Fall, wo die erste Ableitung der Kostenfunktion die Steigung =0 hat.
Also: 1. Ableitung bilden:
k’ = x – 23
k’ =! 0;
 x-23 = 0;  x = 23;
3.3.4. Kostenverlauf bei quantitativer Anpassung
3.3.4.1. bei unverändertem Potentialbestand
Es werden bei Beschäftigungsänderungen entweder
 vorhandene (gleichartige) Anlagen stillgelegt (Die zugehörigen
Arbeitskräfte werden entweder nicht oder anderweitig beschäftigt) oder
 vorhandene stillgelegte Anlagen wieder in Betrieb genommen (Die
erforderlichen Arbeitskräfte sind vorhanden und werden wieder
beschäftigt)
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Jedes (gleichartige) Aggregat kann m Produkte herstellen. Da weder Intensität
noch Betriebszeit verändert werden, fallen gleich bleibende kv an. Es Fallen im
Betrieb Fixkosten von Q an. Außerdem erzeugt jedes Aggregat intervallfixe
Kosten in Höhe von q.
Der Kostenverlauf bei unterschiedlichen Beschäftigungen wird durch die
Gerade AE gekennzeichnet, weil:
 die intervallfixen Kosten q nicht tatsächlich abgebaut werden: Die
Maschinen werden stillgelegt, aber nicht abgeschafft und verursachen die
von ihnen verursachten Fixkosten weiterhin
K= m * kv +Q + 4q
Aufgabe: Arbeitsblatt Quantitative Anpassung
3.3.4.2. bei verändertem (weiterhin gleichartigem)
Potentialbestand
können die in der obigen Abbildung schraffierten „abbaufähigen Leerkosten“
auch tatsächlich abgebaut werden, weil die „überflüssigen“ (bei der
gegenwärtigen Beschäftigung nicht benötigten) Anlagen
 verkauft
 verschrottet
 vermietet
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Seite 35
werden und somit dem unternehmen keine intervallfixen Kosten mehr
verursachen. Arbeiter, deren Löhne mit der Maschine zusammenhängen (also
Element der intervallfixen Kosten sind) werden entlassen.
Im Beispiel oben (3.3.4.1.)
 bleiben die Kosten bei einer Beschäftigung von 4m bei K=Q+4m*kv+4q
 Sinkt die Beschäftigung aber z.B. auf 2m, so sind die Kosten jetzt
K=Q+2m*kv+2q
3.3.5. Kostenverlauf bei selektiver Anpassung
Bei Beschäftigungsrückgang werden zuerst die am wenigsten wirtschaftlich
laufenden Aggregate (hier liegt im Gegensatz zur quantitativen Anpassung keine
Aggregathomogenität vor!) aus dem Produktionsprozess ausgeschieden. Den
Grad der Wirtschaftlichkeit kann man an der Steigung der Kostenkurve
(=Grenzkosten) erkennen.
Folge: Je geringer die Beschäftigung, desto höher die Qualität
(Wirtschaftlichkeit) der noch eingesetzten Produktionspotentiale. (= zwar sind
bei wirtschaftlicheren Aggregaten oftmals die intervallfixen Kosten höher, aber
diese werden durch erheblich niedrigere kv überkompensiert:
Werden bei selektiver Anpassung wie in 3.3.4.1. die entsprechenden Aggregate
nur stillgelegt, so ergibt sich der Kostenverlauf ABCDE (siehe nächste Seite)
Bei einer Beschäftigung von m4 ergeben sich also folgende Kosten:
K= m1*kv1+(m2 – m1)*kv2+(m3 –m2)*kv3+(m4 – m3)*kv4+Q+q1+q2+q3+q4
Sinkt die Beschäftigung auf m3, so sinken die Kosten nur um (m4 – m3)*kv4 auf:
K= m1*kv1+(m2 – m1)*kv2+(m3 –m2)*kv3+ +Q+q1+q2+q3+q4
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Seite 36
Werden die Aggregate aus dem Betrieb entfernt (Verkauf, Verschrottung,
Vermietung) so entfallen bei zurückgehender Beschäftigung die jeweiligen
intervallfixen Kosten.
Bei einer Beschäftigung von m4 ergeben sich also auch hier folgende Kosten:
K= m1*kv1+(m2 – m1)*kv2+(m3 –m2)*kv3+(m4 – m3)*kv4+Q+q1+q2+q3+q4
Sinkt die Beschäftigung auf m3, so sinken die Kosten um (m4 – m3)*kv4 +q4 )
auf:
K= m1*kv1+(m2 – m1)*kv2+(m3 –m2)*kv3+ +Q+q1+q2+q3
Aufgaben Arbeitsblatt „Quantitative Anpassung“
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4. Planung des Fertigungsprozesses
4.1 Produktionsorientierte Managementkonzepte
4.1.1. Just in Time
beinhaltet die Minimierung von Lagerhaltung. Die Ursache liegt im
 Abgehen von gering differenzierten Produkten, die in großer
Stückzahl produziert werden
 hin zur Fertigung auf Bedarf, was zu starker
Produktdifferenzierung bei geringeren Stückzahlen und höherer
Flexibilität aufgrund kürzerer Produktlebensläufe führt.
Konkret:
 Es werden nur dann Fertigprodukte erstellt, wenn sie umgehend
verkauft werden können
 Es werden nur Komponenten, Teile oder Material hergestellt
oder beschafft, wenn sie umgehend weiterverarbeitet werden
können.
Methode:
 Bestelllogistik wird mit der Produktion harmonisiert.
 Rechnereinsatz: Verkauf eines Produkts wird über ScannerKasse registriert. Dies löst sofort einen Bestellvorgang beim
Lieferanten aus.
Voraussetzungen:
 Produktionsstufen müssen optimal harmonisiert sein, wie es
keine Zwischenlager (und damit keine Puffer bei Störungen)
mehr gibt. Stock eine Produktionsstufe, stockt der gesamte
Ablauf. Große Abhängigkeit von reibungsloser Belieferung.
 Produktionsfaktorverbrauch der einzelnen Stufen muss also sehr
genau berechen- und vorhersagbar sein, da sonst die
Harmonisierung nicht klappt.
 Die erstrebte Flexibilisierung (verbunden mit geringen
Stückzahlen) ist nur wirtschaftlich, wenn die Rüstzeiten
minimiert werden.
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Ziele:
 Erhöhung der Flexibilität
 Senkung der Kapitalkosten, da kürzere Kapitalbindungszeiten
 Einsparen von Lagerkosten
4.1.2. Lean Produktion
(= Praxisorientierter Ansatz zur Erlangung von Konkurrenzfähigkeit aus Japan)
Grundlagen:
 Just in Time (= Flexible, differenzierte Fertigung in geringen Stückzahlen
unter Minimierung der Lagerhaltung)
 Optimierung der Abstimmung zwischen den verschiedenen
Funktionsbereichen (Forschung und Entwicklung, Beschaffung,
Produktion und Marketing)
 Motivationssteigerung der Mitarbeiter durch Dezentralisierung
4.1.2.1. Forschung und Entwicklung
Erfolgskriterien sind:
 Führung übernimmt ein Teamleiter, der die Teammitglieder beurteilt und
damit deren Karrierechancen determiniert
 Teamarbeit (Mitarbeiter eines Entwicklungsteams kommen aus allen
Abteilungen des Unternehmens, was die
 Kommunikation optimiert und eine Entwicklung ermöglicht, die bereits
Erfordernisse der Beschaffung (kostengünstige Materialien), der
Produktion (produktionsgerechte Konstruktionspläne), des Marketing
(Orientierung an den Kundenwünschen) berücksichtigt.
 simultane Entwicklung des Produkts, der dafür erforderlichen Werkzeuge
und Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Lieferern verkürzt die
Entwicklungsdauer, erhöht die Konkurrenzfähigkeit und senkt damit die
Kosten
4.1.2.2. Beschaffung
„Modular Sourcing“ : Hoher Anteil an Fremdbezug, bei gleichzeitiger
Reduktion der Anzahl der Fremdlieferer:
 Fremdlieferer übernimmt eigenverantwortlich das Zusammenstellen der
zu liefernden Teile ( Zuliefererpyramide)
 Geringerer Verwaltungsaufwand durch geringere Lieferantenzahl
 Permanente Kostenkontrolle durch Wertanalyse
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4.1.2.3. Produktion
 Entwicklung von Werkzeugen mit optimaler Flexibilität zur Minimierung
von Rüstzeiten
 Teamarbeit mit Teamleiter, der die anderen beurteilt
 Motivation der Beschäftigten durch hohe Kompetenzen (Band stoppen bei
erkannten Fehlern)
 Teamflexibilität durch gute Schulung: Jeder im team kann den anderen
ersetzen.
 Produktionserfordernisse wurden bereits in die Entwicklungsabteilung
eingebracht.
4.1.2.4. Absatz/Marketing
 Intensive Kundenbetreuung auch nach dem Kauf
 Kunden werden zuhause besucht, Probeautos für Probefahreten
mitgebracht.
 Gekauftes Auto wird vom Verkäufer zugelassen und beim Kunden
vorbeigebracht
 Verkäufer besucht die Kunden auch nach dem Kauf und aktualisiert dabei
die umfangreiche Kundendatei  Optimale Information über die Kunden
und ihre Wünsche  Optimale Kundenorientierung möglich
4.1.2.5. Management
 Abbau von Hierarchien
 Eigenverantwortliche Bereiche erhöhen die Motivation der Mitarbeiter
(=Segmentierung der fertigung)
 Hoher Stellenwert der Mitarbeiterqualifikation
 Karriere extrem leistungsbezogen
 Prinzip der permanenten Verbesserung durch Qualitätszirkel, die die
Anregungen der Mitarbeiter vor Ort umsetzen
4.1.3. Computer Integrated Manufacturing
(=Computer Integrated Management)
Betriebswirtschaftliche
Aspekte
Technische Aspekte
Steuerung und Planung
der
Produktion
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Seite 40
CIM vereint die technischen (CAD, CAE, CAP, CAM, CAQ) und
betriebswirtschaftlichen (BDE und PPS) Aspekte auf
rechnergestützter Basis.
CAD (Computer aided Design): Entwerfen, Zeichnen und
Konstruieren von Produkten (oder Teilen davon) mittels
Rechnersoftware.
CAE (Computer aided Engeneering): beinhaltet den Test der in
CAD konstruierten Teile auf ihre technischen Eigenschaften
(Festigkeit, Wetterbeständigkeit etc.). Dies geschieht durch
rechnergestützte Simulationsrechnungen.
CAP (Computer aided Planing) umfasst die rechnergestützte
Planung der Arbeitsabläufe. Es werden hierfür die erforderlichen
Teile, die einzusetzenden Betriebsmittel und die Art und Dauer der
Bearbeitung erfasst werden. Aus diesen Daten wird dann ein
Arbeitsplan (für Menschen) oder eine Robotterprogrammierung
erstellt.
CAM (Computer aided Manufaturing) ist die rechnergestützte
Steuerung von Fertigungsmaschinen (=
Industrierobotterprogrammierung) inklusive der innerbetrieblichen
Transport- und Lagersysteme.
CAQ (Computer aided Quality Assurance) ist die Summe aller
rechnergestützten Qualitätssicherungsmaßnahmen, die nach
Möglichkeit auf alle Elemente des CIM
BDE (Betriebsdatenerfassungssystem)
erfasst alle relevanten Daten des Betriebsablaufs rechnergestützt durch
„Anzapfen“ der technischen Erfassungssysteme: Z.B. Über CAP
können die Teilelisten erfasst werden, die duch den Abgleich mit
CAM (Produktionsgeschwindigkeit) den Rohstoffverbrauch ermitteln.
Wichtige Grundlage für Buchführung, Kalkulation, Lagerwirtschaft.
4.1.4. Supply Chain Management
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Seite 41
= ca. Durchsetzung der just-in-time-Grundsätze in einem
Unternehmensnetzwerk, das in nacheinandergelagerten Produktionsstufen ein
bestimmtes Produktionsprogramm herstellt.
Dabei muss eine optimale Kommunikation gewährleistet sein und eine
gemeinsame Kapazitätsplanung stattfinden
Ziel ist die gemeinsame Optimierung der Leistungserstellungsablaäufe, wobei
die erreichten kostenvorteile allen zugute kommen.
Risiko: Das Supply Chain-Netzwerk ist nur so stark wie sein schwächstes Glied.
4.1.5. Total Quality Management
Traditionell
Total Quality Management
Qualitätssicherung durch
Kontrollen einer unabhängigen Abteilung.
Reaktive Kontrolle am
Endprodukt.
Qualitätsicherung an jeder
Stelle des Fertigungsprozesses
durch die jeweiligen Mitarbeiter
selbst. Dadurch fließt
Fachwissen über die
Fehlerursachen mit ein. Die
Fehler werden früher erkannt
und früher abgestellt
Instrumente:
 Systematische Einbeziehung von Kundenwünschen in die
Produktentwicklung (Quality Funktion Deployment – QFD)
 Systematische Fehleranalyse
 Qualitätskostenrechnung: Stellt die fehlerinduzierten Kosten den Prüfund Analysekosten gegenüber  Optimierung
4.1.6. Make or Buy
= Kaufen oder selber machen?
Bei Fremdbezug ergeben sich folgende Sachverhalte:
 Eigene Produktqualität wird abhängig von der des Lieferers
 Beschaffungspreise hängen von der Marktposition des Zulieferers ab
 Modular Sourcing“ (= Beschränkung auf wenige Zulieferer, die relativ
viele Teile liefern, verlagert das Risiko auf den Zulieferer)
4.2. Die Lagerproblematik
Moderne produktionsorientierte Managementsysteme folgen dem Prinzip der
Synchronisation (= Produktion passt sich dem Absatz an)
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Seite 42
Folgen?
 Minimierung der Lagerhaltung
 im Absatzbereich keine Lagerhaltung erforderlich, da Sofort-Absatz
 im Beschaffungsbereich ebenso möglich wie „Just in time“
 Sehr unterschiedliche Kapazitätsausnutzung.
Ältere produktionsorientierte Managementsysteme folgen dem Prinzip der
Emanzipation (=Produktion ist konstant und unabhängig von
Absatzschwankungen)
 Lagerhaltung ist
 erforderlich im Absatzbereich, um die unterschiedlichen Produktions- und
Absatzmengen auszugleichen
 im Beschaffungsbereich ebenso möglich wie „Just in time“
 Konstante Kapazitätsausnutzung mit leichterer Einstellung auf dopt
4.2.1. Lager pro und Kontra
Lager erzeugt Lagerkosten:
 Raumkosten
 Personalkosten
 Zinskosten
Lager erzeugt Risiken:
 Verderb
 Schwund
 Veralterung
 Diebstahl
Just in Time erzeugt Kosten:
 Höhere Einstandspreise
Just in Time erzeugt Risiken:
 Abhängigkeit vom
Lieferanten: Gefahr von
Ausfallzeiten
 Abhängigkeit von der
Verkehrslage (Schlau im
Stau)
Lager ermöglicht
 Mengenrabatte
 Standardisierte Qualität
 Spekulationsvorteile
Just in Time ermöglicht
 ständige Flexibilität
4.2.2. Lagerkennzahlen
dienen dazu, betriebsinterne Entwicklungen zu erkennen und
betriebsübergreifende Vergleiche anzustellen.
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Seite 43
a) Grundbegriffe
 Lagerhöchstbestand: Wird nach dem Eintreffen der bestellten Ware
erreicht (= technische Aufnahmefähigkeit des Lagers)
 Mindestbestand (=Eiserner Bestand) ist der Bestand, der unter
regulären Bedingungen immer auf Lager sein muss, um unvorhergesehene
Entwicklungen aufzufangen (Lieferausfall, Nachfrageerhöhung)
 Optimaler Lagerbestand ist der Bestand, der unter Sicherstellung der
Produktion die geringsten Kosten verursacht (= Optimale Bestellmenge)
 Meldebestand ist der Bestand, bei dem die Bestellung herausgegeben
werden muss, damit unter Berücksichtigung der Lieferzeit der Eiserne
Bestand nicht unterschritten wird.
b) Durchschnittlicher Lagerbestand
Je niedriger der durchschnittliche Lagerbestand, desto niedriger die Lagerkosten.
Berechnung Durchschnittlicher Lagerbestand =
Summe _ von _ X _ Lagerbeständen
X
Je höher X ist, desto genauer ist die Berechnung des durchschnittliche
Lagerbestands!
c) Umschlagshäufigkeit
gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand umgewälzt (=entnommen)
wird.
Umschlagshäufigkeit =
Summe _ aller _ Lagerabgänge
durchschni ttlicher _ Lagerbes tan d
d) Durchschnittliche Lagerdauer
gibt an, wie lange ein Teil durchschnittlich auf Lager liegt
Durchschnittliche Lagerdauer =
360
Lagerumschlagshäufig keit
4.2.2. Optimale Bestellmenge
ist ein Modell (von Harris 1905) und geht von folgenden Prämissen aus:
 Der Verbrauch an Lagergegenständen erfolgt kontinuierlich linear (= Der
Bedarf pro Zeiteinheit ist konstant)
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Seite 44
 Die Lagerbestände am Jahresanfang und am Jahresende sind null
 Es existiert kein Eiserner Bestand, die Lager werden pünktlich aufgefüllt,
wenn sie leer sind
 Die Bestellmengen sind immer gleich
 Es sind alle Informationen vorhanden
Problem: Der Materialbedarf kann entweder auf einmal in einer großen Menge
oder öfters in kleineren Mengen beschafft werden.
Lagerhaltungskosten
steigen mit der
Bestellmenge
Kosten des
Bestellvorgangs sinken
mit der Bestellmenge
Lagerhaltungskosten (KL) verhalten sich proportional zur gelagerten Menge.
Hauptbestandteile sind
 die Zinskosten des im Lager gebundenen Kapitals ( =z*qc )
[z=Lagerzinssatz; qc=Wert einerLagereinheit] und
 die mengenabhängigen Lagerkosten (Heizung, Lohnkosten,
Versicherungen) kLm
Man kann also einen Lagerhaltungskostensatz pro Einheit Lagergut berechnen:
kL = z * qc + kLm
Die Kosten der Gesamtlagerhaltung sind um den durchschnittlichen
Lagerbestand (Ld = r/2) [ r=Bestellmenge] mal höher:
KL = kL*Ld = kL *
r
2
Dazu kommen die Kosten der Bestellvorgänge, die Bestellkosten (KB):
Sie errechnen sich einfach aus der Summe der immer gleich hohen bestellfixen
Kosten:
KB = kB * n [kB=Kosten pro Bestellvorgang; n= Zahl der Bestellungen]
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Seite 45
Die Gesamtkosten ergeben sich aus der Summe der beiden Kostenkategorien,
wobei Mengenrabatte usw. nicht betrachtet werden.
K = KL + KB
r
+ kB * n
2
K= kL *
r [ Bestellmenge] und n [Zahl der Bestellungen] sind voneinander abhängig, da
für den Gesamtbedarf B gilt
B=r*n
B
r
Es lässt sich also n durch r ersetzen: n =
Also gilt:
K= kL *
r
B
+ kB *
2
r
Will man K minimieren, muss man die K-Funktion nach der Variablen r
differenzieren und die Ableitung = Null setzen:
K’ = kL/2 kL/2 =
r2 =
ropt =
kB * B
=! 0
r *r
kB * B
r *r
2 * kB* B
kL
2 * kb* B
kL
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Seite 46
Arbeitsblatt Lager
Aufgabe 1
In einem Lager werden die Bestände, die Zu- und Abgaänge monatlich erfasst:
Monat
Zugang
[Stück]
Abgang
[Stück]
Bestand
0
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
10.000
7.000
7.000
6.000
3.000
4.000
5.000
13.000
3.000
3.000
9.000
12.000
2.000
8.000
9.000
5.000
4.000
6.000
6.000
15.000
2.000
3.000
10.000
14.000
8.000
7.000
5.000
6.000
5.000
3.000
4.000
2.000
3.000
3.000
2.000
0
Der Wert des Lagergutes beträgt 5,-€/Stück. Der marktübliche Zinssatz sei 2% p.a. Die
mengenabhängigen Lagerkosten betragen 0,30 €/Stück. Die Kosten für eine Bestellung
betragen 1.00,- €
Berechnen Sie bitte
a) den durchschnittlichen Lagerbestand
b) die Umschlagshäufigkeit
c) die durchschnittliche Lagerdauer
Aufgabe 2
Stellen Sie sich vor, es wäre gelungen, die Materialentnehmen in Aufgabe 1 bei gleichem
Gesamtverbrauch kontinuierlich linear erfolgen zu lassen.
a)
b)
c)
d)
e)
Wie hoch wäre die monatliche Materialentnahme dann?
Wie hoch wäre der Lagerhaltungskostensatz pro Einheit ?
Wie hoch wäre die optimale Bestellmenge?
Wie oft müsste bestellt werden?
Wie hoch wären die gesamten Lagerkosten bei Einhaltung der optimalen
Bestellmenge?
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Seite 47
Lösung zum Arbeitsblatt Lager
Aufgabe 1:
a) Durchschnittlicher Lagerbestand = 48.000 / 12 = 4.000,b) Umschlagshäufigkeit = Summe der Lagerabgänge / durchschnittlicher Lagerbestand=
= 84.000 / 4.000 = 21
c) Durchschnittliche Lagerdauer = 360 / Lagerumschlagshäufigkeit = 360 / 21 = 17,14
Tage
Aufgabe 2
a) Gesamtentnahme / 12 = 84.000 /12 = 7000
b) kL = z * q +klm = 0,02 * 5 +0,3 = 0,4 €/Stück
2 * 1 * 84.000
c) ropt =
= 420.000 = 648,1
0,4
d) 84.000 / 648,1 =129,61
e) K = 0,4 * 648,1/2 + 1*130 = 259,62 €
5. Planung des Fertigungsprogramms
Allgemein:
Hier treten Überlappungen zwischen Marketing und Produktion auf:
Sinnvollerweise wird nur produziert, was auch abgesetzt werden kann.
 Das Produktionsprogramm ergibt sich aus
Absatzprogramm
- fremdbezogenen Handelswaren
+ selbsterstellten Halbfertigerzeugnissen
----------------------------------------------------
= Produktionsprogramm
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Seite 48
5. 1. Übersicht
Man unterscheidet folgende Arten der Produktionsprogrammplanung:
Produktionsprogram
mplanung
strategisch
taktisch
wenig differenziert
recht allgemein
langfristig
operativ
stark differenziert
sehr präzise
kurzfristig
Welche neuen Produkte sollen eingeführt
werden?
Welche der bisherigen Produkte sollen
verändert werden?
Welche der bisherigen Produkte sollen
eliminiert werden?
Wie kann das Produktionsund Absatzprogramm
synchronisiert werden?
 Kreativitätstechniken für Produktideen
 ABC – und Wertanalyse für eine
Verbesserung der bisherigen Produkte
 Deckungsbeitragsrechnung und Produkt© by Jochen Niclaus
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lebenszyklus als Anhaltspunkt für
Eliminationen.
 Engpassbeseitigung mit
relativen Deckungsbeiträgen
5. 2. Taktische Produktionsprogrammplanung
5.2.1. Neueinführung von Produkten
Finden von Produktideen (z.B. Brainstorming)
Ausarbeitung mehrerer konkreter Produktvorschläge
Screening (=untersuchen der Produktideen nach bestimmten Eigenschaften, wie
z.B. technische Machbarkeit, Kundenakzeptanz) und nachfolgende
Entscheidung für einen Produktvorschlag durch die Unternehmensleitung
Herstellung eines Prototyps
Wirtschaftlichkeitsanalyse
Erprobung auf Testmärkten
(Anforderungen: Repräsentative Käuferstruktur, hohe Stichprobe,
Vertriebsstruktur repräsentativ, Medienstruktur repräsentativ, normale
Konkurrenzsituation)
Einführung
5.2.2. Veränderung von Produkten
Verbesserungen und Veränderungen von Produkten können durch die
Wertanalyse vorgenommen, bzw angestoßen werden. Die Wertanalyse ist ein
sehr zeit- und kostenintensives Verfahren, so dass sie nur für Produkte
angewendet werden soll, für die sich dieser Aufwand auch wirklich lohnt.
Diese Auswahl wird durch die ABC-Analyse vorgenommen.
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5.2.2.1. ABC-Analyse
Die ABC-Analyse teilt die Produkte nach Ihrem Anteil am
Gesamtproduktionswert in drei Gruppen (A, B und C) ein. Nur die A-Produkte
werden der Wertanalyse unterzogen:
Produktgruppe
Anteil an Produktionswert
Anteil an Gesamtmenge
A
75%
10%
B
20%
20%
C
5%
70%
Hintergrund: Nur ein mengenmäßig kleiner Teil des Gesamtsortiments bringt
i.d.R. den Großteil Gesamtproduktionswerts, während ein mengenmäßig großer
Anteil nur wenig Wert erzeugt.
Produkt
Übungsaufgabe:
Ein Unternehmen stellt 10 Produkte her, für die folgende Daten gelten:
Produkt
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Jahres- 850 6.300 5.000 15.000 1.000 750 27.500 150 40.000 200
absatz
Einzel- 7,90 0,30 1,30
0,12
6,20 45,00 0,10 400,- 0,50 15,00
preis
Wert
6715 1890
6500
1800
6200 33750
2750
60000 20000
Der Gesamtwert beträgt also 142.605.
Davon 75% sind 107.000
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3000
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Auswahl der höchsten Werte und Kummulierung bis 75% (142.605) erreicht
sind. Hier: 33.750 + 60.000 + 20.000 = 113.750
Zur A-Gruppe gehören also Produkt 6, 8 und 9
5.2.2.2. Die Wertanalyse
Ziel der Wertanalyse kann sein:
 Kostenminimale Nutzenstiftung
 Verbesserung der Nutzenstiftung zu minimalen Kosten
Die Wertanalyse geht von einem bestimmten Nutzen aus, den ein Produkt stiften
soll (in der Produktentwicklung: Value engeneering; beim fertigen Produkt:
Value analysis)
Es wird nicht ein möglichst günstiger Skigleitbelag gesucht, sondern irgendein
Material oder Bauteil, das die gewünschte Funktion erfüllt.
Eisenbahn: Keine Suche nach den günstigsten Eisenrädern, sondern:
Mobilitätsfunktion  Transrapid hier wird deutlich, dass nicht nur eine
Kostensenkung für bestimmte Funktionen erreicht werden kann, sondern auch
eine Qualitätsverbesserung.
ABLAUF EINER WERTANALYSE
Aufnahme des Ist-Zustands
=(Welche Funktionen werden wie erfüllt?)
Schuh mit Fell zur Wärmedämmung
Prüfung des Ist-Zustandes
(Funktionserfüllung und Kosten)
Funktion gut erfüllt? Kosten OK?
Ermitteln von Lösungen
(Mit Kreativitätstechniken: Brainstorming, 635-Methode, Hypnose)
Schuh mit Heizung, Luftkissenschuh, Kunststoffisolierung
Prüfung der Lösungen
(technische Durchführbarkeit und Kostenanalyse)
Auswahl der günstigsten Lösung
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635-Methode: Sechs Teilnehmer notieren auf einem Blatt 3 Ideen innerhalb von
5 Minuten. Danach wird das Blatt weitergegeben und es werden entweder die 3
Ideen weiterentwickelt oder 3 neue formuliert, dann Weitergabe, bis jeder jedes
Blatt hatte.
5.2.3. Eliminierung von Produkten
Produkte werden aus dem Produktionsprogramm genommen, wenn sie entweder
 aktuell keine positiven Deckungsbeiträge erwirtschaften oder/und
 zukünftig nicht mit positiven Deckungsbeiträgen zu rechnen ist
5.2.3.1 Produktlebenszyklusmodell
5.2.3.1.1. Produktlebenszyklus
Arbeitsblatt Produktlebenszyklus (=Beschreibung des Lebenszyklus. Aufgabe
die Informationen in einem vorgegebenen Schaubild zu verwirklichen)
Lernerfolgskontrolle durch Folie „Produktlebenslauf“
In der Entwicklungsphase liegen keine Einnahmen vor. Das Produkt
verursacht aber Kosten für Entwicklung und Forschung.  Verluste
In der Einführungsphase, die mit dem Eintritt des Produktes in den Markt
beginnt, werden zunächst nur geringe Stückzahlen verkauft. Das Produkt ist
noch unbekannt und hat kein Image. Allerdings hat der Anbieter eine
monopolartige Stellung.
Da in der Einführungsphase langsam steigenden Umsätzen hohe Kosten im
Bereich der Produktion und für die Markterschließung entgegenstehen, ergeben
sich in dieser Phase in der Regel Anfangsverluste. Die Einführungsphase ist
meist beendet, wenn das Produkt die Gewinnschwelle überschreitet und in die
Wachstumsphase übergeht.
Am Ende der Reifephase erreicht der Umsatz sein Maximum, der Gewinn geht
bereits wieder zurück, da der Markt hart umkämpft ist, was zu Preissenkungen
führt.
In der Sättigungsphase sinken Umsatz und Gewinn, bis am Ende der
Sättigungsphase der Gewinn negativ wird.
In der Degenerationsphase werden zwar noch (sinkende) Umsätze erzielt, aber
es werden nur noch Verluste eingefahren.
Folgerungen:
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 Schon in der Wachstumsphase (spätestens Anfang der Reifephase) muss
bereits das Ersatzprodukt entwickelt werden, damit dessen Kosten durch
die Gewinne des aktuellen Produkts gedeckt sind.
 Die Dauer eines Produktlebenszyklus ist unterschiedlich und kann durch
die produktpolitischen Maßnahmen verlängert werden (Produktvariation,
-differenzierung, Verpackungspolitik)
 Markenhersteller müssen sich aus Imagegründen frühzeitig (vor der
Sättigungsphase – Ersatzprodukt entsprechend früher zu entwickeln) von
dem Produkt verabschieden, um nicht auf einem sinkenden Schiff
angetroffen zu werden.
Produktlebenslauf: Arbeitsblatt und Schaubild in eigener Datei und im Internet
5.2.3.1.2. Produktportfolioanalyse

Produktlebenszyklus der Boston Consulting Group [Bearbeiten]
Für die weiteren Anwendungsmöglichekeiten siehe den Hauptartikel BCG-Matrix.
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine der ältesten und erfolgreichsten
Unternehmensberatungen der Welt. Als in den 1970er Jahren immer mehr Unternehmen in
ganz unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig wurden, entwickelten sie ein Konzept, das bis
heute als Grundlage für unternehmerische Investitionsentscheidungen verwendet wird. Dem
so genannten BCG-Portfolio, auch bekannt als BCG-Matrix und Growth-Share-Matrix, liegen
unter anderem die drei als unabhängig angenommenen Variablen Produktlebenszyklus,
Erfahrungskurve und Konkurrenzsituation zugrunde. Dieses Portfolio kann zwar auch ohne
Lebenszyklusbetrachtung ausgewertet werden, es basiert allerdings auf der zyklischen
Betrachtung, weil die vier genannten Phasen der Produktlebenszyklen normaler Weise
aufeinander folgen.
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Darstellung des PLZ in der BCG-Matrix. Über die vier Quadranten dieser Grafik leiten sich
die Umsatz- und Deckungsbeitragskurven aus der Grafik Nr.1 weiter oben ab.
Poor Dogs: Die Poor Dogs sind (mit Einführung oder am Ende ihres Produktlebenszyklus)
die Problemprodukte, die armen Hunde des Managements. Im Diagramm des Grundmodells
als Rückgangsphase gekennzeichnet. Sie haben (erst / nur noch) ein geringes Marktwachstum,
manchmal sogar einen Marktschwund und einen geringen Marktanteil. Zusätzlich entsteht
sogar die Gefahr der Etablierung des Verlustbringers, daher sollte das Portfolio bereinigt
werden. Die Normstrategie sieht hier Innovation oder Eliminierung vor.
Question Marks: Die Question Marks, die Fragezeichen, auch Nachwuchsprodukte genannt,
sind die Newcomer unter den Produkten. Im Diagramm des Grundmodells als
Wachstumsphase gekennzeichnet. Sie haben ein gewisses Wachstumspotenzial, allerdings nur
geringe Marktanteile. Das Management steht vor der Frage, ob es investieren oder das
Produkt aufgeben soll.
Stars: Die Stars sind die absoluten Sternchen des Unternehmens. Im Diagramm des
Grundmodells mit Reife gekennzeichnet. Sie haben nicht nur einen hohen Marktanteil,
sondern auch ein hohes Marktwachstum. Sie befinden sich in einem stark wachsenden
Segment und sollten möglichst lang "Stars" bleiben. Sie müssen daher investieren um
mitzuwachsen. Sie werden dann später zu Cash Cows. Ansonsten verlieren Sie Marktanteile
und werden zum Question Mark.
Cash Cows: Die Cash Cows, zu Deutsch Melkkühe, haben einen großen Marktanteil, jedoch
ein nur geringes Marktwachstum. Im Diagramm des Grundmodells mit Sättigung
gekennzeichnet. Sie sind Spitzenreiter im Cash-Flow und sollen ohne weitere Investitionen
"gemolken" werden. Die Normstrategie lautet: Position halten und Erträge abschöpfen.
Hinweis: Der als Poor Dogs bezeichnete Quadrant wird im englischen Sprachraum nur als
Dogs bezeichnet. Das Attribut Poor wird in diesem Zusammenhang nicht verwendet.
Seit den 80er Jahren wenden nach Angaben der Urheber ca. 75 Prozent aller größeren
Unternehmen die Portfoliomatrix bei Investitionsentscheidungen und in der
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Strategieentwicklung an, nicht nur für die Betrachtung des Produktlebenszyklus an sich.
Heute gibt es praktisch kein diversifiziertes Unternehmen mehr, das nicht mit dem
Portfoliokonzept arbeitet.

Kritik am BCG-Portfolio
Die Betrachtung der Marktwachstumsrate, welche im Modell der BCG als gegebener Faktor
angesehen wird, ist fraglich. Tatsächlich kann ein Unternehmen durch geeignete MarketingMaßnahmen das Marktwachstum positiv beeinflussen.
5.2.3.2 Deckungsbeitragrechnung
Mit Hilfe der Deckungsbeitragsrechnung kann ermittelt werden, ob es sich noch
lohnt, ein Produkt im Sortiment zu behalten. Sinnvoll ist es dann, wenn der DbII
> 0 ist.
Bsp:
Produkt 1
Produkt 2
Produkt 3
m
1.000
2.000
5.000
p
5
10
16
kv
3
8,50
15,50
db1
2
1,50
0,50
Db1
2.000
3.000
2.500
Erzeugnisfixe
700
3.800
900
Kosten
Db2
1.300
- 800
1.600
Das Produkt 2 erzeugt einen negativen Deckungsbeitrag 2 und vermindert damit
den Gewinn. Es wäre ein Kandidat für eine Produkteliminierung.
Dagegen könnten sprechen:
 Produkt ist ein notwendiges Ergänzungsprodukt zu einem anderen
Produkt des Unternehmen
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



Produkt ist Imageträger des Unternehmens
Produkt ist erst in der Entwicklungsphase
Wirtschaft ist in einer Depression
usw.
5. 3. Operative Produktionsprogrammplanung
Eine Hauptaufgabe der operativen Produktionsprogrammplanung ist die
Abstimmung der Absatz- mit dern Produktionsprogrammplanung.
Als Problem kann hierbei auftreten, dass die Produktion aufgrund von
Engpässen nicht in der Lage ist, das Absatzprogramm zu realisieren:
Engpass
5. 3. 1. Engpassmanagement bei gleichen Verweildauern im
Engpassfaktor
Sind die Verweildauern der konkurrierenden Produkte gleich, so wird das
Produkt priorisiert werden, das den höheren Deckungsbeitrag erwirtschaftet. So
entsteht unter Berücksichtigung des Engpasses das optimale
Produktionsprogramm, das den höchstmöglichen Gewinn erwirtschaftet
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5. 3. 2. Engpassmanagement bei unterschiedlichen Verweildauern
im Engpassfaktor
Sind die Verweildauern der konkurrierenden Produkte nicht gleich, so wird das
Produkt priorisiert werden, das den höheren relativen Deckungsbeitrag
erwirtschaftet. Der relative Deckungsbeitrag ist derjenige Deckungsbeitrag, der
pro Zeiteinheit im Engpass erwirtschaftet wird.
Ist der (absolute) db = 10,- € und benötigt das Produkt 4 Stunden Aufenthalt im
Engpassfaktor, so beträgt der relative Deckungsbeitrag dbrelativ= db / t = =10/4=
= 2,50
So entsteht unter Berücksichtigung des Engpasses das optimale
Produktionsprogramm, das den höchstmöglichen Gewinn erwirtschaftet
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