Mithridatische Kriege - Robert-Koch

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MITHRIDATES, SEINE ZIELE, SEINE KRIEGE MIT DEN
RÖMERN
Zu seiner Person:
132 v. Chr. geboren, 63 v. Chr. gestorben; sein Name bedeutet „ der von Mithras
Gegebene“;
von 120 bis 63 war er König von Pontus;
trotz seiner griechischen Erziehung war er der Typ eines herrschsüchtigen, grausamen,
misstrauischen asiatischen Despoten;
Die ersten Schritte seiner Expansionspolitik:
Der Stammbesitz des Mithridates war Pontus, ein Teil der Landschaft Kappadokien,
seine Residenz lag in der Stadt Sinope;
es war sein Ziel, von Pontus ausgehend ein gigantisches Großreich zu erobern: er
eroberte ...
- die Griechenstädte auf der Halbinsel Krim > bosphoranisches Reich
- Kolchis
- Paphlagonien
- Kappadokien
- Galatien.
Die ersten Auseinandersetzungen mit Rom:
Da Mithridates der römischen Provinz Asia gefährlich nahe gekommen war,
zwang ihn Rom zur Herausgabe der besetzten Gebiete;
als König von Kappadokien wurde Ariobarzanes, ein “Freund des römischen
Volkes“ vom Senat eingesetzt;
Mithridates fand in dem armenischen König Tigranes, dem er später seine Tochter zur
Frau gab, einen Verbündeten;
Tigranes überfiel Ariobarzanes und vertrieb ihn;
Sulla, der zu dieser Zeit als Proprätor in Kleinasien war, schlug die pontischen und armenischen Truppen zurück und führte Ariobarzanes in sein
Reich zurück;
der römische Konsular M. Aquilius führte daraufhin erfolglos Verhandlungen; er zeichnete sich dabei vor allem durch seine Habsucht aus;
Mithridates reiste unerkannt nach Asia (röm. Provinz), um die Stimmung der Bevölkerung
zu erkunden; wegen der rücksichtslosen Ausbeutung der Provinz war die allgemeine Haltung eindeutig antirömisoh.
Der erste Mithridatische Krieg (88 - 84):
(Die Römer waren durch den Bundesgenossenkrieg im eigenen Land stark belastet;)
Mithridates schlug das römische Heer vernichtend und eroberte die ganze Provinz Asia;
die Bevölkerung feierte ihn dort als Befreier von den Römern;
Sulla erhielt den Oberbefehl gegen Miithridates, war aber durch den Bürgerkrieg mit Marius
am sofortigen Eingreifen gehindert;
Mithridates ließ inzwischen 80 000 - 100 000 Italiker durch alle von ihm abhängigen
Statthalter aus reinem Römerhass (Befehl von Ephesus) töten;
um die Habsucht des M‘. Aquilius (vgl. oben) zu rächen, goss er diesem angeblich flüssiges
Gold in den Mund;
daraufhin besetzte er di. Ägäischen Inseln und Griechenland und kam somit Italien bedenklich nahe;
nach seinem Sieg im Bürgerkrieg gegen die Marianer konnte Sulla nun gegen Mithridates
vorgehen;
er schlug dessen Heer in zwei Schlachten und zwang ihn zum Rückzug in sein eigenes
Gebiet;
dann musste Sulla erneut zurück nach Italien, da dort die Marianer wieder die Führung übernommen und ihn des Oberbefehls enthoben hatten;
neuer Befehlshaber wurde L. Valerius Flaccus mit dem Legaten Fimbria;
auf Wunsch des Mithridates wurde der Friedensvertrag von Dardanos abgeschlossen;
Mithridates musste laut Vertrag einen Teil seiner Flotte abgeben und Kriegsentschädigung
zahlen.
Der zweite Mithridatische Krieg (83 - 81):
Der römische Legat C. Licinius Murena fiel völlig ungerechtfertigt in Pontus ein;
es gelang Mithridates, das römische Heer vernichtend zu schlagen; Murena musste Frieden
schließen;
nun begann Mithridates zum entscheidenden Schlag zu rüsten;
zudem verbündete er sich mit Sertorius, einem Marianer, der von Spanien aus seinen Kampf
gegen das von den Sullanern beherrschte Rom führte; auf diese Weise hoffte Mithridates,
Rom in einem Zweifrontenkrieg angreifen zu können.
Der dritte Mithridatische Krieg (74 - 64):
Mithridates besetzte Bithynien, das der König Nicomedes IV. den Römern vererbt hatte;
dabei wurde der unfähige römische Feldherr Aurelius Cotta in der Stadt Chalkedon eingeschlossen;
der römische Feldherr Lucullus befreite Cotta, schloss Mithridates vor der
Stadt Kyzikos ein und zwang ihn durch Siege zu Wasser und zu Land, sich
fluchtartig zu Tigranes nach Armenien zurückzuziehen;
nur ein Zeitverlust durch die Beutegier der römischen Soldaten verhinderte
eine Festnahme des Mithridates;
Lucullus eroberte Pontus;
als Lucullus von Tigranes die Auslieferung des Mithridates vergeblich
gefordert hatte, drang er auch in Armenien ein und siegte über das 20-fach
größere feindliche Heer bei Tigranokerta;
Tigranes hetzte nun die Bergvölker gegen die Römer auf, indem er behauptete, die Römer
hätten vor, ihr höchstes Heiligtum zu plündern;
durch eine Meuterei in seinem Heer musste Lucullus den Rückzug antreten;
diese Gelegenheit nutzte Mithridates dazu, sein ursprüngliches Reich Pontus zurückzuerobern;
er bedrängte auch wieder die römische Provinz Asia und schlug den Legaten C. Valerius
Triarius vernichtend;
insbesondere auf Betreiben des Ritterstandes wurde Lucullus aus Asien
abberufen; die Ritter hatten nämlich durch die jüngsten Misserfolge des
Lucullus finanzielle Einbußen erlitten, zudem waren sie von ihm an der
gewohnten Ausbeutung der Provinz gehindert worden;
M. Acilius Glabrio, der Nachfolger des Lucullus, blieb untätig;
in dieser Situation stellte nun im Jahre 66 der Volkstribun C. Manilius den
Antrag, Pompeius das sog. ‘imperium extraordinarium“ für den Kampf
gegen Mithridates zu verleihen;
(dieses „imperium extraordinarium“ sollte die Zuweisung der Provinzen
Asien, Bithynien, Kilikien und den Oberbefehl über alle Streitkräfte jenseits der Adria beinhalten;)
Gegner des Antrags:
Befürworter des Antrags:
der Senat (er befürchtete eine
Diktatur des Pompeius; seine
Wortführer waren Q. Hortensius und Q. Catulus;)
Cäsar (der Führer der Popularen); Cicero (als Prätor hielt er
seine erste politische Rede zugunsten des Antrags).
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