Informationsflyer Parodontitis

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Informationen zur systematischen Parodontitisbehandlung
Sehr geehrte Patientin,
Sehr geehrter Patient,
bei Ihnen wurde eine Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankung (Parodontitis)
festgestellt. Diese Erkrankung entsteht i. d. R. über einen Zeitraum von vielen Jahren
und ist fast ebenso weit verbreitet wie Karies. Bedingt durch das langsamere
Voranschreiten dieser Erkrankung macht sie sich jedoch erst im Erwachsenenalter
bemerkbar. Die Parodontitis kann auch die Allgemeingesundheit negativ
beeinflussen, wobei das Risiko für bestimmte Erkrankungen, wie z. B. Diabetes,
Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, sowie Frühgeburten erhöht wird.
Der Parodontitis geht die Gingivitis (Zahnfleichentzündung) voraus.
Erste Anzeichen für eine Gingivitis sind:
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Blutung bei Berührung
Leichte Schwellung
Mundgeruch
Dunkelrote Färbung
Übermäßiger Zahnstein oder Zahnbelag
Da hiermit meistens keine Schmerzen verbunden sind werden diese Veränderungen
(versteckte Entzündungen) häufig nicht wahr- oder ernstgenommen. Daher ist sich
nur jeder 3. Betroffene seiner Zahnfleischerkrankung bewusst und lässt sich
behandeln. In diesem Stadium kann durch eine konsequente Mundhygiene
bleibender Schaden verhindert werden. Werden jedoch keine ausreichenden
Maßnahmen ergriffen, schreitet die Entzündung des Zahnfleisches fort. Eine
Parodontitis entsteht. Bakterien dringen zwischen erkranktem Zahnfleisch und Zahn
ein, vermehren sich und zerstören langsam den Zahnhalteapparat - in Form einer
lokalen Knochenbettentzündung. Die Zähne werden schließlich (nach Jahren)
schmerzhaft und locker und müssen entfernt werden oder fallen aus.
Wenn bereits Keime zwischen Zahn- und Zahnfleisch eingedrungen sind und sich auf
der Zahnwurzel angesiedelt haben, ist eine Selbstheilung trotz perfekter
Mundhygiene nicht mehr möglich. Die Krankheitserreger in den so genannten
Zahnfleischtaschen werden von keiner Zahnbürste erreicht. Das Ziel der nun
notwendigen zahnärztlichen Behandlung ist es, die Bakterienansiedlungen aus den
Zahnfleischtaschen zu entfernen, die Entzündung zu beseitigen und die
Wurzeloberfläche zu glätten, damit sich das Zahnfleisch wieder an den Zahn
anheften kann. Mit dem Abheilen der Entzündung des Zahnhalteapparates
verschwindet auch die Schwellung des Zahnfleisches. Dadurch entsteht,
möglicherweise auf reduziertem Niveau, wieder gesundes Zahnfleisch.
Es gibt (bis jetzt) keine Möglichkeit, nach umfangreichem Zahnfleischrückgang die
Form des Zahnfleisches wieder in den jugendlichen Ausgangszustand
zurückzubringen.
Die systematische Behandlung gliedert sich in drei zeitlich voreinander
abgegrenzte Abschnitte.
Vorbehandlung: (2 Sitzungen)
Während der Vorbehandlung werden alle Zahnbeläge, die über dem Zahnfleisch
angesiedelt sind, gründlich manuell und maschinell entfernt. Wir zeigen Ihnen
Methoden und Hilfsmittel, die Sie in die Lage versetzen, diesen belagfreien Zustand
auch Zuhause zu erreichen. Zu gegebener Zeit werden dann die Erfolge Ihrer
mundhygienischen Bemühungen kontrolliert. Da der Erfolg der eigentlichen
Parodontitisbehandlung erheblich von Ihrer Mitarbeit abhängt, wird hierauf
besonders Wert gelegt. Wenn die Vorbehandlung erfolgreich abgeschlossen ist,
stellen wir für Ihre Krankenkasse die erforderlichen Unterlagen zur Kostenübernahme
der Behandlungstherapie zusammen. Hierzu gehören u.a. spezielle Anamnesen,
Röntgenbilder von allen Zähnen und ein Antragsformular (nur bei Kassenpatienten).
Auch Empfehlenswert ist die Bestimmung der paropathogenen Markerkeime durch
einen Test (Keimtest). Dieser ist völlig schmerzlos. Es werden zunächst
Bakterienproben entnommen und zur gentechnischen Untersuchung eingeschickt.
Die Auswertung entscheidet darüber, ob für die Behandlung ein Antibiotikum
gebraucht wird.
Therapie: (1-3 Sitzungen)
Die systematische Parodontalbehandlung besteht in der Full-Mouth-Desinfektion.
Dabei werden spezielle Instrumente genutzt, um die in der Tiefe angesammelten
Bakterienkolonien und deren harte Anlagerungen (so genannte Konkremente) von
den Wurzeloberflächen zu entfernen. Die Wurzeloberflächen werden geglättet, so
dass das Zahnfleisch wieder anwachsen kann. Dieser reparative Vorgang ermöglicht
eine Knochengesundung und den Wiederaufbau des parodontalen Faserapparates, so
dass die Zähne wieder fester werden. Dies geschieht z. T. mit speziellen
Handinstrumenten, mit Ultraschall und mit medizinischen Spüllösungen, i. d. R. unter
örtlicher Betäubung.
Anmerkung: Gelegentlich kann eine vorübergehende Warm-Kalt-Empfindlichkeit,
sowie eine Aufbissempfindlichkeit an einigen Zähnen auftreten. Dies ist kein Grund
zur Sorge.
Nachsorge:
Mit der Parodontalbehandlung (die die Knochenbettentzündung und die
Zahnfleischentzündung bekämpft) werden, soweit es möglich ist, die Bakterien aus
den Zahnfleischtaschen entfernt. Damit ist jedoch nicht Ihre Anfälligkeit für diese
Bakterien verändert oder beseitigt. D.h. Sie sind weiterhin gefährdet an einer
Parodontitis zu erkranken. Damit dies nicht passiert, ist es von entscheidender
Bedeutung, dass sich keine kritische Menge von Bakterien am Zahnfleischsaum und
in Resttaschen ansammeln kann. Dafür müssen Sie gut putzen und zur
regelmäßigen Nachsorge kommen. Den mit eigener Mühe und allen zahnärztlichen
Maßnahmen erreichten verbesserten Gesundheitszustand gilt es zu erhalten. Ständig
besteht die Gefahr, dass die im Munde vorhandenen Bakterien eine
Wiedererkrankung verursachen. Die Nachsorge der Behandlung ist deshalb nie
abgeschlossen. Sie umfasst regelmäßige professionelle Zahnreinigungen, die dafür
sorgen, dass sich auch an schwer zugänglichen Stellen keine neuen
Bakterienkolonien ansiedeln können. Zusätzlich dazu werden medikamentöse
Spülungen angewandt. Diese Maßnahmen sind praktisch schmerzlos und werden von
unserer Prophylaxeassistentin in Abständen von 3 bis 6 Monaten ausgeführt
(abhängig von Ihrer Mitarbeit und dem Schweregrad Ihrer Erkrankung).
Die Nachbehandlung wird nach Schweregrad und Aufwand berechnet. Je besser Sie
mitarbeiten (Zahnzwischenräume reinigen etc.), desto kürzer und kostengünstiger
werden die Nachsorgesitzungen sein (das soll Sie motivieren).
Für weitere Auskünfte steht Ihnen neben Ihrem Zahnarzt, gern auch unsere
Prophylaxeassistentin Frau Schafhirt zur Verfügung.
Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.
Ihr Praxis-Team
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