Kleine Chirurgie (Dr. med. Dorothée Rhein Straub)

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Weiterbildung interdisziplinäre
Notfallmedizin für Assistenzärzte
vom 16.-19. April 2016
Kleine Chirurgie / Verbrennungen
Referentin: Dr. med. Dorothée Rhein Straub
Leitende Ärztin interdisziplinäre Notfallstation Sursee
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Wundbehandlung
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• Begleitverletzungen: periphere DMS; vor
Anbringen der Regionalanästhesie!!
Prüfen, dokumentieren (Fotographie)
• Wundalter: Bis … Std. primäre Naht möglich
(Ausnahmen mit entsprechenden Massnahmen
bestehen)
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• Keine primäre Naht bei Bissverletzungen
(Ausnahme)
• Cave primäre Naht bei Stichverletzungen und
verschmutzten Wunden
• Spannungsfreie Wundadaptation
• Zerfetzte Wunden: grosse Infektionsgefahr
• Lokalisation der Wunde: sehr gute Heilung am
Kopf; an Extremitäten schlechter
• Tetanusschutz?
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• Tetanusgefährdete Wunden:
–
–
–
–
–
–
Starke Verschmutzung (Erde)
Tiefe, unübersichtliche Schädigung (Taschenbildung)
Fremdkörper (v. a. Holzsplitter)
Nekrosen / Ulzeras
Schwere Verbrennungen
Verletzungen > 24 Stunden
– Unabhängig von Ausdehung der Verletzung!
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• Grundimmunisierung / Auffrischimpfung
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Vorbereitung
• Evt. Prämedikation notwendig:
2-4 mg Dormicum i.v. oder 2,5 mg Valium i.v. 30
Minuten vor der Lokalanästhesie
• Kinder: 0,5 mg Dormicum/kgKG p.o./rektal, max.
15 mg
• Emla-Pflaster (Wirkstoffe: Lidocain/Prilocain; v.a.
für Kinder; cave: nicht auf offene Wunden)
• Evt. Grobreinigung der Haut notwendig (Seife
und Bürste)
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• Mundschutz
• Kopfbedeckung
• Sterile Handschuhe
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Lagerung
• Vor der Naht…..
• Am liegenden Patienten Wundversorgung
durchführen
• Arm auslagern bei Eingriffen an Hand und
Fingern
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Rasieren
- Im Bereich der Augenbrauen und behaarten
Kopfhaut kontraindiziert
- Allfällige lange störende Haare am Kopf mit
der Schere kürzen/wegschneiden
- Heraushalten langer Haare durch Salbe oder
Pinzette
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Hautdesinfektion
– Nach zentrifugaler Technik: vom
Wundrand/Inzisionsstelle kreisförmig nach
aussen
– 3 Minuten
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– Kein Desinfektionsmittel in eine offene Wunde
bringen
Ausnahme: Tollwutverdacht
– Wunden mit NaCl/Ringer ausspülen (evt.
zuvor mit H2O2 oder Lavasept)
– Bei Eingriffen an Fingern oder Zehen immer
ganze Hand bwz. Fuss desinfizieren
– Bei Desinfektion im Gesicht (Augen, Nase,
Ohren) Öffnungen mit Tupfern abdecken
– Im Gesicht mit Ocentisept (brennt nicht)
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Abdecken
– Sterile selbstklebende Einmaltücher
– Extremitäten auf steriles Tuch, dann
Abdecken mit Schlitztuch
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Regionalanästhesien
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Lokalanästhetika
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• Allergien / Nebenwirkungen?
(Anaphylaxie möglich)
• Kenntnis der Höchstdosis des jeweils verwendeten
Lokalanästhetikas
(Lidocain 1%: 20 ml oder 4 mg/kgKG
Mepivacain 1%: 30 ml oder 2,9 mg/kgKG
Bupivacain 0,5%: 30 ml oder 2 mg/kgKG)
• Vermeidung intravasaler Injektionen
• Schwangerschaft: Procain, Bupivacain
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Vasokonstriktoren
• Adrenalin
• Reduktion der Blutungsneigung
• Wirkungsverlängerung durch Reduktion der
Resorption des Lokalanästhetika  Erhöhung
der Maximaldosis möglich)
• Kontraindiziert: bei Endarterien
Fingern, Zehen, Nasenspitze, Penis, Ohr
 Ischämie-, Gangrän-Gefahr
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© Dr. med. D. Rhein Straub
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Oberst-Leitungsblock
(Metacarpale-/-tarsale-Block)
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Anästhesie beim Infekt
• Abszess im Ops mit Allgemeinanästhesie
indizieren
• Infiltrationsanästhesie nur bei kleinem und
abgekapseltem Abszesses (Nadel nicht in
entzündetes Gewebe!)
• Sonst Streuungsgefahr, rasche Resorption mit
Notwendigkeit erhöhter Dosen und somit Gefahr
von Nebenwirkungen; verlängerter
Wirkungseintritt und verkürzter Wirkungsdauer
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• Kältespray nur bei Kindern und sensiblen
Erwachsenen vor Setzen der Lokal/Infiltrationsanästhesie verwenden
• Hat alleine ungenügende analgesierende
Wirkung  Inadäquate Inzision und Drainage
eines Abzesses
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• Injektionsnadel nie ganz bis zum Ansatz
einführen (schwächste Stelle, Abbruchgefahr)
• Vermeidung intravasaler Injektionen durch
ständige Bewegung der Nadel und wiederholte
Aspirationen
• Vermeidung zu praller Infiltrationen des
Gewebes, v. a. bei Finger und Zehen (keine
Weissverfärbung!)
– Nicht mehr als 5 ml um einen Finger/Zehe
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Débridement
• Bei verschmutzem/nekrotischem Gewebe
• Zurückhaltend im Gesicht und Finger
• Nicht bei Schürfwunden
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Nahttechnik / -material
• Resorbierbares Nahtmaterial
• Nicht resorbierbares Nahtmaterial
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• Fadenstärken:
• Bezeichnung: USP (USA)
Metrisches System (Europa)
Beide Bezeichnungen sind auf den
Verpackungen
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• Gebräuchlichste Fadenstärken:
Hautnaht Rumpf / Extremität
4-0 / 3-0
Hautnaht Gesicht / Kinder / Finger
5-0
Subcutannaht
3-0
Gefässligaturen
2-0
Muskelnaht
0-0 bis 2-0
Fasziennaht
1-0 bis 3-0
Gefässnaht
5-0 bis 7-0
Nervennaht
8-0 bis 10-0
Enoral
Vicryl rapid 5-0
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• Alle 1 bis 1,5 cm eine Naht legen
• Ein- und Ausstich ca. im Abstand von 0,5-1 cm
vom Wundrand unter Mitfassen des
oberflächlich angeschnittenen subcutanen
Fettgewebes
• Verschiedene Nahttechniken
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Atraumatische Wundnaht
• Wundränder bei Ein- und Ausstich nicht mit
Pinzette quetschen, sondern Häkchen, evt. nur
mit Daumen gegenhalten
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•
Keine Elektrokoagulation nahe Hautrand
Atraumatische Nahtmaterial mit feiner Nadel
Stufenlose Adaptation der Wundränder
Gleichmässige Abstände bei Ein- und Ausstich in
Tiefe und Breite (nicht zu nahe am Wundrand)
Knoten nicht auf der Naht
Bei Lappenwunden vom losen Wundrand zum
festen hinnähen
„Orientierungsstich“
Beim Knüpfen nicht zu fest anziehen
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© Dr. med. D. Rhein Straub
Knüpftecnik
• Am besten instrumentelles Knoten mit
Nadelhalter
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• Andere Wundverschlussmöglichkeiten:
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•
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Hautklammern (kosmetisch gleich, teurer)
SteriStrip
Fibrinkleber (Tissucol®, Beriplast®)
Cyanoacrylat-Kleber (Dermabond®, Ethicon,
Johnson&Johnson)
• Metallclips (Gefässligatur)
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• Fadenmaterialentfernung:
• Abh. Von Alter, AZ, Wundausdehnung, Ort, etc.
• Generell:
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–
–
–
–
Gesicht/Hals: 5-7 Tage
Behaarte Kopfhaut: 10- 14 Tage
Rumpf: 8-10 Tage
Extremitäten: 12-14 Tage
Enoral: Resorbierbares Material!
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Offene Wundbehandlungen
• Bei infizierten, gekammerten, zerfetzen,
fremdkörperhaltigen Wunden und älter als 8 Stunden
• Bei Biss-, Stich- (infektionsgefährdete
Berufsverletzungen: Pathologe, Metzger, Tierarzt, etc.)
und Schusswunden
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• Mechanische Wundreinigung, Entfernung
Fremdkörper, Wundspülung,
Débridement/Exzision Wundrand
• Einlage einer Lasche/Drainage aus sterilem
Gummihandschuh, feuchter Verband; bei
adäquater Drainage primäre Naht erlaubt
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• Ruhigstellung
• Antibiotische Prophylaxe/Therapie
• Evt. sekundäre Naht (nach 3-8 Tagen)
Spezielle Wundbehandlungen
• Bisswunden (Tier, Menschen)
–
–
–
–
–
Débridement, offene Wundbehandlung
nur im Gesicht von Kindern/jungen Patienten Primärnaht
Evt. stationäre Beobachtung
Ruhigstellung
Antibiotische Therapie (Co-Amoxi-Mepha,
Dalacin/Ciproxin, Doxycyclin); Abstrich?(Pasteurella canis,
multocida oder septica)
– Tollwut- und Tetanusschutz?!!
– Hundebisse sind meldepflichtig (Veterinäramt)
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Tollwut
• Bei begründeter Annahme einer Übertragung
immer Impfung und entsprechende
Lokaltherapie :
– Aktive Immunisierung (Rabivac)
– Passive Immunisierung (humanes Rabies-Ig):
20 IE/kgKG, ½ i.m., die andere Hälfte lokal um die
Wunde
Simultanimpfung ausschliesslich postexpositionell
• Sicherung der Diagnose über das Tier (bis 10
Tage!)
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• Jeder Tollwut-Verdacht ist meldepflichtig
• Wunde primär mit Seife und Wasche
auswaschen, dann Desinfektion der Umgebung
und Wunde mit 40-70%-igem Alkohol
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• Chemische Wunden
– Schädigendes Agens entfernen
– Ausgiebiges Spülen mit Wasser
– Selbstschutz!
• Stichwunden im Abdomen
– Diagnostische Laparoskopie/-tomie, falls Peritoneum
verletzt
– Generell: Fremdkörper nicht entfernen
• Stichwunden im Thorax
– Bei perforierenden Wunden kein luftdichter Verband!
– Rx Thorax: Pneumothorax (Bülau), dann Wundversorgung
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Wundheilungsstörungen
• Begünstigende Faktoren
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Wundinfektion
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Erysipel (Streptokokken)
Phlegmone
Lymphangitis
Abszesse
Empyeme
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5 Kardialsymptome!
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Ubi pus, ibi evacua!
Wundrevision und offene Behandlung
Ruhigstellung
Betadine-Gaze / Jelonet-Verband / Aquacel Ag
Keine lokalen Antibiotika (Allergisierung,
Resistenzentwicklung, Zerstörung
physiologische Keimflora,
Wundheilungsstörungen)
• Systemische antibiotische Therapie
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Panaritium/Paronychie
• Rx-Untersuchung zum Ausschluss einer
Knochenbeteiligung
• Abstrich zur bakteriologischen Untersuchung
(meist Staphylokokken)
• Ausschluss Nagelmykose
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• Therapie:
• Initiales Stadium: Antibiotikasalben,
Hochlagerung, Ruhigstellung (intrinsic plus),
Betadinebad, Pustel eröffnen mit steriler
Pinzette;
keine Zugsalben
• Fortgeschrittenes Stadium: Oberst‘sche
Leitungsanästhesie, Blutsperre,
Inzision/Nagelteilresektion (analog Kocher)
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Furunkel, infiziertes Atherom, Abszess
• Initiales Stadium: Ruhigstellung, antibiotische
Salbe (Fucidine®), Pustel eröffnen steril
• Fortgeschrittenes Stadium: Kleine
umschriebene Abszesse in Regionalanästhesie
im Notfall; alles andere im Ops mit Vollnarkose!!
• Wenn chirurgisch therapiert: keine antibiotische
Therapie notwendig!
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(Infizierter) Unguis incarnatus
• Nagelkeilexzision nach Kocher
(KI: pAVK, Diabetes)
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• Prinzip: Exzision des lateralen Nageldrittels mit
Keilexzision von Nagelwall und Nagelbett, sowie
kompletter Exzision der Nagelmatrix in diesem
Bereich
•
•
•
•
Vorgehen:
Oberst‘sche Leitungsanästhesie
Blutsperre an Grosszehe (Gummiband)
Mit Schere betroffenes laterales Drittel des
Zehennagels unterfahren
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• Nagelanteil mit Klemme extrahieren
• Keilförmige Exzsion des darunterliegenden
Nagelbettes bis auf den Knochen in einer Breite
von 5-8 mm
• Komplette Entfernung der Nagelmatrix
(Rezidive!) mit Skalpell, kein Auskratzen mit dem
scharfen Löffel
• Bei Infekt: Offene Wundbehandlung
(Salbenstreifen)
• Adaptation der Schnittränder mit einer Naht
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Bursitis
Posttraumatische
Chronische
Akute
Traumatische Eröffnung
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• Posttraumatische
– Kompressionsverband, Ruhigstellung, Punktion
• Chronische
– Punktion, Injektion Corticosteriode,
Kompressionsverband, Antiphlogistika, Kurzwellen,
Bursektomie
• Akute
– Punktion, Ruhigstellung, Antibiotika / Inzision mit
Gegeninzision und Drainage, Bursektomie
• Traumatisch eröffnete
– Drainage, Antibiotika oder Bursektomie, Ruhigstellung
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Inzision / Gegeninzision
Kopfschwarten-Wunden
• Vorteil: Kopfhaut ist so gut durchblutet, dass
kaum Gefahr von Wundheilungsstörungen bzw.
Infektionen besteht!
• Für LA dickere Nadel (derbes Gewebe!)
• Bei starker Blutung: temporäre Blutstillung mit
Tourniquet
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• Durchgreifende Nähte mit dickerem Faden
sorgen am raschesten für eine sichere
Blutstillung!
• Zahlreiche Blutgefässe mitfassen: tiefe Nähte
zur Grobadaptation und Blutstillung mit
oberflächlichem Rückstich
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• Radiologische Abklärungen bei tiefen
Kopfplatzwunden?
• Ja, bei klinischen Hinweisen für Fraktur oder
leichtem Schädelhirntrauma (gemäss ATLS)
• Aber: KEINE konventionelle Bildgebung
Wenn, dann CT Schädel/Hws!
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• Verletzung mit Beteiligung des Auge:
• Rasur der Augenbraue kontraindiziert
(kosmetisch schlechtes Resultat)
• Bei Beteiligung der Lider, inneren Augenwinkel
etc.
•  Versorgung durch Ophthalmologen
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Ohrverletzungen
• Spezielle Infiltrationsanästhesie (feine Nadel)
• Bei Knorpelbeteiligung:
Hohe Nekrosegefahr
• Othämatome punktieren!
• Grosszügig durch Spezialisten
versorgen lassen
(nur Haut nähen)
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Lippen-, enorale Verletzungen
• Präzise Adaptation notwendig
(Stufenbildungen sind kosmetisch störend und
können zu Sprachstörungen führen)
• 5-0 oder 6-0 Fadenstärke
• Bei Lippenrot-Beteiligung
evt. Naht durch Spezialisten
• Zungen- und enorale
Verletzungen < 1 cm:
Spontanheilung
Enorale Naht: Vicryl rapid 5-0
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Hand-/Fingerverletzungen
• Bei Mitbeteiligung von Sehne, Nerv, Arterien
oder komplexen Verletzungen: Verlegung zum
Spezialisten
• Ringe entfernen
• Grosszügig radiologische Abklärung
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• Revision in Blutsperre (Gummischlauch)
– Oder: Einfaches Überstülpen eines möglichst
engen, oben eingeschnittenen
Handschuhfingers, über den Finger bis zur
Basis aufrollen, so wird eine Blutleere erzeugt
• Alternative für Blutsperre:
Blutdruckmanschette am Oberarm bis 80 mmHg
> BDsystol., bis 20 Minuten toleriert
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• Quetschverletzungen/Fingerkuppendefekt:
Meist Endglieder
Oberst‘sche Leitungsanästhesie: Reinigung,
Desinfektion, Débridement
Verband mit Jelonet-Gaze (Atrauman) oder
Betadinetupfer
Nachfolgend Okklusivverband (kein Betadine
vorgängig mehr, nur noch Baden in NaCl)
Ruhigstellung in Gipsschiene
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Okklusivverband
Abschluss, 7 Wochen später
Medical Tribune 24.5.2013
Subunguales Hämatom:
• Nageltrepanation mit steriler Nadel (durch Druck
schmerzhaft, daher nur in Lokalanästhesie)
• Tip: LA in palmare Falte über MCP
• Nageltrepanation mit glühend erhitzer
aufgebogener Heftklammer (kein Druck, daher
keine Lokalanästhesie notwendig!)
• Trepanation immer distal der Lunula
(Nagelwachstumsstörungen)
• Fraktur radiologisch ausschliessen!
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Nagelverletzungen
• Nagelbett äusserst schmerzempfindlich
•  Teil- oder ganz abgelöste Nägel reponieren
und fixieren zum Schutz
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• Bei Verlust des Nagels kann zum Schutz ein
Kunstnagel eingesetzt werden.
Tip: Aus einer sterilen 10 – oder 20- ml – Spritze
einen solchen Nagel herstellen
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Punktion von Weichteilhämatomen / seromen
• Grosse Infektionsgefahr! Streng aseptische
Kautelen notwendig!
• Infiltrationsanästhesie der Einstichstelle mit
feiner Kanüle
• Punktion mit dicker Kanüle am tiefsten Punkt
(Sonographische Kontrolle)
• Evt. mit Hilfe eines Skalpells
• Evt. Drainageneinlage
• Kompressionsverband
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Amputationen
• Amputat richtig verpacken:
Sterile feuchte Kompresse um Amputat.
Verschlossen ein einem Plastikbeutel.
Zweiter Plastikbeutel mit einem Gemisch von
1/3 Eis und 2/3 Wasser (physiolog. NaClLösung), den ersten Beutel in den zweiten
legen.
Replantation oder Stumpfversorgung
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Fremdkörperextraktion
•
•
•
•
Holzsplitter: Sonographie
Metall-, Glassplitter: BV (evt. röntgendicht)
Inzision in Lokalanästhesie, Blutsperre
Oft frustran, cave vor unkontrolliertem Vorgehen
in die Tiefe  operativ oder offene
Wundbehandlung und antibiotische
Abschirmung
• Meist offene Wundbehandlung, Ruhigstellung
• Di-Te immer überprüfen (auch ältere FK)
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Verbrennungen
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• Neuner-Regel
nach Wallace
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• Kühlen mit 15-20° kaltem Wasser, (nach
Latenz von 1 Stunde kein Effekt mehr)
• Cave: Gefahr der Auskühlung
• Zum Transport sterile Abdeckung der
Brandwunden mit Metalline-Folien
• Akut: Keine Verwendung von Salben!!
Im Verlauf: Ialugen plus täglich
• Volumensubstitution: Baxter-Formel
4 ml Ringerlactat/kgKG/% KöF II-IIIgradig, ½ in
den ersten 8 Stunden, Rest in den übrigen 16
Stunden
© Dr. med. D. Rhein Straub
•
•
•
•
Débridements; Blasen nicht eröffnen
Gesicht: Hexacorton-Schaum
Sonst: Ialugen-Salbe
Keine prophylaktische AB-Gabe
• Schmerzbehandlung:
Morphin i.v. 2,5-5 mg
Ketanest 0,25-0,5 mg/kgKG i.v.
Evt. Sedierung mit Benzodiazepinen
© Dr. med. D. Rhein Straub
• Cave: Inhalationstrauma!
•
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Verbrennungen Gesicht / Hals
Augenbrauen / Nasenhaare versengt
Oropharynx verfärbt
Schwärzliches Sputum
Heiserkeit
Verminderter GCS
Explosionen mit Beteiligung Kopf / Torso
Feuer: Co-Hb > 10%
• Verlegung in Spezialklinik erwägen
– (>20% IIgradig, >10% IIIgradig,
Gesicht/Hals/Hände/Füsse/Gelenke/AnoGenital, Inhalationstrauma, Alter!, elektrisch,
chemisch)
• Bei Inhalationstrauma Schutz der Atemwege
durch Intubation
• Di-Te??
• ZVK, DK
Danke für die Aufmerksamkeit!
© Dr. med. D. Rhein Straub
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