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Patienteninformation
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Deutsch
Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
Die unterstrichenen Begriffe sind im Glossar aufgeführt.
Wenn eine benigne Prostatavergrößerung (BPE)
diagnostiziert wird, kann der Arzt eine operative
Behandlung empfehlen. Dieser Abschnitt beschreibt
die verschiedenen operativen Behandlungsmöglichkeiten von BPE, die mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollten. Gemeinsam kann entschieden werden, welches Verfahren am besten geeignet
ist.
•
Sie haben das Recht auf Informationen über
die Komplikationsrate des Chirurgen, der die
Operation durchführt.
Persönliche Einstellung und Werte des Patienten.
Es gibt keine einheitliche Behandlung, die für alle
Patienten geeignet ist.
Faktoren, die einen Einfluss auf diese Entscheidung
haben, umfassen:
Dieser Abschnitt enthält allgemeine Informationen
über die operativen Behandlungsmöglichkeiten von
BPE; Einzelheiten können aber von Land zu Land
variieren.
•
•
•
•
Wann sollte eine
Operation in Betracht
gezogen werden?
Symptome und Lebensqualität
Größe der Prostata
Medizinische Vorgeschichte
Die Art der im Krankenhaus zur Verfügung
stehenden Behandlungsmethoden und die
Fachkenntnisse des behandelnden Arztes.
Fragen Sie Ihren Urologen über seine Erfahrungen
mit der empfohlenen Behandlungsmöglichkeit.
• Wenn die Symptome schlimmer werden; auch
dann, wenn bereits eine medikamentöse Behandlung durchgeführt wird.
Patienteninformationen - Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
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• Wenn Komplikationen mit der BPE auftreten oder
•
•
das Risiko dafür besteht. Komplikationen umfassen:
- Nierenversagen
- Nierendilatation
- Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt)
- Wiederkehrende Infektionen der Harnwege
- Wiederkehrende Blutspuren im Urin
Intoleranz gegenüber medikamentöser Behandlung
Präferenz von operativer gegenüber medikamentöser Behandlung
Während eines operativen Eingriffs wird der
vergrößerte Teil der Prostata (auch bekannt als
Adenom) durch den Chirurgen entfernt. Es gibt
unterschiedliche operative Verfahren, die allesamt
darauf abzielen, die Symptome und den Harnfluss zu
verbessern.
Die wichtigsten Operationsverfahren sind:
•
•
•
•
•
•
•
s
Interessante Fakten:
Während ein Arzt früher noch direkt
ins Endoskop sehen musste, um die
Prostata betrachten zu können, projiziert
heute eine Kamera ein vergrößertes
Bild auf einen Monitor. Aufgrund von
Hochauflösungstechnologie kann
der Arzt auch die kleinsten Details
erkennen.
In diesem Abschnitt wird auch die Behandlung mittels
Injektion von Ethanol und Botulinumtoxin erläutert.
Die Forschungen zu den Auswirkungen dieser Behandlung sind jedoch noch nicht abgeschlossen und
ihre Anwendung ist daher experimentell.
Jedes Verfahren hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Die Auswahl der Behandlung ist abhängig von der
individuellen Situation und Präferenz des Patienten.
Transurethrale Resektion der Prostata (TURP)
Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)
Offene Prostatektomie
Laserbehandlung
Prostatische Stents
Transurethrale Nadelablation (TUNA)
Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT)
s
Interessante Fakten:
TURP wird seit den 1930er Jahren durchgeführt und gilt seit 40 Jahren als Standardverfahren. Durch
neue Technologien konnte das Verfahren im vergangenen Jahrzehnt deutlich verbessert werden.
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Transurethrale Resektion der Prostata (TURP)
TURP ist die standardmäßige operative Behandlung von BPE. Ziel ist es, den Teil der Prostata zu entfernen, der die
Symptome verursacht. Der Eingriff wird durch die Harnröhre ohne einen Einschnitt in den Unterbauch vorgenommen
(Abb. 1). Dieser Eingriff wird daher als minimal-invasive Behandlung bezeichnet.
Wie verläuft die TURP?
Bei einer TURP erhält der Erkrankte eine Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Sobald die Anästhesie wirkt, verwendet
der Arzt ein Resektoskop, um durch die Harnröhre in die Harnblase eindringen zu können. Ein Resektoskop ist eine
Art Endoskop mit Drahtschlinge, mit dem mittels Hochfrequenzstrom das Prostatagewebe entfernt werden kann. Es
verfügt über eine Kamera, welche ein Bild der Prostata an einen Monitor sendet.
Während des Verfahrens entfernt der Arzt mit der Drahtschlinge das Adenom stückchenweise (Abb. 2). Anschließend wird das abgetrennte Gewebe durch das Resektoskop aus Blase und Harnröhre herausgespült.
Nach der Operation wird ein Katheter zur Entleerung des Urins in die Harnblase gelegt. Dieser wird ebenfalls dazu
verwendet, um die Blase und Harnröhre zur Vermeidung von Blutgerinnseln regelmäßig mit einer sterilen Lösung
durchzuspülen. Ein Katheter wird normalerweise über 1-3 Tage hinweg verwendet, bis die Wunde verheilt ist und das
selbstständige Urinieren wieder möglich ist.
Vergrößerte
Prostata
Harnröhre
Resektoskop
Harnblase
Drahtschlinge
Harnblase
Rektum
Abb. 1: Eingriff durch die Harnröhre
Harnröhre
Resektoskop
Vergrößerte
Prostata
Abb. 2: Während einer TURP werden Teile des
Prostatagewebes mit dem Resektoskop entfernt.
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Wann sollte eine TURP in Betracht gezogen werden?
Die TURP gilt heute als bevorzugtes Verfahren in der
operativen Behandlung von BPE. Am besten eignet
sich dieses Verfahren für Männer mit einer Prostata,
die zwischen 30-80 ml misst.
Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der
Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise einige Tage vor
der Operation ausgesetzt werden.
Nach einer TURP kann es möglicherweise zu einer
retrograden Ejakulation kommen. Dies ist ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des
Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in
die Blase und verlässt den Körper erst beim Urinieren.
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte aufgesucht werden,
bei:
• Fieber
• Unfähigkeit, eigenständig zu urinieren
• starkem Blutverlust oder Schmerzen
Vorteile der TURP:
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
•
•
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Operation wieder
verlassen. Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts
kann von Land zu Land variieren. Es kann vorkommen, dass über mehrere Tage hinweg Blut im Urin
sichtbar ist. In den Wochen nach der Operation ist es
ebenfalls möglich, dass es zu erhöhtem Harndrang
kommt und Schmerzen während des Urinierens auftreten.
•
Das Verfahren ist sicher und weit verbreitet
Optimale und langfristige Besserung der Symptome
Kurzer stationärer Aufenthalt
Nachteile der TURP:
•
•
•
•
•
•
Risiko von Blutungen
Risiko einer retrograden Ejakulation
Risiko einer Harnröhrenverengung
Risiko eines Harnverhalts
Geringes Risiko von Harnwegsinfektionen und
Harndrang
Sehr geringes Risiko von Inkontinenz
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahr•
•
•
•
radfahren meiden;
Thermalbäder und Saunen meiden;
Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung.
die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamente mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen lang vermeiden.
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Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)
Die TUIP ist für Männer mit einer relativ kleinen Prostata (< 35 ml) geeignet, die keine schwerwiegende Prostataobstruktion aufweist. Dieses Verfahren wird nur selten für die Behandlung von BPE verwendet, da ähnliche Ergebnisse
durch eine medikamentöse Behandlung erzielt werden können. Eine TUIP wird bei Intoleranz gegenüber der medikamentösen Behandlung von BPE empfohlen.
Bei einer TUIP schneidet der Arzt durch den Blasenhals in die Prostata, um den Harnfluss zu verbessern. Nach der
Operation wird ein Katheter zur Entleerung des Urins in die Harnblase gelegt. Dieser wird ebenfalls dazu verwendet, um
die Blase und die Harnröhre zur Vermeidung von Blutgerinnseln regelmäßig mit einer sterilen Lösung durchzuspülen.
Offene Prostatektomie
Die offene Prostatektomie ist ein Eingriff, der einen chirurgischen Zugang durch die Bauchdecke erfordert. Da eine
TURP ähnliche oder sogar bessere Ergebnisse erzielt, wird die offene Prostatektomie nur in vereinzelten Fällen
durchgeführt.
Wie verläuft eine offene Prostatektomie?
Für eine offene Prostatektomie ist eine Vollnarkose oder Spinalanästhesie erforderlich. Bei einer offenen Prostatektomie schneidet der Arzt durch den Unterbauch, um Blase und Prostata zu erreichen. Der Chirurg entfernt das Adenom manuell (Abb. 3). Nach der Operation wird ein Katheter zur Entleerung des Urins gelegt. Dieser wird ebenfalls
dazu genutzt, um die Blase und Harnröhre zur Vermeidung von Blutgerinnseln regelmäßig mit einer sterilen Lösung
durchzuspülen. Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Wunde verheilt und
das selbstständige Urinieren wieder möglich ist.
Blase
Adenom
Abb. 3: Der Chirurg entfernt das Adenom während einer offenen Prostatektomie.
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s
Interessante Fakten:
Die offene Prostatektomie galt Anfang der 1900er Jahre als wichtiger Durchbruch als die Operationsverfahren
zur Behandlung von Prostataerkrankungen enwickelt wurden. Auch wenn eine TURP heute als der sogenannte
Goldstandard in der operativen Behandlung von BPE gilt, eignet sich eine offene Prostatektomie bei sehr
ausgeprägter Prostatavergrößerung.
Wann sollte eine offene Prostatektomie
in Betracht gezogen werden?
Die offene Prostatektomie wird dann empfohlen,
wenn die Prostata größer als 80 ml ist; andere
Verfahren würden mehr Zeit in Anspruch nehmen, um
das gleiche Ergebnis zu erzielen. Dieses Verfahren
ist auch bei Blasendivertikeln oder -steinen indiziert.
Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der
Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise einige Tage vor
der Operation ausgesetzt werden.
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahrradfahren vermeiden;
Thermalbäder und Saunen meiden;
Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung.
die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen lang vermeiden.
•
•
•
•
Nach einer offenen Prostatektomie kann es möglicherweise zu einer retrograden Ejakulation kommen.
Dies ist ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des Orgasmus nicht mehr durch die
Harnröhre ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt
das Sperma in die Blase und verlässt den Körper erst
beim Urinieren.
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus innerhalb von 5 bis 7 Tagen nach der Operation wieder
verlassen. Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts
kann von Land zu Land variieren. Es kann vorkommen, dass über mehrere Tage hinweg Blut im Urin
sichtbar ist. Es ist ebenfalls möglich, dass es zu erhöhtem Harndrang kommt und Schmerzen während
des Urinierens auftreten. Die vollständige Wiederherstellung nach der Operation wird mehrere Wochen
dauern.
Vorteile der offenen Prostatektomie:
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
•
•
•
Optimale und langfristige Besserung der
Symptome
Nachteile der offenen
Prostatektomie:
•
•
•
•
•
Hinterlässt eine Narbe
Längerer stationärer Aufenthalt
Längere Verwendung des Katheters
Risiko von starken Blutungen
Risiko von Harnverhalt, Harnwegsinfektionen
und Harndrang
Risiko der Blasenhalsverengung
Sehr geringes Risiko der Inkontinenz
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Laserbehandlung
Laserbehandlungen sind häufig angewandte Behandlungsmethoden bei BPE. Durch Laserstrahlung wird das Prostatagewebe verdampft. Gleichzeitig wird die vom Laser ausgestrahlte Hitze dazu genutzt, die Blutgefäße zu veröden.
Dadurch kann der Blutverlust während des Eingriffs minimiert werden.
Es gibt zwei wesentliche operative Behandlungsmethoden bei BPE
• Laservaporisation der Prostata
• Laser-Enukleation der Prostata
Diese Verfahren werden mit unterschiedlichen Lasersystemen durchgeführt. Die Auswahl des Lasers hängt von der
Kompetenz des Arztes und den Ressourcen innerhalb des Krankenhauses ab.
Laservaporisation der Prostata
Wie verläuft die Laservaporisation?
Bei einer Laservaporisation ist eine Vollnarkose oder Spinalanästhesie erforderlich. Sobald die Anästhesie wirkt, verwendet der Arzt ein Resektoskop, um durch die Harnröhre in die Harnblase einzudringen, ohne dass ein Einschnitt
in den Unterbauch notwendig ist (Abb. 1). Das Resektoskop verfügt über eine Laserführung und eine kleine Optik.
Über eine Kamera wird ein hochauflösendes Bild der Prostata an einen Monitor gesendet.
Im Verlauf des Verfahrens erhitzt der Laser einen kleinen Teil der Prostata. Wenn das Prostatagewebe den Siedepunkt erreicht hat, beginnt es zu verdampfen. Auf diese Weise kann die gesamte Prostata behandelt werden (Abb.
4). Nach dem Eingriff wird ein Katheter zur Entleerung des Urins in die Harnblase gelegt. Dieser wird ebenfalls dazu
genutzt, um die Blase und Harnröhre zur Vermeidung von Blutgerinnseln regelmäßig mit einer sterilen Lösung durchzuspülen. Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Harnröhre verheilt und das
selbstständige Urinieren wieder möglich ist.
Harnblase
Vergrößerte Prostata
Laser
Auf dieser Seite wurde das
vergrößerte Prostatagewebe
entfernt
Laser-Resektoskop
Harnröhre
Abb. 4: Teile des Prostatagewebes verdampfen durch die Laserstrahlung.
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Wann sollte eine Laservaporisation der
Prostata in Betracht gezogen werden?
Die Laservaporisation kann eine Behandlungsmöglichkeit für Männer darstellen, deren Prostata kleiner
als 80 ml ist. Da während einer Laservaporisation
der Blutverlust minimal gehalten werden kann, wird
dieses Verfahren Männern empfohlen, die blutverdünnende Medikamente zur Behandlung anderer Erkrankungen einnehmen müssen.
Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der
Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise vor der Operation ausgesetzt werden.
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach der Operation wieder
verlassen. Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts
kann von Land zu Land variieren. Es kann vorkommen, dass über mehrere Tage hinweg Blutspuren im
Urin vorhanden sind und Schmerzen beim Urinieren
auftreten. Dies kann bis zu mehreren Wochen andauern.
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahr•
•
radfahren vermeiden;
Thermalbäder und Saunen meiden;
Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung.
• die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen lang vermeiden.
•
Nach einer Laservaporisation kann es möglicherweise zu einer retrograden Ejakulation kommen. Dies ist
ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre
ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in die Blase und verlässt den Körper erst beim
Urinieren.
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:
• Fieber
• Unfähigkeit, eigenständig zu urinieren
• starkem Blutverlust oder Schmerzen
Vorteile der Laservaporisation:
•
•
•
•
•
Sofortige Verbesserung des Harnflusses
Kurzer stationärer Aufenthalt
Kürzere Verwendung des Katheters
Geringes Risiko von Komplikationen
Blutverdünnende Medikamente können
weiterhin eingenommen werden
Nachteile der Laservaporisation:
•
•
•
•
•
•
Weniger wirksam bei sehr großen Prostatae
Schmerzen beim Urinieren, die eine gewisse
Zeit lang nach der Operation andauern
Möglicherweise ist eine weitere Operation nach
mehreren Jahren erforderlich, da die Prostata
weiterhin wächst
Keine Möglichkeit, das Prostatagewebe nach
der Operation zu analysieren
Risiko von Harnverhalt, Harnwegsinfektionen
und Harndrang
Sehr geringes Risiko von Inkontinenz
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Laser-Enukleation der Prostata
Wie verläuft die Laser-Enukleation?
Bei einer Laser-Enukleation ist eine Vollnarkose, Spinal- oder intravenöse Anästhesie erforderlich. Sobald die Anästhesie wirkt, verwendet der Arzt ein Resektoskop, um durch die Harnröhre in die Harnblase einzudringen, ohne dass
ein Einschnitt in den Unterbauch notwendig ist (Abb. 1). Das Resektoskop verfügt über eine Optik, mit deren Hilfe
der Arzt die Prostata betrachten kann. Während einer Laser-Enukleation wird das Prostatagewebe mithilfe eines
Laserstrahls entfernt – ein Verfahren, welches für die Behandlung der gesamten Prostata angewendet werden kann
(Abb. 5). Mit einem Instrument, bekannt als Gewebemorcellator, wird das entfernte Gewebe durch die Harnblase
und Harnröhre aus dem Körper gesaugt.
Harnblase
Vergrößerte Prostata
Laser
Auf dieser Seite wurde das
vergrößerte Prostatagewebe
entfernt
Harnröhre
Laser-Resektoskop
Abb. 5: Während einer Laser-Enukleation werden Teile des Prostatagewebes mit dem Resektoskop entfernt.
Nach dem Eingriff wird ein Blasenkatheter zur Entleerung des Urins gelegt. Dieser wird ebenfalls dazu verwendet,
um die Blase und Harnröhre zur Vermeidung von Blutgerinnseln regelmäßig mit einer sterilen Lösung durchzuspülen. Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Harnröhre verheilt und das
selbstständige Urinieren wieder möglich ist.
Wann sollte eine Laser-Enukleation der Prostata in Betracht gezogen werden?
Für Männer, deren Prostata über 80 ml misst, kann die Laser-Enukleation die beste Möglichkeit darstellen, da bei
diesem Verfahren das gesamte Adenom entfernt wird. Aber auch bei kleineren Prostatae und für Männer, die blutverdünnende Medikamente für die Behandlung anderer Beschwerden einnehmen müssen, ist dieses Verfahren
geeignet. Es ist daher wichtig, die individuelle Situation mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
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Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten in Bezug
auf die Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss 6 Stunden zur Vorbereitung der Anästhesie vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise vor der Operation ausgesetzt werden.
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Operation wieder
verlassen. Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts
kann von Land zu Land variieren. Es kann vorkommen, dass über mehrere Tage hinweg Blutspuren im
Urin vorhanden sind und Schmerzen beim Urinieren
auftreten. Dies kann bis zu mehreren Wochen andauern.
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:
• Fieber
• Unfähigkeit, eigenständig zu urinieren
• starkem Blutverlust oder Schmerzen
Vorteile der Laser-Enukleation:
•
•
•
•
•
•
Sofortige Verbesserung des Harnflusses
Kurzer stationärer Aufenthalt
Kürzere Verwendung des Katheters
Geringes Risiko von Komplikationen
Effektiv bei allen Prostatavergrößerungen – vor
allem bei sehr ausgeprägten Fällen
Möglichkeit, das Prostatagewebe nach der
Operation zu analysieren
Nachteile der Laser-Enukleation:
•
•
•
•
Längere Operationsdauer bei kleinen Prostatae
möglich
Schmerzen beim Urinieren, die eine gewisse
Zeit lang nach der Operation andauern
Risiko von Harnverhalt, Harnwegsinfektionen
und Harndrang
Sehr geringes Risiko der Inkontinenz
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahr•
•
•
•
radfahren vermeiden;
Thermalbäder und Saunen meiden;
Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung.
die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen vermeiden.
Nach einer Laser-Enukleation kann es möglicherweise zu einer retrograden Ejakulation kommen. Dies ist
ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre
ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in die Blase und verlässt den Körper erst beim
Urinieren.
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Prostatische Stents
Stents werden verwendet, um die Harnröhre offen zu halten und den Harnfluss zu verbessern (Abb. 6). Sie werden
hauptsächlich den Männern empfohlen, für die aufgrund ihres körperlichen Zustandes eine operative Behandlung
nicht in Frage kommt. Stents werden anstelle eines einliegenden Blasenkatheters verwendet.
Wie wird der Stent eingesetzt?
Ein Stent kann sowohl in der Arztpraxis als auch in einer Klinik unter lokaler Anästhesie eingesetzt werden. Er wird in
die Harnröhre eingesetzt, bis seine Spitze die Blase erreicht (Abb. 6). Die richtige Position wird per Ultraschall oder
Zystoskop ermittelt.
Wann sollte ein Stent in Betracht gezogen werden?
Heutzutage werden Stents nicht als dauerhafte Behandlungsmöglichkeit empfohlen. Stents sollten daher nur in
Erwägung gezogen werden, wenn keine Anästhesie durchgeführt werden kann, was eine Voraussetzung für die
Durchführung, der anderen Verfahren wäre.
Harnblase
Stent
Vergrößerte Prostata
Harnröhre
Abb. 6: Ein Prostata-Stent verbessert den Fluss des Urins.
Patienteninformationen - Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
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Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich
der Vorbereitung auf das Verfahren. Die Einnahme
jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente
muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser Medikamente muss möglicherweise vor der Operation ausgesetzt werden.
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise sind die täglichen Aktivitäten sofort
nach Abschluss der Operation wieder möglich. Es
kann vorkommen, dass über mehrere Tage hinweg
Blutspuren im Urin vorhanden sind und Schmerzen
beim Urinieren auftreten. Dies kann bis zu mehreren
Wochen andauern.
Vorteile von Stents:
•
•
•
Können anstelle eines einliegenden Blasenkatheters verwendet werden
Kein stationärer Aufenthalt erforderlich
Lokale Betäubung
Nachteile von Stents:
•
•
•
•
•
Stents können sich verschieben
Schmerzen beim Urinieren, die eine gewisse
Zeit lang nach der Operation andauern
Verbesserung des Harnflusses kann ausbleiben
Sehr geringes Risiko von Inkontinenz
Risiko der Harnsteinbildung auf dem Stent
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:
• Fieber
• Unfähigkeit, eigenständig zu urinieren
• starkem Blutverlust oder Schmerzen
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Transurethrale Nadelablation (TUNA)
Die Transurethrale Nadelablation (TUNA) der Prostata ist eine minimal-invasive Behandlung, bei der das
Prostatagewebe mittels Hochfrequenzwellen entfernt wird. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Koagulation.
Der entfernte Teil der Prostata wird entweder vom Körper absorbiert oder beim Urinieren ausgeschieden. Durch das
TUNA-Verfahren soll das Prostatavolumen reduziert und eine Verbesserung der Symptome erzielt werden.
Wie verläuft die TUNA?
Bei der TUNA ist eine Vollnarkose, Spinal- oder intravenöse Anästhesie erforderlich. Sobald die Anästhesie wirkt,
verwendet der Arzt ein Endoskop, das mit zwei Nadeln und einer Kamera ausgestattet ist. Die Nadeln dienen dazu,
die Prostata zu punktieren und mit Hochfrequenzenergie zu erhitzen (Abb. 7). Dies erfolgt 4 bis 8 Mal, bis das
gesamte Adenom behandelt wurde. Die Kamera sendet ein hochauflösendes Bild der Prostata an einen Monitor.
Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Harnröhre verheilt und das
selbstständige Urinieren wieder möglich ist. Der Katheter wird im Krankenhaus oder in der Klinik entfernt.
Harnblase
Behandelte Bereiche
Vergrößerte Prostata
Nadel
Endoskop
Harnröhre
Abb. 7: Das Prostatagewebe wird mit einer Nadel durch Hochfrequenzenergie erhitzt.
Patienteninformationen - Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
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Wann sollte eine TUNA in Betracht
gezogen werden?
Die TUNA eignet sich besonders für Patienten mit
Prostatavolumen von 30 bis 80 Milliliter, die eine minimal-invasive Behandlung vorziehen oder bei denen
aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine operative
Behandlung ausgeschlossen ist.
Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der
Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise vor der Operation ausgesetzt werden.
• die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen vermeiden.
•
Nach einer TUNA kann es möglicherweise zu einer
retrograden Ejakulation kommen. Dies ist ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des
Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in
die Blase und verlässt den Körper erst beim Urinieren. Ein paar Wochen lang können Blutspuren im
Sperma sichtbar sein.
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:
• Fieber
• Problemen mit dem Katheter
• Unfähigkeit, eigenständig zu urinieren, nachdem
der Katheter entfernt wurde
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus
innerhalb von ein paar Stunden nach der Operation
wieder verlassen. Vom Autofahren sollte allerdings
abgesehen werden, da eine gewisse Benommenheit
nach der Anästhesie anhalten kann. Am Tag des Eingriffs sind viel Ruhe und Erholung zu empfehlen.
Vorteile der TUNA:
Auch mit eingelegtem Blasenkatheter kann den täglichen Aktivitäten schon am Folgetag nachgegangen
werden. In den Wochen nach der Operation ist es jedoch möglich, dass Blutspuren im Urin sichtbar sind.
Nachteile der TUNA:
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahr-
•
•
•
•
•
•
•
In den meisten Fällen ist kein stationärer Aufenthalt erforderlich
Geringes Risiko von Komplikationen
Blutverdünnende Medikamente können weiterhin eingenommen werden
Weniger effektiv bei großen Prostatae und im
Fall von schwerer Obstruktion
Verwendung des Katheters in den Tagen nach
dem Verfahren erforderlich
Langsame Verbesserung der Symptome und
des Harnflusses
Möglicherweise ist eine weitere Operation nach
mehreren Jahren erforderlich, da die Prostata
weiterhin wächst.
radfahren vermeiden;
• Thermalbäder und Saunen meiden;
• Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung;
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Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT)
Die Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT) der Prostata ist eine minimal-invasive Behandlung, bei der das
Prostatagewebe mittels Mikrowellenenergie erhitzt wird. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Koagulation.
Der entfernte Teil der Prostata wird entweder vom Körper absorbiert oder beim Urinieren ausgeschieden. Durch eine
TUMT soll das Prostatavolumen reduziert und eine Verbesserung der Symptome erzielt werden.
Wie verläuft die TUMT?
Bei der TUMT ist eine lokale Betäubung, manchmal auch in Kombination mit intravenöser Anästhesie, erforderlich.
Sobald die Anästhesie wirkt, schiebt der Arzt einen Ballonkatheter in die Harnröhre. Der Ballonkatheter verfügt über
eine Antenne, die mittels Mikrowellenenergie das Prostatagewebe erhitzt. Der Ballon hält die Antenne innerhalb der
Prostata an der richtigen Stelle (Abb. 8). Nach dem Eingriff wird ein anderer Katheter zur Entleerung des Urins in die
Harnblase gelegt.
Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Harnröhre verheilt und das
selbstständige Urinieren wieder möglich ist. Der Katheter wird im Krankenhaus oder in der Klinik entfernt.
Harnblase
Vergrößerte Prostata
Ballonkatheter
Erhitztes
Prostatagewebe
Mikrowellenantenne
Harnröhre
Abb. 8: Teile der vergrößerten Prostata werden durch die von der Mikrowellenantenne erzeugte Hitze koaguliert.
Patienteninformationen - Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
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Wann sollte eine TUMT in Betracht
gezogen werden?
Die TUMT eignet sich besonders für Patienten mit
einem Prostatavolumen von 30 bis 100 Milliliter, die
eine minimal-invasive Behandlung vorziehen oder
bei denen aufgrund ihres Gesundheitszustandes
eine operative Behandlung ausgeschlossen ist.
Wie bereitet man sich auf das Verfahren
vor?
Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen,
Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der
Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt
werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser
Medikamente muss möglicherweise vor einer TUMT
ausgesetzt werden.
• die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger
Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen; und
Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen vermeiden.
•
Nach einer TUMT kann es möglicherweise zu einer
retrograden Ejakulation kommen. Dies ist ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des
Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in
die Blase und verlässt den Körper später beim Urinieren. Ein paar Wochen lang können Blutspuren im
Sperma sichtbar sein.
Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:
• Fieber
• Problemen mit dem Katheter
• Unfähigkeit, nach dem Entfernen des Katheters
eigenständig zu urinieren
Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder
hergestellt ist?
Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus
innerhalb von ein paar Stunden nach der Operation
wieder verlassen. Vom Autofahren sollte allerdings
abgesehen werden, da eine gewisse Benommenheit nach der Anästhesie anhalten kann. Viel Ruhe
und Erholung ist am selben Tag nach dem Eingriff zu
empfehlen.
Auch mit eingelegtem Blasenkatheter kann den täglichen Aktivitäten schon am Folgetag nachgegangen
werden. In den Wochen nach der Operation ist es jedoch möglich, dass Blutspuren im Urin sichtbar sind.
Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:
• täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
• nicht schwerer als 5 kg heben;
• anstrengende sportliche Übungen und das Fahr•
•
Vorteile der TUMT:
•
•
•
•
Wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt
In den meisten Fällen ist kein stationärer Aufenthalt erforderlich
Geringes Risiko von Komplikationen
Blutverdünnende Medikamente können weiterhin eingenommen werden
Nachteile der TUMT:
•
•
•
•
Weniger effektiv bei große Prostatae und im Falle von schwerer Obstruktion
Verwendung des Katheters in den Tagen nach
dem Verfahren
Langsame Verbesserung der Symptome und
des Harnflusses
Möglicherweise ist eine weitere Operation nach
mehreren Jahren erforderlich, da die Prostata
weiterhin wächst
radfahren vermeiden;
Thermalbäder und Saunen meiden;
Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung
der Ernährung.
Patienteninformationen - Operative Behandlung von LUTS bei Männern mit BPE
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Injektion von Ethanol und Botulinumtoxin
Injektionen von Ethanol und Botulinumtoxin werden als alternative Behandlungsmöglichkeiten von BPE untersucht.
Diese Verfahren sind bislang wenig verbreitet und befinden sich noch in der experimentellen Phase. In der Regel
werden sie in klinischen Studien angewandt.
Injektion von Ethanol
Ethanol, also reiner Alkohol, wird durch die Harnröhre oder das Rektum in das Prostatagewebe injiziert. Ziel ist es,
die Prostata zu verkleinern, und den Harnfluss zu verbessern.
Injektion von Botulinumtoxin
Botulinumtoxin ist unter seinem Handelsnamen Botox bekannt. Es ist eine hochgiftige Substanz, die bei kosmetischen
Eingriffen verwendet wird. In BPE-Behandlungen blockiert es die Nervenenden und entspannt die glatte Muskulatur
der Prostata. Botulinumtoxin verkleinert die Prostata und verbessert den Harnfluss. Es kann durch die Harnröhre,
das Rektum oder das Perineum injiziert werden. Neuste Studien empfehlen dieses Verfahren nicht zur Behandlung
von durch BPE verursachten LUTS.
Diese Informationen wurden im März 2014 aktualisiert.
Mitwirkende:
Diese Broschüre ist Teil der EAU Patienteninformation. Sie bietet alle
wichtigen Informationen zum Thema benigne Prostatavergrößerung.
Wenn Sie spezifische Fragen zu Ihrem individuellen medizinischen
Zustand haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder andere
professionelle Anbieter im Gesundheitswesen.
Prof. Thorsten Bach
Prof. Alexander Bachmann
Prof. Louis Denis
Dr. Günter Feick
Prof. Stavros Gravas
Dr. Hashim Hashim
Prof. Rolf Muschter
Dr. Cosimo De Nunzio
Herr Hans Ransdorp
Prof. Jens Rassweiler
Ms. Maria Russo
Dr. Roman Sosnowski
Prof. Andrea Tubaro
Diese Informationen wurden von der European Association of Urology
(EAU) in Zusammenarbeit mit der EAU-Section of Uro-Technologie
(ESUT), Europa Uomo und der European Association of Urology Nurses
(EAUN) erstellt.
Der Inhalt dieser Broschüre ist im Einklang mit den EAU-Richtlinien.
Sie finden diese und andere Informationen über urologische
Erkrankungen auf unserer Webseite unter http://patients.uroweb.org.
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Basel, Schweiz
Antwerpen, Belgien
Gehrden, Deutschland
Larissa, Griechenland
Bristol, Großbritannien
Rotenburg, Deutschland
Rom, Italien
Bussem, Niederlande
Heilbronn, Deutschland
Orbassano, Turin, Italien
Warschau, Polen
Rom, Italien
Die Übersetzung dieser Broschüre wurde
unterstützt durch die Asklepios Kliniken.
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