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Exophthalmogener Effekt
durch endogenes und
exogenes thyreotropes
Hormon im Tierexperiment•
Zusammenfassung. Bei insgesamt 33 unsubstituierten Hypothyreosekranken verschiedener Ursache wurde der Exophthalmus produzierende Faktor (EPF) im Serum bestimmt,
Die EPF-Aktivität konnte tierexperimentell in 76% der Fälle nachgewiesen werden. Diese
Nachweisrate deckt sich ungefähr mit derjenigen bei endokriner Ophthalmopathie. Da
im Tierexperiment auch unter Merkaptoimidazol und Perchlorat, d. h. durch endogene
TSH-Stimulation, dosisabhängig ein Exophthalmus ausgelöst werden kann, muss man
schliessen, dass die Tiere abweichend von der Pathogenese der menschlichen endokrinen Ophthalmopathie auf schilddrüsenstimulierende Aktivitäten reagieren.
Summary: In 33 cases of hypothyroidism of varying etiology, all unsubstituted with thyroid hormone, exophthalmos produeing factor (EPF) was determined. EPF activity could
be observed in 76%, a rate nearly equal to that in cases of endocrine ophthalmopathy.
In animal experiments it was observed that stimulation of endogenous TSH by the thyrostatic substances mercaptoimidazol and perchlorate also produced exophthalmos.
These results lead to the conclusion that, in contrast to the pathogenesis of human endocrine exophthalmos, TSH itself produces exophthalmos in the carp.
D
en Nachweis einer im Tierexperiment exophthalmogen wirksamen Substanz (EPF) in Seren von Patienten mit endokriner Ophthalmopathie ha-
ben Dobyns u. Wilson [3] erbracht. Es besteht die berechtigte Annahme, dass
es sich hierbei um ein Protein des Hypophysenvorderlappens handelt, das
dem TSH sehr nahe steht. Denn wie zahlreiche Untersuchungen ergeben haben [10], lässt sich mit TSH-Präparationen ein Exophthalmus vor allem an Fischen auslösen. Eine Trennung der exophthalmogenen und der thyreoideastimulierenden Substanz ist bis heute nicht voll gelungen. Bestimmte Unterschiede, wie differierende Jodinaktivierbarkeit, sowie veränderte Aktivität
nach Behandlung mit Trichloressigsäure [2, 8] konnten von anderen Autoren [l,
4, 12] nicht bestätigt werden. Physiko-chemisch und auch immunologisch liessen sich beide Anteile ebenfalls nicht trennen [4, 17].
Da das Tiermodell die einzige Möglichkeit ist, Hypothesen bezüglich der
•
Erschienen in: Schemmel K, Weisbecker L, Kahl H, Uthegenannt H, Kreysing G & Zepf
S (1972) Exopthalmogener Effekt durch endogenes und exogenes thyreotropes Hormon
im Tierexperiment. Schweiz med Wschr 102: 667–669.
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