2016-06-11_PM_Zyanose

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Wenn die Lippen blau werden…
Dr. Höge: „Zyanose sollte immer untersucht werden“
Diepholz. „Es sieht immer ein wenig bedrohlich aus, wenn an den Lippen, Fingern oder Füßen
Baufärbungen auftreten, aber das kann durchaus harmlose und leicht zu behandelnde Gründe
haben“, erklärt Dr. Michael Höge. Der Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie an der Klinik
Diepholz rät aber in jedem Fall dazu, bei länger anhaltenden Verfärbungen einen Arzt
aufzusuchen und diese Symptomatik einer solchen Zyanose zu ergründen.
„Eine Blaufärbung kann aufgrund von Sauerstoffmangel im Blut entstehen“, so der Mediziner.
Dieser Mangel führt dazu, dass der eigentlich rote Blutfarbstoff Hämoglobin sich violett bis
bläulich verfärbt. Die Blut leitenden Gefäße schimmern dann in dieser Farbe durch die Haut. „Die
Medizin unterscheidet zwei Formen der Zyanose“, erläutert Dr. Höge. Insbesondere am Mund, an
den Händen und Füßen zeigt sich die periphere Zyanose, die lediglich das bluteigene Hämoglobin
bläulich färbt, während der Sauerstoffgehalt im Blut der Hauptarterien einen normalen
Sauerstoffgehalt aufweist. Bei einer zentralen Zyanose hingegen mangelt es vornehmlich dem
arteriellen Blut an Sauerstoff, was zu Färbungen innenliegender Organe wie Zunge oder
Schleimhäute führt.
„Die Ursachen können vielfältig sein“, sagt der Chefarzt und nennt Kälteeinwirkungen, krankhafte
Durchblutungsstörungen oder Lungenerkrankungen als mögliche Auslöser. „Aber auch
Herzerkrankungen kommen natürlich in Betracht.“ Dabei sind viele Gründe ausschlaggebend
sein: Angeborenen Herz- und Herzklappenfehlern, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und
koronare Herzerkrankungen bis hin zu Entzündungen und Tumoren im Bereich des Herzens
äußern sich in der kardialen Blaufärbung von Körperpartien.
„Um die Ursachen zu finden, stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung“, so Dr.
Höge. Eine Herz- oder Lungenerkrankung beispielsweise lässt sich durch bildgebende Verfahren
wie Röntgenaufnahmen, EKG und Ultraschall- oder Herzkatheteruntersuchungen feststellen.
„Während die so genannte periphere Zyanose nach Kälteeinwirkung mit Wärme schnell
behandelbar ist, die die zusammengezogenen Blutgefäße wieder weitet und den Stoffwechsel
ankurbelt, sind bei Blaufärbungen, die durch eine Erkrankung verursacht werden, in der Regel
medikamentöse Therapien erforderlich“, beschreibt der Mediziner das Vorgehen. „Im Falle eines
kritischen Mangels an Sauerstoff im Blut profitieren die Patienten zusätzlich von einer
künstlichen Sauerstoffzufuhr.“
Ein chirurgischer Eingriff als finale Therapiemaßnahme ist laut Dr. Höge bei Organfehlbildungen
oder beschädigten Blutgefäßen angeraten. Denn: „Nur durch eine Operation können
beispielsweise defekte Blutgefäße umgeleitet, ersetzt oder durch den Einsatz von Stents künstlich
geöffnet werden.“ Bei schwerwiegenderen Fällen der Zyanose, wie beispielsweise im so
genannten Raucherbein kann es sogar zur Amputation kommen. „Das ist jedoch heutzutage
aufgrund hervorragender Diagnostikmöglichkeiten nicht mehr ganz so häufig nötig ist wie noch
vor einigen Jahren.“
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