Christine Schallaun
Gefahr für mein Haustier?
Ein kleiner Ratgeber für
Tierfreunde
Vorwort
Nachdem in der tierärztlichen Praxis täglich Fragen
darüber auftauchen, welche Pflanzen und Gegenstände
denn für Haustiere gefährlich seien, wurde die vorliegende
Sammlung geschaffen. Sie soll einen Überblick darüber
geben, wo Gefahren möglich sind. Es wurde versucht ein
Nachschlagewerk zu schaffen, nicht wissenschaftliche
Literaturarbeit zu leisten. In diesem Rahmen sollen dem
Interessierten auch einige der beliebten Zimmer- und
Gartenpflanzen im Hinblick auf ihre Giftwirkung gezeigt
werden.
So vielfältig das Pflanzenreich gestaltet ist, so vielfältig
sind auch die Wirkungen verschiedener Inhaltsstoffe auf
den Organismus der Tiere. Keinesfalls ist es so wie
manchmal behauptet wird, dass Tiere gegen Pflanzengifte
generell immun sind. Diese Behauptung gilt nur für wenige
Pflanzen und Pilze im Bezug auf einige wenige Wildtiere. Im
Gegenteil: Manche Pflanzeninhaltsstoffe wirken bei
manchen Haustieren giftig, beim Menschen dagegen nicht.
Es gibt aber nicht nur die krankmachende Wirkung von
Giften, es kann auch eine gesundmachende sein. Gift ist
zumeist eine Folge der zu hohen Dosierung In kleiner
Menge wirken viele Gifte heilend. Ein klassisches Beispiel
sind die tödlichen Inhaltsstoffe des Roten Fingerhutes
(Digitalis purpurea), dessen herzkräftigende Glykoside in
der Medizin seit langer Zeit bekannt sind und auch genützt
werden; das Gift des Stechapfels, welches den Darm bei
Durchfall beruhigen kann, oder der Inhaltsstoff der
Tollkirsche (Atropa belladonna), dessen Wirkstoff Atropin
in der Medizin kreislaufstabilisierend und hemmend auf
übermäßige Schleimproduktion Verwendung findet.
Am besten bekannt mag wohl der Inhaltsstoff des Pilzes
Penicillium sein, dessen Antibiotikum Penicillin schon fast
jedem von uns eine schwere Krankheit erleichtert oder
vielleicht sogar das Leben gerettet hat. Penicillium-Pilze
verteidigen sich damit gegen angreifende Bakterien. Somit
macht sich hier der Mensch mit Geschick eine erfolgreiche
Strategie der Pilze zunutze.
Der Pflanzenteil dieses Werkes wurde mit viel Engagement
von
Frau
Christine
Schallaun
recherchiert
und
geschrieben. Unsere Haustiere sind sehr oft in der
Wohnung, im Haus und Garten mit Situationen konfrontiert,
welche in der Natur nicht vorkommen und daher nicht als
gefährlich erkannt werden oder welche einfach aufgrund
fehlender Erfahrung oder fehlender Lernmöglichkeit in
menschlicher Umgebung nicht gelernt werden können. So
werden Pflanzen und Gegenstände aus Neugierde oder
Langeweile angeknabbert und führen zu mehr oder wenig
heftigen Krankheitssymptomen.
Diese Lektüre sei jedem Tierhalter empfohlen, welcher
Freude an Pflanzen, an Einrichtungsgegenständen und
auch an Schokolade hat.
Perchtoldsdorf im Oktober 2006
Christine Schallaun
Dr. med. vet. Josef Fischer
3
Inhaltsverzeichnis
1., Gefahren im Haushalt
4
2., Gefährliche Gegenstände und Chemikalien
6
3., Gefährliche Tiermedikamente und Giftstoffe im Haushalt
6
4., Giftige Pflanzen
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4
1., Gefahren im Haushalt
Die gefährlichen Situationen im Haushalt sind vielfältig. Eine davon ist sicher der
wallende Kochtopf: nicht selten benützen frei fliegende Stubenvögel jenen als
Landeplatz. Dass dies dem kleinen Körper nicht zuträglich ist, mag wohl jedem Leser
einleuchten. Auch heiße Herdplatten stellen eine große Gefahr dar. Nämlich für alle
Tiere, welche fliegen, springen oder klettern, allen voran die Hauskatzen, die arglos
auf das sonst doch immer harmlose Küchenkasterl springen um nach ihrem Futter zu
verlangen. Das rot blinkende Warnlicht der Herdplatte kann die Katze nicht
interpretieren und schon ist es passiert: In der Regel ergibt das Verbrennungen mit
Blasenbildung an den Pfotenballen mit nachfolgender Ablösung der Haut.
Schnittverletzungen durch herumliegende Messer und durch andere scharfe
Gegenstände gehören ebenfalls zu den Küchenunfällen.
Zum Lüften geöffnete Fenster ohne Gitter verleiten Katzen das Gesimse zu
besteigen, sehr oft ist jenes abschüssig und ein kleiner Fehltritt führt zum Absturz.
Aber auch das bloße Sitzen vor dem Abgrund kann zum gefährlichen Abenteuer
werden: Eine zufällig vorbei fliegende Biene führt zum reflektorischen Vorschnellen
der Pfote, ein Abstützen nach vorne zum Wiederfinden des Gleichgewichts endet
nach mehreren Stockwerken am Asphalt. Die Folgen sind in Abhängigkeit von der
Höhe und der Position während des Absturzes verschieden: Stürze aus dem ersten
Stock sind entweder harmlos oder enden mit einem Aufprallen des Gesichtsschädels
und Bruch des Ober- und oder Unterkiefers, inneren Verletzungen wie geplatzter
Harnblase oder Blutungen anderer innerer Organe. Katzen vermögen zwar mittels
der Rotation des Schwanzes während der Flugphase auf den Pfoten zu landen, ein
Sturz aus dem ersten Stock ist dafür allerdings meistens zu kurz, der dritte Stock oft
schon zu hoch um unverletzt zu bleiben.
Einrichtungen von Aquarien und Terrarien werden manchmal zu Fallen anderer
Art: Blechverkleidungen in Terrarien werden zum Zufluchtsort von Schlangen und
Echsen, welche aufgrund der scharfen Kanten der Bleche nicht mehr heraus können.
Schnittverletzungen beim Versuch die Tiere herauszuziehen sind die Folge. In
Aquarien und Terrarien angebrachte und nicht fixierte Steine fallen öfter auf ihre
Insassen und (zer-) quetschen sie. Dünne Glasabdeckungen von Aquarien und
Terrarien brechen ein, wenn schwerere Tiere wie die gut gefütterte Hauskatze darauf
sitzen. In Abhängigkeit von Splitterbildung und auch Inhalt der Becken (Piranhas,
Skorpione
etc.)
kommt
es
zu
mehr
oder
weniger
schweren
Gesundheitsbeeinträchtigungen.
Eine Gefahr anderer Art ist jene, welche vor allem kleine Katzen betrifft, welche sich
gerne in der Nähe menschlicher Füße aufhalten: Nicht selten läuft man Gefahr, auf
das Tier daraufzutreten: dies endet sehr oft für das Kätzchen tödlich.
Ganz nebenbei: Große Hunde nehmen auf kleine Hunde nur bedingt Rücksicht:
gebrochene Beine und Wirbelsäulen sind nach dem Spielen bei Weitem nicht so
selten wie man annehmen möchte. Auch ist es eine Mär, dass große Hunde
gegenüber kleinen eine „Beißhemmung“ hätten; für einen Wolf ist es ein natürliches
Verhalten, fremde Welpen totzubeißen, und auch wenn sich unsere Haushunde in
ihrem Verhalten weit vom Wolf entfernt haben sollte man dieses Risiko wenn möglich
vermeiden.
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Verspielte kleine Hunde nehmen so wie Menschenkinder gerne Gegenstände in ihr
Maul um mit ihnen zu spielen. Deshalb gibt es Erkrankungen mit Fremdkörpern
statistisch auch hauptsächlich im verspielten Welpen- und Junghundalter. Ganz ist
jedoch auch einem erwachsenen Hund nicht zu trauen: beispielsweise bei appetitlich
vorbereiteten Grillspießen, welche von größeren Hunden schon einmal schnell als
Ganzes verschluckt werden.
Lieb und beliebt ist auch das Zusammensetzen
von verschiedenen Tierarten: Beispielsweise die
Kombination
eines
Meerschweinchens
oder
Hamsters mit der süßen Katze. Dass die Katze der
Jäger ist und das andere das Beutetier wird gerne
ignoriert. Welche Folgen sich daraus ergeben
können ist wohl nicht schwer auszumalen. Auch ein
Hundebiss im Katzenkörper ist mitunter tödlich,
nicht immer kann die Katze schnell genug flüchten,
nicht immer fürchtet der Hund die Katzenkrallen.
Metall-Grillspieße im Hundemagen
Beliebt ist auch die vorübergehende Unterbringung von Hunden im hermetisch
verschlossenen Auto. Bereits Temperaturen bei etwas über zwanzig Grad und
direkte Sonneneinstrahlung über eine halbe Stunde bringen den Hund in Gefahr. Da
er nur hecheln und an den Pfotenballen schwitzen kann, ist seine Wärmeabgabe bei
Weitem nicht so effizient wie die des Menschen. Die Folge: Überhitzung des Körpers
mit Anschwellen des Gehirnes, Erbrechen, Schock und schneller Tod. Oftmals
erreicht man den rettenden Tierarzt nicht mehr, aber selbst wenn man es doch
gerade noch mit lebendem Tier schafft ist das noch keine Überlebensgarantie.
Gerne werden auch Katzen im Auto freilaufend transportiert, damit das arme Tier
nicht eingesperrt leiden muss: Mieze sucht dann gerne dunkle Winkel im
furchterregenden Auto auf, zum Beispiel den Raum unter dem Bremspedal. Falls
man es noch rechtzeitig vor der Notbremsung schafft, sie dort wieder zu entfernen,
ist die Rettung der Katze und/ oder der Beifahrer vielleicht noch möglich.
Ähnlich auch der Transport von armen Katzen auf der Schulter oder am Arm zum
Tierarzt: Im Wartezimmer wartet bereits der böse Hund, welcher die Katze veranlasst
den Tierbesitzer noch einmal kräftig zu kratzen, bevor sie durch die Wartezimmertüre
für immer ins Freie entweicht.
Gekippte Kellerfenster liegen auf der Skala der Todesursachen von Katzen weit
oben: eine einmal eingeklemmte Katze kann sich aus dem engen Spalt nicht mehr
befreien. Die nach unten enger werdende Öffnung des Fensters klemmt die
Blutzufuhr in den hinteren Teil des Körpers ab, wodurch es relativ schnell zum
Absterben von Nervengewebe kommt. Dies ist meistens nicht mehr rückgängig zu
machen.
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2., Gefährliche Gegenstände
Der Wohnungsdekoration sind kaum Grenzen gesetzt: während Blei im Benzin und
in Wasserleitungen mittlerweile verpönt ist, wird das Metall zur Beschwerung von
Vorhängen nach wie vor verwendet. Stubenvögel picken gerne daran und zeigen
dann Lähmungserscheinungen, welche unbehandelt und bei weiterer Aufnahme von
Blei zum Tod führen. Im Freien sind es herumliegende Schrotkugeln, welche von
Wildvögeln statt kleiner Steinchen, welche sie für die Verdauung benötigen,
aufgenommen werden.
Auch das Ablecken von Farben, Aufnahme von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Düngemitteln und Pflanzengiften führt zu Vergiftungserscheinungen
unterschiedlichster Ausprägung. Die Symptome gehen von Speicheln, Verätzungen
von Mund, Rachen und Speiseröhre bis hin zu Lähmungserscheinungen.
Stromkabel werden von allen Tieren gerne angebissen. Am Beliebtesten sind sie
natürlich bei kleinen Katzen, gefolgt von Kaninchen, Hamstern und anderen Nagern.
Abgesehen von Giftstoffen im Isoliermaterial, welches nach eigenen Beobachtungen
schon alleine zum Tod von Mäusen und Hamstern zu führen scheint, stellt der Strom
natürlich eine große Gefahr dar. Gerechterweise muss aber zugegeben werden,
dass nur selten tödliche Unfälle mit Stromkabeln passieren. Scheinbar unterschätzt
man hier die Wirkung des Schutzengels.
3., Gefährliche Tiermedikamente und Giftstoffe im Haushalt
Flohhalsbänder führen bei jungen Katzen oft zu allergischen Reaktionen am Hals.
Dies zeigt sich in Form eines haarlosen, roten, geschwollenen, schmerzhaften
Ringes. Spätestens dann ist es an der Zeit, das Band zu entfernen. Grundsätzlich
sollte man Floh- und Zeckenbänder bei Katzen nicht vor einem Alter von einem Jahr
anbringen.
Apropos Halsbänder bei Katzen: Adressen, Flohmittel, Magnete zur Abwehr
bösartiger Strahlen und anderes werden darin und daran untergebracht. Katzen
quetschen sich bei ihren Spaziergängen gerne durch enge Spalten und bleiben dann
hängen. Wenn das Band in dieser Situation nicht reißt, stranguliert sich das Tier beim
Versuch sich zu befreien selbst. Besser für die Kennzeichnung geeignet sind
implantierte Mikrochips, besser gegen Flöhe und Zecken wirken Medikamente in
Ampullenform zum Auftragen auf die Haut, welche aufgrund guter Verträglichkeit und
Wirksamkeit am Besten beim Tierarzt erworben werden, welcher auch die korrekte
Anwendung vorzeigt. Auch das Nass-Spritzen von Katzen mit Flohmittel aus der
Dose ist nicht unbedingt empfehlenswert. Nicht selten führt dies beim Ablecken zu
einer Überdosierung oder allergenen Wirkung beim Tier. Speicheln in den leichteren
Fällen und Seitenlage mit Lähmungen in schwereren Fällen können die Folge sein.
Um Schadnager abzuhalten werden heutzutage im Wesentlichen Fallen zum
Lebend- und Totfang und Cumarinabkömmlinge in roter und blauer Pulver – und
Granulatform verwendet. Dass Schlageisen zu schweren Verletzungen führen, muss
wohl nicht extra betont werden. „Ratten- und Mäusegift“ werden in mehreren Formen
angeboten: Für Mäuse verwendet man gerne rotes, manchmal auch violettes
Granulat, welches äußerst schnell zu einer Hemmung der Blutgerinnung und zum
Tod führt. Professionell sollte es niemals offen angeboten werden, es gibt dafür
eigene kleine Boxen, welche eine Aufnahme des Giftes durch andere Tiere und
Kinder verhindern. Rattengift wird gerne in blauer Pulverform, manchmal in
verschlossenen Papiersäckchen, welche die Tiere erst anknabbern müssen und
auch in Wachskerzenform verwendet. Auch hier gilt: Spezielle Behältnisse
verhindern Vergiftungen. Das Auffressen einer einzigen vergifteten Maus führt bei
Katzen in den seltensten Fällen zu Vergiftungssymptomen. Generell gilt: Bei
Verdacht auf Giftaufnahme lieber schnell zum Tierarzt, eine vorbeugende Maßnahme
ist immer möglich. Kritische und deutliche Symptome sind: blutiger Harn oder Kot
oder auch blutiges Erbrochenes.
Düngemittel werden aufgrund mangelnder Attraktivität selten aufgenommen und
verursachen dann meist nur Magenentzündungen, lebensbedrohliche Symptome gibt
es kaum.
Schlimmer ist der Genuss von Arzneimitteln. Besonders junge Hunde fressen
gerne Tabletten aller Art. An erster Stelle sind nach unserer Erfahrung
Beruhigungsmittel, welche in der Regel nur ein paar Stunden Ruhe im sonst
hektischen Junghundehaushalt verursachen. Sicherheitshalber sollte man aber die
genaue Bezeichnung und die vermutlich aufgenommene Menge feststellen, bevor
man den Tierarzt konsultiert. Heikel ist die Aufnahme von Herzmedikamenten, in der
Folge könnte auch der schnelle Tod des Tieres auftreten. Sicherheitshalber sollte
man bei Verdacht auf unkontrollierte Medikamentenaufnahme immer den Tierarzt
konsultieren.
Meerschweinchen und auch andere Nager knabbern gerne an Textilien, Teppichen
und auch an Einrichtungsgegenständen. Meistens passiert dabei, ausgenommen
natürlich die Zerstörung des Gegenstandes, nichts. Aber auch dabei ist der Weg zum
Tierarzt anzuraten, um Folgeschäden wie Verstopfung und Aufblähen zu vermeiden.
Frische Farbe wird von kleinen Haustieren normalerweise verschmäht.
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4., Giftige Pflanzen
Azalee
Weit über tausend Rhododendron-Arten gibt es.
Zwei davon sind auch für Zimmerkulturen geeignet:
die indische-, und die japanische Azalee, die auch
im Freien wachsen kann. An den Zimmerazaleen versuchen viele Züchter ihre Kunst.
Bereits 1
Blatt oder 1 Blüte kann Krankheitszeichen hervorrufen. Die
Topfazalee gehört zu den Rhododendrongewächsen und
besitzt wie im Garten gepflanzten Ziersträucher, Giftstoffe in
Blüten und Blättern.
Symptome: Zunächst wässriger Augen- und Nasenfluss, Brennen auf den
Schleimhäuten, Erbrechen und Durchfall. Im weiteren Verlauf kommt es zu
Blutdruckabfall, Bewegungsstörungen, Krämpfen, Lähmungen und schließlich zu
Herzversagen.
Avocado
Über 135 verschiedene Avocado-Arten kennt man, die überall in den Tropen, am
häufigsten aber in Nord- und Südamerika wachsen. Dort werden sie als Bäume bis
zu 20 m hoch. Ihre breiten Kronen tragen das ganze Jahr über grüne, glatte, ovale
Blätter. Die Blüten sind gelbgrün, sitzen ganz oben an den Spitzen der Zweige und
duften betörend.
Während für den Menschen das Fruchtfleisch eine
Delikatesse darstellt, ist es für die Tiere tödlich, ebenso
wie der Fruchtkern. Man sollte den
Avocadokern keinesfalls als Sepia-Ersatz
in Vogelkäfige hängen!
Das bedeutet für Sittiche und Co. den Tod.
Birkenfeigen
Die verschiedenen Gummibaum-Arten
(Ficus-Benjamini-Arten) kommen weltweit
vor, insbesondere in warmen, trockenen Gegenden.
In unseren Breiten sind sie als Zimmerpflanzen weit
verbreitet. Allen Ficus-Arten gemeinsam sind die
ganzrandigen, wechselständigen Blätter und der darin
enthaltene Milchsaft. Die Blüten sind sehr
charakteristisch, da sie im Inneren einer birnenförmigen, fleischigen
Scheinfrucht angelegt sind.
Alle Pflanzenteile sind giftig. Im Milchsaft der Blätter (aller Ficus-Arten),
befinden sich, Harz, Kautschuk, Wachse, Cupmarine und
Chloerogensäure in unterschiedlichen Anteilen und Konzentrationen. In
der Rinde wurde Gerbsäure nachgewiesen.
Symptome: Verzehr von Blattteilen und Luftwurzeln führt zu Würgen,
Erbrechen, Bauchschmerzen. Milchsaft verursacht zusammen mit
Sonnenlicht auf der Haut irritative und bullöse Reaktionen ((Photo –
Kontaktdermatitis).
Bittersüß
Solanum dulcamara, Bittersüßer Nachtschatten.
Diese giftige, manchmal kletternde, winterharte Pflanze stammt aus Europa und
Asien, in Nordamerika ist sie eingebürgert. Sie kann
4,5 m hoch werden; ihre Blätter können ungeteilt oder
tief gelappt sein. Die Blüten
sind hellviolett bis blau, die
leuchtendroten Früchte oval
oder kugelig.
Die ganze Pflanze mit den
Beeren ist giftig, der Giftgehalt
(ein Alkaloid) nimmt mit der Reife ab, reife Beeren sind
praktisch ungiftig.
Symptome: Schleimhautreizung, nach Resorption Hämolyse,
zentrale Erregung gefolgt von Lähmung, Steigerung des Uterustonus,
Nierenschädigung bei der Ausscheidung, Atemlähmung.
Buchsbaum
Als Gartenpflanze hatte Buchsbaum schon immer einen guten Ruf.
Seit einiger Zeit sieht man ihn aber auch immer häufiger in
großen Kübeln auf der Terrasse, im Balkon kasten
oder sogar im Blumentopf. Buchsbaum gehört in
den Schloßgärten des Barocks und Rokoko
sozusagen zum festen Bestand. Dort fand man ihn
als schmale Hecke, aber auch als kunstvoll
geschnittene Figur. Vor allem in Holland und
Belgien sieht man noch heute Buchsbaum-Kugeln,
Pyramiden, Buchsbaum-Ornamente und Tiere.
Bei uns ist er ein wenig in Vergessenheit geraten. Seit kurzem
allerdings erlebt er eine Renaissance.
Symptome: Neben Erbrechen kommt es zu Durchfall, Krampfanfällen, Kolik und
Lähmungen.
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Christusdorn
Etwa 150 Jahre ist es her, dass der Christusdorn nach Europa kam. Seine Heimat ist
Madagaskar, wo man ganze Dornenbuschsteppen findet. Als Zimmerpflanze kennt
man bei uns nur eine Art. Euphorbia milii.
Jesu Dornenkrone
Früher glaubte man, dass die langen, dornenbesetzten Triebe genommen wurden,
für die Dornenkrone Jesu. Stimmt aber nicht. Trotzdem hat sie ihren Namen
„Christusdorn“ behalten
Der Christusdorn gehört zur
Familie der Wolfsmilchgewächse.
Darunter findet man die
unterschiedlichsten Pflanzen. Allen
gemeinsam aber ist der giftige Saft,
den sie in ihren Trieben haben.
Symptome: Schwere
Schleimhautreizung, Erbrechen, Durchfall, Darmkrämpfe, auch
vorübergehende Blindheit ist möglich.
Clematis
Diese robuste Art aus dem Himalaja wird 10 m hoch. Im Spätfrühjahr bildet sie
Gruppen süßlich riechender, weißer bis hellrosa Blüten mit gelben Staubbeuteln.
Symptome: Reizung der
Schleimhaut von Maul und
Verdauungstrakt sowie
Nierenschäden durch die
Ausscheidung der Giftstoffe.
Dieffenbachia
Ihren Namen bekam die Dieffenbachia nach dem Obergärtner des Botanischen
Gartens in Wien. J.Dieffenbach – sozusagen als Ehrung für verdienstvolle Jahre. Sie
stammt aus dem tropischen Mittel- und Südamerika, vor allem aus Brasilien und den
Regenwäldern Kolumbiens. Dort kennt man etwa 30 verschiedene Arten.
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Als Zimmerpflanze ist sie fast ideal bis auf ihren giftigen Saft.
Wenn Sie Kinder oder Haustiere haben, sollten Sie deshalb
lieber darauf verzichten. Wenn Sie die Pflanze
zurückschneiden, Blätter abbrechen oder ähnliches tun,
immer Handschuhe tragen. Auf der Haut verursacht der Saft
Ausschläge; kommt er mit der Zunge in Berührung, schwillt
diese unförmig an.
Dieffenbachien enthalten sogenannte Schießzellen, in denen
ein Viertel Millimeter lange Nadeln gebündelt sind. Kaut ein
Tier an den mit Schießzellen gefüllten Blättern, werden die
Nadeln in die Schleimhäute von Mund und Rachen
geschleudert. Die Blätter bleiben
förmlich im Hals stecken. Im 17. Jahrhundert hieß die
Dieffenbachia deshalb auch „Schweigrohr“, da Sklaven auf
den westindischen Inseln, die Lärm gemacht hatten,
gezwungen worden waren, ihre Blätter zu kauen.
Symptome: Schleimhautreizung, Speicheln, Schweratmigkeit,
Erbrechen, Durchfall, eventuell Herzrhythmusstörungen,
Koma.
Efeu
Hedera helix, der gemeine Efeu ist in Europa und Vorder- asien in Wäldern, vor allem
auf kalkreichen Boden heimisch. Er ist ein kriechender Strauch oder klettert mit
Haftwurzeln bis zu 30 Meter hoch. Efeu kann etwa 500 Jahre alt werden und fast
einen Meter Stammumfang erreichen. Durch Züchtung sind viele Sorten, vor allem
als Zimmerpflanze entstanden.
Die ganze Pflanze ist giftig,
Besonders die Beeren können tödliche
Vergiftungen hervorrufen. Neben einer
Schleimhautreizung und starkem Speicheln
treten als Vergiftungssymptome auf:
Teilnahmslosigkeit,Temperaturerhöhung,
Nervosität und Zittern. Schließlich versagen
Leber und Niere. Die wiederholte
Aufnahme geringer Mengen summiert sich im Laufe der Zeit in
ihrer Schadwirkung, so dass sich die Erkrankung über Monate hinausziehen kann.
Eibe
Die Eibe (Taxus baccata) finden wir oft in Parks oder Gärten angepflanzt, meistens in
der Säulenzuchtform. Die Nadeln sind relativ breit, weich und zweizeilig an den
Zweigen angeordnet. Bis auf das Fleisch der roten, schleimigen Früchte sind alle
Teile der Pflanze stark giftig. Das Holz ist sehr zäh und eignet sich zum Bau von
Indianerbögen
12
.
Stark giftige Stoffe sind besonders in den Nadeln aber auch in den anderen
Pflanzenteilen enthalten.
Symptome: Bei kleineren Mengen kommt es zu Entzündungen der Magen-,
Darmschleimhaut sowie von Nieren und Blase. Bei größeren Mengen entsteht sehr
rasch eine Herz-, und Atemlähmung, die zum Tod führt.
Eisenhut
Wegen des stark toxischen
Pflanzensaftes vieler Arten ist diese
Gattung, die aus über 100 mehrjährigen
Arten besteht und über die gemäßigten
Zonen der nördlichen Hemisphäre
verbreitet ist, schon seit der
Antike berüchtigt. In sorgfältiger
Dosierung wird das Gift auch medizinisch eingesetzt. Die
Pflanze selbst ist an ihren Blüten
zu erkennen. Die Farbe ist Dunkelblau- oder Purpurblau. Er wird sehr
leicht mit dem Rittersporn verwechselt.
Die ganze Pflanze ist giftig. Der Inhaltsstoff ist das Alkaloid Aconitin.
Schon bei Einnahme weniger Gramm Pflanzenmaterial sind
lebensbedrohliche Symptome zu erwarten. Mit Blüten spielende Kinder
sind bereits gefährdet. (Giftaufnahme über Haut und Schleimhaut) .
Symptome nach 10-20 min.: Brennen und Kribbeln im Mund, anschließend Ausbreitung über die ganze Haut bis zur völligen
Gefühllosigkeit, schweres Erbrechen, kolikartiger Durchfall,
Sehstörungen, Lähmungen der Muskulatur, starke Schmerzen,
Wesensveränderungen, Kollaps, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung.
Fingerhut
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Die 22 zwei- und mehrjährigen Arten, einige von ihnen sind immergrün,
stammen aus Europa, Nordafrika und Westasien. Der rote Fingerhut
(Digitalis purpurea) ist bei uns wohl der
bekannteste Vertreter, jedoch kurzlebig, Eine
frostharte, aufrechte Pflanze von 1 – 1,5 m Höhe
und etwa 60 cm Breite. Die Blüten sind
Purpurrot, rosa, rosarot, weiß oder auch hellgelb.
Die tiefgrünen, rauen, ovalen Blätter bilden eine
Rosette.
Alle Teile der Pflanzen sind giftig, besonders die Stängel und Blätter schmecken sehr
bitter.
Symptome:
Bereits im Frühstadium Übelkeit und Erbrechen, Durchfall; schwere
Herzrhythmusstörungen, zentralnervöse- und Sehstörungen,
Delirium tremens und Halluzinationen.
Goldregen
Dieser Hülsenfrüchtler umfaßt nur zwei
Arten. Die kleinen Laubbäume sind in Europa
Westasien heimisch. Die Blätter setzen sich
aus drei Fiederblättern zusammen, größer
und dünner als die anderen Ginsterarten.
Aus den großen, hellgelben, erbsenartigen
Blüten, die in dichten Trauben von den
Zweigen herabhängen, entwickeln sich braune
Hülsen.
Alle Teile des Baumes sind sehr giftig und sollten deshalb nur mit
Handschuhen
angefasst werden.
Symptome:
Nach 30-60 Minuten treten örtliche Reizungen (Maul), MagenDarmkrämpfe, Durst, Erregungszustände, Muskelkrämpfe
dann Lähmungen und Tod durch Kreislaufkollaps und Atemlähmung
auf. Bei Welpen kann schon das Tragen eines Astes oder kürzeres
Knabbern zu Vergiftungserscheinungen führen.
Herbstzeitlose
Wenn andere Pflanzen sich im späten September zur Wintherruhe begeben, erwacht
die Herbstzeitlose zum Leben. Aus der Zwiebel schieben sich violettblaue
Blütenkelche – aber ganz ohne Blätter. Blätter lassen sich im Herbst keine sehen.
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Sie entwickeln sich erst im folgenden Frühjahr, zusammen mit den Früchten. Im
Frühsommer verschwinden die Blätter wieder.
Die Heimat der Herbstzeitlosen ist Europa und Nordafrika.
Es gibt übrigens mehrere Arten, auch
solche mit tulpenähnlichen Blüten und
Frühjahrsblüher.
Alle Arten sind extrem giftig.
Besonders die Samenstände enthalten
den Giftstoff Colchizin.
Die Symptome sind:
Nach 2 bis 6 Stunden, oft auch länger, schweres Erbrechen und massive Durchfälle,
die zum Schock führen können.
Des Weiteren Lähmungen und Herz-Kreislaufversagen.
Hortensie
Hortensien wachsen an chinesischen und japanischen Flüssen.
Die Heimat der Hortensien ist Asien. In Europa kann sie schon Jubiläum feiern. 1789
trafen die ersten Pflanzen aus Japan in England ein. Bis sie aber auf dem Festland
heimisch wurden, dauerte es noch einmal hundert Jahre.
Der lateinische Name „Hydrangea“ bebedeutet „viel
Wasser“. Poetischer ist die
Herkunft des Namens
„Hortensie“. Diesen Namen trug
die Freundin des französischen
Botanikers Philbert Commerson,
der als erster die Pflanze
beschrieb. Die ganze Pflanze ist
giftig.
Symptome: Atemnot und auch blutiger Durchfall.
Immergrün
Die immergrüne Vinca major hat schöne grüne Blätter und
beliebte blaue Blüten. Sie stammt aus Kleinasien und kommt
auch im Mittelmeerraum häufig vor.
Das bedeutet, dass es sich um eine robuste Pflanze handelt,
die drinnen wie draußen ohne Probleme gehalten werden kann.
Vinca ist ein lateinisches Wort
und bedeutet
„zusammenflechten“.
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Symptome: Schleimhautreizung, Erbrechen, Durchfall, Atemnot,
Krämpfe
Kakao, Schokolade
Der Kakaobaum gehört zur Gattung Theobroma, die zur Familie
der Malvengewächse gehört. Diese Gattung umfasst rund 20
Arten: immergrüne Büsche und kleine Bäume, die im Unterholz
der Regenwälder Lateinamerikas wachsen.
Obwohl der Baum bis zu 15 Meter Höhe erreichen kann, wird er
zur leichteren Ernte auf den Plantagen auf 4 Meter gestutzt. Die
Blätter können an der Blattader bis zu 35 cm messen. Kakao,
ehemals das Leibgetränk der Azteken-herrscher ist ein
weltverbreitetes Nahrungsmittel, auch in Form von
Schokolade wird es genossen. Er enthält Theobromin,
ein Alkaloid, das mit dem Koffein verwandt ist.
Theobromin ist ein stark wirksames Gift, das allerdings
aufgrund des schnellen Abbaues im menschlichen
Körper nicht zur Wirkung kommt. Hunde können Theobromin
allerdings weit langsamer abbauen als Menschen.
Symptome: Herzversagen ist die Folge. Eine Tafel
Schokolade kann einen 4kg schweren Hund töten, eine Tafel
Edelbitter genügt auch mittelgroßen Hunden um zu sterben.
Kalla
Die Zimmerkalla stammt ursprünglich aus Südafrika. Dort wächst sie in Gebieten, die
zeitweise sehr feucht und sumpfig, in der Trockenzeit jedoch beinahe steppenartig
sind.
Die Kalla ist daher gewohnt, in der Wachstumsperiode reichlich Wasser zu
bekommen. In der Ruhezeit allerdings braucht die Knolle eine beinahe ausgedörrte
Umgebung.
Blätter und Blüten verursachen eine starke Schleimhautreizung mit örtlichen
Schmerzen bis hin zu Schleimhautschwellung und Blasenbildung.
Meist verhindert der rasch
eintretende örtliche Schmerz den
weiteren Verzehr von Pflanzenteilen.
Werden tatsächlich größere Mengen
verschluckt, kann es zu einer
massiven Schädigung der
Magenschleimhaut kommen.
Symptome: Nach Verzehr von
Blättern oder Wurzeln treten Würgen,
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Erbrechen, Heiserkeit, Husten, Speichelfluss und Durchfall auf. In einzelnen Fällen
werden Krampfanfälle beschrieben.
Kartoffel
Heimat Südamerika. In fast allen Ländern der Welt kultiviert. Bis zu einem Meter
hohes krautiges Nachtschattengewächs mit gefiederten Blättern. Die Blüten (Juni bis
August) sind in gestielten Wickeln, fünfeckig, weißlich bis blauviolett. Die
unterirdischen Früchte (August bis September) sind
gelbgrünlich, kugelig, mit zahlreichen Samen.
Alle Teile sind, ungekocht, giftig. Die Giftigkeit nimmt in
folgender Reihenfolge ab: Keime, Blüten, Früchte, Blätter,
Kartoffelknolle. Das Gift zersetzt sich im Kochwasser.
Symptome: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und eventuell Durchfall, in
selteneren Fällen zu Apathie, Benommenheit, Atemstörungen und Krampfanfällen.
Korallenkirsche, Korallenstrauch, Korallenbäumchen
Der Korallenstrauch ist eine der zahlreichen
Solanum-Arten aus der weltweit verbreiteten
Familien der Nachtschattengewächse. Seine orangeroten Früchte sind
ungenießbar, sehen aber hübsch aus.
Die Heimat des Korallenstrauchs ist
Südamerika und wird auch Korallenkirsche
genannt. Fälschlicherweise sagt man auch
„Apfelsinenbäumchen“.
Die Korallen gehören zu den – teilweisen – giftigen
Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln,Tomaten,Auberginen und
Paprika, aber auch so hochgiftigen Pflanzen wie Stechapfel und
Tollkirsche. Im grünen Zustand sind seine Beeren giftig; bei den
reifen, orangeroten ist man nicht ganz sicher.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Kolik, Leibschmerzen, Pupillenerweiterung,
Schläfrigkeit
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Lilie
Die Lilie gehört zu den edelsten, aber
auch zu den haltbarsten Schnittblumen.
Viele Pflanzen werden als Lilien
bezeichnet und damit zur Familie der
Liliengewächse oder einer eng mit dieser
verwandten Familie gerechnet. Genau
betrachtet bedeutet dieses Wort jedoch, dass die Pflanze ein Mietglied der aus etwa
100 Arten von Zwiebelpflanzen bestehenden Gattung Lilium ist, die in den
gemäßigten Klimazonen Eurasiens und Nordamerika, und zwar vorwiegend in China
und dem Himalaja beheimatet sind. Alle Arten wachsen aus
unterirdischen Zwiebeln, die aus fleischigen Schuppen
bestehen.
Die ganze Pflanze ist giftig.
Symptome: Die Wirkung besteht in akutem Nierenversagen,
Vorsicht bei Katzen!
Lorbeer
Der aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Strauch spielt
in der Mythologie des Altertums eine große Rolle, zur Hehrstellung
von Lorbeerkränzen, mit denen man die Sieger schmückte. Wegen
seiner Robustheit und Pflegeleichtigkeit ist er weit verbreitet. Früchte
sind langfristig nur dann zu erwarten, wenn man mindestens eine
weibliche und eine männliche Pflanze besitzt.
(Laurus nobilis)
Symptome: Augen- und Nasenfluß, Erbrechen, Ataxie, Blutdruckabfall,
Krämpfe, Lähmungen
Maiglöckchen
Maiglöckchen gehören zu den anmutigsten Blumen des frühen
Sommers, wenn der Laubwald zu grünen beginnt. Der botanische
Name Convallaria bedeutet: „Lilie des Tages“. Nach
der Legende wurde die Pflanze am
Auferstehungstag erschaffen, als Maria zum Grab
Christi kam, um den Leichnam zu Salben. Dabei
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liefen Tränen über ihr Gesicht. Und dort, wo sie zu Boden fielen, kamen
Maiglöckchen hervor.
Duftend – und giftig. Das Maiglöckchen ist eine mehrjährige Pflanze. Die weißen,
glockenförmigen Blüten kommen verbreiten einen wunderbaren Duft. Im Laufe des
Sommers entwickeln sich rote Beeren, die wie alle anderen Pflanzenteile stark giftig
sind.
Wildtiere meiden diese Pflanze instinktiv. Domestizierten Tieren fehlt dieser
Warnmechanismus oft, was zu Todesfällen führt. Das Maiglöckchen besitzt ein
hochwirksames Herzgift: Digitalis.
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ataxie, Verwirrtheit,
Herzrhythmusstörungen, endet mit
Kollaps und Tod.
Philodendron
Diese Gattung besteht aus bis zu 500 Arten
und schließt
Zimmerpflanzen ebenso ein wie Sträucher
und kleine
Bäume. Sie stammen aus den tropischen
Regionen Amerikas
sowie von den Karibischen Inseln und sind
zumeist
immergrüne Kletter- und Kriechpflanzen mit
Luftwurzeln; einige sind eher zierlich, andere groß und stattlich.
Die Pflanzen sind wegen ihrer üppigen, oft bizarr geformten
oder tiefgelappten Blätter bekannt, die meist einheitlich grün,
manchmal aber auch weiß, rosa oder rot gezeichnet sind. Die
blattlosen Blüten sind eher unauffällig. Alle Teile der Pflanze sind giftig.
Symptome:
Schleimhautreizung, Entzündung
und Schwellung im Rachenbereich,
Zittern, Leber- und Nierenversagen, Apathie
Primel
Kaum eine andere Topfpflanze blüht im
Wohnzimmer so willig und problemlos wie die
Becherprimel. Dieses mehrjährige tropische Staudengewächs kam vor ungefähr
100 Jahren nach Europa. Durch ständiges Veredeln
wurden die Blüten immer größer und
farbenprächtiger.
Im Volksmund heißt diese Pflanze auch
„Ekzemprimel“ oder „Juckprimel“ oder „Giftprimel“. Aus gutem Grund: Einige
Menschen reagieren mit allergischem Hautausschlag. Der Grund dafür sind zwei
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verschiedene Arten von Haaren an den Primelblättern: die langen spitzen Blätter
reizen die Haut, die kürzeren Drüsenhaare enthalten den Stoff Primin, der ebenfalls
zu Irritationen führen kann.
Inhaltsstoff: Das so genannte „Primelgift“.
Symptome: Der Kontakt mit dem gelblich-grünen Sekret der
Pflanze führt zu starker Reizung und Entzündung der
Schleimhäute im Maul und Verdauungstrakt.
Rhododendron
Rhododendren gibt es in fast allen Ländern der Erde.
Manche wachsen in arktischen Gebieten, andere fühlen
sich in tropischen Regenwäldern zuhause. So lassen sich
auch bei uns für jeden gewünschten Zweck einige Sorten
finden. Für den Wintergarten, als Kübelpflanze, eignen sich
vor allem solche, die nicht ganz winterhart sein sollen.
Symptome: Neben Reizerscheinungen
auf Schleimhäuten äußert sich eine
Vergiftung durch Erregungs- und
Lähmungserscheinungen.
Riesenbärenklau
Der botanische Name Heracleum stammt von Heracleon,
dem alt griechischen Namen für diese Pflanze, die nach
dem Helden Herkules benannt wurde. In Eurasien und
Nordamerika kommen 60 bis 70 Arten dieser krautigen
zwei- und mehrjährigen Pflanzen vor. Die großen Blätter
sind zusammengesetzt und die
Doldenblüten blühen weiß- oder
rötlich, grünlich- oder gelblich. Er
zeigt eine eindrucksvolle Erscheinungsform und wird als
gefährliches Unkraut angesehen.
Symptome: Kontakt mit der Pflanze kann zu schwerer
Hautrötung in Verbindung mit Lichtempfindlichkeit
der Haut führen. Zuerst brennende und juckende Rötung,
Ödeme. Nach ca.
20-48 h scharfe begrenzte Entzündung der Haut mit Juckreiz,
Rötung, Blasenbildung. Die Hautveränderungen heilen langsam
ab (1-2 Wochen) und können eine narbenähnliche
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Hyperpigmentierung hinterlassen. „Wiesengräserdermatitis“ bis zur Blasenbildung
durch phototoxische Wirkung.
Seidelbast
Mit 50 Arten ist diese Gattung in Europa, Nordafrika
und dem gemäßigten Asien heimisch. Einige sind
immergrün, andere sommergrün. Sie besitzen
ungeteilte, derbe Blätter und kleine, stark duftende
Blüten in Blütenständen an den Triebspitzen oder in
Blattachseln. Kelch- und Blütenblätter sind
oberflächlich nicht zu unterscheiden. Sie sind
charak- teristisch zugespitzt, zurückgebogen und
ziemlich fleischig und immer zu viert. Die meisten Seidelbastarten kommen in den
Bergen auf steinigem, kalkigem Untergrund vor.
Alle Pflanzenteile mit Ausnahme des Fruchtfleisches sind giftig.
Inhaltsstoff: Diterpene. In den Samen befinden sich Metzerein in der
Rinde Daphnetoxin. Die Gifte werden nur aus zer- bissenen Samen
freigesetzt.
Symptome: Die Krankheitszeichen treten in der Regel nach
5 Minuten auf. Nach Verzehr zerbissener Samen kommt es zu Brennen,
Schwellung, Blasenbildung und Rötung im Bereich des Mundes. Ebenso findet man
vermehrten Speichelfluß oder Mundtrockenheit mit Durstgefühl,
Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann zu
Bewusstseinsstörungen und Krämpfen, auch zu Herz- und Kreislaufstörungen
kommen.
Nadelhölzer
Die Weißtanne (Abies alba) ist in Mittelgebirgswäldern, wie dem
Schwarzwald heimisch und wird inzwischen wieder mehr
angepflanzt. Die Zweige sind mit Nadeln bestanden, die auf der
Oberseite grünglänzend und auf der Unterseite weißlich aussehen.
Die Fichte (Picea abies) ist der „Brotbaum“
Der Waldbesitzer, weil sie besonders schnell wächst.
Die Nadeln sind um den Trieb herum angeordnet.
Eine Fichtenart
ist die Sitka- od. Stachelfichte (wegen ihrer stacheligen Nadeln), deren
blaue Form auch „Edeltanne“ genannt wird.
Nadelhölzer bzw. Aufnahme von Wasser, das mit Nadeln in Berührung
war, ist giftig.
Symptome: Bei kleineren Mengen Gift kommt es zu Entzündungen der
Magen-, Darmschleimhaut sowie von Nieren und Blasen. Bei größeren Mengen
entsteht sehr rasch eine Herz-, und Atemlähmung, die zum Tod führt.
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Nachtschatten schwarz (Blauer Kartoffelbaum)
Ursprünglich wohl in Süd-Europa beheimatet, heute ist er
Kosmopolit. In Unkrautgesellschaften, Hackkulturen
(Gemüsegärten, Kartoffelfeldern usw.) und an Wegrändern auf
frischem, nährstoffreichem, tonigem oder sandigem
Lehmboden. Die Blätter sind saftig. Die Früchte sind schwarz;
die Beeren haben einen schleimig – säuerlichen Geschmack.
Alle Pflanzenteile enthalten Gift
(Saponine, Solanine).
Die reifen Früchte sind nur gering giftig.
Symptome:Es kommt zu weiten Pupillen, Mundtrockenheit,
Schweratmigkeit, dann zu Herzrasen, Darmverschluss,
Harnverhalten, zentrale Erregung, später Lähmung, und evtl.
nur Gastroenteritis.
Nachtschattengewächse sind A L L E tödlich giftig!!!
Oleander
Diese kleine Gattung besteht aus ein oder zwei Arten immergrüner
Sträucher, die vom Mittelmeergebiet bis nach Indien vorkommen. Sie
tragen leuchtende Blüten mit fünf breiten Blütenblättern. Die
Samenhülsen sind bohnenartig und
enthalten Samen mit fedrigen
Flughaaren. Die Blätter sind schmallanzettlicht und ledrig. In Kultur sind
meist Sorten von Nerium Oleander.
Alle Oleanderarten sind giftig und schmecken so bitter,
dass sie nicht einmal von Ziegen gefressen werden.
Symptome: Schleimhautreizung, Erbrechen,
Abdominalschmerz, Herzrhythmusstörungen, Ataxie,
Kollaps, Schock und Tod.
Thuja
Fünf Arten gehören zu dieser
kleinen Koniferengattung
(Lebensbaum) aus den kühlgemäßigten,
niederschlagsreichen Regionen
Nordostasiens oder Nordamerikas
Einige von ihnen sind wertvolle
Holzlieferanten. Die Sträucher
oder Säulen- bis pyramidenförmigen Bäume mit aufrechten,
geraden Stämmen
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und tief gefurchter, faseriger Rinde haben schuppenartige, oft abgeflachte Blätter; die
eiförmigen, zunächst grünen, später braunen Zapfen setzen sich aus überlappenden
Schuppen zusammen und sind für die oft großen Bäume erstaunlich klein (höchstens
1 cm lang).
Inhaltsstoff: Thujon
Symptome: Nach Verzehr von Holz, Zapfen und vor allem Zweigspitzen
kann es neben Schleimhautreizungen, zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit,
Brechreiz, Blähungen und Durchfall kommen. In seltenen Fällen wurden Leber- und
Nierenschäden sowie Krampfanfälle beobachtet. Auch über Todesfälle wird berichtet.
Nach Hautkontakt kann es zu Rötung und Juckreiz im Sinne einer allergischen
Reaktion kommen.
Weihnachtsstern
Euphorbia pulcherrima ist während
der Advents- und Weihnachtszeit
wohl die beliebteste Topfpflanze.
Sie stammt aus Mexiko, wo sie
krautartig wächst und einige Meter
hoch werden kann. In Kultur wird
sie unter Verwendung wachstumshemmender Mittel gezüchtet und
dadurch wesentlich kleiner.
Nach dem Verblühen trennt man sich am besten von der
Pflanze, da sie nur einjährig ist und nur selten ein zweites mal
blüht. Der Weihnachtsstern gehört zu den
Wolfsmilchgewächsen. Sein Milchsaft kann Hautreizungen
verursachen. Vorsicht beim Schneiden von Stecklingen.
Alle Organe der Pflanze, insbesondere der Milchsaft sind
giftig.
Symptome: Der Milchsaft führt zu Reizerscheinungen an Haut und Schleim häuten, er
kann auch allergische Reaktionen hervorrufen. Nach Verzehr von Blättern ist mit
Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz zu rechnen. Es kann zu Schläfrigkeit und
Benommenheit kommen. Bei Kleintieren sind vereinzelt schwerwiegende Verläufe beschrieben.
Yuccapalme
Die (Palmlilie) ist eine stattliche Pflanze mit vielen schmalen,
harten Blättern, die in einer steifen Spitze auslaufen. Die
weißen Blüten sitzen an weit über die Blätter hinausragenden
Blütenständen. Als Zimmer pflanze kommt sie nur selten
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zum Blühen. Der Deutsche Name täuscht: Die Gattung Yucca aus Nord- und
Mittelamerika gehört nicht zu den Lilien-, sondern zu den Agavengewächsen. Die
Arten, die bei uns als Topf- und Kübelpflanzen gedeihen, bilden schuppige Stämme,
an denen die langen, schmalen Blätter
ähnlich wie bei Palmen
in üppigen Schöpfen zusammensitzen.
Nehmen Sie sich in acht:
sie sticht.
Katzen knabbern gerne an den Blättern
dieser Pflanze, was aber
tunlichst vermieden werden sollte, ist sie
doch voll mit Saponinen,
die eine schwere Reizung der
Schleimhaut bewirken.
Küchenzwiebel
Die Zwiebel ist eine uralte KulturPflanze. Mit anderen Lauch-Arten
wurde sie schon im alten Ägypten
angebaut. Die Deutschen lernten
die Zwiebel aus Italien kennen, wie
auch ihre Benennung (ital. Cipolla,
aus dem spätlateinischen caepula,
dem Verkleinerungswort von ceapa)
beweist.
Frißt ein fünf Kilogramm schwerer
Hund – etwa ein Malteser – eine
Zwiebel durchschnittlicher Größe,
setzt eine lebensgefährliche
Hämolyse ein. Das heißt, seine roten
Blutkörperchen beginnen zu platzen.
Ausgelöst wird dieser Prozess durch
Schwefelverbindungen (Disulfide), welche verhindern,
dass der Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff
transportiert.
Warum Zwiebel für den menschlichen Organismus nicht letal ist, konnte bisher noch
nicht ausreichend erforscht werden. Man nimmt jedoch an, dass schützende
Moleküle wie Katalase oder Glutathion dafür verantwortlich sind.
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