Das trockene Auge

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© Univ. Prof. Dr. Oliver Findl
Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie
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Das trockene Auge
Was ist das trockene Auge?
Beim Trockenen Auge (Keratoconjunctivitis sicca) wird das Auge nur ungenügend
mit Tränenflüssigkeit benetzt. Entweder reicht die Menge der natürlichen
Tränenflüssigkeit nicht aus oder sie hat nicht die richtige Zusammensetzung. Die
Keratoconjunctivitis sicca gehört zu den häufigsten Augenproblemen überhaupt. Die
Zahl derjenigen, die unter dem Symptom "Trockenes Auge" leiden, hat in den letzten
Jahren erheblich zugenommen. Das liegt unter anderem an den Umweltbelastungen
und an Medikamenten, die auf Dauer eingenommen werden und die
Tränenfilmproduktion vermindern. Die Häufigkeit des Trockenen Auges steigt mit
dem Alter. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf.
Frauen sind durch die Hormonumstellung in der Menopause weitaus häufiger
betroffen als Männer. Es gibt auch Hinweise, dass in Regionen mit erhöhter
Umweltbelastung die Häufigkeit größer ist.
Was sind die Ursachen für das trockene Auge?
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Verminderte Tränenproduktion im Alter.
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Medikamente wie die Pille (Ovulationshemmer), östrogenhaltige Präparate,
Betablocker, lokale Adrenalinpräparate und Kortisonpräparate, Zytostatika,
Schlaf- und Beruhigungsmittel werden als Mitverursacher für das trockene
Auge verantwortlich gemacht. Möglicherweise schädigt das
Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das in vielen Augentropfen
enthalten ist, den Tränenfilm.
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Besonders schwerwiegende Störungen verursachen frei verkäufliche
Augentropfen, die gegen ”rote Augen” bei Augenreizungen angeboten
werden. Aufgrund ihrer abschwellenden Wirkung schaffen sie zunächst
Linderung, verstärken aber das ursächliche Leiden: Sie enthalten Substanzen,
die ein Austrocknen der Hornhaut bewirken.
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Weitere Faktoren sind Lebens- und Arbeitsbedingungen wie langes Arbeiten
am Bildschirm in oft überheizten und klimatisierten Räumlichkeiten. Durch die
erhöhte Konzentration vor dem Bildschirm wird die Frequenz des Lidschlags
geringer und dadurch die Oberfläche des Augapfels nicht mehr ausreichend
befeuchtet. Die trockene Raumluft setzt dem Tränenfilm zusätzlich zu.
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Veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms: Die Benetzung des
Augapfels ist gestört weil der Tränenfilm immer wieder aufreißt, der Schutz der
Hornhaut vor Austrocknung ist dadurch ungenügend. Eine amerikanische
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Studie hat ergeben, dass jeder zweite, vom trockenen Auge Betroffene, eine
fehlerhaft aufgebaute fetthaltige Lipidschicht im Tränenfilm hat. Dadurch wird
eine übermäßige Verdunstung gefördert.
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Durch das seltene Sjögren-Syndrom sind viele Drüsen in ihrer Sekretion
gestört, unter anderem ist auch die Tränenproduktion vermindert.
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Umwelteinflüsse, wie erhöhter Ozongehalt in der Luft, Rauch oder Smog
können ebenfalls verantwortlich sein.
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Manchmal ist auch eine unentdeckte Fehlsichtigkeit Grund für die
Beschwerden.
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Selten kann ein Vitamin-A-Mangel, jedoch nur bei Mangelernährung, die
Ursache eines trockenen Auges sein.
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Das trockene Auge geht auch häufig mit Erkrankungen des rheumatischen
Formenkreises einher (Sjögren-Syndrom, rheumatoide Arthritis). Weiters
begünstigen Störungen der Schilddrüse, des Immunsystems, Diabetes,
Infektionskrankheiten, Hormonstörungen und Schäden durch Alkoholkonsum
die Erkrankung.
Was sind die Symptome?
Schon bei geringen äußeren Reizen wie Wind, Kälte, niedriger Luftfeuchtigkeit oder
längerem Lesen entsteht ein Gefühl der Müdigkeit und Trockenheit der Augen. Sie
brennen und kratzen und es besteht das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu
haben. Als unwillkürliche Maßnahme gegen das Aufreißen des Tränenfilms wird der
Lidschlag häufiger. Als Reaktion können die Augen aber auch übermäßig tränen.
Häufig stehen die subjektiven Beschwerden im Missverhältnis zu den Ergebnissen
bei der augenärztlichen Untersuchung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Wenn eine Allgemeinerkrankung besteht, die das trockene Auge verursacht, muss
diese behandelt werden. Ungünstige Arbeits- und Umweltbedingungen sollten
geändert werden. Wer in klimatisierten Räumen arbeitet, sollte sich vergewissern, ob
die Anlage für genügend Luftfeuchtigkeit sorgt. Beim Autofahren sollte der Strahl des
Gebläses nicht direkt auf die Augen gerichtet sein. Häufiges Öffnen der Fenster und
Lüften verbessert die umgebende Luft. Auch Rauchen, ob aktiv oder passiv, wirkt
sich negativ auf den Tränenfilm aus.
Wie erfolgt die Diagnose?
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Die Diagnose erfolgt mit den Funktionsprüfungen der Tränenproduktion. Es müssen
aber auch die in Frage kommenden Allgemeinerkrankungen ausgeschlossen oder
diagnostiziert werden.Ursache der Störung sollte mit einer Brille korrigiert werden.
Bei einer Neigung zum Trockenen Auge ist es meist besser, keine Kontaktlinsen zu
tragen, oder nur bei bestimmten Gelegenheiten, wie zum Beispiel beim Sport.
Je nach Schwere der Störung können Tränenersatzmittel unterschiedlicher Zähigkeit
regelmäßig eingetropft werden, um sowohl die fehlende Flüssigkeit zu ersetzen als
auch die Benetzung der Hornhautoberfläche zu verbessern. Präparate ohne
Konservierungsstoffe sind vorzuziehen.
Die Beschwerden durch den Tränenmangel können durch die Therapie beseitigt
werden, eine völlige Heilung des Trockenen Auges durch medikamentöse
Beeinflussung der Menge und Qualität der Tränenflüssigkeit ist aber nur selten
möglich.
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