ExtruTera - Photonik Forschung Deutschland

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Optische Technologien
Förderinitiative „KMU-innovativ: Optische Technologien“
Projekt:
Terahertz-Spektroskopie für die praxistaugliche InlineMesstechnik in der Elastomerextrusion (ExtruTera)
Koordinator:
Dr. Rainer Scheunemann
Menlo Systems GmbH
Am Klopferspitz 19
82152 Martinsried
Tel.: 089-189166-0
[email protected]
Projektvolumen:
712.700 EUR
Projektlaufzeit:
01.07.2010 - 30.06.2012
Projektpartner:
Â
Menlo Systems GmbH, Martinsried
Â
Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Physik,
AG Experimentelle Halbleiterphysik, Marburg
Â
ContiTech AG (R&D Materials), Hannover
KMU-innovativ: Optische Technologien
Die Optischen Technologien zählen mit über 100.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 16 Mrd. Euro zu den wesentlichen Zukunftsfeldern, die die Hightech-Strategie der
Bundesregierung adressiert. Forschung, Entwicklung und Qualifizierung nehmen dabei eine
Schlüsselrolle ein, denn Investitionen in Forschung, Entwicklung und Qualifizierung von heute, sichern Arbeitsplätze und Lebensstandard in der Zukunft.
Besondere Bedeutung nehmen hier KMU ein, die nicht
nur wesentlicher Innovationsmotor sind, sondern auch
eine wichtige Nahtstelle für den Transfer von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft darstellen. Sowohl in etablierten Bereichen der
Optischen Technologien als auch bei der Umsetzung
neuer Schlüsseltechnologien in die betriebliche Praxis hat
sich in den letzten Jahren eine neue Szene innovativer
Unternehmen herausgebildet, die es zu stärken gilt.
Industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben tragen dazu bei, die Innovationsfähigkeit
der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zu
stärken. Die KMU sollen insbesondere zu mehr Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung angeregt und
besser in die Lage versetzt werden, auf Veränderungen
rasch zu reagieren und den erforderlichen Wandel aktiv
mit zu gestalten.
Laserbasierte Erzeugung von Mikrostrukturen
mit
Hilfe
einer
5-AchsHandhabungseinrichtung (Quelle: Bayerisches Laserzentrum Erlangen)
Die Ergebnisse der Forschungsvorhaben finden breite Anwendung im Maschinen- und Anlagenbau, in der Materialbearbeitung sowie in den Bereichen Automotive, Sicherheitstechnik,
Beleuchtung und Medizintechnik.
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Terahertz-Technik schont Ressourcen
Elastomerwerkstoffe sind ein allgegenwärtiger Bestandteil der modernen Gesellschaft. Die
Materialkosten für Elastomere sind global einheitlich, da ein Trend zu wenigen großen Aufbereitungsanlagen der Rohstoffe zu verzeichnen ist, die den Weltmarkt versorgen. Daher
sind in Hochlohnländern die Produktionskosten entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit.
Um die Produktion von Elastomeren in Deutschland zu erhalten und einer Abwanderung in
Niedriglohnländer zuvorzukommen, fällt einer intelligenten Messtechnik zur Prozesskontrolle
eine große Bedeutung zu: Nur mit überlegener Effizienz der Verarbeitungsprozesse kann die
kautschukverarbeitenden Industrie den Lohnkostenvorteil anderer Länder kompensieren und
damit den Produktionsstandort Deutschland sichern.
Terahertz-Spektroskopie für die
Elastomerextrusion - ExtruTera
praxistaugliche
Inline-Messtechnik
in
der
Die abzusehende Ressourcenknappheit erfordert es, hochwertige Elastomerbauteile unter
minimiertem Materialeinsatz und Energieaufwand herzustellen. Der CO2-Ausstoß, der in der
gesamten Kunststoffbranche für die Aufarbeitung von Produktionsausschuss anfällt, beträgt
derzeit jährlich ca. 31,5 Millionen Kilogramm. Die zu entwickelnde THz-Messtechnik soll diesen Ausschuss reduzieren und damit nicht nur den Rohstoff- und Energieverbrauch senken,
sondern auch die CO2-Bilanz verbessern.
Messungen zur Kontrolle der Rezepturbestandteile und der Qualität von Kautschukmischungen mit etablierten Verfahren finden bisher offline statt, d.h. nachgeschaltet im Labor. Sie
sind vielfach nur bedingt aussagekräftig und kommen häufig zu spät, um Materialausschuss
zu vermeiden. Diese Lücke in der Qualitätsbewertung soll zukünftig die Terahertz (THz)Technik schließen. Im THz-Frequenzbereich, der zwischen den Mikrowellen und dem Infrarot
liegt, sind viele Kunststoffe transparent. Sowohl unerwünschte Einschlüsse wie Luft oder
Fremdkörper als auch gezielt eingebrachte Rezepturbestandteile lassen sich prinzipiell mittels THz-Wellen erkennen bzw. charakterisieren.
Im Rahmen des EXTRUTERA-Projektes haben
sich mit den drei Partnern Menlo Systems GmbH
aus Martinried, der Philipps-Universität Marburg
und der ContiTech AG aus Hannover ein mittelständisches Technologie-Unternehmen, ein führendes Forschungsinstitut und ein Grossunternehmen als Anwender zusammengetan, um ein kompaktes, praxistaugliches THz-Spektrometers zur
Inline-Prozesskontrolle für die Extrusion von Elastomeren zu entwickeln. Die neuartige THzAnwendungsszenario der Terahertz-InlineMesstechnik für die Extrusion von Elastomeren
Messtechnik
soll
dabei
am
Ende
der
(Quelle: Philipps-Universität Marburg)
Extrusionslinie zerstörungsfrei und in Echtzeit Daten erfassen, um zukünftig eine flexible, zeit- sowie kosteneffiziente Materialcharakterisierung und Prozessüberwachung zu gewährleisten.
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