Der Fund der Heiligen Lanze bei der Belagerung Antiochias 1098

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Geschichte
Fabian Fuchs
Der Fund der Heiligen Lanze bei der
Belagerung Antiochias 1098
Studienarbeit
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fakultät für Geschichts- und Geowissenschaften
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte
QÜ: Die normannischen Eroberungen im Süden Europas: Süditalien und Sizilien im 11.-13.
Jahrhundert
WS 2008/09
Der Fund der Heiligen Lanze bei der
Belagerung Antiochias 1098
Fabian Fuchs
Bachelor-Studiengang Geschichte, Politikwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre
3. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung…3
2. Die Heilige Lanze von Antiochia…4
2.1. Die Visionen des Peter Bartholomäus…4
2.2. Die Suche nach der Heiligen Lanze und deren Auffindung …5
2.3. Der Kampf gegen Kerbogha…7
3. Schlussbetrachtung…9
4. Quellen- und Literaturverzeichnis…10
4.1. Quellenverzeichnis…10
4.2. Literaturverzeichnis…10
1. Einleitung
Reliquien (von lat. „reliquus“, was „übrig“ bedeutet) besaßen im Mittelalter für das christliche
Abendland einen hohen Stellenwert. Mit ihnen bezeichnet man Körperteile (Arme, Finger,
Gebeine etc.) von Heiligen wie Missionaren, Asketen, Eremiten oder Märtyrern.
Körperreliquien sind Reliquien erster Klasse, während Überbleibsel zweiter Klasse sog.
„Berührungsreliquien darstellen, wie z.B. ein Mantel oder Waffen.
Diese Überreste von Heiligen waren im Mittelalter aufgrund ihrer Wunderwirkung sehr
begehrt, da viele Gläubige Pilgerfahrten zu den Orten unternahmen, wo die Reliquie lagerte,
um Buße für ihre Sünden zu tun und ihr Seelenheil zu stärken. Für die Besitzer einer Reliquie
war dies auch mit pekuniären Vorteilen verbunden, sodass im damaligen Europa auch viele
Fälschungen von Gebeinen und Fingern von Heiligen kursierten, deren Eigentümer
versuchten, möglichst viel an den Pilgerströmen zu verdienen.
Diese Arbeit soll die Rezeption der Heiligen Lanze in den Augen der Historiografen des
Ersten Kreuzzugs aufzeigen, die Frage nach der Echtheit der Lanze wird etwas
hintenangestellt. Die Rezeption geschieht in drei Teilen. Der erste Abschnitt zeigt die
Visionen, die zum Auffinden der Lanze führten. Im zweiten Teil wird über die Suche nach der
Heiligen Lanze sowie deren Auffinden berichtet, ebenso über die motivierende und
euphorisierende Wirkung des Fundes auf die Kreuzritter. In der dritten Passage wird der
Kampf der Kreuzfahrer gegen das Belagerungsheer des Muslimen Kerbogha und deren
Triumph geschildert.
Für die Kreuzzüge existiert eine Vielzahl an Quellenmaterial. Zwei Werke werden deshalb
etwas präferiert behandelt und zitiert. Das erste ist die „Gesta Francorum et aliorum
hierosolimitanorum“1 eines unbekannten Autors. Man vermutet, dass er ein Gefolgsmann des
Normannenherrschers Bohemund von Tarent gewesen ist.2 Wahrscheinlich war er
Augenzeuge der Kampfhandlungen, was ein Indiz dafür sein könnte, dass der Chronist
Kleriker war. Sein Werk beschreibt in epischer Form den gesamten Ersten Kreuzzug von
1096-99. Durch seine Nähe zu Bohemund muss man von einer pronormannischen oder
zumindest einer prochristlichen Einfärbung ausgehen., wie natürlich auch bei der Gesta.
1
Anonymus, Gesta Francorum et aliorum hierosolimitanorum, übersetzt als: The Deeds of the Franks and the
other Pilgrims to Jerusalem, ed. Rosalind Hill, Oxford 1962. (im Folgenden zitiert als “Gesta Francorum”).
2
Jörg Dendl, Wallfahrt in Waffen. Der Erste Kreuzzug ins Heilige Land 1095-1099, 2. Aufl., München 2000,
S.14 (im Folgenden zitiert als „Dendl, Wallfahrt“).
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