Sicherheit von Medikamenten zur

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Sicherheit von Medikamenten
zur Tabakentwöhnung
Letztes update März 2011
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Unterausschuss zu Fragen der
Arzneimittelsicherheit
Vorsitz Neal Benowitz
Carolyn Dresler
Steve S Hecht
John Hughes
Anne M Joseph
Jacques Le Houezec
Cheryl Oncken
Maxine Stitzer
Letztes update März 2011
University of California San Francisco,
USA
Arkansas Department of Health, USA
University of Minnesota, USA
University of Vermont, USA
Minneapolis VA Medical Center, USA
Freelance consultant (France),
and University of Nottingham, UK
University of Conneticut, USA
Johns Hopkins University, USA
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Nikotin versus Tabakrauch
• Die bedeutendste unerwünschte Wirkung von Nikotin im Tabak ist
die Abhängigkeit, die den Tabakkonsum verlängert
• Nicht Nikotin, sondern andere Gifte im Tabakrauch sind für die
Mehrzahl der gesundheitsschädigenden Folgen des Rauchens
verantwortlich1,2
– > 4000 verschiedene Chemikalien
– Teer, Kohlenmonoxid, Reiz- und oxidierende Gase
– > 80 krebserregende Stoffe (davon 11 aus Gruppe 1 der
karzinogenen Substanzen)3
• Durch die Nikotinabhängigkeit setzen sich Raucher kontinuierlich
den Toxinen des Tabakrauchs aus
1 USDHHS. The Health Consequences of Smoking: Nicotine Addition. 1988.
2 Royal College of Physicians. London: 2008.
3 Benowitrz. In Nicotine Safety and Toxicity; pp 185–195 NY: OUP.
4 Hoffman and Hoffman. J Toxicol Environ Health 1997; 50: 307–64.
5 Smith et al. Food Chem Toxicol 2003; 41: 807–817.
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Nikotin und Krebs
• Nikotin selbst ist keine bedeutende Ursache von
Krebs1-2
• Karzinogene Risiken durch kurz dauernde
Nikotinersatztherapien spielen im Vergleich zu
den Risiken des Rauchens keine bedeutende
Rolle.
• Andere Tabakrauchinhaltsstoffe werden für die
Entstehung von Krebs verantwortlich gemacht3,4
1 US Department of Health and Human Services, Bethesda, MD, 2001.
2 Surgeon General's report 2010
3 Hoffman and Hecht. IN Handbook of Experimental Pharmacolgy, pp 63–102; 1990 Heidelberg: Springer-Verlag
4 Hecht. J Natl Cancer Inst. 1999; 91: 1194–1210.
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Nikotin und Krebs
• Studien an Nagetieren zeigen, dass Nikotin unter normalen
Bedingungen nicht karzinogen ist1
• Unter bestimmten Bedingungen können aus Nikotin gebildete
karzinogene Nitrosamine im Körper entstehen2–4
– Während einer kurz dauernden Nikotinersatztherapie (NET) sind die
Spiegel niedrig und stellen ein minimales Risiko dar
– Weitere Studien sind erforderlich, um die Risiken zu bestimmen, die
mit einer langfristigen Gabe von NET verbunden sind
• Nikotin kann die Apoptose (programmierter Zelltod) inhibieren und
die Angiogenese in Zellkulturen und experimentellen
Tierversuchen intensivieren.5-9
• Dies könnte theoretisch das Wachstum von Krebszellen fördern.
Allerdings wurde dies beim Menschen nicht festgestellt.
1 US Department of Health and Human Services, Bethesda, MD, 2001.
2 Benowitz et al. J Pharmacol Exp Ther 1994; 268: 296–303.
3 Hecht et al. Proc Natl Acad Sci USA. 2000; 97: 12493-12497.
4 Carmella et al. Carcinogenesis 1997; 18: 101–106.
Letztes update März 2011
5 Porubin et al. J Agric Food Chem, 2007; 55: 7199-7204.
6 Stepanov et al. Cancer Res. 2009; 69: 8236-8240.
7 Cooke. Life Sci, 2007; 80: 2347-2351.
8 West et al. J Clin Invest, 2003; 111: 81-90.
9 Dasgupta et al. Proc Natl Acad Sci USA, 2006; 103: 6332-6337.
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Rauchen und kardiovaskuläre
Erkrankungen
• Rauchen erhöht das Risiko kardiovaskulärer Krankheiten
• Rauchbedingte Faktoren, die zum kardiovaskulären Risiko
beitragen, sind:
– verstärkte Thrombogenese
– Kohlenmonoxid
– oxidative Schäden
– Erhöhte Blutfette
• Der Rauchstopp reduziert das Risiko innerhalb von 1–3 Jahren
erheblich1,2
• Die Tabakentwöhnung mit Hilfe der Nikotinersatztherapie (NET) hat
günstige Auswirkungen auf die genannten Einflussfaktoren3
1 Rosenberg et al. N Engl J Med. 1990; 322: 213–217.
2 Rosenberg et al. N Engl J Med. 1985; 313: 1511–1514.
3 Ludviksdottir et al. J Intern Med. 1999; 246: 61–66.
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NET und kardiovaskuläre Krankheiten
• NET ist bei den meisten Menschen mit kardiovaskulären
Krankheiten eine sichere Behandlungsform, selbst wenn
gleichzeitig geraucht wird1–3
• Metaanalysen zeigen keine Unterschiede in der
Häufigkeit von akuten Herzinfarkten bei der Anwendung
von Nikotinpflastern und Placebos 4-6
– Anmerkung: Patienten mit einer bestehenden kardiovaskulären
Erkrankung waren in den meisten Studien ausgeschlossen
• Die Vorteile von NET überwiegen die Risiken, selbst bei
Rauchern mit einer kardiovaskulären Erkrankung7–9
1 Joseph et al. N Engl J Med. 1996; 335:1792–1798.
2 Tzivoni et al. Cardiovasc Drugs Ther. 1998; 12:239–244.
3 Working Group. Arch Intern Med. 1994; 154:989–995.
4 Greenland et al. Drug Saf. 1998; 18: 297–308.
Letztes update März 2011
5 Mills et al. Tob Induc Dis. 2010; 8: 8.
6 Hays & Ebbert. Drugs. 2010; 70: 2357-2372.
7 Benowitz. Prog Cardiovasc Dis. 2003; 46: 91-111.
8 Joseph & Fu. Prog Cardiovasc Dis. 2003; 45: 429-441.
9 Hubbard et al. Tob Control. 2005; 14: 416–21.
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Rauchen, NET und Schwangerschaft
•
•
•
•
•
Das Rauchen werdender Mütter hat negative gesundheitliche
Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und auf die kindliche
Entwicklung 1–5
Dafür könnten viele im Tabakrauch enthaltene Gifte verantwortlich sein
Nikotin kann beim Fötus zu Missbildungen führen
Nikotin kann möglicherweise zu Geburtskomplikationen für die Mutter
und zum plötzlichen Kindstod führen 6,7
Die Vorteile von NET überwiegen die Risiken des Rauchens während
der Schwangerschaft
– der Fötus ist den anderen Giften im Tabakrauch weniger oder gar
nicht mehr ausgesetzt
– der Fötus wird einer geringeren Menge von Nikotin über eine
geringere Zeitspanne hinweg ausgesetzt
1 USDHHS. Surgeon General's Report. 2001.
2 Steyn et al. Paediatr Perinat Epidemiol. 2006; 20: 90-99.
3 Fried et al. Neurotoxicol Teratol. 1998; 20: 293-306.
4 Jacobsen et al. Neuropsychopharmacology. 2007; 32: 2453-2464.
Letztes update März 2011
5 Romano et al. Pediatrics, 2006; 117: 2101-2110.
6 Slotkin et al.. Brain Res Bull. 1995; 38: 69-75.
7 Slotkin et al. Neuropsychopharmacology. 2006; 31: 2462-2475.
8 Benowitz & Dempsey. Nicotine Tob Res. 2004; 6 Suppl 2: S189-202.
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Nikotinersatztherapie (NET)
• NET stellt Nikotin ohne die Toxine aus dem Tabakrauch
zur Verfügung1
• NET hilft dabei, die Entzugssymptome zu überwinden2
• Die Nikotindosis aus der NET ist geringer und wird
gleichmäßiger freigesetzt als beim Rauchen. Dies
reduziert die abhängig machende Wirkung1,3
1 Benowitz & Gourlay. J Am Coll Cardiol. 1997; 29: 1422-1431.
2 Silagy et al. Cochrane Database Syst Rev. 2004; (3): CD000146.
3 Le Houezec. Int J Tuberc Lung Dis. 2003; 7: 811-819.
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Plasma Nikotinspiegel (beim Rauchen
und bei Anwendung von NET)
Anstieg der Nikotinkonzentration
(ng/ml )
14
12
10
8
Zigarette
Kaugummi 4
mg
Kaugummi 2
mg
Inhaler
Nasalspray
Pflaster
6
4
2
0
5
10
15
20
25
30
Quelle: Balfour DJ & Fagerström KO. Pharmacol Ther. 1996; 72: 51-81.
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Minuten
Missbrauchspotential von NET
• Missbrauch und Abhängigkeit von derzeit verfügbaren NET
Produkten kommen gar nicht (Pflaster) oder nur sehr selten (<10%
Kaugummi, Nasenspray, Inhalator)1 vor
• Am größten ist die Wahrscheinlichkeit bei den Präparaten, die
Nikotin schnell verabreichen. Allerdings ist diese immer noch
geringer als bei Zigaretten2–4
• Selbst wenn es zur Abhängigkeit kommt, dürfte sich der allgemeine
Gesundheitszustand der betroffenen Person verbessern, wenn sie
nicht mehr raucht
1 West et al. Psychopharmacology. 2000; 149: 198-202.
2 Stitzer & de Wit. In: Benowitz, NL. Nicotine Safety and Toxicity. pp. 1998 119-131 New York, Oxford University Press.
3 Henningfield & Keenan. J Consult Clin Psychol. 1993; 61: 743-750.
4 Hughes. In Nicotine Safety and Toxicity, 1998; pp. 147-157. New York: OUP
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Sicherheit von Bupropion
• Bupropion wird von Rauchern im Allgemeinen gut vertragen
• Die Vorteile von Bupropion als Hilfsmittel zum Rauchstopp
überwiegen bei den meisten Rauchern die damit verbundenen
Risiken1–3
• Klinische Studien zur Sicherheit von Bupropion bei Rauchern mit
kardiovaskulären Krankheiten fanden keine signifikanten
kardiovaskulären Nebenwirkungen4-5
• Daten zur Sicherheit in der Schwangerschaft sind uneindeutig
• Die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs von Bupropion scheint
nicht besonders groß zu sein6–9
1 Hurt et al. N Engl J Med. 1997; 337: 1195-1202.
2 Jorenby et al. N Engl J Med. 1999; 340: 685-691.
3 Cox et al. J Gen Intern Med. 2004; 19: 828-834.
4 Joseph & Fu. Prog Cardiovasc Dis. 2003; 45: 429-441.
5 Tonstad et al. Eur Heart J. 2003; 24: 946-955.
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6 Peck et al. Br J Clin Pharmacol. 1979; 7: 469-78.
7 Miller & Griffith. Psychopharmacology. 1983; 80: 199-205.
8 Margolin et al. Drug Alcohol Depend. 1995; 40: 125-31.
9 Rush et al. Exp and Clin Psychopharmacol. 1998; 6: 32-44.
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Sicherheit von Vareniclin
• Vareniclin wird von Rauchern im Allgemeinen gut vertragen1-3
• Die häufigste Nebenwirkung ist Übelkeit (30-40%), manchmal in
Verbindung mit Erbrechen4-6
• Vareniclin ist für alle Raucher ab 18 Jahren zugelassen,
ausgenommen bei schweren Nierenfunktionsstörungen, in der
Schwangerschaft oder Stillzeit
• Nach einer Reihe von Berichten über psychiatrische Störungen, u.a.
Suizide bei Rauchern, die Vareniclin eingenommen hatten, wurden
Warnmeldungen herausgegeben. Diese psychischen Störungen
waren in den Studien nicht beobachtet worden.7-8
1 Williams et al. Curr Med Res Opin. 2007; 23: 793-801.
2 Cahill et al. Cochrane Database Syst Rev. 2011; (2): CD006103.
3 Stapleton et al. Addiction. 2008; 103: 146-54.
4 Gonzales et al. JAMA. 2006; 296: 47-55.
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5 Jorenby et al. JAMA. 2006; 296: 56-63. Erratum in: JAMA, 2006; 296: 1355.
6 Tonstad et al. JAMA. 2006; 296: 64-71.
7 Gunnell et al. BMJ. 2009; 339: b3805.
8 Stapleton et al. Addiction. 2008; 103: 146-154.
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Sicherheitsdaten anderer Medikationen
• Nortriptylin, Moclobemid und Clonidin haben sich bei
Rauchstoppversuchen gesunder Raucher in den für die
Behandlung von Depressionen/Bluthochdruck
vorgesehenen Dosierungen als sicher erwiesen1-5
• Von den Regulierungsbehörden wurden diese
Medikamente für die Tabakentwöhnung nicht zugelassen
• All diese Medikamente sind bei Überdosierung hochgiftig
1 Hughes et al. Cochrane Database Syst Rev. 2007; (1): CD000031.
2 Hughes et al. Nicotine Tob Res. 2005; 7: 491-499.
3 Berlin et al. Clin Pharmacol Ther. 1995; 58: 444-452.
4 Gourlay et al. Cochrane Database Syst Rev. 2004; (3): CD000058.
5 Fiore. Respir Care. 2000; 45: 1200-1262.
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Gleichzeitiges Rauchen
• Die Anwendung von NET, Bupropion oder Vareniclin bei
gleichzeitigem Rauchen wird gut toleriert1–7
• Die Zahl der gerauchten Zigaretten ist dann wahrscheinlich geringer
als vor dem Beginn der medikamentösen Behandlung
• Dies könnte zu einer Verringerung der Gesundheitsgefährdungen
führen
• Ein solcher Vorteil muss noch wissenschaftlich nachgewiesen
werden
• Eine NET-unterstützte Rauchreduktion erhöht die Aussichten auf
einen späteren Rauchstopp8-12
1 Benowitz et al. J Pharmacol Exp Ther. 1998; 287: 958-962
2 Bjornson-Benson et al. Addict Behav. 1993; 18: 491-502.
3 Hurt et al. N Engl J Med. 1997; 337: 1195-202.
4 Jorenby et al. N Engl J Med. 1999; 340: 685-91.
5 Zevin et al. Clin Pharmacol Ther. 1998; 64: 87-96.
6 Gonzales et al. JAMA. 2006; 296: 47-55.
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7 Jorenby et al. JAMA. 2006; 296: 56-63.
8 Bolliger et al. BMJ. 2000; 321: 329-333.
9 Wennike et al. Addiction. 2003; 98: 1395-1402.
10 Batra et al. Clin Pharmacol Ther. 2005; 78: 689-696.
11 Rennard et al. Nicotine Tob Res. 2006; 8: 555-564.
12 Kralikova et al. BMC Public Health. 2009; 9: 433.
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Zigaretten mit ‘reduziertem Risiko’
•
•
•
•
Hierzu zählen Zigaretten mit geringerem Teergehalt und “Light”-Zigaretten,
sowie neuartige Produkte, die Nikotin bei minimaler Tabakverbrennung
abgeben
Bisher ist nicht bewiesen, dass Zigaretten mit geringerem Teergehalt die mit
dem Rauchen verbundenen Gesundheitsgefahren erheblich verringern. Sie
enthalten aber genug Nikotin, um die Abhängigkeit aufrecht zu erhalten1-6
In einigen neuartigen Produkte sind möglicherweise weniger oder geringere
Mengen von Giftstoffen enthalten, doch gibt es auch einige mit einem
höheren Kohlenmonoxid-Gehalt. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie
das Risiko des Rauchens verringern oder als Entwöhnungshilfe dienen
könnten7-9
Rauchstopp-Medikamente sind höchstwahrscheinlich sicherer als alle
Zigaretten mit ‘reduziertem Risiko’
1 NCI Monograph 13. 2001.
2 NCI Monograph 7. 1996.
3 Hecht et al. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2005; 14: 693-698.
Erratum in: Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2006; 15: 1568.
4 Benowitz et al. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2005;
14: 1376-1383.
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5 Bernert et al. Nicotine Tob Res. 2005; 7: 729-738.
6 Blackford et al. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2006; 15: 1799-1804.
7 Fagerström et al. Tob Control. 2000; 9: 327-333.
8 Pauly et al. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 1998; 7: 967-979.
9 Buchhalter & Eissenberg. Nicotine Tob Res. 2000; 2: 39-43.
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Elektronische Nikotinabgabevorrichtungen
(E-Zigaretten)
• E-Zigaretten sind im wesentlichen Abgabevorrichtungen für eine
oropharyngeale Nikotinaufnahme
• Die systemischen Nikotinkonzentrationen sind bei E-Zigaretten
relativ gering, allerdings ist die Nikotinmenge in den Patronen
erheblich (bis zu 16-18 mg)1
• In einzelnen Produkten wurden kleine Mengen von Schadstoffen
gefunden (z.B. TSNA), dies führt zu gesundheitlichen Bedenken2
• Einige Fallberichten, Befragungen und kleinere Studien weisen
darauf hin, dass diese Rauchern helfen könnten, das Rauchen
aufzugeben. 3-6
• Erforderlich sind eine Standardisierung der Produkte (unter
behördlicher Überwachung) sowie klinische und nicht-klinische
Studien2
1 Bullen et al. Tob Control. 2010; 19: 98-103.
2 Etter et al. Tob Control. 2011; 20: 243-248.
3 Etter. BMC Public Health. 2010; 10: 231.
19: 1945-1953.
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4 Siegel et al. Am J Prev Med. 2011; 40: 472-475.
5 Trtchounian et al. Nicotine Tob Res. 2010; 12: 905-912.
6 Vansickel et al. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2010;
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Rauchfreier Tabak
• Schnupf- oder Kautabak sind als potenzielle Hilfen zur
Einschränkung des Rauchens oder zum Rauchstopp
vorgeschlagen worden1
• Es ist jedoch bekannt, dass solche Produkte Mundkrebs
verursachen können2–3
• Da die Zusammensetzung dieser Produkte je nach Land variiert,
ist es möglich, dass sich die Giftigkeit verschiedener rauchfreier
Tabakprodukte ebenfalls unterscheidet 4–7
• Rauchfreier Tabak macht abhängig und kann zur
Raucherentwöhnung nicht empfohlen werden
• Die Sicherheit und Wirksamkeit von NRT, Bupropion und
Vareniclin sind besser nachgewiesen worden
1 Radical strategies for prevention and harm reduction in nicotine addiction. Royal College of Physicians; 2008.
2 International Agency for Research on Cancer. IARC Monographs Vol. 89. Smokeless Tobacco and Some Tobacco-specific N-Nitrosamines. 2007.
3 US Surgeon General. Public Health Service, Bethesda, MD, NIH Publ. No. 86-2874, 1986
4 Hecht. Chem Res Toxicol. 1998; 11: 559-603.
5 Hoffmann et al. J Natl Cancer Inst. 1995; 87: 1832-1869.
6 Osterdahl. International Agency for Research on Cancer Scientific Publications 105, 235-237, 1991.
7 Stepanov et al. Nicotine Tob Res. 2008; 10: 1773-1782.
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Langzeit-Pharmakotherapien
• Das Ziel der Langzeit-Pharmakotherapie ist es, das Rauchen zu
ersetzen1-3
• Der Gebrauch von NRT und Bupropion über einen langen Zeitraum
ist wahrscheinlich wesentlich sicherer als das Rauchen, doch ist die
Wirksamkeit bisher noch nicht nachgewiesen4-7
• Die Erfahrungen der Langzeit-Anwendung von Bupropion bei
Depressionen legen nahe, dass dieses gut toleriert wird6
• Es liegen Hinweise auf anhaltende Gesundheitsrisiken auch bei
einer ausgedehnten Reduktion des Tabakkonsums vor8
1 Anderson & Hughes. Addiction. 2000; 95 Suppl 1: S9-11.
2 IOM report. Clearing the Smoke: Assessing the Science Base for Tobacco Harm Reduction. Washington DC, 2001.
3 Radical strategies for prevention and harm reduction in nicotine addiction. Royal College of Physicians; 2008.
4 Stead & Lancaster. Cochrane Database Syst Rev. 2007; (3): CD005231.
5 Murray et al. Chest. 1996; 109: 438-445.
6 Cox et al. J Gen Intern Med. 2004; 19: 828-834.
7 Tonstad et al. JAMA. 2006; 296: 64-71.
8 Godtfredsen et al. J Epidemiol Community Health. 2003; 57: 412-416.
Letztes update März 2011
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Sicherheit bei Jugendlichen
• Viele Jugendliche sind abhängig von Nikotin1
• Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass ein mit NET,
Bupropion oder Vareniclin verbundenes Risiko bei
rauchenden Jugendlichen höher ist als bei rauchenden
Erwachsenen
• Die Wirksamkeit von NRT und Bupropion bei
Jugendlichen ist unklar
• Die Wirksamkeit von Vareniclin bei Jugendlichen wurde
bisher noch nicht untersucht
1 USDHHS. A Report of the Surgeon General. 1994.
2 Colby & Gwaltney. JAMA. 2007; 298: 2182-2184.
3 Hanson et al. Nicotine Tob Res. 2003; 5: 515-526.
4 Hanson et al. Drug Alcohol Depend. 2008; 95: 164-168.
5 Killen et al. J Consult Clin Psychol. 2004; 72: 729-735.
Letztes update März 2011
6 Monuteaux et al. J Clin Psychiatry. 2007; 68: 1094-1101.
7 Moolchan et al. Pediatrics. 2005; 115: e407-e414.
8 Muramoto et al. Arch Pediatr Adolesc Med. 2007; 161: 1068-1074.
9 Roddy et al. Tob Control. 2006; 15: 373-376.
10 Upadhyaya et al. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2004; 43: 199-205.
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Empfehlungen
• Alle Raucher, auch jene mit kardiovaskulären Erkrankungen,
sollten eine Nikotinersatztherapie, Bupropion oder Vareniclin
zur Unterstützung der Entwöhnung angeboten bekommen
• Schwangere Raucherinnen sollten ermutigt werden, einen
Aufhörversuch mit psychoedukativen und
verhaltensbezogenen Methoden zu versuchen, ehe sie
pharmakologische Hilfen in Anspruch nehmen. Sollten diese
Aufhörversuche jedoch nicht erfolgreich sein, sollten die
Risiken und Vorteile der Pharmakotherapie erwogen und der
Schwangeren erläutert werden. Die Entscheidung für einen
Einsatz der Pharmakotherapie sollte auf einer individuellen
Basis nach Diskussion zwischen der Frau und ihrem Arzt
getroffen werden.
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Künftige Forschungsgebiete
•
•
•
•
•
•
Sicherheit von Nikotin und anderen Medikationen zur Unterstützung der
Raucherentwöhnung bei schwangeren Raucherinnen, inklusive deren
Bedeutung bzgl. der Gesundheit und Entwicklung der Neugeborenen von
Müttern, die während der Schwangerschaft eine Medikation einnahmen.
Präklinische und klinische Studien zur Bedeutung von Nikotin im Vergleich
zu anderen Toxinen für die Entstehung des plötzlichen Kindstodes.
Sicherheit von Bupropion in Hochrisikogruppen (Schwangerschaft,
Alkoholmissbrauch, Schlaganfall oder andere Hirnschäden in der
Vorgeschichte)
Sicherheit von Vareniclin in Hochrisikogruppen (psychiatrische oder
kardiovaskuläre Erkrankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch,
Schwangerschaft)
Sicherheit von Nikotin und anderen Medikamenten für die
Raucherentwöhnung bei Jugendlichen.
Vorteilhafte und gefährliche Gesundheitseffekte von neuen Nikotinabgabesystemen inklusive deren Potential, den Beginn des Rauchens (bei
Jugendlichen) zu begünstigen, die Gesamtaufnahme an Nikotin durch den
gleichzeitigen Konsum mit Zigaretten zu erhöhen und deren potentielle
Negativeffekte auf die Tabakentwöhnung (z.B. Umstieg statt Entwöhnung)
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Künftige Forschungsgebiete
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•
•
•
•
Entwicklung von Biomarkern für eine Exposition und Surrogatmarkern für
gesundheitsbezogene Effekten von Tabak- oder ähnlichen Produkten
Sicherheit der Langzeitanwendung von Nikotin oder anderen
Medikamenten, die verwendet werden, um das Zigarettenrauchen zu
reduzieren oder die Tabakabstinenz aufrechtzuerhalten.
Sicherheit und Wirksamkeit von oralen Tabakkonsumformen (z.B. Snus) für
die Raucherentwöhnung, für den reduzierten Konsum oder zur
Unterdrückung von Entzugssymptomen während einer vorübergehenden
Abstinenz
Unterminiert die Anwendung von neuen Tabakprodukten oder oralen
Tabakkonsumformen, die für andere Gründe als die Entwöhnung eingesetzt
werden, die Aufhörmotivation?
Genauere, insbesondere prospektive Studien zur Assoziation von Vareniclin
mit psychiatrischen Störungen.
Bessere epidemiologische Studien zur Assoziation der Rauchreduktion und
einem reduzierten gesundheitlichen Risiko des Rauchens
Letztes update März 2011
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