02_Kapitel 2.b - Sinnesorgane

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Sinnesorgane
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Sinnesorgane
Sinnesorgane
Mit unseren Sinnen stellen wir den Kontakt zur Umwelt her, erkennen und bewerten Situationen und
Gefahren (Kommunikation und Analyse),
nehmen Eindrücke und Erkenntnisse auf (Information) und registrieren Empfindungen . Durch die
Sinnesorgane nehmen wir Eindrücke wahr , die uns aber erst im Gehirn bewusst werden . All das erfolgt
durch Verarbeitung von physikalischen und chemischen Reizen, die durch spezielle Rezeptoren empfunden
und umgewandelt werden ,damit sie als Nervenimpuls über die Nervenbahnen und Hirnnerven zum
Zentralnervensystem weitergeleitet werden können.
Zu den Sinnesorganen zählen:
Augen als Sehorgane
Nase als Riechorgan
Ohren als Hörorgane(zusammen mit dem Gleichgewichtsorgan)
Haut als Tast- und Fühlorgan incl. Muskel -und Sehnenspindeln
Zunge als Geschmacksorgan
Sinnesorgane sind auf adäquate, paßfähige Reize eingestellt. Das Auge empfindet eletromagnetische
Wellen bestimmter Frequenz als Reiz. Andere Wellen(Magnetfelder, Röngtenstrahlen , radioaktive Strahlen
etc.) werden nicht registriert, obwohl diese objektiv vorhanden sind. Unsere Sinnesorgane spiegeln also nur
"ihre" Welt wieder .Das bedeutet ,daß z.B .die (subjektive )Wirklichkeit eines Farbenblinden anders ist als
die eines nicht Farbenblinden . Wievielmehr wird sich daher die subjektiv als wirklich erlebte Welt eines
Mehrfachbehinderten von der eines Gesunden unterscheiden.....
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Sinneseindrücke sind subjektive Wahrnehmungen objektiver Erscheinungen.
Unsere Sinnesorgane spiegeln also nur "ihre" Welt wieder
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Escher…
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Das Auge
Schutzapparat –Augenbrauen Wimpern Lider
Lider offen
Unterer Bindehautsack
Lidschluß
Subtarsale(Blick unter das Augenlid)Ansicht
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Augenhöhle
Die knöcherne Augenhöhle schützt den in Fett eingepolsterten Augapfel
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(Mimische) Augenmuskulatur
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Der Augenbrauenheber (Musculus frontalis), auch
Stirnmuskel oder Kopfhaubenmuskel genannt, liegt
in ganzer Breite auf der Stirn bis hin zum
Haaransatz.
Der Augenlidsenker (Musculus corrugator supercilii)
kann die gesichtsmittige Seite der Augenbrauen
nach unten ziehen und sorgt so für das
Stirnrunzeln.
Der Augenlidheber (Musculus levator palpebrae
superioris) ist ein kurzer Muskel, der bei erstaunter
Mimik eine Rolle spielt.
Der Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi)
umschließt jeweils ein Auge. Er sorgt für das
Schließen der Augenlider und ist somit für das
Blinzeln verantwortlich.
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Augenmuskel
Die äußere Augenmuskulatur ist für die Bewegung des Auges verantwortlich. Beim Mensch unterscheidet man 4 gerade
und 2 schräge äußere Augenmuskeln. Durch ihr komplexes Zusammenspiel führen die äußeren Augenmuskeln sämtliche
Drehbewegungen der Augen in alle Richtungen aus. Sie sorgen dabei dafür, dass sich die Stellung der Augen zueinander
in einer stabilen Beziehung befindet.
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Strabismus/Schielen
Augenmuskelgleichgewichtsstörung
Therapie:
Brillenkorrektur
Okklusionsbehandlung
Orthoptik
Schieloperation
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Arterielle Versorgung des Auges
Die Retina selbst hat keine Blutgefäße
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Tränen-gang
Die Träne ist eine salzige Körperflüssigkeit, die die Tränendrüsen ständig absondern. Sie dient der Reinigung des
Bindehautsacks und der Befeuchtung und Ernährung der Hornhaut. Außerdem verbessert sie die optischen
Eigenschaften der Hornhautoberfläche, indem sie die physiologischen Unregelmäßigkeiten ausgleicht
Tränengang
Nasenmuschel
Der Schirmer-Test ermöglicht in der ärztlichen Praxis eine Einschätzung des Tränenflusses. Hierbei wird ein 5mm breiter und 35mm
langer Streifen eines bestimmten Papiersorte mit 5mm in den Bindehautsack gehängt. Normalerweise lässt sich nach 5 Minuten eine
15mm lange Befeuchtungszone nachweisen. Ein Wert kleiner als 5mm ist pathologisch.
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Anatomie Auge
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Auge
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• Sehorgan:
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Das Auge liegt im Fett der Augenhöhle. Zum Sehorgan gehören der Augapfel,der Sehnerv, die äußeren Augenmuskeln, die Augenlider,
die Bindehaut,die Tränendrüse samt ableitenden Tränenwegen, dazu der Schutzapparat mit Augenbrauen(Schütz vor Stirnschweiß),
Lider und Wimpern(schützen vor Fremdkörpern). Der Augapfel besteht aus drei Schichten: die äußere Schicht besteht aus der
undurchsichtigen, dicken, weißen Lederhaut(Sklera = das Weiße im Auge), die ihm Festigkeit verleiht. Die Sklera hat vorne eine
kreisrunde Öffnung,wo die
durchsichtige nach vorne gewölbte Hornhaut(Cornea) liegt. Die mittlere Schicht, die Gefäßhaut enthält viele Blutgefäße zur Ernährung,
dazu gehören Aderhaut, Strahlenkörper (Nah-Ferneinstellung =Akkomodation), und Iris = Regenbogenhaut(Blende für Hell-und
Dunkeleinstellung ,das nennt man Adaption).Ihr Gehalt an Pigmentzellen bestimmt die Augenfarbe.
Die innere Schicht = Netzhaut selbst besteht aus einer großen Zahl feinster Nervenenden des Sehnervs, den Stäbchen und Zapfen, die
höchst licht-und farbempfindlich sind. Die Stäbchen dienen dem Schwarzweißsehen, die Zapfen zudem dem Farb - und Formsehen. Von
Bedeutung ist die Beurteilung des Augenhintergrundes (Fundus) bei verschiedenen Erkrankungen. (Diabetes, Hypertonus, Hirntumor.
etc.)
Fällt Licht auf das Auge, so durchläuft es zuerst die brechenden Medien, das sind Hornhaut, Augenkammer ,Linse und Glaskörper und
trifft dann auf die Retina(Netzhaut). In der Netzhaut erfolgt die Umwandlung (Transformation) der Lichtreize in elektrische Erregungen.
Von den Stäbchen und Zapfen werden die optischen Reize über den Nervus opticus (den Sehnerv) dem Gehirn zugeleitet. Das Entwerfen
eines Bildes auf der Netzhaut und seine Umformung in Nervenaktionsströme bilden erst einen kleinen Teil des Sehens im eigentlichen
Sinne.
Was über den Sehnerv zum Gehirn geleitet wird , ist gewissermaßen nur der Rohstoff, der bis zum Vorliegen des Endprodukts, des
Bildes der Umwelt als Ganzes, einer vielfältigen Bearbeitung unterzogen wird. Dabei werden Gegenstände ausgeglichen oder Kontraste
überhöht . Stets wird aus der Erfahrung ergänzt; Auch die Meldungen anderer Sinnesorgane werden mitverarbeitet . Das Visuelle spielt i
eine bedeutende Rolle beim Menschen ,bis 80% des Gehirns sind direkt oder indirekt mit der Funktion der bildlichen Vorstellung der Welt
beschäftigt. „was ich sehe ,das glaub ich „ und umgkehrt ist ein Glaubenssatz.Mann spring aus dem Fenster…Bild springt nach…
Unser Gehirn schafft es ein laufendes Bild von allem, was wir mit dem Auge wahrnehmen, wiederzugeben und uns meist auch die
richtigen Interpretationen zum Gesehenen zu liefern. Wir erkennen und unterscheiden zum Größe, Formen, Lage, Helligkeit, Farben,
Tiefe und Bewegung erstaunlich zuverlässig .Allerdings spielen die Sehgewohnheiten bzw. Erfahrungen für unser lernendes Gehirn eine
wichtige Rolle So kann es leicht auch zu Fehldeutungen kommen …
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Durch die Pupille zur Netzhaut..
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Augen-Sehnerv-Sehkreuzung
Stereo-Raumsehen-Schema
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Katarakt-Linsentrübung
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Augenverletzungen
Augapfelprellung
Hornhautfremdkörper
Bluterguß in Bindehaut
Lidverletzung
Blutung in vord.Augenkammer
Hornhaurtrübung
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Beispiele für Sehbeeinträchtigung
normal
Hohe Myopie
Grauer Star
Netzhautablösung
Grüner Star-Glaukom
Diabet.Retinopathie
Maculadegeneration
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Myopie
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Weitsichtigkeit Hyperopie
Im Gegensatz zu Normalsichtigen liegt der Brennpunkt bei Weitsichtigen vor der Netzhaut. Bei geringer
Ausprägung und in jungen Jahren kann das Auge die bestehende Weitsichtigkeit durch Akkommodation
(Veränderung der Linsenform zum Nah- oder Fernsehen) ausgleichen. Mit zunehmendem Alter gelingt
das nicht mehr - eine Korrektur wird nötig. Dazu verwendet man Zerstreuungslinsen.
Per Laser lassen sich Fehlsichtigkeiten bis +4 Dpt. ausgleichen.
Astigmatismus Stabsichtigkeit
Kurzsichtigkeit Myopie
Im Gegensatz zu Normalsichtigen liegt der Brennpunkt bei Kurzsichtigen vor der
Netzhaut - meist ist das Auge zu kurz gebaut oder die Brechkraft der Hornhaut zu
hoch. Zur Korrektur verwendet man Zerstreuungslinsen.
Per Laser lassen sich Kurzsichtigkeiten bis -9 Dpt, bei ausreichend dicker Hornhaut
evtl. auch bis -10 Dpt ausgleichen
.
Strabismus-Schielen
Die Hornhaut sollte normalerweise gleichmäßig gewölbt sein, was sie aber in den seltensten Fällen ist. Durch
Verkrümmungen in der Hornhaut kommt es zu unterschiedlich scharfen Abbildungen und Verzerrungen auf
der Netzhaut - ein Punkt kann z.B. zu einem Stab verzerrt werden.
Häufig besteht neben einer Fehlsichtigkeit zusätzlich eine Hornhautverkrümmung.
Der Fehler kann durch Zylindergläser korrigiert werden.
Per Laser lassen sich Fehler bis ca. 3 Dpt korrigieren
.
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Farbenblindheit-Sehtafel
Prinzipiell unterscheidet man Farbenschwachsichtigkeit und Farbenblindheit für verschiedene
Farben. Die häufigsten Farbsinnstörungen sind angeboren und erblich, häufiger bei Männern als
bei Frauen und betreffen die Farbe Grün. Durch eine Untersuchung mit Hilfe von Farbtafeln kann
man in der Regel den Farbuntüchtigen vom normal Farbsehenden gut unterscheiden. Eine
Therapie oder Prophylaxe existieren für die meisten Farbsinnstörungen nicht.
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Visusbestimmung
Leseprobentafeln für die Sehschärfenprüfung in 5 m Abstand. Buchstaben, Zahlen, E-Haken, Landolt-Ringe,
Kinderbilder.
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Lid-Schrägfalte
• Epikantus
• Down-Syndrom
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Conjunctivitis-Bindehautentzündung
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Erkrankungen des Auges unter / http://www.medizinfo.de/
Hordeolum -Gerstenkorn
Hornhautfremdkörper
HAGELKORN - CHALAZION
Hornhauttransplantation - Keratoplastik
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Louis Braille Blindenschrift
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Hör-Gleichgewichtsorgan
Mit dem Hörorgan - Aufnahme und Verarbeitung von Schallschwingungen - ist das Gleichgewichsorgan – Wahrnehmung von Stellung des
Körpers im Raum und Auslösen von Haltungs-und Stellreflexen - eng verbunden. Die Schwingungen der Luft, die das menschliche Ohr als
Schall wahrnimmt haben folg. Frequenz (16-20000 Hz).
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Aufbau des Ohrs und Funktion des Gehörs
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Außenohr
Von außen sind lediglich das äußere Ohr und der Eingang
zum Gehörgang sichtbar, Mittel- und Innenohr befinden sich
im Inneren des Kopfs. Zum äußeren Ohr zählen die
knorpelige Ohrmuschel (Aurikula) und der trichterförmige
äußere Gehörgang, der teils aus Knorpel, teils aus Knochen
besteht. Die Ohrmuschel ist bei jedem Menschen individuell
geformt. Ihre Form sorgt dafür, dass der Schall – je nachdem,
aus welcher Richtung er kommt – mit einer leichten
Verzögerung weitergeleitet wird. Auf diese Weise können wir
auseinanderhalten, ob ein Geräusch z.B. von oben oder unten
kommt. Am unteren Ende der Ohrmuschel befindet sich das
fleischige Ohrläppchen (Lobulus). Da das Ohrläppchen gut
durchblutet, aber kaum schmerzempfindlich ist, werden hier oft
einzelne Bluttropfen für Laboruntersuchungen entnommen.
Der äußere Gehörgang hat eine Länge von 2–2,5 cm und
einen Durchmesser von etwa 7 mm. Er ist mit Haut
ausgekleidet, deren Schweiß- und Talgdrüsen das
Ohrenschmalz (Zerumen) bilden. Dieses befeuchtet die
Gehörgangshaut und schützt den Gehörgang vor Wasser,
Krankheitserregern und Insekten.
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Mittelohr und Trommelfell
Das Trommelfell ist sehr dünn (gerade einmal 0,1 mm). Bei
Berührungen oder großem Druck kommt es schnell zu Verletzungen,
dafür heilt das Trommelfell meist innerhalb weniger Tage von selbst,
wenn es einmal reißt. Das Bild zeigt den so genannten Normalbefund
beim Gesunden.
Das Trommelfell, eine hauchdünne bewegliche Membran (etwa 0,8
cm2 groß), bildet die Grenze zwischen dem äußeren Ohr und dem
Mittelohr. Es verschließt das Mittelohr nach außen und schützt es vor
Schmutz, Krankheitserregern und mechanischen Schäden.
Außerdem gerät das Trommelfell durch den eintreffenden Schall in
Schwingung und leitet ihn weiter.
Im Mittelohr befindet sich die Paukenhöhle, ein mit Luft gefüllter
Hohlraum zwischen Trommelfell und Innenohr. In der Paukenhöhle
sitzt eine Kette aus drei winzigen beweglichen Gehörknöchelchen:
Hammer, Amboss und Steigbügel. Die Knöchelchen sind mit dem
Trommelfell verwachsen und übertragen dessen Schwingungen
durch das ovale Fenster an das Innenohr weiter, wo das eigentliche
Hörorgan sitzt. Die Paukenhöhle ist über die Ohrtrompete
(Eustachische Röhre, Tuba auditiva) direkt mit dem Rachen
verbunden. Mittelohr und Ohrtrompete sind wie der Rachenraum mit
einer Schleimhaut ausgekleidet. Die Ohrtrompete öffnet sich beim
Schlucken und Gähnen und sorgt für die Belüftung des Mittelohrs
und den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasen-RachenRaum (z.B. im Flugzeug). Außerdem steht die Paukenhöhle in
Verbindung mit dem Warzenfortsatz (Mastoid) des Schläfenbeins,
der hinter der Ohrmuschel im Schädelknochen liegt und mit
Schleimhaut ausgekleidete luftgefüllte Hohlräume enthält. Sie sind
hohl, um Knochenmasse und damit Gewicht zu sparen. Der
Warzenfortsatz ist von außen hinter der Ohrmuschel ertastbar.
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Aufbau des Ohrs und Funktion des Gehörs
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Innenohr
Das Innenohr liegt in einem stark verzweigten
Hohlraumsystem innerhalb des Felsenbeins, das ebenfalls
zum Schläfenbein gehört. Es wird daher auch als knöchernes
Labyrinth bezeichnet. Es besteht aus drei Abschnitten: dem
Vorhof (Vestibulum), den Bogengängen und der
Hörschnecke (Cochlea).
Im Vorhof und den drei Bogengängen sitzt das
Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan). Es dient zusammen
mit z.B. den Augen der Orientierung im Raum, der
Aufrechterhaltung von Kopf- und Körperhaltung und der
Blickstabilisierung bei Kopfbewegungen.
Die sprialförmigen Windungen der knöchernen Schnecke sind
mit einer Flüssigkeit gefüllt, der Perilymphe. Zwischen den
Windungen verläuft, durch eine hauchdünne Membran
getrennt, ein zartes Schlauchsystem, das mit Endolymphe
gefüllt ist. In ihm befindet sich das eigentliche Hörorgan
(Corti-Organ).
Die Umwandlung von Schall und Bewegung in Nervenimpulse
findet beim Hör- und beim Gleichgewichtsorgan nach
demselben Muster statt: Beide besitzen Sinneszellen, von
denen aus feine Härchen in die Flüssigkeit ragen. Sie biegen
sich bei Bewegungen der Endolymphe und wandeln so
mechanische Impulse in Nervensignale um. Diese Signale
werden von Fasern des Hör- und Gleichgewichtsnervs (VIII.
Hirnnerv, Nervus vestibulocochlearis) an das Gehirn
weitergeleitet.
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Tonwahrnehmung und Lautstärke
Schall überträgt sich wellenförmig durch Schwingungen in der
Luft. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde nennt man
die Frequenz eines Tons, sie wird in Hertz (Hz) gemessen.
Die Frequenz bestimmt die Wahrnehmung der Tonhöhe:
Schallwellen mit einer niedrigen Frequenz nehmen wir als tiefe
Töne wahr, hohe Frequenzen als hohe. Der für Menschen
hörbare Bereich des Frequenzspektrums liegt je nach Alter
zwischen 16 und 20 000 Hz, menschliche Sprache zwischen
750 und 3 000 Hz.
Neben der Frequenz ist auch der Schalldruck, das Ausmaß
der Schwingung entscheidend, er ergibt die Lautstärke und
wird in Dezibel (dB) gemessen. Bei 0 dB wird ein Geräusch
von Gesunden gerade noch wahrgenommen. Der
Schalldruckpegel wächst logarithmisch – einen Zuwachs von
10 dB empfinden wir in etwa als Verdoppelung. Zu hoher
Schalldruck erzeugt Schmerzen und Unwohlsein, die
Schmerzschwelle liegt bei ~ 125 dB. Eine hohe Lärmbelastung
führt bereits nach relativ kurzer Zeit zu bleibenden
Hörstörungen (Innenohrschwerhörigkeit).
Beim menschlichen Gehör wird der Schall sowohl über den
Gehörgang und das Mittelohr durch Luftschwingungen
(Luftleitung) als auch durch Schwingung des
Schädelknochens (Knochenleitung) an das Innenohr
weitergeleitet.
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Anatomie des Ohres
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Gehörorgan
Schallweg
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Mittelohrknochen
• Hammer Amboß Steigbügel
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Innenohr
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Innenohr-Cochlea
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Querschnitt Cortische Organ der Schnecke
Schallwellenweiterleitung
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Gleichgewicht-Hirnstamm
Das Gleichgewichtsorgan wird auch als Vestibularapparat bezeichnet. Es enthält kleine Haarsinneszellen, die auf Lageveränderungen im Raum mit Erregung reagieren.
Diese Informationen werden über den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) an das Gleichgewichtszentrum im Hirnstamm weitergegeben. Dort werden diese Reize
mit den Informationen, die über die Augen aufgenommen werden, abgeglichen und ergänzt. Ebenso erfolgt ein Abgleich mit den eingegangenen Informationen aus
dem so genannten propriozeptiven System. Damit sind alle Informationen an das Gehirn gemeint, die beispielsweise von den Rezeptoren der Muskeln, Gelenke und
Haut ausgehen und das Gehirn über die Stellung und Bewegung des eigenen Körpers im Raum informieren. Alle drei Informationsquellen nutzt das Gehirn, um die
körperliche Balance zu halten.
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Stereohören
Eine bedeutende Rolle beim Richtungshören spielen Verarbeitungsprozesse in Kernen im Hirnstamm sowie in der Hörrinde(Temporallappen).
Neben diesen wichtigen Strukturen der Hörbahn spielt auch das visuelle System eine Rolle.
Für die Erkennung von Richtungsunterschieden ist ebenfalls das binaurale Hören, also das Hören mit beiden Ohren wichtig.
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Cochlea Implantat
•
•
Was ist ein Cochlear Implantat?
Das Cochlear Implantat (CI) ist eine elektronische Innenohrprothese, mit der ertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen
eine deutliche Verbesserung ihres Hörvermögens erzielen können. Das CI stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, bei ausgefallenem
Innenohr mit Hilfe elektrischer Reizung Hörempfindungen und Sprachverstehen zu ermöglichen.
•
Insbesondere bei gehörlosen Kindern mit einer angeborenen oder erworbenen Taubheit gilt heute die Versorgung mit einem CI als
Therapiemethode der Wahl. Die guten Erfolge in Hinblick auf die Hör- und Sprachentwicklung sind maßgebend. Bei ertaubten
Erwachsenen führt die CI-Versorgung in nahezu allen Fällen zu einem verbesserten Sprachverständnis. In vielen Fällen ist es den
Betroffenen sogar wieder möglich, zu telefonieren oder Musik zu hören.
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Aufbau und Funktion des Cochlear Implantats
Das CI besteht aus vier Teilen:
[ 1 ] Mikrofon mit Spachprozessor
[ 2 ] Senderspule
[ 3 ] implantierte Empfängerspule
[ 4 ] Elektroden
•
Ein Mikrofon, das hinter dem Ohr getragen wird, nimmt die akustischen Schallwellen auf und leitet diese zum Sprachprozessor. Dort
werden die Schallwellen in digitale kodierte Signale umgewandelt und an die Sendespule übertragen. Über die Sendespule werden die
Signale an die unter die Haut implantierte Empfängerspule gesendet. Diese wandelt die kodierten Signale in elektrische Impulse um und
leitet sie an den Elektrodenträger weiter. Die Anordnung der Elektroden und ihre Reizung führen zu einer Stimulierung der
Hörnervenfasern in der Hörschnecke – im Gehirn entsteht ein Höreindruck.
•
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Hör-und Gleichgewichtssinn
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Gleichgewichtsorgan
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. Das
Gleichgewichtsorgan und seine Aufgaben
Der Gleichgewichtsinn
(Vestibularapparat) befindet
sich im Innenohr (Labyrinth).
Seine Aufgaben sind:
•Orientierung im Raum
•Wahrnehmen, ob der Körper
steht, liegt, in Bewegung ist
etc.
•Aufrechterhaltung von Kopfund Körperhaltung
Die Bogengänge messen die Drehgeschwindigkeit des
Kopfes
im
Raum.
Utriculus und Sacculus messen die Schwerkraft, also die
Orientierung des Körpers, und die Linearbeschleunigung
des Kopfes im Raum, die bei Bewegungen des Körpers
auftritt.
Die 3 Bogengänge sind in den 3 Ebenen des Raumes
ausgerichtet und haben an ihrer Basis jeweils eine
Verdickung, die als Ampulle bezeichnet wird.
In jeder Bogengangsampulle steht eine Gruppe
Haarzellen, deren Cilien in eine gallertartige Masse ragen,
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die Cupula.
•
•
2. Die Haarzelle
Die Haarzellen (sensorische Nervenzellen) sind in Gruppen angeordnet. Ihre Cilien ragen in die Cupula, die viele
kleine Kalkpartikel (Statoconien) enthält. Diese Partikel sind schwerer als die Endolymphe und legen sich immer
wieder auf den Cilien ab, d.h. es wird ein permanentes Aktionspotential gesendet.
3. Funktionsweise der Bogengänge
Rotatorische Bewegung des Kopfes verursacht entgegengesetzten
Fluss der Endolymphe und damit eine Abbiegung der Cupula.
Eine Veränderung der Kopfposition in Bezug auf die
Gravitationsrichtung hat auch eine Veränderung des Druckes auf die
Haarzellen zur Folge. Dadurch wird auch der Transmitterausstoß
erhöht/erniedrigt und die Impulsfrequenz an das Gehirn verändert.
Im Gehirn wird die Neigung des Kopfes errechnet.
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Die Tiefenwahrnehmung wird auch als Kinästhesiesinn, Körpergefühl oder Tiefensensibilität bezeichnet. Oft findet sich in
medizinischen Büchern auch der Begriff propriozeptive Reizübermittlung oder Propriozeption. Alle diese Begriffe meinen
dasselbe. Das propriozeptive System ist der dritte Sinn, der beim Schwindel von Bedeutung ist.
So wie beim Tastsinn nimmt das propriozeptive System Druck und Spannung wahr, aber nicht an der Hautoberfläche,
sondern weiter im Inneren unseres Körpers. Durch spezielle Rezeptoren werden Informationen über Muskelspannung,
Muskellänge und Gelenkstellung bzw. Gelenkbewegung an das Gehirn weitergeleitet und verarbeitet. So erhalten wir
über die Tiefenwahrnehmung Informationen über Anspannung und Entspannung unseres Körpers, wo und in welcher
Lage sich bestimmte Körperteile befinden. Ohne die Tiefenwahrnehmung könnten wir nicht empfinden, ob wir unser
Hand zu einer Faust geballt haben, oder ob die Finger gestreckt sind. Wir könnten nicht sagen, ob wir auf einem Stuhl
sitzen, oder ausgestreckt auf dem Sofa liegen.
Für die Orientierung im Raum ist das richtige Funktionieren und die Zusammenarbeit dieser drei Sinnessysteme Auge, Gleichgewichtssinn und Tiefenwahrnehmung - von entscheidender Bedeutung. Schwindel entsteht, wenn die
Informationsübermittlung dieser Systeme und ihre Zusammenarbeit an irgendeiner Stelle gestört sind. Solche
Störungen können durch verursacht werden durch:
Störung der Reizaufnahme im Gleichgewichtsorgan
Störung der Reizverarbeitung im Gehirn
Sehstörungen
psychische Störungen
Schwindel kann außerdem Begleitsymptom sehr viele unterschiedliche körperlicher Erkrankungen sein. Dazu gehören
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen und Veränderungen der
Strömungseigenschaften von Körperflüssigkeiten z. B. der Flüssigkeit in Bogengängen des Gleichgewichtsorgans
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Typen
Hinter-dem-Ohr-Geräte(hdo)
Hörgeräte
Ein Hinter-dem-Ohr-Gerät
Diese Hörgeräte werden „hinter dem Ohr“ getragen, dafür wird neben dem Hörgerät noch eine nach Maß angefertigte
Otoplastik (Ohrpassstück) mit einem Schallschlauch benötigt. HdO-Geräte sind in der Lage, Hörschäden am vielfältigsten
zu versorgen. Da bei HdO-Geräten mehr Platz für die Elektronik zur Verfügung steht, können bei diesen Geräten
vielfältige technische Optionen sowie hohe Verstärkungsleistungen realisiert werden.
Bei starken Hörschäden wird durch den großen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Schallaustritt nahe am Trommelfell
eine höhere Verstärkung möglich, da sich dadurch die Rückkopplungsanfälligkeit verringert. Die akustische Rückkopplung
führt zu einem lästigen Pfeifen, das bei nicht passendem Ohrpassstück auftritt oder bei schlecht angepassten Geräten
auch schon geschehen kann, wenn der Hörgeräteträger mit dem Hörgerät einer Wand zugewendet ist.
Bei leichten Hörschäden besteht die Möglichkeit, den Gehörgang möglichst offen zu halten. Dieses wird erreicht, indem
die Otoplastik mit einer Belüftungsbohrung (Venting) versehen wird, die einen Druckausgleich möglich macht. Je nach
Verstärkungsbedarf können unterschiedliche Durchmesser zur Anwendung kommen, da aufgrund der individuellen
Rückkopplungsneigung Zugeständnisse an den Durchmesser der Bohrung eingegangen werden müssen.
Für den Träger entsteht dadurch generell ein angenehmeres Hörgefühl, da bei größeren Durchmessern der selbst
erzeugte Körperschall, nicht mehr an der dem Trommelfell zugewandten Seite der Otoplastik reflektiert wird. Durch diese
Reflexionen entsteht ein unangenehmes dumpfes Hörgefühl, da eben dieser tieffrequente Körperschall nicht über den
offenen Gehörgang „abfließen“ kann und somit verstärkt wahrgenommen wird. Hierzu zählen der Grundton der eigenen
Stimme sowie Kau- und Schluckgeräusche.
In den letzten Jahren ist diese „offene Versorgung“ durch Einführung spezieller Mini-HdO-Geräte mit extrem kleiner
Schlauchhalterung groß in Mode gekommen. Diese Spezialgeräte ermöglichen neben der erwähnten Offenheit auch eine
besonders unauffällige kosmetische Hörgeräteversorgung. Aufgrund von Schallreflexionen bei besonders gekrümmten
Gehörgängen ist jedoch auch hier - trotz digitaler Rückkopplungs-Manager - in manchen Fällen eine rückkopplungsfreie
Anpassung nicht möglich, weshalb dann die Anfertigung einer Maßotoplastik mit definierter Zusatzbohrung sinnvoll
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erscheint.
Im-Ohr-Geräte
Ein CIC-Im-Ohr-Gerät; die beim Tragen nicht sichtbaren Schalen sind rot und blau markiert um sie leichter dem
rechten und linken Ohr zuzuordnen. Rot entspricht rechts - blau entspricht links
Diese Hörgeräte werden „Im Ohr“ getragen. Die Elektronik des Hörgerätes ist dabei in eine individuell angefertigte
Hohlschale eingearbeitet und wird in den Gehörgang eingeführt. IdO-Hörgeräte können im Gegensatz zu HdOGeräten die anatomischen Vorteile des Außenohres nutzen.
Im-Ohr-Hörsysteme werden in folgende Unterarten gegliedert:
ITE: „In-The-Ear“ Das Gehäuse des Hörsystems füllt die Ohrmuschel (Concha) vollständig aus. Das System ist
deutlich zu sehen. Aus kosmetischen Gründen kann die Oberfläche auch der Hautfarbe angepasst werden und/oder
mit feinen Äderchen versehen werden.
ITC: „In-The-Canal“ Das Gehäuse des Hörsystems schließt mit dem vorderen Knubbel (Tragus) am Gehörgang ab.
Die Ohrmuschel bleibt frei. Das System ist fast nicht zu sehen.
CIC: „Complete-In-Canal“ Das Gehäuse endet innerhalb des Gehörganges und ist dadurch von außen kaum zu
sehen. Diese Geräte haben meistens einen Nylonzugfaden um das System wieder aus dem Gehörgang ziehen zu
können. Dieses ist die kosmetisch unauffälligste Bauart.
Der Nachteil dieser Bauform ist die Lage im Gehörgang. Ein gewisser Durchmesser des Gehörgangs muss gegeben
sein, damit die Bauteile des Gerätes Platz finden. Durch die oftmals geringe Hörgerät-Größe bedingt, besteht
vielfach keine oder nur geringe Belüftungsmöglichkeit (Venting), Schweiß- und Ohrenschmalzbildung wird oftmals
begünstigt, was zu einer höheren Reparaturanfälligkeit führen kann.
Viele Im-Ohr-Geräteträger bemängeln durch die geringere Ventgröße ebenfalls eine unnatürliche eigene Stimme,
abnorme Kaugeräusche und zu starke „Nebengeräusche“. Das Abfließen des Körperschalls ist kaum möglich.
Eine Im-Ohr-Geräte-Versorgung ist nur für leichte bis mittelgradige Hörverluste möglich, bei starken Hörschäden
entstünde durch den geringen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Hörer schnell eine Rückkopplung. In diesem Fall48
wird eine „HdO“-Versorgung vorgezogen (s.o.).
Hörschwellen in Dezibel
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Hörschutz
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Lärm-Schutzmaßnahmen
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Erkrankungen des Ohrs
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Erkrankungen des Ohrs
Entzündungen der Ohrmuschel
Gehörgangentzündung
Ohrenschmalzpfropf
Fremdkörper im Gehörgang
Tubenbelüftungsstörung und Paukenerguss
Akute Mittelohrentzündung
Chronische Mittelohrentzündung
Cholesteatom
Otosklerose
Trommelfellverletzung
Altersschwerhörigkeit
Innenohrschwerhörigkeit, Gehörlosigkeit und
Taubheit
Hörsturz
Tinnitus
Menière-Krankheit
•
•
Cholesteatom
(Perlgeschwulst, chronische Knocheneiterung,):
Chronische Entzündung im Mittelohr mit
fortschreitender Zerstörung der
Gehörknöchelchenkette. Durch den entzündlichen
Dauerreiz wuchern äußere Hautschichten des
Trommelfells oder des Gehörgangs in das Mittelohr
hinein, verhornen und zerstören die Schleimhaut,
und vermindert die Belüftung der Paukenhöhle
sowie den Abfluss von Sekret. Schließlich werden
auch die Knochen rund um das Ohr allmählich
zerstört – daher kommt auch der Name chronische
Knocheneiterung.
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Der Geschmacksinn
Der Geschmackssinn kontrolliert Qualität und
Bekömmlichkeit von Nahrung und mit der
Nahrungsaufnahme zusammenhängende
reflektorische Vorgänge (Speichelsekretion,
Schutzreflexe wie Husten oder Würgen, etc.).
Geschmacksqualitäten und sensorische Signalverarbeitung
Der Mensch kann fünf Geschmacksqualitäten unterscheiden:
Salzig, sauer, bitter, süß und umami.
Jede Geschmackszelle besitzt spezifische Rezeptormoleküle für die
Geschmacksqualitäten. Während die Empfindungen salzig und sauer über
einen ionotropen Mechanismus übertragen werden, unterliegt das
Schmecken von bitter, süß und umami einem komplizierteren
metabotropen Mechanismus.
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Geschmacksorgan:
Die Geschmacksknospen(Sinneszellen) liegen hauptsächlich am
Zungenrücken.
Die 5 Grundformen der Geschmacksempfindung:
süß.........Zungenspitze
sauer.......Zungenrand-undZungenmitte
bitter......Zungenhintergrund
salzig......gesammter Zungenrücken
umami.......gesamter Zungenrücken(wohlschmeckend-vermittelt durch
besonders proteinreiche Kost , Träger ist die Aminosäure Glutamin ,die
industriell auch als Geschacksverstärker verwendet wird !!
An der Feinabstimmung der Geschmackseindrücke ist der Geruchsinn
mitbeteiligt. Weitere Sinneseindrücke,wie Konsistenz und Temperatur runden
den Gesamteindruck ab. Nur gelöste Stoffe können geschmeckt werden.
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. Morphologie der Geschmacksorgane
Der Ort des Schmeckens befindet sich bei Säugern auf der Zungenoberfläche und z.T. auf der Wangen- und
Gaumenschleimhaut. Die Geschmackssinneszellen befinden sich in Geschmacksknospen in den
Geschmackspapillen, die sich in Wall-, Blatt-, Pilz- und Fadenpapillen unterteilen lassen.
Eine Geschmacksknospe umfasst ca. 30-70 Sinneszellen, Stützzellen und an der Basis der Geschmacksknospe
teilungsfähige Basalzellen, die die Sinneszellen ca. alle 2 Wochen erneuern. Am apikalen Ende der
Geschmacksknospe ist eine Vertiefung unter der Epiotheloberfläche zu erkennen, die Geschmackspore. In die
Geschmacks- pore hinein ragen die Mikrovilli der Sinneszellen, feine fingerförmige Fortsätze, die die
Rezeptormoleküle für die Geschmacksstoffe tragen.
umami
sauer
salzig
süß
bitter
55
Sicht in die Mundhöhle
56
Die Zunge
57
Geschmacksweiterleitung
Geschmackssinneszellen bilden an ihrem basalen Ende Synapsen mit
afferenten Fasern.
Man weiß inzwischen, dass sowohl Sinneszellen als auch Nervenfasern auf
mehrere Geschmacksqualitäten reagieren können. Zusätzlich verzweigt sich
eine Nervenfaser häufig und kann mehrere Sinneszellen in einer
Geschmacksknospe innervieren.
Aus der Aktivität einer solchen einzelnen Faser kann das Gehirn den
Geschmacksstoff nicht ermitteln, es muss die Aktivität vieler Fasern
vergleichen.
Man nimmt an, dass das Gehirn Standardmuster der Geschmacksqualitäten
gespeichert hat, diese mit den speziellen Mustern geschmacksaktiver Substanz
vergleicht und anschließend einer Qualität zuordnet.
58
Geschmacksweiterleitung
• Zwei Geschmacksnerven übertragen die gustatorischen
Informationen in den Nucleus solitarius im Stammhirn.
• . Zentrale Verschaltung
• Dort werden u.a. Speichelfluss, Schluckbewegung und
Schutzreflexe wie Husten oder Würgen kontrolliert. Die
Geschmacksbahn führt weiter zu Thalamus und Mandelkern, der an
der hedonischen Bewertung des Essens beteiligt ist. Über den
Thalamus verlaufen die Geschmacksbahnen zum gustatorischen
Cortex, wo die Geschmacksstimulation bewusst wird.
59
Haut und Tastsinn
•
Die Haut des Menschen wiegt ca. 3 ½ kg und hat
eine Oberfläche von etwa 1 ½ m². Das unter der
Haut gelegene Fettgewebe ist unterschiedlich dick
(bis zu 10 cm) und wiegt zwischen 10 und 20 kg.
Die Haut ist nicht nur eine vor physikalischen und
chemischen Einflüssen sowie vor Strahlen und
Austrocknung schützende Oberflächenbedeckung,
sondern auch das größte Sinnesorgan des
Menschen, indem sie die Rezeptoren des
Tastsinnes beinhält. In 1 cm² Haut befinden sich 6
Millionen Deckzellen, 4 Meter Nervenkabel, 150
Schmerzpunkte und 500 Sinneszellen. Allerdings
gibt es noch empfindlichere Regionen. Die Lippen
sind neben der Zunge der empfindlichste Körperteil.
Gegenüber der Haut sind die Lippen 10 mal
empfindlicher. Außerdem finden sich in 1 cm² Haut
durchschnittlich 15 Talg- und 120 Schweißdrüsen
(am Rücken 55/cm², an der Handfläche 400/m²) .
Letztere produzieren unter normalen Bedingungen
bis zu einem ¾ Liter Schweiß pro Tag. In den
Tropen steigt die Schweißproduktion auf bis 4 Liter
pro Tag;
•
unter schwersten Arbeitsbedingungen und extremer
Hitzebelastung werden bis zu 18 Liter Schweiß
täglich ausgeschieden. Diese Flüssigkeitsmengen
müssen dann natürlich durch Trinken ergänzt
werden. Auf der Hautoberfläche eines Menschen
leben mehr Lebewesen als Menschen auf der
Erdoberfläche. Ein cm² Haut ist von etwa 8
Millionen Mikroorganismen übersät. Die Haut wird
auch laufend erneuert. Der Mensch verliert alle vier
Wochen eine vollständige Hautschichte. Auch die
Hautanhangsgebilde werden immer erneuert. Der
Mensch verliert täglich 30 - 60 Haare. Bei einer
durchschnittlichen Anzahl von 100.000 (bei
schwarzem Haar) und 150.000 Kopfhaaren (bei
blondem Haar) macht sich das aber nicht
bemerkbar. Außerdem wachsen die Haare pro Tag
um etwa 1/3 Millimeter, im ganzen Leben also ca.
10 Meter. Am Körper finden sich noch weitere
25.000 Haare, sowie 600 Augenbrauen und 400
Wimpern
60
Aufbau der Haut
•
Hautschichten
•
Die Haut (Kutis) besteht aus drei übereinanderliegenden Schichten, die
untereinander eine feste Verbindung besitzen: Oberhaut, Lederhaut und
Unterhaut.
•
Oberhaut
•
Die Haut besteht aus Ober- und Lederhaut. Elastisch miteinander „verzahnt“
sind die beiden Hautschichten durch die kapillarführenden Lederhautpapillen.
Sowohl geknäuelte Schweißdrüsen als auch Haarwurzeln mit Talgdrüsen
sind in der Lederhaut verankert und führen an die Körperoberfläche.
Die Oberhaut (Epidermis) ist die äußerste der drei Hautschichten und besitzt
keine eigene Durchblutung. Sie besteht ihrerseits aus mehreren
ineinandergreifenden Schichten, die sich ständig erneuern. In der untersten
Zellschicht, der Keimschicht (Basalschicht), entstehen durch Teilung ständig
neue Basalzellen, die innerhalb einiger Wochen an die sichtbare
Hautoberfläche gelangen. Auf ihrer Wanderung lagern sie zunehmend
Hornsubstanz (Keratin) ein und werden dabei zu schuppenförmigen
Hornzellen (Korneozyten), die im Endstadium die für uns sichtbare
Hornschicht (Stratum corneum) bilden. Dieser Erneuerungsvorgang nimmt
durchschnittlich 28 Tage in Anspruch, bei älteren Menschen etwas länger als
bei jüngeren, und führt täglich zur Abstoßung von bis zu 14 g verbrauchter
Hornzellen.
Vom Zustand und vom Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht hängt ab, ob sich
die Haut glatt und geschmeidig oder rau und rissig anfühlt. Die Dicke der
Hornschicht entscheidet dagegen darüber, in welchem Maße die Blutgefäße
durchschimmern und den Teint rosig oder blass erscheinen lassen. An
besonders beanspruchten Körperstellen wie der Ferse und den Handflächen
entwickelt sich oft eine besonders dicke Hornhaut.
In der Keimschicht produzieren spezialisierte pigmentbildende Zellen
(Melanozyten) den Farbstoff Melanin, ein schwarzblaues Pigment, das in die
Hornzellen von Haut und Haar eingelagert wird und so den Grad der
Hautbräunung und die Haarfarbe bestimmt. Dabei hängen Haut- und
Haarfarbe sowohl von den Erbanlagen als auch von der aufgenommenen
UV-Strahlung ab. Ist die UV-Strahlung erhöht, wird mehr Melanin produziert
und eingelagert, die Haut wird brauner. Dadurch schützt Melanin die tieferen
Hautschichten vor den Folgen der UV-Strahlung, die die genetische
Information in den Zellen (DNS) schädigt.
Neben den Melanozyten und den künftigen Hornzellen enthält die
Keimschicht spezielle Hautnervenzellen sowie Zellen des Abwehrsystems,
die über die Haut eindringende Fremdkörper, z.B. Krankheitserreger, sofort
erkennen und Abwehrreaktionen einleiten.
•
•
•
•
•
Lederhaut
•
Das unter der Oberhaut gelegene Bindegewebe, das die Reißfestigkeit und
Dehnbarkeit der Haut bestimmt, nennt man Lederhaut (Korium, Dermis). Es
besteht aus einem faserigen Netzwerk, das hauptsächlich Kollagen enthält.
Die Dicke der Lederhaut orientiert sich an der mechanischen Belastung: So
ist sie an den Fußsohlen mit 2,4 mm am stärksten, an den Augenlidern
dagegen mit nur 0,3 mm besonders dünn. In der Lederhaut befinden sich die
Berührungsrezeptoren der Haut (Meissner-Tastkörperchen) sowie
zahlreiche Blutgefäße, Fettgewebe, Haarbälge, Nerven sowie Talg- und
Schweißdrüsen. Die Lederhaut schützt den Körper vor
Temperaturschwankungen und mechanischen Verletzungen. Sie versorgt
zudem die gefäßlose Oberhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
•
Unterhaut
•
Unter der Lederhaut befindet sich die überwiegend aus lockerem
Bindegewebe bestehende, stark dehnbare Unterhaut (Unterhautfettgewebe,
Subkutis). Sie wird von Ausläufern der festen Lederhautfasern durchzogen,
die ihrerseits mit dem darunterliegenden Gewebe verbunden sind. Je nach
Ernährungsgewohnheiten, Geschlecht und Körperregion sind in das
Bindegewebe unterschiedlich viele, kissenartig angeordnete Fettzellen
eingebettet, die als Stoßdämpfer, Kälteschutz und Energiespeicher dienen.
Die Unterhaut beherbergt außerdem die unteren Bereiche der Haarbälge
sowie spezielle Vibrations- und Drucktastkörperchen (Vater-PaciniLamellenkörperchen). Darüber hinaus sorgt sie für die Verschiebbarkeit der
Haut auf darunterliegenden Geweben wie Muskelschichten oder
Knochenhaut.
•
•
Hautbarriere
•
Die Haut bietet mechanischen Schutz gegen schädliche Stoffe und
Krankheitserreger sowie gegen Austrocknung. V.a. die Hornschicht ist wichtig
für die Funktion dieser Hautbarriere. Sie besteht aus etwa zehn bis 20
Lagen Hornzellen, die wie Ziegelsteine einer Hausmauer übereinander
liegen. Zwischen den Hornzellen befinden sich als „Mörtel“
Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff, Hyaluronsäure und Aminosäuren.
Glatte, geschmeidige Haut weist einen Wassergehalt von 10–20 % auf. Sinkt
er ab, beispielsweise bei starker Beanspruchung oder im höheren
Lebensalter, wird die Oberfläche rau und rissig. Diese Hautrisse führen zu
einem zusätzlichen Feuchtigkeitsverlust und bilden die Eintrittspforte für
Krankheitserreger, Allergene und andere Schadstoffe
•
61
Hauttypen
•
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•
•
Normaler Hauttyp
Normale Haut entspricht dem Idealzustand der Haut mit glattem, frischem,
ebenmäßigem Erscheinungsbild und kleinen Poren. Sie ist weder zu trocken
noch zu fettig und zeigt sich wenig empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen.
Am häufigsten findet sie sich im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Normale
Haut kann ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt selbst regulieren. Um diesen
wünschenswerten Zustand so lange wie möglich zu erhalten, empfehlen
Hautärzte eine regelmäßige Pflege, z. B. mit einem milden Reinigungsgel für
den Gesichtsbereich auf der Basis eines Syndets. Zum Duschen oder Baden
sind handelsübliche Duschgele und Badezusätze ohne Duftstoffe
ausreichend. Eine O/W-Emulsion nach dem Baden eignet sich zur
feuchtigkeitsregulierenden Pflege von Gesicht und Körper.
Fettiger Hauttyp
Fettige Haut (unreine Haut) findet sich im Bereich von Gesicht, Rücken und
über dem Brustbein, wo die Dichte der Talgdrüsen besonders hoch ist. Sie
wirkt großporig und glänzend, neigt zu Pickeln und Mitessern. Akne
entwickelt sich fast ausschließlich auf fettiger Haut. Besonders häufig sind
Jugendliche und junge Menschen betroffen, ab dem vierten, spätestens dem
fünften Lebensjahrzehnt verändert sich der Hauttyp allmählich Richtung
Mischhaut.
Hautärzte empfehlen, fettige Gesichtshaut morgens und abends mit einem
sauren Syndet zu reinigen und danach mit reichlich warmem Wasser
abzuspülen. Anschließend wird ein alkoholhaltiges Gesichtswasser
aufgetragen, das die Haut desinfiziert und von überschüssigem Fett befreit.
Zur Tages- und Nachtpflege eignen sich leichte O/W-Emulsionen oder
fettfreie Produkte, die keinen Fettglanz hinterlassen und eventuell
desinfizierende Inhaltsstoffe (z. B. Triclosan) enthalten. Zur Reinigung und
Pflege des Körpers sind ebenfalls Syndets und O/W-Emulsionen
empfehlenswert.
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Mischhaut zeichnet sich durch zwei nebeneinander bestehende
Hautzustände aus: An Stirn und Nase (T-Zone), Kinn, oberer Brust und
Rücken entspricht sie der fettigen Haut und im Bereich der Wangen und
Augenlider der trockenen Haut. Junge Menschen können eine Mischhaut wie
eine normale Haut reinigen und pflegen. Menschen im mittleren Lebensalter
sollten die unterschiedlichen Gesichtspartien entsprechend getrennt
behandeln. In späteren Lebensjahren wird Mischhaut fast immer zu trockener
Haut.
Trockener Hauttyp
Trockene Altershaut neigt zu Juckreiz und Ekzembildung, wenn sie nicht
regelmäßig gepflegt wird.
[RKL 2805]
Trockene Haut ist kleinporig, neigt zu Spannungsgefühl, Juckreiz und
Schüppchenbildung. Sie zeigt sich empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen
wie Kälte oder trockener Heizungsluft. Trockene Haut entwickelt sich meist
ab dem 35. Lebensjahr und verstärkt sich mit zunehmendem Alter (siehe
Hautalterung). Auch chronische Hauterkrankungen führen häufig zu
Trockenheit an den betroffenen Stellen.
Bei trockener Haut ist die Zufuhr von Feuchthaltefaktoren wie z. B. Harnstoff,
Hyaluronsäure und Kollagen günstig. Zur Gesichtspflege empfehlen sich
tagsüber O/W-Emulsionen mit hohem Wasseranteil und W/O-Emulsionen zur
Nacht. Als Reinigungsmilch sollten nur speziell für trockene Hauttypen
entwickelte Produkte eingesetzt werden. Diese werden mit Wattepads
abgenommen. Zum Baden und Duschen sind Ölbäder und Öl-Duschlotionen
ideal. Anschließend empfiehlt es sich, eine fetthaltige O/W-Emulsion, eine
W/O-Emulsion oder ein Körperöl aufzutragen. Austrocknende Seife und
alkoholhaltiges Gesichtswasser sind bei trockener Haut nicht geeignet.
62
Die Hautschichten
Die Haut besteht im Prinzip aus drei Schichten: der Epidermis (Oberhaut), der
Dermis (Lederhaut) und dem Subkutangewebe (Unterhaut). Die Epidermis ist
die äußere Hautschicht, die uns vor Hitze und Kälte schützt. Der Zustand der
Epidermis bestimmt darüber, wie Ihre Haut aussieht und ebenso darüber, wie
gut die Haut Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann. Falten bilden sich
jedoch in den unteren Hautschichten. Die Dermis ist die mittlere Hautschicht,
welche die Stützstruktur der Haut bildet. Sie ist die dickste Hautschicht und
besteht aus einem Netz von Kollagen- und Elastinfasern.
63
Aufbau und Funktionen der Hautdrüsen
•
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Talgdrüsen
Die Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) finden sich in der Lederhaut der
gesamten Körperoberfläche mit Ausnahme der Handinnenflächen und
Fußsohlen. Meist treten sie in Kombination mit einem Haarbalg auf, in
dessen Kanal ihre Ausführungsgänge münden. Nur an Augen, Augenlidern,
Lippen, Penis und kleinen Schamlippen finden sich Talgdrüsen, die keine
Verbindung zu Haaren haben. Das Drüsenprodukt Talg besteht aus Fett,
Eiweiß, Cholesterin und Elektrolyten und hält Haut und Haare glatt und
geschmeidig. Der Talg sorgt für ein ebenmäßiges Hautbild und eine
ausreichende Widerstandsfähigkeit der Haut. Auch das Ohrenschmalz im
Gehörgang wird von Talgdrüsen produziert.
Schweißdrüsen
In der Lederhaut findet man etwa zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen,
deren Ausführungsgänge sich zur Hautoberfläche schlängeln und in den
Hautporen enden. Besonders zahlreich kommen sie an den
Handinnenflächen, den Fußsohlen und den Achselhöhlen vor.
Normalerweise sondert der Körper ungefähr 0,5–1 l Schweiß pro 24 Stunden
ab. Dieser erzeugt an der Hautoberfläche Verdunstungskälte. Auf diese
Weise dient die Schweißproduktion der Thermoregulation des Körpers. Die
im Schweiß enthaltenen Säuren bilden mit einem pH-Wert von 5–6 den
Säureschutzmantel der Haut und tragen zum geschmeidigen Aussehen der
Haut bei. Emotionale Reize (z.B. Stress, Angst) oder Extremsituationen (z.B.
Sport oder hohes Fieber) führen zu einer vermehrten Schweißproduktion.
Duftdrüsen
Duftdrüsen, finden sich v.a. in den Achselhöhlen, im Bereich der
Brustwarzen und der Schamregion. Ihr Duft prägt zusammen mit dem
Schweißgeruch und der bakteriellen Hautflora den persönlichen
Körpergeruch eines Menschen.
64
Pharmakologische Grundlagen desHautpflege
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Arzneimittelgrundlagen
Arzneimittel zur äußerlichen Anwendung auf der Haut werden Externa
(Lokaltherapeutika) genannt. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist
nicht nur der darin enthaltene Wirkstoff, sondern auch die Mischung aus
Träger-, Hilfs- und Konservierungsstoffen (die Arzneimittelgrundlagen also),
mit denen dieser auf oder in die Haut gebracht wird. Die Grundlage definiert
die Darreichungsform und die vom Patienten wahrgenommenen
Eigenschaften des Präparats:
Fettige Grundlagen (wasserfreie Grundlagen) wie Vaseline oder Fettsalbe
glätten spröde, raue Haut, weshalb sie bei extrem trockener und
schuppender Haut als Mittel der Wahl gelten. Nachteilig ist jedoch, dass sie
die Abgabe von Wasser und Wärme behindern und einen ausgeprägten
Fettglanz hinterlassen.
Flüssige Grundlagen wie Wasser oder Alkohol wirken kühlend und
juckreizlindernd, Alkohol zusätzlich desinfizierend. Sie erleichtern eine
großflächige Wirkstoffverteilung auf der Haut und verkleben die Haare nicht.
Bei häufigem Gebrauch trocknen sie allerdings die Haut aus.
Feste Grundlagen, z. B. Puder aus Talkum, Stärke oder Zinkoxid, saugen
Sekrete wie Schweiß auf. Wegen ihrer austrocknenden Eigenschaften sind
sie nicht für extrem trockene Haut geeignet.
Am gebräuchlichsten sind Kombinationen der oben genannten Grundlagen in
Form von Emulsionen. Bei einer Emulsion vom Öl-in-Wasser-Typ (O/WEmulsion) ist Fett oder Öl fein im Wasser verteilt wie etwa bei Milch. Eine
Emulsion vom Wasser-in-Öl-Typ (W/O-Emulsion) hat dagegen die
umgekehrte Zusammensetzung.
O/W-Emulsionen haben einen hohen Wasseranteil. Daher fetten sie nur
leicht, spenden aber reichlich Feuchtigkeit. Außerdem führt der hohe
Wasseranteil zu einem kühlenden Effekt, der z. B. Juckreiz lindert. Nicht
zuletzt sind O/W-Emulsionen leicht aufzutragen, ziehen schnell ein und
hinterlassen keinen Fettfilm.
W/O-Emulsionen haben dagegen einen hohen Fett- oder Ölanteil. Sie führen
der Haut viel Fett (z. B. zur Rückfettung) zu, aber nur wenig Feuchtigkeit. Im
Vergleich zu O/W-Emulsionen lassen sie sich schwerer auf der Haut
verteilen, ziehen langsamer ein und hinterlassen einen leichten Fettglanz auf
der Haut.
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Bei allen Hautkrankheiten verliert die Hautbarriere zumindest teilweise ihre
Schutzwirkung. Das bedeutet, dass nicht nur Allergene, sondern alle Stoffe
eines Pflegeprodukts in viel höherer Konzentration in die tiefen
Hautschichten oder sogar ins Körperinnere eindringen können.
Als Grundregel empfiehlt sich bei chronischen Hauterkrankungen oft:
Weniger ist mehr. Neurodermitikern empfehlen Hautärzte beispielsweise, das
Duschen und Haarewaschen zu reduzieren und auf Vollbäder und
Schwimmbadbesuche ganz zu verzichten. Auch Säuglinge mit
Hautproblemen profitieren von weniger Ganzkörperwaschungen.
Sollten Sie Fragen zur individuellen Hautpflege haben, besprechen Sie diese
mit Ihrem Haus- oder Hautarzt.
Seife oder Syndet?
Seifen sind Natriumsalze langkettiger Fettsäuren und reinigen die Haut durch
Emulgierung von Schmutz und Verunreinigung. Sie verschieben den sauren
pH-Wert der Haut in den alkalischen Bereich. Anschließend benötigt die Haut
bis zu 3 Stunden, um ihren Säureschutzmantel wieder aufzubauen.
Als Alternative zu Seifen bieten sich Syndets an, synthetische
Reinigungsprodukte, die mit unterschiedlichen pH-Werten erhältlich sind.
Schwach saure Syndets (pH-Wert ~ 5) sind bei allen Formen der
Problemhaut wie fettiger, trockener oder Altershaut zu bevorzugen.
.
65
Haarwurzel
66
Tastsinn-Oberflächen-Tiefensensibilität-Körperschema
Tast und Fühlorgan:
Grober Tast-und Drucksinn,Oberflächen-und Tiefensensibilität(feines
Ertasten u Rückmeldung bezüglich Spannung und Dehnung v.Sehnen und
Muskulatur),Schmerz-und Temperatur werden durch entsprechende
Sinneskörperchen(=Rezeptoren) wahrgenommen und über die
sgn.sensiblen Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet.Die Rezeptoren für diese
Empfindungen liegen in der Haut bzw.den Sehnen/Muskeln
und Gelenken.Diese Wahrnehmungen dienen und a. der Orientierung(wir
ertasten den Raum - zusammen mit Gesichtssinn für Raumorientierung
verantwortlich) und dem Schutz des Individuums(Schmerzempfindung
löst einen "unbewußten"Schutz/Fluchtreflex aus) und sind elementare
Vorraussetzung für ein funktionierendes und abgestimmtes
Bewegungsspiel.(durch Rückmeldung der Vorspannung von
Sehnen/Muskel und Gelenke erhalten wir die z.B.aufrechte Stellung im
Raum und sind zu sofortiger Bewegungskorrektur bereit ,so hat der 100
m Sprinter maximale Vorspannung)
Als taktile Wahrnehmung (auch Oberflächensensibilität) bezeichnet man
eine Komponente der haptischen Wahrnehmung , durch die das
Erkennen von Druck, Berührung und Vibrationen auf der Haut ermöglicht
wird. Man bezeichnet diese Komponente der haptischen Wahrnehmung
auch als Feinwahrnehmung oder epikritische Sensibilität. Die
Oberflächensensibilität wird auch als Tastsinn bezeichnet, wobei unter
diesen Begriff oft auch Temperatur- und Schmerzwahrnehmung
eingeordnet werden.
Eng verwandt ist die vestibuläre Wahrnehmung, mit der
Lageveränderungen und Lagewechsel bzw. Rotationen wahrgenommen
werden können, und die Tiefensensibilität (Propriozeption).
67
Oberflächen-Tiefesensibilität
Als taktile Wahrnehmung (auch Oberflächensensibilität) bezeichnet man eine Komponente
der haptischen Wahrnehmung, durch die das Erkennen von Druck, Berührung und
Vibrationen auf der Haut ermöglicht wird. Man bezeichnet diese Komponente der
haptischen Wahrnehmung auch als Feinwahrnehmung oder epikritische Sensibilität. Die
Oberflächensensibilität wird auch als Tastsinn bezeichnet, wobei unter diesen Begriff oft
auch Temperatur- und Schmerzwahrnehmung eingeordnet werden.
Eng verwandt ist die vestibuläre Wahrnehmung, mit der Lageveränderungen und
Lagewechsel bzw. Rotationen wahrgenommen werden können, und die Tiefensensibilität
(Propriozeption).
Als Tiefensensibilität, Tiefenwahrnehmung oder Propriozeption (von lateinisch proprius =
eigen + recipere = aufnehmen) bezeichnet man diejenige Komponente der Wahrnehmung ,
die Informationen nicht über die Außenwelt, sondern aus dem eigenen Körper bereitstellt.
Sie setzt sich zusammen aus dem
Lagesinn, der Informationen über die Position des Körpers im Raum und die Stellung der
Gelenke und des Kopfes liefert
Kraftsinn, der Informationen über den Anspannungszustand von Muskeln und Sehnen
liefert
Bewegungssinn (oder Kinästhesie, von altgriech. kinein = sich bewegen + aísthesis ( =
Wahrnehmung), durch den eine Bewegungsempfindung und das Erkennen der
Bewegungsrichtung ermöglicht wird.
Bei der Tiefensensibilität geht es also im eigentlichen Sinne um die Eigenwahrnehmung
des Körpers.
Eng verwandt sind die vestibuläre Wahrnehmung, mit der Lageveränderungen und
Lagewechsel beziehungsweise Rotationen wahrgenommen werden können, die taktile
Wahrnehmung (Oberflächensensibilität), sowie die Wahrnehmung der inneren Organe
(Entero- oder Viszerozeption).
68
Körperschema
Das Körperschema ist die neuropsychologische Korrelation der Wahrnehmung
von realem Körper mit der Vorstellung vom eigenen Körper. Sie kann somit
auch als „Orientierung am eigenen Körper“ beschrieben werden, wie dies der
Erstbeschreiber Arnold Pick 1908 tat. Diese Orientierung ändert sich
entsprechend den Informationen aus Körper und Umwelt. Solche Informationen
kommen durch verschiedenste sensible und sensorische Reize aus der
Peripherie des Körpers zustande (Propriozeption), haben jedoch schließlich
einen von sensiblen oder sensorischen Reizen unabhängigen
Vorstellungscharakter, das heißt sie sind - im Gegensatz zu Wahrnehmungen ohne scharfes Gegenstandsbewusstsein. Die Orientierung wird
selbstverständlich auch durch soziale Informationen, so unter anderem auch
durch Namensgebung der Körperteile vermittelt. Auch soziale bzw.
lebensgeschichtliche Faktoren sind dabei bestimmend (agnostische und
amnestische Störungen des Körperschemas).
69
Tastsinn-Biorezeptoren
70
Sehenspindel
71
Muskelspindel
72
Krankheitsbilder
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•
•
Infektionen und Parasitenerkrankungen der Haut
Warzen
Herpes
Gürtelrose
Haarbalgentzündung und Furunkel
Wundrose
Phlegmone
Akne
Pilzbedingte Hauterkrankungen
Borreliose
Krätze
Flohbisse
Wanzenbefall
•
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•
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Allergisch und toxisch bedingte Hauterkrankungen
Nesselsucht
Kontaktallergie
Toxisches Kontaktekzem
Arznei[mittel]exanthem
Berufsbedingte Hauterkrankungen
•
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•
Hauterkrankungen mit Ekzem- und Schuppenbildung
Neurodermitis
Seborrhoisches Ekzem
Schuppenflechte
•
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•
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•
Tumoren der Haut
Malignes Melanom
Basaliom
Spinaliom
Aktinische Keratose
Andere Tumoren der Haut
•
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•
•
•
•
•
•
Pigmentveränderungen und gutartige Tumoren der Haut
Muttermal
Feuermal
Blutschwamm
Weißfleckenkrankheit
Grützbeutel
Alterswarze
Fettgewebsgeschwulst
Xanthelasmen und Xanthome
•
•
•
•
•
•
•
Erkrankungen der Nägel
Anatomie und Funktion
Nagelpflege
Nagelveränderungen
Nagelpilz
Eitrige Finger- und Zehenentzündung
Eingewachsener Nagel
73
Krankheitsbilder
Schafblattern-Varicellen
74
Krankheitsbilder
Röteln - Rubeola
75
Krankheitbilder
Scarlatina-Scharlach
76
Krankheitbilder
Ringelröteln
Mumps-Ziegenpeter
77
Masern
78
Varicöses Ulcus
(krampfaderbedinges Geschwür)
79
Ulcus-Durchblutungsstörung
80
Ulcus cruris mit Erysipel
(Unterschenkelgeschwür mit Rotlauf)
81
Ulcus cruris
82
Herpes zoster(Gürtelrose)
83
Verbrennung
9-ner Regel
84
Verbrennung 3.Grades
85
Krampfadern
• Varicosis
Erysipel
Ulcus cruris
86
Erfrierung
• 2.Grades
3.-4.Grades
87
Elastischer Verband
88
Riechorgan
•
•
•
Nase
Das Nasengerüst besteht zum großen Teil aus Knorpeln (hellblau
gezeichnet) und wird nur an der Nasenwurzel und im Bereich der
Nasenscheidewand durch Knochen stabilisiert
Die Form der äußeren Nase wird durch das Nasengerüst
(Nasenpyramide) gebildet. Dieses besteht im Wesentlichen aus dem
knöchernen Nasenbein, das den oberen Teil des Nasenrückens
bildet, sowie den knorpeligen seitlichen Begrenzungen der Nase und
den knorpeligen und knöchernen Abschnitten der
Nasenscheidewand (Septum nasi).
•
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Nasenhöhle
Die Nasenhöhle (Cavum nasi),der Innenraum der Nase, wird durch die
Nasenscheidewand in eine rechte und linke Hälfte getrennt. Jede dieser
Hälften besteht aus einem Nasenvorhof und einer Nasenhaupthöhle. An
den Seitenwänden der beiden Nasenhaupthöhlen entspringen je drei
knöcherne Vorwölbungen, Nasenmuscheln (Conchae) genannt. Beim
Einatmen gelangt die Luft über die Nasenlöcher zunächst in den
Nasenvorhof, dann in die Nasenhaupthöhle und von dort über die hinteren
Nasenöffnungen (Choanae) in den Rachenraum und weiter in die unteren
Atemwege.
Die Nasenhöhle hat folgende Hauptfunktionen, sie:
Bereitet die Atemluft für die unteren Atemwege vor, indem sie sie erwärmt,
vorreinigt und befeuchtet
Beherbergt den Geruchssinn
Gibt der Stimme Resonanzraum.
Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen sind mit einer speziellen Schleimhaut
(Mucosa) ausgekleidet, die mit Flimmerhärchen (Cilien) besetzt ist. Diese
bewegen sich zeitversetzt (wie ein Weizenfeld im Wind) und transportieren
den aufliegenden Schleim in Richtung Nasenrachenraum. Dadurch werden
Schadstoffe und Krankheitserreger verschluckt und im sauren Milieu des
Magens unschädlich gemacht.
Nasennebenhöhlen
Zu den Nasennebenhöhlen gehören Stirnhöhle, Kieferhöhle,
Siebbeinzellen und Keilbeinhöhle. Bis auf die Keilbeinhöhle in der
Kopfmitte kommen sie paarweise vor.
[GTV 1622]
Die Nasennebenhöhlen (NNH, Sinus paranasales) sind luftgefüllte
Räume. Sie befinden sich in den die Nase umgebenden Knochen.
Nasennebenhöhlen und Nasenhöhle sind über enge Öffnungen
(Ostien) miteinander verbunden. Die Nasennebenhöhlen dienen zur
Gewichtsverminderung der Schädelknochen sowie als
Resonanzraum für den Klang der Stimme.
Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen sind mit einer speziellen
Schleimhaut (Mucosa) ausgekleidet, die mit Flimmerhärchen
(Cilien) besetzt ist. Diese bewegen sich zeitversetzt (wie ein
Weizenfeld im Wind) und transportieren den aufliegenden Schleim in
Richtung Nasenrachenraum. Dadurch werden Schadstoffe und
Krankheitserreger verschluckt und im sauren Milieu des Magens
unschädlich gemacht.
89
Nasenskelett
90
Nasenhöhlen
91
Riechorgan
Das Riechorgan besteht aus 4 Riechfelder, deren Sinneszellen in der
Schleimhaut der obersten Nasenmuschel liegen. Die Aufnahme des Reizes - es können nur flüchtige Substanzen
gerochen werden - erfolgt bei der Einatmung der Duftstoffe. Die Sinneszellen wandeln den Reiz in elektrische Impulse
um, der "Aktionsstrom" wird in den Riechnerven den Riechkolben des Gehirns zugeleitet. Dort findet die eigentliche
Geruchswahrnehmung statt. Entwicklungsgeschichtlich eines der ältesten Hirnabschnitte. (emotionale Bedeutungvgl.Tiere). Anosmie - Geruchswahrnehmung fehlt vollständig.
92
Limbisches System-Riechhirn
Alle Stimuli die auf unser Hirn einwirken, egal ob sie exogen (Lärm, Licht...) oder endogen sind (Gedanke,
organisches Gefühl...) werden vom Hippocampus oder Amygdalus analysiert. Ereignisse oder Objekte werden
im Hippocampus unterschieden, beurteilt, systematisch aufgegliedert (Gedächtnis der Fakten) und bei dem
Amygalus mit Gefühlen oder Farben verbunden.
93
Anatomische und physiologische Aspekte
Der Geruchsinn ist im Riechepithel der Nasenschleimhaut lokalisiert. Es handelt sich um etwa briefmarkengrosse
Areale von je 2,5 cm2, welche am Dach der Nasenhaupthöhle gelegen sind. Im Riechepithel befinden sich beidseits je
10–20 Millionen bipolare Rezeptorzellen, die sogenannten Riechzellen (Abb. 2). Die nasenwärts gerichteten Fortsätze
(Dendriten) enden mit je 10–20 Zilien (Wimperhaaren) auf der Oberfläche des Riechepithels, wo sie die Duftstoffe
wahrnehmen. Ihre zentralen Fortsätze, die zum Gehirn führen (Axone), vereinigen sich zu grösseren Fäden (Fila
olfactoria), die durch die vordere Schädelbasis treten und zum Bulbus olfactorius, einem kolbigen Gebilde, ziehen
(Abb. 3). Von dort gelangen Geruchsreize zu den sekundären Riechzentren in verschiedenen Hirnbereichen. Diese
sind einerseits in der Hirnrinde lokalisert, wo die Gerüche wahrgenommen werden und Assoziationen zu anderen
Sinneseindrücken entstehen. Andererseits findet im limbischen System am Rande des Grosshirns der Anschluss an
vegetative Zentren statt, wo emotionale Begleiterscheinungen ausgelöst werden.
Wie nehmen wir den Geruch wahr?
Der Geruchsinn ist aussergewöhnlich spezifisch und lässt fast 10 Millionen Duftstoffe auch bei kleinsten
Konzentrationen unterscheiden. Duftmoleküle werden mit Hilfe des Schleimes der Geruchsdrüsen gebunden
und in konzentrierter Form den Rezeptoren der Riechzellen präsentiert. Dabei werden unter anderem
Botenstoffe abgegeben, welche auch die angrenzenden Riechzellen depolarisieren und damit zu einer
potenzierten Fortleitung der Geruchsempfindung führen. Die Duftstoffe werden somit aufgrund ihres
chemischen Aufbaus mit Hilfe von Absorptionsmechanismen erkannt und in spezielle elektrische Nervenreize
umgewandelt.
Die Empfindlichkeit des Riechens ist individuell sehr verschieden, aber trainierbar. Im Gegensatz zum
Geruchsorgan ist das Erkennen und Beschreiben von Gerüchen nicht erbbedingt, sondern eine erworbene
und erlernbare Fähigkeit. Parfumeure können somit viel mehr Duftsorten unterscheiden als andere
Menschen.
Bei den Tieren sind die Riechleistungen in der Regel noch viel besser ausgebildet. Ein Hund mit einem
Riechareal von etwa 150 cm2 und 220 Millionen Riechsinneszellen kann sogar Fettsubstanzen des
Fussschweisses, welche durch die Schuhsohlen dringen, anhand weniger Duftmoleküle als Fährte
identifizieren.
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Klassifikation und Ursachen von Riechstörungen
Normales Riechen wird als Normosmie bezeichnet. Funktionsstörungen des Riechens lassen sich in quantitative und qualitative
Riechstörungen unterteilen. Quantitative Störungen manifestieren sich in Änderungen der Riechschwelle im Sinne einer
Riechverminderung (Hyposmie) oder eines Riechverlustes (Anosmie). Qualitative Störungen werden als Parosmien zusammengefasst
und entsprechen verzerrten oder falschen Geruchsempfindungen. So können Rosen wie Abfall riechen (Kakosmien) oder inexistente
Gerüche wahrgenommen werden (Phantosmien). Parosmien treten oft im Gefolge von Nervenleiden oder bei Hirntumoren auf.
•
Die Ursache der quantitativen Riechstörung lässt sich am besten nach dem Ort der Schädigung einteilen und kann somit im Bereiche des
Sinnesorganes (Riechepithel in der Nase), der ableitenden Nervenfasern oder auch zentral in den Riechzentren des Gehirns liegen. Die
einzelnen Störungen sind im untenstehenden Kasten „Störungen im Riechsystem“ zusammengefasst.
Störungen im Riechsystem
•
Störungen durch behinderte Nasenatmung:
•
Nasenschleimhautschwellungen oder -polypen, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, Nasenscheidewandveränderungen
Störungen des Sinnesepithel der Riechschleimhaut:
Viren (Grippe) und giftige Substanzen (Gase, Chemikalien)
Neurale Störungen:
Schädelhirntrauma, frontale Schädelbasisfraktur mit Abriss der Fila olfactoria
Zentrale Riechstörungen (Riechbahnen, Riechzentren):
Trauma, Tumor, Neurodegenerative Erkrankung (Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose), Psychiatrische Erkrankungen (Schizophrenie)
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Erkrankungen von Nase und Nasennebenhöhlen
Nasenfurunkel
Tumoren der äußeren Nase
Nasenbluten
Nasenbeinbruch
Nasenscheidewandverbiegung
Trockene Nase
Schnupfen
Allergischer Schnupfen
Vasomotorischer Schnupfen
Nasennebenhöhlenentzündung
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Allergische Rhinitis
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Pathologie Nase
• Nasenbeinfraktur
• Kieferhöhleneiterung
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Epistaxis Nasenbluten
Ursachen
Die Ursachen für Epistaxis sind unterschiedlich; neben Verletzungen (meist beim Nasenbohren) spielen verschiedene gerinnungshemmende Medikamente (z.
B. Marcumar) und Krankheiten wie Bluthochdruck eine wesentliche Rolle.
Sofortmaßnahmen
Der sitzende Patient beugt den Kopf nach vorne, damit das Blut nach vorne aus der Nase fließen kann. Wird der Kopf nach hinten gebeugt, wird das Blut
verschluckt und es kann das Ausmaß der Blutung nicht beurteilt werden, bei Bewusstseinstrübung besteht die Gefahr der Blutaspiration mit Verlegung der
Atemwege. Die Kühlung des Nackens oder der Stirn mit einer kalten Kompresse verschafft in vielen Fällen deutliche Besserung.
Die Nasenflügel werden über einige Minuten komprimiert, wodurch ein unkompliziertes Nasenbluten aus den vorderen Nasenabschnitten, insbesondere das
häufige Bluten vom Locus Kiesselbachi an der Nasenscheidewand zum Stillstand kommen sollte. Die Nase sollte nicht komprimiert werden, solange die
Ursache von Nasenbluten unbekannt ist. Arterielle Blutungen aus den hinteren Nasenabschnitten werden durch Kompression der Nasenflügel nicht beeinflusst,
das Blut tritt dann unvermindert durch den Mund aus.
Sollte dem Nasenbluten ein erhöhter Blutdruck zugrunde liegen, so werden meist Antihypertensiva verabreicht. Teilweise wird die Nase tamponiert, in manchen
Fällen auch mit verdünntem Adrenalin. Führen diese Maßnahmen zu keiner Besserung oder treten bedrohliche Symptome auf (großer Blutverlust, lange
anhaltendes Nasenbluten, Bewusstseinstrübung des Patienten), ist eine umgehende Behandlung in einer Fachabteilung eines Krankenhauses erforderlich.
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