Heute vor einem Jahr sind wir bei Schneesturm im Thermalbad

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Montag, 23. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr beobachten wir den afghanischen Eselspfad.
Heute finden wir einen Artikel aus dem tadschikischen Bürgerkrieg.
Samstag, 30. April 2011
18. April-23. April, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267
23. April 10km hinter Zigar bis Kulaichum, 52,7km,, 10649 Gesamtkm
Datum: 23.4.11
Tag: 266
TagesunterstützerIn:
von: Eged m NN 1076
nach: Kalaikhum m NN 1288
km 52,7
Gesamt km 10682,6008
km/h: 10,3
Fahrzeit 05:04
gesamte Fahrzeit: 822:52:00
Anstieg in m pro h 111,71
Anstieg in m 566
Abfahrt in m: 354
höchster Punkt in m NN 1307
Steigung/Gefälle 1,75
Diesmal ist nicht nur die Nacht ungestört, sondern auch der Morgen. Es kommen nur Esel vorbei und
Kühe. Eine Gruppe Frauen steht auf der Straße und schaut zu uns rüber und diskutiert mit einem
Hirten, was das wohl ist da unter ihrem Baum.
Aber sie gehen bald ins Dorf zurück. Auf der anderen Seite des Flusses ist ein Dorf auf und in die
Felsen gebaut
und dort gab es die ganze Nacht Licht. Immer wieder sehen wir Satellitenschüsseln. Es so ein
surrealer Anblick, da das Dorf ja nur mit einem Pfad, der durchgängig nur von Eseln, Pferden und
Fußgängern benutzt werden kann, erreichbar ist. Heute ist Samstag und es ist richtig viel los auf dem
Weg.
Unmengen von Eseln und auch ein paar Pferde, viele Fußgänger kommen schwer beladen vom Markt
in Kaleichum. Frauen wandern in die andere Richtung. Sie haben ebenso bunte Kleider an wie die
Frauen auf tadjikischer Seite, nur einen deutlich zu erkennenden Hidschab oder Hijab
(arabisch ‫حجاب‬, DMG ḥiǧāb ‚Vorhang‘). Der ist hier selten zu sehen. Ein junger Esel entscheidet,
stehenzubleiben. Er wird von zwei Männern zum Weitergehen beredet, bleibt aber wie angewurzelt
stehen. Also gehen sie weiter, denn es kommen ja noch mehr Eselsgruppen. Irgendwann wird er
wohl wieder weitergehen wollen. Das ist so eine Sache mit den Eseln. Sie schleppen enorme Lasten
und sind wirklich geduldig, aber wenn sie meinen, dass die Zeit zum Stehenbleiben gekommen ist,
dann ist die Zeit da. Wir sind schon an vielen Eseln vorbei gefahren, die mitten auf der Straße
standen. Selbst die tadiikischen Autofahrer, die sonst nicht viel Geduld für etwas anderes als ihr Auto
auf der Straße haben, fahren an so einem Esel vorbei. Bald sehen wir eine Tür schwankend den Berg
hinaufschweben und als wir genau hinschauen, sehen wir den Esel unter ihr. Es muss halt alles auf
diesem Weg transportiert werden: alles für die Häuser und den Straßenbau ebenso wie alles, was
nicht angebaut werden kann.
Uebrigens sehenswert: Die Afghanistan-Impressionen von Isabell und Uwe einige Wochen spaeter...
Wir sausen auf dem Asphalt bergauf und bergab
, halten immer wieder an,
um Fotos von dieser einmaligen Landschaft zu machen
und Impressionen der afghanischen Seite festzuhalten. Mal ist es ein Haus mit Jurten (türkisch: Yurt =
Heim) und vielen Kindern, eine Szene, die wir bald noch einmal sehen und nicht wissen, ob es eine
Schule (kaum denkbar bei den Entfernungen), ein Flüchtlingslager, Waisenhaus oder Freizeit ist, mal
Dörfer. Die Felder sind terrassenförmig angelegt und alle mit Steinen umrandet, so sind sie vor dem
dauernden Steinrutschen gesichert.
Auf tadiikischer Seite fallen uns immer wieder Friedhöfe auf, die auf beiden Seiten der Straße sind.
Wo es Wasser gibt, gibt es auf beiden Seiten regelrechte Wälder und Bäume zeigen an, wo Wasser
vorhanden ist, sei es als gefasste Quelle
oder als Gebirgsbach.
Wir sind heiter und sehen uns schon mittags in Kaleichum, was sind 60km auf Asphalt?
Dann: der Asphalt ist zu Ende. Von jetzt auf gleich. Kurz darauf kommt ein Versammlungsort, wo der
Hisar Imam mit einem Schriftzug begrüßt wird.
Hier ist der Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ,
tadschikisch Панҷ Pandsch) so schmal, dass es vielleicht 30m sind. Es gibt so etwas wie einen
„Papsthügel“ und wir vermuten, dass hier das Treffen mit dem Karim Aga Khan IV. war. Wir machen
Rast unter einem Baum, reichlich frustriert über den wiedergekehrten Zustand der Straße. Dafür
haben wir gar nicht genug eingekauft. Es hilft nichts. Noch ist die Straße breit und recht gut zu
fahren. Nach der ersten Pause wird sie schmal und der Weg besteht aus Sand, losem Schotter,
kleinen und großen Steinen. Es ist steil und wir schieben den Hügel hoch und den nächsten gleich
mit. Wir sehen Bäume und wissen: dort gibt es Wasser! Es gibt sogar mehr, nämlich ein Gasthaus.
Also essen wir dort zu Mittag und mühen uns anschließend weiter auf dem Weg ab. Er wird besser
und es ist wieder Asphalt zu sehen. Die Dörfer werden größer und die Häuser stattlicher.
In einem Dorf gibt es eine große Funkstation und wieder viele Fahnen. Wir kommen der „Stadt“
immer näher und bald gibt es Häuserblocks. Wir finden das Gästehaus der Aga Khan Stiftung und
rufen Erstaunen hervor, dass wir drei Nächte bleiben wollen. In der Regel halten Touristen nur für
eine Nacht und sonst finden hier die Seminare der Stiftung statt. Das ist eigentlich schade, denn der
Ort ist wirklich schön, er erinnert ein wenig an griechische Bergdörfer. Es gibt eine Menge Läden,
eine Menge Gaststätten und es kommt die Passstraße an und ein weiterer Zufluss zum Panj.
Als wir zurückkommen ist gerade ein 4WD angekommen, den Fahrer kennen wir aus Dushanbe.
Seine Gäste sind zwei Pensionäre aus den USA. Sie sind enorm viel gereist und so verbringen wir
einen heiteren Abend mit einem guten Essen vom Haus. Es gibt sogar fließendes warmes Wasser und
Strom.
Dienstag, 24. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr bekommen wir nichts mit von Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch
pessach).
Mittlerweile wissen wir aus einer Landkarte einer Exkursion der Universität Köln, daß unweit von hier
in den Bergen nördlich von Kaleikum zwei Basislager der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU
[oder IMU]; usbekisch Oʻzbekiston islomiy harakati oder kyrillisch Ўзбекистон Исломий Ҳаракати;
russisch Исламское движение Узбекистана) sind. Dazu passen die Hinweise des Auswärtigen
Amtes:
Die Sicherheitslage war seit August 2010 angespannt. Nach dem Ausbruch von 25 Häftlingen mit
islamistischem Hintergrund aus einem Gefängnis in der Hauptstadt Duschanbe wurden bei einem
Selbstmordattentat auf eine Polizeistation im Norden des Landes mehrere Menschen getötet oder
verletzt. Auch an der Grenze zu Afghanistan kam es seitdem zu Gefechten mit Schusswechseln
zwischen tadschikischen Grenztruppen und islamistischen Splittergruppen, jedoch auch zu Übergriffen
auf zivile Fahrzeuge. Am 19.September 2010 wurden mehr als 40 tadschikische Soldaten von bisher
unbekannten Angreifern unter Einsatz auch schwerer Waffen im Rasht-Tal getötet. Die tadschikischen
Sicherheitsbehörden und das Verteidigungsministerium führen aktuell umfangreiche Maßnahmen im
Bereich des Rasht-Tales und in nahe gelegenen Gebieten durch. Bereits im Jahr 2009 gab es in
Duschanbe auch in unmittelbarer Nähe zu Regierungs- und offiziellen Gebäuden drei
Bombenanschläge, bei denen vorwiegend Sachschaden entstand. Die Gesamtlage hat sich entspannt,
jedoch kann es punktuell immer wieder zu Vorfällen kommen
Das Risiko terroristischer Anschläge auch auf westliche Einrichtungen erscheint derzeit weiterhin
gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Es wird daher weiterhin zur Vorsicht und
Wachsamkeit aufgerufen.
In den östlichen Teilen des Landes kommt es bisweilen zu bewaffneten Auseinandersetzungen
zwischen Regierungstruppen und Regierungsgegnern.Fahrten nahe der Grenze zu Afghanistan sollten
nur nach vorheriger Information über die aktuelle Sicherheitslage und unter größtmöglicher Umsicht
durchgeführt werden.
In den Grenzgebieten zu Usbekistan und Kirgisistan gibt es islamische Gruppierungen mit potenziell
terroristischer Ausrichtung.
Reisen über Land
Bei Reisen muss in jedem Fall beachtet werden, dass es an der Hauptverbindungsstrecke von
Duschanbe nach Khorog zwischen Kalaikum und Khorog beiderseits der Straße Minenfelder gibt, die
nicht immer gut markiert sind. Auch in den Grenzgebieten zu Usbekistan und Kirgisistan und in der
Grenzregion zu Afghanistan befinden sich Minenfelder. Auch gab es vereinzelt Berichte über RaubÜbergriffe auf unter anderem zivile Fahrzeuge, die Strecken nahe der afghanischen Grenze befahren
haben. Derartige Fahrten sollten, wenn überhaupt, nur mit größtmöglicher Vor- und Umsicht
durchgeführt werden. Auf den im nachstehenden Abschnitt befindlichen Hinweis betreffend die
Vermeidung von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird hingewiesen.
Bei Wintereinbruch sind viele Pässe nicht mehr befahrbar und daher gesperrt. Reisende über Land
sind angehalten, sich tagesaktuell über die jeweilige Verkehrssituation auf vorgesehenen Strecken zu
informieren.
Von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse
abgeraten. Bei Überlandfahrten sollte grundsätzlich davon abgesehen werden, die üblichen
öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, da diese in sehr schlechtem technischen Zustand sind.
Angesichts unzureichender bzw. fehlender ärztlicher Versorgung sollten sich Reisende über ein
generell erhöhtes Reiserisiko im Falle einer Notlage bewusst sein. Auch einfache Unfallhilfe ist oft
nicht gewährleistet. Besonders bei Notfällen im Zusammenhang mit Bergwanderungen ist eine
schnelle Hilfe oft nicht möglich, da ein erheblicher Teil der zahlreichen bei Bergsteigern und
Wanderern beliebten Strecken auch nicht per Hubschrauber erreichbar ist und die
Kommunikationsmöglichkeiten wegen des nur zum Teil funktionierenden Mobiltelefonempfangs sehr
eingeschränkt sind.
Tadschikistan ist Erdbebengebiet. Im Falle entsprechender Erdbeben kann nicht mit angemessenem
Katastrophenschutz gerechnet werden.
Aufgrund der vorstehend geschilderten Ereignisse der letzten Monate ist jeder Reisende gehalten, sich
tagesaktuell über die Sicherheitslage an seinem jeweiligen Zielort und entlang der Reiseroute zu
informieren.
24. April, Kulaichum
Heute ist (lateinisch pascha, von hebräisch pessach). Davon bekommen wir hier nichts mit. Für uns ist
es ein Tag wie jeder andere freie Tag seit dem 1. August: Wäsche-Waschen, Räder-Checken, ein
wenig schlafen, lesen, einkaufen und ein wenig die Zeit verbummeln.
Die Räder sind ein einem besseren Zustand als nach der Piste gedacht, nur bei Wolfgang geht beim
neuen Schlauch schon wieder die Luft raus. Noch ist es ganz leicht. Aber morgen ist eh SchlauchWasch-Tag, also Find-das-Loch-Tag, dann kann er gleich mitgewaschen werden.
Das Gästehaus ist sehr schön, die Übernachtungsgäste kommen am Abend und fahren am Morgen
schon wieder weiter. So sind wir tagsüber alleine mit einer Herde Ziegen, die im eigentlichen WasserBassin sind.
Das ist leer, wie so viele in Zentralasien. In diesem Winter gab es zu wenig Schnee und im Frühjahr
hat es kaum geregnet. So sind die Flüsse leer, die Stauseen auch, das Gras ist nicht hoch genug und
die Bauern schauen besorgt auf den Sommer, ebenso wie die Hirten. Unser Gästehaus ist direkt am
Berg gelegen und bekommt das Wasser aus dem Berg, so dass es hier fließendes Wasser gibt, nicht in
Hülle und Fülle, aber es gibt es. Es wird in verschiedenen Behältern gesammelt und der Garten wird
den ganzen Tag bewässert. Das Wasser aus dem Schlauch ist richtig heiß und so wird das WäscheWaschen zum Vergnügen. So sauber ist die Wäsche nach der Waschmaschine in Dushanbe nicht
gewesen.
Die Ziegen (Capra) sollen eigentlich im Bassin bleiben, es ist auch ziemlich tief, so dass sie eigentlich
dort auch nicht rauskommen und sich auf das viele frische Grün der Rosen stürzen können.
Eigentlich, denn eine schafft es immer. Sie wird dann wieder hineingescheucht.
Eigentlich wollen wir uns zum Abendessen anmelden, aber inzwischen ist auch die gute Seele des
Hauses nicht mehr da. Zwei Ziegen nutzen dies zum Ausbüchsen. Die anderen machen inzwischen
einen gehörigen Krach. Wir entscheiden uns, einkaufen zu gehen und kommen aber nicht raus weil
das Tor abgeschlossen ist, das beruhigt uns grundsätzlich sehr, aber jetzt kämen wir gerne raus.
Jemand, der irgendwie auch zuständig ist, sieht uns vor dem Tor stehen und zeigt und den Weg nach
draußen. Er steht für einen Moment ratlos vor den schimpfenden Ziegen, auch die beiden
Ausbüchser sind wieder da. Er telefoniert und wir gehen. Auf dem Weg zum Einkaufen werden wir
registriert. Das geht so, dass wir beim Vorbeigehen in das Büro der Miliz (russisch Милиция/Milizija)
gebeten weren, dort von unserem Permit
in Kyrilliza (Кирилица, Кириллица, Ćirilica/Ћирилица) die Vornamen abgeschrieben werden und
dahinter Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh bzw. ‫ )خارغ‬geschrieben wird. Es ist heiß, beinahe
schwül und das Dorf ist auf der Straße, neue Bäume werden gepflanzt, überall sind Kinder. Wir
werden erstaunt angeschaut und alle Kinder sind begeistert, ihre Englisch-Kenntnisse
auszuprobieren.
Wieder zurück im Hostel, ist dort große Aufregung. Jemand wichtiges muss noch kommen. Wir sitzen
auf den Stufen, um zu essen und bekommen direkt einen Tisch auf die Stufen im Garten gestellt. So
sitzen wir erhöht über dem Parkplatz und können uns das Spektakel anschauen: Alle Lampen werden
angemacht. Dann wird das Bad gecheckt, es hält der Prüfung nicht stand, also wird es schnell
geputzt. Alles organisiert von einem nervösen Mann im schwarzen Anzug. Der Bewässerungsschlauch
wird in den Warm-Wasser-Tank gesteckt. Alles ist gut, alles ist vorbereitet. Ein Mann kommt mit
einem ordinären Auto als Anhalter, es gibt einen Moment der Entspannung. Aber stopp: da war noch
was: die Ziegen! Die machen immer noch Randale im trockenen Wasserbecken. Also müssen auch sie
noch weg. Nun steigt also der Anzugmann ins Bassin und muss jede Ziege einzeln aus dem Bassin
heben/werfen. Alles im Sicherheitsabstand zum schwarzen Anzug. Es ist eine Komödie. Schließlich:
das Auto kommt, wir recken unsere Hälse und es steigt ein einzelner Mann aus, eindeutig westlich.
Wir hatten schon mehr Prominenz erwartet und vermuten, dass es wohl der Lonely Planet
Publications (abgekürzt Lonely Planet oder LP, deutsch: „einsamer Planet“) Mensch ist, der auch
schon in Dushanbe war. Nun ja, er ist da, alle gehen und wir dann auch bald ins Bett. Die Abende sind
hier so warm, dass es schwer fällt, die laue Nacht zu verlassen.
Bisher unveröffentlichte Notizen:
In Dushanbe fallen die vielen großen Autos auf, wir fotografieren Autos! Viele Modelle haben wir
noch nie gesehen. Alles teuer, vieles Neuwagen, viele überhaupt erst in diesem Jahr zugelassen.
Wahnsinn. Daneben Häuser, in denen es kein fließendes Wasser gibt und der Strom wird in der Nacht
abgeschaltet. Aber auch riesige Villen. Latrinenbau auch in großen GEbäuden, diese laufen nach dem
Regen über. Trinkwasser daher nur gekauft möglich. Auf dem Weg nach Osten lassen die Autos sofort
nach, dafür rege Straßenbautätigkeit von Chinesen. Es entstehen Tunnel und es gibt Brücken. Flüsse
alle hier leer oder mit ganz wenig Wasser, der Stausee ist auch deutlich wenig gefüllt. Wir hätten
erwartet, dass die Gernzregion in einem ähnlichen Zustand ist wie viele andere Grenzregionen, in
denen wir waren und die in der Nähe von Kriegsgebieten sind. Aber es ist ganz anders: die Dörfer sind
bewohnt und die Häuser in einem guten Zustand. Es gibt in jedem Dorf ein Projekt von verschiedenen
Hilfswerken, in der REgel dreht es sich dabei um Wasser, Bewässerung oder auch Trinkwasser. Aber
auch Schulen werden mit Strom ausgestattet oder Gesundheitszentren gebaut.Manches können wir
nicht lesen. Aber die Dörfer sind fast alle wirklich schön, gepflegt und von allen Generationen
bewohnt und haben erreichbare Schulen, wenn auch nicht alle Kinder eingeschult sind. Es gibt wenige
Dörfer weiter östlich am Panj, an die 30km vor Chorog, die verwahrlost wirken und wo die Männer
betrunken über die Straße torkeln, die Häuser nicht gepflegt sind.
Harte Arbeitsbedinungen auf den steinigen Feldern, auf denen nichts wächst, was nicht intensiv
bewässert wird. Das sind wieder handgezogene Gräben. Gefplügt wird vor allem mit Ochsenpflügen,
manchmal aber auch per Hand, selten mit einem Traktor. Die afghanische Seite wirkt in der REgel viel
grüner, die Felder anders genutzt, die Bewässerung anders geleitet. Gleich ist beiden, dass sie Bäume
überall da pflanzen, wo es Wasser gibt und dass Esel ein Haupttransportmittel darstellen, wengleich
das am Panj weniger ist als in den Regionen davor. Autos sind hier zum normalen Auto zurückgekehrt,
viele alte Autos. Nur die Jeeps fallen auf, die als Sammeltaxen zwischen Chorog und Dushanbe fahren.
Je näher wir an Chorog kommen, desto mehr dicke Autos gibt es und in Chorog sind es wieder sehr
viele. Immer werden sie von 20-30 jährigen Männern gefahren, die mehr liegend als sitzend das Auto
lenken und sschwarze Scheiben haben.
Die Soldaten kontrollieren zwar immer die Kopien unserer Pässe, wissen aber nicht os recht, was sie
mit uns anfangen sollen. Sie schnorren uns an und wollen Zigaretten und Geld.
Der Tourismus ist hier sehr zu spüren vor allem daran, dass alles zu Geld gemacht wird. Es gibt nichts,
was einfach so ist weil wir Gäste wären. Das ist schade.
Mittwoch, 25. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr flicken wir alle Schläuche.
Heute erfahren wir, daß VW ein Werk in Xinjiang (offiziell 新疆維吾爾自治區 / 新疆维吾尔自治
区 Xīnjiāng Wéiwú'ěr zìzhìqū; offiziell uigurisch: ‫ راي ون ى ئ اپ تون وم ئ ۇي غۇر شى نجاڭ‬Xinjiang Uyƣur
Aptonom Rayoni, deutsch: Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang, veraltete Kurzform: Sinkiang)
baut.
25. April Kulaichum
Am Morgen ist Wolfgangs Hinterreifen platt.
Der heutige Tag ist mit dem Suchen von Löchern im Schlauch, dem Essen in einem Touristenlokal,
einem langen Mittagsschlaf und Nudeln-Kochen gefüllt.
Donnerstag, 26. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr fahren wir an Panzerwracks vorbei und Minenfeldern.
Foto zitiert.
26. April Kulaichum bis Vishkarv, 57,7km, 10707 Gesamtkm
Datum: 26.4.11
Tag: 269
TagesunterstützerIn: Ludwig Bröhl
von: Kalaikhum m NN 1288
nach: Viskharv m NN 1486
km 57,7
Gesamt km 10740,301
km/h: 8,8
Fahrzeit 06:30
gesamte Fahrzeit: 829:22:00
Anstieg in m pro h 101,85
Anstieg in m 662
Abfahrt in m: 464
höchster Punkt in m NN 1504
Steigung/Gefälle 1,95
Wir verabschieden uns von unserem netten Haus
und bekommen noch getrocknete Feigen aus dem Dorf geschenkt, weil wir die so mögen. Es geht
direkt steil empor und bis auf immer wieder uns folgende und ein wenig nervige Kinder kommen wir
gut voran, wenngleich die durchgehend asphaltierte Straße auch hier streckenweise zu suchen ist. Es
gibt eine neue Brücke über den Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫پ نج‬
pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) und so ist auf afghanischer Seite in dem Abschnitt
plötzlich das eine oder andere Auto zu sehen. Auch eine Schule gibt es. Die Seite ist von nun an sehr
besiedelt
und der Fluss wird zunehmend enger, so dass wir beinahe die Worte verstehen.
Zum Mittag finden wir ein Lokal mit einem schattigen Tapcan direkt am PanjPjandsch (auch Panj,
Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch).
Anschließend geht es bergauf und bergab weiter,
wir machen halt an zwei großen Bäumen
und freuen uns über die schöne Gegend. Dies ändert sich radikal, als wir um die nächste Kurve
biegen. Nun folgt ein Minenschild dem anderen,
es sind alte Panzerwracks am Wegesrand und der Weg ist so schmal, dass die Felsbrocken direkt auf
die Straße fallen, einer direkt in Wolfgangs Vorderrad. Zum Glück ist nichts passiert. Wir fahren lange
im Schatten der hohen Berge, es ist irre heiß und auch der 4.800 m hohe Berg bringt keinen
kühlenden Wind. Mit diesem vor Augen fahren wir weiter und weiter und es bleibt immer dasselbe
Szenario. (Ein paar Wochen spaeter Isabell und Uwe an gleicher Stelle...) Minenwarnungen und
Steinschlaggefahr. So ganz haben wir keine Vorstellung, wo wir übernachten sollen, als wir am
Horizont Bäume sehen. Bäume bedeuten eine Oase mit Wasser und in diesem Fall können wir uns
sicher sein, dass es ein Dorf ist. In dem Dorf ist alles, aber auch alles eingezäunt und gesichert. Wir
werden zur Übernachtung gebeten und landen in einem Haus, dessen Zugang aus lauter Steinen
besteht und dessen Hausherr kurz danach sturzbetrunken ins Bett gebracht wird. Wir haben es aber
geschafft, nicht im (wunderrschön mit Teppichen eingerichteten) Haus zu schlafen, sondern unser
Zelt auf dem Tapcan aufzubauen und sind so dem Familienchaos und der betrunkenen
Aufdringlichkeit entronnen. Was für eine Gegend.
Freitag, 27. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr arbeien wir uns weiter durch das Tal des Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz
oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch).
Heute lesen wir, daß es im Juni in Tadschikistan Militärmanöver gibt.
27. April, Vishkarv nach Baravin-Tar, 48,5km, 10755 Gesamtkm
Datum: 27.4.11
Tag: 270
TagesunterstützerIn:
von: Viskharv m NN 1486
nach: Baravin-Tar m NN 1690
km 48,5
Gesamt km 10788,801
km/h: 7,6
Fahrzeit 06:20
gesamte Fahrzeit: 835:42:00
Anstieg in m pro h 103,89
Anstieg in m 658
Abfahrt in m: 454
höchster Punkt in m NN 1733
Steigung/Gefälle 2,29
Unsere Übernachtungsseltsamkeiten gingen ja noch weiter: nachdem wir also nicht drinnen schlafen
wollten und auch nicht wollten, dass der Hahn geschlachtet wird und wir den auch nicht zahlen
wollten und auch nicht essen wollten und dann am Abend auch keinen Wodka mehr wollten,
sondern darauf bestanden haben, dass wir unsere Nudeln draußen kochen, waren wir als Gäste
abgeschrieben, denn es war klar, dass wir nichts zahlen. So bekommen wir heute Morgen weder
einen Tee angeboten noch Wasser hingestellt, um uns nach der Latrine die Hände zu waschen.
Beides ist ein zentralasiatisches Minimum an Höflichkeit. Der Hausherr würdigt uns mit keinem Blick
und wir verabschieden uns sehr schnell um 7:00 Uhr und finden den Dorfbrunnen nach 100 m, wo
wir Zähne-Putzen, Hände und Gesicht waschen und – da nicht klar ist, wo das Wasser genau
herkommt, sprich wie viel Latrinen-Berührung es schon hatte – Wasser kaufen im Laden. Derart
ausgerüstet hoppeln wir munter weiter, es ist unglaublich heiß und die Straße ziemlich schlecht.
Zum Mittag kehren wir in einem recht großen Dorf in einem recht großen Gasthaus ein. Es gibt Eier
und Brot im Angebot. Wir kaufen spontan Wurst von nebenan dazu. Bald kommen LKW-Fahrer mit
Fischdosen und bekommen das Brot vom Haus. Es scheint also üblich zu sein. Es geht weiter, steil
bergauf und bergab, immer wieder mit dem Blick auf die hohen Berge und die Schlucht.
So langsam bekommen wir einen Schlucht-Koller, zumal es heute wirklich nicht vorangeht.
Nach dem Mittagessen machen wir den Versuch eines Schatten-Ausruhens, was leider nur in einem
Dorf geht, denn nur dort gibt es Bäume. Dort haben wir wenig Ruhe, aber schönen Schatten. Wir
hoppeln weiter in der Hitze
und biegen vom Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ,
tadschikisch Панҷ Pandsch)zu einem Nebenfluss ab und finden uns plötzlich im Sand wieder. Der
Weg ist Sand, überall ist Sand. Es wirkt wie ein riesengroßer Strand mitten in der Schlucht. Wir
arbeiten uns durch den Sand und kommen bei der Militia an, die aber kein Interesse an uns hat. Jetzt
haben wir schon so ein schönes Permit und Visum und es will keiner sehen! Eigentlich nur die
Soldaten, die dann die Kopie lange betrachten und uns zurückgeben. Bei der Militia ist der Reifen von
Wolfgang platt. Wir flicken, bleiben noch einen Moment im Schatten sitzen,
bis es über einen kleinen Pass wieder zum Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari
‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) geht.
Es wird erneute eine Brücke gebaut, sonst ist hier sehr wenig.
Die Berge sind hoch und schneebedeckt.
Plötzlich ist es unendlich trocken und es gibt lauter Sand.
Nach nur knapp 50 km und mit gerade noch genug Wasser für Eiweiß und Kaffee bauen wir hinter
einem verlassenen Haus auf und hoffen, dass es in der unmittelbaren Umgebung minenfrei ist.
Samstag, 28. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr kommen wir in einen Wettersturz im Gebirge.
Heute lesen wir vom Drogenhandel in Tadschikistan.
Gestern war ein Erdbeben in der Hähe des Nurek-Staudammes.
28. April, Baravin-Tar nach Dekh, 59,6km, 10815 Gesamtkm
Datum: 28.4.11
Tag: 271
TagesunterstützerIn:
von: Baravin-Tar m NN 1690
nach: Dekh m NN 2049
km 59,6
Gesamt km 10848,401
km/h: 8,5
Fahrzeit 06:58
gesamte Fahrzeit: 842:40:00
Anstieg in m pro h 95,60
Anstieg in m 666
Abfahrt in m: 307
höchster Punkt in m NN 2060
Steigung/Gefälle 1,63
1. Panne: Der Gummi an Wolfgang´s Weber-Kupplung ist durchgescheuert und die beiden Metallringe
scheuern unter großem Geklapper aneinander. .
2. Panne: Die Taschenlampe brennt beim Auspacken. Der Drückschalter hat sich irgendwie auf ImmerEin gestellt und lässt sich nicht mehr ausschalten. Lösung: Zukünftig muss die Lampe durch
Lockerdrehen des Oberteils ausgeschaltet werden. (Wir sind das ja von der kleinen Maglight gewohnt,
nur andersherum.)
Unsere Hausruine ist ein guter Schutz in der Nacht. Wir haben seit langem mal wieder eine ruhige
Nacht ohne irgendwelche Störungen. Der Morgen begrüßt uns mit Schleierwolken und wir genießen
die frühe Fahrt in einer relativen Kühle. Da wir kein Wasser hatten, halten wir im nächsten Dorf und
finden dort einen Bewässerungsgraben mit fließendem Wasser, so dass wir uns zum Erstaunen der
Kinder dort die Zähne putzen. Die Kinder halten Abstand und machen mit erstauntem Gesicht unsere
Bewegungen nach. Es wirkt so, als sei es nicht so üblich. Trinkwasser finden wir dort keines, dafür
bleiben die Minenschilder und die Panzerwracks (wie üblich keine Fotos!), ebenso das Militär. Es geht
stetig bergauf und bergab, das Tal verändert sich wenig, nur die Sonne kommt bald heraus und es
wird wieder richtig heiß.
Immer wieder gibt es Oasen in der Bergwelt, grüne Weiden mit Bäumen
und oft fließendem Wasser.
Inzwischen ist die Gegend sehr karg geworden und es gibt kaum noch grün, dafür viel Sand.
Einmal gibt es sogar eine Düne im Berg. Zum Mittagessen bekommen wir seit langem mal wieder
Plov unter Bäumen. Vorher waschen wir uns dort – Wolfgang den Oberkörper, Gunda die Haare –
und damit verstummt das „Adkuda“-Geschreie der Wodka-trinkenden Männer für einen Moment.
Das ist wohl doch ein wenig unüblich oder wenigstens so seltsam, dass wir nicht weiter
angesprochen werden und es dauert eine Weile, bis der Hausherr sich an unseren Tisch setzt. Die
Kinder schauen sich alles an und kichern.
Es geht immer wieder hinauf und der Fluss bekommt jetzt ein deutliches Gefälle. Plötzlich ist die
Landschaft eine einzige Steinwelt, überall liegen große und kleine Steine herum.
Doch vorher treffen wir noch den „wichtigen“ deutschen Gast aus Kaleichum, der gerade mit seinem
Fahrer aus dem Wachandarja (auch Wakhan geschrieben oder Wak genannt)-Tal zurückkommt. Er
hat uns nicht verraten, was er macht…, hat aber am 2. Mai einen wichtigen Termin in Frankfurt.
Wir gelangen bald an den Fluss, den ganzen Tag begleitet von Minen, dessen Warnung nun oft nur
noch auf Steinen steht. Zum Abend sind wir am See, wieder begleitet von Minen, zu erkennen an den
weißen Steinen für die Parkplätze der Minensucher. Der See, den wir als Stausee vermutet haben, ist
ein natürlicher See und wunderschön. Es gibt regelrechte Sandstrände, aber auf tadjikischer Seite
sind keine Fußspuren zu erkennen. Wir finden mit Mühe am Rande des Dorfes einen privaten Baum,
den wir uns für die Nacht leihen mitsamt dem Garten dazu, doch leider ohne Wasser.
Sonntag, 29. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr erreichen wir endlich Chorog.
Heute lesen wir einen Bericht über die Schmuggler, die den Alkohol nach Iran bringen.
Montag, 2. Mai 2011
24.-29. April, 268, 269, 270, 271, 272, 273
29. April, Dekh nach Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh; russisch Хорог/Chorog;
persisch ‫)خارغ‬, 85,9km, 10934,3 Gesamtkm
Datum: 29.4.11
Tag: 272
TagesunterstützerIn: Serap und Osman Erenay and Osman
von: Dekh m NN 2049
nach: Khorog m NN 2128
km 85,9
Gesamt km 10934,301
km/h: 11
Fahrzeit 07:46
gesamte Fahrzeit: 850:26:00
Anstieg in m pro h 69,01
Anstieg in m 536
Abfahrt in m: 457
höchster Punkt in m NN 2128
Steigung/Gefälle 1,16
1. Panne: Wolfgang baut einen noch in der Türkei gefundenen Gummi-Riemen für LKW-Planen als
Dämpfung in die Weberkupplung ein. Vielleicht ist das sogar besser als der zu schwache OriginalGummi.
2. Panne: Wolfgang´s Vorbau ist etwas locker geworden und hat zusammen mit den vorderen
Federgabeln zu viel Spiel.
Nachdem es am Abend schon anfängt zu regnen und zu stürmen und es am Morgen auch noch
regnet, schlafen wir bis 6:00 Uhr, also 1,5 Stunde länger. Das Haus neben dem Baum stellt sich als
Gemeindehaus heraus, auch der Generator ist der Gemeindegenerator. Beides wird gewartet und
beaufsichtigt von drei Männern, von denen einer ab 7:00 unser Begleiter ist, bis wir fahren.
Wolfgang sitzt nackt im Zelteingang, er hockt sich fünf Meter davor und sie unterhalten sich auf
russisch-deutsch….. Wir können einigermaßen trocken abbauen, der Baum hält doch eine Menge ab.
Wolfgang baut einen noch in der Türkei gefundenen Gummi-Riemen für LKW-Planen in die
Weberkupplung ein. Vielleicht ist das sogar besser als der zu schwache Original-Gummi.
Die Straße ist vernünftig und zu unserem Erstaunen geht es nicht in ein enges Tal sondern das Tal
wird immer weiter und immer grüner. Es gibt richtige Landwirtschaft. Es regnet immer noch
wenngleich zu sehen ist, dass die Wolken einfach noch tief hängen und das Wetter an sich gut ist.
Wir können dem Neuschnee über uns zuschauen.
Wir haben die Hoffnung, dass wir Chorog erreichen, das wären 80 km! So viel haben wir seit Tagen
nicht mehr geschafft. Wir wollen in einem Dorf etwas fürs Mittagessen einkaufen, dort gibt es einen
Laden, vor dem stehen 30 Männer. Im Laden gibt es im Grunde nur Bier und Wodka. So sehen auch
die Männer aus. Wir fahren weiter und finden eine Gaststätte. Dort können wir in einem ganz
schönen Raum sitzen, bekommen tolles Essen – mal etwas anders als Fleisch, Zwiebeln und Brot,
sondern Maultaschen und Nudelsuppe. Draußen versammeln sich auch wieder Männer und trinken.
Heute ist Freitag, aber so ganz erklärt es das noch nicht. Der See begleitet uns weiter
und hier ist der Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ,
tadschikisch Панҷ Pandsch) so schmal, dass wir uns vorstellen können, dass dort das eine oder
andere die Ufer wechselt….. Wir sehen die schneebedeckten Berge vor uns, die uns die Nähe von
Chorog ankündigen und kommen durch immer dichtere Besiedelung.
In einem Dorf gibt es fast türkische Zustände, das erste Mal seit langem, dass wir Kinder haben, die
an den Taschen reißen. Nach viel Schreierei, hier hält kein Auto, egal wie sehr wir auf der Straße
stehen, fahren wir weiter. Es ist klar: wir müssen Chorog erreichen, denn die Besiedelung ist viel zu
dicht. Wir sehen das Schild und können es kaum glauben!
Es liegen zwar noch zehn Kilometer vor uns, aber das geht gut und Chorog ist sehr entspannt. Wir
finden das Gästehaus und kommen zu Gebetszeit an. Auf dem Grundstück ist ein Gebetsraum der
Ismailiten (arabisch ‫اإلسماعيلية‬, DMG al-Ismāʿīlīya) und da ist Gebet auch Gesang. Es ist ein schöner
Ort.
Hier ein blog aus der Gegenrichtung vom Vorjahr.
Montag, 30. April 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr genießen wir Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh bzw. ‫)خارغ‬.
30. April, Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh; russisch Хорог/Chorog; persisch ‫)خارغ‬
Nach dem Ausschlafen und dem guten Frühstück wandern wir in die Stadt. Chorog hat einen wirklich
schönen Park,
in ihm ist die Tourist-Information, die schon zu hat, wo aber die zuständige Frau wieder herbei
telefoniert wird. Wir erstehen die berühmte Karte für den Pamir (womöglich aus Sanskrit upa-meru,
„Nahe dem (Berg) Meru“, oder aus Persisch pāye mihr, „Zu Füßen Mithras“) und haben nun eine
Karte im Maßstab 1:500 000. Auf der Suche nach dem Internet lesen wir zunächst die Informationen,
die auf der Karte stehen. Dazu sitzen wir im Park, dem Stolz der Stadt, der wirklich wunderschön ist.
Die Pappeln sind hier,
wie sonst auch, ganz schlank geschnitten, so dass sie einander beinahe berühren, aber von den Ästen
her ganz schmal sind.
Das Beschneiden ist hier im Frühjahr und viele der langen Äste werden einfach wieder in die Erde
gesteckt. So gibt es hier unendliche Pappelalleen und auch der Park besteht auch Hunderte dieser
Pappeln.
Durch die Stadt fließt der Fluss
und es sind überall die schneebedeckten Berge zu sehen.
Nachdem auch dort steht, dass sich alle registrieren müssen, suchen wir also die zuständige Stelle
auf. Da die Internetcafés zu sind oder aber gerade keine Leitung haben, haben wir eh Zeit. Der
Pförtner sagt uns, dass wir um 14:00 wieder kommen sollen. Also suchen wir das neue indische Hotel
im Ort, denn dort soll es Internet geben. Wir landen im Restaurant, für das Hotel wird vage in den
dritten Stock gedeutet. In diesem gelangt man nur durch die Rezeption der Aga-Khan-Stiftung. Die
wissen vom Hotel nichts, deuten aber auch auf die Treppe. Also ersteigen wir diese, die eine Seite
bewohnt von der Aga-Khan-Stiftung, die andere von der indischen Hotel-Restaurant-Kette. Eine Frau
fragt uns, was wir denn wollen. Internet löst eine gewisse Irritation aus, sie holt jemanden aus der
Stiftung, der uns sein Internet zur Verfügung stellt. Bald muss er aber gehen, aber wir haben die
Mails abholen können und den Blog ins Netz gestellt. Auf dem Weg nach unten betrachten wir das
Plakat der indischen Restaurant- und Hotellkette. Uns erschließt sich der Zusammenhang ebendieser
mit einer Art Masterplan für Tadschikistan (kyrillisch: Тоҷикистон, perso-arabisch: ‫تاجيکستان‬
tājikestān; amtlich Republik Tadschikistan, kyrillisch: Ҷумҳурии Тоҷикистон, russisch Республика
Таджикистан, Respublika Tadschikistan) im Blick auf Internet und online Konferenzen nicht wirklich.
Wir gehen zurück zum OVIR. Der Pförtner erklärt uns, dass heute keiner mehr da ist. Es ist ja auch
Samstag. Montag geht es wieder. Wir gehen zum Basar und bekommen dort endlich ein wenig Obst
und auch Knoblauch. Von Kaffee arabico keine Spur. Leider. Nun suchen wir weiter ein Internet und
finden ein funktionierendes in der Post. Dort ist ein Seitenraum eingerichtet und total überfüllt. In
einem ehemaligen Springbrunnen oder Becken können wir uns auf den Rand setzen und finden ein
Lan-Kabel, das von der Decke kommt. Wir nehmen es und es funktioniert.
Auf dem Weg zurück erstehen wir grünen Tee (Gunda) und löslichen Kaffee (Wolfgang). Wir sind zum
Abendbrot angemeldet, das wir parallel zum Abendgebet einnehmen. Die Gebetszeiten am Abend
sind sehr liturgisch, mit viel Gesang, aber auch mit Gebeten oder Predigten, sowohl von einem Mann
als auch von einer Frau. Die Frau scheint durch die Liturgie zu führen, denn sie stimmt die Lieder an
und stimmt auch in das Gebet ein. Inzwischen sind wir die einzigen Gäste und die Veranda ist
„unsere“. Wir haben das erste chinesische Bier gefunden.
Wir sind so weit oben am Berg, dass wir gutes Wasser haben. Beim Grundstück nebenan ist leider
wieder die Latrine direkt neben den Bergbach gebaut. Wir sind immer wieder von neuem verwundert
über den Umgang mit Wasser und das wenige Wissen um sauberes Wasser.
Dienstag, 1. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr treffen wir den Gesandten.
Heute wissen wir, daß an diesem Tag Osama bin Laden (arabisch ‫الدن‬
‫ )أسامة بن‬getötet wurde.
1. Mai Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh; russisch Хорог/Chorog; persisch ‫)خارغ‬
Wir werden von Geräuschen geweckt, die wir für Baugeräusche halten, schließlich ist hier eine
Baustelle. Als wir aus der Tür schauen, sehen wir, dass das Schaf geschächtet ist und wird gerade an
den Baum gehangen und anschließend ausgenommen, interessiert betrachtet von der Katze
und unzähligen Elstern.
Als wir nach dem Frühstück – nach einer Wäsche-Waschaktion
, diesmal mit einem guten Waschstein, aber ohne fließendem Wasser, aber Gunda ist inzwischen
Meisterin im Hand-Waschen, so dass das auch mit Eimern geht – fragen, erfahren wir, dass heute der
Gesandte des Aga Kahn kommt. Deswegen sind den ganzen Vormittag schon Unmengen von Kindern
auf dem Gelände,
alle im besten Anzug und Kleid, ebenso wie Männer und die Frauen.
Es ist ein Farbenspektakel, jede Frau scheint die andere in Buntheit zu übertreffen und es sind alle
Farbkombination zu sehen. Was für ein anderes Bild als es bei religiösen Versammlungen im Iran
wäre! Es wird trommeln geübt, aufgeräumt, geputzt, im Gebetsraum unterrichtet, gesungen und die
Aufregung steigert sich immer mehr. Bald haben alle Frauen Fliedersträuße in der Hand und die
Lautstärke aufgeregten Sprechens steigert sich. Plötzlich ist der Hof leer, alle sind am Tor. Er ist
angekommen.
Wir haben auf unserer Veranda einen guten Ausblick und können uns das alles von Weitem
anschauen. Uns wird jetzt erst bewusst, dass wir in seinem Haus sind, das eben zum Teil ein
Gästehaus ist (um den Ort zu finanzieren). Später schaut er sich das Gästehaus und auch den Neubau
an und begrüßt uns freundlich.
Irgendwann verlassen wir dann unser Refugiumm kommen am Fußballplatz vorbei, wo heute ein
Pokalspiel ist
und wandern hinab, um ins Internet zu gehen. Es ist Sonntag. Es hat alles zu. Wir versuchen, in zwei
offene Netze zu gelangen, die es als W-Lan in der Stadt gibt, scheitern aber an der Aufforderung, die
E-Mail-Adresse des Accounts einzugeben. Also sitzen wir im schönen Park, nachdem wir vorher an
den Endverbrauchern der Drogenroute vorbeigekommen sind. Im Gegensatz zum restlichen
Tadjikistan, wie wir es bisher gesehen haben, sind sie hier zu sehen. Dazu die üblichen großen Autos
mit dunklen Scheiben, hier fährt man in der Regel ohne Nummernschild und darf auch bei Rot über
die einzige Ampel fahren, auch wenn die Militia direkt daneben steht. Andere können das nicht so
machen. Zum Abendessen gibt es Plov mit Fleisch vom Schaf. Es ist ein guter Plov und wir essen
wieder zum Gesang und zur Predigt des abendlichen Gebetes, heute besonders lang, weil ja der
Gesandte da ist. Dennoch führt eine Frau durch die Liturgie.
Uebrigens: Vor 100 Tagen waren wir in Teheran.
Mittwoch, 2. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr machen wir einen letzten Räder-Check vor den 4.000er-Pässen.
Heute macht Barack Hussein Obama II[1] [bəˈɹɑːk hʊˈseɪn oʊˈbɑːmə] Wahlkampf.
Montag, 2. Mai 2011
30. April bis 2. Mai, Chorog - 274, 275, 276
2. Mai, Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh; russisch Хорог/Chorog; persisch ‫)خارغ‬
Heute werden wir uns registrieren und dann den Blog ins Netz stellen und noch zur Post gehen. Dann
müssen die Räder kontrolliert werden und alle Taschen gepackt werden. Morgen geht es weiter und
dann wirklich in die Berge. Bald haben wir auch das Gunt-Tal hinter uns und sind auf der Hochebene.
Uebrigens:Vor 200 Tagen waren wir in Milhangazi.
Montag, 2. Mai 2011
Panj
Donnerstag, 3. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr brauchen wir das erste mal unseren Wasserfilter und erreichen 2.710 m über
NN. Wir haben aufgegeben, über die Europastrasse 009 über Ishkoshim (Tajik: Ишкошим), also
Ishkashim (Russian: Ишкашим) und den Khargush-Pass nach Alichur zu fahren.Es soll noch zu früh im
Jahr sein und nach der Strecke im Pjandsch-Tal (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫پ نج‬
pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) sind wir mit Durchschnitts-Tagesleistungen
vorsichtger geworden. Unser Visum ist ja begrenzt. Daher fahren wir den Pamir Highway (Russisch:
Pamirski trakt Памирский тракт) zwischen dem Rushan-Gebirge im Norden und dem ShugnanGebirge im Süden im Tal des Gunt. Ab jetzt müssen wir besondere Angst vor Erdbeben haben, weil
eine Flutwelle dann alles wegreißen würde, bricht der Damm des Yashil Kul. Auch vor Rushan waren
wir durch den Saressee (tadschikisch кӯли Сарез Köli Sarez) gefährdet. Warnhinweise für die
Evakuierung begleiten uns.
Heute lese wir zu den Erdbebenrisiken.
3. Mai Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh; russisch Хорог/Chorog; persisch ‫ )خارغ‬bis Vuzh, 61,1
km, 10995 Gesamtkm
Datum: 3.5.11
Tag: 276
TagesunterstützerIn:
von: Khorog m NN 2128
nach: Vuzh m NN 2710
km 61,1
Gesamt km 10995,4013
km/h: 10
Fahrzeit 06:04
gesamte Fahrzeit: 856:30:00
Anstieg in m pro h 147,69
Anstieg in m 896
Abfahrt in m: 314
höchster Punkt in m NN 2712
Steigung/Gefälle 1,98
Nach einem guten Frühstück brechen wir auf und kaufen noch Trinkwasser. Es geht direkt steil
empor, aber die Straße ist gut und wir können immer wieder einmal zurückblicken auf die weißen
Berge, die uns so lange begleitet haben.
Nun haben wir den Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ جپ ن‬pandsch, DMG
panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) hinter uns gelassen und damit auch Afghanistan, offiziell
Islamische Republik Afghanistan (Paschtu/Dari (Persisch): ‫ افغانستان‬Afghānestān. Nach der
Meldung über den Tod von Usāma ibn Muhammad ibn Awad ibn Lādin (* vermutlich zwischen März
1957 und Februar 1958 in Riad, Saudi-Arabien; † 2. Mai 2011 in Abbottabad, Pakistan), allgemein als
Osama bin Laden (arabisch ‫الدن‬
‫ )أسامة بن‬bekannt, sind wir ganz froh, von der direkten Grenze weg
zu sein. Die Straße windet sich direkt bergauf, durch große Dörfer mit stattlichen Häusern. Noch gibt
es viele Läden und eine gute Infrastruktur.
Das Tal ist dicht besiedelt und es folgt ein Dorf nach dem anderen. Hier oben werden die Felder jetzt
erst gepflügt. In der Regel mit Ochsen, manchmal auch mit der Hand.
Einen Traktor haben wir gesehen. Die Häuser sind entweder die hoch gebauten Holz-Steinhäuser mit
dem offenen Dachstuhl oder es sind Lehmhäuser, die eine Kuppel haben, auf der ein Glasdach ist.
Manche Dörfer sehen von den Häusern her viel schlichter und einfacher aus, dann wieder stehen
riesige Villen in bewaldeten Gärten. Aber ob Villa oder einfaches Haus, es gibt kein fließendes
Wasser, aber Satellitenschüsseln und die Latrine ist viel zu nah am Wasser gebaut. So müssen wir
heute unseren gesamten Getränkebedarf mit Flaschenwasser abdecken. Viele der Männer sind schon
am Vormittag betrunken und es scheint die zu geben, die auf den Feldern oder an ihren Häusern
schuften und die, die den Tag mit Trinken und Wandern verbringen.
Das Tal ist sehr weit und zum Teil – angesichts der Höhe erstaunlich – beinahe lieblich.
Wir kommen viel besser voran als wir dachten und können so schon früh das Zelt aufschlagen. Wir
sind so nah am Fluss, dass wir das Wasser – es gab keine Quellen mehr - aus dem Fluss holen und
filtern. Das ist das erste Mal und es geht sehr gut und sehr schnell.
Die Höhe ist durchaus bemerkbar, gerade an steilen Steigungen, dann geht der Atem doch schon
schneller aus und der Wasserbedarf ist deutlich höher. Wir haben heute um die 10 l Flüssigkeit zu
uns genommen und es war nicht sehr heiß - nun sind wir gespannt auf unsere erste Nacht auf 2700
m.
Freitag, 4. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr fahren wir immer wieder an Frühwarnsystemen vorbei.
Heute lesen wir von der Verurteilung des Nikolaus-Mörders.
4. Mai, Vuzh bis Kulghan-Tulgai, 59,3km, 11054 Gesamtkm
Datum: 4.5.11
Tag: 277
TagesunterstützerIn: Joachim Lenz
von: Vuzh m NN 2710
nach: Kulghan-tugai m NN 3357
km 59,3
Gesamt km 11054,7013
km/h: 10
Fahrzeit 05:55
gesamte Fahrzeit: 862:25:00
Anstieg in m pro h 100,23
Anstieg in m 593
Abfahrt in m: -54
höchster Punkt in m NN 3359
Steigung/Gefälle 0,91
Unser Nachtplatz ist sehr schön und die Nacht nicht zu kalt. Am Morgen sind wir dennoch noch so
müde, dass wir beschließen, nach dem Frühstück noch 45 Minuten zu schlafen, also bis 7 Uhr oder 8
Uhr kirgisischer Zeit. Die Uhren haben wir schon umgestellt, diese Zeit gilt auch als inoffizielle im
Pamir.
Die Straße bleibt gut und das Tal weit. Es ist viel mehr Himmel zu sehen als im Pjandsch(auch Panj,
Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch)-Tal und das
ist einfach schön. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf die 5000er Berge um uns
herum.
Wir kommen gut voran und bis auf ein oder zwei dramatischere Steigungen ist die Straße sanft
gebaut.
Die Dörfer wechseln in ihrem Aussehen zwischen ganz neuen Pamir-Häusern
und den Lehmhäusern. Je weiter wir kommen, desto mehr überwiegen die Lehmhäuser. Die Natur
verfällt immer mehr in den Winterzustand, je höher wir kommen, und auch die Feldarbeiten sind
noch ganz am Anfang. Hier gibt es auf der Strecke einen Traktor, alles andere wird mit Ochsen
gepflügt. Die Teppiche werden in der Regel auf der Straße gewaschen. Der Fluss ist nicht sehr breit
und es gibt viele Bücken über den Fluss, manche brauchen durchaus Mut zum Überqueren.
Wir werden sehr viel zum Tee eingeladen, was wir aber ablehnen, weil wir doch weiterwollen. Es gibt
viel weniger Logisitk als im Pjandsch(auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch,
DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch)-Tal, so keine einzige Gaststätte, wenn nur Wodka-Cafés.
Heute sind wir von den ersten Radfahrenden überholt worden: mit dem Bus. Sie sind auf dem Weg
zur Abzweigung in die Wakhan-Ebene, die Strecke, die wir ursprünglich fahren wollten. Sie leben für
ein Jahr in Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh bzw. ‫ )خارغ‬und haben schon gehört, dass wir das
sind. Ansonsten werden wir dauernd von Autos der GTZ (jetzt GiZ) überholt und haben schon
überlegt, sie anzuhalten und um eine Kaffee-Spende zu bitten…. Leider fahren sie immer so schnell,
dass es dazu keine Gelegenheit gibt. Hier ist in jedem Dorf – wie auch schon am Pjandsch (auch Panj,
Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari ‫ پ نج‬pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) – irgendein
Projekt eines Hilfswerkes verwirklicht. Es gibt hier ganz viele Frühwarnsysteme, einmal seismische
und andere, die wir noch nicht ganz verstehen. Da aber in manchen, jetzt Bächen,
Wasserstandsmelder stehen, vermuten wir, dass es sich um Hochwasser- oder Lawinenschutz
handelt. Gerade sind wir durch ein Dorf gefahren, in dem ein Ziegen-Zucht-Projekt verwirklicht
wurde. Je höher wir kommen und je weiter von Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh bzw. ‫)خارغ‬
entfernt, desto einfacher werden die Dörfer und die Häuser, desto karger die Landschaft.
Im Grunde ist hier bereits Wüste und Steppe und ohne Wasser wächst nichts. Die wenigen Felder
werden in harter Arbeit bewirtschaftet und sind steinig und klein. Das Leben hier oben wirkt hart,
umso erfreulicher sind die vielen Schulen und auch die vielen Kinder und Jugendlichen, die trotz der
vielen Arbeit noch Zeit haben, um Volleyball zu spielen oder eben überhaupt zur Schule zu gehen.
Uns fällt auf, dass ganz viele Kinder und Erwachsene hier oben ganz fürchterlich husten. Ein
trockener Reizhusten. Wir können uns das nicht erklären, hören ihn aber ständig.
Auf fast 3.500 m haben wir noch nie übernachtet, der Himmel ist bewölkt, im Westen sind die
Wolken recht dramatisch und es wird kalt. Die ersten restlichen Schneefelder gibt es seit 300
Höhenmetern und den Pass können wir bereits sehen, ganz im Schnee.
Samstag, 5. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr sind wir bei Schneesturm im Thermalbad.
Heute lesen wir, daß in Japan alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Die Lage in Fukushima selbst
wird immer besorgniserregender.
Mittwoch, 11. Mai 2011
3.-5. Mai, Chorog bis Jelandi, 276, 277, 278
5. Mai, Kulghan-Tulgai bis Jelandi, 16,9km, 11071 Gesamtkm
Datum: 5.5.11
Tag: 278
TagesunterstützerIn: Frauke Schürings
von: Kulghan-tugai m NN 3357
nach: Jelondi m NN 3525
km 16,9
Gesamt km 11071,6013
km/h: 8,8
Fahrzeit 01:54
gesamte Fahrzeit: 864:19:00
Anstieg in m pro h 130,00
Anstieg in m 247
Abfahrt in m: 79
höchster Punkt in m NN 3529
Steigung/Gefälle 1,93
Obwohl wir relativ öffentlich hinter dem Felsen sind,
kommen am Morgen nur eine alte Dame und dann noch ein Hirte mit seinem Sohn und einem
kleinen Hund.
Der Morgen ist strahlend blau und wir können uns nicht vorstellen, dass es gestern noch so wolkig
und nach Unwetter aussah.
Allerdings kommen innerhalb weniger Minuten wieder Wolken und diesmal sind es viele und
vermehren sich schnell. Wir fahren los und haben eh nur wenige Kilometer bis zur heißen Quelle.
Diese erreichen wir bei Bewölkung, aber noch im Trockenen. Wir bekommen ein Zimmer, sollen
unsere Räder einschließen und können dort zu Mittag essen. Unsere Hoffnung, dass es hier noch
einen kleinen Laden gibt, erfüllt sich bisher nicht. Unsere Vorräte sind ziemlich geschrumpft und wir
haben mindestens drei Tagen keine Gelegenheit mehr zum Einkaufen. Daher essen wir zwei
Portionen Suppe und viel Brot und hamstern schon mal Brot. Hier ist alles sehr schick und wirkt recht
neu renoviert, nur wie immer: die Latrinen sind ein Skandal. Wie es sein kann, dass es fast überall
Satellitenschüsseln gibt, oft auch Strom, aber keine vernünftig gebauten Latrinen oder ein
Waschbecken zum Händewaschen. Hier sind es drei Latrinen nebeneinander ohne jegliche
Abtrennung und sie sind in einem fürchterlich versch… Zustand. Zum Glück gibt es einen Rohbau
direkt daneben…. Das denken sich wohl viele.
Nach Massen an Suppe, also vor allem an Fett und Flüssigkeit, gehen wir in einem gediegenen
Abstand dazu ins heiße Becken. Nach Männern und Frauen getrennt. Was für eine Wohltat! Es ist
beinahe kochend heiß dort, wo es ins Becken geht. Inzwischen ist es draußen stürmisch und nebelig
und fängt an zu regnen und dann zu schneien. Nach einem zweiten Bad wird das Wetter aber schon
besser, so dass wir wohl morgen weiterfahren können und hoffen, dass wir hier noch Brot erstehen
können. Wir filtern uns Wasser zum Trinken und freuen uns auf die Kartoffeln zum Abendessen und
hoffen, dass der Strom wieder kommt.
Auf fast 3.600 m in irre heißes Schwefelwasser zu gehen und es geht einem danach gut, sogar so gut,
dass wir gar nicht schlafen brauchen, ist wohl ein Zeichen von gesundem Herzen und gesundem
Kreislauf!
Sonntag, 6. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr fahren wir über den ersten 4.000er-Paß! (Koi-Tezek Paß 4.272mNN)
Foto zitiert
Immer begleiten uns Murmeltiere (Marmota), konkret Langschwanzmurmeltiere (Marmota
caudata).
6. Mai, Jelnody bis hinterm Koitezek Pass, 43,39km, 11240 Gesamtkm
Datum: 6.5.11
Tag: 279
TagesunterstützerIn:
von: Jelondi m NN 3525
nach: Bulunkul m NN 4024
km 43,39
Gesamt km 11114,9913
km/h: 7,8
Fahrzeit 05:30
gesamte Fahrzeit: 869:49:00
Anstieg in m pro h 153,45
Anstieg in m 844
Abfahrt in m: 345
höchster Punkt in m NN 4272
Steigung/Gefälle 2,74
Nach einem weiteren wenn auch kurzen Bad
bekommen wir unser Frühstück: vier gekochte Eier und Brot. Ein Ei ist nicht gut, so bekommen wir
dafür nach Nachfrage so viel Wurst, dass unser Mittagessen gerettet ist. Wir fahren im Sonnenschein
und T-Shirt los und erfreuen uns des schönen Wetters. Bald sind die ersten Eiswolken am Himmel
und es stürmt schon wieder ziemlich.
Dennoch ist es noch gutes Wetter und wir kommen gut voran. Die Straße bleibt asphaltiert und die
Steigungen in der Regel sanft. Bald sehen wir den Weg, den die beiden anderen Radfahrer
genommen haben. Wir holen an dem Bach und der verschwundenen Brücke Wasser
und sind froh, dass wir nicht den Weg fahren. Es ist ein Feldweg, der sich mal im Schnee, mal im Bach
mal im Nirgendswo verliert und verläuft.
Dennoch ist es ein in der Karte eingezeichneter Weg. Unsere Straße wird bald steiler und wir sehen
schon den Passverlauf. Der Schnee ist auf unserer Höhe.
Auf 3.900 m ist ein Haus und wir werden zum Essen eingeladen. Wir lehnen ab, denn inzwischen ist
der Himmel eher schwarz denn blau und es stürmt sehr und wir wollen lieber über den Pass. Kurz
darauf hört der Asphalt auf und wir schieben die restlichen 400 Höhenmeter den Berg hinauf.
Es geht besser als gedacht und hat den Vorteil, dass wir von der Landschaft viel sehen, mehr, als
wenn wir gefahren wären und auf den Boden hätten schauen müssen. Wir werden wiede reinmal
von der GiZ überholt. Diesmal im Schritttempo. Wir hätten ja schon gedacht, dass sie anhalten und
uns Tee oder irgendwas anbieten, schließlich hängen wir kurz vorm Schneesturm auf 4.100 m auf
einer Schotterpiste am Berg mit ohne Atem. Aber denkste Puppe!
Als wir meinen, dass wir oben sind,
geht es noch einige Kilometer recht sachte durch ein Zwischental weiter bergauf.
Der Himmel ist inzwischen sehr schwarz
und hinterm Pass essen wir im „Windschatten“ der Räder – mit allen Wintersachen angezogen unser Mittagessen um 16.00- Aber wir haben den Pass geschafft! Auf 4.271 m. Es geht!
Danach werden wir vom Sturm den Berg über eine Abwechslung aus Schotter und Schlamm und
Asphalt hinabgejagt, mal mit Schnee, mal ohne.
Es ist ein Naturschauspiel. Denn der Schneesturm wirbelt hier nur Sand auf, wir sind schon wieder in
einer Wüste.
Dort bleiben wir dann auch auf der alten Straße auf 4.000 m Höhe, aber mit fließendem Wasser
neben uns.
An das Wasserpumpen haben wir uns schon gewöhnt. Es stürmt und wir kämpfen mit dem Zelt, aber
als es steht, sind wir wieder einmal froh, dass es so ein dichtes Zelt ist.
Und hier der blog vom Reiseradkollegen
Montag, 7. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr kommt uns der erste chinesische Sechsachser entgegen!
7. Mai , Hinterm Pass bis Alichur, 45,5 km, 11159 Gesamtkm
Datum: 7.5.11
Tag: 280
TagesunterstützerIn: Wolfgang Spohn-Haniel
von: Bulunkul m NN 4024
nach: Alichur m NN 3863
km 45,5
Gesamt km 11160,4913
km/h: 9,6
Fahrzeit 04:44
gesamte Fahrzeit: 874:33:00
Anstieg in m pro h 117,04
Anstieg in m 554
Abfahrt in m: 715
höchster Punkt in m NN 4164
Steigung/Gefälle 2,79
Es sind 5 Grad im Zelt und unser Abwaschwasser ist gefroren. Wir sind wieder in der Wüste und so ist
nichts weiteres an- oder eingefroren. Wir bauen im Sturm bei einem strahlend blauen Himmel ab
und haben unsere Mühe, den Sand aus möglichst vielem rauszuhalten.
Nachdem das Wasser gefiltert ist, fahren wir zurück auf die Hauptstraße,
die schnell in Schotter wechselt und für einige Kilometer Schotter bleibt.
Bergauf heißt das Schieben, bergab ist es immer eine Entscheidung zwischen Fahren und Rutschen
oder Schieben. Irgendwann kriegt Gunda die Krise, weil sie befürchtet, bis zur kirgisischen Grenze
schieben zu müssen. Der Sturm bleibt und fegt wieder die Wolken an den Bergkamm.
Wir blieben trocken, es bleibt die Wüste um uns. Irgendwann kommt der Asphalt wieder und damit
steigt die Stimmung
und wir können mehr wahrnehmen als die Steine und Schlaglöcher vor uns. Bald sehen wir die
beiden Salzseen in der Ebene vor uns
und sehen nun wirklich den Weg, auf dem wir sonst gekommen wären. Der andere Weg war auch ein
Weg in die Wakhan-Ebene, aber nun wirklich nur für Mountain-Bikes.
Piet wird ihn in der anderen Richtung fahren.
Isabell und Uwe werden ihn in ein paar Wochen fahren. Da es erst Anfang Mai ist, haben wir uns nicht
getraut...
Es geht bergauf und bergab
, die Wolken werden immer mehr und immer schöner und es wird wieder kälter.
Uns kommt ein Jeep entgegen, ihm entspringt ein Engländer, der uns anspricht und uns Wasser und:
zwei Cadbury-Müsli-Riegel gibt! Was für ein Luxus! Beides genießen wir mit der Aussicht auf ein
weiteres Tal, das sich eröffnet.
Hinter der nächsten Kurve stehen die ersten chinesischen Lastwagen mit einer Reifenpanne. Es sind
Sechs-Achser, daß die nicht bis Dushanbe kommen, ist mehr als verständlich. Wir sind so begeistert,
dass wir ein Foto machen
und dann weiter fahren, immer noch auf Asphalt, der hier ganz neu wirkt. Nach einem kleinen Pass
und um die nächste Kurve sehen wir Alichur vor uns. Wir sind begeistert. Dort soll es eine Unterkunft
geben und außerdem einen Laden. Beides finden wir und kommen so zum ersten Mal in ein
kirgisisches Haus, das zwei Zimmer im Angebot hat: ein großes, aber kälteres und kleines, aber
warmes. Wir nehmen das größere. Der Badekessel wird für uns geheizt, es gibt viel Brot, getrocknete
Butter, Wurst und eine sehr leckere Suppe. Es wird ein Generator angeschmissen und die Tür zum
Koch- und Essraum offen gelassen, so dass es ein wenig warm wird.
Dienstag, 8. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr begegnen wir Yakherden, als wir zwischen dem Nördlichen Alichur-Gebirge und
dem Südlichen Alichur-Gebirge den Alichur entlang zum Neizatasch-Paß (4.137 m NN) fahren.
8. Mai, Alichur bis kurz vor Murghab (Tajik Мурғоб; Russian Мургаб, from the Persian word ‫مرغاب‬
meaning "river of the birds"), 91,9km, 11251 Gesamtkm
Datum: 8.5.11
Tag: 281
TagesunterstützerIn: Marlene Lautze
von: Alichur m NN 3863
nach: Murghab m NN 3666
km 91,9
Gesamt km 11252,3913
km/h: 15,6
Fahrzeit 05:53
gesamte Fahrzeit: 880:26:00
Anstieg in m pro h 97,73
Anstieg in m 575
Abfahrt in m: 772
höchster Punkt in m NN 4136
Steigung/Gefälle 1,47
Die Nacht ist ziemlich kalt gewesen und auch der Morgen ist kalt und klar. Wir bekommen Milchreis
zum Frühstück! Und dürfen das Brot einpacken.
Der Sturm bleibt uns als Rückenwind treu und der Asphalt bleibt auch und so sausen wir dem
nächsten Pass (Neizatasch - 4.137 m NN) entgegen, der ganz flach ist. Es ist ein schönes Fahren und
wir halten immer wieder einmal an, um die eine oder andere Yakherde zu fotografieren.
Am Pass gibt es einen Mittagssnack
und dann geht es in ein Tal hinein.
Dort sind die ersten Jurten aufgebaut und es gibt mehr Yackherden. Die Felsen sind rot, der Fluss hat
sich tief hineingefressen.
Manchmal sind natürliche Brücken im Felsen zu sehen, aber immer noch kein Marco-Polo-Schaf.
Wir bleiben im Tal, auch wenn es nicht mehr weit bis Murgab ist, aber vor uns liegt eine der vielen
15% Rampen den Berg hinauf und die schauen wir uns lieber bis morgen von unten an.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr fahren wir über den Kotali-Jaman-Tal (Paß - 3.716 m NN) in das Tal des Murgab
(im Oberlauf Aksu bzw. Oksu genannt) nach Murgab (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб, in
arabischer Schrift: ‫)مرغاب‬.
Links talwärts ist der Saressee (tadschikisch кӯли Сарез Köli Sarez), der ganze Landstriche bedroht
(Wikipedia):
Geologen befürchten, dass der möglicherweise instabile Usoi-Damm während eines weiteren starken
Erdbebens brechen könnte, was zu einer verheerenden Katastrophe führen würde:
Wenn der Damm tatsächlich bräche, würden sich die Wassermassen des Saressees über den Murgab,
Bartang, den Pjandsch und den Amudarja in Richtung des Aralsees ergießen und nicht nur die
Uferregionen dieses Flusslaufs in Tadschikistan, Afghanistan, Usbekistan und Turkmenistan
überfluten. Davon wären etwa 5 Millionen Menschen sowie auch die Flora und Fauna in der
gesamten Region betroffen. Dabei würde sich Forschungen zufolge eine anfangs 150 bis 170 m hohe
Flutwelle in das Tal ergießen, die noch am Amudarja die Höhe eines zweistöckigen Hauses aufweisen
könnte.
Neben einem Erdbeben stellt das aus dem See abfließende Wasser an sich eine potentielle
Gefahrenquelle dar. Das Seewasser läuft nicht über dessen Krone, sondern versickert in der
seeseitigen Böschung. Es wird befürchtet, dass das Filtrationswasser dabei immer größere Hohlräume
ausspült, wodurch der Usoi-Damm allmählich an Stabilität verlieren würde. Auf der tal- bzw.
luftseitigen Böschung tritt das Wasser weit unterhalb der Dammkrone wieder als Gebirgsfluss aus;
unterhalb dieser "Quelle" bildet der Murgab im Bereich des Damms eine stets größer werdende
Schlucht aus, so dass der Damm allmählich abgetragen wird. Weil des Weiteren aufgrund der
Globalen Erwärmung die Gletscher des Pamir im zunehmenden Maß abschmelzen, stieg der
Wasserspiegel in den letzten Jahren von 3.239 m auf 3.263 m Seehöhe an, ein Zuwachs von fast 25 m,
der den Wasserdruck auf den Damm steigert und die Seefläche auf knapp über 80 km² anwachsen
ließ. In den Winterhalbjahren, wenn die Gletscher wieder gefrieren, sackt der Wasserspiegel um bis zu
12 m ab, um danach wieder anzusteigen.
Viel größer als die Gefahr eines Dammbruchs ist ein absehbarer Einsturz bzw. ein Abrutschen einer
dem Staudamm in rund 4 km Entfernung gegenüberliegenden Felswand, an der sich eine 1,5 km lange
Felsspalte gebildet hat. Bereits bei einem leichten Erdbeben könnte diese Wand in den See stürzen,
wobei etwa 0,5 bis 1 km³ Gestein in den Saressee rutschen würde. Die durch die Wasserverdrängung
entstehende Flutwelle würde die Wassermassen gegen die Ufer und möglicherweise über den Damm
treiben. Im ungünstigsten Fall würde dies zum teilweisen oder gänzlichen Zusammenbruch des
Damms führen, was in den Tälern unterhalb des Damms zu einer Katastrophe führen würde.
Aufgrund all dieser Gefahrenquellen wurde im Jahr 2004 am Usoi-Damm eine ErdbebenÜberwachungsanlage installiert. Parallel dazu wurden in den flussabwärts im Murgab- bzw. BartangTal liegenden Dörfern Sirenen errichtet, die über Solar- und Akkustrom versorgt werden, so dass sie im
Idealfall rund um die Uhr einsatzbereit sind.
Mittwoch, 11. Mai 2011
6.-9. Mai, Jelandy bis Murghab, 279, 280, 281, 282
9. Mai, bis Murghab (Tajik Мурғоб; Russian Мургаб, from the Persian word ‫ مرغاب‬meaning "river
of the birds"), 15,5km, 11267 Gesamtkm
Am Abend beginnt ein Sturm, der uns um unser Zelt fürchten lässt. Wir sind ja nicht nur in einem Tal,
sondern auch noch in einem regelrechten Windkanal am Rande eines Flussbettes. Zum Glück hält das
Zelt und der Sturm legt sich bald. In der Nacht ist ein Tier an unserem Zelt, Wolfgang findet, dass es
ein Hund war, da er gebellt hat, Gunda ist der Meinung, dass Wolfgang gebellt hat, weil ein Tier an
der Küchentasche knabbert. Auf jeden Fall ist die Küchentasche am Morgen in Ordnung und alles
noch da. Es liegt Eis auf dem Zelt, aber die Sonne scheint immer wieder. Die Berge sind
Wolkenverhangen und immer wieder kommen Wolken hinunter. Wir haben Glück und werden nicht
nass. Der Anstieg zum Kotali-Jaman-Tal (Paß) ist in der Tat so knackig, wie wir ihn vermutet haben,
die Ausblicke auf die Canyon um uns herum dafür umso schöner. Bald haben wir das Murgab (im
Oberlauf Aksu bzw. Oksu genannt)-Tal erreicht und sehen hinab in die Ebene, in die die Wolken aus
dem Bartang-Tal getrieben werden.
In der Ferne ist Murgab (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб, in arabischer Schrift: ‫ )مرغاب‬zu
sehen, die Beschreibung, es sehe aus wie ein Hafen ohne Meer, ist sehr zutreffend. Nach dem
Checkpoint der Militia, freundlich wie immer, sind wir da. In Murgab!
Es ist beinahe unvorstellbar. War schon Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе,
persisch ‫دوشنبه‬, wörtlich ‚Montag‘) in der Planung in Deutschland schon sehr weit weg, war der
Pamir (womöglich aus Sanskrit upa-meru, „Nahe dem (Berg) Meru“, oder aus Persisch pāye mihr, „Zu
Füßen Mithras“) wie eine andere Welt. Nicht vorstellbar und im Grunde immer eher an das Ende der
Planung gerückt. Nun sind wir mitten drin. Es ist richtig Arbeit, in diesen Höhen Rad zu fahren, jede
Anstrengung ist eine Anstrengung und bei jeder Steigung über 9% geht die Puste ganz schnell aus.
Wenn es kaum Steigung oder keine Steigung hat, dann ist das Fahren selbst kaum anstrengender.
Aber kleine Dinge wie Zelt aufbauen, etwas Tragen oder Aufstehen nach dem Sitzen sind alles
Routine-Tätigkeiten, die hier oben zu spüren sind. Heute ist es besonders schwer, vielleicht macht
Bewölkung noch einmal etwas aus im Sauerstoffhaushalt. Auf jeden Fall sind wir froh, in Murgab zu
sein und dort nach einigem Suchen auch die Unterkunft gefunden zu haben, die Strom und sogar
Heizung und warmes Wasser verspricht.
Wir bekommen das große Zimmer, weil wir vier Nächte bleiben. Der Gang zum Basar ist nett, der
Basar eine Ansammlung von Containern,
heute haben nicht alle geöffnet, denn heute ist Feiertag: Tag des Sieges (russisch День Победы,
wiss. Transliteration Den' Pobedy). Wir finden ein Café, in dem es gutes Essen gibt und kämpfen uns
gegen den Sturm zurück.
Donnerstag, 10. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr machen wir die ersten schlechten Erfahrungen mit Home-Stays.
Interessant finden wir alte Zeitschriften aus dem Iran.
10. Mai Murgab (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб, in arabischer Schrift: ‫)مرغاب‬
Weil es bald nur noch bergab geht, wieder etwas Statistik:
Unsere höchsten Übernachtungsorte (Ort, Höhe über NN, Tag):
Bulunkul
4024
279
Alichur
3863
280
Murghab
3666
281
Murghab
3631
282
Jelondi
3525
278
Kulghan-tugai
3357
277
Vuzh
2710
276
Khorog
2128
272
Baqerabad
2052
152
Dekh
2049
271
Unsere tiefsten Übernachtungsorte (Ort, Höhe über NN, Tag):
Orfani
0
54
Tekirdag
2
64
Selimpasa
2
65
Messimvria
3
57
Alexandroupoli
3
58
Kamriotissa
10
59
Ipsala
10
62
Gravouna
20
55
Istanbul
29
66
Incirlik
32
96
Unsere weitesten Tagesetappen (Zielort, km, Tag):
Rohenburg o. d. Tauber
112,43
5
Damghan
109,03
192
Sarajevo
105,73
35
Kurutlutepe
101,47
90
Podgorica
101,33
40
Garmsur
100,14
189
Termiz
99,9
234
Aksaray
97,21
91
Shurak Maleki
97,06
200
Qamashi
96,9
231
Unsere kürzesten Tagesetappen (Zielort, km, Tag):
Kamriotissa
3,9
59
Teheran
4,74
171
Panjwin
4,94
121
Teheran
7,6
161
Dolani
11,84
51
Murghab
15,5
282
Jelondi
16,9
278
Kapikaya
26,3
77
Zigar
26,5
264
Malayer
26,65
135
Unsere schnellsten Tagesetappen (Zielort, km/h, Tag):
Shurak Maleki
18
200
Mahabad
17,2
153
Kurutlutepe
16,98
90
Murau
16,76
18
Beyramil
16,43
95
St. Stefan
16,05
20
Strumesnica
15,87
52
Srem. Kamenica
15,86
32
Pozanti
15,71
93
Birecik
15,7
100
Unsere langsamsten Tagesetappen (Zielort, km/h, Tag):
Zigar
5,9
264
Panjwin
6,62
121
Eged
6,9
265
Shuroabad
7,4
262
Baravin-Tar
7,6
270
Rrape
7,68
42
Bulunkul
7,8
279
Mozduran
8,3
201
Dashtizhum
8,5
263
Dekh
8,5
271
Unsere längsten Fahrzeiten (Zielort, Stunden, Tag):
Sarajevo
09:44
35
Uch-Adzhl
07:55
208
Khorog
07:46
272
Hauz-Han
07:46
206
Bajevo Polje
07:41
39
Damghan
07:35
192
Sanli Urfa
07:29
101
Bukhara
07:27
211
Blace
Qamashi
07:27
07:01
46
231
Unsere kürzesten Fahrzeiten (Zielort, Stunden, Tag):
Teheran
00:21
171
Kamriotissa
00:25
59
Teheran
00:42
161
Panjwin
00:44
121
Dolani
01:07
51
Murghab
01:25
282
Jelondi
01:54
278
Beyramil
02:06
95
Kapikaya
02:26
77
Alexandroupoli
02:28
58
Unsere größten Tagesanstiege (Zielort, m, Tag):
Sarajevo
1664
35
Bajevo Polje
1404
39
Blace
1337
46
Shuroabad
1325
262
Rrape
1228
42
Shemri
1212
43
Subasi
1125
78
Sanli Urfa
1047
101
Sanandaj
983
126
Milhangazi
953
76
Unsere geringsten Tagesanstiege (Zielort, m, Tag):
Teheran
0
161
Doroslovo
0
31
Repetek
0
209
Oqtosh
0
222
Bukhara
0
211
Hauz-Han
0
206
Mollanepes
0
207
Ata
2
205
Rabat i-Malik
5
221
Alexandroupoli
7
58
Unsere höchsten Etappen (Zielort, m NN, Tag):
Bulunkul
4272
279
Alichur
4164
280
Murghab
4136
281
Murghab
3716
282
Jelondi
3529
278
Kulghan-tugai
3359
277
Vuzh
2712
276
Hamadan
2215
133
Mahabad
2188
153
Sanandaj
2160
126
Unsere tiefsten Etappen (Zielort, m NN, Tag):
Alexandroupoli
3
58
Kamriotissa
10
59
Istanbul
29
67
Ipsala
57
62
Selimpasa
106
65
Komotini
115
56
Osmanye
127
97
Incirlik
137
96
Doroslovo
151
31
Zagreb
153
25
Gesamttage: 283
Fahrtage: 168
Km/Tag: 39,50
Km/Fahrtag: 66,53
Gesamtanstieg66.407 m
Anstieg/Tag: 234,65 m
Anstieg/Fahrtag: 395,28 m
Von 283 Tagen haben wir 19 auf dem Campingplatz, 82 „wild“, 1 Polizei,2 inder Moschee, 10 1. Hilfe oder Feuerwehr,3 inTankstelle/Restaurant, also
maximal 117 im Zelt, 21 privat und146 inHotels, Jugendherbergen oder Pensionen übernachtet.
Das Abendessen ist eher dürftig und die Atmosphäre hier im Haus eher frostig. Beim Abendbrot
treffen wir auf drei EngländerInnen, zu denen der Cadbury-Riegel-Spender auch gehört, die hier in
der Gegend versuchen, auf erneuerbare Energien umzustellen und dies mit Windkraft zu versuchen.
Es entspannt sich ein spannendes Gespräch über die Wahrnehmung dieser Region und dann um die
Frage, was für Radfahrende, die hier durch Murgab kommen, eine Hilfe sein könnte.
Nach dem Essen, mit einem Hin und Her des Generators, gehen wir ins Bett und trinken noch ein
lecker Bier als die Familie in „unser“ Zimmer kommt, um ihre Betten herauszuholen. Das machen sie
ohne jeden Kommentar, im Gegenteil, mit wenig freundlichen Blicken für uns, als wären wir
Eindringlinge und nicht zahlende Gäste. Ein seltsames Haus. Ein wenig ist es wie mit einer
versteckten Kamera, denn sie müssen direkt an unserem Bett vorbei zu den Decken. Nachdem am
Morgen, wir schlafen noch, dann nicht mehr, dasselbe wieder geschieht, wechseln wir das Zimmer.
Nun sind wir im Gästetrakt neben dem Essensraum und haben so einen Raum für uns.
Wir suchen mit den beiden Engländerinnen, die tadjikisch und russisch sprechen, den Fahrradverleih
und finden ihn nach vielem Suchen.
Es sind vier Räder, die gut sind, aber überhaupt nicht gewartet.
Unser ersehntes Ersatzteil finden wir nicht, aber vielleicht der Vater, wenn er zurückkommt. Im Hof
ist ein kleiner Yak angebunden neben einem riesigen Haufen von Teresken.
Wir dürfen noch die Bücher durchschauen und finden eines zum Mitnehmen. Die meisten sind
französisch.
Durch den Basar geht es zurück und wir finden Nudeln, Milchpulver und Knoblauch. Außerdem
eigepackten Kuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bis zur kirgisischen Grenze keinen Laden
finden, ist recht groß. Ob es in Karakul einen gibt, darüber gibt es keine gesicherte Auskunft, die
anderen Möglichkeiten gibt es nur im Sommer.
Den Nachmittag verschlafen wir ungestört im Zimmer und erleben dann am Abend den nächsten
Spektakel hier im Haus. Wir müssen uns immer wieder klar machen, dass wir zahlende Gäste sind!
Zunächst braucht es vier Anläufe, der vierte ist dann schon in einem sehr unhöflichen Ton, bis der
Ofen im Essensraum angeschmissen wird. Es ist nicht so, als sei die Heizperiode an sich vorbei und
wir zwei blöde Europäer, die irgendeinen Luxus wollen. Die Familienräume sind den ganzen Tag
geheizt.
Dann gibt es das Essen, eine schlechte Suppe. Das Brot kennen wir nun schon seit dem ersten Tag
und haben eigenes dabei. Auf die Frage, ob es denn irgendwie Licht gäbe, bekommen wir Brot, das so
nach Schimmel schmeckt, dass wir es nicht essen. Dann gibt es eine Kerze. Das Erfreuliche des
Abends: der Badeofen ist tatsächlich warm (vor allem auch weil die Familie ihn selbst nutzt) und es
gibt eine Fußpumpen-Duschkonstruktion.
Freitag, 11. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr erleben wir das ewige Gegen-, Neben-, Mteinander von Persern und Türken
(türkisch Türkler)...
Heute sehen wir in einer Ausstellung, warum wir im Iran keine Bilder in den blog laden konnten.
11. Mai Murgab (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб, in arabischer
Schrift: ‫)مرغاب‬
Das Frühstück ist wieder ein Drama. Das Ei ist da, es gibt wieder das Brot,
das wir schon kennen, es ist eindeutig verschimmelt (der Basar mit
frischem Brot ist keine fünf Minuten entfernt) und Kaffee gäbe es eh nicht
(es gab ihn aber gestern). Nachdem Gunda das Brot wieder in die Küche
bringt und mit der persischen „so nicht“ Geste der Dame des Hauses in die
Hand drückt (die Geste ist schon sehr eindeutig und unhöflich) und wir
dann auch das Brot von gestern (jetzt ist es ja hell genug um den Schimmel
zu sehen), zurückgeben, geht Gunda los, um Brot zu kaufen. Die Basar-BrotDamen sind noch nicht da (es ist auch erst 8.30). Also kein Brot. Inzwischen
hat sich der Vater eingeschaltet. Wir machen klar, dass wir nur noch die
Übernachtung zahlen, aber kein Essen mehr wollen und auch nicht das dort
stehende halbe Frühstück. Nun zahlen wir immer noch zu viel: zehn Dollar.
Es gibt hier andere Gästehäuser, meint die Tochter. Wir sollten doch einfach
woanders hingegen. Wollen wir aber nicht.
Nun können wir also für sechs Dollar pro Person Essen kaufen, das ist gar
nicht leicht, denn ein Mittagessen kostet für zwei Personen etwas über zwei
Dollar…….
Dem Hausherren ist das doch alles irgendwie peinlich und wir bekommen
heißes Wasser für unseren Kaffee und unseren Tee.
Wir laufen los zum Murgab-Haus (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб,
in arabischer Schrift: ‫)مرغاب‬, einem Haus einer französischen NGO mit der
Unterstützung der UNESCO und anderen europäischen Hilfswerken. Dort
soll es Internet geben. Es ist außerhalb der Stadt und ein wirklich schöner
Bau. Innen drin aber eine ähnlich frostige Atmosphäre. Nachdem wir eine
Weile in dem Haus rumlungern fragen wir eine der vielen Damen, wie das
denn mit dem Internet sei. Wir können es benutzen, es ist viermal so teuer
wie in Chorugh (tadschikisch Хоруғ/Chorugh bzw. ‫ )خارغ‬und viel langsamer.
Aber gut. In Murghab sind fast nur Kirgisen (kirgisisch Kыргыз/Kyrgyz,
Kыргыздар/Kyrgyzdar) zu sehen, wenn es Tadschiken
(persisch ‫ تاجيک‬Tādschīk; tdk. Тоҷик) gibt (und die soll es geben), geben sie
sich nicht zu erkennen, die Kirgisen dagegen sehr deutlich.
Insgesamt macht der Ort einen sehr angespannten Eindruck auf uns.
Unsere Suche nach dem Aga-Khan-Gästehaus ist erfolglos geblieben, es
wirkt als gäbe es das nicht mehr.
Wir essen im Café und kaufen danach ein wenig ein und machen wieder
einen langen Mittagsschlaf. Die Mischung aus Höhe und dem beißenden
Qualm der Teresken in Kombination mit dem vielen Sand in der Luft und
den Abgasen der vielen Autos macht uns ziemlich zu schaffen.
Wir machen erneut klar, dass wir weder Abendessen noch Frühstück
wollen und sind gespannt, ob wir denn den Ofen geheizt bekommen.
Wahrscheinlich nicht und auf weitere Aufstände haben wir eigentlich keine
Lust.
Wenn wir nicht schon so lange in diesem Kulturkreis reisen würden, würde
uns das alles nicht so verwundern und ärgern. Aber nach so vielen Monaten
wissen wir einfach, was üblich ist, und was nicht. Das Haus hier ist wirklich
unüblich.
Murghab ist geprägt von einem Geräusch: den Wasserpumpen der vielen
neuen Brunnen, die in der Stadt sind. Sie sind sehr häufig frequentiert und
zu 90% schleppen die Frauen die zwei Eimer mit 25 l Wasser nach Hause.
Oft sind es einige100 m, die zurückgelegt werden müssen. Wir filtern das
Wasser trotzdem, denn so ganz trauen wir der Trennung von Latrine und
Quelle nicht. Wenn es Strom gibt, ist der Muezzin (arabisch ‫ مؤذّن‬mu'adhdhin,
DMG muʾaḏḏin) zu hören. Sonst sind es die vielen Autos und LKWs, die sich
durch die engen Straßen quälen.
Samstag, 12. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr finden wir im Homestay eine Landkarte, wo der Grenzübergang
Panjwin/Bashmaq vom Irak (arabisch ‫جمهورية العراق‬, DMG Ǧumhūriyyat al-Irāq; kurdisch
‫عێراق‬, Komara Îraqê;) in den Iran (Persien, persisch ‫ ايران‬Īrān
tatsächlich eingezeichnet ist, den wir genommen haben.
‫كۆماری‬
[iːˈrɔːn]/, dt. Land der Arier)
Freitag, 3. Juni 2011
10. bis 13. Mai, Murgab; 283 – 286
12. und 13. Mai, Murgab (tadschikisch: Мурғоб; russisch: Мургаб, in arabischer Schrift: ‫)مرغاب‬
Nachdem wir gestern Abend noch ein Abendessen umsonst bekommen haben und sogar eine zweite
Portion Kuhfladen auf das Feuer, ist der Friede heute wieder vorbei, da wir das Frühstück
verschmähen. Wir hatten es ja nun auch deutlichst abgemeldet. Da es auf dem Tisch steht, essen wir
im Zimmer. Die beiden Tage vergehen mit Diskussionen um Strom, Heizung und schlussendlich eine
warme Dusche und wir sind sehr froh, dass das Café in Murgab so gut ist und der Basar viel hergibt.
So genießen wir Köstlichkeiten wie Tomatensalat und Äpfel und nähen mal wieder das Zelt.
Sonntag, 13. Mai 2012
Heute vor einem Jahr
Heute vor einem Jahr sind wir froh über einen weiter Kuhfladen im Ofen. In der Ferne sehen wir den
Muztagata (mit einer Höhe von 7.509 m der dritthöchste Gipfel des Pamir-Gebirges). Der Name
„Muztagata“ (auch Mustagh Ata, Mouztagh-ata oder Muz Tagh Ata) ist uigurischen Ursprungs und
bedeutet so viel wie „Vater der Eisberge“. Die uigurische Schreibweise ist ‫ئاتا‬
Ata, der chinesische Name lautet 慕士塔格峰 Mùshìtǎgé Fēng.
Bild zitiert aus Wikipedia
‫ مۇز تاغ‬Muz Tagh
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