Frühling – die Natur ist bereit zu spriessen!

Werbung
Frühling – die Natur ist bereit zu spriessen!
Die Knospen platzen vor Energie und entfalten sich. Die Wiesen grünen zunehmend.
Wo das winterliche Grau-Braun bisher noch vorherrschend war, überschiesst die
Buntheit der Entwicklung. Auch bei uns macht sich ein grosser Tatendrang
bemerkbar, wir werden wieder unternehmungslustiger und freuen uns auf Zeit
draussen in der weiten Welt.
Das Feuerprinzip beginnt im Frühling seine Hauptsaison. Das Spriessende und
Überschiessende, das Kraftvolle und Leuchtende, das Strahlende und
Wärmende – das sind Eigenschaften, die zum Feuerprinzip gehören.
Wir können das Prinzip auch auf den Menschen übertragen.
Feuertypen zeichnen sich aus durch eine Vitalität und Willensstärke. Heftige
Gefühlserregungen von überschwänglichen Umarmungen bis vulkanartigen
Wutausbrüchen sind charakteristisch für ihn. Bei keinem anderen Element sehen wir
die Bandbreite der Extreme so gut wie beim Feuer, dies zeigt sich in einer grossen
schöpferischen Energie und gleichzeitig auch in der vulkanischen Zerstörungskraft.
Seine unbändige Willenskraft lässt ihn gradlinig seine Ziele angehen. Der Drang
nach Unabhängigkeit und grossem Freiraum kann in Ungeduld oder Aggression
kippen. Wenn er in seinem Vorhaben gestört wird, ist nicht gut Kirschen essen mit
ihm.
Ist das Feuer ausgebrochen, dann ist es kaum zu bremsen. Der Feuertyp ist bereits
vor dem Aufwachen für den Tag bereit. Voller Ideen und mit der ganzen Energie
muss er in die Handlung gehen. Durch seine Wärme und Herzlichkeit weckt er in
seinen Mitmenschen Vertrauen und Begeisterung. Er gibt gerne von seiner
überschüssigen Energie ab. Sein inneres Feuer drängt ihn so lange zu neuen Taten,
bis es eventuell zum Zusammenbruch führt, zum burn-out im wahrsten Sinne des
Wortes. Jetzt wird er dazu gezwungen, zur Ruhe zu kommen, sich zu sammeln und
seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Eine Krankheit kann für ihn eine wertvolle Mithilfe
sein, wieder in seine Mitte zu kommen.
Solche Feuertypen sind einfach auszumachen in der Gesellschaft. Feuer ist auch ein
wichtiges Element im Bild des ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)
ADS ist in aller Munde und es lohnt sich das Krankheitsbild aus verschiedenen
Perspektiven zu betrachten.
In der naturmedizinischen Praxis begegnen wir oft Menschen mit der Diagnose ADS.
Beim folgenden Philosophieren sprechen wir von den ADS-Kindern. Wir suchen
nach Analogien und Ähnlichkeiten um das Verständnis zu fördern. Wir wollen
aufzeigen, welche Prinzipien hinter einem ADS stecken könnten. Dazu entführen wir
Sie in den Frühling und seine Zeichen.
Bei Kindern mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) auch Hyperkinetische Störung genannt - beobachten wir eine überschiessende
Energie, ein nicht-immer-wissen-wohin-mit-der-Kraft, ein Ausbrechen und Spriessen.
Wir können uns gut den Frühling vorstellen, der mit seiner unbändigen Kraft
zielstrebig das Ausbilden der jeweiligen Pflanze vorantreibt. Beobachten Sie eine
Knospe, die am Aufspringen ist, Sie werden das Feuerprinzip erkennen.
Wenn wir uns in ein Kind hineinversetzen, das hyperkinetisch veranlagt ist
(Hyperkinese = Überbewegung) sehen wir gewisse Parallelen mit der dynamischen
Frühlingskraft. Da ist ein Muss sich zu bewegen, sich auszudrücken und dies mit
einem enormen Willen und der Aufforderung: seht her! Das Ausbilden von Blättern
und Blüten können wir übertragen in die Extrovertiertheit eines Feuertypen, das „sich
Zeigen“ wollen, Manifestieren und Selbstdarstellen. Sowohl der Frühling wie die
ADS-Kinder brauchen Raum um sich zu entfalten und entwickeln, um ihrer
Durchsetzungskraft und Energie Ausdruck zu verleihen. Dies geschieht oft mit einer
Impulsivität und einem gewissen Anerkennungsanspruch.
Es gibt Meinungen, dass ADS-Kinder eine Art Pionierleistung erbringen. Sie
sprengen Grenzen oder bringen uns an Grenzen. Sie eröffnen uns neue Welten und
Verständnisse, fordern uns heraus bis hin zur Überforderung. Wir erwähnen hier eine
Heilpflanze, die Ähnlichkeiten mit dem Bild ADS zeigt: die Brennessel. Sie hat das
Feurige in sich, stellt in verschiedenen Situationen eine Herausforderung für uns dar.
Die Brennessel ist eine sogenannte Pionierpflanze (Pflanzenarten, die in noch nicht
besiedeltes Gebiet vordringt und extreme Bedingungen ertragen und oft für andere
Pflanzen einen guten Boden schafft). Ihr sichtbarer Samenreichtum führt zu einer
leichten und grossflächigen Vermehrung und sie nimmt ihren Raum ein. Sie steht
selten allein. Sie positioniert sich – bei Berührung lässt sie uns wissen, wo sie steht,
ihr inneres Feuer brennt auf unserer Haut, die nächsten Meter werden wir
aufmerksamer weiter gehen. Die Brennessel weiss sich zu wehren. Sie ist
extrovertiert. Ihre Brennhaare sind ein Schutzmechanismus. Brennesseln lassen sich
gefahrenlos anfassen, wenn man die Pflanze von unten nach oben überstreicht.
Kräuterpfarrer Künzle verglich dieses Verhalten sogar mit einem bestimmten
Menschentyp, für den die Brennessel vielleicht ein Konstitutionsmittel sein könnte:
„Die Brennessel ist ein Bild der empfindlichen, reizbaren Menschen und muss daher
wie diese mit Glacéhandschuhen angerührt werden“.
Voraussetzung für eine gute Behandlung von ADS sind Verständnis für das Kind und
die Krankheit.
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) ist die am häufigsten diagnostizierte
psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Drei bis fünf Prozent aller Kinder
und Jugendlichen leiden an der Krankheit, welche die Familie und das soziale
Umfeld stark beeinflussen kann.
Für die Entstehung des ADS gibt es verschiedene Erklärungsmodelle, abschliessend
diskutiert ist das Krankheitsbild jedoch noch nicht. Man geht davon aus, dass eine
gewisse familiäre Vorbelastung, gepaart mit schwierigen Lebenssituationen,
auslösend ist. Gerade diese genetische Disposition lässt uns aber ahnen, dass eine
symptomatische Behandlung wie sie zum Beispiel mit Ritalin angestrebt wird, keine
langfristig befriedigende Lösung ist.
Wir alle haben unsere Schwachpunkte und das herausfordernde Leben drückt auch
immer wieder mit dem Zeigefinger mitten in sie rein. Die einzige
gesundheitsfördernde Möglichkeit damit umzugehen ist die Entwicklung von
Strategien und vom Selbst.
Wie kann geholfen werden?
Wir arbeiten vor allem mit zwei Ansätzen:
den Elementen und den dazugehörigen, ausgleichenden spagyrischen Mittel
(siehe erster Teil des Newsletters)
klassischer homöopathischer Behandlung
Mit der Homöopathie werden sehr positive Erfahrungen in der Behandlung von ADS
gemacht. In der homöopathischen Therapie wird der ganze Mensch
miteinbezogen und gestärkt. Die Möglichkeit zum Stärken und „sich-aus-demSelbst-ordnen-lassen“ scheint uns ein sehr wichtiger Vorteil gegenüber zum Beispiel
der schulmedizinischen medikamentösen Therapie.
Eine Studie der KIKOM, der kollegialen Instanz für Komplementärmedizin der
Universität Bern, und der Medizinischen Universitätskinderklinik Bern belegt die
Wirksamkeit homöopathischer Medikamente bei Kindern mit dem AufmerksamkeitsDefizit-Syndrom (ADS). Sie wurde im «European Journal of Pediatrics» publiziert. In
der Studie wurden von 2001 bis 2005 62 Kinder im Alter von 6-16 Jahren
aufgenommen, bei denen die ADS-Diagnose gestellt worden war. Die positiven
Resultate der Studie zeigen eindrücklich was mit einer individuellen Behandlung
erreicht werden kann.
Dazu muss aber unbedingt angefügt werden, dass die Mittelfindung ein paar Monate
dauern kann, auch diese Methode ist keine Instant-Hilfe. Sicherlich lernt jeder
Mensch aber in der homöopathischen Behandlung ein bisschen sein eigener
Therapeut zu werden.
Vorteilhaft ist auch, dass die von uns vorgestellten Prinzipien und Therapiemethoden
schon sehr früh, auch bei nicht voll ausgeprägtem Krankheitsbild eingesetzt werden
können.
Wir müssen nicht auf die Sommerhitze warten, sondern können in Ruhe das
Spriessen schützen.
In dem Sinne wünschen wir einen schönen Frühling und „gutes Feuer“ und stehen
für Fragen und Beratungen immer gerne zur Verfügung.
Herzlich
Marisa Pedretti und Marion Meyer
.
Herunterladen