5.Jg_Skript File

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Der 1. Weltkrieg 1914 – 1918
Krisen vor dem 1. Weltkrieg
Im Zeitalter des Imperialismus hatten sich die europäischen Staaten, USA und Russland
weiter Teile der Welt bemächtigt. Diese Gebiete waren immer wieder Schauplätze von
Krisen und Auseinandersetzungen.
Krisenzone Marokko:
bereits im Frühsommer 1911 drohten die dt.-frz. Gegensätze in einem Krieg zu eskalieren,
als ein dt. Kanonenboot vor dem frz. Agadir aufkreuzt. Ein Abkommen verhindert den Krieg.
Nach der Marokko-Krise verstärkten FR und GB ihre 1904 in der Entente Cordial vereinbarte
Zusammenarbeit.
Krisengebiet Balkan:
Slawen und Albaner forderten die Unabhängigkeit vom osmanischen Reich. Serbien, gestützt
auf Russland verfolgte den Plan eines großserbischen Reiches.
Am Balkan überschnitten sich die Interessen der Großmächte:
1. Ö verwaltete seit 1878 Bosnien-Herzegowina (Gebiet mit großem serbischen
Bevölkerungsanteil)
2. Russland sah sich – im Sinne des Panslawismus – als Vormacht aller Slawen und
strebte den Zugang zum Mittelmeer an. Damit berührte es Interessen von GB und FR
3. Italien beanspruchte Gebiete an der dalmatinischen Küste.
4. D hatte enge Verbindungen zum osmanischen Reich, wo dt. Banken und Firmen tätig
waren.
1908 nützte Ö die innere Schwäche des osmanischen Reiches um Bosnien-Herzegowina zu
annektieren. Das führte zwar zu einer schweren internationalen Krise, aber noch nicht zum
Krieg.
Lage blieb aber gespannt!
1912 - 1. Balkankrieg
Serbien, Bulgarien, Monte Negro und GR : Osmanisches Reich; Ergebnis war eine weitere
Verringerung osmanischen Territoriums auf europäischem Festland.
Uneinigkeit zwischen den Siegern führte kurz darauf zum
2. Balkankrieg
da die Großmächte nicht in diesen Konflikt eingriffen, konnte eine Konfrontation zwischen Ö
und Russland gerade noch verhindert werden.
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Wettrüsten zur See und zu Land
Die Krisen führten zu einem hektischen Wettrüsten der europäischen Mächte.
Zur See konkurrierten besonders GB und das Dt. Reich, immer größere Kriegsschiffe wurden
gebaut; Dt. wollte die britische Überlegenheit brechen, was von GB als Bedrohung und
Beweis für das Weltmachtstreben Dt.s gewertet wurde.
Technische Neuerungen ermöglichten zu dieser Zeit den Bau neuer Waffensysteme wie zB.
Torpedos oder U-Boote.
Zu Land stieg v.a. die Heeresstärke deutlich in (in R und Ö). FR verlängerte die Dienstzeit für
Wehrpflichtige.
Auch die strategische Planung stellte sich auf den Kriegsfall ein – dt. Generalstab ging von
der Möglichkeit eines Zwei-Fronten-Krieges aus.
Bündnisse
1879
1882
1887
1904
1907
Ö-H mit dem Dt. Reich – Zweibund
Beitritt Italiens zum Zweibund – Dreibund
D-Russland - Rückversicherungsvertrag
GB +FR – Entente Cordial
GB + FR + Russland - Tripleentente
Kriegsausbruch
Das Attentat von Sarajewo
28.Juni 1914 Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie besuchen Sarajewo, um die
Bande mit dem annektierten Bosnien-Herzegowina zu verstärken.
10:00 der offene Wagen mit dem Thronfolgerpaar fährt den Applekais entlang, als
eine Bombe auf den Wagen geworfen wird; sie explodiert erst unter dem
Begleitwagen, und der Bombenwerfer Nedjelko Cabrinovic wird verhaftet.
Franz Ferdinand besteht auf der Fortsetzung des Programms, was für ihn und seine Frau
fatal endete.
Die Revolverschüsse von GAVRILO PRINCIP töteten ihn und Sophie.
(Princip wurde verhaftet und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er starb 1918 im Gefängnis an
Knochentuberkulose.)
Hintergrund des Attentats – Verschwörung des serbischen Geheimdienstes, eventuell mit
Beteiligung nationaler Kräfte in Ö, die einen Trialismus und mehr Rechte für die
Nationalitäten verhindern wollten.
Als Reaktion auf die Ermordung des Thronfolgers stellte Ö Serbien ein Ultimatum.
23.Juli 1914 dieses Ultimatum forderte von den Serben ein Schuldeingeständnis und die
Mitwirkung Ös an den Ermittlungen gegen die Hintermänner des Attentates. Als die Antwort
Serbiens unbefriedigend ausfiel –
28.7.1914 Kriegserklärung an Serbien
diese Erklärung löste im Sommer 1914 eine wahre Flut von Mobilmachungen und
Kriegserklärungen aus, bedingt durch die Verflechtung der Mächte in den Bündnissystemen.
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31.7.1914
Generalmobilmachung in Ö und Russland begann
1.8.1914
D erklärt R den Krieg
3.8.1914
D erklärt FR den Krieg und dringt mit Truppen in das neutrale Belgien ein
4.8.1914
GB erklärt D den Krieg
6.8.1914
Ö-H erklärt R den Krieg
11.8.1914
FR erklärt Ö-H den Krieg
12.8.1914
GB erklärt Ö-H den Krieg
nur Italien blieb zunächst neutral
Innerhalb weniger Tage wurde aus dem begrenzten Krieg zwischen Ö-H und Serbien ein
europäischer Konflikt bedingt durch die Automatik der Bündnisverträge.
In der ersten Mobilisierungswelle wurden bis September 1914 etwa 1,3 Mio. Mann zur K.u.K.
Armee einberufen, bis zur Jahreswende eine weitere Million. Zuständig für die militärischen
Operationen war der Chef des Generalstabes Conrad von Hötzendorf
Armeeoberkommandierender war Erzherzog Friedrich und ab 1.12.1916 Kaiser Karl I
Den Beginn der Kriegshandlungen setzte D mit seinem Einmarsch in Luxemburg und Belgien
– diese neutralen Länder dienten nur als Aufmarschzone für die Offensive gegen FR.
Nach dem „Schliefenplan“ sollten die dt. Truppen über N-FR vordringen und Paris im W
umfassen. Erfolge der Alliierten (GB und FR) brachten den dt. Vormarsch jedoch bereits ab
Mitte September 1914 zum Stillstand.
1914
Ab Ende Oktober entstand von der Küste Flanderns bis an die Schweizer Grenze eine
durchgehende Front die bis zum Sommer 1918 unverändert blieb – geprägt von
Materialschlachten und nur mäßigen Geländegewinnen.
Die Hauptlast in den Kämpfen mit Russland trug die österr.-ungarische Armee. Bereits die
Herbstschlachten 1914 brachten enorme Verluste (~500 000 Gefallene, Verletzte und
Vermisste); weite Teile Galiziens gingen verloren und die K.u.K.-Armee musste sich aus dem
Karpatenbogen zurückziehen.
Am Balkan hatte man die Kampfkraft der Serben unterschätzt – in 3 Offensiven gelang keine
Eroberung, und Ende 1914 standen beide Gegner wieder in den Ausgangsstellen vom
August. Damit war klar, dass kein rasches Ende des Krieges zu erwarten war.
Durch die Kriegserklärung der Türkei an R und FR und von GB an die Türkei wurde der
gesamte vorderasiatische Raum ebenfalls zum Kriegsschauplatz.
Auch in Ostasien (Japan-D, 30.8.1914) und Afrika begannen im Sommer die Kämpfe,
wodurch der Krieg eine weltweiten Charakter bekam.
1915
An der Balkanfront gab es bis Herbst 1915 keine größeren Auseinandersetzungen.
Die Mittelmächte verstärkten ihre O-Front und eroberten in ihrer Offensive im Mai ganz
Galizien, weite Teile Polens und Weißrusslands und fügten dem russischen Heer schwere
Niederlagen zu.
Italien verstärkte seinen Anspruch auf Gebiete mit italienischem Bevölkerungsanteil,
kündigten einseitig den Dreibund und erklärten am 23.5.1915 Ö-H den Krieg. Gleichzeitig
schloss es sich den Alliierten an.
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Die Soldaten des habsburgischen Kaisers standen somit an folgenden Fronten:
 1914-1918 gegen Russland
 1914-1918 gegen Serbien
 1916-1918 gegen Rumänien
 1915-1918 gegen Italien
 1915-1918 Seekrieg in der Adria
6.4.1917 Kriegseintritt der USA auf Seiten der Ententemächte, Kriegserklärung an D, hatten
zuvor schon die Entente Staaten mit Materiallieferungen unterstützt.
Die Fronten der Armee des Kaisers
Russland
Balkan
Adria
Italien
nach jahrelangem Ringen können Ö-H und D den Krieg zum Einhalt
bringen, jedoch waren die Truppen zu lange im O gebunden
nach unerwartet blutigen und verlustreichen Kämpfen gelang die
Unterwerfung Serbiens
österr. Seemacht behielt die Oberhand gegen die an sich überlegen
französische Flotte
I war für Ö-H die Hauptfront, aufgeteilt in die Frontlinien:
 Mai 1915-Nov. 1918 hochalpine Front vom Stilfser Joch zum
Gardasee; höchstgelegen Dauerfront der Kriegsgeschichte
 Mai 1915-Nov. 1915 Front östl. der Etsch = Dolomiten, Julische
Alpen, Karnische Alpen
 Isonzo Front (slow. Soca) von Bovec bis Duino
entlang keiner dieser Fronten gelang es I auf österr. Boden (K und T)
vorzustoßen
1916/1917
In diesen beiden Kriegsjahren verschlechterte sich die Versorgungslage der k.u.k. Monarchie
dramatisch. Die Rüstungsindustrie steigerte zwar die Produktion, doch kam es zu Engpässen
in der Rohstoffversorgung und der Textilproduktion.
Bei den Lebensmitteln kam es ab 1916 zu immer rigoroserer Zwangsbewirtschaftung:
bereits ab April 1915 wurden Brot- und Mehlkarten ausgegeben, ab 1916 folgten Milch, Fett
und Kartoffelkarten.
Getreide wurde zentral über die Kriegsgetreide Verkehrsanstalt verteilt. Da die Verteilung
von Agrarprodukten aus H unzureichend verlief kam es ab 1917 zu Unterernährung uns
einem erschreckenden Anstieg an Krankheitsanfälligkeit.
Diese Notlage führte dazu, dass sich ab 1916 auch die innenpolitische Lage verschärfte:
 Widerstände gegen autoritäre Regierung
 nationale Spannungen
 Massendesertionen v.a. in den tschechischen Regimentern
 Massenstreiks
mit dem Tod Kaiser Franz Josephs (21.11.1916) wurde auch die Bindung der Bevölkerung an
die Dynastie schwächer.
Kaiser Karl I war nicht in der Lage die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu lösen, oder den
Krieg rasch zu beenden.
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6.4.1917 – der Kriegseintritt der USA brachte zwar eine Überlegenheit der Alliierten, wirkte
sich aber erst im Frühjahr 1918 aus und brachte damit ein aktives Eingreifen der USA in die
Kriegszielpolitik – Präsident Wilsons 14 Punkte regelten die Nachkriegsordnung und
betrafen massiv die Habsburgermonarchie.
Als 1918 die letzte Offensiven scheiterten schritt der Zerfall der Monarchie rasch voran.
6.10.1918 „Südslawischer Nationalrat“ in Zagreb
28.10.1918 tschechoslowakischer Staat proklamiert
04.11.1918 Karl I legt den Oberbefehl nieder
11.11.1918 Verzicht auf Regierungseinfluss und Entlassung der kaiserlichen Regierung
12.11.1918 Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich
damit endete ein Krieg, der dem k.u.k. Heer in den 1563 Tagen seiner Dauer mehr als
1 Mio. Tote und dauerhaft Vermisste gekostet hat.
1 943 000 Verwundete
1,2 Mio Kriegsgefangene
Kriegskosten: ~90 Mrd. Kronen
Staatsverschuldung: Juli 1914 = 13 Mrd.; Nov. 1918 = 72 Mrd.
Inflation 1914-1924: 1 400%
Die wichtigsten Fronten
Der Krieg im Hochgebirge
von der Schweizer Grenze bis zum Gardasee verlief die Front auf einer Länge von über
100km fast ausschließlich durchs ewige Eis. Pässe wie der 1900m hohe Passo Tonate
gehörten zu den niedrigsten Punkten, zahlreiche Abschnitte verliefen auf Höhen bis zu
3000m. Unter anderen gehörte auch der 3905m hohe Ortler zum Frontgebiet. Durchs Eis
wurden Tunnel gebohrt aus denen heraus Feindstellungen angegriffen wurden. Im
Marmolatagletscher bestand eine sog. „Eisstadt“, ein in das Eis gebautes Soldatenlager.
Die österreichischen Truppen bestanden zunächst aus halbtauglichen und unausgebildeten
sehr jungen oder schon älteren Männern, die durch örtliche Schützengesellschaften
verstärkt wurden. Die Alpintruppen waren etwa 30 000 Mann stark und bestanden zum
Großteil aus Bauern, Handwerkern und Bergführern.
Der größte Feind der Bergsoldaten waren Kälte und Lawinen.
Aus der Tagesmeldung eines Standschützenbatallions:
Schneedecke 8m, Temperatur -40°; Riesenlawine verschüttete sämtliche Zugänge des Lagers,
13 Tote
Sieg auf den Gipfeln wurde immer schwieriger, daher verlagerte sich das Geschehen in
tiefere Lagen, wo es zu teuflischen Kriegshandlungen kam:
Minierstollen unter feindliche Stellungen gegraben, mit Sprengstoff gefüllt + gezündet,
darüber liegendes Gelände zerbarst mitsamt der feindlichen Besatzung
Im Spätherbst 1917 löste sich die Gebirgsfront auf!
Der Gebirgskrieg in den Dolomiten
Marmolata:
das mächtige Eismassiv wurde erst im Frühjahr 1916 von den Österreichern besetzt, gerieten
aber weiterhin immer wieder unter italienisches Artilleriefeuer.
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Leben wurde unter das Eis verlegt; Stollen führten vom Fuß des Gletschers bis ins Innere, zur
Eisstadt – einer Barackensiedlung im Gletscher
Als Auschussmöglichkeit durchbrachen Stollen immer wieder die Felswand.
Winter 1916/17 – extreme Schneefälle bedingten einen wahren Katastrophenwinter in den
Alpen.
13.12.1916 bei einem gewaltigen Lawinenabgang wurde ein österr. Lager verschüttet und
300 Soldaten kamen zu Tode.
Col di Lana:
heiß umkämpft, da er für die Italiener die Hoffnung barg, dort mit einer größeren Abteilung
durchbrechen zu können.
Nach 97(!) Angriffen begannen die It im Dez. 1915 mit dem Minenkrieg.
17.4.1916 Inferno am Gipfel des Col di Lana
Italiener sprengten mit 5020kg Dynamit den Gipfel mitsamt der österreichischen
Besatzung in die Luft.
21.10.1917 mit der unglaublichen Menge von 45 000kg Sprengstoff zerstörten die
Österreicher den Verbindungsgrat zum Monte Sief und machten dadurch ein Durchkommen
der Italiener unmöglich.
Die Schlachten am Isonzo
zwischen 1915 und 1917 standen sich Ö-H und It am Isonzo gegenüber und kämpften dort
nicht weniger als 12 Schlachten.
1915
1916
1917
1. und 2.
Ziel dieser beiden Schlachten war es, den Druck der k.u.k. Armee an
der Ostfront zu verringern
3. und 4.
Druck von Ö-H und D auf Serbien reduzieren und die alliierten
Truppen in Saloniki verringern
5. und 6.
Eroberung von Görz, gelang den It am 8.8.1916
7. bis 9.
It wollte Erreichtes ausbauen und verhindern, dass die k.u.k. Armee
gegen Rumänien zieht – ohne durchschlagenden Erfolg
10.
It erobert einige unbedeutende Punkte
11.
6km Boden von It gewonnen unter größten Verlusten – weitestes
Vordringen der Italiener
12.
Niederlage der It bei Karfreit
bis dahin unbekannter Fluss wurde zum Schauplatz mörderischer Kämpfe,
in den ersten 4 Schlachten – It 175 000 Tote
Ö-H 123 000 Tote
einzelne Schlachten unterschieden sich nur wenig voneinander:
 tagelange Artillerievorbereitung
 Übergang zum Angriff mit Bajonettkämpfen
 geringe Geländegewinne verbunden mit enormen Verlusten
Gebirgsgeschütze wurden bis auf 1800m Höhe geschleppt
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Kriegsschuldfrage
Abgesehen von Österreich-Ungarn verfolgten alle kriegsführenden Staaten schon vor 1914
klar definierte Ziele:
 Russland_wollte Einfluss am Balkan vergrößern
 Deutschland_versuchte Einfluss als Weltmacht gegenüber GB zu etablieren; koloniale
Interessen
 Frankreich_Elsass-Lothringen; Wirtschaftsinteressen
 Italien_wollte Istrien und Dalmatien, Triest, W-Slowenien bis Laibach und Tirol bis
zum Brenner
Ö-H verfolgte kein derartiges Ziel sondern wollte nur seinen bestehenden Staat verteidigen
und erhalten.
Nach 1918 wurde seitens der Sieger festgehalten, dass Ö-H und D die alleinige Kriegsschuld
trifft – diese Geschichtsfälschung war mit eine der Hauptursachen für den Aufstieg von
Hitler, Stalin und Mussolini.
Bilanz des 1.WK






insgesamt standen in diesem Krieg 65Mio Soldaten unter Waffen
8,5Mio Gefallene
21Mio Verwundete
7,8Mio Kriegsgefangene
insgesamt 13,5Mio Tote durch Kampfhandlungen
nicht eingeschlossen zivile Opfer durch Seuchen, Hunger,…
durch Krankheiten und Geburtenverminderung büßte Europa weitere 16Mio
Menschen ein
Kriegskosten (in Mrd. Franken):
 GB – 230
 D – 200
 FR – 160
 Ö-H – 100
 USA – 100
 R – 85
 It – 65
das entsprach etwa ¼ des Weltvermögens von 1914!
Die Kosten betrugen für die kriegsführenden Länder etwa die Hälfte ihres Vermögens!
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Der Friedensvertrag von St. Germain en Lane
Behandlung der österreichischen Friedensabgeordneten
In einem schmachvollen Friedenswerk ließen die „Sieger“ ihre Wut am Dt. Reich und Ö-H
aus. Diese beiden Nationen bekamen den „Geist des Hasses, der Rache, der Vernichtung“
(Lesner, Vorsitzender der österr. Abordnung) voll und ganz zu spüren. Die österr. Delegation
war in St. Germain quasi interniert.
Verbot des „Verkehrs“ mit dem Feind bestand
Englische und amerikanische Offiziere reichten den Österreichern nicht einmal die Hand
Österreicher durften St. Germain nur zu fünft und in Begleitung eines „Detektivs“ verlassen
Kein Gasthaus oder Kaffeehausbesuch erlaubt
Ausgang nur zum Einkauf von Rauchwaren
Schlimmer als die Beschränkung der persönlichen Freiheit war die Bedeutungslosigkeit, zu
der Gelehrte und Fachleute verdammt waren. Übelwollende und teils unwissende Sieger
entschieden über die Länder der Besiegten, ohne Einwände oder Vorschläge auch nur
anzuhören.
Abgeordnete wurden nicht einmal mündlich angesprochen, alles wurde ihnen nur schriftlich
übermittelt – drückt nochmals sehr deutlich die Geringschätzung aus.
Die Friedensurkunde
Mai 1919 – die österreichische Friedensabordnung geführt von Staatskanzler Dr. Karl
Renner, trifft in St. Germain ein, muss dort aber noch wochenlang auf die Eröffnung der
Urkunde warten.
2. Juni 1919 – Delegation erhält den Wortlaut der Bedingungen, die erbarmungslos und
ungerecht waren. (Dasselbe wiederfuhr den Deutschen in Versailles)
6. September 1919 – Wiener Nationalversammlung stimmt dem „Frieden“ zu, doch unter
Einspruch gegen die Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes der Dt.-Österreicher.
Kennzeichen des Vertrages: völkisch ungerecht
politisch verhängnisvoll
wirtschaftlich undurchführbar
Der amerikanische Präsident Wilson hatte sich für das Selbstbestimmungsrecht der Völker
stark gemacht, welches aber häufig im Konflikt zu den Kriegszielen der Siegermächte stand,
die ihre eigenen Gebietsforderungen durchsetzen wollten. Wilson hatte für Ö eine
Grenzziehung nach klar erkennbaren nationalem Bestand vorgeschlagen.
ABER: It, FR, GB und R hatten für ihren Kriegsbeitritt Gebietsgewinne auf Kosten von Ö-H
zugesagt bekommen. Diese Gebiete waren:
 Trentino, Südtirol, das Kanaltal, Triest, adriatische Inseln – an Italien
 Dalmatien, Fiume un das Miestal – an Jugoslawien
 vom Burgenland kam nur ein ganz kleiner Teil zu Ö
Darlegung der Friedensziele von Wilson in 14 Punkten
1)
2)
3)
4)
Öffentlichkeit aller internationalen Vereinbarungen
Freiheit der Meere
Freiheit des Welthandels
allgemeine Rüstungsbeschränkung
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6) Räumung und Freiheit Russlands
7) Räumung und Wiederherstellung Belgiens
8) Abtretung von Elsass-Lothringen an FR
9) Berichtigung der italienischen Grenze nach klar erkennbaren Scheidelinien
10) Freiheit zu autonomer Entwicklung der Völker Ö-Hs
11) Räumung und Wiederherstellung Rumäniens, Serbiens und Montenegros
13) Bildung eines unabhängigen polnischen Staates mit Zugang zum Meer
14) Gründung des Völkerbundes
Ö-H und D setzten ihre Hoffnungen auf dieses 14 Punkte Programm, die
Friedensverhandlungen wurden jedoch von den „Großen 4“ – WILSON, CLEMENCEAU, LLOYD
GEORGE und ORLANDO – geführt und die ursprüngliche Ziele Wilsons rasch in den
Hintergrund gedrückt. Wilson erwies sich gegenüber den anderen 3 als zu nachgiebiger
Verhandler.
D nahm die Friedensbedingungen an, da die Alliierten mit Einmarsch drohten.
28. Juni 1919 – Unterzeichnung des Vertrages von Versailles
 Verbot des Anschlusses von Dt.-Ö an D
 gr. Generalstab aufgelöst, alle Festungen bis 50km östlich des Rheins schleifen,
Berufsheer von max. 100 000 Mann – ohne Panzer, Luftwaffe und schwere Artillerie
 Alleinschuld als Begründung für Reparationszahlungen in Höhe von 269Mrd
Goldmark, zahlbar in 42 Jahresraten
Auch Ö (nun klein) war mit der (angeblichen) Kriegsschuld der Monarchie belastet, da es
zum Rechtsnachfolger erklärt wurde. Alle Neustaaten, die aus der Monarchie hervorgingen,
wurden zu den Siegern gezählt.
10. September 1919 Unterzeichnung des Friedensvertrages von St. Germain
 Abtretung der Randgebiete - Böhmen, Mähren und Schlesien, Südtirol, Kanaltal, SStmk. (obwohl alle deutschsprachig)
 Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Kgreich Serbien-Kroatien-Slowenien =
Nachfolgestaaten
 Name Dt.-Ö und Anschluss an D verboten
 Begrenzung des Berufsheeres auf 30 000 Mann ohne schwere Waffen; keine Seeund Luftstreitkräfte
Von Wilsons 14 Punkten fand eigentlich nur der Völkerbund Eingang in die Friedensverträge.
10. Jänner 1920 Völkerbundsatzungen treten in Kraft
 oberstes Entscheidungsorgan = Generalversammlung
 zunächst nur alliierte Mächte, nach und nach auch besiegte Länder
 4-6 ständige Mitglieder, 9 nicht-ständige im Völkerbundrat (ständig: GB, FR, IT, Japan)
 Rat tagt mehrmals jährlich, übt politische Aktivitäten aus
 Spitze: Generalsekretariat
 Internationaler Gerichtshof in Den Haag
15 Richter auf 9 Jahre gewählt
Ziele: Erhaltung des Weltfriedens und Sicherung territorialer Unverletzlichkeit
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Österreich in der Nachkriegszeit
Nach Abschluss der Friedensverhandlungen war es Aufgabe der Nationalversammlung, der
jungen Republik eine politische Form zu geben.
2 Aufgaben: + Verfassung ausarbeiten
+ Verhältnis der Länder zum Staat klären
29.9.1920 HANS KELSENS Entwurf des Bundesverfassungsgesetzes wird in der
Nationalversammlung vorgelegt.
1.10.1920 Österreichische Bundesverfassung beschlossen
stellt einen Kompromiss zwischen zentralistischen und föderalistischen Bestrebungen dar
und fußt auf vier Prinzipien.
1) Republikanisches Prinzip
Ö darf kein erbliches, unabsetzbares, unverantwortliches oder geheiligtes
Staatsoberhaupt haben; Bundespräsident ist ein gewähltes Organ
2) Demokratisches Prinzip
bestimmt grundsätzlich die Teilnahme aller Staatsbürger an allen Staatsfunktionen;
Willensbildung geht in Form von Wahlen vom Volk aus
3) Föderalistisch-bundesstaatliches Prinzip
territoriale, kulturelle und soziale Eigenständigkeit de Länder, Aufgabenverteilung
zwischen Bund und Ländern geregelt
4) Rechtsstaatliches Prinzip
Verfassung bildet die Grundlage für die gesamte Rechtsordnung; Gleichheit vor dem
Gesetz
17.10.1920 erste Nationalratswahlen der Republik bringen einen Sieg der Christlich-Sozialen
(~ÖVP) – diese beenden die Koalition mit den Sozialdemokraten, die für die gesamte Dauer
der 1. Republik in der Opposition bleiben.
1. Bundespräsident (von der Nationalversammlung gewählt): MICHAEL HAINISCH
Bewährungsprobe: wirtschaftliche Notlage nach dem 1.WK schier unlösbare Aufgabe, da der
Großteil der Agrargebiete, Industriezonen und Rohstoffquellen der Monarchie den
Nachfolgestaaten zugefallen war.
Umstellung auf die Bedürfnisse eines Kleinstaates führten zu großen Schwierigkeiten:
 Währungsverlust
 INFLATION – Importe äußerst schwierig
Folge: andauernde Wirtschaftskrise – große Arbeitslosigkeit; innenpolitische Lage wird
schwieriger
31.3.1922 Prälat IGNAZ SEIPEL wird Bundeskanzler
sein Verdienst ist es den Wandel herbeigeführt zu haben
durch inländische Kredite Wirtschaft stabilisiert (wurde allerdings nicht von Banken die unter
franz. oder brit. Einfluss standen unterstützt)
Als die Inflation im August 1922 ihren Höhepunkt erreichte, reist SEIPEL nach Verona, Prag
und Berlin, um über Finanzhilfen für Ö zu verhandeln. In IT und der CSSR gewann er
Fürsprecher für eine Völkerbundanleihe.
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6.9.1922 SEIPEL spricht vor dem Völkerbund in Genf und beschreibt die bedrohte
Lebensfähigkeit Österreichs
4.10.1922 GENFER PROTOKOLLE zwischen Ö und GB-It-FR-CSSR unterzeichnet
Ö erhält eine Anleihe in Höhe von 650Mio Goldkronen die von einem
Finanzkommissär des Völkerbundes kontrolliert wird.
Bedingungen der Anleihe wurden im November vom Nationalrat angenommen.
1.1.1923 zur Sanierung der österreichischen Währung wurde die Österr. Notenbank
gegründet
Dez. 1924 Schillingwährung eingeführt, war ab
1.1.1925 offizielles Zahlungsmittel der Republik Österreich
10.Oktober 1920 – Kärntner Volksabstimmung
Nach Ende des Krieges, 1918, blieb die Region im Süden Kärntens weiterhin umkämpft.
Der neu entstandene SHS Staat (Königreich der Serben und Slowenen) meldete Ansprüche
auf Südkärnten an, die jedoch von der ansässigen Bevölkerung bekämpft wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten jugoslawische Truppen erhebliche Teile Kärntens und
forderten aus ethnischen Gründen ihren Anschluss an den neugegründeten Staat
Jugoslawien. Truppen des serbischen Königs Peter marschierten in Kärnten ein, und wurden
hier von den Abwehrkämpfern angegriffen. Durch die militärische Abwehraktionen der
Kärntner Regierung aufmerksam geworden, gestand die Pariser Friedenskonferenz dem
besetzten Gebiet eine Volksabstimmung im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der Völker
zu
Um die Lage in Kärnten zu erkunden wurde im Jänner 1919 eine vierköpfige Kommission
unter der Leitung von General Sherman Miles entsandt. Zwischen 27.01. und 06.02 1919
besuchte diese Kommission mehrere Städte in Kärnten und erstattete Wilson Bericht.
(Miles-Kommission)
Dieser Bericht war ausschlaggebend dafür, dass die Friedensbestimmungen von St. Germain
für das südöstliche Kärnten eine unbeeinflusste Volksabstimmung vorsahen. Obwohl der
Abwehrkampf militärisch verloren war, erhielt die Bevölkerung auf internationalen Druck die
Möglichkeit, sich für die Zugehörigkeit zu Ö oder SHS zu entscheiden.
Am 10. Oktober 1920 stimmte die Kärntner Bevölkerung (slowenisch und deutschsprachig)
mehrheitlich für den Verbleib bei Österreich. (22.025 {=59%} Stimmen für, 15.279 {=41%}
gegen Ö.
Die goldenen 20er – The roaring Twenties
Nach dem 1.WK war Europa geprägt von politischer Polarisierung (links/rechts), territorial
beschnittenen Mächten und wirtschaftlichen Folgen des Krieges (Produktionsrückgänge,
Arbeitslosigkeit, Inflation,…)
Ökonomisch wurde Europa zunehmend von den USA abhängig, die zum größten
Gläubigerland wurden.
D und Ö waren gezwungen, Kredite aufzunehmen (D aus den USA, Ö – Völkerbundanleihe) –
das Geld bewegte sich aber tatsächlich im Kreis
USA –vergibt Kredite an– DT –bezahlt Reparationen an- GB, FR –begleichen ihre Schulden bei- USA
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Kultur und Gesellschaftsleben
Nach den Jahren des Krieges bewirkt selbst eine leichte ökonomische Erholung, dass sich die
Menschen geradezu ins Leben stürzen.
Das gesellschaftliche Leben ist geprägt von:
 selbstbewussten, unabhängigen Frauen
 Mode
 Musik, Tanz, Unterhaltung ohne „Tiefgang“
 Film/Kino (Metropolis, Goldrausch[Chaplin], Micky Maus 1928)
 Comedian Harmonists (ab1927) + Charleston
1929 E.M.Remarque, Im Westen nichts Neues
neue Kunstrichtung – Dadaismus:
Vereinfachung bis zum kindlich-kindischen zeigt sich auch in Schlagertexten.
zB: Veronika, der Lenz ist da; Ich wollt ich wär ein Huhn
auch ein Produkt der 20er – entstanden vor dem Hintergrund politischer Polarisierung:
Mein Kampf
1924 in Festungshaft (wegen Hochverrat, nach missglücktem Putschversuch in München, 5
Jahre) schrieb Adolf Hitler – gemeinsam mit Rudolf Heß, der jedoch nie als Ko-Autor genannt
wurde – Mein Kampf, in dem er die Entwicklung und Ziele des Nationalsozialismus darstellte
1929 Weltwirtschaftskrise
- war wohl das bedeutendste Einzelereignis zwischen den beiden Weltkriegen mit
Auswirkung auf praktisch die ganze Welt. Entstanden als Spekulations- und
Überproduktionskrise in den USA machte sie den ökonomischen Aufschwung der frühen
20er Jahre und die langsame Erholung nach dem 1.WK wieder völlig zunichte. Der Mythos
vom krisensicheren Funktionieren der kapitalistischen Privatwirtschaft war zerstört. Die der
Krise folgende Verunsicherung der Bevölkerung war der ideale Nährboden für starke
Ideologien und schaffte die Vorrausetzungen für den Aufstieg des Nationalsozialismus.
Vom deflationären Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft waren alle
Industriestaaten betroffen. Bedingt durch eine bereits fortgeschrittene Globalisierung
hingen die Wirtschaften und Finanzströme der wichtigsten Industrieländer voneinander ab.
Der Fall der Aktienkurse am „Black Thursday“ (Schwarzer Freitag) beendete diese
Finanzströme und führte zunächst zum völligen Zusammenbruch der US-Wirtschaft.
Unmittelbare Folgen:
- steigende Arbeitslosenzahlen; Verarmung
- Radikalisierung der Politik (begünstigt den Faschismus)
Ursachen der Krise
Nach dem Wirtschaftsboom der frühen 20er Jahre (Goldene Zwanziger) kam es zwischen
1925 und 1929 zu einer wahren Kursexplosion an der Wall Street. Die rasant steigenden
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Kurse führten zu wilden Spekulationen und industrieller wie auch landwirtschaftlicher
Überproduktion. Als die Waren aus diesem Grund an Wert verloren reagierten die Anleger
unruhig bis panisch und die Spekulationsblase zerplatzte. Die Wirtschaft brach zusammen.
Auch einige wirtschaftspolitisch ungeschickte Entscheidungen beschleunigten den
Zusammenbruch:
- Erhöhung der Zölle
- Beeinträchtigung der Kapital- und Arbeiterwanderung
- starre Kartellpolitik
- Reparationen
24. Oktober 1929 Black Thursday (in Europa 25.10. – Schwarzer Freitag)
Innerhalb von nur ½ Stunde wechselten 1.6 Mio. Aktien ihre Besitzer. Es setzte eine
hektische Verkaufswelle ein, was dazu führte, dass bereits am Vormittag die Verluste so
hoch waren, dass viele so rasch als möglich verkaufen wollten, um die Verluste geringer zu
halten – Spirale drehte sich nach unten!
Trotz Stützungskäufen durch Banken war der Zusammenbruch der Finanzwelt nicht mehr
aufzuhalten. Wertpapierhändler reagierten drastisch auf die Katastrophe – manch wurden
gewalttätig, andere verfielen in Verzweiflung, einige nahmen sich sogar das Leben.
Bis zu Mittag des 24.10. hatten sich $11,25Mrd. in Luft aufgelöst und Aktien verloren bis zu
90% ihres Wertes.
Am Schwarzen Freitag griff die Panik dann auch auf Europa über, mit ähnlich dramatischen
Auswirkungen.
Bis 1932 stieg die Arbeitslosigkeit in den USA auf 25% an, tausende Unternehmen gingen
pleite, der Dow Jones fiel von 381,17 (September 1929) auf einen Tiefpunkt von 41,22
Punkten (Juli 1932) und es dauerte 25 Jahre, bis er den Stand vom September 1929 wieder
erreichte. Der Black Thursday radierte ein Vermögen von $74Mrd aus – was nach heutiger
Kaufkraft einer Summe von etwa $ 1 Billion entspricht.
1929 – 2008 Zwei Krisen im Vergleich
Ursachen der Krise 2008
1. Konsum: dies ist bei der aktuellen Rezession sicherlich der wichtigste Punkt. Im Gegensatz
zur 2001 Rezession, in der das Konsumentenausgabenwachstum nie unter 1% war (gestützt
durch den 1999 angefangenen Immobilienboom), werden wir dieses Mal massive
Auswirkungen auf den privaten Verbauch sehen.
2. Arbeitsmarkt: tendenziell immer ein Spätindikator, aber mittlerweile zeigt auch dieser
Spuren der Immobilienkrise. Wir befinden uns in Phase 4 (Feuern von Vollzeitangestellten).
Die Phasen 1 (illegale Arbeiter feuern), 2 (Feuern von Teilzeitarbeitern) und 3 (prinzipieller
Einstellungsstop) sind bereits durchlaufen.
3. Weltweite Immobilien-Bubble: der Immobilienboom war weltweit auch in einigen
anderen Ländern zu sehen: zum Beispiel Spanien, Irland und England. Auch hier werden die
Preisabstürze massive Auswirkungen auf das Verbrauchervertrauen haben. Des weiteren ist
dort, genau wie in den USA, keine Entspannung in Sicht, da zum einen die
Finanzierungskosten gestiegen sind und zum anderen sich die ImmobilienkreditAblehungsquote auf historisch hohem Niveau befindet. Das bedeutet, dass eine Person, falls
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diese überhaupt einen Immobilienkredit derzeit bekommt, sehr hohe Raten zahlen muss.
Dementsprechend ist auf der Häusernachfrageseite keine Entspannung zu erwarten.
4. Global Recoupling und nicht global decoupling. Die Welt hängt vielleicht weniger ab von
den USA als vor 10 Jahren, aber immer noch mehr als genug. Davon abgesehen, erleben wir
in den USA nicht eine leichte Rezession, sondern eine wirklich schwere. Von decoupling kann
also beim besten Willen keine Rede sein.
5. Durch die US-Rezession und den aktuellen Weltwirtschaftsabschwung werden die
Gewinne der meisten Unternehmen geradezu wegbröckeln. Eine große Anzahl von RatingAbstufungen sind daher auch in bankfernen Bereichen absolut zu erwarten.
6. Zu viel „virtuelles Geld“ in Umlauf; Spekulanten haben sich verschätzt; 5% Realwirtschaft
und 95% Finanzwirtschaft;
Bsp: eine Person baut ein Haus um 100 000€ und bekommt einen Kredit von 70 000€.
Danach steigt der Wert der Immobilie auf 150 000€ und sie fragt um einen Kredit von 30
000€ für ein Auto an. Bekommt diesen Kredit da das Haus als Sicherheit genommen wird.
Sinkt der Wert wieder kann der Kredit nie zurückgezahlt werden --> Verlust der Bank = 100
000€ --> Immobilienkrise
Aktien wurden verkauft, da sie gefallen sind --> Verluste
Auswirkungen
 Konjunkturelle Talfahrt
 Wichtige Wirtschaftsbereiche nehmen weniger ein
 Geringster globaler Zuwachs seit 6 Jahren
 Wachstum unter 0,8% in A
 Wirtschaft soll in GB, I, und ESP schrumpfen
 Arbeitslosigkeit wird steigen
Wiener Leitindex hat um 8,7% eingebüsst à höchster Tagesverlust in seiner Geschichte
Dynamischer Schrumpfungsprozess
Japan hat den höchsten Verlust seit 20 Jahren
Goldpreis steigt innerhalb von 1 Woche um 100 $ (aktuell 913$ / Feinunze)
Fremdwährungskredite sind schwerer zu haben
Inflationsgefahr steigt
Kredite werden billiger
Banken und Börsencrash, beinahe Staatsbankrot in Island; Banken geben keine Kredite mehr
Gegenmaßnahmen
Unbegrenzte Garantie für Spareinlagen (20.000€ 100.000€ -> unbegrenzt ab 01.10.2008), um
Abfluss von Kapital nach Deutschland zu verhindern
Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte, aktuell 3,75% à weniger Zinsen auf Kredite und
Sparbücher à Leute sollen Geld ausgeben und nicht sparen
Am 28.10.2008 werden noch weitere Maßnahmen besprochen
Vorschreibung von Eigenmittelzuschlägen durch die Finanzmarktaufsicht
Staatliche Haftung für Bankenliquidität
Leerverkäufe an der Börse verbieten
Britische Notenbank stellt 256 Mrd. € an kurzfristigen Krediten zur Verfügung
In Amerika: Finanzspritze von 700 Milliarden; Einlagensicherung erhöhen; in Österreich noch
nicht notwendig (mittlerweile bereits beschlossen, 14.10.2008)
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Parallelen zu 1929
Wie unsere heutige Finanzkrise, die am Markt für zweitklassige Hypotheken in den USA
begann, war auch 1929 ganz und gar ein amerikanisches Phänomen.
Staat investiert direkt Geld, 1929 wurde die Börse unter staatliche Kontrolle gestellt
Der New Deal
Herbert Clark HOOVER war US Präsident während der Krise, und setzte zunächst
kontraproduktive Maßnahmen:
- Steuersenkungen (schwächte den Staatshaushalt)
- Erhöhung der Schutzzölle (führte zum endgültigen Zusammenbruch der Wirtschaft in
Europa da Exporte nach und Importe aus Europa zum Erliegen kamen)
8.11.1932 Franklin Delano ROOSEVELT wird US Präsident
Er strebte soziale Gerechtigkeit an, und versuchte durch staatliche Eingriffe die Wirtschaft
anzukurbeln.
- Mindestlöhne
- maximale Arbeitszeit
- Kaufkraft am Binnenmarkt stärken
- Arbeitnehmer erhielten das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren
- Arbeitslosenversicherung
- Alterspension
- Produktionsbeschränkungen in der Landwirtschaft, um Preise höher zu halten
- staatliche Überwachung der Börsen
Arbeitslosigkeit war durch den New Deal allerdings nicht zu bekämpfen, aber es gab mehr
sozialen Ausgleich bei Vermögen du Einkommen.
Politische Auswirkungen der Krise
Folgen in Österreich:
Die Krise hielt sich in Österreich recht hartnäckig etwa bis 1937, während es in D etwas
rascher gelang, sie zu überwinden. Dadurch gewann der Nationalsozialismus auch in Ö an
Attraktivität.
Als Folge der Krise stieg die Arbeitslosigkeit enorm an – 45% aller Industriearbeiter waren
ohne Job.
Juni 1932 Zusammenbruch der Creditanstalt, der damals größten Bank Mitteleuropas
Der Staat musste die Haftung für die CA übernehmen (500Mio Schilling), wodurch die
Staatsverschuldung um 1/3 anstieg und Ö dringend Finanzhilfe brauchte.
GB und FR gewährten Ö in dieser Situation
1932 LAUSANNER ANLEIHE unter der Bedingung, dass Ö auf ein Zollunionspaket mit D
verzichtete.
Innerösterreichisch scheiterte der regierende Bürgerblock an diesem Verzicht – die
Großdeutschen traten aus der Koalition aus.
20.5.1932 Engelbert DOLFUSS wird neuer Bundeskanzler und bildet eine Regierung mit
Christlich-Sozialen, Heimatblock und Landbund.
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Dieser Regierung geling die Unterzeichnung eine 300Mio Schilling Völkerbundanleihe
(LAUSANNE) am 15.7.1932.
Die Anleihe war an gewisse Bedingungen geknüpft:
- österreichischer Staatshaushalt wurde vom Völkerbund kontrolliert
- Anschlussverbot an D für weitere 20 Jahre
„Deutsche Sehnsucht“
Die zentral Erfahrung der Menschen in der Krise war die langdauernde Arbeitslosigkeit, was
dazu führte, dass das Vertrauen in das politische System und die Institutionen verloren ging.
Viele, v.a. junge Leute erhofften sich von einem Anschluss an D eine Verbesserung ihrer
tristen Lage.
Deutschland:
Nach dem Krieg hatte D begonnen die Produktionsstätten mit Hilfe amerikanischer Kredite
zu modernisieren. Als diese ausblieben, schlitterte D in die Krise, die noch dadurch verstärkt
wurde, dass die USA ihre Kredite zurückforderte und die Exporte stark zurückgingen. In der
Folge sank die Industrieproduktion um 40%.
1929 steig die Arbeitslosigkeit bereits auf 29;9% und erreichte im Februar 1932 ihren
traurigen Höhepunkt – 6,2Mio Arbeitslose + 1,5Mio „Versteckte“
Alle bestehenden Sicherungssysteme waren hoffnungslos überfordert.
Die psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit führten wiederum v.a. bei jungen Leuten dazu,
dass sie sich paramilitärischen Verbänden anschlossen.
zB: SA, wo sie kameradschaftliche Geborgenheit und neue Aufgaben fanden.
Seit dem Beginn der Depression hatte die NSDAP immer mehr Zulauf und erzielte die ersten
Wahlerfolge.
1933 kam Hitler an die Macht – Reichskanzler, und benutzte die Wiederaufrüstung, um
Arbeitslose von der Straße zu holen.
REICHSARBEITDIENST gegründet, der für Straßenbau und Bodenverbesserung zuständig war.
Als die Staatsverschuldung weiter zunahm, stellte er die Reparationszahlungen an die
Alliierten ein.
The Great Depression 1929
- was the single most important event between the two world wars with consequences for
practically the entire world. It was the longest, most widespread, and deepest depression of
the 20th century. In the 21st century, the Great Depression is commonly used as an example
of how far the world's economy can decline. The crisis originated in the USA as a result of
speculation and over production and completely destroyed the economic recovery of the
early twenties and the slow upswing after the 1st WW. The myth of the crisis-proof private
capitalistic economy was shattered.
The effects of the depression caused massive insecurity in the population and thus a perfect
soil for the growth of extreme ideologies, particularly the growth of national socialism.
The Great Depression had devastating effects in virtually every country, rich and poor.
Profits and prices dropped while international trade plunged by ½ to ⅔. Unemployment in
the U.S. rose to 25% and in some countries rose as high as 33%. Due to advanced
globalization the economies and financial transactions of the major countries were already
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strongly dependent on each other. These financial openness ended with the crash of the US
stock market on Thursday, October 24, 1929 which led to the total breakdown of the US
economy.
Immediate effects:
 increasing unemployment rates
 politics became more radical
Reasons for the crisis
Following the economic boom of the early twenties the share prices on Wall Street virtually
exploded between 1925 and 1929. The rocketing stock quotations led to wild speculations
and to industrial as well as agricultural over production. When the product-prizes eventually
dropped because of that, the investors became panicky and the speculation-bubble
exploded. The economy crashed.
A number of thoughtless political decisions accelerated the crash:
 increasing toll fees
 hindering mobility of capital and employers
 rigid cartel politics
 reparations
October 24, 1929 BLACK THURSDAY
Within no more than ½ an hour 1.6mio stocks changed their owner. A hectic wave of sales
started, with the result that losses were that high already in the morning hours that many
tried to sell their shares as quickly as possible, to keep their losses low – but the spiral
moved down.
In spite of support-purchases of large banks the crash of the financial market could not be
stopped anymore. Stock brokers reacted drastically to the catastrophe – same became
violent others depressive, a few even committed suicide.
By noon time of October 24 $11,25bio had vanished into thin air, shares lost up to 90% of
their value.
One day later – Black Friday – the panic swapped over to Europe – with similarly dramatic
consequences.
By 1932 the unemployment rate in the US increased to 25%, thousands of companies went
bancrupt, the Dow Jones dropped from 381,17 (September 1929) to 41,22 (July 1932) points
and it took 25 years until it reached the level of September 1929 again. The Black Thursday
erased a capital of $74 billion which compares to about $1trillion in today’s value.
Some economies started to recover by the mid-1930s. However, in many countries the
negative effects of the Great Depression lasted until the start of World War II
The New Deal
Herbert Clark HOOVER, US president during the years of the depression originally took
contra-productive steps:
 lowering taxes which weakened the state budget
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
rising of protective tolls which lead to the ultimate crash of the economy as exports
to and imports from Europe practically stopped
8.11.1932 Franklin Delano ROOSEVELT became US president
He attempted to reach social justice and tried to stimulate the US economy by investing
state money and interfering directly.
 minimum wages
 maximum working hours
 increasing purchase power on the national market
 employees got the right to organize themselves in unions
 unemployment-insurance
 old age pension
 restrictions on the production of agricultural goods to keep the prices high
 state control of the stock market
This NEW DEAL was not able to fight unemployment, but it resulted in more social balance
concerning capital and income.
Life during the Great Depression
Most characteristic of life during the Great Depression was the widening gap between the
“haves” and “have-nots.” Unemployment rose from a shocking 5 million in 1930 to an
almost unbelievable 13 million by the end of 1932. It would be rural America that would
suffer the greatest. Unemployed fathers saw children hired for sub-standard wages. In 1930,
2.25 million boys and girls ages 10–18 worked in factories, canneries, mines, and on farms.
Children left school to support their families. The Depression affected everyone. Food and
jobs were hard to get and many people stood in lines for government hand-outs. A lot of
people lived on powdered milk, dried beans, and potatoes. Although few people died from
starvation, many did not have enough to eat. Some people searched garbage dumps for food
or ate weeds. In Chicago, a crowd of men fought over a barrel of garbage -- food scraps for
their families.
In the Pennsylvania coal fields, three or four families crowded together in one-room shacks
and lived on wild weeds. In Arkansas, families were found inhabiting caves. In Oakland,
California, whole families lived in sewer pipes.
Children who lost their homes tried to protect themselves under tarpaper huts. Sweets and
fruits were a dream for many. Many of them started becoming nomads just surviving in
railway stations and highways.
By 1933 millions of Americans (we'll never really know how many) were desperate. Out of
work and with his family depending on him, the breadwinner, the patriarch, the
father/husband bore the brunt of the despair. When he couldn't provide for his family, he
felt ashamed and humiliated. Many of these men abandoned their families and became
what one has called "a generation of wanderers," vagabonds, or hobos. Unable to find work
and seeing that each job they applied for had hundreds of seekers, these shabby,
disillusioned men wandered aimlessly without funds, begging, picking over refuse in city
dumps, and finally getting up the courage to stand and be seen publicly - in a bread line for
free food.
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Political effects of the Great Depression
Austria
In Austria the crisis lasted until about 1937 while Germany managed to overcome it
somewhat faster. Thus the National socialists started to appeal to Austrians even more.
As everywhere the increase of the unemployment rate was enormous – by 1933 45% of all
industrial workers were without a job.
June 1932 breakdown of the CA, then the largest bank in Central Europe. The state had to
take over liabilities amounting to AS 500mio thus increasing the national debt by 1/3.
Therefore Austria needed help desperately. In this situation FR and GB granted Austria a
foreign loan – the so called Lausanner Anleihe 1932 under the condition the Austria steps
back from a toll union with Germany. Internally the reigning coalition broke up after giving
up this contract – the party of the “Großdeutsche” left the coalition.
20.5.1932 Engelbert DOLFUSS became the new Austrian chancellor and formed a
government together with the Christian socialists and the homeland parties.
This coalition signed the Völkerbund loan on July 15, 1932, which meant a credit of AS
300mio for Austria. The conditions for this loan were:
 control of the Austrian revenue through the Völkerbund
 no accession to Germany for another 20 years
The central experience of the Austrian people during that time was one of deprivation
caused by long-lasting unemployment. They lost their trust in the political system and looked
elsewhere for better conditions. Therefore many especially young people hoped that an
accession with Germany would improve their situation.
Germany
After WW1 Germany had started to rebuild its factories with the help of credits from the
USA. When this money stopped coming in, Germany plunged into the crisis which was even
worsened by the fact that instead of granting new loans the USA was now demanding older
credits back. Exports dropped and the industrial production was reduced by 40%.
1929 the unemployment rate already reached 29,9% and sadly peaked in February 1932,
counting nearly 8mio jobless people.
The existing social systems were hopelessly overstrained.
The psychological effects of suffering from the crisis caused again young people to turn to
paramilitary organizations, e.g. the SA where comradeship was of immanent importance.
Since the beginning of the depression the NSDAP gained more and more supporters and
started to succeed in elections.
1933 Hitler came into power and used rearmament and infrastructural building projects to
take the jobless people from the streets. The REICHSARBEITSDIENST was founded, that was
mainly responsible for building streets. When the national debt kept rising, Hitler stopped
the reparation payments.
Recovery and end of crisis
In most countries of the world, recovery from the Great Depression began in 1933. The
Great Depression ended with the advent of World War II. The massive rearmament policies
leading up to World War II helped stimulate the economies of Europe in 1937–39. By 1937,
unemployment in Britain had fallen to 1.5 million. The mobilization of manpower following
the outbreak of war in 1939 finally ended unemployment.
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Zwischenkriegszeit – Aufstieg des Nationalsozialismus
Die Machtergreifung Hitlers
In der Zeit der sich rasch ausbreitenden Wirtschaftskrise stößt die Weimarer Republik an ihre
Grenzen, was die Lösung der Probleme betrifft.
Die Wahlen 1930 brachten einen Zerfall der ehemaligen großen Koalition
(SPD+Zentrum+dt.VP)
 keine regierungsfähige Mehrheit
 schwaches Parlament
Das politische Leben wurde zunehmend radikaler und verlagerte sich mehr und mehr auf die
Straße.
Verschiedene militärische und paramilitärische Verbände demonstrierten in Aufmärschen
ihre Stärke und lieferten sich Straßenschlachten mit Verwundeten und sogar Toten.
Diese Verbände waren zumeist politischen Parteien zugeordnet:
 NSDAP (SA und SS)
 KPD (Roter Frontkämpferverband)
 SPD (Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold)
 Stahlhelm – parteiungebunden
Zunächst waren diese Verbände verboten, doch als Hitler und seine NSDAP immer
erfolgreicher und stärker wurden, wurden SA und SS zugelassen, um Unterstützung für Hitler
zu gewinnen.
Der Terror auf den Straßen entbrannte daraufhin stärker als zuvor. Im September 1932
forderten die Kämpfe in nur einem Monat 95 Tote und 1125 Verletzte.
30.01.1933
Reichspräsident Hindenburg ernennt HITLER, den „böhmischen Gefreiten“
zum Reichskanzler
Nur vier Wochen nach dieser Machtergreifung, am
27.02.1933 brannte das Reichstagsgebäude; die Brandlegung wurde von Reichsmarschall
GÖRING (Reichsminister) mitgeplant und dann den Kommunisten zur Last
gelegt. 
28.02.1933 Verordnung des Reichspräsidenten (zu diesem Zeitpunkt war Hindenburg
bereits 86 Jahre alt) zum Schutz von Volk und Vaterland
Mit dieser Verordnung wurden zahlreiche Artikel der Verfassung außer Kraft gesetzt und
Görings GESTAPO erhielt weitreichende Handhabe.
Die Notverordnung hob Menschen- und Bürgerrechte auf und führte schließlich zur
Aufhebung der Verfassung.
24.03.1933 Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat (=Ermächtigungsgesetz)
Dieses Gesetz gab Hitler für 4 Jahre die Vollmacht, Gesetze außerhalb der Reichsverfassung
zu erlassen.
Mit diesem Ermächtigungsgesetz war der Weg zum totalitären Führerstaat abgeschlossen.
Das deutsche Volk ein Herrenvolk
Die Nationalsozialisten sahen das deutsche Volk (getreu nach „Mein Kampf“) als führende
Rasse. Die Ideologie kannte drei Gruppen von Rassen:
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1. Kuli- oder Felachenrasse (alle Farbigen Afrikas und Asiens)
2. Parasiten (Juden)
3. Herren- und Kriegerrasse (nordische Völker, Arier)
Ziel der NS-Ideologie war es, die baltischen und russischen „Untermenschen“ zu Dienern zu
machen, und die Juden auszurotten.
Die Ideologie und der Totalitätsanspruch wurden der breiten Masse immer wieder
aufgedrängt, mit Hilfe einer perfekt funktionierenden Propagandamaschinerie.
Indem abweichende Meinungen nicht veröffentlicht wurden, machte man Menschen für die
staatliche Propaganda zugänglich.
Prinzip: „Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau
einzustellen nach der Aufnahmefähigkeit der Beschränktesten unter denen, an
die sie sich zu richten gedenkt. (Mein Kampf)
Ständig wurden vorwiegend romantische und nationale Gefühle angesprochen und durch
große Paraden genährt.
Um die Propaganda an möglichst viele Haushalte zu liefern, ließen die NAZIS billige
Lautsprechergeräte entwickeln – „Volksempfänger“, die bis 1936 bereits 30Mio mal verkauft
waren. Damit war es möglich, Hitlers Reden praktisch flächendeckend zu übertragen.
Bald nach der Machtergreifung zeigte sich eine auffällige Änderung des täglichen
Wortgebrauches – „Heil Hitler“ ersetzte traditionelle Grußformeln sowohl in mündlicher, wie
auch in schriftlicher Kommunikation. Die Verweigerung dieses Hitlergrußes („Deutscher
Gruß“) hatte dann schon sehr bald negative Konsequenzen.
Der 20.04., Hitlers Geburtstag, glich bald dem früheren Geburtstags des Kaisers.
Die politische Beeinflussung und vormilitärische Erziehung begann schon im frühen
Kindesalter (HJ, BdM). Die meisten jungen Menschen empfanden dies damals nicht als
Zwang und merkten nicht, was Hitler mit ihnen plante:
„In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der die Welt
erschrecken wird. Eine gewaltige, herrische, unerschrockene und grausame Jugend
will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts
Schwaches und Zärtliches an ihr sein!“ (Gespräche mit Hitler)
Auf dieser Basis sollten sich die Deutschen (dank einer derartigen Erziehung) zu einer Volksund Kampfgemeinschaft zusammenschließen und das Volk zu „neuer deutscher Größe“
führen.
Schüler/innen-Eigenarbeit: NS Organisationen
1. Lebensborn
2. "Napola" - NPEA
3. KdF - Kraft durch Freude
4. Arbeit macht frei
5. Euthanasie
a) Ideologie+Gesetze+Opfer
b) Praktiken
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Detour – Prohibition and organized crime
Prohibition – an overview
Prohibition was a period of nearly fourteen years of U.S. history (1920-1933) in which the
manufacture, sale, all exporting and importing and the transporting of all liquor was made
illegal. Known as the “Nobel Experiment” that should reduce the consumption of alcohol
thereby reducing crime, poverty and death rates and improving the economy and the quality
of life, it was a time characterized by speakeasies, glamour, gangsters and a period of time in
which even the average citizen broke the law.
The push for prohibition seriously began in the nineteenth century. After the American
Revolution drinking was on the rise. To fight this, a number of societies were organized as
part of a new Temperance movement which attempted to keep people from becoming
intoxicated. At first these organizations pushed moderation, but after several decades the
movement’s focus changed to complete prohibition of alcohol consumption.
According to these movements many social problems were rooted in the “devil” alcohol
such as crime and murder.
Anti-Saloon-League
One of the best known organizations of the temperance movement, the Anti-Saloon-League
was founded in Oberlin, Ohio in 1893. Soon after its founding, in 1895 it became a powerful
nationwide organization that focused on one single issue – prohibition. Branches all over the
country worked together particularly with churches that provided support for the League.
On its 20th annual convention – 1913 in Columbus, Ohio – the League announced its
campaign to achieve national prohibition through a constitutional amendment. In 1916 a
majority in both houses of Congress initiated what became the 18 th amendment to the
Constitution of the United States.
18th amendment and Volstead Act
The amendment which prohibited the manufacture and sale of any alcohol except for
medical purposes was ratified and went into effect on January 16, 1920. By definition every
substance that contained more than 0.5% alcohol was forbidden. While this amendment
established prohibition, it was the Volstead Act (written by Andrew J. Volstead and passed
on October 28, 1919) that clarified the law. The Act stated that “beer, wine, or other
intoxicating malt or vinous liquors” were forbidden. It also said that owning any item
designed to manufacture alcohol was illegal and it set specific fines and jail sentences for
violating Prohibition.
What the 18th amendment did not mention was the actual drinking of alcohol – leaving
several loopholes for people to legally drink during prohibition. The Volstead Act allowed
alcohol consumption if it was prescribed by a doctor – needless to say, large numbers of new
prescriptions were written for alcohol.
For people without prescriptions there were illegal ways of drinking, provided by a new
breed of gangsters who satisfied the incredibly high level of demand for alcohol within
society. Speakeasies were opened – small bars that sold alcohol in back rooms, but were
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frequently raided by newly hired prohibition agents. The effectiveness of these agents was
limited as they were often badly trained and poorly paid which led to a high rate of bribery.
The speakeasies replaced former saloons and opened in large numbers right after
amendment 18 came into effect. By 1925 New York had more than 100 000 speakeasies,
that got their supplies of alcohol from bootleggers or smugglers who brought alcohol across
the Canadian border into the US. The law enforcement was virtually impossible, as there
were just about 1500 federal agents responsible for controlling 18700 miles of border- and
coastlines. Of all the smuggled liquor only about 5% were detected by border- and coastguards
The end of the Nobel Experiment
Almost immediately after the ratification of the 18th Amendment, organizations formed to
repeal it. As the perfect world promised by the temperance movement did not materialize,
more and more people joined the fight to bring back liquor. The anti-Prohibition movement
gained strength as the 1920s progressed, often stating that the question of alcohol
consumption was nothing that should be in the constitution.
Additionally the stock market crash 1929 and the following depression started changing
people’s minds. People needed jobs. The government needed money. Making alcohol legal
again would open up many jobs for citizens and additional sales taxes for the government.
On December 5, 1933 the 21st Amendment to the US Constitution was ratified. The 21st
repealed the 18th Amendment, making alcohol once again legal. This was the first and only
time in US history, that an Amendment has been repealed.
Prohibition and the Gangsters
Prohibition and the gangsters are an integral part of American history. The 18 th amendment
banned alcohol but it was clear that millions neither wanted nor would respect this law.
There was a huge market for an illegal product and plenty of gangsters who provided this
product. Prohibitionists who had hoped to reduce crime were faced with the sad truth that
the crime rate sky-rocketed to nearly twice that of the pre-prohibition period. In large cities
homicide increased by about 78% from 5.6/100 000 to nearly 10. All serious crimes counted
together (homicide, assault, battery) increased by 13%. The crime rate went up because
prohibition destroyed many legal jobs, created black market violence, diverted resources
from the enforcement of other laws and increased prices people had to pay for illegal goods.
One of the main contributing factors to the increase of felonies was the organization of
crime, especially in large cities. As alcohol was no longer legally available the public turned
to gangsters who readily took on the bootlegging industry ad supplied them with liquor. As
this industry was rather profitable, more gangsters became involved in the money-making
business. Crime became so organized because criminal groups formed around a steady
source of income that was created by the law itself. As a result of the money involved in the
bootlegging industry there was much rivalry between the gangs. In Chicago alone there were
more than 400 profit related murders a year.
Incidentally large cities such as New York or Chicago were the main location for organized
gangs. Although there were over half a dozen powerful gangs in New York, Chicago was the
capital of organized crime, including Johnny Torrio, Bugs Moran, the Gennas and the
O’Banions. The most powerful and infamous bootlegger however was Al Capone, operating
out of Chicago. One of the most gruesome and remembered gang shoot-outs of all time
occurred on Valentine’s Day 1929. Because of business differences, Capone had his
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henchman, “Machine Gun” Jack McGurn plot the murder of the O’Banions, led by Bugs
Moran. McGurn staged a delivery of alcohol to one of Moran’s warehouses and had his men
dressed up as policemen pretending to raid the transaction. With a sweep of machine gun
fire (more than 150 bullets), McGurn killed all that were inside – altogether 7 members of
the O’Banion gang.
This is just one example of how prohibition fueled gang warfare and increased the crime rate
in America.
Al Capone
“Public enemy No. 1” in the twenties and very likely the most famous criminal of all times,
Capone was not as often recorded an Italian born Mafiosi, but was born in the US from
Italian immigrants. He turned the Italian crime society into a modern American crime
enterprise.
Capone’s father, Gabriele Capone arrived in the US in 1894. Originating from Castelllmarre di
Stabia near Naples he left Italy together with his pregnant wife Teresina and two sons –
Vincenzo (2) and the baby Raffaele. He was a barber and took up any work until he was able
to open his own shop.
The Capones moved to Brooklyn into a slum-like neighborhood, and Gabriele’s ability to read
and write soon got him a job.
In this part of town Alphonso was born on January 17, 1899. Quite early he joined infamous
kid’s-gangs like the Brooklyn Rippers or the Forty Thieves Juniors. After quitting school at the
age of 14 he got on taking up casual jobs.
1918 he met an Irish girl called Mary “Mae” Coughlin. They fell in love and in the same year
on December 4 1918 their son Albert “Sonny” Francis was born. Shortly afterwards on
December 30 they got married.
In 1919 the young Capone family moved to Chicago where Al started working for the city’s
leading figure in the underworld– Johnny Torrio. Capone was given the task of intimidating
Torrio’s rivals within the city so that they would give up and hand over their territory to
Torrio. He also had to convince owners of speakeasies to buy illegal alcohol from his boss.
Capone was very good at what he did, and as Torrio was nearly killed by one of his rivals in
1925 he decided to leave the business while he was still alive. He handed over his business
to Capone.
Within two years, Capone earned $60mio from alcohol sales alone. Other activities earned
him another $45mio a year.
Capone managed to bribe both the police and important politicians of Chicago. The huge
sum of $75mio that he spent on such ventures he considered well invested as no one
interfered with his business. His armed guards even patrolled ballot-booths to ensure that
Capone’s politicians were returned to office. The city’s mayor after 1927 was one of
Capone’s men – Big Bill Thompson.
For all his power, Capone still had enemies from surviving gangs in the city, but all attempts
to kill him were futile, as his network of spies and informants always ensured that he was
warned in time.
Violence was a daily occurrence in the streets of Chicago at that time. In the space of four
years 227 gangsters were killed in gang warfare, with the Valentine massacre of 1927
marking a climax of gang violence.
25
GPB_HTL_5
Capone himself could never be directly connected to any of the murders he ordered as he
always made sure to have a perfect alibi. Additionally gang members never confessed
against each other and so Capone was never accused of murder or drug trafficking.
Still, in 1931 the law finally caught up with him and he was charged with tax evasion. As he
tried to bribe the jury judge James Wilkerson changed the members at very short notice.
Unable to react to this change, he was convicted and sentenced to 11 years in prison.
Originally jailed in Atlanta he was then transferred to the newly adapted high security prison
of Alcatraz. With hardly any contact and no hope for escape he became a model prisoner
which resulted in an early release on January 6, 1939. During his imprisonment he fell ill with
Syphilis and after his release from Alcatraz and a short stay at a brain-center he retreated to
his mansion in Palm Island near Miami where he spent the last years of his life in relative
peace. He eventually died on January 25, 1947 from pneumonia and a stroke.
Why Scarface?
In his early years Capone had a job as a waiter at the Harvard Inn. There he was the
bartender but also had to wait on the tables if necessary. He became quite popular with his
boss and the customers, but his luck turned when he waited on a table of a young couple
one day. The girl was beautiful and Capone was fascinated. He leaned over to her and said,
“Honey, you have a nice ass and I mean this as a compliment!” The man with her was her
brother Frank Gallucio. He jumped to his feet and punched the man who insulted his sister.
Capone flew into a rage and Gallucio pulled put his knife to defend himself. He cut Capone’s
face three times before he grabbed his sister and ran out of the place. While the wounds
healed, the ugly scars remained and gave him his nickname.
26
GPB_HTL_5
Österreichs Weg in die Krise
Die zunehmende Arbeitslosigkeit, und die Notlage der Bevölkerung führten zu einer
fortschreitenden Spaltung des österreichischen Volkes.
Konservative und sozialdemokratische Kräfte standen sich gegenüber – feindlich und
vermehrt mit bewaffneten Gruppen.
1926 Bildung von Selbstschutzverbänden
HEIMWEHR
REPUBLIKANISCHER SCHUTZBUND
konservativ
sozialdemokratisch
unter Julius Deutsch und
Theodor Körner
erreichten diese Organisationen zeitweise eine Mitgliederstärke von 80 000 Leuten
1927 Zusammenstoß der Wehrverbände in SCHATTENDORF (Bgld) – auf
sozialdemokratischer Seite gab es zwei Todesopfer
als im nachfolgenden Prozess die drei Angeklagten freigesprochen wurden, brachen am
15.7.1927 spontane Demonstrationen aus und führten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen;
Der Justizpalast wurde in Brand gesetzt und in Straßenkämpfen mit der Polizei kamen mehr
als 100 Menschen ums Leben.
Kanzler SEIDEL blieb zwar Herr der Lage, verhängnisvoller Weise gelang es aber weder die
Wehrverbände aufzulösen, noch ihre Abrüstung zu erwirken. Das Vertrauen in die
österreichische Demokratie war einfach nicht stark genug, um dem Staat die
Sicherheitsfrage zu überlassen.
1929 Verfassungsreform zur Stärkung der Autorität des Bundespräsidenten
 Ernennung und Enthebung der Regierung
 Auflösung des Nationalrates
 Erlassung von Notverordnungen
 Oberbefehl über das Bundesheer
 Ernennung des Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes
Oktober 1929 – Beginn der Weltwirtschaftskrise
 Zusammenbruch der CA
 Völkerbundanleihe
Probleme der österreichischen Politik und Wirtschaft führten zu nur noch stärkerer
Radikalisierung
Mai 1930 KORNEUBURGER EID
abgelegt von den meisten Heimwehren, bekennen sich die Wehrverbände darin zu:
 Anstreben der Macht im Staat
 Beseitigung von Demokratie und Parlamentarismus
 Faschismus
im gleichen Jahr begann die nationalsozialistische Bewegung mit Werbetätigkeiten in
Österreich. Als Folge dieser Aktivitäten spaltete sich die Heimwehr zwischen 1932/33 in eine
gemäßigte österreichische und eine radikale nationalsozialistische Richtung.
Beim ersten Antreten der NSDAP bei Wahlen in Österreich reichte der Stimmenanteil jedoch
noch nicht für ein Mandat.
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Als sich nach Streitigkeiten um die Bedingungen der Völkerbundanleihe die Regierung
auflöst, bildet Kanzler Engelbert Dollfuß ein Regierungskabinett und unterzeichnet die
Verträge von Lausanne.
Das ständestaatliche Experiment
Dollfuß erste Erklärung stellt schon unmissverständlich klar, dass er gegen
wirtschaftsschädigende Personen vorgehen würde.
Seine Politik war gekennzeichnet durch drei Phasen:
1. Sanierung des Staatshaushaltes (Lausanner Anleihe)
2. Ausschalung des Nationalrates und Übernahme staatlicher Machtmittel
3. Zurückdrängen der Heimwehren
Seit Hitlers Machtübernahme in D versuchten die Nationalsozialisten in Ö an Einfluss zu
gewinnen, und bekämpften hartnäckig Kanzler Dollfuß. Die Beziehugen zu D kühlten daher
merklich ab, während sich jene zu Italien vertieften.
4.3.1933 Selbstausschaltung des Parlamentes
während einer Abstimmung kam es im Parlament zu Streitigkeiten über die Gültigkeit von
Stimmzetteln; im Verlauf dieser Streitereien traten hintereinander drei
Parlamentspräsidenten zurück (RENNER, RAMEK, STRAFFNER) – das Parlament war nicht
mehr verhandlungsfähig und Dollfuß ließ durch die Kripo eine neuerliche Zusammenkunft
verhindern.
Mai 1933 VATERLÄNDISCHE FRONT von Dollfuß gegründet, sie sollte die Partein ablösen
und ersetzen; basierte auf berufsständischer Ordnung und betonte die Unabhängigkeit
Österreichs. Nach der Auflösung der Parteien, war sie die einzige Trägerin politischer
Willens- und Meinungsbildung in Ö.
Juni 1933 das Verbot der NSDAP brachte Dollfuß die offene Feindschaft Hitlers, im
deutschen Rundfunk wurden Falschmeldungen über Ö verbreitet und radikale
Nationalsozialisten für Terrorakte eingeschleust. Im Untergrund agierte die NSDAP als
„Österreichische Liga“ weiter, und bedrohte die Sicherheit es Landes.
11.9.1933 TRABRENNPLATZREDE
in dieser berühmt gewordenen Ansprache legte Dollfuß ein Programm fest
sozialer, christlicher Staat, auf ständischer Ordnung basierend unter autoritärer
Führung
Versuche der Sozialdemokratie unter Otto BAUER und der Christdemokraten unter Leopold
KUNSCHAK, die totalitäre Entwicklung zu bremsen scheiterten.
1934 das Jahr begann mit einer verstärkten Terrorwelle der NS
für innerösterreichische Spannungen sorgten Provokationen der Sozialdemokraten durch
Dollfuß
 Entfernung der Arbeiterkammerführung
 Waffensuchaktion
 Verhaftung der militärischen Führung des Schutzbundes
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GPB_HTL_5
12.2.1934 nach Waffensuchaktionen etc. kommt es zum bewaffneten Widerstand der
Schutzbündler; blutige Kämpfe in Wien und anderen Städten waren die Folge
Dollfuß betraut Sicherheitsminister Emil FEY mit der Führung des militärischen Kampfes der
Regierung. FEY gelingt es, die Aufstände niederzuschlagen und er lässt sich als „Retter
Österreichs“ feiern.
Für Dollfuß bedeutete dieser Erfolg einen Pyrrhussieg, da mit der Zerschlagung der
Sozialdemokraten der Weg für die NS erleichtert wurde.
Beim Versuch, Ö in einen totalitär geführten Staat umzuwandeln, stieß Dollfuß auch auf
massiven innenpolitischen Widerstand – illegale Gruppen der SD, KPÖ und der
revolutionären Sozialisten traten in Aktion.
In dieser Zeit konnte Dollfuß aber zumindest einen außenpolitischen Erfolg verbuchen –
Römische Protokolle (Dollfuß, Mussolini, Combos) Italien+Ö+Ungarn einigten sich auf
politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die innenpolitische Lage verbesserte aber
auch dieses Abkommen nicht.
Der Anstieg des NS Terrors führte im Mai/Juni 1934 zur Wiedereinführung der Todesstrafe.
25.7.1934 Putschversuch der Nationalsozialisten
In München wurde dieser Putsch in Ö minutiös vorbereitet, brachte aber eine herbe
Enttäuschung. Der Plan scheiterte weil:
 die Sitzung des Ministerrates in Wien kurzfristig von 24. auf 25. verschoben wurde
 sich der noch unerfahrene Brigadeführer RODENBÜCHER einmischte
 die erwartete Mitwirkung des österr. Bundesheeres ausblieb
Als während der Kämpfe Engelbert Dollfuß ermordet wurde, und eine Bedrohung durch D
wahrscheinlich erschien, entsandte Italien 3 Armeekorps zur „Wacht am Brenner“
Kanzler SCHUSCHNIGG trat die Nachfolge von Dollfuß an. Unter ihm war die österreichische
Regierung mehr und mehr von Entscheidungen von außen beeinflusst.
Obwohl der Putschversuch gescheitert war, hielt Hitler an seinem Plan fest, Österreich unter
deutschen Einfluss zu bringen („Unternehmen Otto“)
1. Schritt – Achse Berlin-Rom – um Österreich die Unterstützung Italiens abzuziehen
12.2.1938 Hitler beruft Schuschnigg zu sich nach Berchtesgaden, um über die
„österreichische Frage“ zu sprechen. Hitler deutet an, er werde diese Frage lösen
in einem letzten Versuch, Österreichs Souveränität zu erhalten, plante Schuschnigg eine
Volksabstimmung für den 13.März, worauf Hitler ihm eine Reihe von Ultimaten stellt, u.a.
den Einmarsch deutscher Truppen.
11.3.1938 Schuschnigg, der keine Rückendeckung von GB und FR erhielt, erklärt in einer
Rundfunkansprache seinen Rücktritt.
12.3.1938 Deutsche Truppen marschieren in Ö ein „Blumenfeldzug“
13.3.1938 Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Dt. Reich
die übrigen europäischen Mächte nahmen die Entstehung des Großdeutschen Reiches
einfach zu Kenntnis
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GPB_HTL_5
10.4.1938 Volksabstimmung findet auf Befehl Hitlers doch noch statt, damit endet Ö bis zum
Ende des 2. WK als selbständiger Staat zu existieren.
Der Weg in den 2. Weltkrieg
30.1.1933 Hindenburg ernennt nach dem Wahlerfolg der NSDAP Adolf Hitler zum
Reichskanzler.
NS will zunächst traditionelle Werte einfließen lassen, und verhält sich erst einmal friedlich
Zwei Dinge beschäftigen D zu dieser Zeit:
1. Arbeitslosigkeit
2. Auflagen des Versailler Vertrages
Hitler erkennt, dass die Befugnisse eines Reichskanzlers nicht ausreichen, um weitreichend
Veränderungen umzusetzen 27.2.1933 Reichstagsbrand
In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brannte in Berlin das Reichstagsgebäude.
Noch am Ort des Geschehens wurde der junge Kommunist Marinus van der Lubbe
festgenommen.
Die Täterschaft des damals 24 jährigen Niederländers war und ist umstritten, zumal die
Nationalsozialisten den Brand des Reichstags zum Anlass nahmen noch am
28.2. die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat durch
Reichspräsident Hindenburg zu erwirken.
Durch diese wurden viele Bürgerrechte radikal beschnitten so z.B. das Recht zur freien
Meinungsäußerung und die Pressefreiheit.
von vielen noch völlig unbemerkt beginnt auch schon die Verfolgung von Juden. Bereits am
20.3.1933 wurde in DACHAU das erste KZ errichtet! durchwegs ohne Gerichtsurteil waren
dort von Anfang an tausende Regimegegner interniert
ab dem Reichstagsbrand schreitet die Entwicklung hin zum totalitären Führerstaat rasant
vorwärts:
 23.3. Ermächtigungsgesetz
 10.5. erste Bücherverbrennung
 22.6. SPD Verbot
1.8.1934 Hitler übernimmt auch das Amt des Reichspräsidenten
2.8.1934 † Paul von Hindenburg
19.10.1934 D verlässt den Völkerbund
1935 mit dem Bau von U-Booten verstößt D erstmals gegen den Vertrag von Versailles
danach folgen:
 Ausbau der Streitkräfte
 Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht
 Einführung des Arbeitsdienstes
Hitler stärkt Mussolini bei dessen Einmarsch in Abessinien den Rücken, und es kommt zu
einer Annäherung zwischen I und D – Achse Berlin-Rom
30
GPB_HTL_5
1936 Hitler marschiert ins demilitarisierte Rheinland ein und verstößt damit erneut gegen
den Versailler Vertrag
trotzdem waren nur recht lahme Proteste der europäischen Mächte die Folge
Juli 1936 Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges, General FRANCO bekämpft die
linksorientierte Regierung und erhält dabei Unterstützung von Hitler und Mussolini. D
entsendet die Legion CONDOR, nicht zuletzt mit dem Auftrag, neue Waffensysteme zu
testen. Der Kriegseinsatz der Legion Condor diente der Luftwaffe zur Erprobung neuer
Waffensysteme und Einsatztaktiken. Allein vom später meistgebauten Flugzeug der
deutschen Luftwaffe, der Messerschmitt Bf 109, wurden in Spanien von 1936 bis 1939
mehrere Prototypen und insgesamt vier Serientypen im Einsatz getestet und
weiterentwickelt. Die gewonnen Erkenntnisse wurden beim Feldzug nach Polen umgesetzt.
28.5.1937 Neville Chamberlain wird britischer Premierminister; er ist konservativ und gilt als
Vertreter der Appeasement Politik.
Appeasement vertritt die Auffassung, dass D nicht mehr durch den Versailler Vertrag
einzuschränken sei. Sowohl GB als auch FR vertreten die Ansicht, dass die Auflagen zu hart
seien.
nach dem Einmarsch in Ö
September 1938 Münchner Konferenz
Treffen zwischen Hitler, Daladier und Chamberlain – Hitler holt sich die Erlaubnis, das
Sudetenland zu besetzen, versprach dafür, dass dies seine letzte Besetzung sein würde.
Chamberlain war von Hitler sehr überzeugt, und glaubte nach dem Verlauf dieser Konferenz,
es werde in Europa keinen Krieg mehr geben. Er kam aus München zurück in der Meinung,
er habe „den Frieden für unsere Zeit“ (“Peace for our time!”) gesichert. Daladier blieb eher
skeptisch.
November 1938
am 7.11. erschießt der junge Jude Herschel Grynszpan in Paris den Botschaftsrat Ernst von
Rath. Diese Tat nimmt Goebbels zum Anlass, um die Bevölkerung gegen die Juden
aufzuhetzen. In der Nacht von
9. auf 10.11.1938 REICHSKRISTALLNACHT
werden zahlreiche jüdische Einrichtungen zerstört und verbrannt (Geschäfte, Synagogen,…)
In der Folge wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in
den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige
Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe
wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in
Konzentrationslagern inhaftiert, von denen nochmals Hunderte ermordet wurden oder an
den Haftfolgen starben.
15.3.1939 Nach der Besetzung des Sudetenlandes marschierte Hitler auch in den Rest der
Tschechoslowakei ein, nun erschien Polen als nächstes Ziel wahrscheinlich und logisch.
GB: Bev. ergriff zwar Vorsichtsmaßnahmen, aber die Probleme des Empire waren wichtiger
als die Gefahr in D. Zudem wollte man nicht gemeinsam mit den Bolschewisten agieren.
31
GPB_HTL_5
FR: reagierte zögerlich, da es immer noch an den Folgen der Wirtschaftskrise litt, und nicht
schon wieder auf eigenen Territorium Krieg führen wollte
als GB und FR schließlich doch mit der Sowjetunion zu verhandeln begannen, hatte Hitler mit
Stalin bereits einen Nichtangriffspakt geschlossen – Rückversicherung für den Angriff auf
Polen
Um diesen beginnen zu können, brauchte Hitler nur noch einen Auslöser –
Der Überfall auf den Sender Gleiwitz am 31. August 1939 war eine von der SS fingierte
Aktion. Er ist der bekannteste einer Reihe von Vorfällen, die als propagandistischer Vorwand
für den Polenfeldzug dienten und so den Zweiten Weltkrieg auslösten. Schon seit dem 23.8.
täuschten als polnische Freischärler verkleidete SD- und SS-Angehörige sowie dazu genötigte
KZ-Häftlinge (die ermordet und als Beweis für Kampfhandlungen liegengelassen wurden)
mehrere „Grenzzwischenfälle“ vor
Am Morgen nach dem „Angriff“ auf den Sender Gleiwitz verkündete Hitler in einer
Radioansprache:
„Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits
regulären Soldaten geschossen. Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab
wird Bombe mit Bombe vergolten.“
Alle Bemühungen der Diplomaten, den Frieden zu retten, waren gescheitert. Am
1.September 1939 begann mit dem Angriff auf Polen der 2. Weltkrieg!
Der 2. Weltkrieg 1939 – 1945
Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher
Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verlustreichsten
Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar.
Nachdem im Ersten Weltkrieg chemische Waffen in Europa ihre schreckliche Wirkung
gezeigt hatten, wurden diese nur noch seitens Japan gegen China eingesetzt. Mit dem
Abwurf zweier Atombomben durch die USA wurde noch vor Kriegsende die Macht dieser
neuen Massenvernichtungswaffe demonstriert.
In Asien begannen Kampfhandlungen am 7. Juli 1937, der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg
ging in den Zweiten Weltkrieg über.
In Europa begann der Krieg mit dem Angriff des Deutschen Reiches und der Sowjetunion auf
Polen, nachdem der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt für beide Staaten die
Interessengebiete für militärische Expansionen (Polenfeldzug beziehungsweise Winterkrieg
in Finnland) abgesteckt hatte. Deutschlands Angriff auf Polen erfolgte ohne vorherige
Kriegserklärung am 1. September 1939, die UdSSR marschierte am 17. September ein.
Großbritannien und Frankreich antworteten mit Kriegserklärungen an das Deutsche Reich,
griffen jedoch nicht wirksam ein und wandten sich nicht gegen die UdSSR.
Der so genannte „Sitzkrieg“ im Winter 1939/40 wurde im Frühjahr durch das „Unternehmen
Weserübung“ in Norwegen sowie durch den Westfeldzug klar zugunsten Deutschlands
entschieden. Frankreich kapitulierte, aber Großbritannien verteidigte sich in der Luftschlacht
um England erfolgreich. Die Versuche Italiens, nach dem 1935 eroberten Italienisch-
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GPB_HTL_5
Ostafrika auch im Mittelmeerraum zu expandieren, scheiterten kläglich. Die erforderlichen
Eingriffe deutscher Truppen führten 1941 zum Afrikafeldzug und zum Balkanfeldzug.
Am 22. Juni 1941 brach die deutsche Seite den Nichtangriffspakt durch den Überfall auf die
verbündete Sowjetunion. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember
1941 und den vier Tage später folgenden Kriegserklärungen der Dreimächtepaktstaaten
Deutsches Reich und Italien nahmen die Vereinigten Staaten mit voller Kraft auf Seiten der
Alliierten am gesamten Kriegsgeschehen teil.
Die Kapitulation Japans, die den vollständigen Niederlagen Italiens (1943) und Deutschlands
(8. Mai 1945) folgte, setzte am 2. September 1945 den Schlusspunkt der Kampfhandlungen.
Der Zweite Weltkrieg forderte zirka 55 bis 60 Millionen Menschenleben. Er war durch eine
starke rassistische Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und
gewaltsamen, zumeist systematischen Übergriffen auf Zivilbevölkerung oder
Kriegsgefangene führte. Mit Kriegsverlauf und Kriegsführung war auch untrennbar der
Holocaust verbunden, dem durch die Nationalsozialisten allein sechs Millionen Juden zum
Opfer fielen. Dass die Zivilbevölkerung im Vergleich zum Ersten Weltkrieg noch stärker von
den Kampfhandlungen direkt betroffen war, lag weiter an der verstärkten Entwicklung der
Rüstungsindustrie. Sie ermöglichte die großflächige Bombardierung ganzer Wohngebiete in
Europa und Asien. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildeten die Atombombenabwürfe auf
Hiroshima und Nagasaki.
Die Grenzen Deutschlands, Polens und anderen Staaten wurden neu gezogen, Millionen
Zivilisten vertrieben. Die Allianz der vier Siegermächte brach bald auseinander. Unter der
Führung der sich etablierenden Supermächte Sowjetunion und USA mündeten die
weltanschaulichen Gegensätze und Machtinteressen in den Kalten Krieg der sich bildenden
Staatenblöcke.
Der deutsche Angriff auf Polen 1939
Das erste unmittelbare Kriegsereignis war der Angriff auf Polen am 1. September 1939 um
4:45 Uhr.
Diesem Angriff ging keine formale Kriegserklärung voraus.
Deutsche Soldaten zerstören den Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe
von Danzig, 1. September 1939
Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der
bekannteste ist der vorgetäuschte Überfall auf den Sender Gleiwitz von als polnische
Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen am 31. August. Dabei verkündeten diese
in polnischer Sprache über Radio die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.
Den militärischen Angriff begann das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein auf die
polnische Stellung „Westerplatte“ in Danzig. Die polnische Armee war der vordringenden
Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegsführung
unterlegen. Die polnische Regierung rechnete mit der Unterstützung durch Frankreich und
Großbritannien, welche am 2. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März
1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.
Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die britischfranzösische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach
einem deutschen Angriff eine eigene Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler
hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Resttschechei“
gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Dieser Angriff aus
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GPB_HTL_5
dem Westen blieb tatsächlich aus, jedoch erklärten England und Frankreich am 3. September
nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg und es begann der Zweite Weltkrieg.
Am 28. September kapitulierte die Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September
von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. September einem intensiven
Bombardement ausgesetzt war. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin.
Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von
Brest-Litowsk das eroberte Gebiet durch eine Demarkationslinie, was als die „Vierte Teilung
Polens“ in die Geschichte einging. Die anschließende Besatzungszeit war von extremen
Repressalien der Besatzer gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur
Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden
wurden Opfer der national-sozialistischen RassenpolitikDer schnelle Sieg über Polen prägte
den Begriff „Blitzkrieg“ und die taktische
Stellungskrieg an der Westfront 1939
Am 3. September erklärten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg.
Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive
der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen
sich zum stark befestigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese
Phase wird als „Sitzkrieg“ bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten
keine weiteren Angriffe. Am 27. September erging eine Weisung Hitlers an das
Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, des sogenannten „Falls
Gelb“. Bis zum 29. Oktober waren die Planungen abgeschlossen. Sie sahen vor, dass zwei
Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche
alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.
Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt, da Hitler aufgrund schlechter
Witterungsbedingungen und viel größerer Verluste in Polen (22 % Verluste bei den
Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet den Angriff insgesamt 29 Mal
verschieben musste.
Der Westfeldzug 1940
Der Westwall im Bienwald, April 1940
Während Deutschland den Westwall zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich
die stark befestigte Maginot-Linie.
Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände („Fall Gelb“) mit insgesamt sieben
Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg.
Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger
als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen
werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der
Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet und erfolgte einen Tag später. Die
niederländische Regierung und Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als
Reichskommissar für die Niederlande setzte Hitler Arthur Seyß-Inquart ein.
Der „Fall Rot“, so der deutsche Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, die
eigentliche Schlacht um Frankreich, begann am 5. Juni. Am 14. Juni besetzten Teile der 18.
Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden
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zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die
Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls
eingenommen werden.
Am 17. Juni erklärte Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen
Regierung, die Niederlage Frankreichs.
Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das
Leben von über 135 000 alliierten und etwa 46 000 deutschen Soldaten. Frankreich wurde in
zwei Zonen geteilt: Der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt.
Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen
Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigsten
Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieb
unter französischer Kontrolle. Marschall Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest
Frankreichs als Marionettenstaat des Deutschen Reichs
Die „Luftschlacht um England“ (1940/41)
Als „Luftschlacht um England“ (Unternehmen Seelöwe) bezeichnete die
nationalsozialistische Propaganda die Vorbereitung einer Invasion Großbritanniens durch
Angriffe aus der Luft, zu denen Flächenbombardements gehörten. Ziel war es, die britische
Royal Air Force entscheidend zu schwächen und Großbritannien zur Kapitulation zwingen zu
können, ohne die Invasion tatsächlich durchführen zu müssen.
Britische Flugplätze, Flugzeugfabriken und Hafenanlagen wurden häufig von der Luftwaffe
bombardiert. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen zur Abwehr
britischer Abfangjäger. Die Kampfhandlungen führten auf beiden Seiten zu großen
materiellen Verlusten, weshalb sich die deutsche Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf
Nachtbombardements beschränkte.
Auf Görings Befehl wurden die deutschen Bomber vermehrt gegen britische Städte
eingesetzt, um die Moral der britischen Bevölkerung zu brechen, ein Versuch, der hohe
Verluste unter der Zivilbevölkerung forderte und große Schäden an Gebäuden verursachte.
Bei den Bombardements von London, Coventry und anderen englischen Städten wurden
über 32 000 Zivilisten getötet.
Die Luftschlacht um England (10. Juli bis 31. Oktober 1941) endete als militärisches Patt, war
aber eine politische und strategische Niederlage für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht
gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.
Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945
begann am 22. Juni 1941, als unter Vorwand eines Präventivschlages gegen die bisher mit
dem nationalsozialistischen Deutschen Reich verbündete Sowjetunion im „Unternehmen
Barbarossa“ mehrere Millionen vorwiegend deutsche Soldaten auf einer über 1500 km
breiter Front angriffen. Als Hauptmotivation Adolf Hitlers gilt die Gewinnung von
„Lebensraum im Osten“ durch Ausrottung der nichtarischen Bevölkerung in einem
Eroberungs- und Vernichtungskrieg.
Im Deutschen ist dieser mit Abstand größte Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges auch
unter der Bezeichnung Russlandfeldzug 1941–1945 oder schlicht als die Ostfront bekannt.
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GPB_HTL_5
Trotz sechswöchiger Verzögerung durch den Balkanfeldzug war fest eingeplant, in den noch
von 1918 bekannten Gebieten durch die Blitzkriegtaktik der Panzerverbände mit
Luftunterstützung entscheidende Siege zu erzielen und vor Einbruch der Schlammzeit bzw.
des Winters Josef Stalin einen Siegfrieden aufzuzwingen. Tatsächlich hatte die Rote Armee in
Grenznähe große Mengen an Soldaten und Material versammelt, und die Wehrmacht und
ihre Verbündeten (u. a. Rumänien, Ungarn, Finnland, Italien, Slowakei) machten nach
triumphalen Kesselschlachten Millionen Kriegsgefangene, aber die Leistungs- und
Leidensfähigkeit der Sowjetunion wurde unterschätzt, die Wehrmacht wurde im Dezember
1941 vor Moskau zurückgeschlagen. Es folgte ein jahrelanges erbittertes Ringen zweier
totalitärer Systeme, die auf Verluste auch der eigenen Seite keine Rücksicht nahmen.
Bereits 1941 wurden an und hinter der rasch vorrückenden Front kriegsgefangene
Politkommissare der Roten Armee ausgesondert und erschossen, ebenso wie Teile der
jüdischen Bevölkerung, und der Tod von Millionen gefangener Rotarmisten wurde durch
lange Märsche und unzureichende Verpflegung billigend in Kauf genommen oder
herbeigeführt. Vier Sommer und drei Winter lang hielten deutsche Truppen auch große Teile
von Osteuropa besetzt, darunter Gebiete, die von Russen teils schon in der Zarenzeit besetzt
worden waren. Zwar wurde teilweise versucht, die dortigen Völker für einen
Befreiungskampf gegen die Sowjetherrschaft zu gewinnen, wozu die so genannten
Osttruppen aufgestellt wurden, und auch westeuropäische Freiwillige in der Waffen-SS
beteiligten sich am Kampf gegen den „Jüdischen Bolschewismus“, jedoch eskalierten die
Einsätze gegen und von Sowjetische Partisanen ebenso wie der zunehmend systematischer
durchgeführte Völkermord an der jüdischen Bevölkerung.
Der Krieg, der ab Ende 1944 auf deutschem Gebiet erbittert weitergeführt wurde, endete
formell am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Teilstreitkräfte
durch das Oberkommando der Wehrmacht. Die Gesamtzahl der Opfer liegt in der
Größenordnung von mehreren Dutzend Millionen.
Die Schlacht von Stalingrad war eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges und
gilt als der psychologische Wendepunkt des Krieges und Endpunkt des Vordringens der
deutschen Wehrmacht in der Sowjetunion. Sie fand in der Region des heutigen Wolgograd
(damals Stalingrad an der Wolga) statt und begann im August 1942 mit dem Angriff der
deutschen 6. Armee auf Stalingrad und endete Anfang 1943 mit der Einkesselung und
Kapitulation der deutschen Truppen und deren Verbündeten. Durch die Kampfhandlungen
kamen in Stalingrad und Umgebung mindestens 700.000 Menschen, Zivilisten und Soldaten,
ums Leben.
Kriegseintritt der USA 1941
Die Vereinigten Staaten hatten in dem Konflikt zunächst formal Neutralität gewahrt. Die
isolationistische Grundstimmung in der US-Bevölkerung ermöglichte es Präsident Roosevelt
nicht, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzugreifen.
Das Land wurde, wie später auch die Sowjetunion, in großem Umfang mit Waffen und
Hilfsgütern aus den USA beliefert.
Den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa nutzte Japan zur Besetzung von
Französisch-Indochina und weiterer Regionen Südostasiens. In der Folge verhängten die USA
und das Vereinigte Königreich ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein.
1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Das Embargo
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hatte fehlende Rohstofflieferungen seitens der europäischen Verbündeten zur Folge, sodass
das Kaiserreich in einem Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit sah,
seine imperialistischen Ambitionen abzusichern.
Nach dem Angriff Japans auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember
1941 und der am 11. Dezember erfolgten Kriegserklärung Deutschlands befand sich das Land
auch offiziell im Kriegszustand mit den Achsenmächten. Trotz des japanischen Angriffs
einigten sich die Regierungen der USA und Großbritanniens auf den Grundsatz „Germany
first“, d.h. auf die Niederringung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. Zu ersten
Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen kam es Ende 1942
in Nordafrika.
Die Westfront 1944/45
Mit Jahresbeginn übernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B
an der Westfront nördlich der Loire. Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe
wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden.
Während die Alliierten damit beschäftigt waren, Berge von Versorgungsmaterial
anzuhäufen, verstärkten die Deutschen ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall.
Am so genannten D-Day waren während der Operation Neptune, dem eigentlichen
Invasionsunternehmen, fast 6.700 Schiffe und über 13 000 Flugzeuge beteiligt. Am frühen
Morgen des 6. Juni 1944 starteten mehrere Luftlandeeinheiten zu ihren Einsätzen im
Hinterland.
Am 25. 1944 August wurde Paris befreit. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich
von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen
Truppen kampflos.
Das Kriegsende in Europa 1945
Bevor Hitler sich am 30. April das Leben nahm, hatte er testamentarisch Großadmiral Karl
Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt. Dieser
erklärte in einer Rundfunkansprache am 1. Mai die Fortsetzung des militärischen Kampfes
gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Am selben Tag kapitulierte die
deutsche Hauptstadt Berlin.
Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine,
Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur
bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtseinheiten, die im Nordwesten gegen den
britischen Feldmarschall Montgomery gekämpft hatten – diese Teilkapitulation trat am 5.
Mai um 7 Uhr in Kraft.
Nachdem Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines
separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurückgewiesen hatte, unterzeichnete
Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 7. Mai die bedingungslose
Gesamtkapitulation aller deutschen Truppen. Sie trat am 8. Mai, 23:01 Mitteleuropäischer
Zeit in Kraft.
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Luftkrieg
Der Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg umfasst den Zeitraum vom 1. September 1939 bis zum 2.
September 1945. Ziel war die Erringung der Luftüberlegenheit. Militäreinrichtungen und
Infrastruktur des Gegners sollten zerstört werden. Im Verlauf des Krieges nahmen Angriffe
gegen Industriestandorte und Zivilbevölkerung an Intensität und Anzahl zu. Spätestens mit
Beginn der Luftschlacht um England wurde die Luftverteidigung ein Schwerpunkt des
Luftkrieges. Eine ständige Aufgabe der Luftstreitkräfte der kriegführenden Nationen war die
Luftnahunterstützung der Bodentruppen mit gleichzeitiger Gefechtsfeldabriegelung. Der
Kampf gegen die Seestreitkräfte des Gegners war wesentlicher Bestandteil des Luftkriegs im
Zweiten Weltkrieg.
U-Boot Krieg
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verfügte die Kriegsmarine über 57 U-Boote (auch als
"Graue Wölfe" bezeichnet), allerdings waren davon nur 39 für den Einsatz im Atlantik
geeignet. Nach der Drittelregel (ein Drittel im Kampf, ein Drittel auf dem An-/Abmarsch, ein
Drittel in der Überholung und Ausrüstung) waren demnach nur ca. 20 Boote um England
herum im Einsatz.
An allen Kriegsschauplätzen der Welt erwiesen sich U-Boote als wirksame Waffe. Sowohl die
Kriegsmarine wie auch später die US-Navy setzten U-Boote vorrangig im Handelskrieg ein,
um die Logistik des Gegners zum Erliegen zu bringen. Nach Kriegseintritt der USA änderte die
deutsche U-Bootführung das Kriegsziel von der Blockade Englands weg hin zu einer
Strategie, mehr Schiffsraum zu versenken als der Gegner produzieren konnte. Damit waren
die Einsatzorte zweitrangig und deutsche U-Boote kämpften in allen Weltmeeren, nur
begrenzt durch technische und Versorgungsmöglichkeiten. Durch technische Fortschritte der
Alliierten wie Radar, HF/DF, die Entschlüsselung der Enigma, Bildung von Escortgroups sowie
materieller Überlegenheit bei gleichzeitiger Überforderung der Ressourcen der
Achsenmächte war der deutsche U-Bootkrieg ab Mai 1943 aus historischer Sicht als verloren
anzusehen.
Kriegsverbrechen
Da der Zweite Weltkrieg von Deutschland größtenteils aus ideologischen Gründen geführt
wurde, ereigneten sich in dessen Verlauf zahlreiche Kriegsverbrechen, die sich gegen Juden,
Sinti und Roma und insbesondere gegen die als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäer
richteten, z.B. die Belagerung und die Aushungerung der Millionenstadt Leningrad.
Verbrechen der Wehrmacht wurden in der Zeit des Nationalsozialismus von deren Führung,
vor allem dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und dem Oberkommando des Heeres
(OKH), und deren Truppen in Deutschland und in den im Zweiten Weltkrieg besetzten
Ländern begangen.
Zu ihnen gehören rechtswidrige Befehle und die Außerkraftsetzung des Kriegsvölkerrechts,
der Genfer Konventionen und sonstiger Rechtsnormen schon während der
Kriegsvorbereitung, Angriffs- und Vernichtungskrieg, Massenmorde an Zivilisten und als
Partisanen Verdächtigten, Misshandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen,
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Besatzungsverbrechen sowie die direkte und indirekte Teilnahme an rassistischem
Völkermord.
Der Roten Armee wird vorgeworfen, in den von ihr eroberten Ländern Osteuropas
Kriegsverbrechen begangen zu haben. Dazu gehören die Vergewaltigungen von europaweit
vier Millionen Frauen durch die Soldaten der Roten Armee und deren Verbündete, davon 1,9
bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240 000 Todesfällen in deren Folge)
während des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende.
Japan ging insbesondere gegen Chinesen mit großer Brutalität vor. Dabei kam es zu
Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame
medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen 5
und 10 Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais
1937 setzt den Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien. Er kostete
bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 führte in Lagern
grausame Experimente an Gefangenen durch. Es sind japanische Menschenversuche mit
biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden.
Flächenbombardement
Unter Flächenbombardierung versteht man die Bombardierung großer Flächen mit einer
Vielzahl von Bomben, bei der keine einzelnen Ziele, sondern Zielzonen (gleich ob militärisch
oder zivil) getroffen werden sollen.
Während sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch gegen ausschließlich militärische
Ziele wie Panzer, Schiffe und auf das Erringen der Lufthoheit richtete, radikalisierte sich das
Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf eine
englische Stadt (London) flog. Allerdings griff die Royal Airforce seit Mai 1940 vermehrt
deutsche Städte an, während die Luftwaffe sich noch ausschließlich auf militärische Ziele
konzentrierte.
Da konzentrierte Bomberangriffe, bestehend aus wenigen Maschinen, hohe Verlustquoten
aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten gingen die Alliierten ab 1942 dazu über, große
Bomberschwärme mit über 1000 Maschinen nach Deutschland zu schicken, um großflächig
Städte zu zerstören. Ziel war es, sowohl Militär und Industrie zu vernichten als auch die
Moral der Bevölkerung zu brechen. Großstädte wie Köln und zahlreiche Städte des
Ruhrgebiets, aber auch Hamburg, wurden großflächig zerstört, wobei Zehntausende getötet
wurden. Winston Churchill stellte die flächigen Bombardements deutscher Städte nach den
Luftangriffen auf Dresden in Frage.
Am 9. März 1945 flogen amerikanische Bomber einen der verheerendsten Luftangriffe auf
Tokio. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden
verbrannten durch Feuerstürme, über 100 000 Menschen starben.
Zivilbevölkerung
Die Sowjetunion hatte von allen beteiligten Staaten die meisten zivilen Opfer zu beklagen.
Am Beispiel der Stadt Leningrad lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes
exemplarisch verdeutlichen. Nachdem Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt
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wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Insgesamt starben
während dieser Belagerung ungefähr 470 000 Menschen (andere Schätzungen nennen
700 000, 1,1 Millionen oder 1,5 Millionen Opfer).
Für die deutsche Zivilbevölkerung hatte der Kriegsbeginn zunächst keine direkten
Konsequenzen. In den ersten Kriegsjahren gab es keine Hungersnöte, wenngleich im Laufe
des Krieges fast alle Waren des täglichen Bedarfs rationiert wurden. Das lag vor allem daran,
dass Güter und Rohstoffe aus den besetzten Gebieten nach Deutschland transferiert
wurden, meist zu Ungunsten der dortigen Bevölkerung. Die unmittelbaren Auswirkungen auf
die Zivilbevölkerung begannen erst mit den alliierten Luftangriffen auf deutsche Städte und
mit der zunehmenden Totalisierung der Kriegsführung. Immer jüngere Jahrgänge wurden
zum Dienst an der Front einberufen.
Die Opferzahlen
Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge ca. 55 Millionen Menschen
den Tod (davon rund 39 Millionen in Europa und ungefähr 16 Millionen in Asien), darunter
nicht nur viele Soldaten, sondern – charakteristisch für den „modernen Krieg“ – auch viele
Zivilisten (so beispielsweise in der Schlacht von Stalingrad). Am stärksten betroffen war die
Sowjetunion mit etwa 17 Millionen getöteten Zivilpersonen und 8,6 Millionen Soldaten. In
dieser Zahl sind auch die vielen politisch oder rassistisch verfolgten Russen, Serben, Juden,
die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die so genannten „Asozialen“ sowie die
„Wehrkraftzersetzer“ und die Geistlichen enthalten, die in den Vernichtungs- und
Konzentrationslagern der Deutschen umkamen
Es gab viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der Großstädte die Leningrader
Blockade, die Aushungerung von Charkow, die Versenkung von Flüchtlingsschiffen
(Armenija, Gustloff, Goya, Steuben), die Härte des Winters, die Straflager in der Sowjetunion
und die gewaltsame Vertreibung von Menschen nach dem Krieg.
Vielen Menschen war es nicht möglich zu fliehen, weil Staaten wie die USA oder die Schweiz
teilweise die Grenzen schlossen und auch jüdische Flüchtlinge zurück in die vom Deutschen
Reich beherrschten Gebiete schickten.
Die direkten und indirekten Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
belaufen sich in die Hunderttausende.
Nachwirkungen
Durch den Zweiten Weltkrieg schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der
militärischen Großmächte aus. Die westeuropäischen Staaten (Frankreich, Niederlande,
Großbritannien) wurden so weit geschwächt, dass sie nach dem Krieg ihre Kolonialreiche
aufgeben mussten. An ihre Stelle traten die USA und die Sowjetunion als neue Weltmächte,
durch die atomare Rüstung dann sogar als so genannte Supermächte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa berieten die Siegermächte im Juli/August
1945 auf der Potsdamer Konferenz über die weitere Zukunft Europas und Deutschlands. Die
Ergebnisse der „Potsdamer Konferenz“ in Bezug auf Europa wurden in einem später häufig
als Potsdamer Abkommen oder Potsdamer Kommuniqué bezeichneten Protokoll
festgehalten.
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Zu den wichtigsten Beschlüssen zählen die Legitimierung des „geordneten und humanen
Transfers“ deutscher „Bevölkerungsteile“ Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns sowie
Polens Verwaltungshoheit über die deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie.
Die Konferenz von Potsdam markiert das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und in
gewisser Weise den Anfang des Kalten Krieges. Das Scheitern einer gemeinsamen
Besatzungspolitik führte letztendlich zu der über 40 Jahre anhaltenden Deutschen Teilung.
Deutschland wurde danach in vier Besatzungszonen eingeteilt; seine Ostgebiete (Pommern,
Schlesien, Ostpreußen) wurden vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung der
Verwaltung Polens und der Sowjetunion unterstellt. Das durch die Bestimmungen des
Münchner Abkommens von 1938 von Deutschland annektierte Sudetenland fiel an die
Tschechoslowakei zurück, da die Annexion durch das Deutsche Reich nachträglich für nichtig
erklärt wurde. Polen erhielt dadurch einstweilig eine neue Grenze im Westen (Oder-NeißeLinie) und im Osten. Österreich wurde als unabhängiger Staat wiederhergestellt – dies
hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt –,
die Zweite Republik gegründet und ebenfalls in vier Besatzungszonen eingeteilt, bis sie 1955
mit dem Österreichischen Staatsvertrag neutral wurde.
Japan musste die besetzten pazifischen Inseln an Australien und Großbritannien
zurückgeben; es verlor weiterhin Korea, Formosa (Taiwan), Südsachalin und die
Kurileninseln. In einem Teil des britischen Mandatsgebietes Palästina wurde der Staat Israel
gegründet.
Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
vom 6. und 9. August 1945 wurden von US-Präsident Harry S. Truman am 16. Juli 1945 –
unmittelbar nach Bekanntwerden des erfolgreichen Trinity-Tests, des ersten Atomtests –
beschlossen und am 25. Juli angeordnet. Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt
etwa 155.000 Menschen sofort. Weitere 110.000 Menschen starben innerhalb weniger
Wochen an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung, zahlreiche weitere an Folgeschäden in
den Jahren danach.
Nur diese ersten einsatzfähigen Atombomben wurden bisher in einem Krieg gegen
Menschen eingesetzt. Darauf folgte am 16. August 1945 die Kapitulation Japans, mit der der
Zweite Weltkrieg endete. Die Abwürfe sollten dieses Ende offiziell beschleunigen und damit
vielen US-Soldaten das Leben retten
Wahl des Ziels
Hiroshima war bis dahin als eine der wenigen japanischen Großstädte von Bombardierungen
verschont geblieben. Es war Sitz des Hauptquartiers der 2. Armee unter Feldmarschall Hata
Shunroku, das für die Verteidigung Südjapans zuständig war. Es war daher
Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. Doch die meisten der
ca. 255.000 Einwohner waren Zivilisten, davon zehn Prozent koreanische sowie chinesische
Zwangsarbeiter.
Spaatz hielt Hiroshima für das am besten geeignete Ziel, da es als einzige der Städte, die zur
Auswahl standen, keine Kriegsgefangenenlager hatte. Nur einige amerikanische
Kriegsgefangene und rund ein Dutzend Deutsche befanden sich dort. Die Annahme, die
Japaner würden Kriegsgefangene als menschliche Schutzschilde in die Stadt verlegen, war
auch der Grund, dass man jede konkrete Vorwarnung unterließ.
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Hiroshima bestand bis auf einige Betonbauten im Zentrum aus Holzbauten. Die US-Militärs
rechneten daher mit einem Feuersturm. Industrieanlagen in den Außenbezirken der Stadt
sollten dadurch ebenfalls zerstört werden.
Die Opfer
Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen waren sofort tot. Bei Menschen, die sich im
innersten Stadtkern aufhielten, verdampften buchstäblich die obersten Hautschichten. Der
gleißende Blitz der Explosion brannte Schattenrisse von Personen in stehen gebliebene
Hauswände ein, ehe die Personen von der Druckwelle fortgerissen wurden. Die überwiegend
unmittelbar bei der Explosion freigesetzte nukleare Strahlung tötete in den Folgewochen
etwa 60.000 weitere Einwohner, die nicht der unmittelbaren Druck- und Hitzewelle zum
Opfer gefallen waren, jedoch tödliche Strahlendosen erhalten hatten. Viele, die vor der
unerträglichen Hitze an den Fluss geflohen waren und von kontaminiertem Wasser tranken,
hatten daraufhin Haarausfall, bekamen purpurrote Flecken am ganzen Körper und
verbluteten dann qualvoll an inneren Verletzungen. Zum Ende des Jahres 1945 waren
140.000 (± 10.000) Stadteinwohner auf diese Weise gestorben.
Die Bombe tötete 90 Prozent der Menschen in einem Radius von 0,5 Kilometern um das
Explosionszentrum und immer noch 59 Prozent im weiteren Umkreis von 0,5 bis 1
Kilometern. Bis heute sterben damalige Einwohner Hiroshimas an Krebserkrankungen als
Langzeitfolge der Strahlung. Nimmt man diese Spätfolgen hinzu, starben über 240.000 der
damaligen Einwohner (bis zu 98 Prozent). Die Überlebenden der Atombomben werden in
Japan als Hibakusha bezeichnet.
Die Folgen des 2. WK
Hitlers totaler Krieg brachte die totale Niederlage des „größten Feldherren aller Zeiten“ – er
führte sein Volk ins Verderben.
Größter Krieg der Geschichte forderte
55 Mio Tote
35 Mio Verwundete
3 Mio Vermisste
davon allein durch Luftangriffe 1,5 Mio
In den Lagern der NS starben rund 4 Mio Menschen.
Zwischen 1939 und 1945 fand die bislang größte Völkerwanderung statt. Etwa 40-45 Mio
Menschen in Europa und Asien verloren durch Vertreibung, Zwangsaussiedelung oder
Verschickung ihre Heimat.
Schon während des 2. WK begannen die USA und GB mit Plänen für den Frieden.
Ziel – Gründung einer neuen Weltordnung
21.08.1941 Atlantikcharta
nach Vernichtung der NS Tyrannei sollte ein Weltfrieden eintreten, der allen Nationen
Sicherheit innerhalb ihrer Grenzen gewährleistet. Menschen sollen frei von Furcht und Not
leben. Keine territorialen Veränderungen ohne Zustimmung der betroffenen Völker. Alle
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Völker sollen ihre Regierungsformen frei wählen – keine Ausnahmebestimmungen für
Deutschland.
SELBSTBESTIMMUNGSRECHT ALLER VÖLKER
wurde später von den Nationen die gegen die Achsenmächte kämpften anerkannt.
Jänner 1942 Konferenz von Casablanca
bedingungslose Kapitulation von D gefordert und kein Staat sollte einen Separatfrieden mit
D abschließen. Diese Erklärung hat den Krieg defacto unnötig verlängert!
Oktober 1943 Moskauer Deklaration
Außenminister von SU, USA und GB beschlossen die Wiederherstellung Österreichs als
unabhängigen Staat. Wurde zur wichtigsten Grundlage für die nachfolgenden
Verhandlungen um den Staatsvertrag.
Dezember 1943 Teheran
Die „großen Drei“ (Churchill, Stalin, Roosevelt) trafen sich, um Westgrenze von Polen
festzulegen. Invasion der westlichen Alliierten wurde beschlossen (in FR).
Februar 1945 Jalta
zweites Treffen der drei, um die Gestaltung Deutschlands und Europas nach dem Krieg zu
bestimmen. „Zonenteilung“ D’s beschlossen, auch FR sollte eine Zone besetzt halten.
Nach der bedingungslosen Kapitulation übernahmen die alliierten Regierungen in D die
oberste Gewalt. D wurde in den Grenzen von 1937 in 4 Zonen aufgeteilt, Berlin in 4
Sektoren. Dort tagte der Kontrollrat, der die Durchführung gemeinsamer Angelegenheiten
regelte.
Ähnlich wurde mit Ö verfahren; alliierter Kontrollrat in Wien war oberstes Regierungsorgan
der Besatzungsmächte.
Juli/August 1945 Konferenz von Potsdam
Stalin, Truman (Roosevelt war am 12.4. gestorben) und Attlee (labour Wahlsieg)
Zwangsaussiedlung deutscher Bevölkerung aus Polen beschlossen (auch aus H und CSSR)
endgültige Westgrenze Polens sollte auf einer Friedenskonferenz festegelegt werden (hat
nie stattgefunden)
Reparationen von D wurden zwar beschlossen, allerdings konnte man sich nicht über die
Höhe einigen.
Besatzungsmächte konnten Entschädigungen durch Demontage von dt. Industrieanlagen
erreichen, dt. Auslandguthaben wurden beschlagnahmt und Patente übernommen; in Ö
wurde „dt. Eigentum“ eingezogen.
Im Zuge der Kriegshandlungen der letzten Kriegsmonate wurden große Gebiete in Polen,
CSSR H und Rumänien von der Roten Armee besetzt. Durch Waffenstillstandsverträge,
militärischen Druck und Reparationen errang SU großen Einfluss auf die politische
Entwicklung in diesen Ländern.
Februar 1947 Pariser Friedensverträge
mit der Unterzeichnung dieser Verträge musste Finnland auf Karelien verzichten. Italien
verlor Kolonien und musste Reparationen zahlen. H und Bulgarien verblieben in den Grenzen
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von 1937.
Mit Ö und D gab es keine Friedensverträge und die Alliierten beendeten erst am 9.Juli 1955
offiziell den Kriegszustand mit D.
Zur Wahrung des Weltfriedens und als internationales Kontrollorgan wurde am
25.04.1945 in San Francisco die UNO gegründet.
___________________________________________________________________________
World War II 1939 – 1945
The beginning of the war
WW II was the second global conflict that involved all super powers of the 20th century and
represents the so far biggest and deadliest conflict in human history with between 50 and 70
million victims.
After chemical weapons had shown their terrible effects during WW I in Europe, only Japan
kept using them against China. Through the dropping of two atomic bombs by the USA the
might of this new weapon of mass destruction was demonstrated.
In Asia warfare started on July 7, 1937 with the second Japano-Chinese war and led directly
into WW II.
The war is generally accepted to have begun on 1 September 1939, with the invasion of
Poland by Germany and Slovakia, and subsequent declarations of war on Germany by France
and most of the countries of the British Empire and Commonwealth. After having signed a
non-aggression-pact with the Soviets, Germany and Russia had settled their areas of interest
for military expansion. Without declaring war, Germany marched into Poland on September
1, 1939 after a faked assault on a broadcasting station near the German-Polish border
(Gleiwitz). German soldiers dressed in Polish uniforms attacked the broadcasting station and
announced a declaration of war against Germany in Polish which was then presented as an
act of aggression of Poland and left Germany in the position of the “defender”. On
September 17 the USSR marched in and by October Poland, technically totally inferior to the
German war technology was defeated and split up between Germany and
Russia.(Agreement of Brest-Litowsk) The subsequent time of occupation was marked by
highly repressive treatment of the Polish people. Deportation and forced labor were only a
few of the reprisals the Polish had to suffer.
Although France and GB had declared war, they did not interfere effectively: At first they just
demanded the immediate return of German troops into their home country, later on British
troops deployed to the Continent, but in a phase nicknamed the Phoney War by the British
and "Sitzkrieg" (sitting war) by the Germans, neither side launched major operations against
the other until April 1940.
The quick success in Poland marked the term “Blitzkrieg” and the tactic was used in further
attacks on Norway, Belgium, the Netherlands and finally France.
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The Western Front 1939
On September 3, 1939 France and the UK declared war on Germany and on September 5 a
local and rather symbolic offensive was launched against the Saar region by the French
army. The Germans did not put up any resistance but retreated behind the heavily fortified
“Westwall”. After that it stayed fairly calm at this front line and thus this phase is frequently
referred to as phoney war or “Sitzkrieg”. Apart from singular artillery fires there were no
significant attacks from either side.
On September 27 Hitler ordered the supreme command of the army to develop an offensive
strategy, the so called “Fall Gelb”. This plan was completed by October 29 and foresaw two
army groups proceeding through Belgium and the Netherlands and thus shatter the allied
forces north of the river Somme.
In the end no attack took place in 1939 – due to bad weather conditions and higher losses
than expected in Poland (22% of the planes and 25% of tanks) Hitler had to postpone the
campaign in total 29 times!
The Western Campaign 1940
April 1940, the Western wall in Bienwald.
While the Germans had the so called „Westwall“ as defense line, the French were set up
along the heavily armed and secured Maginot-Line.
Attacks of German troops started on May 10, 1940 (case yellow) with a total of seven armies
assaulting the neutral countries Netherlands, Belgium and Luxembourg.
The Dutch were, due to their neutral status even less prepared for war than Belgium, thus
their army was quite easily beaten. After the bombardment of Rotterdam on May 14 the
capitulation of the Netherlands was initiated and completed the day after. The Dutch
government and Queen Wilhelmina fled to their exil in London. To control Holland, Hitler
introduced Arthur Seyß-Inquart as Reich’s commissioner.
“Case Red” as the second offensive in France was termed by the Germans, being the actual
battle for France, started on June 5. On June 14 parts of the 18 th army occupied the French
capital Paris. To avoid making the city a battleground it had previously been evacuated. At
the same time army-troop C broke through the Maginot Line and conquered the symbolic
fortress of Verdun.
Philippe Petain, prime minister of the newly formed French government admitted the defeat
of France and declared the countries surrender.
After only six weeks and three days the “Blitzkrieg” against France was over. It cost 135 000
allied soldiers and about 46 000 German soldiers their lives. France was then separated into
two zones:
The North and the West were occupied by the Germans. Here the important airfields and
marine bases were located that Hitler needed for his plan of invading Britain next. The
harbours at the Atlantic particularly Brest became the most important operational centers
for the German submarine fleet.
The Eastern and Southern part of France remained under French control, but the
government of Philippe Petain was no more than a puppet-state of Germany.
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The Battle of Britain (Operation Sea Lion, 1940)
The Battle of Britain or Operation Sea Lion was how the German propaganda termed the
preparation of an invasion of Great Britain that should be accomplished by air attacks
including carpet bombings. The aim was to weaken the Royal Air Force and thus force Britain
into surrender without actually having to conduct the invasion.
British airports, plane factories and ports were frequently attacked by German fighter
planes. The German bombers were accompanied by pursuit planes to fight off British
interceptor planes. Both parties suffered massive material loss in these fights therefore the
German air force concentrated almost exclusively on night attacks from October 1940 on.
Following Göring’s orders the German bombers were more often directed to attack British
cities to destroy the morale of the population which led to a high death toll among civilians
und caused a lot of destruction on buildings and infrastructure.
During the bombardment of London, Coventry and other English cities more than 30 000
civilians were killed.
The (for the time) highly developed radar system of the Britains that the Germans were not
sufficiently aware of prevented a success of the German air raids.
The Battle of Britain (July 10, 1940 – October 31, 1940) ended in a military tie but meant a
political and tactical defeat for Hitler, who for the first time was not able to successfully
complete a planned war campaign and force his will upon another country.
Had the air superiority been gained, Adolf Hitler might have launched Operation Sea Lion,
an amphibious and airborne invasion of Britain.
The war against the Soviet Union (1941-1945)
started on June 22, 1941 under the pretense of having to launch a preemptive attack. The
Germans attacked their up until then ally in the so called Operation Barbarossa. Several
million German soldiers fought on a front the length of more than 1500km. Hitler’s main
motive was gaining living space in the East (“Lebensraum Ost”) by eliminating the non-arian
population in a war of invasion and destruction.
In Germany this by far largest battle area of the Second World War was also known as
Russian Campaign (Russlandfeldzug) or simply Eastern Front and it lasted from 1941 to 1945.
The battles on the Eastern Front constituted the largest military confrontation in history.
They were characterized by unprecedented ferocity, wholesale destruction, mass
deportations, and immense loss of life variously due to combat, starvation, disease, and
massacres
Despite a delay of six weeks caused by the Balkan campaign it was planned to achieve major
successes in the areas already known from World War 1 by using the Blitzkrieg-tactics and
attacking with tank groups supported by the air force. It was assumed that Stalin could be
forced to surrender before the beginning of the mud season and the Russian winter. In fact
the early phases of the “Operation Barbarossa” successful for the German army and their
allies (Romania, Hungary, Finland, Slovakia) and as the Red Army had positioned great
numbers of soldiers and material along the Eastern front millions of prisoners of war were
made in triumphal battles of encirclement. The Germans underestimated the Russian
capacity for suffering as well as their military force. In December 1941 the German army was
fought back at Moscow.
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What followed were years of bitter struggles of two totalitarian systems that did not care
much for individual lives on either side.
Starting in 1941 the Germans sorted out and shot political officials of the Red Army and
began to systematically kill Jewish soldiers. The death of millions of Red Army soldiers
caused by long marches and insufficient supplies was not only accepted but sometimes even
induced.
Four summers and three winter German troops held large parts of Eastern Europe occupied
and tried to gain the population there to support them against Russia, but the attacks
against and by Soviet partisans escalated and the Germans had to retreat step by step.
From the end of 1944 on the war was predominantly fought on German territory and
formally ended on May 8, 1945 with the unconditional surrender of the German armed
forces.
The Eastern front took a death toll of several million people.
The Battle of Stalingrad
was one of the largest battles in the entire war and is considered the psychological turning
point of the war and the end of the German progress into the Soviet Union. It took place in
the area of today’s Volgograd and started in August 1942 with the attack of the German 6th
army on Stalingrad and ended in January 1943 with the encirclement of the German troops
and the resulting capitulation. In the course of this battle alone 700 000 people, soldiers and
civilians were killed.
US entry into the war
Officially the USA remained neutral at the beginning of the war. The isolationist attitude of
the US made it impossible for president Roosevelt to directly interfere in the war alongside
with GB and the Soviet Union. The US massively supported GB with weapons and supplies
though.
At the outbreak of the Second World War Japan took advantage of the situation and
occupied French-Indochina and further regions in South-East-Asia. As a consequence the US
and GB put an embargo on Japan and froze Japan’s assets abroad. 1940 Japan signed the
Tripartite Pact with Germany and Italy. As the embargo resulted in a lack of raw materials
the Japanese empire saw its only chance in entering the war against the USA and GB to
secure its imperialistic ambitions.
After attacking Pearl Harbor on December 7 1941 and the subsequent declaration of war
from the US on December 11 Japan then was officially at war with the allied forces. In spite
of the Japanese attack GB and the US agreed on “Germany first”, meaning the defeat of
Germany as foremost aim. The first hostilities between German and US battle troops
occurred at the end of 1942 in North Africa.
47
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The Western Front 1944/45
At the beginning of 1944 Erwin Rommel took over the supreme command of the German
army group B which was stationed at the western front north of the Loire river. On January
21, 1944 the German air force again started attacks on London which continued until April
1944.
While the allies where busy piling up huge amounts of supplies, the Germans enforced their
presence at the Atlantic coast, the Atlantic wall.
On the so called D-Day during operation Neptune, the actual invasion campaign, almost
6700 ships and more than 13000 fighter planes were involved. In the early morning hours of
June 6, 1944 several airborne units started their attacks on backcountry destinations.
On August 25, 1944 Paris was conquered back and freed from German troops. The city
commander, general Dietrich von Choltitz refused to follow Hitler’s command to destroy the
city and surrendered together with his troops.
The end of the war in Europe
Before killing himself on April 30, 1945 Hitler designated admiral Karl Dönitz to be his
follower as Reich’s president and supreme commander of the German armed forces by
testament. In a radio speech Dönitz demanded the continuation of the fight against
progressing bolshevist forces. The same day Berlin, the capital surrendered.
On May 4 the newly assigned commander of the German navy, admiral Hans-Georg von
Friedeburg signed a document surrendering the army units that had fought in the northwest
against the British troops under the command of field marshal Montgomery unconditionally.
This partial capitulation came into effect on May 5 at 7o’clock.
At the operational headquarters of the SHAEF (Supreme Headquarters Allied Expeditional
Forces; formed in London, Jan.1944) in Reims Eisenhower refused to accept separate
ceasefires with the allied forces and thus general Alfred Jodle signed the unconditional
surrender of all German troops in the morning of May 7 1945. On May 8 at 11:01 p.m. CET
this capitulation became effective.
The Pacific war
Hiroshima and Nagasaki
While the war had already ended in Europe, the Japanese army still kept fighting for their
dominance in South East Asia. Determined to end the war quickly and thus save many US
soldiers’ lives, the US decided to make use of their most destructive weapon – the atomic
bomb.
Right after the Trinity-tests, successful nuclear tests conducted by the US in July 1945,
president Harry S. Truman ordered the use of the atomic bomb against Japan on July 25
1945.
48
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On August 6 and 9 the Japanese cities of Hiroshima and Nagasaki became the first, and so far
only targets for such an attack.
The explosion of the atomic bombs immediately killed about 155000 people, another
100000 died within a few weeks because of the radiation, thousands more in the following
years from subsequent damage.
As a result of the atomic bombs, Japan surrendered on August 16, 1945 – had they decided
to capitulate a few days earlier, Nagasaki could have been saved!
Why Hiroshima and Nagasaki?
Up until August 1945 Hiroshima was one of only a few Japanese cities that had been spared
from bomb attacks. It was the seat of the headquarters of the second army lead by field
marshal Hata Shunroku, which was responsible for the defense of southern Japan. Therefore
it was a troop staging area and was used for the storage of important war supplies. Most of
the about 255000 inhabitants were civilians, though – 10% of them Korean and Chinese
forced laborers.
The US considered Hiroshima an apt target as it was the only one in the area without
prisoners of war-camps. Only a few American prisoners of war and about a dozen Germans
were there. As it was assumed that the Japanese might use prisoners of war as human
shields and transfer them to Hiroshima for that purpose, no previous warning was given.
Hiroshima consisted apart from a few concrete buildings, mainly of wooden houses and
therefore the US military expected a storm of fire. Industries in the suburbs should also be
destroyed.
The victims
Between 90000 (Hiroshima) and 200000 (Hiroshima and Nagasaki) people were immediately
killed. The skin of people who were at the center of the city virtually evaporated. The
brightness of the explosion’s light burned silhouettes in remaining walls before these people
were ripped away by the pressure wave. The nuclear radiation set free at the explosion killed
another 100000 people in the weeks to come. Many who fled to the river from the
unbearable heat and drank the contaminated water, subsequently suffered from loss of hair,
rashes and internal bleeding, which mostly led to death. By the end of 1945 140 000
inhabitants of Hiroshima were dead!
In a radius of 0.5km the bomb killed 90% of all the people, further out – about 1km – still
59%. Up until today people suffer and die from the consequences and long term effects of
the bomb. Cancer has dramatically increased and still is the most frequent reason for deaths
in the region. Considering all these long term effects, the atomic bomb killed 240 000
inhabitants of Hiroshima – 98% of the population of 1945! The survivors of the bomb are
called Hibakusha - a Japanese word that literally translates to "explosion-affected people"
War Crimes
As Germany led WW2 mainly for ideological reasons many war crimes were committed
against Jews, Sinti and Roma and particularly against Eastern Europeans who were
considered “subhuman beings”. One incident was e.g. the siege and starvation of Leningrad,
a city of about 1 Million inhabitants.
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Crimes of the German “Wehrmacht”
were committed during the national socialist era by the Nazi leadership, in particular by the
army command and its troops in Germany and the countries which had been occupied
during the war.
Among the crimes were unlawful orders and the cancelation of the law of war, the Geneva
convention and other legal norms already during the preparation for the war – massive
destructions, mass murders among civilians and those who were suspected to be partisans,
torture and assassination of prisoners of war, direct and indirect participation in racist
genocide.
The Red Army
was accused of having committed war crimes in the countries they occupied. These were the
raping of more than 4 million women all over Europe by the soldiers of the Red Army and
their allies, about 2 million of them in Germany (~240000 died in consequence of that).
Japan
treated especially the Chinese with utter brutality. Japanese soldiers committed war crimes
in China (massacre of Nanking [Nanking Massacre or Nanjing Massacre, also known as the Rape
of Nanking, was a mass murder and war rape that occurred during the six-week period following the
Japanese capture of the city of Nanjing (Nanking), the former capital of the Republic of China, on
December 13, 1937 during the Second Sino-Japanese War. During this period, up to hundreds of
thousands of Chinese civilians and disarmed soldiers were murdered and 20,000–80,000 women
were raped by soldiers of the Imperial Japanese Army] and cruel medical experiments on
prisoners of war). According to Chinese sources between 5 and 10 million Chinese civilians
were killed. The bombardment of Shanghai 1937 marked the beginning of the Japanese
invasion of South East Asia which cost about 20 million lives until its end in 1945. Unit 731
conducted cruel medical experiments on prisoners in camps. It became known that the
Japanese tested biological viruses on Chinese prisoners.
After WW2
Hitler’s total war led to total defeat of the “greatest commander of all times” – he led his
people into destruction.
The biggest war in history claimed –
 55 million dead
 35 million wounded
 3 million missing
through air raids only – 1,5million
In NS concentration camps about 4 million people died.
The years between 1939 and 1945 saw the largest migration. About 40-45 million people in
Europe and Asia lost their homes through expulsion or forced displacement.
Through WW2 Germany, Italy and Japan dropped out of the circle of military powers. The
Western European nations (France, Netherlands, GB) were massively weakened and had to
give up their colonies after the war. The USA and USSR became the new world leaders and
through the atomic armament they turned into super powers.
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While the war was still going on, the USA and GB already started to make plans for a new
world order after the war.
21.08.1941 Atlantic Charta
after the destruction of the NS regime world peace should move into place which would
guarantee each nation security within its borders. People should be able to live free from
fear and poverty. No territorial changes should be made without the consent of the
concerned peoples. All nations should be allowed to choose their government – no extra
regulations for Germany were planned. This “Right of Self Determination” was later on
accepted by all nations that had fought the axis countries.
January 1942 Conference of Casablanca
demanded the unconditional surrender of Germany and that no country should sign a
separate ceasefire with Germany. This declaration has in fact prolonged the war
unnecessarily.
October 1942 Declaration of Moscow
The foreign ministers of the SU, the USA and GB decided on the reconstruction of Austria as
an independent country. This declaration became the most important basis for the
subsequent negotiations on the Austrian “Staatsvertrag”.
December 1943 Teheran
The big three (Churchill, Stalin, Roosevelt) met to establish the Western border of Poland.
The invasion of the allied forces was agreed on (in FR).
February 1945 Yalta
the second meeting of “the 3” was concerned with the constitution of Germany after the
war. They agreed on the 4-zones-model, one of which should be held by France.
After the unconditional surrender the allied forces took over the German government and
Germany in its borders of 1937 was split into 4 zones, each of which was held by one of the
allied forces + Russia. Berlin was itself split into 4 sectors and it was the seat of the Allied
Control Council which was in charge of common activities.
Austria received a similar treatment; the Allied Control Council in Vienna was in charge of
the further development of Austria as a nation.
July/August 1945 Conference of Potsdam
Stalin, Truman (who succeeded Roosevelt after his death on April 12) and Attlee (labour
winning the elections) decided to forcefully displace German settler from Poland, Hungary
and the Czech Republic and agreed that Poland’s Western border should be settled in a
separate peace conference. (which never took place!)
Reparation was demanded from Germany but they could not agree on the amount.
The occupying forces were allowed to get reparation through demounting industrial estates
or through confiscating money on foreign accounts. In Austria so called German property
was confiscated.
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February 1947 Peace Treaties of Paris
These treaties only settled the situation for Finland, Italy, Hungary and Bulgaria. There has
never been such a treaty with Germany or Austria and the Allies did not officially end the
war until July 9, 1955.
To maintain world peace and as international control council the UNO was founded –
25.04.1945 in San Francisco.
Die Wiedererrichtung der Republik Österreich
Die Verfolgung durch den NS und die Schrecken des Krieges führten zur Entwicklung eines
ausgeprägten Österreich-Bewusstseins.
Ziel: Kluft, die von 1918 bis 1938 die Parteien getrennt hat überwinden und gemeinsam am
Wiedererstehen der Republik arbeiten.
Klar war: nach Zerstörung der Wirtschaftsgrundlage und der Verwüstung des Landes konnte
der Wiederaufbau nur durch die Einigkeit aller Kräfte gelingen.
Die Wiedererrichtung Ö war schon seit 1939 ein alliiertes Kriegsziel.
1943 Moskauer Deklaration definiert Ö als Opfer deutscher Aggressionspolitik und nicht als
Feind.
von Alliierten eingesetzte „Europäische Beratungskommission“ hatte im Wesentlichen zwei
Aufgaben:
 Einsetzen einer Militärverwaltung bis alle Fragen geklärt waren
 Trennung Ö von D und Beseitigung der NS Herrschaft
Pläne der Alliierten für Ö unterschieden sich deutlich von denen für D:
 größere politische Freiheit
 Bildung lokaler Verwaltungsbehörden wurde gefördert
 Bürgermeister etc. wurden auf Zuverlässigkeit geprüft
 Reichsdeutsche aus Verwaltung entfernt
militärisch erfolgte die Befreiung Ostösterreichs durch sowjetische Truppen – 13.4.1945
Einnahme Wiens; im W durch US und französische Truppen – 3.5.1945 Innsbruck; 5.5 Linz
5.4.1945 Treffen zwischen KARL RENNER und Generaloberst SHELTOW – Beginn der
Gespräche über die Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit Österreichs.
Hoffnung der Russen: mit RENNER, einer international anerkannten Persönlichkeit
sowjetische Vorstellung einer Volksfrontregierung mit Kommunisten in entscheidenden
Stellungen verwirklichen - diese Hoffnung erfüllte sich nicht!
Von allem Anfang an beanspruchte Renner die Zuständigkeit seiner Regierung für ganz Ö –
war entscheidend für die Erhaltung der Einheit Ös
Zudem setzte er sich entschieden für die Anknüpfung an die Verfassung von 1920/1929 ein.
Mit Zustimmung der russischen Besatzer wurde THEODOR KÖRNER zum Bürgermeister von
Wien bestellt.
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April 1945 begannen sich die politischen Parteien wieder zu organisieren
SPÖ – RENNER und SCHÄRF
ÖVP – KUNSCHAK, FIGL, RAAB
KPÖ – FISCHER, HONNER – gewannen unter dem Schutz der russischen
Besatzungsmacht großen Einfluss
ehemalig Großdeutsche, die seit 1932 immer mehr in der NSDAP aufgegangen waren,
durften keine Partei gründen.
RENNER nahm in seine provisorische Regierung auch Kommunisten auf – wurde am 23.04
1945 von SU anerkannt, und auch von den westlichen Alliierten akzeptiert, wenn auch unter
Protest.
27.04.1945 Vertreter der antifaschistischen Parteien proklamieren die
Wiedererrichtung der Republik Österreich
Art. 1 Die demokratische Republik Ö ist wiederhergestellt und im Geiste der
Verfassung von 1920 einzurichten.
Art. 5 Von diesem Tage an stehen alle Österreicher wieder im staatsbürgerlichen
Pflicht- und Treueverhältnis zur Republik Österreich.
Lage in der die neue Regierung nun war:
1. Ö von 4 Besatzungsmächten kontrolliert
2. Not durch Zerstörungen des Krieges
3. zahlreiche Flüchtlinge
4. völliger Zusammenbruch der Wirtschaft
bis August 1945 übernahm die SU die Versorgung der Stadt Wien, danach Unterstützung von
westlichen Alliierten v.a. durch Nahrungsmittel und Bedarfsgüter („Cadbury“).
Mai 1945 die provisorische Regierung leitete notwendige staatsrechtliche Maßnahmen ein:
 Verfassungsgesetz beschlossen
 NSDAP verboten
 Bundesverfassung in der Fassung von 1929 trat wieder in Kraft
 Notstandsgesetze führten Arbeitspflicht für Bevölkerung und Ablieferungspflicht für
landwirtschaftliche Produkte ein
 Wirtschaftsgesetze garantierten eine strenge Lenkung der Wirtschaft und die
Versorgung des Landes
17.7.-2.8.1945 Potsdamer Konferenz
regelte endgültig die Besatzungsmodalitäten –
Ö wurde in den Grenzen von 1937 in 4 Besatzungszonen geteilt
 Rote Armee: NÖ, OÖ nördl. der Donau + B
 USA: S und OÖ südl. der Donau
 GB: K, Ost-T, Stmk
 FR: V und T
Wien wurde wie Berlin in 4 Sektoren geteilt.
entscheidende Frage war nun – würden alle Länder die provisorische Regierung anerkennen
in den Ländern entstanden der Militärverwaltung unterstellte Landesregierungen
53
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Sept/Okt 1945 Länderkonferenz
Vertreter erklärten den ‚Willen zur Eigenstaatlichkeit und zur Mitarbeit am neuen Kabinett
RENNER.
20.10.1945 Alliierter Rat anerkennt offiziell die provisorische Regierung als Organ für ganz Ö!
Regierung erhielt auch das Recht eingeräumt, Gesetze für das gesamte Bundesgebiet zu
erlassen – mussten jedoch vom alliierten Rat bestätigt werden.
Das Ringen um den Staatsvertrag 1945-55
zugleich mit der Anerkennung wurde die provisorische Regierung aufgefordert, bis
spätestens 31.12.1945 freie Wahlen abzuhalten.
Parteien legten nach dieser Ankündigung die ersten freien Wahlen für den 25.11.1945 fest.
Diese Wahlen boten die Chance, durch ein frei gewähltes Parlament und verantwortliche
Politiker ein Gegengewicht zum alliierten Rat und den Besatzungsmächten zu schaffen.
Die Wahlvorbereitungen liefen ohne jegliche Einmischung der Alliierten, erwartet wurde ein
Strukturwandel zugunsten des Sozialismus, KPÖ rechnete mit einem Stimmenanteil von
etwa 25%.
25.11.1945 NATIONALRATSWAHL
- Landtag
- Wiener Gemeinderat
ehemalige Nationalsozialisten waren von der Wahl ausgeschlossen; 60% der
wahlberechtigten waren Frauen.
Wahl wurde zu einem Erfolg der ÖVP
SPÖ unterlag auch wegen verfehlter Wahlwerbung – Anti-NS
ÖVP Strategie – Pro-Aufbau
damit erreichte die ÖVP die absolute Stimmen- und Mandatsmehrheit (50% der Stimmen, 85
Mandate)
SPÖ – 45%/76 Mandate
KPÖ – 5%/4 Mandate
dieses Wahlergebnis war für Ö bis zum Staatsvertrag richtungsweisend; SU musste ihren
Plan, ihren Einfluss auf Ö auszuweiten fallen lassen
Westmächte gaben ihr Misstrauen gegenüber dem jungen Staat auf und leisteten von da an
umfangeiche Wirtschaftshilfe zum Wiederaufbau Ös
bei den Landtagswahlen gewann die SPÖ in Wien und Kärnten und stellte dort die
Landeshauptleute; alle übrigen – ÖVP
Bundesländer wurden in den Grenzen von 1938 wiederhergestellt – endgätiges Ende der
Reichsgaue.
18.12.1945 Bildung einer Konzentrationsregierung
der NÖer Leopold FIGL bildete ein Kabinett in dem alle drei Parteien vertreten waren
Bundeskanzler: FIGL (ÖVP)
Vize-Kanzler: Adolf SCHÄRF (SPÖ)
20.12.1945 Wahl und Angelobung von Karl RENNER zum ersten Bundespräsidenten der 2.
Republik
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Ziele Figls:
 gemeinsamer Wiederaufbau
 aktive Außenpolitik
 Bemühungen um Aufnahme in die UNO (14.12.1955)
 Sicherung der (wieder) Schillingwährung
 Klärung der Heimkehrerfrage
 Verbesserung der Beziehungen zu Besatzungsmächten
 Wohnungs-und Ernährungsproblem lösen
Wirtschaftliche Ausgangslage zu Kriegsende
Mai 1945 –
 etwa 3,5Mio Flüchtlinge und DPs (displaced persons – ehemalige Zwangsarbeiter,
Kriegsgefangene, Soldaten verschiedener Truppen) in Ö
 200 000ha landwirtschaftliche Fläche verwüstet (etwa V)
 Energieversorgung zusammengebrochen
 ½ der Industrieanlagen zerstört
 Industriebetriebe von SU-Organen demontiert
 „Deutsches Eigentum“ beschlagnahmt
 in Städten Wohnräume und Infrastruktur zerstört
 Bruttonationalprodukt nur noch 1/8 von 1937
 hohe Inflation
 Weihnachtsansprache Figls 1945
Wiederaufbau der Wirtschaft
30.11.1945 Schillingwährung wird wieder eingeführt, ausländische Geldmengen werden
abgebaut, Reichsmarkkonten teilweise in Schilling umgewechselt, Rest aufgelöst
1946/47 1. und 2. Verstaatlichungsgesetz
weitgehende Verstaatlichung von Industrien, E-Werken, Banken etc. – Versuch, österr.
Betriebe, die als „dt. Eigentum“ galten vor dem Zugriff der Alliierten zu schützen.
nachdem im Juli 1945 das 1. Kontrollabkommen dem Alliierten Rat das Aufsichtsrecht über
die gesamte Verwaltung und Ö übertragen hat, bringt am
28.6.1946 das 2. Kontrollabkommen merkliche Erleichterungen – Regierung nach wie vor
beschränkt selbständig, aber
 Beschränkung im Personen- und Güterverkehr gemildert
 diplomatische Beziehungen mit UN Mitgliedern zugelassen
 einfache Gesetze konnten nach 31 Tagen Einspruchsfrist in Kraft treten
im gleichen Jahr legte der Alliierte Rat die Besatzungskosten mit 15% des österreichischen
Staatshaushaltes fest – USA verzichtete bereits 1947 auf ihren Anteil, SU 1953, kurz darauf
auch GB und FR
Außenpolitisch versuchte Ö in diesem Jahr eine Revision der Brennergrenze zu erreichen,
diese Bemühung blieben jedoch erfolglos
im Gruber-de-Gasperi-Abkommen musste sich It lediglich dazu verpflichten, der Provinz
Bozen politische Autonomie zu gewähren, die Bevölkerung S-Tirols kulturell und
wirtschaftliche besserzustellen und die Rückkehr ausgewanderter Südtiroler zu gestatten.
55
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Ein wesentlicher Schritt zur Gesundung der österreichischen Wirtschaft war die Neuordnung
der Währungsgesetze
1945 Schillinggesetz (Wiedereinführung)
1947 Währungsgesetz
alle noch existierenden Sperrkonten wurden geöffnet
alter Schilling im Verhältnis 3:1 gegen neuen getauscht (nur
150.-/Person 1:1)
Vom Frühjahr 1946 bis Sommer 1947 übernahm die UNRA (United Nations Relief and
Rehabilitation Administration) die Versorgung Ös mit Lebensmitteln und Saatgut, allerding
ohne in die Wirtschaft einzugreifen.
eigentlicher Aufschwung erfolgte aber durch den
1947/48 MARSHALL PLAN – ERP=European Recovery Program
Ziele: Wiederaufbau Europas als Handespartner
Ausgleich zwischen D und FR
Eindämmung des Kommunismus in Europa
vorgeschlagen und konzipiert vom US-Außenminister George C. Marshall
Bedingung für die Bereitstellung von Mitteln – europäische Länder musste sich auf
gemeinsamen Wirtschaftsplan einigen
Juli 1947 Marshall-Plan-Konferenz unter Teilnahem von 16 europäischen Ländern,
osteuropäische Länder waren ebenfalls eingeladen, sagte ihre Teilnahme aber unter dem
Druck der UDSSR ab.
Hilfeleistungen bestanden aus:
Krediten
Waren
Rohstoffen
Lebensmitteln
Ö erhielt insgesamt 1,6Mrd. $ an Auslandshilfe.
1949 Neuwahlen – ÖVP nur noch relative Mehrheit, erstmalig trat die „Wahlpartei der
Unabhängigen“ an, die sich vor allem an nationales Lager wandte (12%/16 Mandate). Diese
Wahlpartei wurde von der 1955 gegründeten FPÖ absorbiert.
FIGL gründete eine Koalitionsregierung, die im
Oktober 1950 eine schwere innenpolitische Krise zu bestehen hatte – Kommunisten riefen
zum Streik und Putsch auf, um gegen ein Abkommen zu protestieren, das Preis- aber auch
Lohnerhöhungen vorsah. Da sich die Gewerkschaft von den teilweise gewalttätigen Aktionen
distanzierte, brach de Streik nach wenigen Tagen zusammen.
Ende 1950 - †Karl RENNER, und Theodor KÖRNER wurde neuer Bundespräsident
nach Umgruppierungen in der Führungsriege der ÖVP gelang der SPÖ bei den Neuwahlen
22.2.1953 ein knapper Sieg (74:73 Mandate)
nach zähen Regierungsverhandlungen konnte man sich neuerlich auf eine große Koalition
unter Bundeskanzler JULIUS RAAB (ÖVP) einigen. Er gilt als Staatsvertragskanzler.
Während sich die wirtschaftliche Lage Anfange der 50er merklich bessert, stieg die Sorge um
de Abschluss eines Staatsvertrages. Bereits seit Oktober 1946 bemühte sich Ös Regierung
unaufhörlich um einen solchen Vertrag, diese Bemühungen wurden aber vor allem von der
SU unter Stalin immer wieder gebremst.
Nach dem Tod Stalins 1953 erklärte sich die SU erneut bereit, über den Staatsvertrag für Ö
zu verhandeln.
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1954 BERLINER KONFERENZ
Ö nimmt erstmals als vollberechtigter Partner am Verhandlungstisch Platz; eine völlige
Einigung wurde jedoch nicht erreicht, v.a. auch da Außenminister FIGL dem Lockangebot der
SU – Einigung für „symbolische“ Truppenpräsenz – widerstand.
Frühjahr 1955 österr. Delegation reist nach Moskau, um den Abschluss des Vertrages
vorzubereiten (Kanzler RAAB, Vize SCHÄRF, Außenminister FIGL und Staatssekretär KREISKY)
15.Mai 1955 Unterzeichnung des Staatsvertrages
im Schloss Belvedere, von den Außenministern der USA, GB, FR, SU und Ö
wichtigste Punkte:
 Wiederherstellung Ös als souveräner Staat
 Abzug der alliierten Streitkräfte
 Verbot einer wirtschaftlichen oder politischen Vereinigung mit D
 Fortführung der Entnazifizierung
 Verzicht der 4 Mächte auf Reparationen
 kein Anschluss an Militärbündnisse
 keine Militärstützpunkte ausländischer Truppen in Ö
nach der Ratifizierung durch die Signatarmächte trat der Staatsvertrag am
27.07.1955 in Kraft!
Alliierter Rat löste sich auf, und am 25.10 1955 verließ der letzte Besatzungssoldat Ö
(Klagenfurt-Lendorf)
26.10.1955 NEUTRALITÄTSGESETZ
vom Parlament verabschiedet, in dem Ö die immerwährende Neutralität beschließt – wurde
auch in der Verfassung verankert!
Die zweite Republik und das NS-Erbe
Entnazifizierung war bis 1955 sowohl Sache der österreichischen Behörden als auch
Angelegenheit der Besatzungsmächte. Die Maßnahmen brachten zunächst volle
Internierungslager, aber leere Ämter durch Massenentlassungen. 1955 markierte einen
Wendepunkt, da Österreich mit dem Erhalt des Staatsvertrages für sich den „Opferstatus“
beanspruchte – damit wurde über Krieg und Diktatur kaum mehr diskutiert.
1. „…möglichst keine Kosten
Da sich Österreich nach Kriegsende als erstes Opfer von Nazi-Deutschland empfand, erfolgte
die Beschäftigung mit Entschädigung nur sehr zögernd, und oft nur auf Druck vom Ausland.
Es sollten möglichst keine Kosten verursacht werden. Die Schwerfälligkeit und
Unübersichtlichkeit des österreichischen Behördenapparates machte es überlebenden
Opfern schwer bis unmöglich, ihre Ansprüche geltend zu machen. Oft gaben sie sich daher
mit für sie ungünstigen Vergleichen zufrieden.
Schon die erste österreichische Regierung versuchte einerseits möglichst viel
Reichsdeutsches bzw. ehemaliges NS-Eigentum für den österreichischen Staat zu erhalten
und andererseits jüdische Ansprüche hintan zu halten. Entschädigungsfragen wurden
57
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bewusst in die Länge gezogen, was Ministerialratsprotokolle aus der Nachkriegszeit
beweisen. „Österreich habe nichts gut zu machen, weil es nichts verbrochen habe“ so der
spätere ÖVP-Handelsminister Ernst Kolb.
2. Volksgerichtsprozesse und Amnestien – Verfolgung von Kriminellen oder NaziVerfolgung?
Als Österreich 1938 dem Dt. Reich angeschlossen wurde und damit als Staat nicht mehr
existierte, waren mehr als eine halbe Million Menschen Mitglieder der NSDAP. Das waren
rund 15% der damaligen Erwachsenen. 1945 stand die provisorische Regierung vor der
Frage: „Was tun mit den ehemaligen Nationalsozialisten?“
Die Verfolgung prominenter NS-Verbrecher behielten sich die Alliierten vor. Österreich
musste Kriegsverbrecher an jene Länder ausliefern, wo sie ihre Untaten begangen hatten. In
Wolfsberg (K) und Glasenbach (S) richteten die Alliierten Anhaltelager für hochrangige NSMitglieder ein. Rund 80 000 wurden zwischen 1945 und 1948 in diese Lager eingeliefert.
Obwohl als „Umerziehungslager“ gedacht, verließen viele diese Lage mit dem Gefühl ihnen
sei von den Alliierten Unrecht getan worden.
Die gerichtliche Ahndung von NS-Kriegsverbrechen erfolgte auf der Grundlage der
österreichischen Strafprozessordnung und der neu beschlossenen Gesetze – Verbotsgesetz
und Kriegsverbrechergesetz. Ehemalige Nationalsozialist/innen wurden zur Rechenschaft
gezogen und in Österreich eine politische Säuberung durchgeführt. Insgesamt wurde in
140000 Fällen Vorerhebungen eingeleitet, 2000 Leute wurden wegen Gewaltverbrechen
verurteilt, 43 Todesurteile verhängt, davon 30 vollstreckt.
Insgesamt 536000 ehemalige Nazis wurden registriert und mussten Sühneabgaben leisten,
verloren teils ihren Arbeitsplatz, manchmal auch ihre Wohnung. Sie alle waren von den
Wahlen 1945 ausgeschlossen.
Mit dem Nationalsozialistengesetz von 1947 wurden ehemalige Nazis in zwei Kategorien
eingeteilt: Belastete und Minderbelastete. Für letztere trat 1948 eine generelle Amnestie in
Kraft, wodurch 90% von der Entnazifizierung gar nicht mehr betroffen waren. Eine weitere
Begnadigung 1949 brachte 170000 ehemaligen NSDAP-Mitgliedern das Wahlrecht wieder.
Obwohl die Volksgerichtsverfahren bis 1955 andauerten, waren von allen Verurteilten 1955
nur noch 9(!) in Haft.
1955 wurden die Volksgerichte abgeschafft und die Kriegsverbrecherprozesse an
Geschworenengerichte übertragen. Zwei Jahre nach dem Staatsvertrag wurden schließlich
auch alle Belasteten amnestiert, und wurden so zu gleichberechtigten österreichischen
Staatsbürger/innen.
3. Aufarbeitung seit 1986
Erst durch die Waldheim-Affäre des Jahres 1986 wurde der nach 1945 aufgebaute
Staatsmythos von Österreich als dem ersten Opfer Hitlers zerstört. Damit war der Weg frei
zu einer späten Auseinandersetzung mit österreichischem Nationalsozialismus und
österreichischen Täter/innen.
Nach der Waldheim-Affäre wurde erstmals die österreichische Mitverantwortung am NSRegime von Politik und Medien diskutiert, und 1991 von Bundeskanzler Vranitzky erstmalig
eingestanden. Dieser Wechsel im offiziellen Standpunkt führte zur Errichtung des
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Fond sieht
Einmalzahlungen von rund €5000.- an Opfer vor, auch an bisher unberücksichtigte Gruppen
die als „asozial“ verfolgt waren, wie Homosexuelle sowie Opfern von Medizinverbrechen.
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4.Das NS-Wiederbetätigungsgesetz
Die NS-Wiederbetätigung ist ein Strafbestand in Österreich, der im NS-Verbotsgesetz von
1947 definiert ist. Es beschreibt die unterschiedlichen Tatbestände und Strafrahmen – zB.
bedroht es Holocaustleugner mit bis zu 1 Jahr Haft.
Das Verbotsgesetz spricht im Wortlaut von „Betätigung im nationalsozialistischen Sinn“.
Verbotsgesetz 1945 in der Fassung des NSG 1947:
§ 3 VG (Wiederbetätigung) Es ist jedermann untersagt, sich, sei es auch außerhalb dieser
Organisation, für die NSDAP oder ihre Ziele irgendwie zu betätigen.
§ 3 a. Eines Verbrechens macht sich schuldig und wird mit dem 10 – 20 Jahren Haft bestraft:
1. wer versucht, eine gesetzlich aufgelöste nationalsozialistische Organisation
aufrechtzuerhalten oder
2. wer eine Verbindung gründet, deren Zweck es ist, durch Betätigung ihrer Mitglieder im
nationalsozialistischen Sinn die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Republik Österreich
zu untergraben
§ 3 b. Wer an einer Organisation oder Verbindung der in § 3 a bezeichneten Art teilnimmt
oder sie durch Geldzuwendungen oder in anderer Weise unterstützt, wird, wenn die
Handlung nicht nach § 3 a strafbar ist, wegen Verbrechens mit 5 – 10 Jahren Haft bestraft
§ 3 c. Die Strafbarkeit der in §§ 3 a und 3 b bezeichneten Handlungen erlischt, wenn der
Schuldige sich selbst anzeigt und mit den Behörden kooperiert
§ 3 d. Wer öffentlich oder vor mehreren Leuten, in Druckwerken, verbreiteten Schriften oder
bildlichen Darstellungen zu einer der nach § 1 oder § 3 verbotenen Handlungen anfordert,
aneifert oder zu verleiten sucht, insbesondere zu diesem Zweck die Ziele der NSDAP, ihre
Einrichtungen oder Maßnahmen verherrlicht oder anpreist, 5-10 Jahre
§ 3 f. Wer einen Mord, einen Raub, eine Brandlegung, als Mittel der Betätigung im
nationalsozialistischen Sinne versucht oder vollbringt, 10-20 Jahre Haft
§ 3 g. Wer sich auf eine andere als die in den §§ 3 a bis f bezeichnete Weise im
nationalsozialistischen Sinn betätigt, 1-10 Jahre
§ 3 h Leugnung von NS Verbrechen, Strafrahmen wie in 3g
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