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Schwerpunkt
Histopathologie des adulten
Weichteilsarkoms – Stellenwert der
neuen WHO-Klassifikation
Gellért Bakos, Bence Sipos
Zusammenfassung
Die neue Fassung der WHO-Klassifikation zur komplexen morphologischen und biologischen Vielfalt der
Weichteiltumoren ist im Jahre 2013
erschienen. Aufgrund neuer Erkenntnisse aus der Molekularbiologie dieser
Tumoren konnten teilweise verwandte
Entitäten in eine gemeinsame Gruppe
zusammengefasst werden. Für andere
Die 2013 publizierte aktuelle WHOKlassifikation der Weichteil- und Knochentumoren [1] zeigt signifikante Erweiterungen im Vergleich zur Ausgabe
von 2002. Es wurden Entitäten wie der
gastrointestinale Stromatumor, die peripheren Nervenscheidentumoren und
kutane Weichteiltumoren mit aufgenommen, die früher unter den Tumoren des Gastrointestinaltraktes, des
Nervenssystems und der Haut in differenten Bänden der WHO-Klassifikation
dargelegt wurden. Die Fortschritte der
Molekulargenetik haben in vielen Bereichen eine Verfeinerung der diagnostischen Möglichkeiten des Histopathologen durch Etablierung immer spezifischerer molekularpathologischer und
immunhistochemischer Marker mit
sich gebracht.
Vor allen Dingen ist die immer besser reproduzierbare diagnostische Entitäts-Zuordnung zu erwähnen, die z.T.
auch an sehr eingeschränkt repräsentativen bioptischen Proben möglich ist.
Der klinisch tätige Kollege muss aber
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Tumorarten wurde der Grundstein für
eine molekularpathologische Definition von Entitäten gelegt. In dieser Übersicht werden häufigere und seltenere,
aber klinisch-pathologisch relevante
maligne Weichteilstumoren aus dia­
gnostischer Sicht dargestellt.
Schlüsselwörter: Sarkom, Klassifikation, WHO, Molekularpathologie
damit rechnen, dass eine eindeutige
Entitäts-spezifische Zuordnung am
bioptischen Material, wenn morphologisch richtungweisende Merkmale
nicht erfasst sind, auch mit Zusatzmethoden nicht immer gelingt.
Eine spezielle Problematik verbirgt
sich insbesondere hinter dem Grading
der Sarkome, das meist nach dem
FNCLCC-Schema auf der Beurteilung
des ganzen Tumors, v. a. der Nekroseausdehnung und der mitotischen Aktivität der mitosereichsten Areale basiert
und auch eine Entitäts-Zuordnung voraussetzt. Eine Anwendung dieses Grading-Schemas auf kleine Biopsate ist
nur bedingt möglich. Wegen der therapeutischen Relevanz wird trotz alledem
klinischerseits eine Graduierung auch
am Biopsiematerial gefordert und vorgenommen, wobei FNCLCC Grad 1 als
„low-grade“, die Grade 2 und 3 als
„high-grade“ zusammengefasst werden.
Im Weiteren werden wir häufigere
und weniger häufige, aber diagnostisch
relevante bzw. einzelne in die neue
Trillium Krebsmedizin 2014 Band 23 Heft 4
WHO Klassifikation erstmalig aufgenommene Entitäten und Tumorgruppen, einschließlich deren immunhistochemischer und molekularpathologischer Charakteristika, exemplarisch
vorstellen. Dabei werden wir auf die in
den letzten Jahren eingeführten neuen
diagnostischen Marker besonders eingehen.
Adipozytäre Tumoren
Atypischer lipomatöser Tumor
Die Klassifikation der Tumoren des
Fettgewebes wurde in der neuen WHOKlassifikation wenig verändert. Die
Kategorie des atypischen lipomatösen
Tumors/hochdifferenzierten Liposarkoms wurde unter dem Terminus atypischer lipomatöser Tumor beibehalten
mit einem Kommentar, dass der Tumor
in den meisten adäquat resezierten
Fällen keinen malignen Verlauf zeigt. In
den Lokalisationen (insbesondere
Retro­peritoneum, Mediastinum, Samenstrang), wo eine komplette Entfernung nicht möglich ist, sind Rezidive
oftmals vorprogrammiert und es kann
auch ohne Dedifferenzierung oder Metastasen zu tumorbedingtem Ableben
des Patienten kommen, was die Verwendung des Begriffes „hochdifferenziertes Liposarkom“ weiterhin rechtfertigt. Morphologisch, immunhistochemisch und molekularpathologisch sind
die Entitäten „atypischer lipomatöser
Tumor“ und „hochdifferenziertes Lipo­
sarkom“ nicht zu trennen.
Die morphologische Definition basiert auf dem Nachweis sogenannter
Schwerpunkt
atypischer Stromazellen, also oftmals
spindeliger Zellen mit Hyperchromasie
und Kern-Irregularitäten. Da diese
manchmal nur spärlich eingestreut
sind, ist die Beurteilung des Resektionsrands, wenn keine eindeutige Kapsel
oder kein breiter Saum von normalem
Gewebe vorhanden ist, oftmals schwierig, zumal die die Tumormasse bildenden Adipozyten nicht von normalen
Fettgewebszellen zu unterscheiden
sind. Entgegen der weitläufigen Meinung ist das Vorhandensein von „Lipoblasten“ weder erforderlich für die Diagnose noch stellen diese allein ein Malignitätskriterium bei sonst Lipomähnlicher Tumormorphologie dar.
Charakteristisch ist das Vorhandensein
einer MDM2- bzw. CDK4- Amplifikation, welche insbesondere bei morphologisch fraglichen Fällen durch Fluoreszenz-In-situ-Hybridisierung (FISH)
nachgewiesen wird.
Inzwischen stehen auch gute immunhistochemische Surrogatmarker
zur Verfügung (p16, CDK4 und
mdm2), welche alternativ oder ergänzend herangezogen werden können.
Die Auswertung der Immunhistochemie setzt eine gewisse Erfahrung und
gut eingestellte Antikörper voraus, zumal auch infiltrierende Makrophagen
eine positive Reaktion zeigen können.
Eine molekularpathologische Untersuchung wird von leitenden Autoritäten der Sarkom-Pathologie auch empfohlen, wenn eindeutige Atypien fehlen,
aber entweder ein Rezidivtumor vorliegt oder die Tumorgröße (über
15 cm) oder die Lage (intraabdominal/
retroperitoneal) für ein Lipom ungewöhnlich ist [2].
Dedifferenziertes Liposarkom
Die Definition der dedifferenzierten
Liposarkome (DDLPS) befindet sich
auch im Wandel. Morphologisch wurde
diese Entität ursprünglich definiert als
atypischer lipomatöser Tumor/hochdifferenziertes Liposarkom mit Übergang
in ein nicht lipogenes „high-grade“Sarkom. Inzwischen sind mehrere Tumoren publiziert, wo die dedifferenzierte Komponente durchaus lipogene Eigenschaften, z. B. in Form eines pleomorphen Liposarkoms aufwies [3].
Weiterhin ist heute die Möglichkeit
einer Dedifferenzierung in eine „lowgrade“-Komponente allgemein akzeptiert. Damit wurde in der neuen WHOKlassifikation der gemischte Typ des
Liposarkoms gestrichen. Diese Tumoren sind wohl seltene Varianten eines
dedifferenzierten Liposarkoms.
Das typische Vorliegen einer
MDM2-Amplifikation in DDLPS bietet
auch die Möglichkeit, den Tumoren, bei
denen der dedifferenzierte Tumoranteil
den hochdifferenzierten überwuchert,
oder in einer kleinen Biopsie nicht repräsentativ erfasst wird, durch Immunhistochemie oder FISH-Analyse auf die
Schliche zu kommen. Dass das durchaus klinische Relevanz haben kann,
zeigte kürzlich eine Untersuchung, in
der der klinische Verlauf „undifferenzierter pleomorpher Sarkome mit
MDM2-Amplifikation“ mit dem von
dedifferenzierten Liposarkomen vergleichbar und deutlich besser war als
der von undifferenzierten pleomorphen
Sarkomen ohne MDM2-Amplifikation
(2-Jahres-Gesamtüberleben von 93,3%
und 90,7% versus 73,9%). Dies wäre ein
Argument, undifferenziert erscheinende Sarkome mit MDM2-Amplifikation
als DDLPS einzuordnen, was sich allerdings dann trotz der Morphologie auch
auf das Grading des Tumors (Grad 2
statt 3) auswirken würde. Bemerkenswert ist, dass die Prognose in erster Linie von der Lokalisation des Tumors
abhängig zu sein scheint und dass weder die Ausdehnung noch der Grad der
dedifferenzierten Komponente wesentlichen Einfluss hat. Dies bedeutet auch,
dass viele Experten den DDLPS biologisch für ein „Grad 2“-Sarkom halten,
ohne Rücksicht auf den Grad („low“vs. „high-grade“) des dedifferenzierten
Tumoranteils.
Myxoides Liposarkom
Myxoide Liposarkome (MLS) sind
überwiegend Tumoren des tiefen
Weichgewebes der Extremitäten und
entstehen am häufigsten in der Oberschenkelmuskulatur. Das Metastasierungsmuster ist oft ungewöhnlich, wobei Weichgewebe, Knochen und seröse
Häute befallen sein können, auch ohne
dass Lungenmetastasen vorliegen [4].
Trillium Krebsmedizin 2014 Band 23 Heft 4
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Schwerpunkt
Charakteristisch sind myxoide Bezirke mit geringer Zellularität und gebogenen, teils „hahnentrittartigen“ Kapillaren. Prognoserelevant sind und für
das Grading verwendet werden sogenannte „rundzellige Areale“, wo die
Tumorzellen dicht beieinander liegend
rasenartige Bezirke bilden [5]. Der
Grenzwert für das Ausmaß der rundzelligen Areale als Differenzierungsmerkmal zwischen „low“- und „highgrade“-Tumoren variiert in verschiedenen Studien zwischen 5% und 25% [4],
sodass die Tumormasse bei „highgrade“-MLS überwiegend eine „lowgrade“-Morphologie haben kann, was
bei bioptischem Material die Wahrscheinlichkeit eines Sampling-Errors
erhöht. Hervorzuheben ist, dass diese
„rundzelligen Areale“ eine histologische Variante darstellen, die bei dem
sonst üblichen FNCLCC-Grading nicht
berücksichtigt wird. Der alte Begriff
„Rundzell-Liposarkom“ wird in der
neuen Klassifikation aufgehoben, und
unter den Synonymen dem „highgrade“-MLS zugeordnet [5]. Insbesondere wenig differenzierte, rundzellreiche Varianten (oder kleine Biopsate mit
gleichartigen, eingeschränkt repräsentativen Arealen) können diagnostische
Schwierigkeiten bereiten. Bei einer
klein-blau-rundzelligen Morphologie
kann eine fokale S100-Positivität den
ersten Hinweis geben. Die Abgrenzung
gegenüber anderen klein-blau-rundzelligen Tumoren kann unter Umständen
nur durch den Nachweis des charakteristischen DDIT3 (CHOP)-Rearrangements (zu ca. 95% Fusion mit dem
FUS-Gen, zu ca. 5% mit dem EWSR1Gen) erfolgen [4].
Pleomorphes Liposarkom (PLS)
Pleomorphe Liposarkome stellen
die seltenste Liposarkom-Gruppe dar.
Sie werden morphologisch durch den
Nachweis oft atypischer Lipoblasten
von undifferenzierten pleomorphen
Sarkomen unterschieden, was die
Wichtigkeit einer extensiven Probenentnahme zur Diagnosesicherung unterstreicht. Besonders in kleineren Proben ist die Kenntnis über mögliche
epitheloide Areale in PLS wichtig, da
diese ohne erfasste Lipoblasten leicht zu
einer Diagnose eines „epitheloiden Sarkoms“ im weitesten Sinne führen können. Es handelt sich meist um „highgrade“-Sarkome der Extremitäten, deren Diagnose grundsätzlich auf der
Morphologie beruht. Eine S100-Immunhistochemie kann die eventuell nur
spärlichen Lipoblasten hervorheben.
Molekulargenetische Marker (MDM2Amplifikation) haben nur insofern Relevanz, als dadurch Imitatoren, zum
Beispiel homolog lipogen dedifferenzierte Liposarkome, differenziert werden können [4].
Leiomyosarkome
Die neue WHO-Klassifikation hat
keine wesentlichen Änderungen in der
Einordnung der leiomyogenen Sarkome
gebracht [6]. Als relativ spezifischer
leiomyogener immunhistochemischer
Marker hat sich in den letzten Jahren
h-Caldesmon erwiesen. Eine Positivität
gegenüber mindestens zwei immunhistochemischen Markern und/oder typische leiomyogene faszikuläre Areale
werden für die Diagnose gefordert. Die
Abgrenzung von hochdifferenzierten
Leiomyosarkomen gegenüber gutartigen Leiomyomen kann bei eingeschränkt repräsentativer Probe problematisch sein.
Rhabdomyosarkome
Embryonales und alveoläres Rhabdomyosarkom
Rhabdomyosarkome (RMS) stellen
die häufigsten Sarkome des Kindesalters dar und sind bei Erwachsenen selten. In der pädiatrischen Population
sind insbesondere das embryonale
RMS (ERMS) und das alveoläre RMS
(ARMS) erwähnenswert [7]. Da besonders ARMS auch bei jungen Erwachsenen auftreten kann, wird auf diese Entitäten eingegangen.
Morphologisch zeigen klassische
embryonale RMS unterschiedliche Reifestadien der Rhabdomyogenese, wobei
das histologische Bild in Abhängigkeit
vom vorherrschenden Zelltyp recht
unterschiedlich sein kann. Treten pleomorphe Tumorzellen oft mit assoziierten Mitosen auf, spricht man von der
anaplastischen Variante des ERMS.
Abb. 1: Alveoläres Rhabdomyosarkom, charakterisiert durch eine monotone Population von Abb. 2: Pleomorphes Rhabdomyosarkom. Großzellige Tumorzellpopulation aus teils spin„klein-blau-rundzelligen” Zellen, die durch zarte Gewebslamellen in Zellgruppen unterteilt deligen, deutlich größen- und formvariablen Zellen. Ankerförmige atypische Mitose in der
sind. Immunhistochemisch ist eine diffuse Expression von Myogenin typisch (inset).
linken Bildhälfte.
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Schwerpunkt
Sind die Proliferate assoziiert mit der
Schleimhaut und entsteht dabei eine
subepitheliale Kambiumschicht-artige
Tumorzellverdichtung, oft mit polypoider, teils traubenartig vorwölbender
Tumormasse, spricht man von einer
botryoiden Variante. Typisch ist eine
Expression der myogenen Marker, wobei neben Desmin insbesondere die für
die skelettmuskuläre Differenzierung
spezifischere Myogenin-Expression von
Bedeutung ist.
Das ARMS ist ein agressiver Tumor,
der zunächst anhand der morphologischen Merkmale definiert und bezeichnet wurde. Es liegt eine monomorphe,
relativ kleinzellige Tumorpopulation
vor, die in klassischen Fällen durch
Bindegewebs-Septen in Tumorzellgruppen unterteilt wird (Abb.1). Auch die
klassischen Formen zeigen oftmals Bezirke ohne Septen-Bildung, d. h. ausgedehnte Tumorzellrasen in solider Anordnung. Fehlt die septale Untergliederung, d. h. die alveoläre Struktur komplett, spricht man von der soliden Variante des ARMS.
Obwohl feine zytologische Unterschiede oft bestehen, bedarf eine sichere Differenzierung dieser Variante von
anderen klein-blau-rundzelligen Tumoren in der Praxis weiterer immunhistochemischer Analysen. Bei immunhistochemischen Hinweisen auf eine rhabdomyogene Differenzierung kann oft
das Expressionsmuster des Myogenins
weiterhelfen. Dieses ist in ERMS typischerweise nur fokal, in ARMS hingegen diffus und kräftig (Abb.1). Den
molekularpathologischen Beweis eines
ARMS bringt der Nachweis eines FOXO1-Rearrangements als Folge von
Translokationen, die zu den Fusionen
PAX3-FOXO1 bzw. PAX7-FOXO1 führen.
Leider ist die Klassifikation nicht
immer eindeutig, zumal ca. 20–30% der
ARMS PAX-Fusion-negativ sind. Die
Untersuchungen von Davicioni et al.
und Williamson et al. ergaben [8, 9],
dass Fusions-negative ARMS weder auf
molekularer Ebene noch im klinischen
Verlauf von ERMS zu differenzieren
sind. Auch wenn man bedenkt, dass
seltene alternative Genfusionen durch
die in der Routinediagnostik verwende-
ten FOXO1-Rearrangement-Kits nicht
erfasst werden und gelegentliche
ERMS/ARMS-Hybridtumoren existieren, besteht durchaus die Möglichkeit,
dass ERMS (zyto-)morphologisch
ARMS imitieren können. Da durch die
Verwendung der molekularpathologischen Zusatzanalysen die morphologische Definition des ARMS ins Wanken
geraten ist, gibt es Tendenzen, genetischen Klassifikation für die Prognoseabschätzung und Risikoeinstufung gegenüber der Histomorphologie den
Vorzug zu geben.
Pleomorphes Rhabdomyosarkom
Pleomorphe Rhabdomyosarkome
(Abb. 2) sind demgegenüber meist Tumoren des Erwachsenenalters und treten oft im Bereich der Extremitäten auf
[10]. Sie werden morphologisch definiert als „high-grade“-Sarkome aus teils
bizarren Tumorzellen mit rhabdomyogener Differenzierung ohne Komponenten eines ERMS oder ARMS. Neben
den bizarr pleomorph-zelligen Tumoren, kommen auch spindelzellig-faszikuläre und rundzellig dominierte morphologische Varianten vor. Die rhabdomyogene Differenzierung bedeutet den
morphologischen Nachweis von Rhabdomyoblasten, der in praxi immunhistochemisch durch myogene Marker,
z. B. Desmin (höhere Sensitivität, aber
nicht spezifisch für quergestreifte Muskulatur) und relative Skelettmuskelspezifische Marker wie Myogenin
(myf4), MyoD1, evtl. Myoglobin sowie
sogenanntes „fast myosin“, untermauert
wird.
Für die Diagnosestellung wird als
Mindestkriterium die Positivität von
mindestens einem rhabdomyogenen
Marker neben der Expression eines
weiteren myogenen Markers gefordert.
Allerdings besteht bis heute kein allgemeiner Konsens, wie viele und welche
Marker eingesetzt werden sollen, um
eine rhabdomyogene Differenzierung
zu beweisen/auszuschließen. Pleomorphe Rhabdomyosarkome zeigen gegenüber anderen pleomorphen Sarkomen
eine schlechtere Prognose, was die Relevanz der Zusatzuntersuchungen bei
pleomophen „high-grade“-Sarkomen
unterstreicht.
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Seltene Rhabdomyosarkom-Varianten
stellen das sklerosierende RMS und
das spindelzellige RMS dar, die im
aktuellen WHO-Band [1] als „spindelzelliges/sklerosierendes RMS“ mit soweit unklarem nosologischem Status
klassifiziert werden. Die Tumoren sind
bei Jungen/Männern auffallend häufiger und treten bei Kindern insbesondere im para-testikulären Bereich auf, bei
einem 5-Jahres-Überleben von 95%. Bei
Erwachsenen liegt meist ein Tumor im
Kopf-Halsbereich vor, die Prognose ist
dabei deutlich schlechter.
Eine kürzlich beschriebene Rhabdomyosarkom-Variante stellt das epitheloide RMS [11] dar, das zunächst bei
älteren Patienten, inzwischen aber auch
bei Kindern beschrieben wurde. Wichtig ist dieser Phänotyp wegen der Karzinom-ähnlichen Morphologie, die mit
zumindest fokaler Zytokeratin-Positivität gekoppelt sein und zu Fehldiagnosen führen kann. Obwohl die nosologische Zugehörigkeit noch unklar ist, gibt
es in der pädiatrischen Population keine
Hinweise auf ARMS-typische Fusionsprodukte [12].
Bemerkenswert ist weiterhin die
rhabdomyogene Differenzierung als
heterologes Element bei anderen Entitäten, z. B. dem dedifferenzierten Liposarkom, malignen peripheren Nervenscheidentumoren (maligner TritonTumor), dem malignen Müllerschen
Mischtumor oder sekundär zum Beispiel auf dem Boden von Teratomen,
was bei eingeschränkt repräsentativer
Biopsie die abschließende Zuordnung
eines myogen differenzierten Sarkoms
weiter erschweren kann.
Fibroblastische/myofibroblastische
Sarkome
Myxofibrosarkom
Myxofibrosarkome [13] gehören zu
den häufigsten Sarkomen bei älteren
Patienten (Gipfel zw. 50 und 80 Jahren).
Überwiegend befinden sie sich an den
Extremitäten. Dermale/subkutane Lokalisation kommt genauso häufig vor
wie eine fasziale/subfasziale Lokalisa­
tion. Histomorphologisch zeigt sich ein
oft multinodulärer Tumor, der insbesondere bei oberflächlicher Lokalisation
ein deutlich infiltratives Wachstum aufweisen kann, das präoperativ oft unterschätzt wird. Morphologisch definierend ist eine lockere, myxoide Grundmatrix, in der die Tumorzellen unterschiedlich dicht eingestreut sein können. „Low-grade“-Myxofibrosarkome
können, vor allem bei eingeschränkt
repräsentativer Biopsie, harmlos aussehen. Mitosen sind selten, die zellulären
Atypien teilweise diskret, Nekrosen fehlen, eine Abgrenzung gegenüber gutartigen myxoiden Tumoren kann durchaus Pro­bleme bereiten. Eine für Myxome typische aktivierende Mutation des
GNAS-Gens ist allerdings bei Myxofi­
brosarkomen nicht nachweisbar [14].
Die Diagnose der höhergradigen
Myxofibrosarkome fällt meist nicht
schwer, oft sind eine höhere Zellularität,
deutlichere Atypien, Mitosen und Ne­
krosen kennzeichnend. Immunhistochemisch bestehen Hinweise auf myofibroblastäre Differenzierung. Glattmuskel-Aktin ist gelegentlich positiv,
wohingegen Desmin und Marker einer
weiteren Liniendifferenzierung nicht
exprimiert werden.
“Low-grade”-fibromyxoide Sarkome
sind relativ seltene Tumoren des
meist jungen Erwachsenenalters, die
mit dem Grad-1-Myxofibrosarkom verwechselt werden können [15]. Dieser
Tumor ist meist subfaszial gelegen und
befällt in den meisten Fällen die Extremitäten. Histopathologisch besteht eine
sehr blande, als gutartig imponierende
Zytomorphologie (Abb. 3). In der Übersichtsvergrößerung ist ein etwas nodulär imponierendes Nebeneinander von
fibrösen und myxoiden Zonen charakteristisch mit geringer bis mäßiger Zellularität. Vage faszikuläre und wirbelige
Zelllagerung, filigrane plexiforme Kapillaren mit teils perivaskulärer Sklerosierung kommen vor. Selten, aber typisch sind sogenannte kollagenöse Riesenrosetten, d. h. noduläre Bezirke aus
zellarmem, homogenisiertem Kollagen.
Die Diagnostik dieser Tumorentität
wurde wesentlich erleichtert durch den
Antikörper MUC4 (Abb. 3), der im
entsprechenden morphologischen Kontext ein sensitiver und spezifischer Marker zu sein scheint [16].
Abb. 3: „Low-grade“-fibromyxoides Sarkom mit typischer kräftiger Expression von MUC4 Abb. 4: Solitärer fibröser Tumor mit typischem Gefäß und STAT6-Expression (inset).
(inset). Eine Beurteilung der Dignität an einer kleinen Probe aus dem zellarmen Tumorgewebe
kann große Schwierigkeiten bereiten.
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Trillium Krebsmedizin 2014 Band 23 Heft 4
Schwerpunkt
Der molekularpathologische Nachweis (z. B. mittels FUS-FISH) einer
konsistent zu beobachtenden Genfusion (FUS-CREB3L2, deutlich seltener
FUS-CREB3L1 in insgesamt über 80–
90% der Fälle) kann besonders bei
atypischer Lokalisation die Diagnose
erleichtern. Trotz der blanden Tumormorphologie zeigen diese Tumoren im
Langzeitverlauf oft späte pleuropulmonale Metastasen mit tumorbedingtem
Tod [15].
deutlich reduzierter CD34-Expression
aber eine subjektive Komponente auf
Seite des Histopathologen beinhaltet.
Der seit Kurzem auch in der diagnostischen Routine verwendete STAT6-Antikörper [17] als Surrogatmarker für
eine NAB2-STAT6-Genfusion, der als
spezifischer Marker des SFT angesehen
wird, erscheint eine vielversprechende
Möglichkeit, auch diese Tumoren reproduzierbar und an kleinen Proben
richtig einzuordnen (Abb. 5).
Extrapleuraler solitärer fibröser Tumor (SFT)
Vaskuläre Tumoren
In die aktuelle WHO-Klassifikation
der vaskulären Tumoren wurde die vor
Kurzem beschriebene Entität des pseudomyogenen Hämangioendothelioms
[18] aufgenommen. Es handelt sich um
einen meist bei Teenagern und jungen
Männern auftretenden Tumor, der häufig multizentrisch an den Extremitäten
vorkommt und sowohl oberflächliches
als auch tiefes Weichgewebe mit Knochen betreffen kann. Lokalrezidive sind
häufig, Fernmetastasen selten (< 1% in
den beschriebenen Fällen). Das lichtoptische Bild lässt den Pathologen in erster
Linie an einen myogenen oder epithelialen Tumor denken. Das Pan-Cytokeratin (AE1/AE3) ist oft diffus positiv wie
bei Karzinommetastasen, aber es findet
sich eine Expression von Endothelmarkern, wie ERG, FLI-1, oft CD31. Ein
weiterer Endothelmarker, CD34, der oft
auch auf epitheloiden Sarkomen exprimiert wird, bleibt hier negativ, wie auch
der myogene Marker Desmin. INI1 ist
im Gegensatz zu epitheloiden Sarkomen
nukleär erhalten. Eine charakteristische
Translokation in diesen Tumoren t(7;19)
(q22;q13) kann in Zukunft diagnostische
Wertigkeit erlangen.
Epitheloide Hämangioendotheliome werden zusammen mit Angiosarkomen in der malignen Kategorie der
vaskulären Tumoren geführt, obwohl
epitheloide Hämangioendotheliome
deutlich weniger aggressiv sind: In ca.
15% der Fälle kommt es zum tumorbedingten Tod. Ein höheres Risiko ist bei
Tumoren über 3 cm mit mehr als drei
Mitosen/50 HPF zu erwarten. Eine konsistent nachweisbare Translokation mit
resultierender WWTR1-CAMTA1-Fusion scheint tumorspezifisch zu sein [19].
Der SFT, früher auch HämangioPerizytom genannt, ist ein Tumor des
Erwachsenen, der inzwischen in nahezu allen Lokalisationen beschrieben
worden ist und sowohl subkutan als
auch im tiefen Weichgewebe auftreten
kann. Eine paraneoplastische Hypoglykämie kann bei größeren Tumoren
auftreten.
Morphologisch findet man einen
meist scharf umschriebenen Tumor, der
teils zellreiche, teils fibröse, sklerosierte
und zellarme Areale aufweisen kann,
mit typischen, aber an sich nicht dia­
gnostischen ektatischen hirschgeweihartig verzweigenden Gefäßen (Hämangio-Perizytom-artiges Gefäßmuster,
Abb. 4). Die Tumorzellen sind überwiegend spindelförmig und liegen meist
ohne faszikuläre oder storiforme Architektur „strukturlos“ im Stroma. Perivaskuläre Hyalinisierung kann prominent
sein. Mitosen sind meistens rar. Fettgewebs-reiche Varianten besonders im
Retroperitoneum können in der Stanzbiopsie ein dedifferenziertes Liposarkom imitieren. Die Diagnose basierte
in den letzten Jahren auf typischer
Morphologie, verbunden mit der typischen diffusen Expression von CD34,
oft mit Koexpression von Bcl2 und
CD99. Fokale EMA-, SMA- und S100Positivität kann vorkommen.
Das Verhalten der SFT ist meist
gutartig, aber morphologisch nicht immer vorhersagbar. In ca. 10% der Fälle
kann es zu teils späten Rezidiven oder
Metastasen kommen. Maligne SFT
(Abb. 5) haben teilweise typische morphologische Merkmale von Malignität,
bei denen die Diagnose eines Sarkoms
leichtfällt, die Entitätszuordnung bei oft
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181
Schwerpunkt
Die Diagnostik der Angiosarkome,
die deutlich aggressiver sind, hat sich in
der neuen WHO-Klassifikation nicht
wesentlich geändert. Typisch sind morphologische Hinweise auf vaskuläre
Differenzierung. Immunhistochemisch
sind die Marker ERG, CD31, CD34,
FLI1 richtungweisend. Eine fehlende
HHV8-Assoziation hilft, Kaposi-Sarkome zu differenzieren. Eine partielle
Cytokeratin-Expression kann unter
Umständen zur Fehlinterpretation als
Karzinom führen.
Maligner peripherer Nervenscheidentumor (MPNST)
Der MPNST ist ein Sarkom mit
Nervenscheidendifferenzierung, das
seinen Ursprung meist aus einem großen Nerven oder einem gutartigen
Nervenscheidentumor, überwiegend
einem Neurofibrom nimmt oder in einem Patienten mit Typ-1-Neurofibromatose entsteht. Außerhalb dieses Kontextes sind histologische und immunhistochemische Hinweise auf Schwannzell-Differenzierung gefordert. Meist
liegt ein zellreiches spindelzelliges oder
epitheloidzelliges Sarkom vor. Immunhistochemisch ist eine fokale (in epitheloiden Varianten auch diffuse) Positivität für S100 zu erwarten. Im Kontext
der Weichteilsarkome scheint der Marker SOX10 spezifischer, aber wenig
sensitiv zu sein [20]. In vielen typischen
Fällen ist aber sowohl S100 als auch
SOX10 negativ. Eine Abgrenzung gegenüber Melanom-Varianten kann unter Umständen problematisch sein.
Rhabdomyosarkomatöse und angiosarkomatöse heterologe Differenzierung
kann vorkommen.
assoziiert, sondern in vielen anderen
Lokalisationen einschließlich Retroperitoneum und retroperitonealer Organe
vor. In der monophasischen Variante
liegt ein meist zellreicher, spindelzelliger oder klein-blau-rundzelliger Tumor
vor, wobei Hämangioperizytom-artige
Gefäße und hyaline Regressionszonen
nicht selten sind. Bei dem selteneren
biphasischen Typ findet sich eine zusätzliche epitheliale Komponente, die
des Öfteren drüsig differenziert ist und,
sofern die Stromakomponente als desmoplastische Reaktion fehlinterpretiert
werden sollte, auch falsch als Adenokarzinom eingestuft werden kann.
Eine Expression von Cytokeratinen
und/oder EMA ist auch beim monophasischen Typ fokal oft vorhanden
und lässt den Pathologen bei einem
spindelzelligen sarkomatoiden Tumor
auch an SS denken. Ergänzende Positivität für TLE1 ist typisch, aber leider
nicht ganz spezifisch, zumal sie auch in
MPNST und SFT beschrieben ist. Eine
meist nur fokale S100-Positivität kann
die Abgrenzung gegenüber neurogenen
Tumoren erschweren. Eine CD99-Positivität kann bei entsprechender Morphologie eine Verwechslung mit dem
Ewing-Sarkom begünstigen. In fraglichen und Cytokeratin-negativen Fällen
hilft die molekularpathologische Analyse weiter mit der Demonstration eines
Rearrangements (meist mittels FISH
oder RT-PCR) als Folge der t(X;18)
(p11;q11) Translokation mit resultierender SS18-SSX-Genfusion.
Die Prognose des Tumors korreliert
mit Stadium und Tumorgrad. SS im
Bereich der Extremitäten haben oft eine
bessere Prognose.
Epitheloides Sarkom
Das epitheloide Sarkom (ES, [22])
ist ein typischer Fallstrick für den Histopathologen, mit zwei definierten Subtypen:
-
Der klassische/distale Typ präsentiert sich meist bei Teenagern und
jungen Erwachsenen an den distalen
Extremitäten (oft im Bereich der Hand),
als teils exulzerierende dermale, subkutane knotige Indurationen, die auch
multipel auftreten können. Trotz der
Bezeichnung können die Tumorzellen
ausgesprochen Zytoplasma-arm und
spindelig erscheinen oder an Aggregate
bildende Makrophagen erinnern. Man
kann in kleinen Proben den ersten histologischen Eindruck eines granulomatösen oder fibrosierenden Prozesses
oder eines in Organisation begriffenen
Hämatoms gewinnen.
-
Der proximale Typ (Abb. 6) ist
ein Tumor des Erwachsenenalters, der
am häufigsten im tiefen Weichgewebe
im Becken-Oberschenkelbereich, seltener auch in anderen Lokalisationen
auftritt und aufgrund großer epitheloider, teils rhabdoider Tumorzellen zur
Fehldiagnose eines Karzinoms oder
RMS führen kann. Eine charakteristischerweise negative INI1-Reaktion und
eine häufige Positivität gegenüber CD34
sind hilfreiche immunhistochemische
Merkmale. Lokale Rezidive sind häufig
und Metastasen in lokoregionären
Lymphknoten und in der Lunge sind
bei ca. 50% der Patienten zu erwarten.
Weitere Änderungen, neue Entitäten
Extraskelettale Ewing-Sarkome
sind im Erwachsenenalter seltene kleinblau-rundzellige Sarkome mit typischer,
Sarkome von unsicherer Histogenese
Synoviales Sarkom
Das synoviale Sarkom (SS, [21]) ist
ein Tumor von unsicherer Histogenese,
der unterschiedlich ausgeprägte epitheliale Differenzierung zeigen kann. Er
kann vor allem bei spärlichem bioptischem Material viele Entitäten von
Karzinomen bis hin zu klein-blaurundzelligen Tumoren imitieren. Als
Sarkom mit der höchsten Prävalenz bei
Teenagern und jungen Erwachsenen
kommt dieser Tumor nicht nur Gelenk182
Abb. 5: Solitärer fibröser Tumor mit erfüllten Malignitätskriterien. Eine Sarkom-Diagnose kann rein morphologisch
ohne weiteres gestellt werden. Bei STAT6-Expression (inset)
ist eine Entitätszuordnung auch am Biopsat möglich.
Trillium Krebsmedizin 2014 Band 23 Heft 4
Abb. 6: Epitheloides Sarkom vom proximalen Typ mit karzinomartiger Tumormorphologie und typischem Verlust der
INI1-Expression (inset), die in eingestreuten nicht tumorkonstituierenden Zellen weiterhin regulär nachweisbar ist.
Schwerpunkt
aber nicht spezifischer membranöser
CD99-Expression. FLI1 und ERG können positiv sein, CD56 und Myogenin
sind negativ. In den meisten Fällen besteht eine EWSR1-Translokation, die
meist in einer EWSR1-FLI1-Fusion
(ca.85% der Fälle), seltener in einer
Fusion mit anderen Genen der ETSGenfamilie resultiert [23].
Das früher als Synonym verwendete PNET (peripherer/primitiver neuroektodermaler Tumor) wurde in die aktuelle Nomenklatur nicht übernommen, um Verwechslungen mit ähnlich
bezeichneten Tumoren ohne EWSR1Translokation im Zentralnervensystem
und dem weiblichen Genitale zu vermeiden [6].
Eine wichtige, da ohne klinische
Information schwer zu diagnostizierende, neu aufgenommene Entität ist der
phosphaturische mesenchymale Tumor [6, 24], der typischerweise mit
Osteomalazie einhergeht und sich nur
selten maligne verhält. Eine Erhöhung
von Fibroblast Growth Factor Typ 23
(FGF23) im Serum bei Osteomalazie
kann die Diagnostik in die richtige
Richtung lenken. Die Morphologie ist
die eines meist aus blanden ovalen bis
spindeligen Zellen bestehenden Tumors
mit teils ungewöhnlicher fokal verkalkter, basophiler Matrix. Hämangioperizytom-artiges Gefäßmuster, Adipozyten und osteoklastäre Riesenzellen können in größerer Anzahl vorhanden sein
und die histologische Differenzialdiagnostik bei Fehlen eines spezifischen
Immunphänotyps deutlich erschweren.
Undifferenzierte/Unklassifizierte
Sarkome
Als neue Kategorie der aktuellen
WHO-Klassifikation umfasst diese
Gruppe eine Reihe verschiedener Tumoren, die mit den heutigen Methoden
nicht weiter klassifizierbar sind [1, 6].
Bestrahlungsassoziierte Sarkome sind
nicht selten vom unklassifizierten Typ.
Morphologisch sind vier Subgruppen
auseinanderzuhalten.
1. Undifferenzierte pleomorphe
Sarkome entsprechen im Wesentlichen
den früheren klassischen pleomorphen
malignen fibrösen Histiozytomen
(MFH). Der Ausschluss einer MDM2/
CDK4-Amplifikation, die bei gleicher
Morphologie für ein dedifferenziertes
Liposarkom sprechen würde, wird gefordert.
2. Undifferenzierte spindelzellige
Sarkome.
3. Undifferenzierte rundzellige
Sarkome, bei denen eine Verwandtschaft mit Ewing-Sarkomen nicht sicher
ausgeschlossen ist, aber die klassischen
Translokationen fehlen [25].
4. Epitheloidzellige Sarkome, die
eine wenig charakterisierte Gruppe
darstellen.
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Summary
Histopathology of soft tissue sarcomas of adults – significance of the
new WHO classification
The new WHO classification covering the morphologic and biologic
diversity of soft tissue sarcomas was
published in 2013. New insights into the
molecular biology of these tumors provided the possibility of integrating some
entities, whereas for others new molecular pathologic definitions emerge. In
this review malignant tumors of soft
tissue of special clinico-pathological
relevance will be discussed.
Keywords: sarcoma, classification,
WHO, molecular pathology
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Dr. Gellért Bakos
Institut für Pathologie und Neuropathologie,
Abteilung Allgemeine Pathologie, UKT
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Liebermeisterstr. 8, 72076 Tübingen
Tel.: 07071/29-82991
Fax: 07071/29-4421
[email protected]
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