Ulotlmchaceae.
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(Wille.)
Zellkörper (beschrieben u n t e r dem Namen Schisomeris) gebildet w i r d . Die Fäden können
e n t w e d e r von Anfang an freischwimmen (z. B. Bumilleria, Microspora) oder in der Jugend
festsitzen (z. B. Conferva, Ulothrix) oder [Uronema) w ä h r e n d ihres ganzen Lebens fest­
sitzen. Alle Zellen sind gleichförmig und teilungsfähig, mit Ausnahme jedoch, der Basal­
zelle, w e l c h e bei Ulothrix mittels i oder 2 Hapteren, bei Conferva mittels eines schmalen
Stieles festsitzt, bei Microspora sehr verlängert ist u n d sich verschmälert, bei Uronema
eine kuppeiförmige Haftscheibe hat. Gewisse Arten des auf feuchter E r d e l e b e n d e n Hor­
midium können von den intercalaren Zellen Hapteren entwickeln, w e l c h e in die Erde
eindringen und wahrscheinlich Nahrung aufnehmen können. — Bei Uronema ist die E n d ­
zelle d u r c h zugespitzte Gestalt ausgezeichnet. — Die Membran der Zellen zeigt s e h r v e r ­
schiedenen Bau: bei Ulothrix, Hormidium und Uronema ist s i e , w i e bei den meisten
anderen Algen, ringsum concentrisch geschichtet, die Q u e r w ä n d e von ungefähr gleicher
Dicke. Bei Bumilleria zerreißt oft bei der Zellteilung die äußerste Schicht der W a n d
ringförmig, ungefähr w i e bei Oedogonium, und es bildet sich dadurch eine Kappe an j e d e r
Seite der n e u e n Zellgeneration. Bei Binuclearia findet w ä h r e n d des ganzen Lebens der
Zelle eine u n u n t e r b r o c h e n e Einlagerung von Zellsubstanz in die Q u e r w ä n d e statt, w e l c h e
infolge davon im Alter eine außerordentliche Dicke zeigen. Bei Conferva und Microspora
zeigt die Membran einen e i g e n t ü m ­
lichen Bau, indem an beiden Seilen
zugespitzte Membranschichten,
welche von den Querwänden a u s ­
gehen, abwechselnd über einander
greifen (Fig. 45 A).
W e n n die
Zellen sich teilen sollen, bildet sich
in der Mitte der Zelle erst eine
neue, an den beiden Enden z u g e ­
spitzte Schicht (Fig. 45 B), welche
wächst, w ä h r e n d die älteren Schich­
ten auseinander geschoben w e r d e n ;
hierauf teilt sich der Zellkern
(Fig. 45 C) u n d die n e u e Q u e r ­
wand w ä c h s t als eine Bingleiste in
die Zelle hinein (Fig. 45 D).
Zellkerne finden sich, von g e ­
wissen a b n o r m e n Zufälligkeiten bei
Ulothrix zonata a b g e s e h e n , n u r
einer in j e d e r Zelle. Das Chromatophor besieht aus einer w a n d ständigen, ringförmigen Scheibe, die e n t w e d e r cylindrisch u n d glattrandig
[Ulothrix,
Binuclearia) oder sternförmig gezackt [Hormidium),
oder am Bande unregelmäßig gezähnt
ist [Uronema), oder es sind m e h r e r e einfache oder verzweigte Bänder [Microspora), oder
m e h r e r e k l e i n e , scheibenförmige Chlorophyllplatten [Conferva,
Bumilleria)
vorhanden.
Pyrenoide können e n t w e d e r fehlen. [Bumilleria,
Binuclearia,
Conferva, Microspora) oder
auch in der Einzahl [Hormidium,
UIothrix-Arten),
Z w e i - oder Mehrzahl [Uronema, Ulo­
thrix- Arten) v o r h a n d e n sein. Das Assimilationsproduct ist e n t w e d e r S t ä r k e , w i e bei
Ulothrix, Hormidium und Microspora, oder eine Art Öl, w i e bei den übrigen Gattungen.
.4
Eig. 45. Microspora
amoena (Kütz.) R a b . var. norvegica
Wille.
A 2 Zellen vor der T e i l u n g ; B— D Z e l l t e i l u n g s s t a d i e n .
(Nach W i l l e , 480/1.)
Ungeschlechtliche Fortpflanzung d u r c h S c h w ä r m s p o r e n ist bei allen Gattungen
außer bei Binuclearia u n d Hormidium bekannt. Diese entstehen d u r c h Teilung zu 1—4
in j e d e r Zelle, treten bei Ulothrix u n d Uronema d u r c h ein r u n d e s Loch, bei Conferva,
Microspora und Bumilleria d u r c h einen q u e r e n Biss in der Zellwand aus u n d h a b e n bei
Bumilleria und Conferva n u r 1, bei Ulothrix,
Uronema u n d Microspora dagegen 4 Gilien.
Bei Ulothrix und Uronema h a b e n die Zoosporen einen roten Augenfleck u n d bei der
ersleren Gattung im v o r d e r e n Teil auch eine contractile Vacuole, w e l c h e bei den übrigen
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80 Zellkörper (beschrieben unter dem Namen Schisomeris) gebildet