Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 373

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ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 42(3) ZUSAMMENFASSUNGEN
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 373-381, 2011.
Titel: Auswirkungen des Körpergewichts und der Jahreszeit auf Lipidkonzentrationen im Serum von Lippenbären
(Melursus ursinus ursinus)
Autoren: Arun Attur Shanmugam, M.V.Sc., Jadav Kajal Kumar, M.V.Sc., Illayaraja Selvaraj, B.V.Sc. und Vimal
Selvaraj, B.V.Sc., M.S., Ph.D.
Bannerghatta Bear Rescue Center, Bannerghatta Biological Park, Wildlife SOS®, Bannerghatta, Bangalore 560 083,
Karnataka, Indien (Shanmugam, V. Selvaraj); Center for the Conservation and Rehabilitation of Bears, Agra Bear
Rescue Facility, Sur Sarovar Bird Sanctuary, Wildlife SOS®, Keetham, Agra 282 007, Uttar Pradesh, Indien
(Kumar, I. Selvaraj); Department of Animal Science, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (V.
Selvaraj). Korrespondenz bitte an Dr. Selvaraj ([email protected]).
Zusammenfassung: Lipidkonzentrationen im Serum wurden bei 66 gesunden Lippenbären (Melursus ursinus
ursinus) gemessen, die unter halbwilden Bedingungen mit Zugang zu natürlichen Futterquellen im Bannerghatta
Biological Park (Karnataka, Indien), der einen Teil ihres natürlichen Lebenraumes auf der Indischen Halbinsel
ausmacht, lebten. Die folgenden Analyten wurden gemessen: Gesamtcholesterin, Triglyzeride, Lipoproteine hoher
Dichte (High-density Lipoprotein; HDL) und Lipoproteine niedriger Dichte (Low-density Lipoprotein; LDL). Die
Auswirkungen von Alter, Körpergewicht und Jahreszeit auf diese Lipidparameter wurden statistisch bewertet. Es
gab keine Korrelation zwischen Alter und den gemessenen Lipidparametern. Positive Korrelationen zwischen
Körpergewicht und sowohl Triglyzeriden als auch HDL-Cholesterinwerten wurden bei den untersuchten Bären
festgestellt. Zusätzlich wurden Jahreszeit-bedingte Tendenzen bei den physiologischen Lipidwerten im Serum
identifiziert, die möglicherweise auf Veränderungen der Ernährung der Lippenbären zurückzuführen sind.
Triglyzeridkonzentrationen waren in der Nach-Monsoon-Zeit höher, und Cholesterinwerte im Winter waren höher
als zu den anderen Jahreszeiten. Lipid-Serumwerte von den hier untersuchten Lippenbären wurden mit zuvor
veröffentlichten Daten von anderen Bärenarten verglichen. Diese Werte stellen die ersten Referenzwerte für
Lipidwerte im Serum bei Lippenbären dar. Diese Ergebnisse können als empfindliche Indikatoren für den
allgemeinen Gesundheits- und Ernährungszustand dienen, die bei der Haltung und Fütterung von Bären in
menschlicher Obhut behilflich sein könnten.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 382-391, 2011.
Titel: Hämatologische Untersuchung bei häufig vorkommenden neoptropischen Fledermausarten in Costa Rica
Autoren: Martin Schinnerl, Mag. med. vet., Denise Aydinonat, Mag. med. vet., Franz Schwarzenberger, Dr. med.
vet., A. Prof. und Christian C. Voigt, Dr. rer. nat., PD.
Department für biomedizinische Wissenschaften – Medizinische Biochemie, Veterinärmedizinische Universität
Wien, Veterinärplatz 1, 1210 Wien, Österreich (Schinnerl, Aydinonat, Schwarzenberger); Leibniz Institut für Zoound Wildtierforschung, Alfred-Kowalke Strasse 17, 10315 Berlin, Deutschland (Voigt). Korrespondenz bitte an Dr.
Schwarzenberger ([email protected]).
Zusammenfassung: Obwohl Fledermäuse eine der größten Gruppen der Säugetiere darstellen und sie Träger vieler
zoonotischer Infektionserkrankungen sein können, fehlen Grundinformationen über das Blutbild dieser Tiere
weitgehend in der Literatur. In dieser Studie wurden Hämatokrit (Hct), Gesamtleukozytenzahl (TWBC; Leukozyten)
und Differenzialblutbild (DWBC) von wildlebenden neotropischen Fledermäusen bestimmt. Blutproben von 255
Einzeltieren von 26 Fledermausarten der folgenden Familien wurden im Karibischen Tieflandregenwald in Costa
Rica abgenommen: Emballonuridae (3 Arten; 33 Einzeltiere), Molossidae (2 Arten; 26 Einzeltiere), Mormoopidae
(1 Art; 1 Einzeltier), Phyllostomidae (18 Arten; 180 Einzeltiere) und Vespertilionidae (2 Arten; 15 Einzeltiere). Hct
wurde nach Zentrifugieren von Mikrohämatokrit-Kapillarröhrchen gemessen; TWBC wurde mit Hilfe des UnopetteSystems und einem Hämozytometer bestimmt. DWBC wurde mit Eosin-Methylenblau gefärbten Blutausstrichen
durchgeführt. Die Hämatokritwerte der untersuchten Fledermäuse variierten zwischen 51,8 % ± 0,7 % für
Phyllostomus discolor (n = 27) und 65,8 % ± 2,2 % für Molossus sinaloae (n = 6). Fledermausarten der gleichen
taxonomischen Familien hatten ähnliche TWBC. TWBC war niedriger für die insektenfressenden Arten
(Emballonuridae, Mollosidae, Vespertilionidae) als für die pflanzenfressenden Familien (Phyllostomidae). Als
Ausnahme zeigte Ectophylla alba (Phyllostomidae) außergewöhnlich niedrige TWBC (836 ± 166/µl; n = 10); dieser
Wert betrug weniger als die Hälfte der TWBC-Werte der anderen Fledermausarten, die von 1714 ± 297/µl bei
Molossus bondae (n = 20) bis 7339 ± 1503/µl bei Trachops cirrhosus (n = 6) reichten. Fledermausarten mit höherer
TWBC tendierten dazu, niedrigere Hämatokritwerte zu zeigen. Im allgemeinen ähnelte die Blutzellenmorphologie
der von anderen Säugetierarten. Eine große Anzahl polychromatophiler Erythrozyten und unterschiedliche
Lymphozytenmorphologie wurden notiert. Diese Studie liefert wichtige Blutwerte für neotropische Fledermausarten
und erweitert erheblich das Wissen über die physiologischen Basiswerte dieser Tiergruppe.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 392-398, 2011.
Titel: Untersuchung des peripheren Blutes von Igeln in der Türkei
Autoren: Haluk Özparlak, Ph.D., Ilhami Çelik, D.V.M., Ph.D., Emrah Sur, D.V.M., Ph.D., Tuğba Özaydin,
D.V.M., Ph.D. und Atilla Arslan, Ph.D.
Department of Biology, Faculty of Science, Selcuk University, Selçuklu, 42075, Konya, Türkei (Özparlak, Arslan);
Department of Histology and Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, Selcuk University, Selçuklu, 42075,
Konya, Türkei (Çelik, Sur, and Özaydin). Korrespondenz bitte an Dr. Özparlak ([email protected]).
Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, den Durchmesser von Blutzellen, das Differenzialblutbild der
peripheren Leukozyten, die Aktivitäten von Alpha-Naphthyl-Acetatesterase (ANAE) und Säure-Phosphatase (ACPase) ausgewählter Leukozytentypen sowie den Prozentsatz der enzymatischen Positivität der peripheren
Lymphozyten bei zwei Igelarten, dem Langohrigel (Hemiechinus auritus) und dem Südlichen Weißbrustigel
(Erinaceus concolor), zu bestimmen. Luftgetrocknete, periphere Blutausstriche wurden mit May-Grünwald-Giemsa
gefärbt. ANAE- und ACP-ase-Aktivitäten wurden mit Glutaraldehyd-Aceton gefärbten Ausstrichen bestimmt.
ANAE-positive Lymphozyten zeigten ein punktförmiges Muster mit 1-5 rötlich-braunen zytoplasmischen Granula,
und ACP-ase positive Lymphozyten zeigten ein punktförmiges Muster mit 1-3 rosafarbenden zytoplasmischen
Granula. Monozyten zeigten eine diffuse und starke Reaktion, wobei Neutrophilen eine schwach positive Reaktion
für ANAE und ACP-ase zeigten. Unterschiede wurden für den mittleren Durchmesser der peripheren Blutzellen
zwischen diesen Igelarten nicht festgestellt. Lymphozyten stellten die Merhzahl (64,3 % bzw. 65,5 %) der
Leukozyten dar, danach waren Neutrophilen (23,9 % bzw. 23,3 %), Eosinophilen (9,0 % bzw. 7,6 %), Monozyten
(1,8 % bzw. 2,3 %) und Basophilen (1,0 % bzw. 1,3 %) bei H. auritus bzw. E. concolor vorzufinden. Die mittlere
ANAE-Positivität der Lymphozyten betrug 36,6 % bzw. 52,3 % und die ACP-ase-Positivität 32,1 % bzw. 37,5 % für
H. auritus bzw. E. concolor. Die ANAE-Positivität der Lymphozyten bei E. concolor war signifikant höher (P <
0,05) als bei H. auritus.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 399-407, 2011.
Titel: Hepatozoon spp. (Apicomplexa: Hepatozoidae) – Befall und ausgewählte Blutbildwerte der SchauerKlapperschlange (Crotalus durissus collilineatus) (Linnaeus, 1758) (Serpentes: Viperidae) aus Brasilien
Autoren: Rafael Otávio Cançado Motta, M.S., D.V.M., Lucas Maciel Cunha, M.S., D.V.M., Romário Cerqueira
Leite, Ph.D., D.V.M., Israel José da Silva, Ph.D., D.V.M., Ana Cristina Araújo Pinto, M.S., D.V.M., Érika Martins
Braga, M.S., Bio., Arildo Pinto da Cunha, Ph.D., D.V.M. und Paulo Roberto de Oliveira, Ph.D., D.V.M.
Departamento de Medicina Veterinária Preventiva, Escola de Veterinária, Universidade Federal de Minas Gerais –
UFMG, Avenida Presidente Antônio Carlos 6627, Caixa Postal 567, CEP 30123–970, Campus da UFMG, Belo
Horizonte – MG, Brasilien. (Motta, L. Cunha, Leite, Silva, Pinto, A. Cunha, Oliveira); Instituto de Ciências
Biológicas (ICB) – UFMG, Avenida Presidente Antônio Carlos 6627, Caixa Postal 486, CEP 30123–970, Campus
da UFMG, Belo Horizonte – MG, Brasilien (Braga). Aktuelle Adresse (Motta): Instituto de Ciências Biológicas
(ICB) – UFMG, Avenida Presidente Antônio Carlos 6627, Caixa Postal 486, CEP 30123–970, Campus da UFMG,
Belo Horizonte – MG, Brasilien. Korrespondenz bitte an Dr. Oliveira ([email protected]).
Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, hämatologische Werte von gefangenen Schlangen der Art
Crotalus durissus collilineatus in Brasilien zu bestimmen und die Auswirkungen eines Hämatozoenbefalls bei dieser
Schlangenart festzustellen. 83 Blutproben wurden von einzelnen Klapperschlangen gesammelt und analysiert. Die
untersuchte Gruppe bestand aus 30 männlichen und 30 weiblichen kurz zuvor gefangenen Schlangen sowie aus 11
männlichen und 12 weiblichen gezüchteten Schlangen. Die folgenden Blutuntersuchungen wurden durchgeführt:
Erythrozytenzahl,
Leukozytenzahl,
Thrombozytenzahl,
Hämatokrit,
Hämoglobinkonzentration
und
Gesamtplasmaproteinkonzentration. Blutausstriche wurden zur Feststellung eines Hepatozoon spp.-Befalls sowie
zur Berechnung der Parasitenbelastung jeder Probe und des Prozentsatzes der unreifen Erythrozyten verwendet. Die
Ergebnisse der gefangenen Schlangen, sowohl von denen mit als auch von denen ohne Parasiten, wurden sowohl
miteinander als auch mit den Resultaten der gezüchteten Schlangen verglichen. Blutwerte für C. durissus wurden
gemessen. Wildgefangene Schlangen zeigten eine Befallsrate von 38,3 %, wobei Hepatozoon sp. bei den
gezüchteten Schlangen nicht nachgewiesen wurde. Die durchschnittlichen Werte für Körpergewicht, Körperlänge
und das Gewicht-Längen-Verhältnis der parasitenfreien Schlangen waren höher als die der von Parasiten befallenen
Tiere. Die von Hepatozoon-befallenen Schlangen zeigten ebenso eine höhere Anzahl von unreifen Erythrozyten.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 408-413, 2011.
Titel: Pododermatitis bei gezüchteten Schwarzen Stelzenläufern (Himantopus novaezelandiae)
Autoren: Elizabeth Chang Reissig, M.V., M.S., D.V.Sc., Daniel M. Tompkins, M.S., D.Phil., Richard F. Maloney,
M.S., Emily Sancha, B.A. und David A. Wharton, Ph.D.
Institute of Pathology, Faculty of Veterinary Sciences, National University of La Plata, P.O. Box 296, La Plata
1900, Argentinien (Chang Reissig); New Zealand Centre for Conservation Medicine, Private Bag, Grey Lynn,
Auckland 1022, Neuseeland (Tompkins); Department of Conservation, Twizel Area Office, Private Bag, Twizel
7944, Neuseeland (Maloney, Sancha); Department of Zoology, University of Otago, P.O. Box 56, Dunedin 9054,
Neuseeland (Wharton). Aktuelle Adresse (Chang Reissig): Juncal 3829, Barrio Las Victorias, San Carlos de
Bariloche CP 8400, Río Negro, Argentinien. Korrespondenz bitte an Dr. Chang Reissig
([email protected]).
Zusammenfassung: Mögliche Ursachen der Pododermatitis wurden bei jungen, in menschlicher Obhut gezüchteten
Schwarzen Stelzenläufern (Himantopus novaezelandiae) des Department of Conservation „Kaki Recovery Program“
in Twizel, Neuseeland untersucht. Um die Rolle des Bodensubstrats bei der Erkrankung zu untersuchen, wurde das
Auftreten von klinischen Symptomen bei den Einzeltieren bei verschiedenen Volieren mit ausgelegten
Gummimatten und/oder Salzbädern, oder mit Kontrollboden untersucht. Diese zwei experimentelle Veränderungen
der Umwelt der Vögel zeigten keine Auswirkung auf die Entwicklung der Pododermatitis. Offensichtlich war das
Bodensubstrat kein auslösender Faktor, und eine frühere Studie zeigte, dass die Diäten der Vögel die
Ernährungsbedürfnisse bei der Zucht von Stelzenläufern erfüllen. Die Ergebnisse dieser Studie lassen darauf
schließen, dass mangelnder Platz für genügend Bewegung die Ursache sein könnte.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 414-425, 2011.
Titel: Kurzfristige Üerlebensrate und Auswirkungen der Implantation eines Funksenders bei Renntauchern
(Aechmophorus occidentalis) mit Anwendung einer modifizierten chirurgischen Methode
Autoren: Joseph K. Gaydos, V.M.D., Ph.D., J. Gregory Massey, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Daniel M.
Mulcahy, Ph.D., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Lori A. Gaskins, D.V.M., Dipl. A.C.V.B., David Nysewander, M.S.,
Joseph Evenson, M.S., Paul B. Siegel, Ph.D. und Michael H. Ziccardi, D.V.M., Ph.D.
Wildlife Health Center (Gaydos, Massey, Ziccardi) and Clinical Animal Behavior Service (Gaskins), School of
Veterinary Medicine, Davis, California 95616, USA; U.S. Geological Survey, Anchorage, Alaska 99508, USA
(Mulcahy); Washington Department of Fish and Wildlife, Olympia, Washington 98501, USA (Nysewander,
Evenson); Department of Animal and Poultry Sciences, Virginia Polytechnic Institute and State University,
Blacksburg, Virginia 24061, USA (Siegel). Aktuelle Adresse (Gaydos): Wildlife Health Center, Orcas Island Office,
942 Deer Harbor Road, Eastsound, Washington 98245, USA; (Massey): Department of Clinical Sciences, College of
Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina, USA.
Korrespondenz bitte an Dr. Gaydos ([email protected]).
Zusammenfassung: Zwei Pilotstudien und eine Studie bei einer nahverwandten Taucherart ließen darauf schließen,
dass Renntaucher (Aechmophorus occidentalis) die intrazölomische Implantation von Funksendern mit perkutanen
Antennen nicht tolerieren und oft wenige Tage nach der Operation sterben. Wildlebende Renntaucher (n = 21)
wurden gefangen, um eine modifizierte chirurgische Methode zu evaluieren. Sieben Vögel wurden mit
intrazölomischen Funksendern mit perkutanen Antennen mit einer modifizierten Methode behandelt
(Funksendergruppe), sieben wurden der gleichen Operation ohne Implantation der Sender unterzogen
(Zöliotomiegruppe) und sieben Vögel dienten als Kontrolltiere (wurden nur narkotisiert). Die modifizierte Methode
kennzeichnete sich durch eine laterale Verlegung des Schnitts der Körperwand von dem der Haut, Anwendung von
absorbierbarem Cyanoakrylat-Kleber im subkutanen Raum zwischen Körperwand- und Hautschnitt, Anwendung
eines wasserfesten Dichtungsmittels auf den Hautschnitt nach dem Nähen sowie Anwendung eines Stückes
Schweine-Dünndarmsubmukosa auf die Antennen-Austrittsstelle. Die Überlebensrate unterschied sich bei den drei
Gruppen nicht; 7 der 7 Kontrolltiere, 6 der 7 Zöliotomietiere und 6 der 7 Funksendertiere überlebten die 9-tägige
Studie. Die untersuchten Vögel wurden nach Abschluß der Studie eingeschläfert, und die pathologische
Untersuchung zeigte normale Heilung. Signifikante Unterschiede der biochmischen Plasmawerte oder der
Immunfunktion wurden zwischen den drei Gruppen nicht festgestellt, und nur geringe Unterschiede wurden bei den
Erythrozyten- und Plasmaproteinwerten festgestellt. Nach der Operation verbrachten die Vögel in der
Funksendergruppe mehr Zeit damit, ihre Schwanzfedern zu putzen, als die der Kontroll- und Zöliotomiegruppen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Zöliotomie und Implantation von intrazölomischen Funksendern in menschlicher
Obhut minimal feststellbare homöostatische Störungen in dieser Vogelart auslöst und dass Renntaucher die
Implantation von intrazölomischen Funksendern mit perkutanen Antennen überleben. Es muß noch untersucht
werden, ob die hier beschriebene modifizierte Operation die postoperative Überlebensrate von denjenigen
Renntauchern erhöht, die mit intrazölomisch implantierten Funksendern und perkutanen Antennen ausgestattet
werden und anschließend freigelassen werden.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 426-429, 2011.
Titel: Die Wirkung eines Probiotikums auf Blutharnstoff- und Creatininwerte bei Großkatzen
Autoren: Stephanie McCain, D.V.M., Matthew C. Allender, D.V.M., M.S., Juergen Schumacher, Dr. med. Vet.,
Dipl. A.C.Z.M., Dipl. E.C.Z.M. (Herpetology) und Edward Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.
Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, The University of Tennessee,
Knoxville, Tennessee 37996, USA. Aktuelle Adressen: (McCain) Birmingham Zoo, 2630 Cahaba Road,
Birmingham, Alabama 35223, USA; (Allender) Department of Comparative Biosciences, University of Illinois,
Urbana, Illinois 61802, USA. Korrespondenz bitte an Dr. McCain ([email protected]).
Zusammenfassung: Chronische Niereninsuffizienz wird bei älteren Großkatzen in menschlicher Obhut häufig
diagnostiziert. Das Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit eines Probiotikums zu evaluieren, insbesondere
dahingehend, ob es die Blutharnstoff- und Creatininwerte bei Großkatzen reduziert. 15 ausgewachsenen Großkatzen
(6 Tiger [Panthera tigris], 5 Löwen [Panthera leo], 3 Pumas [Puma concolor] und 1 Leopard [Panthera pardus])
wurde ein Probiotikum zweimal täglich verabreicht; vorher wurden Basisblutbild- und biochemische Plasmawerte
festgestellt. Biochemische Plasmawerte wurden nach 2 Monaten (n = 14) und 6 Monaten (n = 9) nochmals
kontrolliert. Keine signifikante Änderung der Blutharnstoffwerte wurde während der Studie festgestellt, aber eine
signifikanteVeränderung der Creatininwerte wurde nachgewiesen (P = 0,04). Creatininwerte fielen signifikant
zwischen dem 2. und dem 6. Monat (P = 0,02) sowie zwischen dem 0. und dem 6. Monat, obwohl diese zweite
Änderung nicht signifikant war (P = 0,05). Keine signifikante Veränderung der Creatininkonzentration wurde
zwischen dem 0. und dem 2. Monat festgestellt (P = 0,35). Dieses Probiotikum könnte bei der Behandlung von
Großkatzen mit erhöhten Creatininkonzentrationen wegen chronischer Niereninsuffizienz hilfreich sein, wobei
weitere Studien benötigt werden.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 430-436, 2011.
Titel: Vergleich von Carfentanil-Xylazin und Thiafentanil-Medetomidin zur Eletroejakulation beim Gaur (Bos
gaurus)
Autoren: Julia E. Napier, D.V.M., Naida M. Loskutoff, Ph.D., Lee G. Simmons, D.V.M. und Douglas L.
Armstrong, D.V.M.
Omaha's Henry Doorly Zoo, 3701 South 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA. Korrespondenz bitte an Dr.
Napier ([email protected]).
Zusammenfassung: Carfentanilcitrat und Thiafentaniloxalat werden erfolgreich zur Narkose wildlebender und
gehaltener Huftiere eingesetzt. Das Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit sowie ausgewählte physiologische
Messwerte bei der Anwendung zweier Opioid-Narkoseprotokolle beim Gaur (Bos gaurus) zu vergleichen. Acht
ausgewachsene Gaurbullen wurden zur Elektroejaktulation im Omaha Henry Doorly Zoo (Omaha, Nebraska, USA)
narkotisiert. Jedes Tier wurde zweimal mit jeweils einem der folgenden Protokolle narkotisiert: 10 mg
Carfentanilcitrat und 100 mg Xylazin (CX) mit 1000 mg Naltrexon und 24 mg Yohimbin als Antagonisten; oder 12
mg Thiafentanil und 20 mg Medetomidin (TM) mit 120 mg Naltrexon und 100 mg Atipamezol als Antagonisten.
Die Narkotika wurden intramuskulär in die Schultermuskulatur mit einem Injektionsstab verabreicht.
Elektroejakulation wurde mit Anwendung eines stardardisierten Protokolls durchgeführt, um die Stimulierung in
beiden Gruppen gleichzuhalten. Einleitungs- und Aufwachzeiten, anfängliche Rektaltemperatur, Herz- und
Atemfrequenz, Narkosetiefe, Sauerstoffsättigung, indirekter Blutdruck und arterielle Blutgase wurden am Anfang
der Narkose sowie vor und nach der Ejakulation gemessen. Die Antagonisten wurden ¼ i.v. und ¾ s.c. verabreicht.
Beide Protokolle benötigten ein kleines Volumen an Narkosemittel für das große Huftier, lieferten eine gute
Einleitung und ausreichende Narkosetiefe. Beide Protokolle führten zu erheblicher Hypoxämie, obwohl die
Blutgaswerte (auf Grund der niedrigen Werte für den Kohlendioxid-Partialdruck) bei der CX-Narkose gerringgradig
besser waren und die Blutdruckwerte numerisch niederiger waren. Tiere mit TM-Narkose zeigten bessere
Muskelentspannung und eine bessere Aufwachphase ohne Renarkotisierung. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen,
dass die Narkose mit TM und CX beim Gaur ähnliche Ejakulatqualität liefert; diese Narkoseprotokolle können
sowohl zur Fortpflanzungsuntersuchung als auch für assistierte Fortpflanzungsmethoden sowie die künstliche
Befruchtung eingesetzt werden. Weitere Durchführung dieser Protokolle sollte zum weiteren Vergleich dieser zwei
Kombinationen bei dieser Tierart erfolgen.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 437-443, 2011.
Titel: Vergleich klinischer Parameter bei in menschlicher Obhut gehaltenen Hokkohühnerarten bei Fütterung mit
herkömmlichen oder pelletierten Futtermitteln
Autoren: Marcus Vinicius Candido, D.V.M., MSc., Louise C. C. Silva, B.Ph., Joelma Moura, D.V.M., Tania D. M.
M. Bona, D.V.M., Fabiano Montiani-Ferreira, D.V.M., Ph.D. und Elizabeth Santin, D.V.M., Ph.D.
Pomerode Zoo, Rua Hermann Weege, no. 222, Pomerode, Santa Catarina, 89170-000, Brasilien (Candido);
Department of Veterinary Medicine of Federal University of Parana, Rua dos Funcionarios, 1540, Juveve, Curitiba,
Parana, 80035-050, Brasilien (Silva, Moura, Bona, Montiani-Ferreira, Santin). Korrespondenz bitte an Dr. Santin
([email protected]).
Zusammenfassung: Zur Familie der Hokkohühner gehören neotropische Vögel, die zu den bedrohtesten Vogelarten
der Welt zählen. Sie wurden historisch stark gejagt; deshalb werden ex-situ-Schutzprogramme zur Optimierung
ihrer Haltung stark empfohlen. Die Ernährung spielt eine grundlegende Rolle bei der Haltung und beeinflusst die
Überlebenschancen und Fortpflanzung in menschlicher Obhut. In dieser Studie wurden insgesamt 29 Vögel aus drei
Arten (Penelope obscura, P. superciliaris, und Aburria jacutinga) monatlich untersucht, und Blut wurde
abgenommen, sowohl vor als auch nach der Umstellung von einer herkömmlichen Diät aus Hühnerfutter, Obst und
Gemüse auf eine ausgeglichene handelsübliche Diät, die speziell für wilde Hühnervögel entwickelt wurde. Die
Diätänderung führte zur Änderung mehrerer untersuchter Parameter, darunter eine Zunahme (P < 0,05) der
Hämoglobinkonzentration bei allen drei Vogelarten. Bei P. obscura wurde eine Erhöhung der Erythrozytenzahl, des
Hämatokritwertes und des Körpergewichts festgestellt, sowie eine Senkung der Standardabweichung für Parameter
mit verbesserter Gleichförmigkeit. Globulin- und Lipasewerte fielen bei P. obscura während der Studie (P < 0,05).
Obwohl die Leukozytenzahl niedriger und die Eosinophilenzahl höher bei den drei Arten nach der Diätumstellung
waren, waren diese beiden Veränderungen nur bei P. superciliaris statistisch signifikant (P < 0,05). A. jacutinga
zeigte höhere Blutglukosewerte (P < 0,05) als die anderen Vogelarten, aber die Diätänderung zeigte keinen Einfluss
auf die Werte. Blutharnstoffwerte waren signifikant höher (P < 0,05) nach der Futterumstellung bei P. superciliaris.
Die Fütterung einer pelletierten Spezialdiät war von Vorteil und führte zu einer Verbesserung einiger klinischer
Parameter und einer verbesserten Gleichförmigkeit bei den drei hier untersuchten Hokkohühnerarten.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 444-450, 2011.
Titel: Pharmakokinetik des langwirkenden Ceftiofur-Depotproduktes (Ceftiofur-Crystallin-freie Säure) beim
Königspython (Python regius)
Autoren: Michael J. Adkesson, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Emilio Fernandez-Varon, B. Pharm. Sc., Ph.D., Sherry
Cox, Ph.D. und Tomás Martín-Jiménez, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.C.P., Dipl. E.C.V.P.T.
Saint Louis Zoo, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Adkesson); Department of Veterinary
Medicine and Surgery, University of Missouri, Columbia, Missouri 65211, USA (Adkesson); Clinical
Pharmacology Laboratory, Department of Comparative Medicine, College of Veterinary Medicine, University of
Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Fernandez-Varon, Cox, Martín-Jiménez). Aktuelle Adresse
(Adkesson): Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA.
Korrespondenz bitte an Dr. Adkesson ([email protected]).
Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die Pharmakokinetik eines langwirkenden CeftiofurDepotpräparates Ceftiofur-Crystallin-freie Säure (CCFA) nach intramuskulärer Injektion bei der Königspython
(Python regius) zu untersuchen. Sechs ausgewachsenen Königspythons wurde eine Injektion von CCFA (15 mg/kg)
in die epaxiale Muskulatur verabreicht. Blutproben wurden durch Herzpunktion unmittelbar vor und 0,5, 1, 2, 4, 8,
12, 18, 24, 48, 72, 96, 144, 192, 240, 288, 384, 480, 576, 720 sowie 864 Stunden nach der CCFA-Injektion
gesammelt. Plasmakonzentrationen von Ceftiofur wurden mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie bestimmt.
Eine Nicht-Kompartiment-Analyse wurde bei den Daten angewendet. Die Plasma-Höchstkonzentration (Cmax)
betrug 7096 ± 1,95 µg/ml und fand (T max) nach 2,17 ± 0,98 Stunden statt. Die Fläche unter der Kurve (0 bis
unendlich) für Ceftiofur betrug 74,59 ± 13,05 µg x h/ml, und die Ausscheidungshalbwertszeit an der absteigenden
Konzentrations-Zeit-Kurve betrug 64,31 ± 14,2 Stunden. Die mittlere Residenzzeit (0 bis unendlich) betrug 46,85 ±
13,53 Stunden. CCFA mit 15 mg/kg wurde von allen Pythons gut vertragen. Die minimale Hemmkonzentration
(MIC) für die bakteriellen Isolate von Schlangen sind nicht ausreichend studiert. Für MIC-Werte ≤ 0,1 µg/ml liefert
eine einmalige Dosis von CCFA (15 mg/kg) ausreichende Plasmakonzentrationen für mindestens 5 Tage bei der
Königspython. Für MIC-Werte ≥ 0,5 µg/ml werden häufigere Verabreichung oder höhere Dosen benötigt.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 451-459, 2011.
Titel: Haltungs-, Zucht- und Gesundheitsdaten einer in menschlicher Obhut lebenden Kolonie von Sonnenvögeln
(Leiothrix lutea), 2001-2010
Autoren: Cláudio E. F. da Cruz, D.V.M., Ph.D., Luiz G. S. de Oliveira, D.V.M., M.Sc., Fabiana M. Boabaid,
D.V.M., M.Sc., Francielli C. Zimermann, D.V.M., Ph.D., Gisele Stein, D.V.M., M.Sc., Fernanda Marks, D.V.M.,
M.Sc., Cristine Cerva, D.V.M., M.Sc., Carlos Lieberknecht, D.V.M., Claudio W. Canal, D.V.M., Ph.D. und David
Driemeier, D.V.M., Ph.D.
Departamento de Patologia Clínica (Cruz, Oliveira, Boabaid, Driemeier) und Departamento de Virologia Veterinária
(Marks, Canal), Faculdade de Veterinária, Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS), Avenida Bento
Gonçalves 9090, Agronomia 91540-000, Porto Alegre-RS, Brasilien; Departamento de Patologia, Instituto Federal
de Ciência e Tecnologia Catarinense, Campus Concórdia, Rodovia SC 283, km 08, Vila Fragosos, CEP 89700-000,
Concórdia, Santa Catarina, Brasilien (Zimermann); Departamento de Medicina Veterinária – Animais Selvagens,
Universidade do Oeste de Santa Catarina, Campus II, 89820-000, Xanxerê, Santa Catarina, Brasilien (Stein);
Laboratório de Biologia Molecular, Instituto de Pesquisas Veterinárias Desidério Finamor, Estrada Municipal do
Conde, CEP 92990-000, Eldorado do Sul, Rio Grande do Sul, Brasilien (Cerva); Clínica Veterinária Lieberknecht,
Rua Comendador Rheingantz, n° 745, Bairro Mont' Serrat, CEP 90450-020, Porto Alegre, Rio Grande do Sul,
Brasilien (Lieberknecht). Korrespondenz bitte an Dr. Cruz ([email protected]).
Zusammenfassung: Sonnenvögel (Leiothrix lutea) waren einst eine der am häufigsten gehaltenen Kleinvogelarten.
Auf Grund des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Übereinkommen über den internationalen Handel mit
gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen oder CITES, 1997), ist der weltweite Handel von wildgefangenen
Sonnenvögeln wegen Dezimierung der Populationen dieser Vögel in freier Wildbahn verboten. In Brasilien, wie in
vielen anderen Ländern, sind Sonnenvögel aus Volieren verschwunden, die vor Inkrafttreten von CITES importiert
wurden, weil die natürliche Lebensdauer dieser wenigen Einzeltiere abgelaufen ist und nur sehr wenige gezüchtete
Sonnenvögel noch heute auffindbar sind. Obwohl die Zucht in menschlicher Obhut die primären Ursachen des
Rückgangs dieser Vogelart nicht löst, könnte sie das Überleben von Populationen dieser Art ermöglichen. Dieser
Artikel fasst die Daten einer 10-jährigen Periode der Haltung einer Kolonie von Sonnenvögeln zusammen. Details
über die Haltung, Erkrankungen und pathologischen Befunde werden besonders betont. Die Hauptbefunde bei den
pathologischen Untersuchungen waren Probleme bei der Aufzucht sowie altersbedingte Veränderungen.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 460-467, 2011.
Titel: Diätänderung als Behandlung
Eisenparametern im Serum
beim Raggi-Paradiesvogel
(Paradisaea
raggiana)
mit
erhöhten
Autoren: Kelly E. Helmick, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Erin L. Kendrick, M.S. und Ellen S. Dierenfeld, M.S.,
Ph.D., C.N.S.
Woodland Park Zoo, 601 North 59th Street, Seattle, Washington 98103, USA (Helmick); Saint Louis Zoo, Saint
Louis, Missouri 63110, USA (Kendrick); Novus International, Inc., St. Charles, Missouri 63304, USA (Dierenfeld).
Aktuelle Adresse (Kendrick): Animal Nutrition Consulting, LLC, Saint Louis, Missouri 63116, USA.
Korrespondenz bitte an Dr. Helmick ([email protected]).
Zusammenfassung: Erhöhte Serumeisenparameter wurden durch Änderung der Diät beim Raggi-Paradiesvogel
(Paradisaea raggiana) in menschlicher Obhut gesenkt. Die hier beteiligten Vögel waren Teil eines
Zuchtprogrammes; die zwei Männchen und ein Weibchen waren 3,5 – 9 Jahre alt und in menschlicher Obhut
aufgewachsen. Serumeisenkonzentration, Gesamteisenbindungskapazität (TIBC), Transferrinsättigung,
Körpergewicht, Albumin, Aspertataminotransferase und Hämatokrit wurden in regelmäßigen Zeitabständen 2,5
Jahre lang verfolgt. Die herkömmliche Diät bestand aus einer Vielfalt von Obst- und Gemüsearten, einem
Multivitaminzusatz und einem Vogelfertigfutter mit reduziertem Eisengehalt; die Diät enthielt 55 mg/kg Eisen auf
Trockenbasis oder 1,12 mg Eisen/Vogel/Tag. Die Diätänderung bestand aus Entfernung des Vogelfertigfutters 30
Tage lang alle 6 bis 12 Monate; diese veränderte Diät enthielt 42 mg/kg Eisen auf Trockenbasis oder 0,64 mg
Eisen/Vogel/Tag. Die durchschnittliche Serumeisenkonzentration und TIBC fielen 75 % (TIBC) bzw. 80%
(Serumeisenkonzentration) gegenüber den Werten vor der Diätänderung nach der ersten 30-tägigen Periode mit der
veränderten Diät. Die durchschnittlichen Eisensättigungswerte sanken um 10 % im Vergleich zu den Werten vor der
Diätänderung nach der ersten 30-tägigen Behandlungsperiode. Die durchschnittlichen Werte für Hämatokrit,
Albumin, Aspartataminotransferase und Körperewicht blieben unverändert. Nebenwirkungen wurden während der
2,5-jährigen Studienzeit nicht festgestellt, und das normale Fortpflanzungsverhalten wurde nicht gestört.
Periodisches Weglassen des Vogelfertigfutters mit reduziertem Eisengehalt in der Diät von Raggi-Paradiesvögeln in
menschlicher Obhut ist eine sichere und wirksame Methode zur Reduzierung der Serumeisenparameter ohne
invasivere Behandlungen. Periodische Anwendung dieser Methode könnte ein brauchbares vorbeugendes Mittel zur
Aufrechterhaltung angemessener Serumeisenparameter bei Vogelarten, die für die Hämosiderose anfällig sind,
darstellen.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 468-472, 2011.
Titel: Mycobacterium kansasii-Infektion in einer Buntbock-Herde (Damaliscus pygargus dorcas): Diagnostische
Herausforderung bei der Differenzierung von Mycobacterium tuberculosis-Komplex
Autoren: Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Scott Terrell, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Konstantin Lyashchenko, Ph.D.,
Rena Greenwald, M.D., Beth Harris, Ph.D., Bruce V. Thomsen, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V. P., Deidre Fontenot,
D.V.M., Mark Stetter, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Don Neiffer, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., and Greg Fleming, D.V.M.,
Dipl. A.C.Z.M.
Disney's Animal Kingdom, Department of Animal Health, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA
(Miller, Terrell, Fontenot, Stetter, Neiffer, Fleming); Chembio Diagnostic Systems, Inc., 3661 Horseblock Road,
Medford, New York 11763, USA (Lyashchenko, Greenwald); National Veterinary Services Laboratory, Diagnostic
Bacteriology, Mycobacteria and Brucella Section (Harris) Pathobiology Laboratory (Thomsen), 1920 Dayton
Avenue, Ames, Iowa 50010, USA. Aktuelle Adresse (Miller): Palm Beach Zoo, 1301 Summit Boulevard, West
Palm Beach, Florida 33405, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Miller ([email protected]).
Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene weibliche Buntbock (Damaliscus pygargus dorcas) wurden wegen
Symptome einer Pneumonie und Schwäche (Fall 1) und wegen einer nicht auf Therapie ansprechenden Lahmheit
mit einer Fistel mit Ausfluss (Fall 2) eingeschläfert. Bei der pathologischen Untersuchung wurden in beiden Fällen
disseminierte granulomatöse Veränderungen der Leber, Nieren, Milz, Lungen, Pleura und mehrerer Lymphknoten
vorgefunden. Mycobacterium kansasii wurde in beiden Fällen nach mehreren Versuchen von einer großen Zahl von
Proben in zwei Labors isoliert. Die übrigen vier Tiere der Herde wurden auf Antikörper mit Chembio ElephantTB
STAT-PAK®, DPP®-Vet TB-Kit und Multiantigen-Print-Immunassay (MAPIA), auf Immunreaktion mit dem
intradermalen Tuberkulintest, mit Kultur von Trachealspülung sowie mit Röntgenaufnahmen des Thorax untersucht.
Untersuchung von Serumproben von 2005 aus der ursprünglichen Einrichtung ergab 1/9 (11,11 %) seropositive
Tiere bei Anwendung der drei Testmethoden. Wiederholung der Tests für die derzeitige Herde im Jahre 2008 ergab
2/6 (33,33 %) seropositive Tiere mit den drei Methoden, dabei zeigte das MAPIA Antikörperreaktivität gegen die
MPB83- und MPB70-Proteine. Uneinheitliche intradermale Tuberkulintestergebnisse, Kreuzreaktionen bei den
serologischen Tests für die Tuberkulose-Diagnose, die Schwierigkeiten bei der Isolierung und endgültigen
Identifizierung sowie die Schwierigkeiten, die Infektionsquelle zu identifizieren stellen Herausforderungen bei der
Differenzierung einer atypischen Mykobakteriose durch M. kansasii von der ursprünglich vermuteten Tuberkulose
in dieser Herde dar. Aufgrund der gesetzlichen Lage, Unterschieden bei der Übertragung zwischen Wirten und der
Infektionsquelle von Mycobacterium tuberculosis-Komplex und nicht tuberkulösen Mykobacterien, ist die korrekte
Diagnose für die Haltung und Behandlung dieser Erkrankung bei Wildtierarten essentiell.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 473-479, 2011.
Titel: Befall der Nasenhöhle mit Nematoden und Ziliaten beim Archey-Frosch (Leiopelma archeyi) in menschlicher
Obhut
Autoren: Stephanie Shaw, D.V.M., M.A.C.V.S. Zoo Med., Richard Speare, B.V.Sc., Ph.D., Denis H. Lynn, B.Sc.,
Ph.D., Gregor Yeates, D.Sc., Zeng Zhao, B.Ag.Sci., Ph.D., Lee Berger, B.V.Sc., Ph.D. und Richard Jakob-Hoff,
B.M.V.S. (Hons), M.A.C.V.S. Australasian Wildlife Med.
School of Public Health, Tropical Medicine and Rehabilitation Sciences, James Cook University, Angus Smith
Drive, Townsville, Queensland 4811, Australien und New Zealand Centre for Conservation Medicine, 117 Motions
Road, Auckland Zoo, Auckland 1002, Neuseeland (Shaw); School of Public Health, Tropical Medicine and
Rehabilitation Sciences, James Cook University, Angus Smith Drive, Townsville, Queensland 4811, Australien
(Speare, Berger); Department of Integrative Biology, 50 Stone Road East, University of Guelph, Guelph, Ontario,
Kanada N1G 2W1 (Lynn); Landcare Research, 231 Morrin Road, Auckland 1072, Neuseeland (Zhao); Landcare
Research, University Avenue, Palmerston North 4441, Neuseeland (Yeates); New Zealand Centre for Conservation
Medicine, 117 Motions Road, Auckland Zoo, Auckland 1002, Neuseeland (Jakob-Hoff). Aktuelle Adressen
(Yeates): P.O. Box 1758, Palmerston North 4440, Neuseeland; (Lynn): Department of Zoology, University of
British Columbia, 6270 University Boulevard, Vancouver, British Columbia V6T 1Z4, Kanada. Korrespondenz bitte
an Dr. Shaw ([email protected]).
Zusammenfassung: Der Archey-Frosch (Leiopelma archeyi) ist eine der evolutionär auffälligsten und global
bedrohtesten Amphibienarten der Welt. Die Aufzucht ist eine wichtige Schutzmaßnahme zur Erhaltung dieser
Froschart; Schutzprogramme sind jedoch durch den Mangel an Information über Krankheiten bei gehaltenen oder
wildlebenden Populationen eingeschränkt. Zwei neu berichtete Nematoden (Koerneria sp. und Rhabditis sp.)
wurden einzeln bei vier L. archeyi mit hämorrhagisch-eitrigem Nasenausfluss und Gewichtsverlust vorgefunden.
Einer dieser Frösche hatte zusätzlich eine neue Protozoen-Art (Tetrahymena) in der Nasenhöhle. Koerneria,
Rhabditis und Tetrahymena wurden bisher nicht bei Amphibien in Neuseeland identifiziert. Ein Frosch wurde mit
oral verabreichtem Moxidectin mit einer Dosis von 0,4 mg/kg gegen den Nematodenbefall sowie mit topischem
Metronidazol mit einer Dosis von 10 mg/kg gegen die Protozoen behandelt. Die klinischen Symptome
verschwanden erst nach Beseitigung beider Parasiten. Der zweite Frosch starb, bevor die Behandlung eingeleitet
werden konnte. Der dritte und vierte Frosch wurden tot aufgefunden.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 480-484, 2011.
Titel: Einfluss der Jahreszeit auf hämatologische und biochemische Serumwerte beim Großen Tümmler (Tursiops
truncatus) in einer geregelten Umgebung in Norditalien
Autoren: Elisabetta Macchi, D.V.M., Ph.D., Lorenzo Pezzoli, D.V.M. und Patrizia Ponzio, D.V.M., Ph.D.
Department of Veterinary Morphophysiology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Turin, Via Leonardo
da Vinci 44, 10095 Grugliasco, TO, Italien (Macchi); Department of Animal Pathology, Faculty of Veterinary
Medicine, University of Turin, Via Leonardo da Vinci 44, 10095 Grugliasco, TO, Italien (Pezzoli, Ponzio).
Korrespondenz bitte an Dr. Macchi ([email protected]).
Zusammenfassung: Die Jahreszeit scheint die Physiologie des Großen Tümmlers (Tursiops truncatus) zu
beeinflussen. Von 2000 bis 2005 wurden Blutwerte bei drei Großen Tümmlern in Norditalien gemessen, um die
saisonale Variation zu untersuchen. Saisonale Variation wurde beim männlichen Tümmler beobachtet; beide
Männchen zeigten höhere Aminotransferase-Aktivität im Herbst und niedrigere im Winter. Die mittleren
Serumwerte für Creatinin waren bei den ausgewachsenen Männchen höher im Sommer und niedriger im Herbst, und
die mittlere Laktatdehydrogenase-Aktivität war beim jungen Männchen höher im Sommer und niedriger im
Frühling. Die beiden Männchen zeigten höhere Werte im Herbst und niedrigere im Sommer für die
Erythrozytenzahl und Hämoglobinkonzentration. Diese Studie trägt zum Wissen der Basiswerte für hämatologische
und biochemische Parameter in Bezug auf Jahreszeit bei.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 485-489, 2011.
Titel: Vermutete Entzündung der Samenblase bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)
Autoren: Jennifer J. Kilburn, D.V.M., Karen E. Velguth, D.V.M. und Kay A. Backues, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.
Tulsa Zoo & Living Museum, 5701 East 36th Street North, Tulsa, Oklahoma 74115, USA (Kilburn, Backues);
Department of Pathobiology, Center for Veterinary Health Sciences, Oklahoma State University, Stillwater,
Oklahoma 74078, USA (Velguth). Aktuelle Adresse (Velguth): IDEXX Laboratories, 6100 East Shelby Drive,
Memphis, Tennessee 38141, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Kilburn ([email protected]).
Zusammenfassung: Routine-Stimulierung wurde transrektal bei einem 32 Jahre alten männlichen Asiatischen
Elefanten (Elephas maximus) zur Samengewinnung als Teil des Programs zur künstlichen Besamung unternommen.
Der Prozess bestand aus einer Präinseminierungs-Samengewinnung und darauffolgend die Samengewinnung für die
künstliche Befruchtung einmal täglich für zwei Tage. Am zweiten Absamungstag enthielt die Probe eine große
Anzahl von Entzündungszellen, intrazelluläre Bakterien und phagozytierte Spermien. Kultur und AntibiotikaEmpfindlichkeit der Samenflüssigkeit wurden durchgeführt. Acinetobacter lwoffii, Staphylococcus intermedius,
Kocuria roseus und ein unidentifiziertes gram-positives Bakterium wurden isoliert. Empirische Antibiose wurde mit
Trimethoprim-Sulfa begonnen und später zu Enrofloxacin für insgesamt 28 Tage auf Grund der Kulturergebnisse
mit Empfindlichkeiten gewechselt. Diagnostische Samenuntersuchungen wurden während der Behandlungszeit und
zwei Wochen nach der Behandlung zur Bestimmung des Behandlungserfolgs durchgeführt. Samenuntersuchungen
nach der Behandlung zeigten Heilung der Entzündung. Das Ursprungsorgan der Entzündung war vermutlich die
Samenblase.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 490-494, 2011.
Titel: Diagnose und Behandlung von primärem Hyperparathyreoidismus bei einem Rotluchs (Lynx rufus)
Autoren: Andrea L. Goodnight, D.V.M., Sharon D. Gottfried, V.M.D., Dipl. A.C.V.S. und Karen Emanuelson,
D.V.M.
Oakland Zoo, 9777 Golf Links Road, Oakland, California 94605, USA (Goodnight, Emanuelson); Veterinary
Surgical Associates, 1410 Monument Boulevard, Concord, California 94520, USA (Gottfried). Korrespondenz bitte
an Dr. Goodnight ([email protected]).
Zusammenfassung: Ein 18 Jahre alter männlicher Rotluchs (Lynx rufus) zeigte chronischen mittelgradigen
Gewichtsverlust und akutes Auftreten von Inappetenz und Apathie. Hypercalcämie und Urämie wurden bei der
biochemischen Serumuntersuchung vorgefunden. Ultraschall der Bauchhöhle ergab hypoechogene Nierenrinde ohne
Anzeichen von Neoplasie. Konzentrationen von ioniziertem Calcium und 25-Hydroxy-Vitamin D waren
geringgradig erhöht, intaktes Parathormonkonzentration war hochgradig erhöht und Parathormon-verwandtes
Protein war nicht messbar. Diese Befunde deuten auf primären Hyperparathyreoidismus mit möglicher
Nierendysfunktion. Die Urämie besserte sich nach Diurese, aber die Hypercalcämie verblieb. Deshalb wurde
primärer Hyperparathyreoidismus als die wahrscheinlichste Differentialdiagnose angesehen. Eine zweite
Ultraschalluntersuchung mit Untersuchung der Halsstrukturen zeigte einen einzelnen intraparenchymalen linken
Knoten der Schilddrüse. Der Knoten wurde chirurgisch entfernt und bei der histopathologischen Untersuchung als
ein Adenom der Nebenschilddrüse diagnostiziert. Obwohl primärer Hyperparathyreoidismus vermutet wurde,
konnte die Diagnose nicht allein aufgrund der biochemischen Serumergebnisse gestellt werden. Dieser Fall
unterstreicht die Wichtigkeit diagnostischer Mittel und histopathologischer Untersuchung bei der Evaluierung
persistent abweichender Laborwerte.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 495-498, 2011.
Titel: Untersuchung der Immunantwort mit Antikörperbildung nach Impfung gegen Westnilvirus beim Arasittich
(Rhynchopsitta pachyrhyncha)
Autoren: Jennifer Glavis, D.V.M., M.P.V.M., R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Nadine Lamberski,
D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Patricia Gaffney, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Ian Gardner, B.V.Sc., M.P.V.M.,
Ph.D
School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Ave, Davis, California 95616 (Glavis, Larsen,
Gaffney, Gardner); San Diego Zoo Safari Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027
(Lamberski). Korrespondenz bitte an Dr. Glavis ([email protected]).
Zusammenfassung: Westnilvirus (WNV) wurde in Nordamerika zum ersten Mal in New York City im Jahre 1999
dokumentiert. Mehrere Todesfälle wurden beim Arasittich (Rhynchopsitta pachyrhyncha) in menschlicher Obhut
berichtet, die durch WNV verursacht wurden. Der Arasittich ist eine bedrohte nordamerikanische Papageienart. Die
serologische Antwort wurde bei 12 gehaltenen ausgewachsenen Arasittichen nach einer ersten WNV-Impfserie mit
drei Impfungen und jährlichen Auffrischungen über 6 Jahre untersucht. Zusätzlich wurde die serologische Antwort
bei 11 Küken nach der ersten Impfserie untersucht, um zu bestimmen, ob die Vögel eine Serokonversion zeigten.
Die Mehrzahl der ausgewachsenen Vögel (67 %) zeigte eine Serokonversion nach 5 Jahren mit jährlichen
Auffrischungen mit einem mittleren Titer von 1:80 (Spannweite 1:40 – 1:160) für die seropositiven Vögel. Nach
dem ersten Jahr wurden die Vögel Westnilvirus wahrscheinlich auf natürliche Art ausgesetzt; diese Tatsache
hemmte die Interpretation der Titer. Keines der Küken zeigte während der ersten Impfserie mit drei Impfungen eine
Serokonversion; nur zwei der vier Küken (50 %) zeigte zur Zeit der ersten Auffrischung mit einem Jahr eine
Serokonversion, und mit zwei Jahren zeigten drei der vier Küken eine Serokonversion. Obwohl einige Vögel
messbare Antikörpertiter hatten, bleibt offen, ob der Impfstoff zuverlässigen Schutz gegen WNV beim Arasittich
bietet.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 499-503, 2011.
Titel: Mindestkonzentration und dosisabhängige Herz-Kreislaufwirkungen von Isofluran beim Mönchsgeier
(Aegypius monachus)
Autoren: Young K. Kim, D.V.M., Ph.D., Scott S. Lee, D.V.M., M.Sc., Euy H. Suh, Ph.D., Lyon Lee, D.V.M.,
Ph.D., Dipl. A.C.V.A., Hee C. Lee, D.V.M., Ph.D., Hyo J. Lee, D.V.M., Ph.D., and Seong C. Yeon, D.V.M., Ph.D.
Laboratory of Veterinary Surgery and Behavior, College of Veterinary Medicine (Kim, S. S. Lee, H. C. Lee, H. J.
Lee, Yeon), Department of Statistics, College of Natural Science (Suh), Gyeongsang National University, Jinju 660701, Republik Korea; College of Veterinary Medicine, Western University of Health Sciences, 301 E. Second
Street, Pomona, California 91766, USA (L. Lee). Korrespondenz bitte an Dr. Yeon ([email protected]).
Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die Mindestkonzentration des Anästetikums (MAC) und die
dosisbedingten Herz-Kreislauf-Wirkungen von Isofluran durch geregelte Beatmung bei Mönchsgeiern (Aegypius
monachus) zu bestimmen. Die MAC wurde bei 10 Mönchsgeiern als der Mittelpunkt zwischen der
endinspiratorischen Isoflurankonzentration bestimmt, die bewußte Bewegungen erlaubt und die den Reiz durch das
Klemmen des Zehs unterdrückt. Nachdem die MAC bestimmt wurde, wurden die Kreislaufwirkungen von Isofluran
beim 1,0-, 1,5- und 2,0-fachen der MAC bei sieben der 10 Vögel untersucht. Die MAC von Isofluran für 10 der
Geier während der geregelten Beatmung betrug 1,06 ± 0,07% (Mittelwert ± Standardabweichung). Wenn die
Isoflurankonzentration auf das 1,5- bis 2,0-fache der MAC erhöht wurde, gab es eine signifikante dosisabhängige
Erniedrigung des arteriellen Blutdrucks. Die Herzfrequenz veränderte sich nicht über eine Spanne das 1,0- bis 2,0fache der MAC.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 504-507, 2011.
Titel: Dasselfliegenbefall mit Cuterebra-Larven (Diptera:Oestridae) bei Kattas (Lemur catta) in einem zoologischen
Garten in South Carolina, USA
Autoren: Holly C. Tuten, M.S., Heather C. Miller, M.S., D.V.M. und Angela E. Ellis, D.V.M., Ph.D.
Department of Entomology, Soils and Plant Sciences, Clemson University, 114 Long Hall, Box 340315, Clemson,
South Carolina 29634-0315, USA (Tuten); The Greenville Zoo, 50 Cleveland Park Drive, Greenville, South
Carolina 29601, USA (Miller); Athens Veterinary Diagnostic Laboratory, College of Veterinary Medicine,
University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Ellis). Korrespondenz bitte an Dr. Tuten
([email protected]).
Zusammenfassung: Zwei Kattas (Lemur catta) eines Mutter-Tochter-Paares im Greenville Zoo in Greenville, South
Carolina, USA, wurden 2008 mit Dasselfliegenbefall mit Cuterebra-Larven (Diptera: Oestridae) nach dem Tod eines
ausgewachsenen Kattas diagnostiziert. Bei der Sektion wurde eine einzige Dasselfliegenlarve in der Subkutis der
Achselgegend gefunden. Bei der histopathologischen Untersuchung wurde hochgradige eosinophile
Bronchopneumonie festgestellt. Das jüngere Tiere wurde untersucht und hatte Dasselfliegenlarven zu drei
unterschiedlichen Zeitpunkten in Spätseptember. Eine repräsentative Dasselfliegenlarve wurde als Cuterebra sp.
identifiziert, die normalerweise Kaninchenarten im Südosten der USA infiziert. Befall mit Dasselfliegen wird bei
Lemurenarten selten beobachtet und wurde bisher nicht mit Lungenentzündung und Tod dieser Tierarten in
Zusammenhang gebracht.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 508-512, 2011.
Titel: Isolierung von Arcobacter spp. von Nicht-Nutztierarten
Autoren: Irene V. Wesley, D.P.H. und Linda Schroeder-Tucker, M.S.
Food Safety and Enteric Diseases Research Unit, National Animal Disease Center, U.S. Department of Agriculture,
Agricultural Research Service, Ames, Iowa 50010, USA (Wesley); Center for Veterinary Biologics, Policy
Evaluation and Licensing, Animal and Plant Health Inspection Service, National Center for Animal Health, U.S.
Department of Agriculture, Ames, Iowa 50010, USA (Schroeder-Tucker). Korrespondenz bitte an Dr. Wesley
([email protected]). Dieses Manuskript wurde als Teil einer Tätigkeit für die U.S. Regierung erarbeitet;
der Autor kann die Rechte nicht an die American Association of Zoo Veterinarians übertragen.
Zusammenfassung: Die Gattung Arcobacter enthält Campylobacter-ähnliche Bakterien, die in Umgebungsluft bei
25°C wachsen. Arcobacter wurde bei klinisch gesunden, domestizierten Nutztieren als auch bei Fehlgeburten
nachgewiesen oder von ihnen isoliert und wurde vermutlich entweder als Campylobacter oder Leptospira auf Grund
des Wachstums auf selektivem, halbfestem Nährboden identifiziert. Da Informationen über das Vorkommen dieses
Erregers bei nicht domestizierten Huftierarten sehr limitiert ist, wurde diese Studie unternommen, um neun
vermutete Isolate von Arcobacter spp. von einem Alpaka (Vicugna pacos), Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis),
Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum), Gorilla (Troglodytes gorilla), einer Gazelle (Eudorcas thomsoni), einem
Nandu (Rhea americana) und bei abortierten Pferdeföten untersucht. Sieben der neun phänotypisch identifizierten
Isolate von Arcobacter wurden mit einem Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion-Assay identifiziert. Die anderen
zwei Isolate wurde als Arcobacter skirrowii (Fall 5) und Campylobacter jejuni (Fall 6) mit Sequenzanalyse eines
527-Basenpaarfragments des 16S-rRNA-Gens nachgewiesen. Diese Fälle unterstreichen die Herausforderungen
eines klinischen Labors bei der Identifizierung von Arcobacter bei Fällen, die Aborten durch Vibrionen oder
Leptospira spp. ähneln.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 513-517, 2011.
Titel: Zwerchfellhernie bei einem zweijährigen Alpaka (Vicugna pacos)
Autoren: Bethany DeVilbiss, D.V.M., Jessie Ziegler, D.V.M., Daniel Righter, D.V.M., Andrew Allen, D.V.M.,
Ph.D., George Barrington, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M. und Gary Haldorson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.
Department of Veterinary Clinical Sciences, Washington State University, Pullman, Washington 99164, USA
(DeVilbiss, Ziegler, Allen, Barrington); Washington Animal Disease Diagnostic Laboratory and Department of
Veterinary Microbiology and Pathology, Washington State University, Pullman, Washington 99164, USA (Righter,
Haldorson). Korrepondenz bitte an Dr. DeVilbiss ([email protected]).
Zusammenfassung: Ein zweijähriges, männliches, unkastriertes Alpaka (Vicugna pacos) wurde nach vier Tagen
Inappentenz und Kolik vorgestellt. Fünf Monate zuvor wurde die chirurgische Entfernung eines Trichophytobezoar
des Zwölffingerdarms bei dem Alpaka durchgeführt, und das Tier erholte sich ohne weitere Komplikationen. Das
Alpaka starb bei der zweiten Narkose, und eine Zwerchfellhernie mit Durchtritt der dritten Magenkammer (C3)
wurde bei der Sektion diagnostiziert. Die Veränderung im Zwerchfell befand sich in der linken dorsalen
Zwerchfellhälfte mit Durchtritt von 80% der C3 und des aboralen Teils der zweiten Magenkammer in den
Herzbeutel hinein. Die glatten Ränder und die dorsale Lage des Bruchs deuten auf eine angeborene Ursache.
Zwerchfellhernien sind bei Kamelen selten; nur ein einziger Fall ist bisher in der Literatur vorzufinden. Wegen der
dorsalen Lage des Bruchs bei diesem Tier könnte die Orientierung des Tieres während der vorherigen Operation
einen Teildurchtritt der Magenkammer hervorgerufen haben, der zu einer vollständigen Einklemmung im Zeitraum
zwischen der ersten Operation und dem Auftreten der späteren Symptome geführt haben könnte.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 518-520, 2011.
Titel: Hämatochezie bei einer Spornschildkröte (Centrochelys sulcata)
Autoren: Paul Raiti, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Reptile and Amphibian)
Beverlie Animal Hospital, 17 W. Grand Street, Mt. Vernon, New York 10552, USA. Korrespondenz bitte an Dr.
Raiti ([email protected]).
Zusammenfassung: Eine Spornschildkröte (Centrochelys sulcata), die mit einem Artgenossen gehalten wurde,
zeigte 48 Stunden lang Stuhlzwang, Durchfall und frisches Blut im Kot. Die Haltung der Schildkröte war als
minderwertig anzusehen. Ein vollständiges Blutbild und biochemische Plasmauntersuchung zeigte Dehydratation.
Urinanalyse zeigte keine Abweichungen, und die Kotuntersuchung ergab weder Parasiteneier noch Protozoen.
Röntgenaufnahmen zeigten mittelgradige Verstopfung. Die Behandlung bestand zunächst aus
Flüssigkeitsverabreichung, Enrofloxacin, Metoclopramid und Besserung der Haltungsbedingungen. Wiederholte
Hämatochezie trat zwei Wochen später erneut auf. Kloakoskopie und manuelle Ausstreckung des Penis führte zur
Feststellung einer Einstichstelle auf der dorsalen Oberfläche des Corpus cavernosum, proximal zum Glans penis.
Die Wunde wurde mit absorbierbarem monofilamentem Nahtmaterial zugenäht. Die Schildkröte erholte sich ohne
weitere Komplikationen und zeigte sechs Monate später keine Symptome.
Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(3): 521-523, 2011.
Titel: Phäochromozytom bei einem Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum)
Autoren: Mads F. Bertelsen, D.V.M., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Shelby L. Steele, Ph.D., Carsten Grøndahl, D.V.M.,
Ph.D. und Ulrik Baandrup, M.D., Ph.D.
Center for Zoo and Wild Animal Health, Zoo Kopenhagen, Roskildevej 38, DK-2000 Frederiksberg, Dänemark
(Bertelsen, Grøndahl); Department of Biology, Faculty of Science, University of Ottawa, 30 Marie Curie, Ottawa,
ON K1N 6N5 Kanada (Steele); Department of Pathology, Vendsyssel Hospital, Bispensgade 37, 9800 Hjørring,
Dänemark (Baandrup). Korrespondenz bitte an Dr. Bertelsen ([email protected]).
Zusammenfassung: Ein 46 Jahre altes männliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum) starb während einer
Narkose nach agonaler Erregung. Bei der Sektion wurde ein gut abgegrenztes, 2,5 cm großes, hellbraunes Gewächs
an der rechten Nebenniere festgestellt. Die histopathologische Untersuchung bestätigte den Befund eines
Phäochromozytoms sowie erhöhte Konzentrationen von Adrenalin im Serum, das kurz vor dem Tod des Tieres
gesammelt und mit gesunden Kontrolltieren verglichen wurde. Diese Befunde zeigen, dass es sich um einen
funktionalen Tumor handelt. Obwohl diese Tumorart selten ist, sollte ein Phäochromozytom bei der
Differentialdiagnose von Nashörnern mit vermutetem Bluthochdruck und akutem Tod in Betracht gezogen werden.
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