Aberglaube und Okkultismus

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Referat:
ABERGLAUBE UND
OKKULTISMUS
erstellt am 7.7.1998 von Marco Trautmann
im Rahmen einer Gruppenarbeit des katholischen Religionsunterrichtes der 8. Klasse
Einführung:
Seit einigen Jahren hat der Aberglaube und der Okkultismus wieder Hochkonjunktur.
 Fast 2/3 aller Bürger lesen ihr Horoskop.
 Kartenleser, Hellseher, Handleser u.ä. finden großen Anklang.
 Geistheiler versprechen Kranken Genesung.
 Viele Leute behaupten, sie erinnern sich an ein früheres Leben und erwarten ihre Wiedergeburt.
 Spiritistische Sitzungen finden großen Zuspruch.
 Viele Menschen lassen sich durch Satanskult und Teufelsspuk beeinflussen.
Der Aberglaube läßt sich bis in die Steinzeit zurückführen, wo Jäger die Tiere an ihre Wände malten, die sie
fangen wollten. Die Griechen hatten berühmte Wahrsager und Zauberer, wie z.B. das Orakel von Delphi. Auch
die Römer deuteten die Zukunft (z.B. an dem Flug der Vögel). Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verfolgte
man Hexen.
Der Aberglaube kommt und geht in Wellen. In Zeiten, wo große Unsicherheit und Angst herrscht, tritt er
verstärkt auf.
Astrologie:
Schon vor Jahrtausenden begannen Babylonier und Ägypter, die Sternenwelt zu ordnen, Sternbilder
festzustellen, die zwölf Tierkreiszeichen zu bestimmen, Sternenbahnen zu berechnen. Aus dieser Tätigkeit haben
sich die Astronomie1 und die umstrittene Astrologie2 entwickelt.
Statistik
Eine besonders populäre Form des Aberglaubens ist die Astrologie.
 Jeder 2. Bürger glaubt, dass die Sterne das Schicksal beeinflussen.
 96% der Bürger kennen ihr Sternzeichen mehr als ihre Blutgruppe.
 2/3 der Bürger lesen Horoskope
 jede 4. Frau und jeder 10. Mann weiß, ob die Sterne im Moment günstig für sie bzw. ihn stehen.
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Die Branche verdient jährlich DM 50.000.000,–.
Ein eigenes Geburtshoroskop kostet zwischen DM 100 – 500.
Wie man aus diesen Zahlen sieht, macht die Boulevardpresse ein großes Geschäft aus Horoskopen. Diese
Horoskope werden jedoch von professionellen Astrologen verachtet, da sie sich nur auf den Tierkreis aufbauen,
statt wie bei Profis üblichen komplizierten Berechnungen aus den Ephemeriden (Gestirnstandstabellen).
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Die Hauptargumente der Astronomen gegen die Astrologie
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Wie stellen es Bewegungen von Sonne, Mond und 9 Planeten an, Ereignisse auf der Erde zu beeinflussen?
Von allen physikalisch meßbaren Kräften erweisen sich die irdischen als weitaus stärker. Und warum sollten
sie ausgerechnet zyklisch wirken: an einem bestimmten Punkt des Tierkreises, der sogenannten „Erhöhung“
die stärkste Kraft zu entfalten?
Warum sind Himmelskonstellationen ausgerechnet bei der Geburt besonders stark und nicht bei er Zeugung,
wo die wirklichen schicksalsträchtigen Erbmasse entsteht, wenn sich Ei- und Samenzellen vereinigen?
Ein und zweieiige Zwillinge kommen fast zur selben Zeit am selben Ort zur Welt – ohne sich von da ab stets
auf Lebenswege zu machen, die auch nur annähernd identisch sind.
Bei Katastrophen wie Kriegen oder Erdbeben kommen gleichzeitig Hunderte, Tausende von Menschen um.
Müßten ihre Geburtshoroskope nicht von vornherein dieselben deutlichen Hinweise für diese Ereignis
geben? Doch sie verteilen sich statistisch zufällig über das ganze Jahr.
Selbst wenn Planetenkonstellationen wirksam wären, bliebe die Fragen offen, ob die Astrologen sie richtig
abbilden. Dagegen spricht schon das heillose Durcheinander ihrer Methoden und Theorien. Die eine
Astrologie gibt es nicht, sondern eine indische, chinesische, indianische und europäische, ihrerseits in
etliche rivalisierende Schulen verästelt, die aus denselben kosmischen Strukturen häufig unterschiedliche
Vorhersagen ableiten.
Für ihre Berechnungen behalten Astrologen zumeist den Tierkreis, wie ihn schon der Geozentriker
Prolemäus sah; ihre Gestirnstabellen beruhen noch immer auf der Astromathematik des zweiten
Jahrhunderts – und verfehlen damit die tatsächlichen Himmelskonstellationen. Wegen der allmählichen
Verlagerung der Polarachse der Erde und der geringen eigenen Bewegung jedes Sternes um das Zentrum
seiner Galaxie und der Expansion der Galaxien wiederum haben sich Sternzeichen und Sterne über
Jahrtausende im Verhältnis zueinander verschoben.
Auch sind im nachhinein weitere Planeten entdeckt worden. Der Uranus (1781), der Neptun (1846) und der
Pluto (1930).
Wegen dieser Fakten verurteilten akademische Wissenschaftler die Astrologie, 1975 unterzeichneten 10
Nobelpreisträger und 168 weitere führende Wissenschaftler Zweifel an der Astrologie.
Der „Gauquelin-Effekt“
Wer Astrologen heute auf diese Argumente anspricht, läuft fast immer in den selben Konter: „Aber es gibt doch
den Gauquelin-Effekt.“
Anfang der fünfziger Jahre stießen Gauquelin und Statistiker auf eine starke durch Zufall nicht zu erklärende
Beziehung zwischen bestimmten Planetenstellungen und Berufen.
Weil sich die Erde dreht, scheinen die Sonne, der Mond und die Planeten auf- und unterzugehen: Vom
östlichen Horizont steigen sie bis zur höchsten Stelle in der Himmelsmitte oder im oberen
Kulminationspunkt, um dann wieder zum Untergangspunkt zu sinken; unterhalb des Horizonts
wiederholt sich der Vorgang umgekehrt. Diese Bahnen unterteilte Gauquelin in 12 Abschnitte, so dass
jeder Planet ein Zwölftel seiner „Umlauf“-Zeit benötigt, um einen solchen Sektor zu durchwandern.
Sofern sich die Geburtszeiten einer beliebigen Gruppe von Menschen gleichmäßig über den Tag
verteilen, müßten auf jeden Sektor 16,7% der Geburten entfallen.
Gauquelin fand aber, dass unter 576 Ärzten mehr binnen der zwei Stunden zur Welt kamen, die dem
Aufgang sowie der Kulmination der beiden Planeten Mars und Saturn folgen. Er suchte nach
astronomischen und demographischen Ursachen dafür – vergeblich; an den Geburtsdaten einer
Kontrollgruppe aus der „normalen“ Bevölkerung fand er außerdem nichts statistisch
Außergewöhnliches. Seither nahm Gauquelin Replikationen noch und noch vor und erhielt immer
wieder den gleichen Effekt. Dieses konnte er aber nicht nur bei Ärzten, sondern auch in vielen anderen
Berufen nachweisen.
Bis heute konnten von verschiedenen Statistikern und Unternehmen keine methodischen Fehler nachgewiesen
werden. Gauquelin glaubt, dass die Erbfaktoren eine Rolle spielen:
Kinder kommen signifikant häufiger „unter“ demselben Planeten zur Welt, der zum Geburtszeitpunkt
beider Eltern oder eines Elternteiles soeben den Aufgangs- oder Kulminationspunkt passiert hatte. Am
ausgeprägtesten trat dieser Effekt bei großen oder erdnahen Planeten, wie dem Mond oder dem Mars,
auf, anscheinend in Übereinstimmung mit den physikalischen Gesetzen über Masse und Entfernung.
Diese Planeten scheinen durch irgendwelche Signale den Fötus zu beeinflussen, damit er zu einer
bestimmten Zeit zur Welt kommt. Auf welchen Planeten der Fötus anspricht, hängt von seiner
genetischen Prädisposition ab, die ihrerseits bei der späteren Persönlichkeitsentwicklung eine Rolle
spielt – und damit auch bei der Berufswahl und dem Berufserfolg.
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Diese Deutung von Gauquelin ist jedoch äußerst spekulativ. Aber auch wenn sie wahr wäre, wäre dies kein
Gültigkeitsbeweis für die Astrologie, denn:
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Trotz Gauquelins Statistik fand er keine Hinweise, dass die Tierkreiszeichen auch nur im entferntesten von
Belang sind.
Selbst wenn Planetenstellungen mit Persönlichkeitsmustern zusammenhängen, haben sie „überhaupt keine
Kraft, über unser Schicksal zu entscheiden“, fand Gauquelin. „Wer immer behauptet, die Zukunft durch
Befragen der Sterne vorhersagen zu können, betrügt entweder sich selbst oder jemand anderen.
Der „Gauquelin-Effekt“ tritt nur bei fünf der zehn Himmelskörpern auf, die die Astronomen betrachten.
Welches Planetensignal sollte diesen Effekt auswirken? Magnetismus und Schwerkraft scheiden aus, da die
Sonne keinen Effekt herbeiführt. Auch elektromagnetische Wellen scheiden aus, da sie durch Mauern
blockiert werden.
Schlußbetrachtung der Astrologie
Diese Argumente stellen weitere Fragen:
Worauf beruht die Astrologie? Warum investieren so viele Menschen trotzdem ihr Geld in sie?
Vermutlich, da sie die Sensationslust und den Wunsch in die Zukunft zu sehen stillt. Es ist auch für viele
einfacher ihre Fehler auf die Sterne zu schieben und sich durch sie leiten zu lassen, anstatt selbst etwas zu tun.
Aber es glauben wohl auch so viele Menschen an die Astrologie, da das Eintreten einer Vorhersage viel eher sich
einprägt, als wenn nichts passiert. Als 1982 Italien Fußballweltmeister wurde, frohlockten Astrologen, sie hätten
schon ein Jahr früher auf ihrer 4. Jahreskonferenz dies vorhergesehen. Aber wer erinnerte sich das Mewe 1896
vorhersagte, dass ab 1932 ein 28jähriger Friede in Europa eintritt? Der große Astronom Kepler (1571 – 1630)
sagte dazu:
„Das Nichteintreffen der Vorhersagen vergißt man, weil es nichts Besonderes ist; das
Eintreffen behält man. Damit bleibt der Astrologe in Ehren.“
Aber man kann trotzdem nicht mit Gewißheit sagen. dass die Astrologie die Menschen betrügt. Es kann Faktoren
geben, die bisher von Wissenschaftlern noch nicht nachgewiesen werden konnten.
„PSI-Agenten“ – Neue Waffe des CIA? – TRV
PSI – eine Erklärung
Die PSI Eigenschaften von denen man in vielen Mystery Filmen hört sind übersinnliche Wahrnehmungen.
Deshalb auch der Name. PSI () ist der 23. Buchstaben des griechischen Alphabetes und steht für Psychologie..
Dabei geht es darum, die Enge des eigenen Bewußtseins zu überwinden. Typische PSI-Funktionen sind z.B.: mit
Pflanzen sprechen oder weit entfernte Vorgänge zu sehen
TRV und der US-Geheimdienst
1995 veröffentlichte die „CENTRAL INTELLIGENCE AGENCY“ eine 23 Jahre alte Akte. Danach entwickelten USWissenschaftler für den CIA das „Technical Remote Viewing“ (TRV).
Dabei lege man seine linke denkende Hirnhälfte lahm. Sodann könne man über die intuitive recht
Hinhälfte unbewußte Eindrücke unmittelbar zu Papier bringen. Da das individuelle Unterbewußtsein
mit einem universellen Speicherbewußtsein, Matrix, verbunden sei, empfänge man mühelos Signale
jenseits von Raum und Zeit und könne so durch die Weiten des Kosmos reisen, in die Vergangenheit
surfen oder einen Blick in die Zukunft werfen.
Diese TRV-Hellseherei wurde ab 1972 – und zwar im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums –
zur Spionage entwickelt. Aus Sorgen vor einem sowjetischen Vorsprungs wurden $ 20.000.000,– für die
Entwicklung bezahlt.
Zeitweise bemühten sich 16 „Medien“ nachrichtendienstlich relevante Daten auszuspähen. Die Ergebnisse waren
verblüffend. Ein Prophezeiung erfüllte sich mit der Geiselnahme eines US-Offiziers termingerecht. Insgesamt
fiel das Resultat jedoch geringer aus. Nur 20% der ermittelten Daten erwiesen sich als brauchbar.
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Was bringt Glück und Unglück?
Viele Leute glauben an Glücksbringer oder Unglückszahlen. Dabei lassen sich viele Erscheinungen des
Aberglaubens an ihrer Herkunft erklären.
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Die „13“ ist die erste Zahl nach der heilbringenden „12“, einer Zahl der Vollkommenheit (Tierkreiszeichen,
Apostel, Monate, Stunden). Seitdem es Uhren mit Schlagwerk gibt, besagt der Ausruf: „Jetzt schlägt es
‘13’ “ etwas unmögliches an. Die Zahl „11“ gilt als verrückte Zahl (Karneval)
Der Freitag gilt als Unglückstag, da Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Auch sollen Adam und Eva
an einem Freitag gesündigt haben. Bei den Germanen war der Freitag der glücklichste Tag der Woche, da er
nach der Göttin der Liebe Freya benannt ist.
Eine Schwarze Katze war die Begleiterin einer ägyptischen Gottheit, die man nicht ansehen durfte. Im
Mittelalter glaubte man, daß Hexen in schwarze Katen verwandelt würden.
Wie man z.B. an den verschiedenen Bedeutungen des Freitags sieht, hängt es von jeder Kultur ab, ob die gleiche
Sache als Glücks- oder Unglücksbringer angesehen wird.
Marco Trautmann
Quellen:
1. „Zwischen Wissenschaft und Aberglaube“
Verlag:
Geist und Psyche Fischer
2. Religionsbuch
„Wege des Glaubens“
Verlag:
Patmos Verlag Düsseldorf
3. „Fokus“ 26/1997
Harald Wiesendanger
Werner Trutwin, Klaus Breuning, Roman Mensing
Endnoten:
1
Die Astronomie (griechisch: Lehre von den Sternen) beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Himmels- und
Sternkunde. Sie existiert auch bereits seit der Antike. Aus ihr haben sich viele Naturwissenschaften wie z.B. die
Mathematik und die Physik entwickelt.
2
Die Astrologie (griechisch: Rede von den Sternen) beschäftigt sich seit der Antike damit, aus Sternbilder
Schicksale und die Zukunft zu deuten. Sie wird von den Naturwissenschaften nicht anerkannt.
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