01•2012
ISSN 1869-5892 | 4,- €
www.wtz-essen.de
journal
Journal des Westdeutschen Tumorzentrums
WTZ Essen
4
Immunkonjugate
gegen akute Leukämien und maligne Lymphome
8
Gastrointestinale Tumoren
Bericht vom ASCO-GI 2012
11
„Die Endokrinologie ist ein extrem logisches
und spannendes Querschnittsfach“
Interview mit Professorin Dr. Dr. Dagmar Führer-Sakel
14
Neues Gebäude für onkologische Patienten
Westdeutsches Tumorzentrum – Stationen
Adelm
idrol
in neu
er Rez
eptur
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theken
exklus
iv .
Pro Therapie. Pro Life.
. Haut- und Schleimhautschutz mit Adelmidrol®
bei Strahlenbelastung, Hormon-, Immun- und
Chemotherapie
. Regulierung des Endocannabinoid-Systems
. Modulation der Mastzellenaktivität
www.bendalis.com
®
editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
kontinuierliche Fortbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Kollegialität
4
und Kooperationsbereitschaft, Teamgeist und ganzheitliches Denken, Netzwerk- und Zentrenbildung: Die Liste der Anforderungen, die an Institutionen
und ihre Mitarbeiter gestellt werden, die sich gleichzeitig der medizinischen
3
Schwerpunkt
Immunkonjugate gegen akute
Leukämien und maligne Lymphome
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Hüttmann
Der in den vergangenen Jahren mehr
als verhaltene Enthusiasmus bezüglich der Therapie mit Immunkonjugaten erscheint angesichts der bei der
53. ASH-Jahrestagung präsentierten
Daten nicht mehr gerechtfertigt.
Forschung und der klinischen Patientenversorgung verschrieben haben, ist
gleichermaßen beeindruckend wie anspruchsvoll.
Es wäre vermessen zu behaupten, das WTZ arbeite in allen Bereichen
schon heute nach diesen Vorgaben; aber in den letzten Monaten sind
7
Behandlungsprogramme
Alle Behandlungsprogramme
im Überblick
8
Gastrointestinale Tumoren
Bericht vom ASCO-GI 2012
wir unseren Zielen sicher ein wenig näher gekommen. Äußerlich ist das
sichtbar geworden am neuen Bettenhaus des WTZ, das am 11. Januar dieses
Jahres bezogen worden ist. Mit der Fertigstellung des Gebäudes hat das
WTZ als eigenes Zentrum im wahrsten Sinne des Wortes Gestalt angenommen, wie Sie dem Bericht auf Seite 14 entnehmen können.
Was ist wichtig für die Klinik?
Dr. Stefan Kasper präsentiert eine
Auswahl von Ergebnissen des
Gastrointestinal Cancer Symposiums
der ASCO.
Dass ohne interdisziplinäre Teams in einem Querschnittsfach wie der Endokrinologie gar nichts geht, belegt Dagmar Führer-Sakel, die neue Direktorin
der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, in ihrem Interview. Sie will den Standort Essen zum deutschen Referenzzentrum für endo-
11
krine Tumoren machen, wie Sie ab Seite 11 nachlesen können.
Und auch die medizinische Fortbildung kommt in dieser Ausgabe nicht zu
Interview
„Die Endokrinologie ist ein
extrem logisches und spannendes
Querschnittsfach“
Im Gespräch mit Professorin Dr. Dr.
Dagmar Führer-Sakel, einzige Frau
unter den bundesweit elf Ordinarien
für Innere Medizin und Endokrinologie.
kurz. Von der Jahrestagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) berichten wir ebenso wie vom Gastrointestinal Cancer Symposium der US-amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO).
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
14
WTZ intern
Neues Gebäude für onkologische
Patienten
15
Panorama
Sport in der Krebsnachsorge
Ihre
Angelika Eggert
Andreas Hüttmann
Geschäftsführende
Direktorin des WTZ
Redaktionsleiter des WTZ-Journals
Spendenaktion für die modernste
Kinderklinik Europas
Ehrenamtlicher Besuchsdienst
der Klinikseelsorge
15
Impressum
s c h w e r p u n k t
w t z - j o u r n a l
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
Immunkonjugate
gegen akute Leukämien und maligne Lymphome
Bericht von der ASH Jahrestagung 2011
PD Dr. med. Andreas Hüttmann,
Klinik für Hämatologie
Mitte Dezember des vergangenen
Jahres trafen sich Hämatologen aus
aller Welt im US-amerikanischen San
Diego zur Jahrestagung der American
Society of Hematology (ASH). Immunkonjugate – also an monoklonale Antikörper gekoppelte Toxine – werden
derzeit für die Therapie akuter Leukämien und auch bei der Behandlung
von T-Zell-Lymphomen geprüft.
Der in den vergangenen Jahren mehr als
verhaltene Enthusiasmus bezüglich der
Therapie mit Immunkonjugaten erscheint angesichts der bei der 53. ASHJahrestagung präsentierten Daten nicht
mehr gerechtfertigt. Fortschritte betreffen die sorgfältige Auswahl einer Zielstruktur, eine optimierte Klonselektion
bei der Antikörperherstellung und eine
clevere Toxinchemie. Zum Einsatz kommen Konjugate mit kompletten oder
fragmentierten Antikörpern (Abb. 1).
Akute myeloische Leukämie: AntiCD33-Strategie plus Chemotherapie
Die Therapie der akuten myeloischen
Leukämie (AML) umfasst seit Mitte der
achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Induktionstherapie mit
Anthrazyklinen, kombiniert mit einer
Cytarabin-Dauerinfusion. Wird nach
der Induktionstherapie eine zytologisch
komplette Remission erreicht, geht es
um die Konsolidierung dieses Behandlungserfolgs. Diese erfolgt auf Grundlage einer 1994 veröffentlichen Therapiestudie der Cancer and Leukemia
Group B (CALGB) mit hochdosierten
Cytarabin-Blöcken (1).
Dieses 18 Jahre alte Behandlungsschema ist immer noch aktuell, weil
es trotz des mittlerweile enorm gewachsenen Verständnisses der genetischen Grundlagen akuter Leukämien
und trotz aller Bemühungen der translationalen und klinisch angewandten
Forschung bislang nicht gelungen ist,
eine Strategie zu entwickeln, die das
Gesamtüberleben von AML-Patienten
verbessert.
s c h w e r p u n k t
Ein diesbezüglich mit vielen Hoffnungen verknüpftes, gezieltes therapeutisches Prinzip war schon vor mehr als
zehn Jahren der Einsatz von Immunkonjugaten. Bereits im Jahr 2000 erlaubte
die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA den Einsatz eines Immunkonjugats gegen die AML. Es handelte sich
um den gegen das myeloische Differenzierungsantigen CD33 gerichteten Antikörper Gemtuzumab, an den das Toxin
Ozogamicin gekoppelt war. Der Hersteller von Mylotarg®, so der Handelsname
des Konjugats, nahm das Präparat aufgrund mangelnden klinischen Nutzens
jedoch im Jahr 2010 wieder vom Markt.
Gemtuzumab/Ozogamicin:
Dreigeteilte Dosis macht Nebenwirkungen erträglich
Eine französische Arbeitsgruppe untersuchte Gemtuzumab/Ozogamicin (GO)
nun im Rahmen einer prospektiven, offenen, randomisierten Phase-III-Studie
und präsentierte die Daten bei der ASHJahrestagung (2). 278 Patienten zwischen 50 und 70 Jahren erhielten Daunorubicin und Cytarabin; die Hälfte der
Patienten zusätzlich GO in fraktionierten Gaben. Die übliche GO-Dosierung
von 9 Milligramm pro Qudratmeter
Körperoberfläche, die in der Vergangen-
heit häufig mit einer nicht akzeptablen
Toxizität verknüpft war und eine Kombination mit Chemotherapeutika nicht
zuließ, wurde auf drei über eine Woche
verteilte Gaben von jeweils 3 Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche aufgeteilt. Die früher so gefürchteten Nebenwirkungen blieben mit diesem Schema akzeptabel: 19 Patienten
erlitten eine protrahierte Thrombozytopenie; darüber hinaus wurden drei Episoden einer vaso-okklusiven Erkrankung
beobachtet.
Das ereignisfreie Überleben im GOArm verbesserte sich nach zwei Jahren
um beachtliche 25 % (HR: 0,57; 95% CI:
0,42-0.77; p=0,00018), der primäre
Studienendpunkt war damit erreicht
(Abb. 2). Der Überlebensvorteil blieb in
dieser Studie allerdings auf Patienten
mit günstigem oder intermediärem
zytogenetischen Untersuchungsbefund beschränkt (HR: 0,49), während
Patienten mit ungünstiger Zytogenetik
nicht profitierten (HR: 1,07), allerdings
auch keinen zusätzlichen Schaden erlitten.
Interessant wird sein, wie Hersteller und
Aufsichtsbehörden in Europa und den
USA reagieren werden. Ein Präzedenzfall
IgG
Antigenbindung
VH
Akute lymphatische Leukämie:
Anti-CD22-Strategie
Für die Behandlung reifzelliger B-ZellNeoplasien erweist sich das Antigen
CD22 als vielversprechende Zielstruktur.
CD22 ist ein transmembranäres Protein,
das die Aktivität des B-Zell-Rezeptorkomplexes moduliert. Es findet sich
intracytoplasmatisch ab dem frühen
B-Zell-Entwicklungsstadium und wird
im Zuge der B-Zell-Reifung dann auf
der Zelloberfläche aller reifen B-Zellen,
mit Ausnahme der Plasmazellen, ausgebildet. Dies macht CD22 – ähnlich wie
das von Rituximab erkannte CD20 – zu
einer interessanten Zielstruktur in der
Behandlung reifzelliger B-Zell-Neoplasien. Während Rituximab allein nach
Bindung an CD20 die üblichen Effektormechanismen aktiviert, reicht die Bindung eines „nackten“, sprich nicht mit
einem Toxin konjugierten Antikörpers
an CD22 allein allerdings nicht aus.
CD22 wird nach Ligandenbindung
‰
Fab-Fragment: „Arme“ des Antikörpers
mit den antigenbindenden Bereichen;
CL
CH1
für die Situation, dass eine ArzneimittelZulassung erst zurückgegeben und später wieder erteilt wurde, liegt bisher
nicht vor. Aus klinischer Sicht möchte
man diese hochinteressanten Daten
unbedingt reproduziert und weiter verfolgt sehen.
Fv: variabler Teil eines Antikörpers, der für
dessen Spezifität verantwortlich ist;
VL
VH
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Abb. 1: Schematische Darstellung eines
Immunglobulins G und davon abgeleiteten Fragmenten.
Fab-Fragmente
hypervariable
Regionen
Fv
VL
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ss
ss
Fab
VH: variable Domäne der schweren Kette;
CL
CH1
VL: variable Domäne der leichten Kette;
Fc: schwere Ketten, die die Komplenentaktivierung und Makrophagenbindung
bewirken;
s-s
ss
CH1-3, CL: konstante Domänen;
Komplementaktivierung
scFv-Fragment
CH2
Fc
Makrophagenbindung
VL
VH
dsFv-Fragment
VL
VH
s-s
CH3
linker
S-S: Disulfidbrücke;
scFv: durch eine Peptidverbindung
stabilisiertes Fv-Fragment;
linker: Peptidverbindung zwischen
VH und VL;
dsFv: durch eine Disulfidbrücke stabilisiertes Fv-Fragment.
5
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6
Ereignisfreies Überleben
100
80
Daunorubicin und Cytarabin +
Gemtuzumab-Ozogamicin
60
40
Daunorubicin und Cytarabin
20
0
0
6
12
18
24
30
Monate
Abb. 2: Ereignisfreies Überleben nach Behandlung mit Daunorubicin und Cytarabin mit
oder ohne Gabe von Gemtuzumab-Ozogamicin. Nach (2).
jedoch rasch internalisiert, ein Umstand, der sich therapeutisch nutzen
lässt, wenn man ein intrazellulär
aktivierbares Antikörper-Toxin-Konjugat
verwendet. Inotuzumab-Ozogamycin
(IO) ist ein solches Konjugat, dessen
möglicher Einsatz gegen die akute lymphatische B-Zell-Leukämie (B-ALL) bei
der ASH-Jahrestagung präsentiert
wurde. Diese Erkrankung ist ein geeigneter Kandidat für CD22-vermittelte
Therapien, weil das CD22-Molekül kräftig und für das zelluläre Entwicklungsstadium „zu früh“ auf der Zelloberfläche exprimiert wird.
IO als Monotherapie bei rezidivierter
B-ALL
Susan O’Brien et al. untersuchten an
49 Patienten, ob IO als Monotherapie
bei refraktärerer oder rezidivierter
Tab. 1: Ansprechraten nach Behandlung
mit Inotuzumab-Ozogamycin. CR: Komplette Remission; CRp: Komplette Remission mit Thrombozyten<100.000/μl, CRi:
Komplette Remission im Knochenmark
ohne vollständige Erholung der Neutrophilen oder Thrombozyten. Nach (3).
Zyklen
CR
n
CRp
n
CRi Ansprechrate n(%)
Alle Zyklen
9
14
5
28 (57)
Zyklus 1
8
8
0
16 (33)
Zyklus 2
1
6
4
11 (22)
Zyklus 3
0
0
1
1 (2)
B-ALL effektiv ist (3). 33 % der Patienten
erreichten eine CR bereits nach einem
einzigen Behandlungszyklus, insgesamt
lag die Ansprechrate bei 57 Prozent,
wenn man die Patienten mit unvollständiger CR mit einschloss (Tab. 1).
Darüber hinaus konnte bei 63 % der Patienten mit zytologischem Ansprechen
in der Diagnostik der minimal residual
disease (MRD) kein Signal mehr detektiert werden. Die Verträglichkeit war
generell gut. Neben den bei der Erstgabe monoklonaler Antikörper häufig
beobachteten Reaktionen wie Fieber
und Hypotension, wurden nach IOBehandlung milde und vorübergehende
Transaminasenerhöhungen beobachtet.
Nebenwirkungen wie Wirkungen korrelierten mit den im Plasma gemessenen
Inotuzumab-Spiegeln.
Phase-I-Studie mit MP bei Kindern mit
B-ALL
Ein anderes Immunkonjugat, bestehend
aus dem Fv-Fragment des Antikörpers
Moxetumombab und dem daran gekoppelten Pseudomonas-Exotoxin-A, ist
möglicherweise in der Behandlung von
Kindern mit B-ALL vielversprechend (4).
In einer Phase-I-Studie wurden insgesamt 21 Patienten untersucht, von
denen 17 (81%) refraktär auf die vorausgehene Behandlung gewesen waren.
Im Median hatte dieses prognostisch
äußerst ungünstige Kollektiv in der Vorgeschichte bereits vier Therapielinien
erhalten.
Für eine Phase-I-Studie, in der die
Mehrzahl der Patienten unterdosiert
behandelt wird, waren die Ansprechraten erstaunlich hoch. Vier Patienten
(24%) erreichten eine zytologisch komplette Remission, ein Patient eine partielle Remission, sieben Patienten (41%)
zeigten ein hämatologisches Ansprechen mit Verbesserung der Blutbildparameter und fünf Patienten (29%)
waren stabil oder progredient. Die
dosislimitierende Toxizität war ein
capillary leak syndrome.
Hodgkin-Lymphome und T-Zell-NHL:
Anti-CD30-Strategie
Hodgkin-Lymphome und auch das anaplastische großzellige T-Zell-Lymphom
zeichnen sich durch eine ausgeprägte
CD30-Positivität aus. Allerdings sind
monoklonale, gegen CD30 gerichtete
Antikörper allein ähnlich uneffektiv wie
Antikörper gegen CD22. Erst die Konjugation des Antikörpers Brentuximab (B)
mit dem Antimitotikum Monomethyl
Auristatin E (Vedotin) führt zu einer
dramatischen Wirkungssteigerung.
Beide genannten Entitäten waren bereits im Jahr 2010 Gegenstand einer
Phase-I-Studie mit B/Vedotin. Die überraschend gute Wirksamkeit des Immunkonjugates führte dazu, dass das New
England Journal of Medicine schon
diese Phase-I-Studie zur Publikation
annahm (5).
Bei der 53. ASH-Jahrestagung stellten
Ranjana Advani et al. die Phase-IIStudienergebnisse einer B/VedotinMonotherapie bei Patienten mit refraktären und rezidivierten anaplastischen
T-Zell-Lymphomen vor (6). 58 Patienten,
von denen 72 % ALK-negativ und somit
prognostisch ungünstig waren, wurden
behandelt. 62 % der Patienten waren refraktär auf die Erstlinienbehandlung,
und 22 % hatten auf keine der vorangegangenen Therapien angesprochen.
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Brentuximab-Vedotin-Monotherapie
Gesamt-Ansprechrate
(95% CI: 75-94)
Mediane Ansprechdauer
(95% CI: 5,7 - nicht erreicht)
Komplette Remission
(95% CI: 45-71)
Mediane Dauer der
Komplettremission
(95% CI: 13-nicht erreicht)
w t z - j o u r n a l
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
Tab. 2: Ergebnisse der BrentuximabVedotin-Monotherapie (n=58). Nach (6).
86 %
13,2 Monate
59 %
nicht
erreicht
Die Gesamt-Ansprechrate betrug 86 %,
wobei die Rate an kompletten Remissionen nach Meinung der Autoren mit 59%
unerwartet niedrig lag (Tab. 2). Das
mediane progressionsfreie Überleben
wurde mit 14,5 Monaten angegeben
und war damit um 8,5 Monate länger
als die Zeit bis zur Progression unter der
vorausgegangenen Chemotherapie. Bei
einem Einjahres-Gesamtüberleben von
70 % war der Median noch nicht erreicht.
Fazit
Die beim 53. ASH gezeigten Daten zur
Behandlung akuter Leukämien mit Immunkonjugaten dokumentieren die in
in diesem Bereich erzielten Fortschritte.
Neben den erstaunlich hohen Ansprechraten der Anti-CD22-Konjugate scheint
deren Nebenwirkungsprofil vertretbar
zu sein. Gleiches gilt für das Anti-CD33Konjugat GO, sofern die Dosisdichte und
Dosisintensität reduziert werden.
Literatur
(1) Mayer RJ et al.: Intensive Postremission Chemotherapy in Adults with
Acute Myeloid Leukemia. N Engl J
Med 1994; 331:896-903
(2) Castaigne S et al.: ALFA-0701Studie, Abstract 6
(3) O’Brien S et al.: InotuzumabOzogamycin, Abstract 875
(4) Wayne AS et al.: A Novel Anti-CD22, Abstract 248
(5) Younes A et al.: Brentuximab
Vedotin (SGN-35) for Relapsed
CD30-Positive Lymphomas.
N Engl J Med 2010; 363:1812-1821
(6) Advani R et al.: Brentuximab
Vedotin (SGN-35), Abstract 443
Alle Behandlungsprogramme im Überblick
Programm 1:
Tumorerkrankungen des Magen-DarmTraktes (Westdeutsches Magen-DarmZentrum)
Kontakt: Dr. St. Kasper
Innere Klinik (Tumorforschung)
Telefon: 0201-723-2039
Mail: [email protected]
Programm 2:
Tumorerkrankungen der Lunge und der
Thoraxorgane (Lungenkrebszentrum am
Westdeutschen Tumorzentrum)
Kontakt: Dr. W. Eberhardt
Innere Klinik (Tumorforschung)
Telefon: 0201-723-3131
Mail: [email protected]
Programm 3:
Hämatologische Onkologie (Leukämien,
Lymphome und Myelome)
Kontakt: Prof. Dr. U. Dührsen
Klinik für Hämatologie
Telefon: 0201-723-2417
Mail: [email protected]
Programm 4:
Gynäkologische Tumoren
Kontakt: Prof. Dr. R. Kimmig, Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Telefon: 0201-723-2441
Mail: [email protected]
Programm 5:
Neuroonkologie
Kontakt: Prof. Dr. U. Sure
Klinik für Neurochirurgie
Telefon: 0201-723-2804
Mail: [email protected]
Programm 6:
Urologische Tumoren
Kontakt: Prof. Dr. Dr. h. c. H. Rübben
Klinik für Urologie
Telefon: 0201-723-3211
Mail: [email protected]
Programm 7:
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
Kontakt: Prof. Dr. A. Eggert
Zentrum für Kinder und Jugendmedizin,
Klinik für Kinderheilkunde III
Telefon: 0201-723-3784
Mail: [email protected]
Programm 8:
Hauttumoren
Kontakt: Prof. Dr. D. Schadendorf
Klinik für Dermatologie
Telefon: 0201-723-2430
Mail: [email protected]
Programm 9:
Endokrine Tumoren
Kontakt: Prof. Dr. Dr. D. Führer-Sakel
Klinik für Endokrinologie und Zentrallabor,
Bereich Forschung und Lehre
Telefon: 0201-723-2821
Mail: [email protected]
Programm 10:
Kopf-/Hals-Tumoren
Kontakt: Prof. Dr. S. Lang
Klinik für HNO-Heilkunde
Telefon: 0201-723-2481
Mail: [email protected]
Programm 11:
Augentumoren
Kontakt: Prof. Dr. N. Bornfeld
Zentrum für Augenheilkunde, Erkrankungen
des hinteren Augenabschnitts
Telefon: 0201-723-3569
Mail: [email protected]
Programm 12:
Knochen- und Weichteiltumoren
Kontakt: Prof. Dr. G. Taeger
Klinik für Unfallchirurgie
Telefon: 0201-723-1312
Mail: [email protected]
[email protected]
Programm 13:
Knochenmarktransplantation
Kontakt: Prof. Dr. D. W. Beelen
Klinik für Knochenmarktransplantation
Telefon: 0201-723-3136
Mail: [email protected]
Programm 14:
Tumorerkrankungen des älteren Patienten,
Geriatrische Onkologie
Kontakt: Dr. W. Eberhardt
Innere Klinik (Tumorforschung)
Telefon: 0201-723-3131
Mail: [email protected]
Programm 15:
Primäre Tumoren der Leber
(Lebertumor-Centrum am WTZ)
Kontakt: Prof. Dr. Jörg Schlaak
Klinik für Gastroenterologie und
Hepatologie
Telefon: 0201-723-3615
Mail: [email protected]
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A S C O - G I
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Gastrointestinale Tumoren –
Bericht vom ASCO-GI 2012
8
Was ist wichtig
für die Klinik?
Magenkarzinome: AVAGAST-Analyse
Die Ergebnisse einer Subgruppenanalyse der randomisierten PhaseIII-Studie mit Capecitabin/Cisplatin
in Kombination mit Bevacizumab
Mit etwa 3.000 Teilnehmern zählt
das jährlich im Januar stattfindende
Gastrointestinal Cancer Symposium
der US-amerikanischen Gesellschaft
für klinische Onkologie (ASCO) zu
einem der weltweit größten Treffen
für gastrointestinale Tumoren. An drei
Tagen wurden in der letzten Januarwoche 2012 die neuesten Ergebnisse
aus der klinischen und experimentellen Forschung diskutiert. Für das WTZJournal berichtet Dr. Stefan Kasper von
der Inneren Klinik (Tumorforschung).
oder Placebo beim fortgeschrittenen
Magenkarzinom (AVAGAST) zeigten
erneut, dass es sich beim Magenkarzinom um eine heterogene Erkrankung
handelt (1). Patienten mit Karzinomen
des diffusen Typs (Typ II) hatten ein
signifikant schlechteres Gesamtüberleben als Patienten mit Karzinomen des
intestinalen Typs, die entweder proximal (Typ I) oder distal gelegen waren
(Typ III). Das mediane Gesamtüberleben betrug 10,3 versus 11,7 Monate.
Zudem zeigte sich, dass Patienten aus
den USA oder Europa eine deutlich
schlechtere Prognose haben als Patienten aus dem asiatischen Raum (median 8,0 versus 11,1 Monate). Allerdings
profitierten nicht-asiatische Patienten
mit Magenkarzinomen des Typs II und
III eindeutig von einer Addition des
VEGF-Antikörpers Bevacizumab.
Intraperitoneale Chemotherapie
bei lokal fortgeschrittenen Adenokarzinomen
Eine intraperitoneale Chemotherapie
mit frühem Start einer adjuvanten
Chemotherapie erhöht bei lokal fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens sowohl das rezidivfreie als auch
das Gesamtüberleben (2). Dies zeigte
das Update der AMC-0101-Studie.
Patienten mit Magenkarzinomen im
Stadium II und III erhielten entweder
eine intraperitoneale Chemotherapie mit Cisplatin, gefolgt von einer
adjuvanten Chemotherapie mit Mitomycin C direkt postoperativ, gefolgt
von einer Therapie mit Doxifluridin
und Cisplatin über 12 beziehungsweise
6 Monate, die 4 Wochen nach der
Operation gestartet wurde (iceMFP),
oder sie erhielten nur
eine adjuvante Chemotherapie mit
Mitomycin C und Doxifluridine für
3 Monate, welche 3 bis 6 Wochen postoperativ begonnen wurde (Mf).
Patienten in der ersten Gruppe zeigten
ein deutlich erhöhtes rezidivfreies (HR
0,73; 95% CI. 0,57-0,93) und Gesamtüberleben (HR 0,77; 95% CI. 0,60-0,98).
Enttäuschend dagegen waren die
Ergebnisse der Phase-III-Studie
GRANITE-1, in der best supportive care
gegen den mTOR-Inhibitor Everolimus
getestet wurde, und zwar bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom nach Versagen einer Chemotherapie (3). Der primäre Endpunkt
Verlängerung des Gesamtüberlebens
wurde verfehlt (5,39 versus 4,34 Monate) bei einem zwar signifikant, jedoch
nur marginal verlängerten progressionsfreien Überleben (1,68 versus
1,41 Monate).
2 0 1 2
GIST-Tumoren
Die Auswertung einer großen Registerstudie (4) mit mehr als 2.800 Teilnehmern zeigte, dass Patienten, deren
GIST-Tumoren außerhalb des Gastrointestinaltraktes liegen – das waren in
dieser Studie 11,5 % aller Tumoren, eine
im Vergleich deutlich schlechtere Prognose haben. In der Gruppe mit extraintestinalen Manifestationen lebten
nach fünf Jahren noch 62 % aller Patienten, in der Gruppe mit intestinalen
Manifestationen dagegen noch 70 %.
Extraintestinale GIST werden häufiger
erst im fortgeschrittenen Stadium mit
Lymphknotenbefall und Fernmetastasen diagnostiziert.
Pankreaskarzinome und
neuroendokrine Tumoren
Pankreaskarzinome werden meist erst
in einem fortgeschrittenen und somit
inoperablen Stadium erkannt. Mit Hilfe
eines neuen, serumbasierten Testverfahrens zum Nachweis des PAM4Antigens gelang es jedoch – in Seren
von mehr als 600 Patienten mit gutartigen und bösartigen Erkrankungen
des Pankreas –, Pankreaskarzinome mit
einer hohen Sensitivität bereits im
frühen Stadium zu detektieren. Die
Sensitivität ließ sich durch die zusätzliche Bestimmung des CA19-9 Antigens weiter steigern (5). Aufgrund von
Ungleichgewichten in der Randomisierung wurde die RADIANT-2-Studie
einer Re-Analyse unterzogen (6). Bei
Patienten mit fortgeschrittenen neuroendokrinen Tumoren (NET) ließ sich
das Progressionsrisiko um 38 % reduzieren, wenn zusätzlich zu Octreotid
auch Everolimus zum Einsatz kam.
Die Hazard Ratio für die Kombinationsbehandlung im Vergleich zur Octreotid
allein betrug 0,62 (95% CI. 0,51-0,87;
p=0,003).
Kolorektale Karzinome: ColoPrint zur
Bestimmung des Rezidivrisikos
Zwischen 25 und 35 % der Patienten
mit kolorektalen Karzinomen (KRK) im
Stadium II erleiden ein Rezidiv ihrer Er-
w t z - j o u r n a l
krankung und würden daher von einer
adjuvanten Chemotherapie profitieren.
Die entsprechende Selektion der Patienten für eine Chemotherapie erfolgte bisher anhand klinischer Parameter.
Der ColoPrint-Test dagegen nutzt eine
18-Gensignatur, um das Rezidivrisiko
zu bestimmen. Tatsächlich gelingt es
mit diesem Test mittlerweile, eine
Hoch- und eine Niedrigrisikogruppe
zu identifizieren (7). Damit steht eine
weitere Entscheidungshilfe in Bezug
auf die Durchführung einer Chemotherapie für KRK-Stadium-II-Patienten
zur Verfügung.
Verbesserungen für Patienten mit
metastasiertem KRK
Fortschritte gibt es auch für Patienten
im KRK-Stadium III: Die Langzeitergebnisse der randomisierten PhaseIII-Studie NO16968 zeigen, dass
Capecitabin/Oxaliplatin (XELOX) der
Kombination 5-FU/Folinsäure in der
adjuvanten Therapie überlegen ist: Die
Verbesserung des erkrankungsfreien
Überlebens nach 4,75 Jahren hat nach
sieben Jahren auch zu einem signifikant verbesserten Gesamtüberleben
geführt (8). Zusammen mit den Daten
der MOSAIC- und der NSABP-C-07Studie unterstützen die Ergebnisse den
Regorafenib verbessert
Gesamtüberleben
100
Regorafenib (n = 505)
75
Gesamtüberleben (%)
A S C O - G I
50
25
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
Einsatz von Oxaliplatin in der adjuvanten Therapie des KRK im Stadium III.
Die Addition der EGFR-Antikörpers
Panitumumab zum FOLFIRI-Chemotherapieprotokoll in der zweiten Linie
erhöht signifikant das progressionsfreie Überleben in Patienten mit metastasiertem KRK und Wildtyp-KRAS
(6,7 versus 4,9 Monate). Dies zeigten
die Ergebnisse der randomisierten
Phase-III-Studie 181 mit 1.186 Patienten
(9). In Bezug auf das Gesamtüberleben
zeichnete sich ebenfalls ein positiver
Trend ab (14,5 versus 12,5 Monate), der
aber die statistische Signifikanz verfehlte. Die Autoren der Studie vermuten, dass der Unterschied im Gesamtüberleben sozusagen verwischt wurde,
weil sehr viele Patienten aus dem Placeboarm nach der Progression ihrer
Erkrankung ebenfalls mit einem EGFRAntikörper behandelt wurden. Erneut
bestätigte sich, dass insbesondere Patienten, die eine höhergradige Hauttoxizität entwickeln, besonders von der
Addition des Antikörpers profitieren.
Regorafenib-Studie rekrutiert auch
am WTZ
Die Phase-III-CORRECT-Studie mit KRKPatienten, deren Tumoren unter allen
Standardchemotherapien progredient
waren, belegte die Wirksamkeit des
oralen Multikinase-Inhibitors Regorafenib (10): Das Gesamtüberleben konnte mit Regorafenib versus best supportive care und Placebo um 29 %, genauer: von 5,0 Monaten auf 6,4 Monate
verlängert werden (Abb. 1). In Kürze
wird das Medikament in wenigen Zentren, unter anderem am WTZ in Essen,
im Rahmen einer klinischen Phase-IIIbStudie weiter geprüft.
Placebo (n = 255)
0
0
50
100
200
300
400
Tage nach Randomisierung
Abb. 1: Gesamtüberleben in der CORRECTStudie. Unter Regorafenib verbessert sich das
Gesamtüberleben von 5,0 auf 6,4 Monate.
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)
(6)
(7)
(8)
(9)
(10)
Manish A Shah et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 5)
Yoon-Koo Kang et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 4)
Eric van Cutsem et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr LBA3)
Mary Lydon Guye et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 2)
David V Gold et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 164)
James C Yao et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 157)
Josep Tabernero et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 384)
Hans-Joachim Schmoll et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 388)
Alberto F Sobrero et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr 387)
Axel Grothey et al., J Clin Oncol 30 2012 (suppl 4; abstr LBA385)
9
Col oquium
Onko ogie
Die Buchreihe erscheint in Kooperation
mit der Deutschen Gesellschaft für
Hämatologie und Onkologie (DGHO)
Col oquium
Onko ogie 12
Update Hämatologie / Onkologie 2011
Alle wichtigen hämato-onkologischen Entwicklungen der vergangenen zwölf Monate
Aus dem Inhalt:
Mammakarzinome – Gynäkologische Tumoren – Gastrointestinale Tumoren – Lungenkarzinome –
Urologische Tumoren – Kopf-Hals-Tumoren – Sarkome – ZNS-Tumoren – Leukämien und Knochenmarktransplantationen – Maligne Lymphome – Supportivtherapie – Schmerztherapie – Palliativmedizin
Herausgeber: Stephan Petrasch und Gerhard Ehninger
600 Seiten · 132 Abbildungen und 99 Tabellen · ISBN 978-3-933012-19-7 · 39,50 €
Erhältlich in medizinischen Fachbuchhandlungen oder direkt beim Verlag
(ohne Berechnung von Versandkosten).
LUKON Verlagsgesellschaft GmbH
Landsberger Straße 480 a · 81241 München
Fon: 089-820 737-0
[email protected] · www.Lukon.de
i n t e r v i e w
w t z - j o u r n a l
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
„Die
Endokrinologie ist
ein extrem logisches
und spannendes
Querschnittsfach“
Professorin Dr. Dr. Dagmar Führer-Sakel
Seit dem 1. Juni 2011 ist sie Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen des Universitätsklinikums Essen. Sie ist die einzige Frau unter den bundesweit elf Ordinarien für Innere Medizin und Endokrinologie,
und sie lebt ihre Überzeugung, dass Vertreter ihres Faches
geradezu zwangsläufig Kooperationsbereitschaft, Teamgeist
und ganzheitliches Denken mitbringen. Grund genug also,
sich mit Dagmar Führer-Sakel ausführlicher zu unterhalten.
Seit wann war für Sie klar, dass die
Endokrinologie Ihr Schwerpunkt
werden würde?
Spätestens seitdem ich Gelegenheit
hatte, bei Michael Besser in London
einen Abschnitt meines praktischen
Jahres zu absolvieren. Bei ihm habe ich
gelernt, dass Endokrinologie extrem
logisch ist. Damals bedeutete das, dass
man die Beschwerden des Patienten mit
den Ergebnissen der Hormonanalytik in
Bezug setzte. Anschließend brachte
man das stoffwechselphysiologisch entgleiste System wieder in den Normalzustand, sei es durch OP, Bestrahlung
oder Medikamente; und damit war die
Erkrankung praktisch geheilt. Das ist
etwas, was es sonst in der Inneren
Medizin eigentlich nicht gibt.
Das klingt nach Erfolg und großer Klarheit.
Stimmt. Und das hat sich dann in meiner weiteren Ausbildung fortgesetzt.
Nach dem PJ hatte ich das Glück, in Leipzig eine Stelle als Ärztin im Praktikum zu
finden, bei der von vornherein klar war,
dass ich auch nach dem AiP weiter in
der Forschung würde arbeiten können.
Das war 1995, der Lehrstuhl in Leipzig
war neu besetzt, neue Arbeitsgruppen
wurden aufgebaut, die neuen Bundesländer waren spannend, und ich hatte
einfach das Gefühl: Da bewegt sich was.
Womit haben Sie sich damals in der
Forschung beschäftigt?
Zu der Zeit war der TSH-Rezeptor als
Steuerorgan der Schilddrüse erstmals
kloniert worden, man hatte gerade die
ersten Mutationen entdeckt, und ich
hatte Gelegenheit, mit diesen Fragestellungen beim Aufbau des Labors zu helfen.
Leipzig sind Sie dann ja lange Zeit treu
geblieben.
Nun, zunächst habe ich meine Arbeiten
als Post Doc im walisischen Cardiff fortgesetzt, bin dann aber 2000 nach Leipzig
zurückgekehrt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hatte gerade das EmmyNoether-Programm aufgelegt, und damit
ergab sich für mich die Gelegenheit, eine
eigene Arbeitsgruppe aufzubauen.
Mit welchem Schwerpunkt?
Ich war in der Endokrinologie ja sozusagen klassisch gestartet, mit Schilddrüsenerkrankungen, genauer: mit
heißen Knoten, die molekularbiologisch
vergleichsweise gut zu untersuchen und
in den meisten Fällen auch gut zu behan-
11
i n t e r v i e w
12
deln sind. Zurück in Leipzig habe ich gemerkt, dass diese Erkrankung für Patienten – eben weil sie vergleichsweise gut
behandelbar ist – nicht das drängendste
Problem darstellt. Die meisten wollen
aber wissen: Warum gibt es kalte und
heiße Knoten, was treibt ihr Wachstum
an? Oder auch: Warum gibt es bei
Schilddrüsenkarzinomen schwerere
Verläufe, die eben nicht so einfach zu
behandeln sind? Gibt es vielleicht Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf schon
bei der Diagnose zu prognostizieren?
Ich habe die Basis meiner Forschungsarbeiten sozusagen verbreitert, weil ich
gesehen habe, dass Patienten davon
profitieren können.
Es gibt Millionen von Patienten, die täglich Schilddrüsenhormone substituieren
müssen. Wie kann eigentlich eine solch
vergleichsweise uniforme Substitution
die endogen normalerweise angepasste
Ausschüttung ersetzen?
Das funktioniert in der Tat wohl nicht so
einfach, wie man sich das vorstellt. Und
es gibt ja auch genug Patienten, die
damit nicht wirklich klar kommen. Viele
klagen über Gewichtszunahme und andere Beschwerden. Wir wissen heute,
dass es außer T4 und T3 noch andere
Schilddrüsenhormone gibt, zum Beispiel
die Thyronamine; die wirken anders und
schneller als T4 und T3, und sie haben
auch antagonistische Effekte. Außerdem wissen wir heute viel mehr über
die Transportproteine an den Zielzellen
und die intrazellulären Deiodasen, die in
jedem Gewebe unterschiedlich arbeiten. Wir wissen auch, dass diesbezüglich
viele genetische Polymorphismen existieren – und all das zusammen genommen bietet Ansatzpunkte für eine Erklärung, warum Substitutionen mal besser
und mal schlechter funktionieren. Um
aber eine Substitutionstherapie zu entwickeln, die den physiologischen Verhältnissen möglichst genau entspricht,
müssen wir viel mehr über die zugrundeliegenden Mechanismen wissen.
Die Frage lautet ganz schlicht: Wie wirken Schilddrüsenhormone?
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Damit sind wir bei einem neuen Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Genau. Thyroid Trans Act ist ein deutschlandweites Schwerpunktprogramm. Zusammen mit zwei Kolleginnen habe ich
es noch von Leipzig aus initiiert und wir
sind stolz darauf, denn es ist das erste
seiner Art zum Thema Schilddrüse. Wir
stehen jetzt kurz vor der Auswahl der
Projekte für die erste Förderphase und
hoffen natürlich, dass es im Sommer,
wenn der Umzug des Labors von Leipzig
in das neue Essener Forschungsgebäude
abgeschlossen ist, richtig losgehen
kann.
lassen oder Nebenwirkungen einer
Intervention – wie beispielsweise die
Osteoporose nach einer Transplantation – besser verstehen lassen. In der
klinischen Versorgung schließlich soll
die Diabetologie einen gewichtigeren
Stellenwert erhalten, um eine bessere
Behandlung von Patienten mit kardiovaskulärem Risiko zu gewährleisten
oder bei bereits vorliegenden Komplikationen beziehungsweise nach
Transplantation eine optimale Stoffwechseleinstellung zu sichern.
Wie genau sind Sie in das Westdeutsche
Tumorzentrum einbezogen?
„Wir wollen besser
verstehen, wie Tumoren
der Hormondrüsen,
insbesondere der
Schilddrüse und neuroendokrine Tumoren
entstehen.“
Was wollen Sie in Essen bewegen und
vorantreiben?
Essen soll das deutsche Referenzzentrum für endokrine Tumoren werden.
Wir wollen besser verstehen, wie Tumoren der Hormondrüsen, also endokrine
Tumoren, insbesondere der Schilddrüse
und neuroendokrine Tumoren entstehen. Denn nur wenn die molekularen
Mechanismen bekannt sind, lassen sich
auch neue individualisierte Therapiekonzepte entwickeln. Dazu gibt es sehr
gute Voraussetzungen, vor allem auch
durch die enge Kooperation mit der
hiesigen Pathologie und den behandelnden Einrichtungen im WTZ. Darüber
hinaus gibt es für die Endokrinologie in
Essen viele Anknüpfungspunkte in der
Herz-Kreislauf-Medizin, der Transplantationsmedizin und in der Onkologie. Da
geht es meistens um hormonelle Marker, mit denen sich die Erfolgsaussichten
einer Behandlung prognostizieren
Die interdisziplinäre Aufarbeitung onkologischer Fragestellungen ist ein ganz
besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit. Im Westdeutschen Tumorzentrum
existiert ja von Beginn an das Behandlungsprogramm „Endokrine Tumoren“,
in dem Nuklearmediziner, Chirurgen,
Pathologenn, Radiologen und bei Bedarf
auch internistische Onkologen und
Strahlentherapeuten regelmäßig mit
Endokrinologen zusammenarbeiten.
Das hat aus Sicht der Endokrinologie
schon eine besondere Qualität. Regelmäßige Tumorboards, in denen tatsächlich auf den einzelnen Patienten bezogene verbindliche Protokolle entstehen,
mögen für Mammakarzinome oder kolorektale Tumoren selbstverständlich
sein, aber für die Endokrinologie ist das
noch nicht überall so. Und deshalb freut
mich diese wirklich beispielhafte Kooperation hier besonders.
i n t e r v i e w
Welche endokrinen Tumoren außer
Schilddrüsenkarzinomen besprechen
Sie im Board?
Vor allem endokrine Tumoren des Gastrointestinaltrakts, die manchmal besonders schwierig zu entdecken sind,
weil sie sich der Bildgebung nahezu
vollständig entziehen und sich manchmal schon durch Lebermetastasen bemerkbar machen, bevor der Primärtumor überhaupt gefunden wird. Theoretisch könnte man an bioptisch gewonnenem Metastasengewebe versuchen
herauszufinden, zu welcher Primärläsion die Metastasen gehören. Ich bin
davon überzeugt, dass die Entwicklung
beziehungsweise Identifikation derartiger molekularer Marker in der Endokrinologie von besonderer Bedeutung ist.
Wo genau im Gastrointestinaltrakt
kommen endokrine Tumoren vor?
Im gesamten GI-Trakt, vom Magen bis
zum Rektum. Sie sind allerdings vergleichsweise selten, haben ganz unterschiedliche Verläufe und sind wie gesagt nicht immer leicht zu finden. Deshalb ist es wichtig, Patienten an großen
Zentren zu behandeln. Denn nur in
großen Zentren mit entsprechenden
Patientenzahlen besteht die Möglichkeit, Teams unterschiedlicher Disziplinen zu bilden, die sich nicht mit allen,
sondern mit speziellen Fragestellungen
beschäftigen, weil eben heute nicht
mehr jeder alles können kann. Und nur
in solchen Zentren findet man zusätzlich zur Endokrinologie auch die notwendigen Experten aus Pathologie,
Nuklearmedizin, Chirurgie und Onkologie, die man für komplizierte Erkrankungen braucht.
Wie macht sich diese Spezialisierung
für Ihre Patienten bemerkbar?
Wir haben eine sehr enge Bindung an
unsere Patienten, die Ansprechpartner
sind immer dieselben. Wer bei uns um
einen Termin bittet, wird nicht aufgefordert, seinen möglichen Ansprechpartner selbst anzurufen. Wir betreuen unsere Patienten im Sinne eines Case Managements. Darüber hinaus haben wir
Spezialsprechstunden eingeführt. Zu
w t z - j o u r n a l
festgelegten Zeiten sind eben ausschließlich Patienten mit Hypophysenerkrankungen, Patienten mit Osteoporose oder Patienten mit einem Diabetes
in der Sprechstunde. Das vereinfacht die
Abläufe für die Patienten und die beteiligten Teams sehr. Patienten mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen
betreuen wir oft sozusagen in Nachfolge der Kinderendokrinologie, mit der
wir gemeinsam eine Transitionssprechstunde durchführen. Bei Erreichen des
Erwachsenenalters werden Patienten
übergangsweise gemeinsam vom Kinder- und Erwachsenenendokrinologen
betreut. Das sichert bei oftmals sehr
komplizierten Fällen wie einem PraderWilli-Syndrom oder einem adrenogenitalen Syndrom die Behandlungspfade,
sorgt für eine deutlich verbesserte Patientenversorgung und ist auch für das
ärztliche Team extrem bereichernd.
Interdisziplinäre Teams spielen in Ihrem
Fachgebiet offenbar eine große Rolle.
Ja natürlich, denn die Endokrinologie
reicht in viele internistische Teildisziplinen hinein, ist ein echtes Querschnittsfach. Schließlich spielen Hormone nahezu überall eine Rolle, bei jedem Stressvorgang, jeder Entzündung, jedem
Stoffwechselvorgang oder auch bei
Krebs. Und was wichtig ist: Endokrine
Veränderungen muss man nicht nur
messen, sondern auch richtig interpretieren können. Eine manifeste Hyperthyreose beispielsweise kann mit kardialen Beschwerden bis hin zur Angina
pectoris imponieren, die – lässt man die
Endokrinologie außer Acht – ausschließlich kardial untersucht wird. Hinter der
akuten Zustandsverschlechterung, die
einen Schlaganfall vortäuscht, kann
eine Hypo-Natriämie oder ein Diabetes
mellitus stecken.
Auf der anderen Seite kann die Endokrinologie auch prognostisch anhand
von Hormonen oder Biomarkern eine
Menge leisten, zum Beispiel bei Intensivpatienten in der Erholungsphase,
kurzum: Die Endokrinologie ist ein super
spannendes Fach, in viele Bereiche hineinspielend und intellektuell herausfor-
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
dernd, aber in unserem Medizinbetrieb
lässt sie sich betriebswirtschaftlich
leider nur schwer abbilden.
Das heißt, sie wird zu schlecht honoriert?
Das meine ich damit. Wir sollen uns ja
auch über die Krankenversorgung finanzieren. Allerdings wird vielerorts argumentiert, Patienten mit endokrinen Erkrankungen müsse man gar nicht stationär behandeln; die ambulante Versorgung wird aber in der Klinik nicht
adäquat vergütet. Betriebswirtschaftlich betrachtet entspricht ein kardiologischer Patient vier, manchmal auch
acht endokrinologischen Patienten. Seit
es die DRGs gibt, hat unser Fach da richtig zu kämpfen. Das bedeutet auf längere Sicht eine Gefährdung der endokrinologischen Ausbildung, und was viel
schlimmer ist, eine Gefährdung für die
Versorgung der Allgemeinbevölkerung.
Denn die großen Volkskrankheiten Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenprobleme und Osteporose sind nun einmal
endokrinologische Erkrankungen.
Stichwort kämpfen: Sie sind die einzige
weibliche von republikweit elf Lehrstuhlinhabern für Endokrinologie. Ist
es schwierig, in einer solchen Männerdomäne zu bestehen?
Das ist mehr Klischee als Wirklichkeit,
außerdem bin ich beileibe nicht die einzige Frau in diesem Geschäft. Denken
Sie an Annette Grüters, Kinderendokrinologin und Dekanin an der Charité in
Berlin. Außerdem wird sich das Bild in
den nächsten Jahren sicherlich ändern;
es rücken sehr viele qualifizierte Frauen
nach. Natürlich ist es in diesem Zusammenhang wichtig, Arbeitsbedingungen
speziell für Frauen so zu gestalten, dass
Beruf und Familie einander nicht ausschließen. In Leipzig und auch hier in
Essen gibt es beispielsweise gute Betriebskindergärten, die auch für meine
Familie, sprich für unsere beiden mittlerweile drei und ein Jahr alten Söhne
wichtig sind.
Frau Professorin Führer-Sakel, haben
Sie herzlichen Dank für das Gespräch.
13
w t z
i n t e r n
w t z - j o u r n a l
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
Aufenthalt
sraum für
Patienten
und Ange
hörige
Neues Gebäude
für onkologische Patienten
WTZ-Stationen
14
Am 11. Januar 2012 hat für stationär betreute Patienten im
Westdeutschen Tumorzentrum „eine neue Zeitrechnung“
begonnen, so würdigte Professor Eckhard Nagel, Ärztlicher
Direktor des Universitätsklinikums Essen, den Bezug des
neuen WTZ-Stationen-Gebäudes. Eine Woche später wurde
der in weniger als zwei Jahren errichtete Neubau in Anwesenheit von NRW-Forschungsministerin Svenja Schulze und
Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, eingeweiht.
HEPA-Filtrierung schützt Infektionsgefährdete
Nach mittlerweile drei Monaten hat das neue Gebäude auch
den Praxistest bestanden. Die vier Stationen (WTZ I bis WTZ
IV) werden von der Klinik für Hämatologie und der Inneren
Klinik (Tumorforschung) belegt. Auf der WTZ I versorgt Professor Ulrich Dührsen mit seinem Team in erster Linie prolongiert
aplastische Patienten. Durch einen leichten Luftüberdruck auf
dieser Station und die HEPA-Filtrierung der zugeführten Luft
sind infektionsgefährdete Patienten auf der WTZ I besonders
gut geschützt.
Auf der Station WTZ II befindet sich neben weiteren Betten
der hämatologischen Klinik die sogenannte Phase-I-Unit der
Inneren Klinik (Tumorforschung), wo Studien zur Arzneimittelforschung koordiniert und durchgeführt werden. Die Innere
Klinik (Tumorforschung) unter Leitung von Professor Martin
Schuler ist auch zuständig für die Stationen WTZ III und IV. Die
klinische Versorgung von Tumorpatienten findet auf WTZ III
statt, eine Etage darüber ist erstmals am Universitätsklinikum
Essen eine Palliativstation eingerichtet. In den Einzelzimmern
der Palliativstation können nahe Angehörige der Patienten auf
Raum für Maltherapie
Wunsch mit übernachten, eine großzügige Dachterrasse lädt
zum Verweilen ein. Ein entsprechend ausgestatteter Aufenthaltsraum bietet Patienten und Angehörigen die Möglichkeit
selbst zu kochen, und auch für die Kunst- und Maltherapie
finden sich passende Räume. Ein eigens eingerichteter „Raum
der Stille“ schließlich bietet Gelegenheit zu Besinnung und
Rückzug.
Kurze Wege im Westdeutschen Tumorzentrum
Mit der Eröffnung des neuen Gebäudes sind die baulichen Erneuerungen im Bereich des Westdeutschen Tumorzentrums
nahezu abgeschlossen, und die Wege zwischen den einzelnen
Einrichtungen haben sich sehr verkürzt. In nächster Umgebung zum Stationen-Neubau finden sich die WTZ-Ambulanz,
das Forschungsgebäude des Westdeutschen Tumorzentrums,
die Klinik für Strahlentherapie, die Klinik für Nuklearmedizin
und die Station III der Knochenmarktransplantation (KMT III),
in der unter anderem Patienten nach allogener Stammzelltransplantation versorgt werden.
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Colloquium Senologie 2011
Michael Un
tch
Christoph
Thomssen
Serban-D
an Costa
Herausgegeben von Michael Untch, Christoph Thomssen und Serban-Dan Costa
Ein Mammakarzinom-Kompendium auf dem Stand des ASCO 2011
olloquium
Senologie
2011
Selektieren, beschreiben und einordnen: Das sind die drei Prinzipien, von denen sich die
Macher dieses neuen Buches haben leiten lassen. In 16 Kapiteln beschreiben erfahrene
Autoren das, was Ärzte wissen sollten, die Patientinnen mit Mammakarzinom behandeln.
Histopathologie, Immunhistochemie und Intrinsic Typing gehören genauso dazu wie prädiktive
und prognostische Faktoren bei der Therapieentscheidung. Selbstverständlich sind alle
Therapieverfahren von Chirurgie über Strahlentherapie und medikamentöser Therapie in der
(neo)adjuvanten und in der metastasierten Situation enthalten. Der Stand der Information
zu all diesen Themen ist die ASCO-Jahrestagung 2011 in Chicago.
ca. 290 Seiten · durchgängig vierfarbig
ISBN 978-3-939415-10-7 · Buchhandelspreis: 29,50 €
Agileum Verlags GmbH, München
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Colloquium
2011
p a n o r a m a
Sport in der
Krebsnachsorge
Dass ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung vor Krebs schützt, ist schon
seit längerer Zeit unbestritten. Und seit einigen Jahren mehren sich die Belege dafür, dass
ein individuell angepasstes Sportprogramm
auch in der Behandlung von Krebserkrankungen zu empfehlen ist. Krebspatienten, die sich
körperlich betätigen, sind leistungsfähiger,
leiden weniger unter Fatigue und haben eine
insgesamt bessere Lebensqualität.
Der Onkologische Klinikverbund Essen e. V. lädt am Mittwoch, den 25. April 2012, ein
zu einer Informationsveranstaltung „Sport
und Krebs“. Von 15.30 bis 17.00 Uhr diskutieren
Sport- und Medizinexperten im Kurhaus im
Grugapark Essen. Anmeldungen per Fax
an 0201-230961 oder per E-Mail an
[email protected] Weitere Infos
unter www.vgsu.de/vgsu_aktuelles.php.
Infoveranstaltung
„Sport und Krebs“
25. April 2012
Der Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie an
der Universität DuisburgEssen e.V. (VGSU) bietet in seinem Krebsnachsorgeprogramm funktionelle
Gymnastik, moderates Ausdauertraining
sowie Bewegungsspiele und Entspannung an.
Brustkrebspatientinnen treffen sich unter
professioneller Anleitung jeweils montags
von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr in der Frauenklinik
des Universitätsklinikums (Physiotherapie,
2. Etage).
Krebsnachsorge:
Gymnastik,
Ausdauertraining,
Bewegung
Für Prostatakrebspatienten
gibt es ein ähnliches Angebot
im Gymnastikraum der
Sportstätte an der ehemaligen Pädagogischen Hochschule, Henri-Dunant-Straße 65,
45131 Essen, und zwar donnerstags von
16 bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, Neueinsteiger sind jederzeit willkommen.
Für ProstatakrebsPatienten
in Rellinghausen
w t z - j o u r n a l
1 · 2 0 1 2 · 4 . J g
Spendenaktion für die
modernste Kinderklinik
Europas
Die Kindermedizin des Universitätsklinikums
Essen genießt einen erstklassigen Ruf, sie
bietet Hochleistungsmedizin und Spitzenforschung. Ihre integrierten Forschungsgruppen
gehören national wie international zu den
größten und produktivsten Laboren ihrer Art.
Ein Großteil der Bausubstanz ist allerdings
mehr als 80 Jahre alt. Dringend benötigt wird
ein Neubau, der das ambitionierte Ziel verfolgt, die Disziplinen der kindermedizinischen
Versorgung unter einem Dach zusammenzuführen. Gleichzeitig sollen die Räume mehr
auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt
und, wo immer möglich, Eltern mehr in die
Behandlung einbezogen werden.
Weitere Informationen zu dem Projekt
findet man unter
www.kinderklinik-metro-poleruhr.de
Spendenkonto 188 77 77 bei der
National-Bank AG, BLZ: 360 200 30,
Stichwort „Zentrum für Kinderheilkunde“.
Ehrenamtlicher
Besuchsdienst der
Klinikseelsorge
Schwerkranke Patienten benötigen mehr als
die rein medizinische Versorgung. Neben den
praktischen Fragen, die sich im Verlauf der
Therapie ergeben – wie sieht meine und die
soziale Absicherung meiner Familie aus? Wie
geht es weiter, wenn ich aus dem Krankenhaus komme? –, verspüren Patienten ein Bedürfnis nach Spiritualität, „auch wenn das im
Alltag manchmal etwas verschüttet ist“,
so Hans-Jörg Stets, evangelischer Pfarrer und
Seelsorger am Universitätsklinikum Essen.
Um möglichst alle Patienten versorgen zu
können, die eine solche Betreuung wünschen,
bildet die Klinikseelsorge in den kommenden
Monaten ehrenamtliche seelsorgerische
Betreuer aus. Interessierte können sich unter
der Telefonnummer 0201-723-1670 oder per
E-Mail [email protected] an
Herrn Stets wenden.
Impressum
15
WTZ-Journal
ISSN: 1869-5892
© 2012 by Westdeutsches Tumorzentrum Essen
und LUKON-Verlagsgesellschaft mbH, München
Redaktion
PD Dr. med. Andreas Hüttmann
(Redaktionsleitung, verantwortlich);
Prof. Dr. med. Angelika Eggert;
Günter Löffelmann, Tina Schreck (CvD),
Ludger Wahlers
(089-820 737-0; [email protected]),
Anschrift wie Verlag
Anzeigen
Manfred Just (089-820 737-0;
M. [email protected]), Anschrift wie Verlag
Herausgeber
Direktorium Westdeutsches Tumorzentrum
Essen WTZ, vertreten durch
Prof. Dr. med. Angelika Eggert
Hufelandstraße 55, 45122 Essen,
www.wtz-essen.de
Verlag
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81241 München
Fon: 089-820 737-0
Fax: 089-820 737-17
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verlängert sich automatisch um ein weiteres
Jahr, wenn das Abonnement nicht spätestens
sechs Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres
schriftlich gekündigt wird.
Für Mitglieder des Westdeutschen
Tumorzentrums (WTZ) ist der Bezug
des WTZ-Journals im Mitgliedsbeitrag
bereits enthalten.
Layout, Gestaltungskonzept
und Illustration
Charlotte Schmitz, 42781 Haan
Bildnachweis
Alle Grafiken und Illustrationen:
Charlotte Schmitz, Haan;
Titel, Seite 4, 11, 12, 14: André Zelck, Essen;
Seite 8: The Moscone Center, San Francisco CA
Seite 15: Robert Kneschke · fotolia.de
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flyeralarm, Würzburg
Printed in Germany
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jederzeit widerrufliche Einverständnis, die zugesandten Beiträge beziehungsweise Informationen in Datenbanken einzustellen, die vom Verlag oder Dritten geführt werden.
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um 13,3 Monate (56,4 Monate mit VMP vs. 43,1 Monate mit MP; p=0,0004).3
GO FOR LIFE
1. San Miguel J et al., New Engl J Med 2008;359:906–917.
2. Aktuelle VELCADE®-Fachinformation.
3. San Miguel J et al., ASH 2011, San Diego;Abstract #476.
VELCADE® 1 mg/3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung. Wirkstoff: Bortezomib. Zusammensetz.: Jede Durchstechfl. enth. 1 mg bzw. 3,5 mg Bortezomib (als ein Mannitol-Borsäureester). Sonst. Bestandt.: Mannitol (E421), Stickstoff. Anw.
geb.: In Kombin. m. Melphalan u. Prednison für d. Bhdlg. v. Pat. m. bisher unbehand. multiplem Myelom, die für e. Hochdosis-Chemotherapie m. Knochenmarktranspl. nicht geeign. sind. Als Monotherapie für d. Bhdlg. v. progressivem, multiplem Myelom b. Pat.,
die mind. 1 vorangeh. Therapie durchlaufen haben u. die sich bereits einer Knochenmarktranspl. unterzogen haben od. die für eine Knochenmarktranspl. nicht geeign. sind. Gegenanz.: Überempfindl. gg. Bortezomib, Bor od. einen d. sonst. Bestandt.; akute diffus
infiltrat. pulmon. u. perikard. Erkr.; Schwangerschaft u. Stillzeit; Kdr. u. Jugendl. unter 18 J.; gleichz. Gabe v. hochdos. Cytarabin (2 g/m2 pro Tag) als Dauerinfusion üb. 24 h mit Daunorubicin. Gleichz. Anw. mit starken CYP3A4-Indukt. nicht empf. Vorsicht bei:
Obstipation; Thrombozytopenie; Neutropenie; Anämie; Blutungsrisiko; Bhdlg. unterbr., wenn d. Thrombozytenzahl < 25.000/μl od. b. Komb. m. Melphalan u. Prednison ≤ 30.000/μl u. mit reduz. Dosis wieder aufnehmen, wenn d. tox. Reakt. abgeklungen sind; sorgf.
Nutzen-Risiko-Abwäg., bes. in Fällen moderater bis schwerer Thrombozytopenie u. Blutungsrisiken (engm. Blutbildkontr., einschl. Thrombozytenzähl. währ. ges. Bhdlg.); Flüssigkeitsretention; Herzinsuff. (engm. Überw. b. Risikopat. f. Herzerkr. od. besteh.
Herzerkr.); Lungenerkr., Lungeninfiltration (Röntgenthorax vor Bhdlgs.beg. empf., um festzust., ob weit. diagn. Maßn. notw. sind u. als Ausgangsbef. f. mögl. pulmon. Veränd.; b. neu auftret. od. sich verschlecht. pulmon. Sympt. muss e. sofortige diagn. Abklärung
sowie e. adäq. Bhdlg. d. Pat. erfolgen; vor Fortsetz. d. VELCADE®-Ther. Nutzen-Risiko-Verhältn. abwägen); Nierenfunkt.störg.; Pat. m. e. mäßigen od. schweren Leberfunkt.störg. (Dosis reduzieren u. engmaschig auf Tox. überwachen; Risikopat. f. Krampfanfälle
u. Tumor-Lyse-Syndr.; Pat., d. Bortezomib in Kombin. m. potenten CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ritonavir) erh.; Kombin. v. Bortezomib m. CYP3A4- od. CYP2C19-Substraten; eine normale Leberfunkt. soll gesichert sein; Gabe v. oralen Antidiabetika; Bhdlgs.
abbruch b. schweren mögl. Immunkomplex-vermitt. Reakt. (z.B. Serumkrankh. od. Serumtypreakt., gelegentl. Polyarthr. m. Ausschl. u. proliferat Glomerulonephr.); Pat. sorgfält. auf Anz. autonom. od. periph. Neuropathie überw. Im Zus.hang m. d. Bhdlg. m.
VELCADE® tritt häufig e. orthostat. posturale Hypotonie auf, daher bes. Vorsicht, wenn Pat. m. Synkopen in d. Anamn. m. Arzneim. bhdlt. werden, d. zu Hypotonie führen können, als auch b. Pat., d. aufgr. rezidiv. Diarrh. od. Erbr. dehydriert sind. Männer in
zeugungsfäh. Alter u. Frauen in gebärfäh. Alter müssen währ. u. 3 Monate n. d. Bhdlg. e. zuverlässige Verhütungsmeth. anw. Nebenwirk.: (*Meldungen nach Markteinf.). Sehr häufig: Herpes zoster (einschl. disseminiertem), Thrombozytopenie, Anämie,
Neutropenie, Neuropathie (periph., periph. sensor. autonome), Kopfschm., Parästhesie, Dyspnoe, Übelk., Diarrh., Erbr., Obstipat., Ausschlag, Myalgie, Müdigk., Fieber, vermind. Appetit. Häufig: Leukopenie, Lymphopenie, Schwindel (außer Vertigo), Störg. d.
Geschmacksempfind., periph. Neuropathie verschlimmert, Polyneuropathie, Dysästhesie, Hypästhesie, Tremor, Pneumonie, Bronchitis, Sinusitis, Nasopharyngitis, Herpes simplex, Dehydratat., Hyperglyk., Hypokali., Schlaflosigk., Angstzust., Verwirrth., Depression,
verschwomm. Sehen, Augenschmerz, Vertigo, Hypotonie [inkl. orthostat. u. postural], Phlebitis, Hämatom, Hypertonie, Epistaxis, Belast.-Dyspnoe, Husten, Rhinorrh., Bauchschm., Dyspepsie, weicher Stuhl, Oberbauchschm., Blähg., gebläht. Abdomen, Singult.,
orale Ulzerat., Halsschm., Stomatit., Mundtrockenh., Pruritus, Erythem, periorbitales Ödem, Urtikaria, Pruritus-art. Hautausschl., vermehrt. Schwitzen, trockene Haut, Ekzem, Schmerz i. d. Gliedmaßen, Muskelkrämpfe, Arthralgie, Knochenschm., periph.
Schwellung, Muskelschwäche, Rückenschmerz, muskuloskelet. Schmerz, Nierenfunkt.störg., Dysurie, Schwäche, Rigor, allg. Unwohlsein, gripp. Infekte, (periph.) Ödem, Schmerz, Lethargie, Brustschm., Asthenie, Gewichtsabn., erhöhte Lactatdehydrogenase.
Gelegentl.: Candida-Infekt., Gastroenterit., Infekt. d. oberen u. unt. Respirationstrakts, Infekt., Influenza, Pilzinfekt., sept. Schock*, Sepsis, Herpes-Meningoenzephalitis*, Harnwegsinfekt., Katheter-beding. Infekt., Hämophilusinfekt., Pneumokokkenpneum.,
Postzoster-Neuralg., Bakteriämie, Blepharitis, Bronchopneum., Cytomegalievirusinfekt., infekt. Mononukleose, Varizellen, orale Candidose, Pleurainfekt., Tumor-Lyse-Syndr., Lymphadenopathie, febrile Neutropenie, Panzytopenie, hämolyt. Anämie, thrombozytopen.
Purpura, Angioödem*, Hypersensitivität, Immunkompl-vermitt. Hypersensitivität, Immunkompl.-vermitt. Reakt. wie in d. Art d. Serumkrankh., Polyarthrit. m. Ausschl. u. prolif. Glom.-Nephritis, Hyperkalz., Hyperkali., Hypernatr., Hyperurikämie, Hyponatr., Hypocalz.,
Hypomagnes., Hypophosphat., Hypoglyk., vermehrt. Appetit, Kachexie, Vit.-B12-Mangel, inadäquate ADH-Sekret., Agitat., Delir, Unruhe, Stimmungsschwank., Veränd. d. psych. Zust., Schlafstörg., Erregbark., Halluzin., anormale Traumzust., Krampfanf., Synkope,
Konzentrat.störg., verstärk. Aktivität, Geschmacksverlust, Somnolenz, Migräne, periph. motor. Neuropathie, unwillkürl. Zuckungen, Lageschwindel, Ischiasbeschw., Wahrnehmungsstörg., Mononeuropathie, Parese, Syndr. d. unruh. Beine, Sprachstörg.,
Enzephalopathie*, revers. posteriores Leukoenzephalopathie-Syndr.*, intrakran. Blutg., Paraplegie, subarachn. Blutg., trock. Auge, Konjunktivit., Augenausfl., abnorm. Sehen, Augenblutg., Photophobie, Augenreizung, gesteig. Tränenfluss, gerötete Augenbindehaut,
geschwoll. Auge, Tinnitus, Taubheit, Schwerhörigk., beeinträcht. Hörvermögen, Entwickl. od. Exazerbat. e. dekompens. Herzinsuff., Herzinsuff., ventrik. Hypokinesie, (akutes) Lungenödem, Herzbeuteltamponade*, kardiopulmonaler Stillst.*, Herzstillst., kardiog.
Schock, Tachyk., Sinus-Tachyk., supraventr. Tachyk., Arrhyth., Vorhofflimmern, Palpitat., Sinusknotenarrest, kompl. AV-Block, (instab.) Angina pect., Myokardinfarkt, Gesichtsrötg., Petechien, Hitzewall., kleinfläch. Hautblutg., Purpura, zerebr. Blutg., Vaskulit.,
venenbeding. Hautverfärbg., Venenerweit., Blutg. aus Wunden, pulmon. Hypertonie, zerebrovask. Ereign., verstopfte Nase, pfeif. Atmen, Pleuraerguss, Heiserk., Thoraxschmerz, Hypoxie, pulmon. Insuff., Rhinitis, Asthma, Hyperventil., Orthopnoe, Sinusschmerz,
Rachenenge, prod. Husten, respirat. Alkalose, respirat. Versagen*, Pneumonitis*, Lungenembolie*, pulmon. Hypertension*, interstit. Pneumonie*, akute diffus infiltrat. Lungenerkr.*, pulmon. alveoläre Hämorrh.*, Atemstillst., Tachypnoe, paralyt. Ileus, abdomin.
Unwohlsein, Aufstoßen, gastrointest. Motilitätsstörg., Mundschm., Brechreiz, Antibiotika-assoz. Kolitis, Veränd. d. Stuhlgang-Gewohnh., hämorrhag. Diarrh., gastrointest. Blutg., Milzschmerz., Kolitis, Dysphagie, Ösophagit., Gastritis, gastroösoph. Refluxkrankh.,
gastrointest. Schmerz, Blutg. u. Schmerzen d. Mundschleimhaut, Hämatemesis, Hiatushernie, Reizdarmsyndr., orale Schleimhaut-Petech., rekt. Blutg., vermehrt. Speichelfluss, belegte Zunge, verfärbte Zunge, Enteritis, Fäkalstauung, ischäm. Kolitis*, akute
Pankreatitis, Hyperbilirubinämie, Hepatitis, hepat. Hämorrhagie, Hypoproteinämie, Nachtschweiß, Stevens-Johnson-Syndr.*, Tox. epiderm. Nekrolyse*, erythemat. Hautausschlag, Haarausfall, Quetschung, generalis. Pruritus, fleck. u. papul. Hautausschl.,
Hautnoduli, generalis. Hautausschlag, (atopische) Dermatitis, Augenlidödem, Nagelveränd., Photosensitivit.reakt., Hautverfärb., anorm. Haarbeschaffenh., Miliara rubra, Psoriasis, vaskulit. Hautausschlag, Gesichtsödem, Dekubitalgeschwür, Ichthyosis, Gelenksteife,
Schmerz i. Gesäß, Gelenkschwell., Muskelspasmen, Muskelzuck. od. Schweregefühl, Muskelsteifheit, Schwellung, Kieferschmerz, akutes Nierenversag., Nierenkolik, Hämaturie, Proteinurie, veränd. Miktionsfrequ.,
Schwierigk. b. Wasserlassen, Niereninsuff., Oligurie, Harnverhalt, Lendenschmerzen, Harninkont., verstärk. Harndrang, Sturz, Schleimhautentz., Kältegef., Gefühl v. Druck i. Brustkorb, Phlebitis a. d. Injekt.stelle,
Schleimhautblutg., Druckempfindlichk., Erythem a. d. Injekt.stelle, Neuralgie, Leistenschmerz, Brustenge, Extravasatentz., Unwohlsein i. Brustber., Alaninaminotransferase, Aspartaminotransferase, alk. Phosph.,
Kreatininspiegel, Harnstoff i. Blut, Gammaglutamyltransferase, Amylase i. Blut, Bilirubin i. Blut erhöht; vermind. Phosphat i. Blut, auffäll. Leberfunkt.test, vermind. Erythrozytenzahl, Gewichtszun., vermind. weiße
Blutkörperchenzahl, Bikarbonatspiegel vermind., unregelmäß. Herzrhythmus, erhöh. C-reakt. Protein, Katheter-bez. Komplikat., Schmerzen n. Applikat., Blutg. n. Applikat., Brennen, Hodenschmerz, erekt. Dysfunkt.
Selten: auton. Neuropathie*, Herpes zoster ophthalmicus*, neu auftret. Abnahme d. linksventr. Ejektionsfraktion, Perikardit.*, ventr. Arrhyth.*, ventr. Tachyk.*, Akutes Respiratory Distress Syndr. (ARDS)*, periph. Embolie*,
Leberversagen*, akute febrile neutroph. Dermatose (Sweet-Syndr.)*, vaskulit. Hautausschlag (einschl. leukozytoklast. Vaskulitis)*, vereinzelt in klin. Stud. QT-Verläng., Leberversagen. Herpes-zoster-Reaktivierung.
Zytotoxisch: Nicht verwendetes Arzneimittel od. Abfallmaterial ist gem. d. nat. Anforderungen zu entsorgen. Stand d. Inform.: 06/2011. Verschreibungspflichtig. JANSSEN-CILAG GmbH, 41457 Neuss.